Spielbericht: 1. FC Kaiserslautern - VfR Aalen 0:1

Wieder mal nur Frust im Heimspiel

Wieder mal nur Frust im Heimspiel


Der 1. FC Kaiserslautern zieht gegen den Tabellenletzten VfR Aalen den Kürzeren - und sorgt mal wieder für viel Schmerz beim eigenen Anhang. Ein Großteil der Betze-Fans dürfte mit ähnlichem Frust wie Coach Sascha Hildmann nach Hause gegangen sein.

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Mit einem gellenden Pfeifkonzert wurden die FCK-Profis nach der Heimschlappe gegen Aalen vor der Westkurve empfangen. Zum dritten Mal in Folge fuhren die Roten Teufel vor eigener Kulisse keinen Sieg ein. Das 1:3 gegen Osnabrück war verdient, bei der Nullnummer in Überzahl gegen Braunschweig gab es immerhin noch einen Punkt zum Trost. Das 0:1 gegen den Tabellenletzten dagegen nervte nur noch. Und den ganzen Frust bekamen die Spieler zu hören.

18.317 Zuschauer hatten offiziell den Weg ins Fritz-Walter-Stadion gefunden. 300 Anhänger aus Aalen begleiteten ihre Mannschaft in die Pfalz. Mit Ausnahme einer schwarz-weißen Luftballon-Choreo samt großem Spruchband ("Alles für Liga 3") fielen die Gäste allerdings nicht übermäßig groß auf. Und wäre der FCK mal wieder nicht in alte Muster verfallen und hätte teils beste Torchancen liegen gelassen, der Nachmittag wäre wohl atmosphärisch und vom Ergebnis her klar zugunsten der Lautrer ausgegangen.

Schönes Fairplay: Viel Aufmunterung für verletzten Bergmann

Wäre, hätte, könnte - es kam alles anders und nicht nur Sascha Hildmann hatte ob der vielen vergebenen Chancen, schlecht ausgespielten Konter und haarsträubenden Fehler einen richtig dicken Hals. Dabei hielt der FCK nach einer turbulenten Anfangsphase die Trümpfe in der Hand.

Selbst die Verletzung von Theo Bergmann schien die Betze-Jungs nicht aus der Ruhe gebracht zu haben. Der Mittelfeldmann hatte sich bei einem Zusammenstoß am Kopf verletzt, musste ausgewechselt und ins Krankenhaus gebracht werden. Donnernden, mutmachenden Applaus bekam er von der Westkurve, aber auch von den Gästen. VfR-Keeper Daniel Bernhardt wünschte gute Besserung, Aalens Coach Rico Schmitt überbrachte Hildmann und Alexander Bugera an der Seitenlinie Genesungswünsche und der FCK-Arzt behandelte Bergmanns Gegenspieler im Toraus - schönes Fairplay von allen Seiten!

Thieles Riesenchance: Anfeuerung für den unglücklichen Stürmer

Auch ohne Bergmann hätte der FCK mehrmals in Führung gehen können, vor allem Timmy Thiele hatte das 1:0 kurz nach der Pause auf dem Fuß. Doch dem Stürmer, der gegen Uerdingen nach seinen zwei Toren noch so sehr auf die persönliche Trendwende gehofft hatte, versagten frei vor dem Torhüter die Nerven. Feingefühl bewiesen in dem Moment die FCK-Fans. Denn Thiele kauerte nach seiner Riesenchance sichtlich von der Rolle auf dem Boden, die Augen geschlossen und den Kopf langsam schüttelnd. Mit "Thiele, Thiele"-Rufen von den Rängen sollte der Angreifer wieder aufgemuntert werden.

Die kalte Dusche: Sliskovic trifft und provoziert

Doch seine vergebene Möglichkeit war ein Knackpunkt. Schleichend glich sich die Partie aus - und kippte zum Entsetzen aller FCK-Fans in der Schlussminute zugunsten der Gäste. Petar Sliskovic nutzte die einzig echte Aalener Chance zum 1:0. Mit seinem Torjubel schickte der ehemalige Mainzer ein paar "Grüße" in Richtung der Betze-Fans, die wiederum einige wütende Entgegnungen bereithielten.

Eine Antwort fand das Hildmann-Team nicht mehr. Und auf den Rängen setzte mit dem 0:1 die schlagartige Flucht ein. Die, die noch geblieben waren, schleuderten der Mannschaft mal wieder ihren ganzen Frust entgegen. Angefressen war auch Hildmann, der nach dem Spiel seine Emotionen sichtlich zügeln musste. Einige Profis versuchten im engen Austausch mit den Fans, sich zu rechtfertigen, manch einer wollte dem erbosten Anhang sogar vermitteln, die Hausherren hätten doch gekämpft um den Sieg - am Ende ließ sich jede Analyse jedoch eher auf das von Sascha Hildmann gezogene Fazit herunterbrechen: "Wir waren einfach schlecht, das muss man so sagen."

Autor: paulgeht

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