Spielbericht: SpVgg Unterhaching - 1. FC Kaiserslautern 5:0

Das war's für Frontzeck

Das war's für Frontzeck


Der 1. FC Kaiserslautern hat seinen Negativlauf nicht gestoppt und bei der SpVgg Unterhaching eine krachende 0:5-Niederlage kassiert. Für Trainer Michael Frontzeck dürfte die Partie das Ende seiner FCK-Zeit markieren.

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Regen, Flutlicht und rund 2.000 FCK-Fans im Gästeblock - der Rahmen für die Partie am Freitagabend war eigentlich gar kein so übler für den kampferprobten, hartgesottenen Anhang der Roten Teufel. Dass im zusammengeschusterten, aber irgendwie auch urigen Unterhachinger Sportpark an diesem Abend ein Endspiel stattfinden sollte, war schon lange vor dem Anpfiff in der Münchner Vorstadt klar.

Für Michael Frontzeck ging es um seinen Job. Am Ende stand der Trainer nicht nur buchstäblich im Regen - sein Aus beim FCK ist nur noch eine Frage der Zeit. Dass die Mannschaft nur wenig gewillt war, dem Trainer Argumente für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit zu liefern, war schon zur Pause deutlich. Hanebüchen, harmlos und leidenschaftslos lag das Team nach 45 Minuten mit 0:2 hinten. Wie wäre wohl das Spiel verlaufen, hätte Julius Biada kurz vor dem 0:1 aus 14 Metern etwas genauer gezielt? Was wäre gewesen, wenn Mads Albaek das in diesem Moment mal mutige Pressing der Lautrer mit dem Anschlusstreffer belohnt hätte? Es blieb wie so oft in dieser Saison nur ein kurzes Aufblitzen.

Protestaktionen auf und neben dem Platz

Der ganze Frust hätte sich wohl schon im Verlaufe der ersten Hälfte entladen, wäre da nicht der Stimmungsboykott gewesen, den sich alle deutschen Fankurven an diesem Wochenende auf die Fahne geschrieben haben. Um für fangerechte Anstoßzeiten zu protestieren, schwiegen die Anhänger auf beiden Seiten 45 Minuten lang unter dem Motto: "Vereine, ihr habt es in der Hand: Montagsspiele abschaffen!" Auch die Spieler drückten zu Beginn ihren Protest aus - allerdings im Namen ihrer Vereine, um gegen die gegenwärtige Abstiegsregelung und die Gedankenspiele über eine zweigleisige 3. Liga zu demonstrieren. Nach Anpfiff lag der Ball eine Minute lang im Mittelkreis, ohne dass sich ein Spieler dem Spielgerät näherte. Skurrile Szenen eines insgesamt völlig grotesken Abends.

Für das Frontzeck-Team ging es mit dem 0:2-Zwischenstand unter Pfiffen von den rot-weißen Schlachtenbummlern in die Kabine. Und dann gab es den Neuanfang. Der Stimmungsboykott war offiziell zu Ende. Auf der Seite der Heimfans, bei denen nun eine ziemlich überschaubare Gruppe ihren Support aufnahm und diesen mit rot-blauen Fahnen und Papierrollen einläutete, schien erst einmal die Freude über die zwei Tore nachgeholt werden zu müssen. Im Gästeblock stimmten die Anhänger Wechselgesänge und ein lautes "Lautern, allez allez" an. Den Vers "Wollen alles geben" nahmen allerdings nur die von Regen getränkten Fans wirklich ernst. Auf dem Platz war von einem Neuanfang nichts zu sehen, vielmehr ging das Endspiel seinem (un-)würdigen Ende entgegen.

Nach der Pause machen die Fans noch einmal Stimmung

Denn die Mannschaft, nun mit Elias Huth und Christian Kühlwetter in ihren Reihen, bäumte sich nur noch einmal kurz auf. Dann ging das altbekannte Spiel ohne wirkliche Ideen in der Offensive und haarsträubenden Fehlpässen weiter. Gefährlich wurde es nur aus der Distanz. Deutlich näher kamen die Gastgeber ihrem dritten Treffer, was selbst die Haupttribüne zu hörbaren "Haching, Haching"-Rufen bewegte.

Dies alles setzte sich fort, als Sascha Bigalke in der 65. Minute einen lächerlich einfach herausgeholten Elfmeter zum 3:0 verwandelte. Beim FCK-Anhang erstarrte die Unterstützung augenblicklich. Michael Frontzeck nahm regengeschützt auf der Bank Platz. Und so ging es quälend langen 25 Minuten dem Ende entgegen, in denen die entfesselten Hausherren spielend leicht zu zwei weiteren Treffern kamen. Am Ende tanzte nicht nur Haching-Trainer Claus Schromm vor der Heimtribüne.

Das letzte Mal "Frontzeck raus"

Im Gästeblock blieb es bis zum Schlusspfiff erstaunlich still. Nur bei einem Eckball wurde einmal kurz provoziert, Becher flogen, die Polizei marschierte auf, die Fans hingen ihre Zaunfahnen ab. Nach dem Schlusspfiff stellte sich die Mannschaft erneut den wütenden Fans, sofern überhaupt noch welche da waren. Die Mehrheit brüllte noch einmal "Frontzeck Raus". Es dürfte das letzte Mal in dieser Saison gewesen sein.

Autor: paulgeht

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