Neuigkeiten und Pressemeldungen zum 1. FC Kaiserslautern.

Beitragvon paulgeht » 27.05.2019, 16:28


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Saisonrückblick 2018/19, Teil 1
Die Hinrunde: Famoser Auftakt, schneller Absturz


Die nächste enttäuschende Saison liegt hinter dem 1. FC Kaiserslautern. Dabei begann die Spielzeit 2018/19 mit einer riesigen Euphorie, die aber schon in der Hinrunde kippte. Der bittere Höhepunkt: Mal wieder musste ein Trainerwechsel her.

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Der erstmalige Abstieg in die 3. Liga lag hinter dem FCK und seinen Fans - da begannen schon die Vorbereitungen für die neue Saison. Die Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung wurde vollzogen, in Windeseile parallel ein neuer Kader zusammengestellt. Kaum zu fassen: ZUm Trainingsauftakt kamen 19 Spieler und 1.500 Fans. Plötzlich herrschte wieder Euphorie.

Und diese sorgten für gleich im ersten Heimspiel für ein großes Highlight. Vor über 40.000 Zuschauern stieg im Fritz-Walter-Stadion das bundesligawürdige Auftaktduell gegen 1860 München. Der FCK gewann die Partie mit 1:0 kurz vor dem Schlusspfiff durch einen Treffer von Janek Sternberg - ein rundum gelungener Saisonstart.

Nur eine Woche später holte der Drittliga-Alltag die Roten Teufel aber gleich das erste Mal ein. Zur Partie bei Sonnenhof Großaspach waren zwar weit über 6.000 Fans, die es mit dem FCK halten, mitgereist, doch bei Bullenhitze gab es für sie und ihre Mannschaft kein Happy End. Am Ende hieß es 1:1. Als am darauffolgenden Spieltag die Lautrer lange gegen Preußen Münster führten, in der Nachspielzeit aber durch zwei Standardsituationen das erste Mal als Verlierer vom Platz gingen, dachten sich viele: "Willkommen in Liga drei". Die anfängliche Euphorie hatte einen ziemlichen Dämpfer erhalten.

Pokal-Debakel, Cornflakes und späte Nackenschlägen

Drei Spiele, vier Punkte - es war kein guter Start für den FCK, schnell sollten also wieder drei Punkte her. Aber es kam noch schlimmer: Beim Halleschen FC waren die Roten Teufel auf ganzer Linie unterlegen und erstmals wurden Zweifel an Trainer Michael Frontzeck laut. Sein Team hatte sich plan- und ideenlos präsentiert und 0:2 verloren. Der Routinier an der Seitenlinie konnte die aufkeimende Kritik nicht ersticke. Besserung brachte nämlich auch nicht der Auftakt im DFB-Pokal, der sogleich das frühe Aus bedeutete. Denn gegen die TSG Hoffenheim (1:6) gab es ein Debakel mit Ansage, gefolgt von einer enttäuschenden Nullnummer im Derby gegen den Karlsruher SC.

Die Geduld der treuen Betze-Anhänger wurde weiter auf die Probe gestellt: Beim FSV Zwickau mussten die Roten Teufel zwei Schläge ins Gesicht hinnehmen: In der Nachspielzeit kassierten sie den Ausgleich durch einen unberechtigten Elfmeter. Der "Verursacher" Jan Löhmannsröben, der vor seinem Handspiel übel gefoult wurde, schimpfte später auf Schiedsrichter Markus Wollenweber und empfahl diesem, Cornflakes zählen zu gehen - was zu einer ganz besonderen, humorvollen Protestaktion der FCK-Fans und viele Cornflakes-Packungen in der DFB-Zentrale führte. Der FCK war trotz 3. Liga mal wieder bundesweit in den Schlagzeilen - allerdings nicht in sportlicher Hinsicht.

Denn was in dieser Phase beinahe unterging: Dem FCK schwammen die Felle davon, auch gegen Fortuna Köln (3:3) und bei Carl Zeiss Jena (3:3) gab es späte Gegentore und keinen Sieg. Nach sieben Spieltagen steckte der haushohe Aufstiegsfavorit FCK mitten im Abstiegskampf! Eine riesengroße Enttäuschung.

Von Braunschweig bis Aalen: Endlich Aufwind und Siege im Verbandspokal

Der Druck nahm immer weiter zu - dann endlich wurden Trainer, Spieler und Fans belohnt. Dem 4:1-Sieg bei Eintracht Braunschweig - bei dem der Stern von Christian Kühlwetter und Domninik Schad aufging - folgte ein zwar nicht hochklassiger, aber wichtiger 2:1-Erfolg gegen die Sportfreunde Lotte. Die Formkurve stieg leicht an. Beim überraschend souveränen Spitzenreiter VfL Osnabrück (0:2) ließ das Frontzeck-Team zwar in mehrfacher Hinsicht Chancen liegen, doch schon am darauffolgenden Spieltag wurde der Emporkömmling KFC Uerdingen mit 2:0 zur rechten Zeit in die Schranken verwiesen.

Die Zuversicht wuchs, schließlich waren die Roten Teufel auch im Montagsspiel beim VfR Aalen (2:1) mit Fritz-Walter-Wetter und dem Glück des Tüchtigen gesegnet. Und in dieser Phase glückte auch der Start im Verbandspokal: Der SC Idar-Oberstein wurde standesgemäß mit 7:0 besiegt, beim FK Pirmasens, dem ersten Pfalz-Derby seit 1963, gab es einen glanzlosen 3:1-Pflichtsieg.

Cottbus, Rostock, Wehen, Haching: Frontzeck ist am Ende

Hinter dem FCK lag ein goldener Oktober - und plötzlich war die Chance da, endlich in das Aufstiegsrennen einzugreifen. Die Erwartungen waren groß, als Energie Cottbus auf den Betzenberg kam. Aber gegen die Lausitzer liefen die Lautrer an die Wand und kassierten eine bittere 0:2-Niederlage. So hieß es weiter: Graues Mittelfeld statt Relegationsplatz! Einen Spieltag später ging der FCK bei Hansa Rostock erst in Führung, um dann mit 1:4 unter die Räder zu kommen. Selbst der 4:0-Viertelfinalsieg gegen den TSV Gau-Odernheim konnte nicht für Wiedergutmachung sorgen. Erstmals regte sich auch im Stadion deutlich sichtbarer Widerstand bei den Fans. Der Druck wuchs, schließlich begannen sich in der Tabelle so langsam die Vereins zu sortieren. Und der FCK? Der viermalige Meister dümpelte im Mittelfeld herum.

Nach der dann anstehenden Länderspielpause brachte das 0:0 gegen den SV Wehen Wiesbaden im Fritz-Walter-Stadion das Fass zum Überlaufen. Der blutleere Auftritt hatte vor allem eines zur Folge: Schluss mit lustig. Die Spieler wurden von den wütenden Fans vor der Westkurve zur Rede gestellt, der Trainer einmal mehr in Frage gestellt. Erstmals hallten unüberhörbare "Frontzeck raus"-Rufe durch das Stadion. Dieser bekam von seinem Team keine Rückendeckung - bei der SpVgg Unterhaching ließen sich die Roten Teufel mit 0:5 abschießen - das war's für Frontzeck.

Neuer Trainer: Hildmann startet mit vier Punkten aus zwei Spielen

Der Aufstieg in weiter Ferne, die Mannschaft weit hinter den Erwartungen und ein einmal mehr enttäuschtes Umfeld - die Situation war verfahren. Mit Sascha Hildmann präsentierten die Verantwortlichen einen Trainer, der in Kaiserslautern tief verwurzelt ist, aber in Großaspach erst eine Profistation hinter sich hatte. Konnte das gut gehen? Zum Auftakt gegen die Würzburger Kickers gab es ein 0:0 der besseren Sorte. Vieles, aber (noch) nicht alles schien gut zu werden. Und ja, beim SV Meppen fuhr der FCK zum Hinrunden-Abschluss einen 1:0-Sieg ein - trotz durchwachsener Leistung. Aber immerhin war da wieder ein Fünkchen Hoffnung, auch wenn die Roten Teufel die Hinrunde auf dem zehnten Platz beendet hatten. Die angepeilten Aufstiegsplätze waren zwölf Punkte entfernt.

Morgen im zweiten Teil des Saisonrückblicks auf Der Betze brennt: Eine Wintervorbereitung ohne Neuzugänge, emotionaler Jubel nach dem Derbysieg, die endgültige Gewissheit über den Nicht-Aufstieg und ein enttäuschender April.

Quelle: Der Betze brennt


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Saisonrückblick 2018/19, Teil 2
Die Rückrunde: Schwindende Hoffnung, wachsende Zweifel


Trotz des Zwölf-Punkte-Rückstands hatten die Verantwortlichen des 1. FC Kaiserslautern den Aufstieg zur Winterpause noch nicht abgehakt. Doch auch unter dem neuen Trainer Sascha Hildmann konnte die Mannschaft die eigenen Ansprüche nicht erfüllen.

Das erste Spiel der Rückrunde fand noch im alten Jahr statt und führte die Lautrer ins legendäre Grünwalder Stadion. Bei 1860 München setzte der FCK in Unterzahl den passenden Schlusspunkt hinter ein Katastrophenjahr und verlor mit 1:2. Auf Platz elf stehend und mit zwölf Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz ging es in die Winterpause.

Die Wintervorbereitung absolvierten die Roten Teufel ohne Neuzugänge, dennoch veränderte Hildmann einiges. Lennart Grill wurde neuer Stammtorhüter, der Coach impfte seinem Team taktische Variablität ein.

Zum Auftakt in das neue Jahr gab es einen 2:0-Sieg gegen Sonnenhof Großaspach - ein Mutmacher in schwierigen Zeiten. Der kleine Hoffnungsschimmer wurde aber schon einen Spieltag später durch ein katastrophales 0:2 bei Preußen Münster wieder erstickt. Am Ende gab es eine mehrminütige Spielunterbrechung, weil SCP-Ultras den Platz stürmte, als im Gästeblock eine einstmals im Zug vergessene Zaunfahne präsentiert wurde. Sportlich folgte gegen den Halleschen FC eine weitere Enttäuschung, der FCK blieb im zweiten Heimspiel des Jahres ohne Tor und Sieg.

Ein echtes Ausrufezeichen gelang dem FCK dafür wenige Tage später im pfälzisch-badischen Derby beim Karlsruher SC. Der Aufstiegsanwärter wurde mit 1:0 bezwungen, die Botschaft die Spieler und Fans danach deutlich machten: Hier regiert nur einer, Lautern und sonst keiner!

Trotz einer kleinen Serie: Den Roten Teufeln fehlt die Konstanz

Warum kletterte der FCK in dieser Phase nicht weiter nach oben in der Tabelle? Weil dem Hildmann-Team jegliche Konstanz fehlte, wie die Spiele gegen den FSV Zwickau (1:1) und bei Fortuna Köln (2:2) verdeutlichten. Bei den Fans herrschte Frust, statt Feierlust.

Immerhin machten die Lautrer gegen Carl Zeiss Jena mal den Deckel drauf und gewannen mit 4:1, schon beim 0:0 gegen Eintracht Braunschweig (0:0) in Überzahl haperte es mal wieder in der Offensive: Zum zweiten Mal binnen weniger Wochen wurde ein Sieg aufgrund eines verschossenen Elfmeters verschenkt, nicht mal Fritz-Walter-Wetter half. Auch im Auswärtsspiel bei den Sportfreunden Lotte sah es lange Zeit nicht nach einem Sieg aus - dann schlugen die Roten Teufel noch spät zweimal zu. Beste Laune unterm Autobahnkreuz, die Teufel übersprangen mehrere Tabellenplätze und standen plötzlich auf Rang 6!

Sieben Spiele war der FCK nun ohne Niederlage, die Aufstiegsplätze "nur" noch acht Zähler entfernt. Ging da noch was?

Die Antwort lieferte das Team im darauffolgenden Heimspiel gegen Spitzenreiter VfL Osnabrück. Die Lila-Weißen führten die Lautrer im eigenen Stadion vor Augen, wie ein Aufsteiger spielt: Clever, effizient und kaltschnäuzig - das 1:3 offenbarte dem FCK den Unterschied zwischen Mittelmaß und Spitze. Immerhin bescherten die Spieler ihren Fans in der Partie beim KFC Uerdingen in Duisburg noch einmal eine unbeschwerte Auswärtsfahrt (4:2). Wenigstens der Klassenerhalt war damit faktisch eingetütet - auch wenn der FCK seinen wahren Zielen weiter meilenweit hinterher hinkte.

Finaleinzug im Verbandspokal, aber plötzlich wieder Abstiegsangst

Wenige Tage später setzten sich die Lautrer mit Mühe gegen den FV Dudenhofen im Verbandspokal-Halbfinale durch (2:1) und zogen damit ins Endspiel ein - im Kampf um die letzte Erfolgsmöglichkeit in dieser Saison sowie die DFB-Pokal-Qualifikation ein wichtiger Schritt. Doch die dürftige Vorstellung weckte einmal mehr schlimme Befürchtungen. Und diese wurden bestätigt. Gegen das abgeschlagene Schlusslicht VfR Aalen kassierte der FCK eine frustrierende 0:1-Niederlage. Besser wurde es auch nicht in einem Gruselkick bei Energie Cottbus (1:1) und vor heimischer Kulisse gegen Hansa Rostock (0:2).

Parallel zum sportlichen Niedergang entstanden durch die wirtschaftliche Schieflage erbittert geführte Grabenkämpfe und mehrere Schlammschlachten. Das Sportliche rückte in den Hintergrund, die Mannschaft betrieb beim 0:2 gegen den SV Wehen Wiesbaden Anti-Werbung auf ganzer Linie.

Zwei deutliche Heimsiege, aber die Enttäuschung bleibt

Erst gegen die SpVgg Unterhaching wurde der Klassenerhalt auch rechnerisch endgültig unter Dach und Fach gebracht. Das 4:0, der höchste Saisonsieg, wollte jedoch keiner feiern, zu enttäuschend war die gesamte Saison und die jetzt voll laufenden Querelen innerhalb der Vereinsführung. Viel zu oft hatte die Mannschaft ihre Fans im Regen stehen gelassen, so wie beim wertlosen, aber deshalb nicht weniger frustrierenden 0:2 bei den Würburger Kickers. Mit einem 4:2-Sieg gegen den SV Meppen wurde die Punktspiel-Saison schließlich auf dem 9. Platz beendet, 19 Zähler hinter den angepeilten Aufstiegsplätzen. Das Ergebnis interessierte jedoch kaum noch. Schließlich waren abseits des Platzes durch den Investoren- und Lizenzstreit Kollateralschäden entstanden.

Ein wichtiges, vielleicht das wichtigste Spiel, wartete jedoch noch auf Spieler und Fans des FCK. Das Verbandspokalfinale gegen Wormatia Worms, das in Pirmasens stattfand. Und es wurde es eine spannende Partie. Trotz einmal mehr großer Unterstützung tat sich der FCK extrem schwer, lag sogar zur Pause mit 0:1 hinten. Ein Doppelpack von Christian Kühlwetter konnte nach dem Seitenwechsel immerhin die große Blamage abwenden. Was war das nun? Ein zufriedenstellendes Ende oder nur die Verhinderung des Super-GAU? Irgendwie beides. Denn durch den Triumph im Verbandspokal sind die Roten Teufel auch in der kommenden Spielzeit im DFB-Pokal vertreten. So wie jedes Jahr seit der Bundesliga-Gründung 1963. Die Party nach dem Pokalgewinn fiel entsprechend verhalten aus. Insgesamt bleibt der Eindruck einer einmal mehr massiv enttäuschenden Saison.

Morgen im dritten Teil des Saisonrückblicks auf Der Betze brennt: Der große Richtungsstreit in der Vereinsführung. Angefangen von der Ausgliederung bis zum Zerwürfnis in den Gremien - abseits des Rasens ging es emotionaler zur Sache als auf dem Platz.

Quelle: Der Betze brennt


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Gegeneinander statt Miteinander: In der Vereinsführung des FCK wechselten in dieser Saison mehrere Gesichter, hier im Bild die Zusammensetzung beim verkündeten "Burgfrieden" am 04. April; Foto: FCK

Saisonrückblick 2018/19, Teil 3
Neben dem Platz: Führungschaos und Schlammschlachten


Aus sportlicher Sicht verlief die Spielzeit 2018/19 absolut enttäuschend. Für Negativschlagzeilen sorgte der 1. FC Kaiserslautern vor allem in der Rückrunde aber auch abseits des Rasens - mit einer nie zuvor dagewesenen Schlammschlacht in der Führungsetage.

Seit Jahren steckt der FCK in wirtschaftlicher Schieflage. Der erstmalige Abstieg in die 3. Liga verschärfte die Situation weiter. Mit der kontrovers diskutierten Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung wollten die Verantwortlichen in der Sommerpause 2018 deshalb wichtige Weichen stellen und versprachen mit ihr eine bessere Zukunft. Im Juni wurde eine Außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen. Schon vorab gab es viel Zustimmung, aber auch Skepsis. "Bitte keine Luftschlösser bauen!", war ein wichtiger, aber von vielen leider ignorierter Wunsch vor der Veranstaltung.

Was passierte? Mit einer deutlichen Mehrheit von 92,13 Prozent sagten die FCK-Mitglieder "Ja!" zur Ausgliederung und zu einem Vier-Säulen-Modell, dass Fremdbestimmung von Investoren ausschließen sollte. Kritische Stimmen, wie etwa von FCK-Mitglied Konstantin, gab es trotzdem. Viel Gehör fanden sie nicht. Man wolle innerhalb von fünf Jahren auf Augenhöhe mit Bundesligist Werder Bremen klettern, verkündete der FCK-Aufsichtsratsvorsitzende Patrick Banf an jenem 03. Juni 2018 seine ambitionierte Zielsetzung.

Banf vs. Layenberger - Streit um Vereinsvorstand Keßler

Zeit verging. Sportlich geriet der FCK ins Straucheln, wurde den selbstgesteckten Zielen nicht gerecht. Trainer Michael Frontzeck stand in der Kritik, bei den Fans und medial. Als im September nach einem höchst enttäuschenden 3:3 gegen Fortuna Köln "Kicker"-Reporter Carsten Schröter-Lorenz eine Frage stellte, der zuvor schon kritisch über den Trainer und seine Spielweise berichtet hatte, schlug dieser öffentlich zurück und verweigerte dem Journalist eine Antwort. Ein erster öffentlicher Riss in der Außendarstellung des FCK, der auch Frontzeck viel weitere Kritik einbrachte. Aus den ersten sieben Saisonspielen wurde nur ein einziger Sieg eingefahren - viel zu wenig für den Aufstiegsfavoriten Nummer 1.

Und auch in finanzieller Hinsicht nahmen die Dinge nicht den gewünschten Verlauf. Aufsichtsratsvorsitzender Banf erklärte im Oktober, dass die Investorensuche nun "ans Eingemachte" gehe ("Wenn wir die nächsten 18 Monate überstehen, dann wird der Verein ligaunabhängig an die guten Zeiten anknüpfen."). Doch die Suche zog sich hin, Gespräche wurden geführt - ohne direktes Ergebnis. Parallel wuchs die Ungeduld bei den Fans, denn "ihre" Säule, mit der sich sich am FCK beteiligen konnten und wollten, sollte nach mehreren Verschiebungen nun frühestens Mitte 2019 geöffnet werden.

Und auch in der Vereinsführung rumorte es. Weil Hauptsponsor Harald Layenberger im November einen öffentlichen Fan-Talk zur sportlichen Lage beim FCK veranstaltete, mit dem er Kritikern den Wind aus dem Segeln nehmen wollte, übte Banf öffentliche Kritik. Beide Akteure begegneten sich zuvor schon seit langer Zeit mit Ablehnung, hielten diese bis genau zu jenem Zeitpunkt aber aus der Öffentlichkeit heraus.

Die Spannungen wurden intensiver - und führten zum ersten großen Knall: Auf der Jahreshauptversammlung im Dezember wurde bekanntgegeben, dass der FCK für eine weitere Saison in der 3. Liga ein Finanzloch von zwölf Millionen Euro schließen müsste. Zudem deutete Vereinsvorstand Rainer Keßler seinen Rücktritt aufgrund Differenzen mit der Geschäftsführung an. Er habe keine Informationen zum Stand der Investorensuche erhalten, zudem seien Hilfsangebote von ihm abgelehnt worden, sagte Keßler, der seinen Rückzug dann aber noch mal verschieben wollte. Kurz vor Weihnachten wurde er dann vom Aufsichtsrat abberufen, einer knappen 3:2-Mehrheit des Gremiums schien der entstandene Vertrauensverlust zu groß. Die Entscheidung hatte Folgen: Mitglieder beantragten einen Notvorstand für den e.V., der Verein stand wochenlang ohne einen ordnungsgemäßen Vertreter da.

Vertrauensentzug für Banf - Gespräche mit Ponomarew

Weil der FCK den Aufstieg wohl schon nach einer Halbserie verspielt hatte - Frontzeck war Anfang Dezember entlassen worden, Sascha Hildmann folgte ihm als neuer Trainer - war die Unruhe im Januar, die Angst, ob der Klub ein weiteres Mal die Lizenz bekommen wird, riesig. Denn die Investorensuche stockte trotz aller Ankündigungen weiter. Banf äußerte sich zwar "vorsichtig optimistisch" - stand aufgrund seiner Alleingänge aber selbst in der Kritik bei seinen Aufsichtsratskollegen. Diese wollten ihm nach Monaten des Stillstands das Vertrauen schließlich entziehen. Zu Rücktritten kam es bei der mit Spannung erwarteten Sitzung am 21. Januar aber nicht, denn - zumindest offiziell - raufte sich das Kontrollgremium zusammen. Die Verwunderung über den medial und öffentlich ausgetragenen Konflikt ohne direkte Folgen war groß, allen voran bei Layenberger, der den Aufsichtsräten in einer ersten öffentlichen Stellungnahme "dicke eitrige Pickel ins Gesicht" wünschte. Später entschuldigte der Hauptsponsor sich für die Wortwahl.

Zur gleichen Zeit machten an die Medien durchgesteckte Gespräche von Aufsichtsratsmitglied Michael Littig mit dem russischen Investor und umstrittenen Präsidenten des KFC Uerdingen, Michail Ponomarew, die Runde. Zu einem Deal mit dem sprunghaften Geldgeber kam es nicht. Erneut schwappte der im Aufsichtsrat geführte Konflikt in diesem Zuge in die Medien über. Die unwahre Berichterstattung der "Bild" rückte der FCK öffentlich gerade. Die Verhandlungen mit Ponomarew über einen Einstieg in zweistelliger Millionenhöhe platzten. Ein Investor war damit weiterhin nicht in Sicht. Monatelange Gespräche zwischen dem Verein, der Stadt und einer Schweizer Fondsgesellschaft über den Verkauf des Stadions und ein Investement in den FCK lagen zu diesem Zeitpunkt ohnehin auf Eis.

Erste Gespräche mit Becca - Layenberger rettet Fritz-Walter-Nachlass

Ein weiterer Name wurde aber diskutiert: Stand der Luxemburger Flavio Becca in Kontakt mit dem FCK, so wie es schon im September erstmals gerüchteweise zu hören war? Ein Sprecher Beccas dementierte entsprechende Gerüchte.

Die erste Eskalation war damit vorbei: "Schluss mit den Eitelkeiten", wünschten sich viele Fans von der FCK-Führung - ein frommer Wunsch, der nicht erfüllt werden sollte. Mit Wilfried de Buhr und Andreas Buck war immerhin - vier Wochen später als ursprünglich angekündigt - im <b>Februar</b> ein neuer Vorstand für den e.V. gefunden.

Fast schon wieder vergessen ist ein weiteres Aufreger-Thema, dass die FCK-Gemeinde im Januar und Februar beschäftigte: Der Nachlass von Fritz Walter sollte meistbietend versteigert und somit in alle Welt verstreut werden. <a href=http://"https://www.der-betze-brennt.de/forum/viewtopic.php?t=24888]Hauptsponsor Harald Layenberger verhinderte dies in letzter Minute[/url], wofür er von vielen Fans gefeiert wurde, auch von anderen Fußballklubs wie Rot-Weiß Oberhausen wurde ihm gedankt, während er vom 1. FC Kaiserslautern kaum öffentliche Anerkennung kam - zu tief saß bei den FCK-Verantwortlichen der Stachel wegen Layenbergers Kritik an Banf und Co. Der Nachlass von Fritz Walter soll nun aufbereitet werden und im Jubiläumsjahr 2020 in großen Ausstellungen gezeigt werden.

Streit auf einer Podiumsdiskussion - FCK sammelt Geld

Die Angst, dass der FCK die Lizenz nicht bekommen sollte, blieb. Die Verantwortlichen enthüllten Pläne über eine sogenannte Zwischenfinanzierung. "Es wird auf einen Mix herauslaufen, quasi ein bunter Blumenstrauß", erklärte Finanz-Geschäftsführer Michael Klatt beim "Kicker", wie er durch verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten die Lizenz sichern wollte.

Die Suche nach einem Großinvestor lief parallel weiter. Aufsichtsratsmitglied Littig dachte in diesem Zuge im März öffentlich über eine Überarbeitung des Vier-Säulen-Modells nach und zog damit den Unmut der Fans auf sich. Doch was viele vermuteten, wurde so langsam deutlich: Die Ausgliederung war schlecht geplant und schlecht durchgeführt worden. Öffentlich ausgesprochen wurde diese Erkenntnis auf einer Podiumdiskussion von "SWR4", die aber vor allem in anderer Hinsicht in Erinnerung blieb: Denn Banf und Layenberger führten ihre persönliche Fehde auf öffentlicher Bühne und live im Radio fort.

Erneut stand Banf gremiumsintern mit 3:2-Mehrheit vor der Abwahl - doch erneut fanden sich Lücken in der Satzung und ein daraus resultierender Kompromiss, die Aufgaben wurden neu verteilt. Es sollte "kein wackeliger Burgfrieden, sondern ein echter Konsens" gefunden worden sein, verkündeten die FCK-Verantwortlichen - ein billiger Trugschluss.

Zuvor hatte der FCK mit der Betze-Anleihe II und über die Crowdlending-Plattform "Kapilendo" begonnen, Geld für die Lizenz zu sammeln. Erstmals investierten außerdem regionale Unternehmer um den Ex-Aufsichtsratsvorsitzenden Dieter Buchholz und kauften Anteile im Wert von 700.000 Euro.

Lizenz mit Auflagen und Bedingungen - Die Eskalation steht bevor

Mitte April bekam der FCK dann tatsächlich die vorläufige Lizenz erteilt, allerdings mit hohen Auflagen und Bedingungen verbunden, die bis Ende Mai erfüllt werden mussten - fortan tickte die Uhr. Im Interview mit Der Betze brennt beschwor Littig einmal mehr den Zusammenhalt. Und der FCK schickte einen Appell an alle Fans: Die Kräfte sollten gebündelt werden.

Nur wenige Tage nach dem plakativen Burgfrieden nahm der Streit aber wieder an Fahrt auf und steuerte auf die totale Eskalation zu. Die "Bild"-Zeitung machte in einem Bericht Stimmung und warf Littig und Aufsichtsratskollege Jürgen Kind mit unwahren Behauptungen vor, die nun doch laufenden Gespräche mit dem luxemburgischen Unternehmer Becca zu gefährden. Der genauso wie Ponomarew umstrittene Investor war der Favorit der Geschäftsführer Bader und Klatt sowie von Banf.

Übler Streit um Bader, Littig und Becca sorgt für Entsetzen

Nun ging es Schlag auf Schlag: Einen Tag später tauchte in mehreren Medien die Nachricht auf, dass Sport-Geschäftsführer Martin Bader vor dem Aus stehe. Angesichts der verpassten Saisonziele sollte im Sommer eine Neuausrichtung im sportlichen Bereich anstehen - wieder war es eine 3:2-Mehrheit im Aufsichtsrat bzw. Beirat, die sich für diese Entscheidung ausgesprochen hatte. Bader schloss einen eigenen Rücktritt aus, seine Absetzung sollte allerdings auch aus formalen Gründen nicht so schnell und einfach umsetzbar sein: Weil der FCK-Beiratsvorsitzende Banf keine frühere Sitzung seines Gremiums einberufen wollte, musste die Entscheidung über Bader auf den 16. Mai vertagt werden

Wohl auch durch diese Entwicklung bedingt, wurde medial der plötzlich bevorstehende Einstieg von Investor Becca angekündigt.
Mediale Schlammschlacht tobt - Becca sticht regionale Investoren aus

Anfang Mai platzte dann die Bombe: Beccas Bedingungen für einen Einstieg sickerten durch. Der Luxemburger wollte kein Eigenkapital geben, sondern nur einen Kredit über 2,6 Millionen Euro. Zudem sollte der von Mitgliedern gewählte Aufsichtsrat Littig zurücktreten, der aufgrund sportlicher Erfolglosigkeit wackelnde Bader außerdem im Amt bleiben. Diese höchst brisanten Forderungen waren an ein Ultimatum gekoppelt und wurden in einer Absichtserklärung nicht nur von Becca, sondern auch von Banf, Bader und Klatt unterschrieben, wie sich später herausstellte.

Der FCK hatte zuvor bekanntgegeben, dass sich der Beirat für weitere Verhandlungen mit dem Luxemburger ausgesprochen habe, die "Bild" berichtete sogar von einer Abstimmung - eine weitere Falschmeldung, die der Klub einmal mehr öffentlich korrigieren musste.

Ungeachtet der längst tobenden Schlammschlacht gaben die Fans ihrem Verein über die beiden neuen Finanzierungsmöglichkeiten sowie die Verlängerung der Betze-Anleihe I insgesamt drei Millionen Euro zur Lizenzsicherung in die Hand. Ein gewaltiger Vertrauensbeweis.

Mit Spannung wurde nun das Ende des Becca-Ultimatiums erwartet, dessen Forderungen eigentlich gegen alle Grundsätze des FCK, vor allem gegen die Versprechungen bei der Ausgliederung, verstießen. Sollte Littig zurücktreten oder gab es doch noch eine Alternative? Lange tagten die Verantwortlichen an jenem Montagabend - und plötzlich lag mit dem Angebot einer regionalen Investorengruppe doch eine zweite Option auf dem Tisch. Diese wollte mit drei Millionen Eigenkapital die Lizenz sichern, zudem bei Bedarf weitere Gelder bereitstellen. "Damit ist das Angebot von Herrn Flavio Becca nicht mehr existent", schrieb der FCK in einer Pressemitteilung. Der von Littig überbrachte Vorschlag wurde nicht nur medial mit großer Überraschung aufgenommen. Lizenz gesichert, keine Rücktritt, ein Konsens gefunden - wozu wäre dieser Klub wohl imstande, wenn es endlich mal gemeinsam in eine Richtung gehen würde? Doch noch standen dem FCK zwei weitere zeitliche Meilensteine bevor: Die Beiratssitzung am 16. Mai und der Einsendeschluss für die Lizenzunterlagen beim DFB am 28. Mai.

Und kehrte nach diesem Showdown Ruhe ein? Nein! Zunächst wurde kritisiert, dass der Einstieg "der Regionalen" auf eine niedrigere Bewertung der Kapitalgesellschaft basiere. Experten zerstreuten diese Befürchtungen. Dann bezog Vereinsikone Gerry Ehrmann Stellung pro Becca und spielte mit Rücktrittsgedanken. Dass die Investoren zudem öffentlich nicht ihre Namen nannten, sorgte für Verdruss. Ihnen wurde außerdem, wie auch Becca, unterstellt, weniger am FCK, als vielmehr an Immobilien und Bauplätzen interessiert zu sein.

Mehrheit im Beirat dreht sich - Littig und Buck treten zurück

Eine Woche später unterstrichen die beiden Investoren Hans Sachs und Klaus Dienes ihre Absichten im Austausch mit den FCK-Verantwortlichen. Von "sehr guten Gesprächen" war hinterher die Rede, doch noch fehlte die Zustimmung zum Konzept von weiteren Kreditgebern, unter anderem dem anderweitig in der öffentlichen Kritik stehenden Stuttgarter Unternehmen Quattrex. Der "SWR" berichtete zunächst von einer Einigung - doch diese platzte noch am selben Abend. Stattdessen entwickelte sich ein regelrechter Krimi - mit dem Ergebnis, dass die Kreditgeber die Pläne "der Regionalen" überraschend ablehnten. Schlagartig war Flavio Becca wieder zurück im Spiel - und erhielt mit einer von heute auf morgen umgedrehten 3:2-Mehrheit im Beirat einen Tag später den Zuschlag.

Welche Zusagen Becca gemacht hatte, wurde öffentlich zunächst nicht kommuniziert. Littig jedenfalls entsprach noch unmittelbar in der Beiratssitzung der  heiklen Forderung von Becca und Co. und trat zurück, während die Geschäftsführung den Beiratsentschluss pro Becca aus ihrer Sicht erklärte. "Das Angebot der regionalen Investorengruppe kam sehr spät, was sich als Problem herausgestellt hat", sagte Klatt. Die Lizenz sei nun aber so gut wie gesichert - wenngleich der mittlerweile vom Vereinsvorstand zurückgetretene Buck kurze Zeit später schwere Vorwürfe gegen die FCK-Entscheider erhob und klarstellte: "Fakten? Keine. Sportliches Konzept? Keines. Personelle Forderungen? Ja... Michael Littig muss gehen." Der Betze brannte weiter ganz gewaltig!

Machtkampf entschieden - die Lizenz ist wohl da

Dieser Nachhall war der vorerst letzte Höhepunkt im Dauerstreit. Wenige Tage später wurden die Verträge mit Becca - wie erwartet zunächst nur über ein weiteres Darlehen in Höhe von 2,6 Millionen Euro - finalisiert. Die Lizenz war also so gut wie gesichert, wie später auch Geschäftsführer Klatt bestätigte. Noch während des Freundschaftsspiels gegen Bayern München, das weitere 700.000 Euro einbrachte, hatte er eine E-Mail an den DFB mit den letzten Details verschickt. Die Rückmeldung: Positiv. Der FCK bekommt also die Chance für eine weitere Saison in der 3. Liga. Ob er sie nutzt?

Quelle: Der Betze brennt


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Zuschauer-Statistik 2018/19
Die FCK-Fans: Auch in der 3. Liga auf Top-Niveau


Ein Jahr der Extreme liegt hinter dem 1. FC Kaiserslautern - auf und neben dem Platz. Zum Saisonabschluss blicken wir traditionell auf die Zuschauerzahlen und stellen dabei Schwankungen von famosen 41.324 bis zu mickrigen 2.662 Stadionbesuchern fest.

- Fotogalerie | Gegnerische Fankurven bei FCK-Auswärtsspielen 2018/19
- Fotogalerie | Gästefans im Fritz-Walter-Stadion 2018/19

Während die Roten Teufel sportlich enttäuschend auf Platz 9 der 3. Liga oder umgerechnet auf Platz 45 des deutschen Profifußballs abschnitten, haben sich ihre Fans mehr als nur eine Klasse besser präsentiert: Mit durchschnittlich 21.156 Zuschauern bei den Heimspielen im Fritz-Walter-Stadion liegt der FCK bundesweit auf Platz 24, mit Tuchfühlung zu mehreren Bundesligisten, besser als 13 Zweitligisten und unangefochten auf Platz 1 aller Drittligisten (vor Braunschweig mit einem Schnitt von 18.047). Trotz der vielen sportlichen Enttäuschungen konnte sogar der Zuschauerschnitt aus der letzten Zweitliga-Saison (2017/18: 22.620) beinahe gehalten werden - damit hatten nach dem Abstieg vor einem Jahr nicht viele gerechnet.

Heimspiele: Mehr als 400.000 Fans pilgern ins Fritz-Walter-Stadion

Weil in der 3. Liga zwei Heimspiele zusätzlich zu bestreiten sind, kamen insgesamt sogar mehr Zuschauer als im Jahr zuvor: 401.965 Menschen pilgerten 2018/19 zu den 19 Ligaspielen auf den Betzenberg (Vorjahr: 384.540). Über allem steht dabei natürlich der Saisonauftakt gegen 1860 München, bei dem 41.324 Zuschauer für eine bundesligareife Kulisse sorgten. Mit gutem Abstand folgen dahinter das Derby gegen den Karlsruher SC (27.343) sowie das Freitagsspiel gegen Energie Cottbus (24.005) im November, als kurz noch mal Hoffnung auf den tabellarischen Sprung nach vorne bestand. Die wenigsten Zuschauer kamen nach dem Scheitern der Aufstiegshoffnungen in der Rückrunde mittwochs gegen Eintracht Braunschweig (16.363), die SpVgg Unterhaching (16.728) und Sonnenhof Großaspach (17.297). Kalkuliert hatten die FCK-Verantwortlichen übrigens trotz Aufstiegsziel nur mit einem Zuschauerschnitt von 16.500, der dank der starken Zahlen zu Saisonbeginn und 12.750 abgesetzten Dauerkarten rein rechnerisch schon Anfang November gesichert war.

Im Gästeblock waren die Diskrepanzen noch größer, aber auch hier gab es einige beeindruckende Zahlen: 1860 München brachte gleich zu Beginn rund 7.000 eigene Anhänger mit, für die extra Teile der eigentlich gesperrten Osttribünen-Bereiche geöffnet werden mussten. Beeindruckend war auch die Zahl von 3.500 mitgereisten Hansa-Rostock-Fans am Osterwochenende, obwohl es rein sportlich für beide Klubs um nichts mehr ging. Die späteren Aufsteiger Karlsruher SC (3.000) und VfL Osnabrück (2.500) brachten ebenfalls viele Anhänger mit, was überraschenderweise auch über den Halleschen FC, Carl Zeiss Jena und den SV Meppen (jeweils 2.000) zu berichten ist. Am Ende der Gästeblock-Tabelle stehen Fortuna Köln im Montagsspiel und die SpVgg Unterhaching mit jeweils nur mickrigen 100 Fans auf der riesigen Osttribüne. Insgesamt kamen rund 27.450 Gästefans ins Fritz-Walter-Stadion, was einem Schnitt von 1.445 und damit sogar mehr als in der vergangenen Zweitliga-Saison (2017/18: 1.297) entspricht.

Auswärtsspiele: Wieder über 2.000 FCK-Fans in ganz Deutschland dabei

Auch auswärts haben die FCK-Anhänger wieder eindrucksvoll ihre Treue unter Beweis gestellt und mit durchschnittlich 2.026 mitreisenden Fans fast ihren Wert aus der 2. Bundesliga (2017/18: 2.100) erreicht. Dabei wurden die weiteren Entfernungen mit unter anderem fünf Spielen in Ostdeutschland durch die etwas besseren Anstoßzeiten, zumeist am Samstag, ausgeglichen. Gleich zum ersten Auswärtsspiel bei Sonnenhof Großaspach füllten 6.500 FCK-Fans die kleine Arena, zu den schon sportlich bedeutungslosen Rückrunden-Partien bei Fortuna Köln und dem SV Wehen Wiesbaden reisten je 4.000 mit. Das siegreiche Derby beim Karlsruher SC sahen mit 3.500 Gästefans etwas weniger als in früheren Jahren, was aber auch durch die Baustelle im Wildparkstadion bedingt war. Die wenigsten FCK-Fans reisten dienstags mit zu Eintracht Braunschweig (800), jeweils rund 1.000 machten sich mit auf den Weg in den wilden Osten zum FSV Zwickau, Hansa Rostock und Energie Cottbus.

Die Gesamt-Zuschauerzahlen bei Auswärtsspielen haben sich derweil glatt halbiert: Spielten die Roten Teufel 2017/18 noch vor durchschnittlich 18.956 Zuschauern in der Fremde, waren es dieses Jahr nur noch 9.590. Die meisten Besucher sahen die Spiele beim Karlsruher SC (17.901) sowie dienstags im September bei Eintracht Braunschweig (17.000). Das einzige ausverkaufte FCK-Spiel fand am 22. Dezember mit 15.000 Besuchern im kultigen Grünwalder Stadion statt, wo auch die Lautrer ein vielfaches der verfügbaren 1.500 Gäste-Karten hätten verkaufen können. Die wenigsten Zuschauer kamen zu den Partien beim KFC Uerdingen (5.356 in Duisburg), der SpVgg Unterhaching (5.000) und mit weitem Abstand nach unten den Sportfreunden Lotte (2.662 Zuschauer, davon ca. 1.400 FCK-Fans).

Fünf Mal Verbandspokal und ein Heimspiel im DFB-Pokal

Die Partie in Lotte stellt in mehrfacher Hinsicht einen Minusrekord dar: Denn jene 2.662 Besucher bildeten nicht nur die niedrigste FCK-Zuschauerzahl in einem Pflichtspiel seit dem 15. April 1970 (2.000 auswärts bei Alemannia Aachen), sondern es waren auch deutlich weniger Zuschauer als bei allen Verbandspokalspielen. Die Roten Teufel mussten zum ersten Mal in der Fußball-Neuzeit an diesem Wettbewerb teilnehmen und spielten gegen den SC Idar-Oberstein (5.000 Zuschauer), den FK Pirmasens (8.890), den TSV Gau-Odernheim (5.487 in Worms), den FV Dudenhofen (6.400 in Ludwigshafen) sowie Wormatia Worms (7.343 in Pirmasens). Bei all diesen Spielen im eigenen Einzugsgebiet waren die FCK-Fans mehr als deutlich in der Überzahl, im Endspiel gegen Worms bevölkerten über 5.000 Lautrer den Sportpark Husterhöhe.

Hinzu kommt außerdem das DFB-Pokal-Match im Fritz-Walter-Stadion gegen die TSG Hoffenheim als insgesamt 44. (!) Pflichtspiel des 1. FC Kaiserslautern in der Saison 2018/19. Diese Partie sahen im August 22.818 Zuschauer, davon ca. 1.500 Gäste. Zum Saisonabschluss kamen am vergangenen Montag außerdem nochmals 48.500 Besucher zum Benefizspiel gegen Bayern München - weil ein Block auf der Osttribüne gesperrt war, bedeutete diese Zahl zum ersten Mal seit 2015 ein ausverkauftes Haus.

Auf einen Blick: Die Tops und Flops der Zuschauer-Statistik 2018/19

Heimspiele
Zuschauerschnitt: 21.156
Meiste Zuschauer: 41.324 (gegen 1860 München)
Wenigste Zuschauer: 16.363 (gegen Eintracht Braunschweig)
Durchschnitt Gästefans: 1.445
Meiste Gästefans: 7.000 (gegen 1860 München)
Wenigste Gästefans: 100 (Fortuna Köln, SpVgg Unterhaching)

Auswärtsspiele
Zuschauerschnitt: 9.590
Meiste Zuschauer: 17.901 (beim Karlsruher SC)
Wenigste Zuschauer: 2.662 (bei Sportfreunde Lotte)
Durchschnitt FCK-Fans: 2.026
Meiste mitgereiste FCK-Fans: 6.500 (bei Sonnenhof Großaspach)
Wenigste mitgereiste FCK-Fans: 800 (bei Eintracht Braunschweig)

Anmerkung in eigener Sache: Weil zu den Gästefan-Zahlen keine ganz offiziellen Statistiken existieren, handelt es sich hierbei jeweils um möglichst genaue Schätzungen, basierend auf Vorverkaufszahlen, bekannten Gästeblock-Kapazitäten und eigenen Zählungen im jeweiligen Stadion.

Quelle: Der Betze brennt
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Beitragvon ATS » 27.05.2019, 16:55


Das Wichtigste....
Bader & Co. sollen die richtigen Schlüsse aus der Vergangenheit ziehen und gut iss.
Heubach mit klarer Ansage, warum es in Lautern nicht einfach ist als Spieler: „Die Unzufriedenheit auf den Rängen war vor dem Spiel schon spürbar“.



Beitragvon Lonly Devil » 27.05.2019, 17:03


ATS hat geschrieben:Das Wichtigste....
Bader & Co. sollen die richtigen Schlüsse aus der Vergangenheit ziehen und gut iss.

Noch besser, wenn sie auch die entsprechenden und richtigen Konsequenzen daraus ziehen. :wink:
Der größte Schuft im Land, ist und bleibt der Intrigant.
https://www.youtube.com/watch?v=VYpd-2buQc0
B.Schommers, willkommen im Abstiegskampf von Liga 3



Beitragvon wkv » 27.05.2019, 17:12


Tun wir das nicht immer?
Ziehen wir nicht jedes Jahr schonungslos Bilanz, schauen woran es gelegen hat, dass wir auch dieses Jahr nicht unser Saisonziel erreicht haben?
Haben wir nicht seit Jahren jedes Jahr diese erhellenden Momente, die es dann im Jahr darauf nur noch schlimmer werden lassen?



Beitragvon ATS » 27.05.2019, 17:25


Ja, da war der FCK schon immer ganz groß drin....
schonungslose Bilanz....aber dann mit der Laienspielschar weitergewurschtelt...
Heubach mit klarer Ansage, warum es in Lautern nicht einfach ist als Spieler: „Die Unzufriedenheit auf den Rängen war vor dem Spiel schon spürbar“.



Beitragvon Shiro » 27.05.2019, 17:51


So, ich wohne zuuu weit weg... aber es gibt hier ja Leute, die jedes Spiel sehen...

Hat sich denn nach dem Trainerwechsel irgendetwas verbessert?! Oder wäre das gleiche rausgekommen, wenn man MF hätte weiter wursteln lassen?!
Warum kennt man auch noch nach >20 Jahren die legendären Spieler aus den 90er Meisterschaftsjahren... wird aber von den aktuellen Spielern keinen vermissen?!



Beitragvon Lonly Devil » 27.05.2019, 18:17


Shiro hat geschrieben:So, ich wohne zuuu weit weg... aber es gibt hier ja Leute, die jedes Spiel sehen...

Hat sich denn nach dem Trainerwechsel irgendetwas verbessert?! Oder wäre das gleiche rausgekommen, wenn man MF hätte weiter wursteln lassen?!

FRage 1: Nein!
Frage 2: Kann man nur spekulieren. Von einer Verbesserung dürfte man aber auch da nicht ausgehen.
Der größte Schuft im Land, ist und bleibt der Intrigant.
https://www.youtube.com/watch?v=VYpd-2buQc0
B.Schommers, willkommen im Abstiegskampf von Liga 3



Beitragvon 1:0 » 27.05.2019, 19:47


Das ist ein angemessen nüchterner Rückblick auf die Vorrunde.
Für mich war das 1:1 bei Großaspach schon ein Knackpunkt.
Völlig desillusioniert war ich dann an Spieltag 3 nach der Heimniederlage gegen Preußen.

Wie von paulgeht sehr schön beschrieben, war der endgültige Wendepunkt der Saison das 0:2 gegen Cottbus.

Graues Mittelfeld und die schlechteste Saison aller Zeiten waren die Folge.



Beitragvon paulgeht » 29.05.2019, 17:33


In Teil 3 des traditionellen DBB-Saisonrückblicks schauen wir nochmals auf das Chaos in der Führungsetage des FCK, das sich gefühlt von Monat zu Monat immer weiter gesteigert hat:

Bild
Gegeneinander statt Miteinander: In der Vereinsführung des FCK wechselten in dieser Saison mehrere Gesichter, hier im Bild die Zusammensetzung beim verkündeten "Burgfrieden" am 04. April; Foto: FCK

Saisonrückblick 2018/19, Teil 3
Neben dem Platz: Führungschaos und Schlammschlachten


Aus sportlicher Sicht verlief die Spielzeit 2018/19 absolut enttäuschend. Für Negativschlagzeilen sorgte der 1. FC Kaiserslautern vor allem in der Rückrunde aber auch abseits des Rasens - mit einer nie zuvor dagewesenen Schlammschlacht in der Führungsetage.

Seit Jahren steckt der FCK in wirtschaftlicher Schieflage. Der erstmalige Abstieg in die 3. Liga verschärfte die Situation weiter. Mit der kontrovers diskutierten Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung wollten die Verantwortlichen in der Sommerpause 2018 deshalb wichtige Weichen stellen und versprachen mit ihr eine bessere Zukunft. Im Juni wurde eine Außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen. Schon vorab gab es viel Zustimmung, aber auch Skepsis. "Bitte keine Luftschlösser bauen!", war ein wichtiger, aber von vielen leider ignorierter Wunsch vor der Veranstaltung.

Was passierte? Mit einer deutlichen Mehrheit von 92,13 Prozent sagten die FCK-Mitglieder "Ja!" zur Ausgliederung und zu einem Vier-Säulen-Modell, dass Fremdbestimmung von Investoren ausschließen sollte. Kritische Stimmen, wie etwa von FCK-Mitglied Konstantin, gab es trotzdem. Viel Gehör fanden sie nicht. Man wolle innerhalb von fünf Jahren auf Augenhöhe mit Bundesligist Werder Bremen klettern, verkündete der FCK-Aufsichtsratsvorsitzende Patrick Banf an jenem 03. Juni 2018 seine ambitionierte Zielsetzung.

Banf vs. Layenberger - Streit um Vereinsvorstand Keßler

Zeit verging. Sportlich geriet der FCK ins Straucheln, wurde den selbstgesteckten Zielen nicht gerecht. Trainer Michael Frontzeck stand in der Kritik, bei den Fans und medial. Als im September nach einem höchst enttäuschenden 3:3 gegen Fortuna Köln "Kicker"-Reporter Carsten Schröter-Lorenz eine Frage stellte, der zuvor schon kritisch über den Trainer und seine Spielweise berichtet hatte, schlug dieser öffentlich zurück und verweigerte dem Journalist eine Antwort. Ein erster öffentlicher Riss in der Außendarstellung des FCK, der auch Frontzeck viel weitere Kritik einbrachte. Aus den ersten sieben Saisonspielen wurde nur ein einziger Sieg eingefahren - viel zu wenig für den Aufstiegsfavoriten Nummer 1.

Und auch in finanzieller Hinsicht nahmen die Dinge nicht den gewünschten Verlauf. Aufsichtsratsvorsitzender Banf erklärte im Oktober, dass die Investorensuche nun "ans Eingemachte" gehe ("Wenn wir die nächsten 18 Monate überstehen, dann wird der Verein ligaunabhängig an die guten Zeiten anknüpfen."). Doch die Suche zog sich hin, Gespräche wurden geführt - ohne direktes Ergebnis. Parallel wuchs die Ungeduld bei den Fans, denn "ihre" Säule, mit der sich sich am FCK beteiligen konnten und wollten, sollte nach mehreren Verschiebungen nun frühestens Mitte 2019 geöffnet werden.

Und auch in der Vereinsführung rumorte es. Weil Hauptsponsor Harald Layenberger im November einen öffentlichen Fan-Talk zur sportlichen Lage beim FCK veranstaltete, mit dem er Kritikern den Wind aus dem Segeln nehmen wollte, übte Banf öffentliche Kritik. Beide Akteure begegneten sich zuvor schon seit langer Zeit mit Ablehnung, hielten diese bis genau zu jenem Zeitpunkt aber aus der Öffentlichkeit heraus.

Die Spannungen wurden intensiver - und führten zum ersten großen Knall: Auf der Jahreshauptversammlung im Dezember wurde bekanntgegeben, dass der FCK für eine weitere Saison in der 3. Liga ein Finanzloch von zwölf Millionen Euro schließen müsste. Zudem deutete Vereinsvorstand Rainer Keßler seinen Rücktritt aufgrund Differenzen mit der Geschäftsführung an. Er habe keine Informationen zum Stand der Investorensuche erhalten, zudem seien Hilfsangebote von ihm abgelehnt worden, sagte Keßler, der seinen Rückzug dann aber noch mal verschieben wollte. Kurz vor Weihnachten wurde er dann vom Aufsichtsrat abberufen, einer knappen 3:2-Mehrheit des Gremiums schien der entstandene Vertrauensverlust zu groß. Die Entscheidung hatte Folgen: Mitglieder beantragten einen Notvorstand für den e.V., der Verein stand wochenlang ohne einen ordnungsgemäßen Vertreter da.

Vertrauensentzug für Banf - Gespräche mit Ponomarew

Weil der FCK den Aufstieg wohl schon nach einer Halbserie verspielt hatte - Frontzeck war Anfang Dezember entlassen worden, Sascha Hildmann folgte ihm als neuer Trainer - war die Unruhe im Januar, die Angst, ob der Klub ein weiteres Mal die Lizenz bekommen wird, riesig. Denn die Investorensuche stockte trotz aller Ankündigungen weiter. Banf äußerte sich zwar "vorsichtig optimistisch" - stand aufgrund seiner Alleingänge aber selbst in der Kritik bei seinen Aufsichtsratskollegen. Diese wollten ihm nach Monaten des Stillstands das Vertrauen schließlich entziehen. Zu Rücktritten kam es bei der mit Spannung erwarteten Sitzung am 21. Januar aber nicht, denn - zumindest offiziell - raufte sich das Kontrollgremium zusammen. Die Verwunderung über den medial und öffentlich ausgetragenen Konflikt ohne direkte Folgen war groß, allen voran bei Layenberger, der den Aufsichtsräten in einer ersten öffentlichen Stellungnahme "dicke eitrige Pickel ins Gesicht" wünschte. Später entschuldigte der Hauptsponsor sich für die Wortwahl.

Zur gleichen Zeit machten an die Medien durchgesteckte Gespräche von Aufsichtsratsmitglied Michael Littig mit dem russischen Investor und umstrittenen Präsidenten des KFC Uerdingen, Michail Ponomarew, die Runde. Zu einem Deal mit dem sprunghaften Geldgeber kam es nicht. Erneut schwappte der im Aufsichtsrat geführte Konflikt in diesem Zuge in die Medien über. Die unwahre Berichterstattung der "Bild" rückte der FCK öffentlich gerade. Die Verhandlungen mit Ponomarew über einen Einstieg in zweistelliger Millionenhöhe platzten. Ein Investor war damit weiterhin nicht in Sicht. Monatelange Gespräche zwischen dem Verein, der Stadt und einer Schweizer Fondsgesellschaft über den Verkauf des Stadions und ein Investement in den FCK lagen zu diesem Zeitpunkt ohnehin auf Eis.

Erste Gespräche mit Becca - Layenberger rettet Fritz-Walter-Nachlass

Ein weiterer Name wurde aber diskutiert: Stand der Luxemburger Flavio Becca in Kontakt mit dem FCK, so wie es schon im September erstmals gerüchteweise zu hören war? Ein Sprecher Beccas dementierte entsprechende Gerüchte.

Die erste Eskalation war damit vorbei: "Schluss mit den Eitelkeiten", wünschten sich viele Fans von der FCK-Führung - ein frommer Wunsch, der nicht erfüllt werden sollte. Mit Wilfried de Buhr und Andreas Buck war immerhin - vier Wochen später als ursprünglich angekündigt - im <b>Februar</b> ein neuer Vorstand für den e.V. gefunden.

Fast schon wieder vergessen ist ein weiteres Aufreger-Thema, dass die FCK-Gemeinde im Januar und Februar beschäftigte: Der Nachlass von Fritz Walter sollte meistbietend versteigert und somit in alle Welt verstreut werden. <a href=http://"https://www.der-betze-brennt.de/forum/viewtopic.php?t=24888]Hauptsponsor Harald Layenberger verhinderte dies in letzter Minute[/url], wofür er von vielen Fans gefeiert wurde, auch von anderen Fußballklubs wie Rot-Weiß Oberhausen wurde ihm gedankt, während er vom 1. FC Kaiserslautern kaum öffentliche Anerkennung kam - zu tief saß bei den FCK-Verantwortlichen der Stachel wegen Layenbergers Kritik an Banf und Co. Der Nachlass von Fritz Walter soll nun aufbereitet werden und im Jubiläumsjahr 2020 in großen Ausstellungen gezeigt werden.

Streit auf einer Podiumsdiskussion - FCK sammelt Geld

Die Angst, dass der FCK die Lizenz nicht bekommen sollte, blieb. Die Verantwortlichen enthüllten Pläne über eine sogenannte Zwischenfinanzierung. "Es wird auf einen Mix herauslaufen, quasi ein bunter Blumenstrauß", erklärte Finanz-Geschäftsführer Michael Klatt beim "Kicker", wie er durch verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten die Lizenz sichern wollte.

Die Suche nach einem Großinvestor lief parallel weiter. Aufsichtsratsmitglied Littig dachte in diesem Zuge im März öffentlich über eine Überarbeitung des Vier-Säulen-Modells nach und zog damit den Unmut der Fans auf sich. Doch was viele vermuteten, wurde so langsam deutlich: Die Ausgliederung war schlecht geplant und schlecht durchgeführt worden. Öffentlich ausgesprochen wurde diese Erkenntnis auf einer Podiumdiskussion von "SWR4", die aber vor allem in anderer Hinsicht in Erinnerung blieb: Denn Banf und Layenberger führten ihre persönliche Fehde auf öffentlicher Bühne und live im Radio fort.

Erneut stand Banf gremiumsintern mit 3:2-Mehrheit vor der Abwahl - doch erneut fanden sich Lücken in der Satzung und ein daraus resultierender Kompromiss, die Aufgaben wurden neu verteilt. Es sollte "kein wackeliger Burgfrieden, sondern ein echter Konsens" gefunden worden sein, verkündeten die FCK-Verantwortlichen - ein billiger Trugschluss.

Zuvor hatte der FCK mit der Betze-Anleihe II und über die Crowdlending-Plattform "Kapilendo" begonnen, Geld für die Lizenz zu sammeln. Erstmals investierten außerdem regionale Unternehmer um den Ex-Aufsichtsratsvorsitzenden Dieter Buchholz und kauften Anteile im Wert von 700.000 Euro.

Lizenz mit Auflagen und Bedingungen - Die Eskalation steht bevor

Mitte April bekam der FCK dann tatsächlich die vorläufige Lizenz erteilt, allerdings mit hohen Auflagen und Bedingungen verbunden, die bis Ende Mai erfüllt werden mussten - fortan tickte die Uhr. Im Interview mit Der Betze brennt beschwor Littig einmal mehr den Zusammenhalt. Und der FCK schickte einen Appell an alle Fans: Die Kräfte sollten gebündelt werden.

Nur wenige Tage nach dem plakativen Burgfrieden nahm der Streit aber wieder an Fahrt auf und steuerte auf die totale Eskalation zu. Die "Bild"-Zeitung machte in einem Bericht Stimmung und warf Littig und Aufsichtsratskollege Jürgen Kind mit unwahren Behauptungen vor, die nun doch laufenden Gespräche mit dem luxemburgischen Unternehmer Becca zu gefährden. Der genauso wie Ponomarew umstrittene Investor war der Favorit der Geschäftsführer Bader und Klatt sowie von Banf.

Übler Streit um Bader, Littig und Becca sorgt für Entsetzen

Nun ging es Schlag auf Schlag: Einen Tag später tauchte in mehreren Medien die Nachricht auf, dass Sport-Geschäftsführer Martin Bader vor dem Aus stehe. Angesichts der verpassten Saisonziele sollte im Sommer eine Neuausrichtung im sportlichen Bereich anstehen - wieder war es eine 3:2-Mehrheit im Aufsichtsrat bzw. Beirat, die sich für diese Entscheidung ausgesprochen hatte. Bader schloss einen eigenen Rücktritt aus, seine Absetzung sollte allerdings auch aus formalen Gründen nicht so schnell und einfach umsetzbar sein: Weil der FCK-Beiratsvorsitzende Banf keine frühere Sitzung seines Gremiums einberufen wollte, musste die Entscheidung über Bader auf den 16. Mai vertagt werden

Wohl auch durch diese Entwicklung bedingt, wurde medial der plötzlich bevorstehende Einstieg von Investor Becca angekündigt.
Mediale Schlammschlacht tobt - Becca sticht regionale Investoren aus

Anfang Mai platzte dann die Bombe: Beccas Bedingungen für einen Einstieg sickerten durch. Der Luxemburger wollte kein Eigenkapital geben, sondern nur einen Kredit über 2,6 Millionen Euro. Zudem sollte der von Mitgliedern gewählte Aufsichtsrat Littig zurücktreten, der aufgrund sportlicher Erfolglosigkeit wackelnde Bader außerdem im Amt bleiben. Diese höchst brisanten Forderungen waren an ein Ultimatum gekoppelt und wurden in einer Absichtserklärung nicht nur von Becca, sondern auch von Banf, Bader und Klatt unterschrieben, wie sich später herausstellte.

Der FCK hatte zuvor bekanntgegeben, dass sich der Beirat für weitere Verhandlungen mit dem Luxemburger ausgesprochen habe, die "Bild" berichtete sogar von einer Abstimmung - eine weitere Falschmeldung, die der Klub einmal mehr öffentlich korrigieren musste.

Ungeachtet der längst tobenden Schlammschlacht gaben die Fans ihrem Verein über die beiden neuen Finanzierungsmöglichkeiten sowie die Verlängerung der Betze-Anleihe I insgesamt drei Millionen Euro zur Lizenzsicherung in die Hand. Ein gewaltiger Vertrauensbeweis.

Mit Spannung wurde nun das Ende des Becca-Ultimatiums erwartet, dessen Forderungen eigentlich gegen alle Grundsätze des FCK, vor allem gegen die Versprechungen bei der Ausgliederung, verstießen. Sollte Littig zurücktreten oder gab es doch noch eine Alternative? Lange tagten die Verantwortlichen an jenem Montagabend - und plötzlich lag mit dem Angebot einer regionalen Investorengruppe doch eine zweite Option auf dem Tisch. Diese wollte mit drei Millionen Eigenkapital die Lizenz sichern, zudem bei Bedarf weitere Gelder bereitstellen. "Damit ist das Angebot von Herrn Flavio Becca nicht mehr existent", schrieb der FCK in einer Pressemitteilung. Der von Littig überbrachte Vorschlag wurde nicht nur medial mit großer Überraschung aufgenommen. Lizenz gesichert, keine Rücktritt, ein Konsens gefunden - wozu wäre dieser Klub wohl imstande, wenn es endlich mal gemeinsam in eine Richtung gehen würde? Doch noch standen dem FCK zwei weitere zeitliche Meilensteine bevor: Die Beiratssitzung am 16. Mai und der Einsendeschluss für die Lizenzunterlagen beim DFB am 28. Mai.

Und kehrte nach diesem Showdown Ruhe ein? Nein! Zunächst wurde kritisiert, dass der Einstieg "der Regionalen" auf eine niedrigere Bewertung der Kapitalgesellschaft basiere. Experten zerstreuten diese Befürchtungen. Dann bezog Vereinsikone Gerry Ehrmann Stellung pro Becca und spielte mit Rücktrittsgedanken. Dass die Investoren zudem öffentlich nicht ihre Namen nannten, sorgte für Verdruss. Ihnen wurde außerdem, wie auch Becca, unterstellt, weniger am FCK, als vielmehr an Immobilien und Bauplätzen interessiert zu sein.

Mehrheit im Beirat dreht sich - Littig und Buck treten zurück

Eine Woche später unterstrichen die beiden Investoren Hans Sachs und Klaus Dienes ihre Absichten im Austausch mit den FCK-Verantwortlichen. Von "sehr guten Gesprächen" war hinterher die Rede, doch noch fehlte die Zustimmung zum Konzept von weiteren Kreditgebern, unter anderem dem anderweitig in der öffentlichen Kritik stehenden Stuttgarter Unternehmen Quattrex. Der "SWR" berichtete zunächst von einer Einigung - doch diese platzte noch am selben Abend. Stattdessen entwickelte sich ein regelrechter Krimi - mit dem Ergebnis, dass die Kreditgeber die Pläne "der Regionalen" überraschend ablehnten. Schlagartig war Flavio Becca wieder zurück im Spiel - und erhielt mit einer von heute auf morgen umgedrehten 3:2-Mehrheit im Beirat einen Tag später den Zuschlag.

Welche Zusagen Becca gemacht hatte, wurde öffentlich zunächst nicht kommuniziert. Littig jedenfalls entsprach noch unmittelbar in der Beiratssitzung der  heiklen Forderung von Becca und Co. und trat zurück, während die Geschäftsführung den Beiratsentschluss pro Becca aus ihrer Sicht erklärte. "Das Angebot der regionalen Investorengruppe kam sehr spät, was sich als Problem herausgestellt hat", sagte Klatt. Die Lizenz sei nun aber so gut wie gesichert - wenngleich der mittlerweile vom Vereinsvorstand zurückgetretene Buck kurze Zeit später schwere Vorwürfe gegen die FCK-Entscheider erhob und klarstellte: "Fakten? Keine. Sportliches Konzept? Keines. Personelle Forderungen? Ja... Michael Littig muss gehen." Der Betze brannte weiter ganz gewaltig!

Machtkampf entschieden - die Lizenz ist wohl da

Dieser Nachhall war der vorerst letzte Höhepunkt im Dauerstreit. Wenige Tage später wurden die Verträge mit Becca - wie erwartet zunächst nur über ein weiteres Darlehen in Höhe von 2,6 Millionen Euro - finalisiert. Die Lizenz war also so gut wie gesichert, wie später auch Geschäftsführer Klatt bestätigte. Noch während des Freundschaftsspiels gegen Bayern München, das weitere 700.000 Euro einbrachte, hatte er eine E-Mail an den DFB mit den letzten Details verschickt. Die Rückmeldung: Positiv. Der FCK bekommt also die Chance für eine weitere Saison in der 3. Liga. Ob er sie nutzt?

Quelle: Der Betze brennt
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Beitragvon grasnarbe » 29.05.2019, 18:16


Saisonrückblick Teil I,II und III in allen Ehren, das ist gut gemacht, aber diese Saison ist noch nicht zuende. Der letzte "Spieltag" dieser Saison wird die JHV sein, vielleicht selbst das noch nicht einmal.
Der Wiederbeginn des Spielbetriebs in der vorletzten Juliwoche wird offiziell der 1.Spieltag der Saison 2019/20 sein, in Wahrheit ist es der 35. Spieltag der Saison 2018/19. Nix wird sein mit Ruhe und Geduld, mit erstmal einspielen und lasst sie sich doch erstmal finden. Der Verein ein einziges Pulverfass: finanziell, administrativ, sportlich. Und die Konkurrenz um die begehrten Plätze wird zahlreicher und härter sein als in der abgelaufenen Saison.
Wir werden keine ruhige Sommerpause haben mit einem Hoffnung verbreitenden Neustart in eine neue Saison 2019/20, dafür ist zuviel kaputtgegangen in den letzten Monaten, auch sportlich.
Die Roten Teufel vom Betzenberg



Beitragvon FCKPersey1962 » 29.05.2019, 18:38


Das Eingangsbild erinnert mich an das Lied „die 10 kleine Negerlein“.
Mal gespannt wer als nächstes verschwindet :p



Beitragvon Betze_FUX » 29.05.2019, 19:07


Das liest sich wie ein John Grisham Roman...
In so graffter Form nochmal Revue passieren lassen kommt mir immer wieder und immer mehr die Vermutung hoch, was Banf für ein linkes Spiel treibt und nach mehrfachem deutlichem "Verpiss dich" immer noch auf seinem Thron kleben bleibt wie joopi Heesters an seinem Flügel!!!

Ich hoffe inständig das es (spätestens) zur JHV - lieber noch gleich nach der offiziellen Bestätigung der Lizenz durch den DFB - ein großes Reinemachen gibt und diese ganze Intrigantenschaar davon gejagt wird!!!
Es ist so ekelhaft.

Und ich schätze mal, das wir die nächste Saison beginnen werden, und wir immer noch keinen Investor haben!!!
Hoffenheim, RB Leipzig, FB Kaiserslautern :(



Beitragvon daachdieb » 29.05.2019, 19:10


grasnarbe hat geschrieben:... Der Verein ein einziges Pulverfass: ...

So sieht es aus. Dieser "Teil 3" wird in die Geschichte eingehen. Wer dachte die Schlammschlacht um Kuntz wäre das Ende der Grabenkämpfe wurde in diesem Frühjahr eines Besseren belehrt. Wer sich das noch einmal so koprimiert (mein Dank an @paulgeht - ich hätte das nicht mehr leisten können nach den Geschehnissen) durchliest und den einzelnen Verlinkungen folgt bleibt mit einem schalen Geschmack im Mund und einer unbändigen Wut im Bauch zurück. Man hat uns den FCK genommen. Im Handstreich. Auf übelste Art und Weise. Das wird euch niemand vergessen und ihr werdet dafür bezahlen.
Oderint, dum metuant
fck-jetzt.de



Beitragvon Betze_FUX » 29.05.2019, 19:18


@Daachdieb....
Ich hab den Eindruck , das bei dem ein oder anderen hier im Forum eher der Geschmack von Schampus und Kaviar zurückbleibt....traurig :(
Hoffenheim, RB Leipzig, FB Kaiserslautern :(



Beitragvon Heisenberg » 29.05.2019, 19:42


Hat der Klatt sich bei dem Foto verpinkelt? Oder ist das irgendein neuer Trend



Beitragvon daachdieb » 29.05.2019, 19:52


Heisenberg hat geschrieben:Hat der Klatt sich bei dem Foto verpinkelt? Oder ist das irgendein neuer Trend


Edith sagt ich sollte mir das Foto noch mal "genauer" ansehen :D
Zuletzt geändert von daachdieb am 29.05.2019, 20:31, insgesamt 1-mal geändert.
Oderint, dum metuant
fck-jetzt.de



Beitragvon Lonly Devil » 29.05.2019, 20:00


Heisenberg hat geschrieben:Hat der Klatt sich bei dem Foto verpinkelt? Oder ist das irgendein neuer Trend

Jo, sieht etwas komisch aus.
Ist bestimmt nur die schlechte Beleuchtung. :wink:
Der größte Schuft im Land, ist und bleibt der Intrigant.
https://www.youtube.com/watch?v=VYpd-2buQc0
B.Schommers, willkommen im Abstiegskampf von Liga 3



Beitragvon FCKPersey1962 » 29.05.2019, 20:18


Ich hab schun immer gewisst, dass de Klatt net gonz „dicht“ ist. :lol:



Beitragvon reklov » 30.05.2019, 11:23


Kompliment an @paulgeht für die gelungene Zusammenfassung dieser geballten Scheiße.

Man kann nur erahnen, was möglich gewesen wäre, wenn alle gemeinsam zum Wohle des FCK agiert hätten.



Beitragvon Betze_FUX » 30.05.2019, 12:19


reklov hat geschrieben:Kompliment an @paulgeht für die gelungene Zusammenfassung dieser geballten Scheiße.

Man kann nur erahnen, was möglich gewesen wäre, wenn alle gemeinsam zum Wohle des FCK agiert hätten.


Das ist ja das schlimme und nahezu perverse an dieser Sache.
Meine Meinung nach wurde hier eine Chance vertan die ihres Gleichen sucht!
Nicht auszudenken wenn Becca + regionalen + x (Dominoeffekt) und fansäule !!!
Das hätte eine riesen Welle geben können!

Aber was Red ich hier....das war denen auch bewusst, so blind und bekloppt kenn keiner sein das er so eine Chance in unserer Region nicht sieht!

Hier steckt was anderes hinter dem handeln, der intriganten. Da bin ich mir sicher!!!
Hoffenheim, RB Leipzig, FB Kaiserslautern :(



Beitragvon sandman » 30.05.2019, 12:42


Heisenberg hat geschrieben:Hat der Klatt sich bei dem Foto verpinkelt? Oder ist das irgendein neuer Trend


Die Lizenzvergabe war wohl doch ziemlich knapp :lol: ...
...früher verdunkelten fliegende Feuerzeuge und Kleingeld den Himmel überm Fritz-Walter-Stadion...

„Das ist das einzige Stadion, in dem ich wirklich Angst hatte.“ (Gerd Müller)



Beitragvon Thomas » 31.05.2019, 12:30


Der vierte und traditionell abschließende Teil unseres DBB-Saisonrückblicks: Wir schauen auf die Zuschauer-Statistik.

Bild

Zuschauer-Statistik 2018/19
Die FCK-Fans: Auch in der 3. Liga auf Top-Niveau


Ein Jahr der Extreme liegt hinter dem 1. FC Kaiserslautern - auf und neben dem Platz. Zum Saisonabschluss blicken wir traditionell auf die Zuschauerzahlen und stellen dabei Schwankungen von famosen 41.324 bis zu mickrigen 2.662 Stadionbesuchern fest.

- Fotogalerie | Gegnerische Fankurven bei FCK-Auswärtsspielen 2018/19
- Fotogalerie | Gästefans im Fritz-Walter-Stadion 2018/19

Während die Roten Teufel sportlich enttäuschend auf Platz 9 der 3. Liga oder umgerechnet auf Platz 45 des deutschen Profifußballs abschnitten, haben sich ihre Fans mehr als nur eine Klasse besser präsentiert: Mit durchschnittlich 21.156 Zuschauern bei den Heimspielen im Fritz-Walter-Stadion liegt der FCK bundesweit auf Platz 24, mit Tuchfühlung zu mehreren Bundesligisten, besser als 13 Zweitligisten und unangefochten auf Platz 1 aller Drittligisten (vor Braunschweig mit einem Schnitt von 18.047). Trotz der vielen sportlichen Enttäuschungen konnte sogar der Zuschauerschnitt aus der letzten Zweitliga-Saison (2017/18: 22.620) beinahe gehalten werden - damit hatten nach dem Abstieg vor einem Jahr nicht viele gerechnet.

Heimspiele: Mehr als 400.000 Fans pilgern ins Fritz-Walter-Stadion

Weil in der 3. Liga zwei Heimspiele zusätzlich zu bestreiten sind, kamen insgesamt sogar mehr Zuschauer als im Jahr zuvor: 401.965 Menschen pilgerten 2018/19 zu den 19 Ligaspielen auf den Betzenberg (Vorjahr: 384.540). Über allem steht dabei natürlich der Saisonauftakt gegen 1860 München, bei dem 41.324 Zuschauer für eine bundesligareife Kulisse sorgten. Mit gutem Abstand folgen dahinter das Derby gegen den Karlsruher SC (27.343) sowie das Freitagsspiel gegen Energie Cottbus (24.005) im November, als kurz noch mal Hoffnung auf den tabellarischen Sprung nach vorne bestand. Die wenigsten Zuschauer kamen nach dem Scheitern der Aufstiegshoffnungen in der Rückrunde mittwochs gegen Eintracht Braunschweig (16.363), die SpVgg Unterhaching (16.728) und Sonnenhof Großaspach (17.297). Kalkuliert hatten die FCK-Verantwortlichen übrigens trotz Aufstiegsziel nur mit einem Zuschauerschnitt von 16.500, der dank der starken Zahlen zu Saisonbeginn und 12.750 abgesetzten Dauerkarten rein rechnerisch schon Anfang November gesichert war.

Im Gästeblock waren die Diskrepanzen noch größer, aber auch hier gab es einige beeindruckende Zahlen: 1860 München brachte gleich zu Beginn rund 7.000 eigene Anhänger mit, für die extra Teile der eigentlich gesperrten Osttribünen-Bereiche geöffnet werden mussten. Beeindruckend war auch die Zahl von 3.500 mitgereisten Hansa-Rostock-Fans am Osterwochenende, obwohl es rein sportlich für beide Klubs um nichts mehr ging. Die späteren Aufsteiger Karlsruher SC (3.000) und VfL Osnabrück (2.500) brachten ebenfalls viele Anhänger mit, was überraschenderweise auch über den Halleschen FC, Carl Zeiss Jena und den SV Meppen (jeweils 2.000) zu berichten ist. Am Ende der Gästeblock-Tabelle stehen Fortuna Köln im Montagsspiel und die SpVgg Unterhaching mit jeweils nur mickrigen 100 Fans auf der riesigen Osttribüne. Insgesamt kamen rund 27.450 Gästefans ins Fritz-Walter-Stadion, was einem Schnitt von 1.445 und damit sogar mehr als in der vergangenen Zweitliga-Saison (2017/18: 1.297) entspricht.

Auswärtsspiele: Wieder über 2.000 FCK-Fans in ganz Deutschland dabei

Auch auswärts haben die FCK-Anhänger wieder eindrucksvoll ihre Treue unter Beweis gestellt und mit durchschnittlich 2.026 mitreisenden Fans fast ihren Wert aus der 2. Bundesliga (2017/18: 2.100) erreicht. Dabei wurden die weiteren Entfernungen mit unter anderem fünf Spielen in Ostdeutschland durch die etwas besseren Anstoßzeiten, zumeist am Samstag, ausgeglichen. Gleich zum ersten Auswärtsspiel bei Sonnenhof Großaspach füllten 6.500 FCK-Fans die kleine Arena, zu den schon sportlich bedeutungslosen Rückrunden-Partien bei Fortuna Köln und dem SV Wehen Wiesbaden reisten je 4.000 mit. Das siegreiche Derby beim Karlsruher SC sahen mit 3.500 Gästefans etwas weniger als in früheren Jahren, was aber auch durch die Baustelle im Wildparkstadion bedingt war. Die wenigsten FCK-Fans reisten dienstags mit zu Eintracht Braunschweig (800), jeweils rund 1.000 machten sich mit auf den Weg in den wilden Osten zum FSV Zwickau, Hansa Rostock und Energie Cottbus.

Die Gesamt-Zuschauerzahlen bei Auswärtsspielen haben sich derweil glatt halbiert: Spielten die Roten Teufel 2017/18 noch vor durchschnittlich 18.956 Zuschauern in der Fremde, waren es dieses Jahr nur noch 9.590. Die meisten Besucher sahen die Spiele beim Karlsruher SC (17.901) sowie dienstags im September bei Eintracht Braunschweig (17.000). Das einzige ausverkaufte FCK-Spiel fand am 22. Dezember mit 15.000 Besuchern im kultigen Grünwalder Stadion statt, wo auch die Lautrer ein vielfaches der verfügbaren 1.500 Gäste-Karten hätten verkaufen können. Die wenigsten Zuschauer kamen zu den Partien beim KFC Uerdingen (5.356 in Duisburg), der SpVgg Unterhaching (5.000) und mit weitem Abstand nach unten den Sportfreunden Lotte (2.662 Zuschauer, davon ca. 1.400 FCK-Fans).

Sonstige Partien: Fünf Mal Verbandspokal und ein Heimspiel im DFB-Pokal

Die Partie in Lotte stellt in mehrfacher Hinsicht einen Minusrekord dar: Denn jene 2.662 Besucher bildeten nicht nur die niedrigste FCK-Zuschauerzahl in einem Pflichtspiel seit dem 15. April 1970 (2.000 auswärts bei Alemannia Aachen), sondern es waren auch deutlich weniger Zuschauer als bei allen Verbandspokalspielen. Die Roten Teufel mussten zum ersten Mal in der Fußball-Neuzeit an diesem Wettbewerb teilnehmen und spielten gegen den SC Idar-Oberstein (5.000 Zuschauer), den FK Pirmasens (8.890), den TSV Gau-Odernheim (5.487 in Worms), den FV Dudenhofen (6.400 in Ludwigshafen) sowie Wormatia Worms (7.343 in Pirmasens). Bei all diesen Spielen im eigenen Einzugsgebiet waren die FCK-Fans mehr als deutlich in der Überzahl, im Endspiel gegen Worms bevölkerten über 5.000 Lautrer den Sportpark Husterhöhe.

Hinzu kommt außerdem das DFB-Pokal-Match im Fritz-Walter-Stadion gegen die TSG Hoffenheim als insgesamt 44. (!) Pflichtspiel des 1. FC Kaiserslautern in der Saison 2018/19. Diese Partie sahen im August 22.818 Zuschauer, davon ca. 1.500 Gäste. Zum Saisonabschluss kamen am vergangenen Montag außerdem nochmals 48.500 Besucher zum Benefizspiel gegen Bayern München - weil ein Block auf der Osttribüne gesperrt war, bedeutete diese Zahl zum ersten Mal seit 2015 ein ausverkauftes Haus.

Auf einen Blick: Die Tops und Flops der Zuschauer-Statistik 2018/19

Heimspiele
Zuschauerschnitt: 21.156
Meiste Zuschauer: 41.324 (gegen 1860 München)
Wenigste Zuschauer: 16.363 (gegen Eintracht Braunschweig)
Durchschnitt Gästefans: 1.445
Meiste Gästefans: 7.000 (gegen 1860 München)
Wenigste Gästefans: 100 (Fortuna Köln, SpVgg Unterhaching)

Auswärtsspiele
Zuschauerschnitt: 9.590
Meiste Zuschauer: 17.901 (beim Karlsruher SC)
Wenigste Zuschauer: 2.662 (bei Sportfreunde Lotte)
Durchschnitt FCK-Fans: 2.026
Meiste mitgereiste FCK-Fans: 6.500 (bei Sonnenhof Großaspach)
Wenigste mitgereiste FCK-Fans: 800 (bei Eintracht Braunschweig)

Anmerkung in eigener Sache: Weil zu den Gästefan-Zahlen keine ganz offiziellen Statistiken existieren, handelt es sich hierbei jeweils um möglichst genaue Schätzungen, basierend auf Vorverkaufszahlen, bekannten Gästeblock-Kapazitäten und eigenen Zählungen im jeweiligen Stadion.

Quelle: Der Betze brennt

Weitere Links zum Thema:

- Zuschauer-Statistik 2017/18 | Meist drittklassige Mannschaft, oft erstklassige Fans
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)



Beitragvon Lonly Devil » 31.05.2019, 15:35


Thomas hat geschrieben:Zuschauer-Statistik 2018/19
Die FCK-Fans: Auch in der 3. Liga auf Top-Niveau

Wenigstens etwas, auf das in dieser sehr bescheidenen Saison Verlass war. DIE FANS!
Der größte Schuft im Land, ist und bleibt der Intrigant.
https://www.youtube.com/watch?v=VYpd-2buQc0
B.Schommers, willkommen im Abstiegskampf von Liga 3



Beitragvon rm_fussball » 12.06.2019, 11:57


Kolumne von Eric Scherer: Die zehn besten FCK-Spiele dieser Saison

Unser Kolumnist Eric Scherer hat die Saison des 1. FC Kaiserslautern Revue passieren lassen und seine ganz persönliche Top-10 der besten FCK-Spiele der zurückliegenden Spielzeit erstellt.

Mehr: https://www.allgemeine-zeitung.de/sport ... n_20209013




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