Spielbericht: 1. FC Kaiserslautern - Carl Zeiss Jena 4:1

Endlich mal den Deckel drauf gemacht

Endlich mal den Deckel drauf gemacht


Auf dem Betze stürmt am Sonntag nicht nur Tief "Eberhard". Auch der FCK zeigt sich gegen Jena treffsicher und macht aus einem 0:1-Rückstand einen 4:1-Sieg. Gezittert werden muss am Ende nur kurz.

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Sturmwarnung auf dem Betzenberg: Es ist aber nicht die Angriffsreihe des 1. FC Kaiserslautern und schon gar nicht die von Carl Zeiss Jena, auf die sich die Schlagzeilen an diesem Sonntag beziehen. Vielmehr werden wegen Tief "Eberhard" in fast ganz Deutschland Unwetterwarnungen ausgerufen. In Fürth kann das Zweitligaspiel gegen Dresden aufgrund des Wetters gar nicht erst angepfiffen werden.

In Lautern sind es zur Freude der am Ende ausgelassenen FCK-Anhänger dann aber doch Christian Kühlwetter und Co., die in Sachen Sturm mit vier Toren mal wieder überzeugen können. Es geht doch! Die teils heftigen Böen stören in der ersten Hälfte zwar die korrekte Ausführung eines Eckballs und reißen nach einer Stunde auch das Fangnetz vor der Osttribüne aus der Verankerung. Ergebnistechnisch müssen sie jedoch nicht als Ausrede herhalten.

Der Betze zieht: Gästeblock wieder gut gefüllt

Weiterhin mehr als prekär ist die Lage bei den Gästen aus Thüringen, die in ihren letzten sieben Partien vor dem Gastspiel in der Pfalz nur einen einzigen Treffer zustande gebracht haben. Durchaus bemerkenswert also, dass der frühere DDR-Spitzenklub von knapp 2.000 Fans begleitet wird. Andererseits haben auch schon die letzten beiden Gegner aus Halle und Zwickau für die Fahrt ins Fritz-Walter-Stadion ordentlich mobil gemacht. Als eines der legendärsten Stadien des deutschen Fußballs hat der Betzenberg nach wie vor seine Anziehungskraft. Als Synonym für Heimstärke, für eine fast uneinnehmbare Festung steht er aktuell selbst in Liga drei leider nicht.

In Sachen Atmosphäre kann ein ordentlich gefüllter Gastbereich jedenfalls nie schaden. Dem Intro der Jena-Anhänger, die zum Einlaufen hinter einem "Beißen, kämpfen, schießen"-Banner eine Schal-Choreo präsentieren, hält die Westkurve anfangs durchaus mit Wucht dagegen. Von den leichten Misstönen nach dem Köln-Spiel ist in diesem Moment nichts mehr zu spüren, wenngleich die Reihen hinter dem zuerst von Lennart Grill gehüteten Tor auch schon mal dichter besetzt waren. Bis zur wichtigen Führung und dem furiosen Finale samt Doppelpack ist die Stimmung allenfalls durchschnittlich.

Sickinger an den Pfosten, sonst anfangs wenig Torgefahr

Auf dem Platz machen die Jenaer zu Beginn keine schlechte Figur und geben den Lautrern auch mit einer ungewöhnlichen Umstellung - Innenverteidiger Justin Gerlach agiert ab etwa der 20. Minute als zusätzliche Spitze - einige Rätsel auf. Der FCK schnuppert bei einem Distanzschuss von Carlo Sickinger an den Pfosten an der Führung, fällt in der Anfangsphase aber eher durch schlampig ausgespielte Konter auf. Umso wichtiger, dass Christian Kühlwetter wenige Minuten nach dem 0:1 der schnelle Ausgleich gelingt.

So geht der FCK zumindest nicht mit einem Rückstand in die Pause, die Schiedsrichter Franz Bokop vermeintlich einige Sekunden vor Ablauf der 45 Minuten einläutet. "Männer trinken keine Fanta", wird den Älteren in Gedenken an Kult-Schiri Wolf-Dieter Ahlenfelder in dem Moment vielleicht in den Sinn gekommen sein. Kurzes Murren im Publikum und auch bei dem einen oder anderen FCK-Spieler. Letztlich stellt sich allerdings beim genaueren Hinsehen heraus, dass lediglich die Uhr auf der Anzeigetafel nach dem Anpfiff etwas zu spät losgelaufen war.

Doppelschlag zum 4:1: "Richtig Spaß zum Schluss"

Als die Partie im zweiten Durchgang dann wieder gefährlich vor sich hin plätschert, ist es mit Antonio Jonjic einer der Lichtblicke der vergangenen Wochen, der den Unterschied macht. Nach frechem Dribbling wird der Youngster im Strafraum unsanft gestoppt, Mads Albaek übernimmt die Verantwortung und verwandelt den fälligen Foulelfmeter zum 2:1.

Kühlwetter besorgt mit seinem vierten Treffer in den vergangenen drei Spielen schließlich die Entscheidung. Kurz darauf darf auch Florian Pick noch einmal, dessen Tor-Debüt besonders ausgiebig bejubelt wird. Vier Treffer in 90 Minuten, mit einer knappen Führung im Rücken endlich mal den Deckel draufgemacht. Oder wie FCK-Trainer Sascha Hildmann es nach dem Schlusspfiff ausdrückt: "Am Schluss hat es richtig Spaß gemacht!"

Autor: Ingo

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