Kummt Senf druff

Wozu dieser Klub imstande wäre...

Wozu dieser Klub imstande wäre...


Die guten Nachrichten des Showdowns am Montagabend: Die Lizenz ist gerettet und der 1. FC Kaiserslautern ist nicht erpressbar. Der Appell an die zerstrittenen Funktionäre lautet jetzt einmal mehr: Reißt Euch endlich zusammen!

Der FCK ist nicht erpressbar und er ist auch nicht - wie im Vorfeld befürchtet - auseinandergebrochen. Es sind diese zwei wesentlichen Aspekte, die der am späten Montagabend gefundene Kompromiss mit sich bringt. Alle Verantwortungsträger stehen nun in der Pflicht. Es kann wie so oft in den vergangenen Monaten und Jahren nur heißen: Lasst die Grabenkämpfe hinter Euch!

Es waren für FCK-Fans schlimme Wochen. Auf dem Platz unterstrichen die Roten Teufel vor dem 4:0-Sieg gegen Unterhaching eindrucksvoll ihre Positionierung im Tabellen-Niemandsland. Abseits stritten die Funktionäre so erbittert und heftig, wie es schon lange nicht mehr - wahrscheinlich sogar noch nie - der Fall gewesen war. Und über allem thronte plötzlich wieder die quälende Ungewissheit: Hat dieser Klub überhaupt noch eine Zukunft über das Monatsende hinaus? Nagende Ängste wurden geschürt, Spaltungen entstanden und die Gefühle des Betze-Anhangs wurden zum Spielball einer kaum vergleichbaren Schlammschlacht.

Ein Befreiungsschlag, aber weitere Herausforderungen warten



Eigentlich unverzeihliche Vorgänge, doch immerhin - eine kaum für mögliche gehaltene Wendung hat dafür gesorgt, dass aus diesem Spiel zunächst keiner als Verlierer herausgehen müsste. Michael Littig bleibt in seinem Amt und ist nicht auf Wunsch eines fremden, potenziellen Kreditgebers zurückgetreten. Die Lizenz scheint gesichert und der FCK erhält sogar weiteres Eigenkapital. Es ist eine konstruktive Alternative, die damit vor allem die übertriebene Zuspitzung der vergangenen Tage - "Becca-Deal oder keine Lizenz" - erfolgreich ausgehebelt hat.

Es ist ein Befreiungsschlag, der natürlich die langfristigen Probleme des FCK nicht lösen wird. Doch er kann ein Anfang sein, endlich gemeinsam und konstruktiv an der Zukunft zu arbeiten - ohne dass der FCK seine Integrität aufgeben muss. Es mag nach den vergangenen Wochen ein frommer Wunsch sein, doch angesichts dieser großen Herausforderungen bleibt zu hoffen, dass die öffentlich ausgetragenen Streitigkeiten ein Ende haben werden. Es gibt auch eine friedliche Lösung, Fans sammeln für ihren Klub über drei Millionen Euro, Sponsoren und Geldgeber halten ihrem Verein trotz jahrelanger Misere die Treue - zu was wäre dieser Klub wohl imstande, wenn seine Verantwortlichen nicht ständig in Streit und Missgunst gegeneinander arbeiten würden?

Autor: paulgeht

Weitere Links zum Thema:

- Chronologie im DBB-Forum: Regionale Investoren unterstützen den FCK mit Eigenkapital

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