Spielbericht: 1. FC Kaiserslautern - Hallescher FC

Ein Königreich für ein Tor

Ein Königreich für ein Tor


Wieder kein Sieg für den FCK: Gegen Halle zeigte sich zwar die Abwehr verbessert, aber wer vorne mal ein Tor schießen soll, bleibt eine ziemlich schwierig zu beantwortende Frage - findet DBB-Autor Dominic Bold.

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Ein Spiel so mies wie das Wetter: Beim 0:0 des 1. FC Kaiserslautern gegen den Halleschen FC sahen die Zuschauer keine Tore und auch nur wenig mehr Fußball. Angesichts der kaum zu fassenden Harmlosigkeit der Lautrer Offensive bedeutet das Unentschieden immerhin einen Punkt gegen das Abrutschen in den Tabellenkeller.

Offiziell waren es noch 19.176 Zuschauer, die den Weg ins Fritz-Walter-Stadion fanden, aber die Diskrepanz zwischen dieser vermeldeten Zahl und dem tatsächlichen Besuch ist ungefähr so groß wie die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit im sportlichen Bereich. Voller als sonst war nur die Ostkurve, wo knapp 2.000 Halle-Fans nicht nur quantitativ überzeugten, sondern vor allem in der ersten Halbzeit lautstark und geschlossen ihre Mannschaft unterstützten.

Sportlich und akustisch unterlegen

Damit spiegelte sich das Geschehen auf dem Platz auch auf den Tribünen wider, denn der anfangs gezeigte Wille zum Support aus der Westkurve war immer schwerer aufrecht zu halten angesichts der Tatsache, dass die eigene Mannschaft kaum einmal mehr als wenige Sekunden am Ball wär, während Halle die Partie ohne großen Aufwand kontrollierte.

Als Konsequenz aus den in Münster kassierten Kontertoren wählte Sascha Hildmann mit Kevin Kraus für den auf die Tribüne verbannten Theo Bergmann und Janek Sternberg für Florian Pick eine personell defensivere Variante gegen den Tabellendritten, die dadurch verstärkt wurde, dass sich die beiden Außen Dominik Schad und Sternberg erst einmal darauf konzentrierten, die jeweilige Seite dicht zu machen.

Kein einziger Torschuss

Wie ängstlich und hilflos sich der FCK in der ersten Halbzeit bei eigenem Ballbesitz präsentierte, ist damit aber nicht zu erklären. Meistens wurde der Ball mit einem Stoßgebet Richtung Hallenser Hälfte gedroschen. Jeder Versuch eines eigenen Spielaufbaus landete nach spätestens zwei Stationen beim Gegner. Aus dem Spiel kamen die Roten Teufel nicht zu einem einzigen Torschuss. Lediglich nach einem Freistoß wurde es einmal gefährlich, aber Mathias Fetsch klärte per Kopf für seinen Keeper. Trotzdem war das Unentschieden zur Pause schmeichelhaft, denn Fetsch (3.) und Bentley Baxter Bahn, der am blitzschnell reagierenden Lennart Grill scheiterte (30.), hatten zwei Chancen auf dem Fuß, die sich eine Spitzenmannschaft normalerweise nicht entgehen lässt.

Nach der Pause mühte sich der FCK vom Anpfiff weg redlich, den verzagten Eindruck der ersten Hälfte zu revidieren. Brenzlig vor dem Hallenser Tor wurde es aber nur nach einem Eckball, den Kai Eisele vor die Füße von Jan Löhmannsröben faustete, doch dessen Schuss wurde von Björn Jopek mit dem - in den Augen des Schiedsrichters Robert Kampka - angelegten Arm geblockt.

Abwehr steht, aber Thiele trifft nicht

Mit der Einwechslung von Nachwuchsmann Antonio Jonjic für den arg blassen Julius Biada erhielt das Offensivspiel einen weiteren Impuls und tatsächlich gelang es dem FCK noch, sich zwei Chancen herauszuspielen. Erst köpfte Timmy Thiele aus spitzem Winkel drüber (72.), hätte aber sechs Minuten später der Matchwinner sein können, ja müssen, produzierte nach einem klasse Sprint aber einen Torschuss, der HFC-Torwart Eisele nicht ins Schwitzen brachte (78.)

Das immerhin, ist eine der wenigen positiven Erkenntnisse des Tages, dass nämlich ein einziges Tor zum Sieg reichen kann, wenn die Abwehr immer so resolut und nahezu fehlerfrei verteidigt wie in der zweiten Halbzeit. Aber wer dieses eine Tor schießen soll, bleibt eine von vielen dringlichen Fragen, die man als Lautrer in den nächsten Wochen - und vor allem am kommenden Samstag gegen den KSC - gerne beantwortet bekäme.

Gerade weil man dieser Mannschaft hinsichtlich der oft geforderten Tugenden Einsatz und Leidenschaft kaum einen Vorwurf machen kann, scheint eine spontane Verbesserung der spielerischen Mittel nicht realistisch. Es ist leider zu befürchten, dass das Wetter schneller besser wird als die Spiele des FCK.

Autor: lehrer pöppl

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