Spielbericht: KFC Uerdingen - 1. FC Kaiserslautern 2:4

Mit neuer Zielsetzung zum Auswärtssieg

Mit neuer Zielsetzung zum Auswärtssieg


Der 1. FC Kaiserslautern schlägt den Emporkömmling KFC Uerdingen hochverdient mit 4:2. Dem mitgereisten Anhang bescheren die Roten Teufel damit mal wieder eine schöne Auswärtsfahrt.

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Welche Ziele hat der FCK in dieser Saison noch? Der Aufstieg ist weit weg, der Abstieg wohl kein Thema mehr. Anlauf nehmen für die neue Saison? Immer möglich. Und dann wäre da noch die Chance, den eigenen, leidgeprüften Fans etwas zurückzugeben. "Guck dir an, wie viele hier heute wieder an einem Freitagabend mitgefahren sind", sagte Mittelstürmer Christian Kühlwetter nach dem Spiel freudestrahlend. Der ausgiebig gefeierte, hochverdiente Auswärtssieg gegen den KFC Uerdingen war da gerade erst ein paar Minuten alt.

Das Duisburger Zweitliga-Stadion ist überwiegend leer

Kaiserslautern gegen Uerdingen - vor wenigen Wochen hätte dieses Duell noch zu einem spannenden Verfolgerkampf im Aufstiegsrennen werden können, manch ein FCK-Fan hatte sich den Termin sogar als mögliches Schlüsselspiel angestrichen. Bekanntermaßen wurde daraus nichts. Die schwache Hinrunde konnten die Lautrer durch ärgerliche Punktverluste auch nicht in der Rückrunde ausgleichen. Uerdingen befindet sich in einem mittlerweile zwölf Spiele andauernden Sinkflug.

Besser wurde es auch am Freitagabend gegen den FCK nicht, dabei hatten die Gastgeber mit einem Sonntagsschuss von Maximilian Beister munter losgelegt. Durch das gähnend leere Duisburger Stadion - offiziell "füllten" 5.356 Zuschauer die 35.000-Mann-Spielstätte des MSV, in die sich der Aufsteiger aus Krefeld eingemietet hat - waberte ein Torschrei aus dem Oberrang-Eck neben der Haupttribüne. Dort hatten die KFC-Fans wie immer bei Ligaspielen in der Fremde ihre Heimat gefunden.

Thiele entdeckt seine Torjägerqualitäten

Deutlich lauter wurde es wenige Minuten später, als die FCK-Fans gleich zweimal in Jubelrausch verfielen. Florian Pick versenkte den Ball mit einer Kopie des Beister-Treffers zum 1:1. Nur zwei Zeigerumdrehungen später traf Christian Kühlwetter aus kurzer Distanz zur Führung. Vom günstigen Spielverlauf getragen, supportete der Betze-Anhang die eigene Mannschaft entschlossen weiter. Und die behielt, anders als bei so vielen anderen Spielen in dieser Spielzeit, kühlen Kopf. Vom "besten Auswärtsspiel" sprach gar Pick, der auf dem linken Flügel nicht nur ein ständiger Unruheherd war, sondern auch Weltmeister Kevin Großkreutz übertrumpfte: "Er war am Ende ziemlich still."

Großkreutzs Team sah gegen die Gäste keinen Stich. Und weil Timmy Thiele plötzlich seine Torjäger-Qualitäten entdeckt hatte, stand es auf einmal 4:1. Seinen zweiten Treffer feierte der Doppelpacker gemeinsam mit Dominik Schad vor dem eskalierenden Gästeblock. Endlich mal wieder unbeschwert feiern!

Die Spieler hüpfen und die Fans feiern: "Lautern, wir lieben dich"

Adriano Grimaldis Tor zum 2:4 fiel auf der Gegenseite ebenso wenig ins Gewicht wie Beisters Lattenknaller. So waren bei Schlusspfiff die Emotionen klar verteilt: Die Uerdinger Spieler schlichen mit hängenden Köpfen zum Heimblock, in dem sich während des Spiels ein kurzzeitiger Tumult und Streit unter den KFC-Fans entzündet hatte, den Ordner schlichten mussten.

Im rot-weißen Lager wurde die eigene Mannschaft, die zuvor unter Anleitung von Sascha Hildmann im Kreis hüpfend die drei Punkte bejubelt hatte, ausgiebig gefeiert: "Wir lassen dich nie im Stich - Lautern, wir lieben dich!" Für den großen Angriff auf die Spitzenplätze kommt der unbeschwerte Auswärtssieg zwar zu spät. Doch weitere Ziele, wie Kühlwetter sie ausgegeben hat, kann sich das Team ja setzen.

Autor: paulgeht

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