
Saisonrückblick 2017/18, Teil 1
Die Hinrunde: Desolate Rote Teufel
Mit Fragezeichen und einem großen Umbruch ist der 1. FC Kaiserslautern in die Hinrunde der Saison 2017/18 gestartet. Sie wurde zu einem großen Alptraum. Teil 1 unseres traditionellen Saisonrückblicks.
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Nach einer ernüchternden Saison sollte für den FCK im Sommer 2017 alles anders werden. Mit neuen Spielern und frischem Selbstvertrauen galt es, die neue Spielzeit mit Schwung anzugehen. Doch ehe der Grundstein dafür gelegt werden konnte, gab es schon im Juni den ersten Knall: Sportdirektor Uwe Stöver schmiss hin. Mitten in den x-ten Neuaufbau musste der FCK auch seine sportliche Führungsebene sortieren.
Auch wenn Schlüsselspieler wie Abwehrmann Ewerton oder Torhüter Julian Pollersbeck den Klub verlassen hatten, gab sich Trainer Norbert Meier optimistisch. "Der Kampfmodus muss immer zu sehen sein", forderte der damals 58-Jährige. Die Saisonvorgabe des Vorstandsvorsitzenden Thomas Gries wollte da allerdings nicht so richtig passen. Dieser rief im Namen der gesamten Vereinsführung "eine sorgenfreie Saison" als Ziel aus. Fast 40 (!) Transfers und merkliche Führungsprobleme: Mit einigen Fragezeichen ging der FCK das erste Saisonspiel in Nürnberg an.
Krachende Niederlage zum Auftakt
Und der Auftakt ging so richtig in die Hose: Bei strahlendem Sonnenschein kassierten die Roten Teufel beim 1. FC Nürnberg eine krachende 0:3-Niederlage. Individuelle Fehler, eine miese Leistung und wenig Offensivgefahr - sollte es in der neuen Saison etwa so weitergehen, wie die alte aufgehört hatte? "Das kann doch wohl nicht wahr sein" dachten sich viele FCK-Fans. Zu allem Überfluss sorgte auch noch ein Spruchband des "Pfalz Inferno", das die Verpflichtungen der Leipziger Spieler Gino Fechner und Marius Müller hart kritisierte, für hitzige Debatten.
Beim Heimspiel-Auftakt gegen Bundesliga-Absteiger Darmstadt 98 sollte alles besser werden. Zwar sprang nur ein Remis heraus, doch gegen die damals noch als stark eingeschätzten Südhessen wurde das 1:1 als ein Punkt zum Aufbauen gewertet. Zwei Wochen und ein Pokalspiel (4:0 bei Oberligist SV Eichede) später waren diese zaghaften Hoffnungen aber schon wieder verloren. Denn bei Fortuna Düsseldorf gab es eine vollkommen verdiente 0:2-Schlappe. Die sorgenfreie Saison, ja wo war sie denn eigentlich?
Zurück auf dem Betzenberg folgte wieder ein 1:1, diesmal gegen Eintracht Braunschweig, den nächsten hoch eingeschätzten Heim-Gegner. Stürmer Gervane Kastaneer, damals noch ein Hoffnungsträger, legte seine Schutzbrille ab und sorgte für einen kleinen Lichtblick. Mit etwas Zuversicht ging es danach in den hohen Norden zu Aufsteiger Holstein Kiel, auch weil die Pfälzer für 700.000 Euro mit Sebastian Andersson einen weiteren Stürmer verpflichtet hatten. Doch auch mit dem Schweden klappte es an der Förde nicht. Ein später, schon fast als "unglaublich" zu bezeichnender Gegentreffer ließ die Sorgen wachsen. Der FCK stand buchstäblich im Regen.
Zwei weitere Niederlagen besiegeln Meiers Aus
Der Druck auf Trainer Norbert Meier wuchs. Als beim SV Sandhausen - mal wieder - die nächste Niederlage (0:1) folgte, schrillten die Alarmglocken überall. Das Heimspiel in der Englischen Woche gegen Erzgebirge Aue galt als Endspiel. Nach 90 erschreckend schwachen Minuten stand eine 0:2-Niederlage und spätestens jetzt war allen klar: Der FCK steckte in tiefster Not.
Meiers Aus war durch den peinlichen Auftritt gegen Aue besiegelt. Schwache Ergebnisse, aber auch das schlechte Verhältnis zu Teilen der Mannschaft wurden als Gründe angeführt. Doch war der Coach wirklich das einzige Problem?
Beim Auswärtsspiel gegen Union Berlin stand der neue Trainer noch nicht fest. Also wurde das Team vom Interims-Gespann Manfred Paula und Alexander Bugera betreut, die man sich im Erfolgsfall auch als längerfristige Lösung hätte vorstellen können. Was einen Neustart markieren sollte, wurde zum Alptraum. Die Pfälzer gingen mit 0:5 baden, schon zur Pause hatte es 0:4 gestanden.
Neustart mit Jeff Strasser
Der Tabellenletzte stellte kurz darauf Jeff Strassr als neuen Trainer vor. Der Luxemburger, der laut eigener Aussage "ein Stück weit nach Hause" gekommen war, hatte den Mut, die Mannschaft noch vor der anstehenden Länderspielpause im direkten Duell mit dem Vorletzten SpVgg Fürth zu übernehmen. Das spannende Spiel fand ein beinahe rauschhaftes Ende: Der FCK gewann durch einen Hattrick von Andersson mit 3:0. Der erste Sieg am 9. Spieltag. Würde nun mit neuem Trainer und etwas Selbstvertrauen alles besser?
Ein 1:1 am Millerntor beim FC St. Pauli nährte bei Spielern und Fans, die wie immer und überall dabei waren, die Hoffnungen, auch wenn der FCK zunächst wieder auf den letzten Tabellenrang zurückfiel. Doch dann der Rückschlag: Zuhause verloren die Männer in Rot gegen den MSV Duisburg (0:1), bei Jahn Regensburg ging der desolate FCK mit 1:3 baden. Dazwischen schied der Verein trotz guter Moral im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart aus dem Pokal aus. So langsam wurde klar: Ein Wunder musste her, um den Verein noch vor dem Abstieg zu bewahren.
Das 0:0 gegen den VfL Bochum war da schon ein kleiner Trost, doch im Abstiegskampf war der Punkt gegen schwache Gäste eigentlich zu wenig. Und erstmal regte sich im Umfeld auch so richtig Wut und Unmut.
Unverhoffter Sieg in Dresden - Trauma in Heidenheim
Nach der folgenden Länderspielpause schien sich der Alptraum bei Dynamo Dresden fortzusetzen. Das Strasser-Team lag montagabends mit 0:1 zurück, was schon im November einen fast aussichtslosen Rückstand bedeutet hätte - und wusste wohl selbst nicht so genau, weshalb es die Partie am Ende mit 2:1 gewann. Hoffnung, Glaube, Zweifel und Erleichterung, in diesem Spiel war alles drin.
Mit dem zweiten Saisonsieg im Rücken (nach 14 Spieltagen!) sollte es gegen Arminia Bielefeld auf dem Betzenberg doch mit dem nächsten Dreier klappen. Doch der November-Blues erhielt in Kaiserslautern Einzug. Nach einer 0:2-Niederlage rangen Fans wie Trainer um Erklärungen. Erspart blieb dem Betze-Tross wenig, erst recht nicht im Auswärtsspiel beim 1. FC Heidenheim. Rückstand, Ausgleich, Unterzahl, Rückstand, Ausgleich und ein Last-Minute-Gegentreffer nach schwerem Fehler von Einwechseltorwart Jan Ole Sievers legten die Nerven auf beiden Seiten des Tribünenzauns blank. Der FCK befand sich auf dem Heidenheimer Schlossberg im Tal der Tränen.
Zwei hart erkämpfte Unentschieden zum Jahresabschluss
Zum Abschluss des tristen Fußballjahres gab es noch mal zwei hart erkämpfte Unentschieden. Bei widrigen Bedingungen - fast wäre es zu einer Spielabsage gekommen - spielten die Roten Teufel 1:1 gegen den FC Ingolstadt. Mit dem gleichen Ergebnis endete die Partie gegen den 1. FC Nürnberg, welche schon das erste Spiel der Rückrunde darstellte.
Als Tabellenletzter überwinterte der 1. FC Kaiserslautern auf dem letzten Platz mit gerade einmal zwölf Punkten. "Thank god it's Winterpause" werden sich wohl Fans, Spieler und Funktionäre gedacht haben. Der FCK hatte zehn Punkte Rückstand auf das rettende Ufer (!), sieben waren es auf den Relegationsplatz. Dort stand Darmstadt 98 - der erste Gegner im neuen Jahr...
Morgen im zweiten Teil des Saisonrückblicks auf Der Betze brennt: Zuerst Drama in Darmstadt, dann Aufbäumen unter Frontzeck, Schulterschluss mit den Fans, Nervenflattern in entscheidenden Spielen und am Ende doch der bittere Abstieg in die 3. Liga.
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 16.05.2018:

Saisonrückblick 2017/18, Teil 2
Die Rückrunde: Unerfüllte Hoffnungen
Sorgen um Jeff Strasser, Wechselspiele im Vorstand, neue Spieler und Gesichter, ein großer Zusammenhalt - und am Ende doch unerfüllte Hoffnungen auf das Wunder. Die Rückrunde 2017/18 hielt den 1. FC Kaiserslautern in Atem. Am Ende stand der erste Abstieg in die 3. Liga. Teil 2 unseres Saisonrückblicks.
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Mit nur zwölf Punkten auf dem Konto hatte der 1. FC Kaiserslautern nach einer katastrophalen ersten Saisonhälfte auf dem letzten Platz überwintert. Um dem Abstieg doch noch zu entgehen, wollte sich der FCK "in allen Linien" verstärken. In der Winter-Transferphase kamen die beiden Ex-Lautrer Ruben Jenssen und Halil Altintop sowie als neuer Abwehr-Anker Jan-Ingwer Callsen-Bracker. War mit diesen überraschend starken Transfers das Wunder möglich?
Vorstand Gries geht - Sorgen um Strasser
Abseits des Rasens tat sich auch etwas: Der Vorstandsvorsitzende Thomas Gries verließ relativ überraschend den Traditionsklub. Der Marketingfachmann, der seine Arbeit im Frühling 2017 aufgenommen und vielversprechend begonnen hatte, hinterließ viele unerfüllte Wünsche und Ziele. Der im Dezember auf vier neuen Posten zusammengestellte Aufsichtsrat um den neuen Vorsitzenden Patrick Banf sah viel Arbeit vor sich. Mit Klaus Drach als neuem Marketingdirektor und Vorstand Martin Bader besetzte das Kontrollgremium im Januar schließlich zwei Stellen neu. Dass allerdings beide Personalien zunächst in den Hintergrund rückten, lag an etwas anderem.
Das "Endspiel" bei Darmstadt 98 warf seine Schatten voraus - und sollte die Pfälzer lange beschäftigen. Eine Niederlage hätte einen Rückstand von zehn Punkten auf den Relegationsplatz, den Darmstadt besetzte, für die Roten Teufel bedeutet. Mit maximaler Anspannung ging es in die Partie am Böllenfalltor. Doch nach 45 Minuten waren alle Gedanken an den Abstiegskampf Nebensache. Merkwürdig lange hatte sich die Halbzeitpause ausgedehnt. In der aufkeimenden Unruhe im Stadion verbreitete sich schließlich eine Nachricht rasend schnell: "Ein medizinischer Notfall" bei FCK-Trainer Jeff Strasser sei für die Verzögerung verantwortlich.
Tatsächlich fuhr der Luxemburger kurz darauf unter lautem Applaus des gesamten Stadions im Krankenwagen aufgrund von Herzproblemen in die Klinik. Die Partie wurde beim Stand von 0:0 abgebrochen. Noch am selben Abend gab es aus ganz Deutschland von Fans, Vereinen und Prominenten viele Genesungswünsche.
Strasser kommt nicht zurück - Niederlage gegen Düsseldorf
Schnell stand fest: Jeff Strasser, der immerhin keinen Herzinfarkt erlitten hatte, würde so schnell nicht zurückkehren. Im Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf stand U23-Trainer Hans Werner Moser an der Seitenlinie.
Lange schien der FCK an der Überraschung zu schrauben und führte mit 1:0 gegen den Tabellenführer. Dann folgte ein Platzverweis für Torhüter Marius Müller - und alles fiel in sich zusammen. Am Ende stand eine 1:3-Schlappe und die Erkenntnis: Das FCK-Schicksal ist ein mieser Verräter.
Drei Siege in vier Spielen mit Frontzeck
Vor dem kommenden Auswärtsspiel bei Eintracht Braunschweig präsentierte der Verein schließlich Michael Frontzeck als neuen Cheftrainer. "Wir packen das an, alle zusammen", sagte der neue Coach bei seiner Vorstellung. In seinem ersten Spiel setzten die Roten Teufel tatsächlich ein wichtiges Signal und gewannen 2:0, wobei vor allem der zuvor viel gescholtene Osayamen Osawe glänzte. Und im folgenden Heimspiel bezwangen die Pfälzer nach einer Partie voller Anspannung und purer Freude auch noch Holstein Kiel (3:1).
Gegen den SV Sandhausen (0:1) bekam die Euphorie zwar einen Dämpfer, doch solange die Westkurve sang, lebte die Hoffnung auf den Klassenerhalt. Es war zwischen Mannschaft und Fans ein Zusammenhalt zu spüren. Und als im Nachholspiel in Darmstadt (2:1) tatsächlich der dritte Sieg im vierten Spiel unter Frontzeck gelang, waren sich alle einig: Der FCK ist wieder dran!
Niederlage in Aue - Willenssieg gegen Union
Ja, der FCK war nur noch einen Punkt vom Relegationsrang entfernt und die nächste Partie führte die Pfälzer zum direkten Konkurrenten Erzgebirge Aue. Dort, wo die Roten Teufel noch nie gewonnen haben, setzte es aber wieder einen Rückschlag. 1:2 geschlagen ging das ersatzgeschwächte Frontzeck-Team vom Feld. Es fühlte sich wie einen Schritt mehr an. Bei dem der FCK aber keinen Meter weiter gekommen war.
Vor dem Heimspiel gegen Union Berlin war der Druck nun wieder größer. Bei Schnee und unter Flutlicht folgte eine turbulente Partie, in der sich Mannschaft und Fans mit allem, was sie hatten, für die drei Punkte einsetzten. Dreimal kassierte das Team den Ausgleich. Mit Phillipp Mwenes 4:3 waren dann aber drei so unendlich wichtige Punkte eingetütet. Die wilde Jagd auf Platz 16, sie ging weiter.
Die Freude hält nicht lange
Mit guten Gefühlen gingen Spieler, Fans und Verantwortliche an diesem Freitagabend nach Hause. Doch der zaghafte Optimismus war spätestens zwei Tage später wie weggeblasen. Denn plötzlich begann die Konkurrenz im Tabellenkeller konstant zu punkten. Was ein wichtiger Sieg im Abstiegskampf hätte sein sollen, entpuppte sich für den FCK nur als lebenserhaltende Maßnahme. Im Auswärtsspiel bei der SpVgg Fürth war der Druck wieder gewaltig - und wie schon in Aue zwei Wochen zuvor kassierten die Lautrer eine kraftlose 1:2-Niederlage.
Immerhin: Der Schulterschluss zwischen Team und Tribüne hielt und rang allen voran Trainer Michael Frontzeck viel Respekt ab. Am nächsten Spieltag folgte ein 1:1 gegen den FC St. Pauli, das zwar in seinem Zustandekommen guttat, auf dem Papier jedoch viel zu wenig war.
Ausrufezeichen in Duisburg - Tränen in Bochum
In der letzten Länderspielpause wurden Rechenspiele angestellt: Von sieben noch ausstehenden Partien musste der FCK fünf gewinnen, meinten viele, um die acht Punkte Rückstand auf den Relegationsrang noch aufzuholen.
Immerhin: Mit einem 4:1-Sieg beim MSV Duisburg setzten die Männer in Rot ein echtes Ausrufezeichen. Auch nach den drei Punkten war mit Blick auf die Ergebnisse der Konkurrenz klar: Der FCK hat das Messer weiter im Nacken, sein Ziel jedoch fest im Blick. Das 1:1 gegen Jahn Regensburg am Folge-Spieltag tat da allerdings weh, auch wenn fünf Punkte trotzdem noch aufzuholen waren.
Ausrutscher durften sich die Roten Teufel jedoch nicht mehr erlauben - doch genau das passierte auswärts gegen den VfL Bochum. Trotz Führung und ganz viel Leidenschaft unterlag die Frontzeck-Elf dem VfL 2:3. Danach flossen Tränen. Nein, einfach aufgeben konnte man jetzt nicht. Aber der Klassenverbleib war nun ein ganzes Stück unwahrscheinlicher.
Tiefschlag gegen Dresden - Gewissheit in Bielefeld
Die letzten zaghaften Hoffnungen zerstörte ein weiteres schwaches Heimspiel gegen Dynamo Dresden am 31. Spieltag. Mit Trauer, Wut und Trotz registrierten alle, die es mit dem FCK hielten, bei noch drei Spielen und acht Punkten Rückstand: Der Abstieg so gut wie besiegelt, auch weil die Konkurrenten im Keller punkteten und punkteten. Die Lautrer schafften es zudem nicht, sich endlich mal vom letzten Platz zu lösen, den sie vom 10. Spieltag an durchgehend besetzt hatten.
Im vorletzten Auswärtsspiel bei Arminia Bielefeld allerdings schien sich die Mannschaft noch einmal nach Kräften gegen das schier Unausweichliche zu stemmen, führte in einer hochemotionalen Partie mit 2:0. Dann aber brachen die Pfälzer wieder einmal ein. Mit dem Schlusspfiff erzielte die Arminia den 3:2-Siegtreffer und besiegelte damit endgültig den Lautrer Gang in die 3. Liga. Auch wenn sich der Abstieg durch eine desolate Hinrunde und verlorene Schlüsselspiele angekündigt hatte - im Moment der Gewissheit tat es richtig weh. Tränen flossen, gebrochene Herzen.
Zwei Siege zum Abschied
Ab sofort galt der ganze Fokus der "Mission Wiederaufstieg", in erster Linie natürlich in Sachen Kader- und Personalplanung. Aber: Es waren auch noch zwei Spiele zu spielen. Und die ging vor allem das Umfeld mit einer Mischung aus Trotz, Stolz und Zuversicht an. Vor dem Rückspiel gegen den 1. FC Heidenheim, das mit 1:0 gewonnen wurde, übersang das Publikum einfach die Mannschaftaufstellung und machte wie auch im letzten Saisonspiel beim FC Ingolstadt (3:1) deutlich: "So lang's in Deutschland Fußball gibt, gibt es auch den FCK!"
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 18.05.2018:
Zuschauer-Statistik 2017/2018
Meist drittklassige Mannschaft, oft erstklassige Fans
Der FCK ist abgestiegen und spielt kommende Saison nur noch in der 3. Liga. Auf den Rängen bewegen sich die Roten Teufel aber immer noch - meistens jedenfalls - auf Bundesliga-Niveau, wie unsere traditionelle Zuschauer-Statistik zeigt.
- Fotogalerie | Gästefans im Fritz-Walter-Stadion 2017/18
- Fotogalerie | Gegnerische Fankurven bei FCK-Auswärtsspielen 2017/18
Der 1. FC Kaiserslautern hat beim Absturz in die Drittklassigkeit zwar mit 22.620 den niedrigsten Heim-Zuschauerschnitt der letzten 30 Jahre registriert (damals: 21.985 in der Saison 1988/89; letzte Saison: 26.368). Aber vor allem in der Rückrunde stellten die Fans der Roten Teufel klar, dass sie die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des pfälzischen Traditionsvereins sind. Und auch in der Hinrunde gab es aus Tribünen-Sicht einige Highlights beim FCK. In dieser Saison eben vor allem auswärts.
Heimspiele: Minusrekord der letzten 30 Jahre für die Roten Teufel
Bei den Heimspielen im Fritz-Walter-Stadion herrschte aber - so ehrlich muss man sein - oftmals Tristesse: Nur zwei Mal wurde in der Saison 2017/18 die 30.000er-Marke geknackt, und zwar zum Heimauftakt gegen Darmstadt 98 (30.786) und Mitte März gegen den FC St. Pauli (32.243), als die Hoffnung auf den Klassenerhalt ihren viel zu frühen Zenit erreicht hatte. Realität in den kälteren Monaten waren aber zumeist Spiele mit 20.000 oder weniger Zuschauern auf dem Betzenberg. Den traurigen Tiefpunkt bildete das fast abgesagte Schnee-Spiel im Dezember gegen den FC Ingolstadt, wo offiziell nur 16.074 Zuschauer die Minuskulisse der letzten 30 Jahre bildeten - tatsächlich anwesend waren bei diesem Spiel sogar weniger als 10.000 Besucher, wie später aus FCK-Kreisen zu vernehmen war.
Auch im Gästeblock herrschte in dieser Saison - mal wieder - oft ein tristes Bild: Die SpVgg Fürth brachte nur rund 100 Fans mit ins Fritz-Walter-Stadion, Erzgebirge Aue dienstags etwa 150 und der VfL Bochum und der FC Ingolstadt auch nur 300. Die meisten Anhänger in der Liga folgten Darmstadt 98 (4.000) sowie dem 1. FC Nürnberg und Dynamo Dresden (je 3.000) ins Fritz-Walter-Stadion. Durchschnittlich kamen 1.297 Gästefans (Vorjahr: 1.741).
Auswärtsspiele: Durchschnittlich reisten 2.100 FCK-Fans mit in die Fremde
Auswärts machte sich bemerkbar, dass in dieser Saison kein ganz großer Zuschauermagnet a la Köln, Stuttgart oder HSV in der ausgeglichenen zweiten Liga mitmischte: Der Besucherschnitt in der Fremde lag mit 18.956 zwar nur knapp unter dem Vorjahr (2016/17: 20.191). Aber nur ein einziges Auswärtsspiel absolvierte der 1. FC Kaiserslautern vor mehr als 30.000 Zuschauern (30.065 am 1. Spieltag beim 1. FC Nürnberg), die Partien beim FC St. Pauli (29.546 - ausverkauft) und Dynamo Dresden (27.244) blieben knapp darunter. Ausverkauft war außerdem die Partie bei Darmstadt 98 mit 17.400 Zuschauern - und zwar gleich zwei Mal, weil bekanntlich der erste Versuch an einem kalten Mittwochabend im Januar abgebrochen werden musste. Die wenigsten Zuschauer sahen in dieser Saison die FCK-Auswärtsspiele bei Erzgebirge Aue (8.500) und beim SV Sandhausen (8.103) ...
... wobei für die Partie im Hardtwaldstadion die Zusatzbemerkung wichtig ist, dass die Hälfte der Besucher die Roten Teufel anfeuerten: Circa 4.000 Mitgereiste sorgten in Sandhausen für den fast schon jährlichen Saisonrekord, auch wenn früher sogar noch mehr FCK-Anhänger den Weg zum nächstgelegenen Auswärtsspiel auf sich genommen haben. 2.000 Betze-Anhänger zur nicht gerade um die Ecke gelegenen Freitagspartie beim FC St. Pauli sind ein weiterer bemerkenswerter Hinrundenbesuch. Aber die Höhepunkte, die noch länger in Erinnerung bleiben werden, setzten die Lautrer Auswärtsfahrer in der Rückrunde: Je 3.000 Schlachtenbummler begleiteten den FCK nach Darmstadt (2x), Fürth und Duisburg und sorgten jeweils für erstklassige Stimmung. Den kleinsten Gästeblock bildete der FCK-Anhang im November zum Montagsspiel bei Dynamo Dresden, wo der erste Auswärtssieg der Saison von nur noch 600 Unentwegten gefeiert wurde - Minusrekord für das bisherige Jahrzehnt.
Zwei Auftritte im DFB-Pokal und Ausblick auf die nächste Saison
Im DFB-Pokal hatte der FCK in diesem Jahr zwei Auftritte: Gegen Oberligist SV Eichede verirrten sich nur 4.039 Zuschauer (ca. 1.000 FCK-Fans) im Lübecker Lohmühle-Stadion. Es folgte in der zweiten Runde das Heimspiel gegen Bundesliga-Aufsteiger VfB Stuttgart, wo mit knapp 6.000 der Gästefan-Rekord für diese Saison im Fritz-Walter-Stadion aufgestellt wurde (gesamt: 28.322 Zuschauer).
Und was wird die nächste Saison bringen? Wenn der glorreiche 1. FC Kaiserslautern zum ersten Mal in der 3. Liga spielt? Vieles scheint noch ungewiss. Hier und da werden die Extremwerte bei den Zuschauerzahlen sicher noch weiter ausschlagen als zuletzt - nach oben und nach unten. Aber die Roten Teufel und ihre Fans können sich definitiv eines sicher sein, was schon im vorerst letzten Zweitliga-Spiel vor der Tribüne prangte: "Solang's in Deutschland Fußball gibt, gibt es auch den FCK" - und so lange wird auch die Unterstützung aus der Lautrer Fankurve lautstark und zahlreich sein.
Auf einen Blick: Die Tops und Flops der Zuschauer-Statistik 2017/18
Heimspiele
Zuschauerschnitt: 22.620
Meiste Zuschauer: 32.243 (gegen den FC St. Pauli)
Wenigste Zuschauer: 16.074 (gegen den FC Ingolstadt)
Durchschnitt Gästefans: 1.297
Meiste Gästefans: 6.000 (VfB Stuttgart im Pokal), 4.000 (Darmstadt 98 in der Liga)
Wenigste Gästefans: 100 (SpVgg Fürth)
Auswärtsspiele
Zuschauerschnitt: 18.956
Meiste Zuschauer: 30.065 (beim 1. FC Nürnberg), 29.546 (beim FC St. Pauli / ausverkauft)
Wenigste Zuschauer: 4.039 (beim SV Eichede im Pokal), 8.103 (beim SV Sandhausen in der Liga) 8.500 (bei Erzgebirge Aue in der Liga)
Durchschnitt FCK-Fans: 2.100
Meiste mitgereiste FCK-Fans: 4.000 (beim SV Sandhausen)
Wenigste mitgereiste FCK-Fans: 600 (bei Dynamo Dresden)
Quelle: Der Betze brennt
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- Zuschauer-Statistik 2015/16 | Niedrigster Zuschauerschnitt seit 26 Jahren
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- Zuschauer-Statistik 2013/14 | Zuschauerschwund in (fast) allen Bereichen
- Zuschauer-Statistik 2012/13 | Wirklich zufriedenstellende Zahlen sehen anders aus
- Zuschauer-Statistik 2011/12 | Trotz Zuschauerschwund: Große Treue der FCK-Fans
- Zuschauer-Statistik 2010/11 | Teuflisch stark: Der FCK und seine Fans
- Zuschauer-Statistik 2009/10 | Riesige Unterstützung für die Roten Teufel
- Zuschauer-Statistik 2008/09 | Zweite Ligen: FCK ist Europas Zuschauerkrösus


