Kurz-Spielbericht: TSV Gau-Odernheim - 1. FC Kaiserslautern 0:4

Ohne Glanz ins Halbfinale

Ohne Glanz ins Halbfinale


Der 1. FC Kaiserslautern hat vor über 5.000 Zuschauern in Worms den TSV Gau-Odernheim besiegt, sich dabei aber nicht mit Ruhm bekleckert: Das spät in die Höhe geschraubte 4:0 gegen den Sechstligisten bedeutet den Einzug ins Halbfinale des Südwest-Verbandspokals.

- Fotogalerie | Verbandspokal: TSV Gau-Odernheim - 1. FC Kaiserslautern

Obwohl Julius Biada seine Farben bereits nach drei Minuten in Führung brachte, schlug sich der Verbandsligist im Anschluss im Duell gegen den drei Klassen höheren FCK mehr als wacker. Die Roten Teufel zeigten vor allem in der ersten Halbzeit keine gute Leistung und hatten viel zu wenige Ideen, die massive Deckung der Gastgeber auszuspielen. Zwar hatten die Lautrer die Partie trotzdem weitgehend unter Kontrolle, Gau-Odernheim konnte aber immer wieder auch leichte Akzente nach vorne setzen. Die besten Chancen auf Seiten des FCK vergaben Timmy Thiele und Hendrick Zuck, der einen Lupfer an die Latte setzte. Mit einem dünnen 1:0 ging es auch zum Pausentee im acht Grad kühlen und nebligen Wormatia-Stadion von Worms.

Schon vor der Pause hielt der schwergewichtige TSV-Torhüter Daniel Diel seine Mannschaft im Spiel und avancierte in Halbzeit zwei zum besten Spieler auf dem Platz. Diel zeigte mehrere Glanzparaden, bevor Florian Pick mit einem Schuss aus der zweiten Reihe doch zum vorentscheidenden 2:0 traf (62.). Der Gau-Odernheimer Marek Gröhl hätte das Anschlusstor erzielen können, schoss aber nur an das Gestänge hinter dem Tor. Lukas Gottwalt (78.) und der eingewechselte Christian Kühlwetter (89.) schraubten das Ergebnis danach noch auf 4:0.

FCK-Fans äußern Unmut - Gau-Odernheimer feiern ihr Team

Wie schon zur Pause feierten die mitgereisten Gau-Odernheimer auf der Haupttribüne ihre Mannschaft auch nach dem Spiel euphorisch, während sich die Frontzeck-Elf nur kurz von den Fans auf der Gegengeraden und der Hintertorkurve verabschiedete. Diese entließ ihr Team mit dem Banner "Wer feiern kann, kann auch fighten" in die anstehende Länderspielpause - Hintergrund ist der Party-Trip einiger FCK-Spieler nach der Niederlage von Rostock zum 11.11. nach Köln. Auch schon vor dem Anpfiff hatten die sich auch in Worms deutlich in der Überzahl befindlichen FCK-Anhänger ihrem steigenden Unmut mit einem Spruchband Luft gemacht: "Ihr wollt aufsteigen? Dann zeigt auch entsprechende Leistungen!"

Über das gesamte Spiel war die Stimmung trotz der 5.487 Zuschauer eher verhalten - was auch am doch ziemlich weitläufigen Wormatia-Stadion lag. Die Gau-Odernheimer Fans hatten sich auf der Vortribüne eingefunden und zeigten nicht nur eine blau-weiße Choreographie mit Fahnen und Luftballons, sondern machten auch mehrfach akustisch auf sich aufmerksam ("Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin"). Ob der weitgehend schwachen Darbietung ihres Teams feierten sich die FCK-Fans in der Südkurve oft selbst, nur bei einem "Scheiß DFB"-Wechselgesang mit dem Heimblock und einem bestimmten Lied über einen Verein aus Mannheim wurde es richtig laut.

Frontzeck lobt den Gegner und ist doch zufrieden

FCK-Trainer Michael Frontzeck lobte nach Abpfiff als erstes den Gegner: "Gau-Odernheim hat gut verteidigt, uns das Leben schwer gemacht, vor allem deren Torhüter hat sehr gut gehalten." Über die Leistung seiner eigenen Mannschaft zeigte sich der FCK-Coach weniger begeistert: "Wir haben vor allem in der ersten Halbzeit viel zu langsam gespielt und sind nicht in die gefährlichen Räume gekommen. Mit dem 4:0 sind wir zufrieden, aber es hätte das eine oder andere Tor mehr sein müssen." Gau-Odernheims Coach Christoph Hartmüller sagte kurz und prägnant: "Das war ein geiles Spiel von uns."

» SWR-Zusammenfassung: Der FCK besiegt Gau-Odernheim

Autor: Flo

Kommentare 152 Kommentare | Empfehlen Artikel weiter empfehlen | Drucken Artikel drucken