Zuschauer-Statistik 2017/2018

Meist drittklassige Mannschaft, oft erstklassige Fans

Meist drittklassige Mannschaft, oft erstklassige Fans


Der FCK ist abgestiegen und spielt kommende Saison nur noch in der 3. Liga. Auf den Rängen bewegen sich die Roten Teufel aber immer noch - meistens jedenfalls - auf Bundesliga-Niveau, wie unsere traditionelle Zuschauer-Statistik zeigt.

- Fotogalerie | Gästefans im Fritz-Walter-Stadion 2017/18
- Fotogalerie | Gegnerische Fankurven bei FCK-Auswärtsspielen 2017/18

Der 1. FC Kaiserslautern hat beim Absturz in die Drittklassigkeit zwar mit 22.620 den niedrigsten Heim-Zuschauerschnitt der letzten 30 Jahre registriert (damals: 21.985 in der Saison 1988/89; letzte Saison: 26.368). Aber vor allem in der Rückrunde stellten die Fans der Roten Teufel klar, dass sie die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des pfälzischen Traditionsvereins sind. Und auch in der Hinrunde gab es aus Tribünen-Sicht einige Highlights beim FCK. In dieser Saison eben vor allem auswärts.

Heimspiele: Minusrekord der letzten 30 Jahre für die Roten Teufel

Bei den Heimspielen im Fritz-Walter-Stadion herrschte aber - so ehrlich muss man sein - oftmals Tristesse: Nur zwei Mal wurde in der Saison 2017/18 die 30.000er-Marke geknackt, und zwar zum Heimauftakt gegen Darmstadt 98 (30.786) und Mitte März gegen den FC St. Pauli (32.243), als die Hoffnung auf den Klassenerhalt ihren viel zu frühen Zenit erreicht hatte. Realität in den kälteren Monaten waren aber zumeist Spiele mit 20.000 oder weniger Zuschauern auf dem Betzenberg. Den traurigen Tiefpunkt bildete das fast abgesagte Schnee-Spiel im Dezember gegen den FC Ingolstadt, wo offiziell nur 16.074 Zuschauer die Minuskulisse der letzten 30 Jahre bildeten - tatsächlich anwesend waren bei diesem Spiel sogar weniger als 10.000 Besucher, wie später aus FCK-Kreisen zu vernehmen war.

Auch im Gästeblock herrschte in dieser Saison - mal wieder - oft ein tristes Bild: Die SpVgg Fürth brachte nur rund 100 Fans mit ins Fritz-Walter-Stadion, Erzgebirge Aue dienstags etwa 150 und der VfL Bochum und der FC Ingolstadt auch nur 300. Die meisten Anhänger in der Liga folgten Darmstadt 98 (4.000) sowie dem 1. FC Nürnberg und Dynamo Dresden (je 3.000) ins Fritz-Walter-Stadion. Durchschnittlich kamen 1.297 Gästefans (Vorjahr: 1.741).

Auswärtsspiele: Durchschnittlich reisten 2.100 FCK-Fans mit in die Fremde

Auswärts machte sich bemerkbar, dass in dieser Saison kein ganz großer Zuschauermagnet a la Köln, Stuttgart oder HSV in der ausgeglichenen zweiten Liga mitmischte: Der Besucherschnitt in der Fremde lag mit 18.956 zwar nur knapp unter dem Vorjahr (2016/17: 20.191). Aber nur ein einziges Auswärtsspiel absolvierte der 1. FC Kaiserslautern vor mehr als 30.000 Zuschauern (30.065 am 1. Spieltag beim 1. FC Nürnberg), die Partien beim FC St. Pauli (29.546 - ausverkauft) und Dynamo Dresden (27.244) blieben knapp darunter. Ausverkauft war außerdem die Partie bei Darmstadt 98 mit 17.400 Zuschauern - und zwar gleich zwei Mal, weil bekanntlich der erste Versuch an einem kalten Mittwochabend im Januar abgebrochen werden musste. Die wenigsten Zuschauer sahen in dieser Saison die FCK-Auswärtsspiele bei Erzgebirge Aue (8.500) und beim SV Sandhausen (8.103) ...

... wobei für die Partie im Hardtwaldstadion die Zusatzbemerkung wichtig ist, dass die Hälfte der Besucher die Roten Teufel anfeuerten: Circa 4.000 Mitgereiste sorgten in Sandhausen für den fast schon jährlichen Saisonrekord, auch wenn früher sogar noch mehr FCK-Anhänger den Weg zum nächstgelegenen Auswärtsspiel auf sich genommen haben. 2.000 Betze-Anhänger zur nicht gerade um die Ecke gelegenen Freitagspartie beim FC St. Pauli sind ein weiterer bemerkenswerter Hinrundenbesuch. Aber die Höhepunkte, die noch länger in Erinnerung bleiben werden, setzten die Lautrer Auswärtsfahrer in der Rückrunde: Je 3.000 Schlachtenbummler begleiteten den FCK nach Darmstadt (2x), Fürth und Duisburg und sorgten jeweils für erstklassige Stimmung. Den kleinsten Gästeblock bildete der FCK-Anhang im November zum Montagsspiel bei Dynamo Dresden, wo der erste Auswärtssieg der Saison von nur noch 600 Unentwegten gefeiert wurde - Minusrekord für das bisherige Jahrzehnt.

Zwei Auftritte im DFB-Pokal und Ausblick auf die nächste Saison

Im DFB-Pokal hatte der FCK in diesem Jahr zwei Auftritte: Gegen Oberligist SV Eichede verirrten sich nur 4.039 Zuschauer (ca. 1.000 FCK-Fans) im Lübecker Lohmühle-Stadion. Es folgte in der zweiten Runde das Heimspiel gegen Bundesliga-Aufsteiger VfB Stuttgart, wo mit knapp 6.000 der Gästefan-Rekord für diese Saison im Fritz-Walter-Stadion aufgestellt wurde (gesamt: 28.322 Zuschauer).

Und was wird die nächste Saison bringen? Wenn der glorreiche 1. FC Kaiserslautern zum ersten Mal in der 3. Liga spielt? Vieles scheint noch ungewiss. Hier und da werden die Extremwerte bei den Zuschauerzahlen sicher noch weiter ausschlagen als zuletzt - nach oben und nach unten. Aber die Roten Teufel und ihre Fans können sich definitiv eines sicher sein, was schon im vorerst letzten Zweitliga-Spiel vor der Tribüne prangte: "Solang's in Deutschland Fußball gibt, gibt es auch den FCK" - und so lange wird auch die Unterstützung aus der Lautrer Fankurve lautstark und zahlreich sein.

Auf einen Blick: Die Tops und Flops der Zuschauer-Statistik 2017/18

Heimspiele
Zuschauerschnitt: 22.620
Meiste Zuschauer: 32.243 (gegen den FC St. Pauli)
Wenigste Zuschauer: 16.074 (gegen den FC Ingolstadt)
Durchschnitt Gästefans: 1.297
Meiste Gästefans: 6.000 (VfB Stuttgart im Pokal), 4.000 (Darmstadt 98 in der Liga)
Wenigste Gästefans: 100 (SpVgg Fürth)

Auswärtsspiele
Zuschauerschnitt: 18.956
Meiste Zuschauer: 30.065 (beim 1. FC Nürnberg), 29.546 (beim FC St. Pauli / ausverkauft)
Wenigste Zuschauer: 4.039 (beim SV Eichede im Pokal), 8.103 (beim SV Sandhausen in der Liga) 8.500 (bei Erzgebirge Aue in der Liga)
Durchschnitt FCK-Fans: 2.100
Meiste mitgereiste FCK-Fans: 4.000 (beim SV Sandhausen)
Wenigste mitgereiste FCK-Fans: 600 (bei Dynamo Dresden)

Autor: Thomas

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