Aktuelles und Historisches zur Heimstätte der Roten Teufel.

Beitragvon Thomas » 05.11.2019, 22:21


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Stadion: FCK beantragt erneute Mietminderung

Der 1. FC Kaiserslautern hat bei der Stadt Kaiserslautern einen Antrag auf reduzierte Stadionpacht auch über die Saison 2019/20 hinaus gestellt. Dies meldet die "Rheinpfalz".

In der 3. Liga ist die volle Stadionpacht in Höhe von 3,2 Millionen Euro pro Jahr für den FCK kaum zu stemmen und wäre nur mit dramatischen Einsparungen bei der Fußballmannschaft möglich. Deshalb beantragt der Klub nun erneut das Modell, welches im März 2017 nach harten Diskussionen für zunächst zwei Jahre vom Stadtrat genehmigt wurde: Dieses sieht 425.000 Euro Pacht in der 3. Liga, 2,4 Millionen Euro in der 2. Bundesliga und gestaffelt bis zu maximal 4,6 Millionen Euro in der Bundesliga vor (siehe damalige DBB-Meldungen). Etwaige Minusbeträge muss die Stadt tragen.

Der Antrag des Vereins liegt nun beim Aufsichtsrat der städtischen Stadiongesellschaft vor. Sollte dieser zustimmen, müsste noch der Stadtrat die fälligen Ausgleichszahlungen genehmigen. Laut Oberbürgermeister Klaus Weichel gegenüber der "Rheinpfalz" sollen konkrete Gespräche mit den FCK-Verantwortlichen nach der Mitgliederversammlung am 01. Dezember 2019 geführt werden.

Quelle: Der Betze brennt / Rheinpfalz


Ergänzung, 26.11.2019:

Stadt will Land um Hilfe für FCK-Stadion bitten

Der Stadtrat Kaiserslautern hat Oberbürgermeister Klaus Weichel (SPD) beauftragt, mit dem Land Rheinland-Pfalz über eine finanzielle Hilfe der Stadiongesellschaft zu verhandeln.

Bislang ist der 1. FC Kaiserslautern als einziger Mieter für die Instandhaltung des Fritz-Walter-Stadions zuständig. Vor wenigen Tagen hatte der FCK in einem Antrag darum gebeten, dass die städtische Stadiongesellschaft sich in Zukunft teilweise an den Betriebskosten beteiligt. Die CDU-Fraktion im Stadtrat sieht die Stadt aufgrund ihrer angespannten finanziellen Lage damit jedoch überfordert. (…)

Quelle und kompletter Text: SWR


Ergänzung, 12.12.2019:

Stadtrat berät am 20.01. über FCK-Stadionkosten

Der Kaiserslauterer Stadtrat wird in einer Sondersitzung am 20. Januar 2020 über zwei Anträge des 1. FC Kaiserslautern debattieren: Der Verein hat eine erneute Reduzierung der Miete sowie eine Deckelung der Unterhaltskosten für das Fritz-Walter-Stadion beantragt.

Oberbürgermeister Klaus Weichel (SPD) bestätigte diesen Termin gegenüber der "Rheinpfalz". Zuvor will Weichel beim rheinland-pfälzischen Innenministerium zwecks finanzieller Unterstützung vorsprechen. Aus den Reaktionen des Landes und des Stadtrates soll eine Weisung an den Aufsichtsrat der Stadiongesellschaft folgen, der wiederum am 29. Januar 2020 über eine Kostensenkung für den FCK beraten werde. Sollte es dann noch weitere Probleme geben, könnte der Stadtrat diese in seiner regulären Sitzung am 03. Februar 2020 nochmals aufgreifen.

FCK-Anträge für die 3. Liga: 425.000 Euro Miete & 500.000 Euro Unterhalt

Eingeladen zu der Stadtratssitzung am 20. Januar 2020 ist auch der neue FCK-Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt. Dieser hatte vor einer Woche bei seiner Vorstellung deutlich klargestellt, dass der Verein sich die vollen Stadionkosten in der 3. Liga schlicht und einfach nicht leisten könne. Voigts Vorgänger Michael Klatt und Martin Bader hatten deshalb folgende beiden Anträge gestellt: Zum einen soll die Stadionpacht wie zuletzt auf 425.000 Euro plus Bonuszahlungen in der 3. Liga und auf 2,4 Millionen Euro in der 2. Bundesliga abgesenkt werden. Und zum anderen möchten die FCK-Verantwortlichen erstmals auch die Instandhaltungskosten für den Verein auf maximal 500.000 Euro deckeln. Im regulären Stadionvertrag, der noch aus Bundesliga-Zeiten stammt, sind 3,2 Millionen Euro Pacht sowie sämtliche Unterhaltskosten zulasten des FCK vorgesehen. Da sowohl der Verein als auch die Stadt kaum noch finanzielle Spielräume haben, sind wie schon in den vergangenen Jahren wieder harte Diskussionen zu erwarten.

Quelle: Der Betze brennt / Rheinpfalz


Ergänzung, 06.01.2020:

Stadionkosten: FCK zieht einen der Anträge zurück

Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern hat einen der beiden Anträge, über die der Stadtrat diesen Monat entscheiden sollte, zurückgezogen. Entsprechende RHEINPFALZ-Informationen bestätigte am Montag Oberbürgermeister Klaus Weichel. Zurückgezogen hat der Klub den Antrag, die Unterhaltungskosten für das Fritz-Walter-Stadion zu deckeln. Wenn der Stadtrat am 20. Januar zu einer Sondersitzung zu dem Thema zusammenkommt, geht es "nur" noch um die Stadionmiete für die Zukunft. Mehr Details zum zurückgezogenen und noch gültigen Stadion-Antrag des FCK.

Quelle: Rheinpfalz


Ergänzung, 08.01.2020:

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OB Weichel fordert FCK-Aktien für Mietnachlass

Am 20. Januar 2020 berät der Stadtrat Kaiserslautern über den Antrag des 1. FC Kaiserslautern, die Pacht für das Fritz-Walter-Stadion auch in der kommenden Saison abzusenken (siehe Chronologie im DBB-Forum). Oberbürgermeister Klaus Weichel bringt hierfür nun den Abtritt von FCK-Anteilen ins Spiel und hat dazu die nachfolgende Pressemitteilung veröffentlicht.

Mit dem erneuten Antrag auf eine Mietminderung für das Fritz-Walter-Stadion hat der 1. FC Kaiserslautern Ende 2019 zum Ausdruck gebracht, dass die wirtschaftliche Lage des Vereins aufgrund der sportlichen und finanziellen Situation in der dritten Liga weiterhin nicht tragbar ist. Die Stadt Kaiserslautern und die Stadiongesellschaft haben dies als Vermieter des Fritz-Walter-Stadions besorgt zur Kenntnis genommen. Als Voraussetzungen für Verhandlungen über eine mögliche Reduzierung der Pacht hat Oberbürgermeister Klaus Weichel im Vorfeld der Stadtratssitzung am 20. Januar jedoch erstmals Forderungen nach einem Gegenwert an die Verantwortlichen des 1. FC Kaiserslautern gestellt.

OB Weichel: "So sehr wir uns für die Region eine sportliche Wiederauferstehung des FCK wünschen, so sehr müssen wir als Stadt Kaiserslautern die Interessen der Steuerzahler, den städtischen Finanzhaushalt und die erdrückende Altschuldenlast Kaiserslauterns berücksichtigen. Mit unserer erstmaligen Forderung nach einem finanziellen Gegenwert reichen wir dem FCK nicht als geprellter Vermieter oder gar Mäzen die Hand, sondern als städtischer Partner, der die Interessen der Fans versteht und die Sorgen der Bürger im Blick hat."

Weichel: "Einen Gegenwert für die Stadt schaffen"

"Das finanzielle Entgegenkommen der Stadiongesellschaft gegenüber dem FCK ist bisher wiederholt zu Lasten des Finanzhaushalts ohne nennenswerten Gegenwert erfolgt", schildert das Stadtoberhaupt. "Darum hege ich den Wunsch, bei einem weiteren Mietnachlass auch eine konkrete Kompensation für die Stadiongesellschaft und somit auch für die Stadt zu erwirken - und zwar in Form von Aktien der Kapitalgesellschaft des 1. FC Kaiserslautern. Es kann nicht sein, dass diese Leistungen als selbstverständlich hingenommen werden." Eine solche Kompensation könne nach Ansicht des Oberbürgermeisters sowohl die Akzeptanz der Stadtratsmitglieder als auch der Kommunalaufsicht für weitere finanzielle Zugeständnisse an den FCK fördern. Seine Forderungen habe er den FCK-Verantwortlichen heute in einem Gespräch mitgeteilt.

"Diese neue Basis kann ein erstes Fundament sein, auf dessen Zukunft am Betzenberg gestaltet und in Einklang mit den Bürgerinteressen und den kommunalen Aufsichtsbehörden gebracht werden kann. Wir brauchen neue Ideen und innovative Wege, um uns gemeinsam aus der Negativspirale der letzten Jahre zu befreien", so OB Weichel abschließend.

Quelle: Stadt KL


Ergänzung, 09.01.2020:

Quante: Pachtnachlass für FCK nur mit Gegenwert

In der Debatte um die Pachtzahlungen für das Fritz-Walter-Stadion, über die am 20. Januar der Stadtrat Kaiserslautern berät, hat sich nun auch der Bund der Steuerzahler zu Wort gemeldet. Dessen Geschäftsführer René Quante unterstützt in einer Pressemitteilung den Vorschlag von Oberbürgermeister Klaus Weichel.

Der Steuerzahlerbund begrüßt den Vorstoß von Oberbürgermeister Klaus Weichel, dem 1. FC Kaiserslautern eine erneute Pachtsenkung nur gegen Anteile an deren Profi-Gesellschaft gewähren zu wollen. Damit greift Weichel einen BdSt-Vorschlag auf. Die kostspielige wie erfolglose Politik der Sportwetten muss endlich enden. Auch das Land Rheinland-Pfalz sieht der BdSt nicht in der Verantwortung, den Profifußball des FCK direkt oder indirekt zu finanzieren.

"Stolze Pachtsenkungen in der 2. und 3. Liga für illusorische Mondschein-Pachten in der 1. Bundesliga - die bisherige Politik der Sportwetten auf die Roten Teufel führte wiederholt zu unnötigen Millionenschäden zulasten der Stadtkasse. Deswegen sind wir froh, dass Oberbürgermeister Klaus Weichel davon wegkommen will und einen BdSt-Vorschlag aufgreift. Wenn schon eine Pachtsenkung bei der Nutzung des Fritz-Walter-Stadions, dann nur gegen einen angemessenen Gegenwert wie Anteile an der Profi-Gesellschaft der Roten Teufel. Wir hoffen, dass diese Sicht künftig auch von der Mehrheit im Stadtrat geteilt wird", so René Quante, Geschäftsführer des BdSt Rheinland-Pfalz. "Die Aktien sollte am besten die stadteigene Stadiongesellschaft halten. Auf diese Weise könnte ein interessierter Großinvestor wie Flavio Becca später die gesamte Stadiongesellschaft mit allen Vermögenwerten, aber auch allen Verbindlichkeiten kaufen. Was die Roten Teufel und der Investor dann unter sich ausmachen, wäre ihre Sache. Hauptsache die Steuerzahler sind endlich aus dem Spiel."

"Auch der 1. FC Kaiserslautern sollte sich von der Vorstellung verabschieden, dass die Stadtkasse immer wieder großzügig zur Lösung seiner Finanzprobleme beiträgt. Private Kreditgeber sowie die Betze-Anleihehalter bekommen jährliche Zinsen und am Ende ihr Geld zurück. Die Investoren sollen Anteile an der Profi-Gesellschaft, Einfluss und echte Rendite-Chancen erhalten. Da kann es nicht sein, dass das hochverschuldete Kaiserslautern über die Pacht-Konstruktion millionenschwere Schäden erleidet, aber private Dritte mit dem Profi-Fußball Kasse machen können", kritisiert Quante.

Vom Wunsch des Stadtrates von Kaiserslautern nach einer finanziellen Beteiligung des Landes Rheinland-Pfalz zur Unterstützung des FCK hält der Steuerzahlerbund gar nichts. "Wenn die Roten Teufel Spiele gewinnen und aufsteigen, dann lag es am tollen Fußball. Wenn dagegen die Roten Teufel spielerisch erfolglos sind, dann sind die Folgekosten aus dem Stadionausbau für die Weltmeisterschaft von 2006 mit schuld. Dieses Spielchen kennen wir nur zur Genüge", moniert der BdSt-Geschäftsführer. "Das Land Rheinland-Pfalz hat all seine vergangenen Pflichten erfüllt. Für die Spielerfolge ist wiederum einzig der FCK zuständig. Wenn die nicht geliefert werden, so ist es nicht Aufgabe der Landeskasse, erfolglosen Profi-Fußball zu subventionieren - auch nicht indirekt, wenn das Land die Stadt für neue Pachtreduzierungen teilentschädigen würde."

Quelle: Bund der Steuerzahler


Ergänzung, 09.01.2020:

Der 1. FC Kaiserslautern nimmt Stellung

Im folgenden nimmt der 1. FC Kaiserslautern Stellung zur Pressemitteilung der Stadt Kaiserslautern vom 8. Januar 2020 in Bezug auf die Pacht des Fritz-Walter-Stadions.

Die Verantwortlichen des 1. FC Kaiserslautern zeigen sich über den Zeitpunkt und Inhalt der am Mittwoch öffentlich getätigten Aussagen des Oberbürgermeisters der Stadt Kaiserslautern, Dr. Klaus Weichel, irritiert.

Bei allem Verständnis darüber, dass der Oberbürgermeister die Interessen der Stadt und seiner Bürger vertreten muss, können die FCK-Verantwortlichen nicht nachvollziehen, dass unter Berücksichtigung des Status Quo der laufenden Gespräche zur Lösungsfindung zwischen den Partnern, der 1. FC Kaiserslautern nun vor vollendete Tatsachen gestellt werden soll.

Bereits im September sowie im Dezember 2019 hatte der Oberbürgermeister den Verantwortlichen des 1. FC Kaiserslautern gegenüber erklärt, dass er den Verein in seinem Wunsch zur Fortschreibung der Pachtreduzierung unterstützen will.

An dieser Zielsetzung hält der 1. FC Kaiserslautern auch weiterhin fest und freut sich auf die Fortsetzung der vertrauensvollen Verhandlungen.

Quelle: Pressemeldung FCK


Ergänzung, 10.01.2020:

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Merk zum Stadion: "Wir führen weiter Gespräche"

Der Vorstoß von Oberbürgermeister Klaus Weichel in Sachen Stadionpacht hat beim 1. FC Kaiserslautern für Irritation gesorgt. Die FCK-Verantwortlichen nehmen das Thema ernst, wollen aber weiter mit allen Beteiligten im konstruktiven Gespräch bleiben. Wir haben dazu bei Markus Merk nachgefragt.

"Wir haben viele Puzzlestücke und sind dabei, diese zu einem großen Bild zusammenzufügen. Aber wenn ein Mosaikstein nicht funktioniert, dann können auch andere ins Wanken geraten", erklärt der Beiratsvorsitzende Merk im Gespräch mit Der Betze brennt. Neben der Stadionpacht haben die neuen FCK-Bosse bekanntlich noch viele weitere Variablen, die sie auf dem Weg zur Lizenz für die kommende Saison berücksichtigen müssen. Und alle Schritte müssen dabei gut aufeinander abgestimmt werden.

"Im Dezember hatte uns der Oberbürgermeister noch unterstützt"

Für die 3. Liga hat der FCK einen Antrag zur erneuten Absenkung der Stadionpacht auf 425.000 Euro gestellt, gleichzeitig aber einen Antrag auf Beteiligung der Stadiongesellschaft an den Unterhaltskosten zurückgezogen. Umso überraschter waren die FCK-Verantwortlichen nun, als Kaiserslauterns Oberbürgermeister Weichel per Pressemitteilung die Forderung nach Aktienanteilen stellte. Merk dazu: "Wir haben über Wochen hinweg am großen Ganzen gearbeitet. Dabei hatte uns im Dezember auch der Oberbürgermeister konstruktiv unterstützt. Dass er nun im Januar unseren Antrag im Stadtrat verändert und dies auch sofort öffentlich kommuniziert hat - darüber waren wir irritiert und haben das auch so kundgetan."

Gesprächsangebot an Quante - Stadionrückkauf als Zukunftsvision

Am 20. Januar soll im Kaiserslauterer Stadtrat über die Pachtreduzierung und mögliche Gegenleistungen entschieden werden. Merk und Co. wollen die verbleibende Zeit nutzen, um weiter miteinander zu sprechen, haben neben den Politikern auch Kritikern wie Steuerzahlerbund-Chef René Quante ein persönliches Gespräch angeboten. Mittelfristig ist der Rückkauf des Fritz-Walter-Stadions die Vision der Vereinsbosse. Merk: "Wir führen weiter Gespräche in allen Bereichen und haben unsere Ideen, wie wir weiter vorgehen wollen. Gerade rund um das Thema Stadion streben wir eine zeitnahe, zukunftsorientierte, gesellschaftliche Lösung an."

Quelle: Der Betze brennt


Ergänzung, 13.01.2020:

Stadionpacht: Entscheidung wohl erst im Februar

Eigentlich sollte der Kaiserslauterer Stadtrat am 20. Januar darüber entscheiden, wieviel Pacht der 1. FC Kaiserslautern kommende Saison für das Fritz-Walter-Stadion bezahlen muss. Nun könnte der Beschluss aber um zwei Wochen auf den 03. Februar verschoben werden.

Diesen Wunsch haben einem Bericht der "Rheinpfalz" zufolge sowohl der FCK als auch die Fraktionen von CDU, Grünen und FWG geäußert. Aus Sicht der drei Parteien, die derzeit eine Koalition im Stadtrat gegen Oberbürgermeister Klaus Weichel (SPD) vorbereiten, liegen momentan noch nicht genügend Informationen auf dem Tisch. Deshalb sollen auf der Sondersitzung am 20. Januar zunächst die noch offenen Fragen thematisiert werden, ehe auf der regulären Sitzung am 03. Februar dann die Entscheidung fallen soll. Ob es tatsächlich zu dieser Verschiebung kommt, steht aber noch nicht fest.

Stadtrat fordert genauere Infos vom Bürgermeister und vom FCK

Den Vorschlag von OB Weichel, der Stadiongesellschaft FCK-Aktien als Gegenleistung für einen Mietnachlass zu überschreiben, bewerten CDU, Grüne und FWG zunächst positiv. Aber auch hierzu sollten erstmal genauere Informationen gegeben werden. Im Vergleich zu den letzten Mietverhandlungen vor zwei Jahren hat sich zudem auch beim FCK einiges verändert: Der Verein hat seine Lizenzspielerabteilung ausgegliedert, verhandelt mit großen und kleineren Investoren, hatte letzten Sommer den Einstieg des Luxemburgers Flavio Becca mit bis zu 25 Millionen Euro angekündigt. Auch zu diesen Themen verlangen die Parteien weitere Erklärungen, ebenso wie zu der Frage, warum die Säule für "Fans und Mitglieder" als Investoren noch nicht geöffnet wurde. "Es sollte das gemeinsame Ziel sein, eine Lösung zur Sicherung der Existenz des 1. FCK zu realisieren", zitiert die "Rheinpfalz" aus dem gemeinsamen Antrag von CDU, Grünen und FWG.

Der komplette Bericht unter dem Titel "Wird am 20. Januar über die FCK-Stadionmiete überhaupt entschieden'" ist in der Online-Ausgabe der "Rheinpfalz" (kostenpflichtig oder mit Abonnenten-Login) verfügbar.

Quelle: Der Betze brennt / Rheinpfalz


Ergänzung, 15.01.2020:

Stadtrat: Anträge zur Stadionmiete veröffentlicht

Am kommenden Montag tagt der Kaiserslauterer Stadtrat in einer Sondersitzung zum Thema Fritz-Walter-Stadion. Bezüglich der zukünftigen Pachtzahlungen des 1. FC Kaiserslautern liegen zwei Anträge vor, die heute online zugänglich gemacht wurden.

Die öffentliche Sitzung am Montag, den 20. Januar 2020 beginnt um 16:00 Uhr mit einer Einwohnerfragestunde. Schon hier könnten einige interessante Themen, sei es von FCK-Fans oder anderen Bürgern, genauer hinterfragt werden. Die komplette Tagesordnung der Sitzung wurde auf der Internetseite der Stadt Kaiserslautern veröffentlicht:

» Zur Tagesordnung: Sondersitzung Stadtrat Kaiserslautern am 20. Januar 2020

Antrag der Parteien: Mehr Informationen von allen Beteiligten

Nach der Einwohnerfragestunde folgt unter Tagesordnungspunkt 3 der gemeinsame Antrag der Fraktionen von CDU, Grünen und FWG, über den vor ein paar Tagen schon die "Rheinpfalz" berichtet hatte. Die drei Parteien wollen den FCK als wichtige Institution der Stadt unterstützen, so heißt es wörtlich: "Es sollte das gemeinsame Ziel sein, eine Lösung zur Sicherung der Existenz des 1. FCK zu realisieren!" Gleichzeitig solle aber auch sehr kritisch die Bedürftigkeit des Klubs sowie die Ausgestaltung einer möglichen Hilfestellung hinterfragt werden. Konkret werden die FCK-Verantwortlichen sowie der Oberbürgermeister aufgefordert, genauere Auskunft zu Entwicklungen, Konzepten und Verhandlungen sowie zum Interesse von Investoren geben.

» Zum kompletten Antrag der Fraktionen CDU, Grüne und FWG

Beschlussvorlage des Bürgermeisters: Mietnachlass gegen FCK-Aktien

Unter Tagesordnungspunkt 4 hat Oberbürgermeister Klaus Weichel einen Antrag des 1. FC Kaiserslautern aufgenommen und um einen Zusatzpunkt ergänzt: Demnach soll der Stadtrat darüber abstimmen, dem FCK in den Saisons 2020/21 und 2021/22 einen Mietnachlass zu gewähren. Die reguläre Stadionpacht in Höhe von 3,2 Millionen Euro soll in der 2. Bundesliga auf 2,4 Millionen Euro und in der 3. Liga auf 425.000 Euro (plus mögliche Bonuszahlungen) abgesenkt werden. In der Bundesliga würde die Pacht auf über 4 Millionen Euro ansteigen. Diesem Antrag des Vereins wurde - auch darüber wurde bereits berichtet - seitens des Bürgermeisters noch die Forderung nach einer Gegenleistung zum Beispiel in Form von FCK-Aktien hinzugefügt.

» Zur kompletten Beschlussvorlage des Oberbürgermeisters

Nach jetzigem Stand ist davon auszugehen, dass die Entscheidung über die Stadionpacht am Montag um mindestens zwei Wochen vertagt wird. In der Zwischenzeit werden die Fraktionen die neu erhaltenen Informationen auswerten. Die nächste reguläre Sitzung des Stadtrats ist dann für Montag, den 03. Februar 2020 vorgesehen.

Quelle: Der Betze brennt


Ergänzung, 16.01.2020:

Der FCK, die Stadt, das Stadion: Ein Teufelskreis

Das Fritz-Walter-Stadion: Ein seit Jahren heiß diskutiertes Thema. Nun fordert die Kommunalpolitik einen Wertausgleich für künftige Pachtsenkungen zugunsten des 1. FC Kaiserslautern. Eine Lösung des Problems ist es jedoch nicht. Im Gegenteil: Das verschiebt es nur in die Zukunft.

Australier, die mit aufblasbaren Kängurus ganz Kaiserslautern in eine einzige Partymeile verwandelten. Dazu der karibische Flair, den die tanzenden und singenden Anhänger aus Trinidad und Tobago verbreiteten. Was während der Weltmeisterschaft 2006 in der 100.000-Einwohner-Stadt Kaiserslautern los war, ist bis heute unvergessen. Die Vielfalt, die Stimmung in der mit Abstand kleinsten WM-Stadt des Landes war einzigartig. Rund eine Million Besucher bevölkerten die Stadt im Pfälzerwald, die das WM-Motto, "Die Welt zu Gast bei Freunden", auslebte, wie wohl kaum eine Zweite. Doch nach der WM folgte der große Kater - der eigentlich absehbar war.

Kurz gefasst: Der für die WM notwendige Ausbau endete in einem finanziellen Fiasko. Statt der ursprünglich veranschlagten Summe von rund 48 Millionen Euro - verteilt auf die Stadt, Land und Verein - stiegen die Kosten auf über 70 Millionen Euro. Lange war die Finanzierung unklar, doch Stadt und Land sprangen letztlich ein. Die drohende Insolvenz des sich auch abseits der Stadionthematik in Geldnot befundenen FCK konnte nur abgewendet werden, indem die Fritz-Walter-Stadion-Gesellschaft GmbH, deren einziger Gesellschafter die Stadt Kaiserslautern ist, das Stadion und das Nachwuchsleistungszentrum 2003 vom Verein erwarb. Der dafür nötige Kredit beläuft sich nach mehreren Umschuldungen auf rund 66 Millionen Euro und läuft bis ins Jahr 2036. Vorzeitige Tilgungen sind nicht vorgesehen, stattdessen hoffte man schon damals auf einen Investor - bis heute vergebens. Immerhin 14 Millionen Euro sind als Kapitalrücklage gebildet. (…)

Quelle und kompletter Text: Kicker


Ergänzung, 18.01.2020:

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Stadionmiete: Layenberger schreibt offenen Brief

In der Debatte um die Pachtzahlungen für das Fritz-Walter-Stadion hat sich Harald Layenberger mit einem offenen Brief an den Stadtrat und Oberbürgermeister Klaus Weichel gewandt. Der FCK-Hauptsponsor und gebürtige Kaiserslauterer schreibt: "Lautern ist und bleibt der FCK und der FCK ist Lautern."

"Schuldzuweisungen an Bund, Land und/oder Stadt zu tätigen, ist im Moment für mich genauso absurd wie mit hochtrabenden Theorien und Statistiken aufzuwarten um beweisen zu wollen, dass der alleinig Schuldige an der Misere der 1. FC Kaiserslautern und der allseits Leidtragende dadurch der Steuerzahler ist", so Layenberger vor der Sitzung des Stadtrats am Montag. Dann wird die Politik über Forderungen und Zugeständnisse an den FCK beraten, der sich die volle Stadionmiete in Höhe von 3,2 Millionen Euro in der 3. Liga nicht leisten kann (siehe Chronologie im DBB-Forum).

Layenberger appelliert: "Hört auf mit der Suche nach dem Schuldigen, konzentriert Euch auf eine zukunftsgerichtete dauerhafte Lösung. (…) Denn Lautern ohne FCK ist die schlechteste aller Lösungen für uns alle, auch für den Steuerzahler!"

» Zum kompletten Schreiben von FCK-Hauptsponsor Harald Layenberger

Offener Brief an alle Verantwortlichen und Mitveranwortlichen der Stadtpolitik, sowie an den Oberbürgermeister der Stadt Kaiserslautern!

Sehr geehrte Damen und Herren des Stadtrates, liebe Politiker,
Werter Herr Dr. Weichel,

vorweg möchte ich betonen, dass ich weder einer politischen Partei angehöre noch in irgend einem politischen Lager stehe. In Sachen Fritz Walter Stadion und 1. FCK bin ich weder neutral noch unvoreingenommen. Ich bin gebürtiger Lautrer und langjähriger Bürger dieser Stadt. Groß geworden im Sog eines Traditionsvereins und bis heute darin gefangen, habe ich die WM 2006 in unserer Stadt hautnah miterlebt und wie viele andere den internationalen Flair auf der Partymeile in der Eisenbahnstrasse, fast rund um die Uhr genossen. Als Lautrer sollte, nein als Lautrer muss man eigentlich Fan des 1. FC Kaiserslautern sein. Aber Fußball ist ja bekanntlich nicht alles im Leben und somit gibt es sicher auch einige Menschen in unserer Stadt, deren Leidenschaft zum FCK sich in Grenzen hält und die wenig Verständnis dafür aufbringen, dass eine finanziell marode Stadt wie Kaiserslautern ständig einen Profiverein wie den 1.FCK unterstützt und dies natürlich ausschließlich mit Steuergeldern, also zu Lasten des Steuerzahlers, tut. Mit klarer Kante wird allseits absolutes Unverständnis gepredigt und immer wieder für Verunsicherung gesorgt.

Schuldzuweisungen an Bund, Land und / oder Stadt zu tätigen, ist im Moment für mich genauso absurd wie mit hochtrabenden Theorien und Statistiken aufzuwarten um beweisen zu wollen, dass der alleinig Schuldige an der Misere, der 1. FCK und der allseits Leidtragende dadurch der Steuerzahler ist.

Lautern ist und bleibt der FCK und der FCK ist Lautern. Der kleine gallische Ort, wie man uns früher bezeichnet hat, ist weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Warum? Durch was? Durch wen? Na raten Sie doch mal.

Als Fan, Mitglied und als Hauptsponsor des 1. FCK fordere ich Sie auf, im Sinne des 1.FC Kaiserslautern zu denken und zu handeln. Hört auf mit der Suche nach dem Schuldigen, konzentriert Euch auf eine zukunftsgerichtete dauerhafte Lösung. Die neue Führung von Verein und Kapitalgesellschaft, sowie der neu formierte Aufsichtsrat des eV und Beirat der KGaA hat unser aller Vertrauen verdient, es sind durchweg ehrbare Leute, dass war nicht immer so! Auch diejenigen deren Leidenschaft nicht das runde Leder ist, sollten wissen, daß der 1. FCK ein wichtiger und wesentlicher Wirtschaftsfaktor in und um Kaiserslautern ist.

Hört auf mit den ewigen, gegenseitigen Schuldzuweisungen, denkt und handelt im Interesse von Kaiserslautern und somit im Interesse des 1. FCK, denn Lautern ohne FCK ist die schlechteste aller Lösungen für uns alle, auch für den Steuerzahler!

Quelle: Der Betze brennt


Ergänzung, 19.01.2020:

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Littig zur Stadionmiete: "Nicht ob, sondern wie"

Morgen Nachmittag tagt der Lautrer Stadtrat in erster Sitzung zu den Stadionkosten des 1. FC Kaiserslautern. Einer, der beide Seiten sehr gut kennt, ist Michael Littig. Der 54-Jährige hat nun seine Sicht auf die Dinge veröffentlicht.

Um 16:00 Uhr beginnt die öffentliche Sondersitzung des Stadtrats mit einer Einwohnerfragestunde. FCK-Hauptsponsor Harald Layenberger hat die Fangemeinde zum "Flagge zeigen" am Rathaus aufgerufen. Eine Entscheidung ist am Montag allerdings noch nicht zu erwarten, sondern eher eine ausführliche Diskussion mit anschließender Vertagung auf den 03. Februar. Es geht darum, wieviel Stadionmiete der FCK in den Saisons 2020/21 und 2021/22 bezahlen muss - und was die Stadt bei einer Reduzierung eventuell als Gegenleistung erhält (siehe Chronologie im DBB-Forum).

"Ohne FCK müsste die Stadt kurzfristig 70 bis 90 Millionen aufbringen"

Einer der Protagonisten im Stadtrat ist Michael Littig, der Fraktionsvorsitzender der CDU ist und bis zu seinem erzwungenen Rücktritt vor sieben Monaten auch Aufsichtsratsvorsitzender des FCK war. Er hat sich am Sonntagabend mit einer ausführlichen Mitteilung zu Wort gemeldet, in der er die Situation betriebswirtschaftlich analysiert. Littig appelliert für eine konstruktive Lösung im Sinne aller Beteiligten, die dem FCK auch die nötige Luft zum Atmen lässt, denn: "Ohne FCK müsste die Stadt Kaiserslautern kurzfristig über 70 bis 90 Millionen Euro aufbringen (2,95 Millionen Zinsen bis 2036, Rückzahlung 66 Millionen, abzüglich Erlöse aus Vermarktung Stadion und Gelände). Natürlich kann schöngerechnet werden und spekuliert werden. Aber weder als Stadtrat noch als ehemaliger Aufsichtsrat des FCK liegen mir Informationen vor, die eine andere Rechnung derzeit seriös zulassen. Aber gerne lasse ich mich überraschen!"

» Zum kompletten Schreiben des CDU-Fraktionsvorsitzenden Michael Littig

Fritz-Walter-Stadion - nicht "ob" sondern "wie"! Betriebswirtschaftliche Überlegungen (Vorwarnung: schwer verdaulicher Stoff)

"Gestern Abend war ich in Saarbrücken in der Saarlandhalle: Andy Scott (Sweet) hat mit Uriah Heep, Nazareth und Wishbone Ash Rocklegenden der 70er präsentiert. Ein richtig toller Abend - die alten haben es noch voll drauf, wenngleich natürlich unterstützt von vielen jungen. Und ja - ich schwelge gerne in der Vergangenheit und ein Grinsen beschleicht mein Gesicht, wenn ich an viele tolle Erlebnisse zurück denke.

Neben der Saarlandhalle gestern Abend dann ein Blick auf das Saarbrücker Ludwigsparstadion bzw. die Großbaustelle. Ich war dort zuletzt am 34.Spieltag der Bundesligasaison 85/86. Der FCK hat dort 0:6 gewonnen! Und heute: Anfang 2016 wurde dort der Neubau des Stadions begonnen. Geplante Kosten: 16 Mio Euro für 16.000 Zuschauer. Die Kosten sind zwischenzeitlich auf 41 Mio (!!!) gestiegen - ein Ende ist nicht in Sicht. Am Ende steht zunächst nur eine regionalligafähige Spielstätte.

Was hat das mit unserem Fritz-Walter-Stadion bzw. den aktuellen Diskussionen in Kaiserslautern zu tun? Unsere Stadt steht diesbzgl. wieder einmal vor existentiellen Entscheidungen. Alle emotionalen Argumente sind seit Jahren ausgetauscht. Jeder weiß, dass ich stolzes Mitglied, Fan und nun auch wieder Dauerkartenbesitzer in der Westkurve bin. Zum FCK und dessen Bedeutung ist schon fast alles gesagt. Alle Emotionen sind beschrieben und Liebeserklärungen kundgetan. Nun geht es aber um Sachentscheidungen im Stadtrat von Kaiserslautern!

Als Stadtrat überlege ich mir gerade folgendes: sollte es nicht gelingen, dem FCK eine Restchance für eine Perspektive "1.Bundesliga" zu erhalten und der FCK sich die Spielstätte Fritz-Walter-Stadion nicht mehr leisten können, dann führt das offensichtlich dazu, dass das Fritz-Walter-Stadion als Bundesligaspielstätte aufgegeben wird. Weder der laufende Unterhalt (siebenstellig im Jahr) geschweige denn größere Erhaltungsinvestitionen für das Stadion sind in Kaiserslautern in irgendeinem Haushalt eingeplant. Der "Mieter" muss das tragen.

Aber den Mieter gibt es evtl. nicht mehr??? (so ein Horrorszenario) Was bedeutet das konkret?: (Die wesentlichen Fakten sind öffentlich hier zu finden: Beteiligungsübersicht: Fritz-Walter-Stadion Kaiserslautern GmbH & Änderung des Pacht- und Betreibervertrages im Jahr 2014)

Um es kurz zu machen:

- ohne FCK muss Kaiserslautern kurzfristig über 70 bis 90 Mio Euro aufbringen (2,95 Mio Zinsen bis 2036 , Rückzahlung 66 Mio, abzüglich Erlöse aus Vermarktung Stadion und Gelände). Natürlich kann schöngerechnet werden und spekuliert werden. Aber weder als Stadtrat noch als ehemaliger Aufsichtsrat des FCK liegen mir Informationen vor, die eine andere Rechnung derzeit seriös zulassen. Aber gerne lasse ich mich überraschen!

- Investitionsschutz: das Fritz-Walter-Stadion ist evtl. die wertvollste Investition in Kaiserslautern. Der Neubau eines vergleichbaren Stadions ist heute mit mindestens 300 Mio Euro zu kalkulieren. Der Marktwert ist natürlich ein anderer. Ohne Mieter ist der Wert nicht nur Null sondern evtl. sogar negativ (Immobilie - nicht Grundstück). Ähnlich wie andere öffentliche Einrichtungen, Schwimmbäder, Theater uva. Sehr wohl ergibt sich aber in der gesellschaftlichen Gesamtbetrachtung ein Wert für die Kommune i.S.v. Lebensqualität, Attraktivität der Gemeinde etc. In anderen Städten ist es eher die Frage, wie können wir ein Stadionprojekt realisieren und nicht: wie werde ich mein Stadion los! Zunächst laufen wir also Gefahr, dass wir die prägende Investition in Kaiserslautern der vergangenen 70 Jahren ggf. fahrlässig vernichten und dann auch in den Büchern abschreiben müssen.

- Rückblick auf Saarbrücken: am Beispiel Saarbrücken wird zudem offensichtlich, dass es in Kaiserslautern neben dem Fritz-Walter-Stadion nie (NIE!!!!!) wieder eine regionalligataugliche Spielstätte geben wird, zumindest keine, die eine seriöse Entwicklungsperspektive für eine Bundesligateilnahme bietet. Wir werden in KL wohl absehbar weder 41 Mio plus X aufbringen können geschweige denn die Infrastruktur und Planung für eine neue Spielstätte entwickeln. AUCH NICHT FÜR REGIONALLIGA!!!!! (gut - darüber kann man vielleicht noch streiten - aber mehr nicht)

Ich denke, dass ich diese Szenarien nicht weiter ausführen muss. Wichtig sicher noch folgende Überlegung: "Investoren".

Ein Investor ist jemand, der Ressourcen (Geld, Zeit, Expertise, etc.) einbringt und eine Rendite (i.d.R. monetär) erarbeiten möchte. Im Kontext von Immobilien ist das vergleichsweise gut kalkulierbar. Investitionen in einen Drittligisten sind sicher maximal spekulativ und erfordern neben richtig viel Geld auch eine gute Portion positiver Verrücktheit und den Glauben an (mindestens kleine) Wunder. Wunder können wir in Kaiserslautern - ich war schon bei einigen dabei. Aber ohne Stadion wird das unendlich viel schwerer. Wie soll der FCK aktuell Investoren mobilisieren, wenn es keine kalkulierbare Spielstätte gibt?

Bei allem was ich nun geschrieben habe, könnte man meinen, dass es nur einen Schluss geben kann und zwar den, dass die Stadt Kaiserslautern geradezu bedingungslos unterstützen muss! Tatsächlich fehlt mir auch ohne jeden Bezug zu einem 1.FCK eine alternative Antwort. Allerdings hat Kaiserslautern keinen Cent übrig und ich kann es auch nur schwer akzeptieren, dass eine zweifelsohne überregional begründete Investition von einer bekanntlich finanziell am Ende stehenden Stadt alleine geschultert werden soll!

Vor diesem Hintergrund ist es die Pflicht aller Stadträte jede Entscheidung auf das sachlich bestmöglich belastbare Fundament aufzubauen. Dazu zählt auch in diesem speziellen Fall die Betrachtung des Partners 1. FCKaiserslautern. In diesem Szenario ist der FCK für mich eben nicht irgendein Mieter sondern ein Partner einer sprichwörtlichen Schicksalsgemeinschaft. Und es geht nicht nur darum, dass dieser Partner ein oder zwei weitere Jahre überlebt, sondern eine echte Perspektive hat, um in der langfristigen Kalkulation gemeinsame Ziele erreichen zu können: Aufstieg in die Zweite und Erste Bundesliga - mit allen gewaltigen Nutzenpotentialen für alle Partner!!! Ohne diese Perspektive fällt jedes betriebswirtschaftliche Szenario zur weiteren Stützung des Fritz-Walter-Stadions zusammen, wonach dann tatsächlich nur noch bleibt zu prüfen, ob das Stadion als Kulturdenkmal erhalten werden kann. (durchaus ernst gemeint).

Wichtig ist daher auch die kritische Betrachtung des 1.FCK. Daher auch die Fragen im Antrag des Stadtrates zur Situation des 1.FCK. Ich hoffe, dass es dem FCK gelingt hier eine Planung vorzustellen, die Zutrauen in eine geeignete Entwicklung fördert. Ein Partner ist für mich natürlich nur jemand, der Normen, Werte, Richtlinien, Satzungen und Gesetze respektiert und stützt! Geschäfte mit Personen, die das sichtbar nicht interessiert sind für mich grundsätzlich ausgeschlossen!

Ich will und kann hier nicht damit schließen, dass ich hier die zwingende und bedingungslose Unterstützung der FCK-Anträge propagiere. Ich glaube jedoch, dass ansatzweise transparent geworden ist, wie komplex das ganze ist und dass es viele unterschiedliche Betrachtungsweisen und Blickwinkel gibt.

Klar ist nicht nur für mich, dass die Stadt Kaiserslautern und der 1.FCK untrennbar miteinander verbunden sind und sich alle maximal anstrengen müssen und für eine gemeinsame Lösung kämpfen müssen. Bei jedem anderen Szenario wird der FCK und ganz sicher auch die Stadt verlieren. Gewinner können allenfalls Dritte, beispielsweise Immobilieninvestoren sein, die ihren Profit auf unserem Rücken aufbauen.

FCK und Stadt können daher aktuell nur gemeinsam gewinnen!

Sollte das Stadion nicht weiter betrieben werden können, dann müsste tatsächlich Mark Forster das Licht ausmachen. Dass das absoluter Mist ist und das braucht man sicher nicht zu erklären. Die Frage ist also nicht "ob der FCK unterstützt wird" sondern "wie" es Stadt und FCK gemeinsam gelingen kann, wieder ganz nach oben zu kommen!"

Quelle: Der Betze brennt


Ergänzung, 20.01.2020:

Stadtrat: Entscheidung zur Stadionmiete vertagt

Im Stadtrat Kaiserslautern wurde heute über die Stadionmiete des 1. FC Kaiserslautern debattiert. In der dreieinhalbstündigen Sondersitzung wurden viele Informationen ausgetauscht, aber wie erwartet noch keine Entscheidung getroffen - diese könnte nun am 03. Februar fallen.

"In der 3. Liga wird es den FCK auf Dauer nicht geben", machte der Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Keßler unmissverständlich deutlich, weshalb der Klub erneut eine Mietreduzierung für die kommenden zwei Saisons beantragt hat. Hierüber müssen die Mitglieder des Stadtrates entscheiden, die auf der heutigen Sitzung neben Keßler auch dem Beiratsvorsitzenden Markus Merk und dem Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt zahlreiche Fragen zur Lage des FCK stellten. Keßler warb in einer sehr professionell vorgetragenen Rede um Vertrauen und Diskretion. Er berichtete von guten Gesprächen mit möglichen Investoren, stellte aber als Worst-Case-Szenario auch fest: "Ohne Investoren ist am Ende dieser Saison das Licht aus. Dann rutschen wir in ein negatives Eigenkapital, erhalten keine positive Fortführungsprognose und am Ende auch keine Lizenz."

Aussage gegen Aussage: Hat OB Weichel einen FCK-Investor verprellt?

Doch neben den Investoren brauche der FCK auch die Stadt als konstruktiven Partner, verdeutlichten Keßler, Merk und Voigt. Deswegen sei man nach anfänglich eigentlich guten Gesprächen auch so "irritiert" gewesen, als Oberbürgermeister Klaus Weichel vor zwei Wochen mit der Forderung nach FCK-Anteilen als zusätzlichem Wertausgleich für einen Mietnachlass an die Öffentlichkeit ging. Dieser Vorstoß sei nicht abgestimmt gewesen, so Keßler, und habe Investoren abgeschreckt: So sei Weichels Pressemitteilung an einem Mittwoch veröffentlicht worden - und ein Investor habe daraufhin ein für Freitag terminiertes Gespräch abgesagt - die FCK-Verantwortlichen sollten doch "erstmal die Sache mit der Stadt klären", habe es geheißen. Weichel dementierte diese Darstellung von Keßler und konterte seinerseits, dass der besagte Investor abgesagt habe, weil der FCK notwendige Papiere nicht beigebracht habe. Am Ende blieb hier Aussage gegen Aussage stehen.

Weiterhin gaben Geschäftsführer Voigt und Aufsichtsratsvorsitzender Keßler zu Protokoll, dass sich ihnen die Aussagen ihrer Vorgänger nicht erschließen würden: Die damaligen FCK-Verantwortlichen im Sommer 2019 hatten gesagt, dass der Klub auch in der 3. Liga längerfristig überleben könne. Diese Prognose sei durch die aktuelle Finanzsituation jedoch nicht gedeckt, zudem sei bei diesem Szenario auch schon eine weitere Mietminderung für die kommenden Saisons mit einkalkuliert gewesen - dabei hat der Stadtrat hierfür ja noch gar keine Zusage erteilt.

Keßler: "Gewähren sie uns dieselbe Chance wie unseren Vorgängern"

Aufgrund dieser und weiterer Gründe halten die seit rund sieben Wochen amtierenden FCK-Verantwortlichen eine erneute Mietminderung für gerechtfertigt. Keßler und Co. wollen den momentanen "Rückenwind" nutzen und mit dem eingesparten Geld eine Fußballmannschaft entwickeln, die möglichst schnell in die 2. Bundesliga aufsteigt, wodurch ein Win-Win-Effekt für Klub und Stadt entstehen würde. Es gebe trotz aller Drohszenarien auch noch viele positive Optionen und nicht ausgeschöpfte Möglichkeiten für die Roten Teufel - aber diese benötigen zusätzliche Zeit. Der FCK-Aufsichtsratsvorsitzende appellierte deshalb an die Politiker: "Gewähren sie uns die Chance, die sie unseren Vorgängern auch gewährt haben."

Nach vielen Fragen und Antworten: Stadtrat vertagt die Entscheidung

Ein Antrag der SPD, schon heute über die reduzierte Stadionmiete und einen zusätzlichen Wertausgleich durch FCK-Aktien zu entscheiden, fand mit 16 zu 30 Stimmen erwartungsgemäß nicht die erforderliche Mehrheit im Stadtrat. Somit wurde die Entscheidung nun auf die nächste reguläre Sitzung vertagt, die für Montag, den 03. Februar 2020 angesetzt ist. Die FCK-Verantwortlichen begrüßten dies: "Für uns ist die Vertagung über die Abstimmung des Antrages des Oberbürgermeisters zu diesem Zeitpunkt wichtig, um auf weiteren Gesprächsebenen zielorientiert einen tragfähigen Kompromiss für alle Partner zu erzielen."

Im Kern geht es bei der Debatte um die Frage, wie hoch die Pacht für das Fritz-Walter-Stadion in den Saisons 2020/21 und 2021/22 ausfallen soll: Der FCK hat eine Absenkung auf 2,4 Millionen Euro in der 2. Bundesliga und 425.000 Euro (plus Bonuszahlungen) in der 3. Liga beantragt. Regulär wären 3,2 Millionen Euro zu zahlen. Oberbürgermeister Weichel verlangt im Gegenzug einen Wertausgleich, beispielsweise in Form von FCK-Aktien (siehe Chronologie im DBB-Forum).

Weichel stellt eigenen Bebauungsplan für das Fritz-Walter-Stadion vor

Zum Beginn der Sitzung präsentierten OB Weichel und das Planungsbüro Drees & Sommer zudem ihre Vision für ein längerfristiges Stadionkonzept: Unter dem Arbeitstitel "KaiserKarree" sollen Millionensummen in und um das Fritz-Walter-Stadion investiert werden, um dort weitere Nutzungsmöglichkeiten neben dem Fußball zu generieren. Finanziert werden könne die aus der Tilgungsrücklage der Stadiongesellschaft und/oder von externen Investoren (siehe separate Meldung auf DBB).

Quelle: Der Betze brennt


Ergänzung, 26.01.2020:

Debatte um Stadionpacht: Littig kontra Weichel

Rund eine Woche vor der nächsten Sitzung des Stadtrats geht die politische Debatte um die Stadionpacht des 1. FC Kaiserslautern weiter: Der CDU-Vorsitzende Littig lehnt den Aktien-Vorschlag von SPD-Bürgermeister Weichel ab und fordert Unterstützung vom Land. Am Donnerstag treffen beide in einer Talkrunde aufeinander.

Eine Übertragung von Anteilen der ausgegliederten FCK-Kapitalgesellschaft an die städtische Stadion-GmbH bringe der Stadt nichts und verursache Probleme für den Klub, sagte Michael Littig (CDU) gegenüber der "Rheinpfalz". Er bezeichnete den angedachten Aktientausch als allenfalls symbolisch, aber formal auch fraglich in Hinblick auf die Bewertung der Anteile, die Abschreibungsrisiken, die Nutzungsrechte.

Weichel soll beim Land um Unterstützung in Sachen Stadion bitten

Der frühere FCK-Aufsichtsratsvorsitzende Littig forderte stattdessen erneut Oberbürgermeister Klaus Weichel (SPD) auf, bei der Landesregierung um praktische Unterstützung zu bitten: "Genau wie vor zwei Jahren ist es zwingend erforderlich, dass das Land den sogenannten Deckel der freiwilligen Leistungen flexibel macht oder alternativ einen Rückgriff auf die Rücklagen der Stadiongesellschaft zulässt. Noch besser wäre eine eigene Beteiligung des Landes durch die Stützung der Stadiongesellschaft." In der neuen Woche soll ein weiteres Treffen von OB Weichel mit dem rheinland-pfälzischen Innenminister Roger Lewentz (SPD) stattfinden.

Littig und Weichel am Donnerstag zu Gast im Layenberger Fantalk

Der Stadtrat Kaiserslautern tagt das nächste Mal am übernächsten Montag, den 03. Februar 2020 zum Thema Stadionpacht und wird dann auch möglicherweise schon eine Entscheidung treffen. Es geht um die Frage, ob die Pacht von 3,2 Millionen Euro auf 2,4 Millionen Euro (für die 2. Bundesliga) beziehungsweise 425.000 Euro (für die 3. Liga) abgesenkt wird - und wie der resultierende Einnahmeausfall für die Stadiongesellschaft kompensiert werden kann. Interessante Argumente dazu sind auch am kommenden Donnerstag, den 30. Januar 2020 zu erwarten: Dann haben Bürgermeister Weichel und sein Kontrahent Littig beide ihre Teilnahme am "Layenberger Fantalk" zugesagt. Die auch live im Internet übertragene Sendung beginnt um 18:00 Uhr im Fan-Treff "Zum 12. Mann", der Eintritt ist frei.

Quelle: Der Betze brennt / Rheinpfalz / Layenberger Fantalk


Ergänzung, 28.01.2020:

Weichel: "Verantwortbare Lösung für alle finden"

Rathauschef Klaus Weichel fordert, die Diskussion um eine Reduktion der FCK-Stadionmiete zu versachlichen: "Wir alle sind bestrebt, dem FCK zu helfen, das waren wir schon seit 2003."

Im Zuge der Debatte um den Antrag des 1. FC Kaiserslautern auf Reduzierung der Stadionmiete plädiert Oberbürgermeister Klaus Weichel für eine Versachlichung der Diskussion. "Wir alle sind bestrebt, dem FCK zu helfen, das waren wir schon seit 2003", betont das Stadtoberhaupt. "Ich weiß, wie wichtig der FCK für Stadt und Region ist und bin mir der bedeutungsschweren Situation durchaus bewusst. Doch auch unsere Stadt Kaiserslautern ist in einer finanziell prekären Lage. Darum ist es wichtig, dass keine der beide Parteien Schaden nimmt. Wir brauchen eine verantwortbare Lösung für beide Seiten!"

Mit der Idee, FCK-Aktien als Gegenwert zu einem erneuten Mietnachlass zu erhalten, trägt Weichel der jahrelangen Forderung des Stadtrates nach einer wertgleichen und werthaltigen Kompensation im Gegenzug für eine Pachtminderung Rechnung. "Jetzt, da wir es mit einer Kapitalgesellschaft zu tun haben, kann ich dem Stadtrat endlich eine solche Lösung bieten", so Weichel.  Das städtische Interesse gelte allerdings nicht - wie teils gegenteilig behauptet - den Aktien per se, sondern lediglich der Sicherheit, die diese böten. Der FCK soll im gleichen Zuge ein Vorkaufsrecht erhalten, womit jedem potenziellen Investor weiterhin alle Möglichkeiten einer Beteiligung offen stünden. Ein Sitz im Beirat werde von der Stadt oder Stadiongesellschaft ebenfalls nicht angestrebt. "Wer eine solche Lösung ablehnt, muss sich fragen lassen, welche Interessen er vertritt, städtische sicher nicht", unterstreicht das Stadtoberhaupt.

"Trotz des Abstiegs in die dritte Liga hat der FCK als Marke einen nicht zu unterschätzenden Wert, der der Stadt in Form von Aktien durchaus als Sicherheit dienen kann," ist Weichel überzeugt. Darum könne er nicht nachvollziehen, wieso plötzlich Stimmen laut werden, die einen Aktientausch als "eher symbolisch" einstufen. Dem Wert der FCK-Aktien und des FCK selbst werde man mit einer solchen Aussage nicht gerecht. Dazu Weichel: "Es ist noch gar nicht lange her, da haben regionale Investoren mit dem Kauf eines Aktienpakets signalisiert, dass sie an den Wert des FCK glauben und darin investieren. Aussagen nach einem lediglich symbolischen Wert der FCK-Aktien für die Stadt widersprechen dem eindeutig und zeugen eher von politischem Kalkül."

Je nach Wert der Aktien - der Vereinswert wird aktuell auf etwa 37 bis 40 Millionen Euro geschätzt - würde die Stadiongesellschaft bei 2,8 Millionen Euro Nachlass pro Saison in zwei Jahren etwa 14 Prozent Anteile an der KGaA erhalten. Neben den bereits veräußerten Anteilen an regionale Investoren stünde somit noch ein signifikanter Teil der Aktien zum Verkauf an Dritte zur Verfügung - was durch das Vorkaufsrecht des FCK an den städtischen Anteilen in keinster Weise beeinträchtigt werde. "Ich habe dem FCK und auch dem neuen Team immer versichert, dass ich einer Mietminderung offen gegenüberstehe, dazu stehe ich auch heute noch. Mein Wunsch nach Kompensation widerspricht dem nicht im Geringsten", versichert der Rathauschef.  Dem Vorwurf der FCK-Führung, sein Vorschlag habe mögliche Investoren vor einem Einstieg abgehalten, weist Weichel zurück. Ein Beweis dafür, dass eine Übergabe von Aktien an die Stadt das Finanzierungs- und Investorenmodell des FCK zum Einsturz bringen würde, sei jedenfalls noch nicht erbracht worden.

In Bezug auf den Ausgleich der fehlenden Stadionmiete durch Kompensationen aus dem städtischen Haushalt warnte Oberbürgermeister Weichel außerdem davor, dies auf die leichte Schulter zu nehmen. Es könne durchaus passieren, dass jede Zuwendung an den FCK in der kommenden Haushaltsperiode unter den Deckel der freiwilligen Leistungen falle. Für eine erneute Ausnahmeregelung des Landes, genauer gesagt der ADD, die Kapitalzuführungen an die Stadiongesellschaft aus dem laufenden Haushalt außerhalb der freiwilligen Leistungen vorzunehmen, gebe es angesichts der neuerdings gezeigten Härte der Kommunalaufsicht wenig Hoffnung. Mit einem Gegenwert, etwa in Form von Aktien, sei die Verhandlungsbasis allerdings eine andere.

Die Frage nach einem Rückgriff auf die Rücklagen der Stadiongesellschaft ist aufgrund rechtlicher Rahmenbedingungen von Land Rheinland-Pfalz und dessen Aufsichtsratsbehörde eine Absage erteilt worden. "Diese Kompensation wäre auch weder nachhaltig noch verantwortungsbewusst", erklärte Weichel. Es verschiebe das Problem lediglich in die Zukunft, ins Jahr 2036, wenn der Kredit zurückgezahlt werden muss.

"Die Last früherer Entscheidungen und Utopien tragen die Stadt und der Verein bis heute gemeinsam", so Weichel. "Egal ob FCK-Fan oder nicht: Wie auch der Stadtvorstand sind alle Mitglieder des Stadtrates letztendlich dem Kaiserslauterer Steuerzahler verpflichtet. Dieser Verantwortung müssen wir uns gerade bei der emotional geführten Debatte bewusst sein."

Die Entscheidung darüber, ob und inwiefern es zu weiteren Zugeständnissen an den FCK kommt, liege allein beim Stadtrat. "Wenn unser Haushaltsouverän entscheiden sollte, auch ohne Kompensation eine Mietminderung zuzulassen - ich stelle mich dem nicht entgegen", erklärte Weichel abschließend.

Quelle: Stadt KL


Ergänzung, 31.01.2020:

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Stadionpacht: Keßler wirbt für gemeinsame Lösung

Im Layenberger Fantalk haben sich am Donnerstagabend der FCK-Aufsichtsrats­vorsitzende Rainer Keßler sowie CDU-Fraktionschef Michael Littig zur bevorstehenden Entscheidung über die Stadionpacht des 1. FC Kaiserslautern geäußert. Der Tenor lautete: "Nur zusammen kommen wir zu einer guten Lösung."

Am kommenden Montag tagt der Stadtrat Kaiserslautern erneut zu dem Thema. Rainer Keßler skizzierte nochmals, warum eine positive Entscheidung so wichtig für den Verein wäre: "Seit dem 01. Dezember wächst hier ein Pflänzchen, das merkt man - und dieses Pflänzchen darf man nicht zertreten. Die reguläre Stadionpacht in Höhe von 3,2 Millionen Euro ist nicht marktkonform in der 3. Liga - und das hat auch der Stadtrat vor zwei Jahren in der Präambel zu seiner damaligen Entscheidung eindeutig so festgestellt."

Die Forderung von Oberbürgermeister Klaus Weichel nach FCK-Aktien als Gegenleistung für eine Pachtreduzierung sei am 08. Januar "ohne vorherigen Dialog" öffentlich gemacht worden. Darüber zeigten sich die Klubverantwortlichen irritiert, so Keßler: "Dabei hatte sich der FCK ja schon bewegt, und zwar als Erster, als wir den zweiten Antrag (auf Deckelung der Unterhaltskosten, Anm. d. Red.) zurückgezogen haben. Das haben wir vor allem gemacht, um der Stadt entgegenzukommen, weil wir wussten, das wäre schwer zu kalkulieren."

Vor diesem Hintergrund führen die FCK-Verantwortlichen zurzeit viele Gespräche, unter anderem am Sonntag mit der siebenköpfigen regionalen Investorengruppe sowie Oberbürgermeister Weichel. Keßler hofft, schon bei diesem Treffen einen Konsens zu finden, der dann am Montag im Stadtrat mit einfließen könnte.

Keßler und Littig hoffen auf Konsens bis zur Sitzung am Montag

Dieser Hoffnung schloss sich auch Michael Littig an, der nicht mehr als Aufsichtsratsmitglied des FCK in die Diskussionen involviert ist, sondern als Mitglied des Stadtrats. Dies mache aber keinen gravierenden Unterschied, denn ohnehin sei allen Beteiligten klar: "Nur zusammen kommen wir zu einer guten Lösung." Es brauche aber für die Sitzung am Montag ein neues Signal, neue Verhandlungsergebnisse - sonst könne auch dann noch keine Entscheidung fallen, so Littigs Einschätzung.

Wenn man durch die Stadt laufe, höre man laut Littig auch keineswegs nur Pro-FCK-Forderungen, sondern viele Bürger seien auch der Meinung: "Der FCK hat schon viel gekriegt und muss jetzt auch mal was zurückgeben." Noch mehr als über das "ob" muss der Stadtrat aber über das "wie" entscheiden. Denn eine komplette Ablehnung der Pachtreduzierung kann sich die Stadt eigentlich gar nicht erlauben: Sollte der FCK infolgedessen pleite gehen, würde die Stadt nach Berechnungen von Littig auf einem Schuldenberg von 112 Millionen Euro sitzen bleiben. Den größten Teil davon bilden der auf dem Stadion liegende Kredit in Höhe von 65 Millionen Euro plus die bis 2036 fälligen Zinszahlungen in Höhe von jährlich 2,95 Millionen Euro.

Fan-Säule soll erst geöffnet werden, wenn Investoren eingestiegen sind

Neben der Diskussion um die Stadionpacht äußerte sich FCK-Aufsichtsrat Keßler auch zum schon lange geforderten Einstieg von Fans als Investoren: Die sogenannte "Fan-Säule" könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht geöffnet werden, so lange der FCK in Insolvenzgefahr schwebe. Erst wenn größere Investoren eingestiegen sind und die Kapitalgesellschaft abgesichert haben, könne und werde dieser Schritt erfolgen.

Zum Layenberger Fantalk war auch Oberbürgermeister Klaus Weichel eingeladen, der seine Teilnahme aber aufgrund einer Terminkollision - die Technische Universität feierte zeitgleich ihr 50-jähriges Bestehen - absagen musste. In der Talkrunde wurde stattdessen ein telefonischer Diskussionsbeitrag von Weichel eingespielt.

» Zum kompletten Video: Der Layenberger Fantalk vom 30. Januar 2020

Quelle: Der Betze brennt / Layenberger Fantalk


Ergänzung, 31.01.2020.

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Weichel: "Mir geht es gar nicht um die FCK-Aktien"

Welche Entscheidung trifft der Kaiserslauterer Stadtrat am Montag? Der Antrag von Klaus Weichel, die Stadionpacht im Gegenzug für FCK-Aktien zu reduzieren, hat für viel Wirbel gesorgt - ein Gegenantrag liegt bislang aber auch noch nicht auf dem Tisch. Wir haben den Oberbürgermeister zum Stand der Dinge befragt.

"Mir geht es gar nicht explizit um die Aktien, mir geht es ganz grundsätzlich um einen Gegenwert", erklärt Oberbürgermeister Weichel im ausführlichen Interview mit Der Betze brennt. Wenn der Verein weniger Pacht bezahle, dann müsse dies für die städtische Stadiongesellschaft in irgendeiner Form kompensiert werden. Dagegen wehren sich die Verantwortlichen des 1. FC Kaiserslautern, die ihrerseits bereits gemachte Kompromisse hervorheben. Weichel stellt indes klar, dass sich die Stadt auch beim Erhalt von Aktien allenfalls als eine Art stiller Teilhaber sehen würde: "Wir wollen keinen Einfluss auf den Verein nehmen, auch keinen Sitz im Beirat. Und der Verein erhält von uns ein Vorkaufsrecht, so dass er die Anteile wieder zurückkaufen kann, sobald sich seine Kapitallage verbessert."

Am Sonntag: Spitzentreffen von FCK, Investoren und Politik

Um weitere Klarheit zu bekommen, trifft sich Weichel am Sonntag mit der siebenköpfigen regionalen Investorengruppe, die ihre Anteile am FCK von rund 700.000 auf mindestens drei bis vier Millionen Euro erhöhen möchte. Als Vereinsvertreter werden auch Markus Merk und Rainer Keßler an dieser Gesprächsrunde teilnehmen. Die Hoffnung ist, dass bei dem Treffen ein Konsens gefunden wird, über den dann am Montag gleich im Stadtrat abgestimmt werden kann. Denn auch Weichel ist sich bewusst, dass die Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat nicht für ihn sprechen: "Findet ein anderer Vorschlag eine Mehrheit, dann hat sich mein Antrag erledigt."

Weichel: Finanzielle Hilfe vom Land ist nicht zu erwarten

Sollte gar kein Antrag im Stadtrat eine Mehrheit finden, müsste der FCK noch die aus Bundesliga-Zeiten stammende volle Miete in Höhe von 3,2 Millionen Euro bezahlen. "Dass er das als Drittligist nicht leisten kann, sollte eigentlich jedem klar sein", verschließt auch Weichel die Augen nicht vor der Realität. In diesem Fall würde er noch im Februar eine weitere Stadtratssitzung einberufen, weil zwingend eine Antwort auf folgende Frage her muss: Woher kommt das benötigte Geld für die Stadion-Kredit-Zinsen (2,95 Millionen Euro pro Jahr; Anm. d. Red.), wenn die FCK-Pacht auf 425.000 Euro in der 3. Liga beziehungsweise 2,4 Millionen Euro in der 2. Bundesliga abgesenkt wird? Vom Land Rheinland-Pfalz sei jedenfalls keine finanzielle Hilfe zu erwarten, stellt der Oberbürgermeister ernüchtert fest, nachdem er diese Woche gemeinsam mit den FCK-Verantwortlichen bei Innenminister Roger Lewentz vorstellig wurde.

Das ausführliche Interview des Monats mit Klaus Weichel erscheint am Samstagvormittag auf Der Betze brennt. Wir haben den Oberbürgermeister neben seinem Aktien-Vorschlag zum Stand der Investorengespräche, einem möglichen Stadionrückkauf durch den Verein und seiner persönlichen Beziehung zum FCK befragt.

Quelle: Der Betze brennt


Ergänzung, 01.02.2020:

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Interview des Monats: Oberbürgermeister Dr. Klaus Weichel
"Eine Insolvenz des FCK wäre der Super-Gau"


Muss der 1. FC Kaiserslautern die Pacht fürs Fritz-Stadion-Stadion künftig mit Aktienanteilen "bezahlen"? Am Montag soll der Kaiserslauterer Stadtrat über diesen umstrittenen Vorschlag von Klaus Weichel (SPD) abstimmen. Wir haben den Oberbürgermeister zum Interview getroffen und ihn zu Investorengesprächen, einem Stadionrückkauf und seiner persönlichen Beziehung zum FCK befragt.

Der Betze brennt: Klaus Weichel, Ihr Vorschlag, der 1. FC Kaiserslautern solle der Stadt als Gegenleistung für eine erneute Pachtreduzierung Aktienanteile überschreiben, steht am kommenden Montag im Stadtrat zur Abstimmung. Auf FCK-Seite ist er bereits auf wenig Gegenliebe gestoßen. Der Beiratsvorsitzende Markus Merk bezeichnete ihn als einseitig und er werde auch von Investoren abgelehnt, mit denen der FCK gegenwärtig verhandele.

Dr. Klaus Weichel (64): Das wiederum verstehe ich nicht. Ich werde aber am morgigen Sonntag ein persönliches Gespräch mit der regionalen Investorengruppe um Giuseppe Nardi, Peter Theiss und Dieter Buchholz führen, auch Markus Merk wird dabei sein. Da will ich von den sechs Herren und der Dame, die der Gruppe ebenfalls angehört (Annemarie Becker; Anm. d. Red.), einmal persönlich hören, wo sie da ein Problem sehen. Einseitig? Für mich ist das der erste zweiseitige Vorschlag seit 2007, der in Sachen Pachtreduzierung auf den Tisch kommt.

Der Betze brennt: Erklären Sie das doch bitte mal genauer.

Weichel: Wenn ich dazu ein wenig ausholen darf, gerne. Die Geschichte begann ja schon im Jahr 2003, als der Verein in eine Schieflage geraten war und die Stadt das Fritz-Walter-Stadion kaufte, zum damaligen Buchwert von 47 Millionen Euro. Dazu wurden dem FCK zwei Mal neun Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt - das ergibt zusammen die bekannte Kreditsumme von 65 Millionen Euro. Am Ausbau zum WM-Stadion beteiligte sich die Stadt mit 39 Millionen, das Land mit 40 Millionen Euro. Und seit 2007 hat die Stadt mit weiteren zwölf Millionen Euro diverse Mietnachlässe kompensiert. Wenn Sie das alles aufaddieren, hat die öffentliche Hand den FCK in den vergangenen Jahre mit insgesamt 157 Millionen Euro unterstützt, von denen die Stadt 117 Millionen Euro getragen hat. Eine direkte Kompensation dafür aber hat sie nie erhalten, konnte sie ja lange Zeit auch gar nicht. Nach der Ausgliederung in eine Kapitalgesellschaft hat der FCK nun jedoch die Möglichkeit, einen solchen Gegenwert in Form von Aktien anzubieten.

"Mir geht es nicht um die Aktien, sondern generell um einen Gegenwert"

Der Betze brennt: Was meinen Sie damit, wenn Sie sagen, Sie wollen die Aktien lediglich als Sicherheit?

Weichel: Es geht für den Fall der Drittliga-Zugehörigkeit um zwei Mal 2,8 Millionen Euro Mietnachlass für die nächsten beiden Jahre. Der Wert der Kapitalgesellschaft wurde ja zunächst mit 120 Millionen Euro beziffert, dann waren es mal 20 Millionen Euro, jetzt wird er mit 45 Millionen Euro angegeben - da können Sie sich ja ungefähr ausrechnen, wie viele Anteile diese maximal fünf, sechs Millionen Euro ergäben. Wir wollen die Aktien lediglich als Sicherheit in die Stadiongesellschaft einlegen, nicht damit handeln, das dürfen wir als Kommune auch gar nicht. Wir wollen keinen Einfluss auf den Verein nehmen, auch keinen Sitz im Beirat. Und der Verein erhält von uns ein Vorkaufsrecht, so dass er die Anteile wieder zurückkaufen kann, sobald sich seine Kapitallage verbessert.

Der Betze brennt: Wenn der Verein die Aktien - zum Beispiel nach einem Aufstieg - also wieder zurückkaufen darf: Auch zum gleichen Preis, der aktuell veranschlagt würde?

Weichel: Das wäre Verhandlungssache. Zunächst geht es darum, dem FCK in der aktuellen Situation zu helfen. Die Lizenzierung für die kommende Spielzeit steht an, die Unterlagen müssen bis spätestens 15. März eingereicht sein.

Der Betze brennt: Was geschieht, wenn Ihr Vorschlag am kommenden Montag keine Mehrheit im Stadtrat findet?

Weichel: Zunächst muss man mal abwarten, ob eine andere Fraktion noch einen Änderungsantrag stellt - etwa, eine Pachtreduzierung erneut ohne jede Kompensation zu gewähren. Findet dieser eine Mehrheit, hat sich mein Antrag erledigt. Vielleicht kommt ja auch noch ein ganz anderer Vorschlag auf den Tisch, etwa, eine Kompensation über die Abtretung eines Transfererlöses zu gewährleisten. Dies ist übrigens gerade erst vor kurzem mal zugunsten der Stadtsparkasse gemacht worden, wäre also nicht das erste Mal. Auch damit wäre ich einverstanden. Mir geht es ja gar nicht um die Aktien, mir geht es um einen Gegenwert.

"Dass ein Drittligist keine drei Millionen zahlen kann, sollte jedem klar sein"

Der Betze brennt: Was würde passieren, wenn gar kein Vorschlag eine Mehrheit findet?

Weichel: Der Stadtrat ist, wie Sie sicher wissen, gegenwärtig sehr heterogen zusammengesetzt. Da ist vieles denkbar. Wenn kein Vorschlag eine Mehrheit findet, dann tritt im Grunde wieder der ursprüngliche Pachtvertrag in Kraft. Das hieße: Der FCK muss für kommende Spieljahr 3,2 Millionen Euro Miete an die Stadiongesellschaft zahlen. Dass er das als Drittligist nicht leisten kann, sollte eigentlich jedem klar sein. Wenn es am Montag aber dennoch zu keiner Entscheidung kommt, würde ich noch im Februar eine weitere Stadtratssitzung anberaumen, damit es zu einer Lösung kommen kann. Schließlich braucht der FCK bis Ende des Monats eine verbindliche Entscheidung, um die Lizenzunterlagen für die 3. Liga fertigzustellen.

Der Betze brennt: Der gestellte Antrag auf Pachtreduzierung ist momentan sicher der drängendste Diskussionspunkt, aber vom finanziellen Umfang her nicht der größte. Auch der Verkauf des Fritz-Walter-Stadions ist immer wieder ein Thema - zuletzt wurde von den neuen FCK-Verantwortlichen sogar ein Rückkauf durch den Verein ins Gespräch gebracht, logischerweise mithilfe von eigenen Investoren. Wie stehen Sie dazu?

Weichel: Das wäre für alle, und somit natürlich auch für uns als Stadt, die beste aller Lösungen, wenn der FCK wieder Herr in seinem eigenen Haus wäre. Da gäbe es keinen Diskussionen um Mietnachlässe mehr, auch nicht um Deckelung von Instandhaltungsaufwendungen. Ob ein solcher Rückkauf aber realistisch ist? Da hängt schließlich noch einiges dran.

Der Betze brennt: Genauer, bitte.

Weichel: Derzeit existiert noch eine sogenannte Namensschuldverschreibung in Höhe von 65 Millionen Euro. Für diese bürgt die Stadt bei der Hessischen Landesbank. Dieser Kredit läuft mit dem bekannten Zinssatz von 2,95 Millionen Euro pro Jahr noch bis 2036. Für diesen Zeitpunkt ist übrigens ein Rück- und Vorkaufsrecht seitens der Vereins bereits vorgesehen, zum Buchwert von 2003, also für 47 Millionen Euro. Dieses könnte durchaus auch früher greifen, da wären wir verhandlungsbereit. Aber: Würde der Kredit vorzeitig abgelöst, wäre auch eine Vorfälligkeitsentschädigung zu leisten. Summa summarum käme man da auf einen Betrag von über 100 Millionen Euro. Ob der FCK das gemeinsam mit seinen Investoren stemmen kann?

"Es wäre die beste aller Lösungen, wenn das Stadion wieder dem FCK gehört"

Der Betze brennt: An der Haftung für diesen millionenschweren Kredit sind über die Jahre hinweg immer wieder Gespräche der Stadt mit Investoren gescheitert - so war es jedenfalls zu lesen. Das klingt, als sei die einzige Möglichkeit für Geldgeber, so zu investieren, dass es auch wirtschaftlich Sinn macht, das Stadion mit sämtlichen anhängenden Grundstücken zu kaufen und diese zu verwerten?

Weichel: Im Grunde ja. Daher haben wir das Stadion ja auch nie von den ebenfalls dazu gehörenden Grundstücken getrennt, damit die Braut mit möglichst viel Brautschmuck attraktiv bleibt. Wir halten auch die städtischen Grundstücke am und um den Betzenberg - dazu zählen etwa die VIP-Parkplätze - schon seit 2006 vor, damit wir diese gegebenenfalls mit anbieten können. Für die existiert auch schon ein Bebauungsplan.

Der Betze brennt: Dieser Umstand führt aber auch immer wieder zu Spekulationen: Ein Investor, der in erster Linie an der Verwertung der Grundstücke interessiert wäre, sähe es vielleicht ganz gerne, wenn zunächst mal der FCK insolvent ginge, weil dann für ihn alles noch günstiger würde...

Weichel: Deswegen bin ich froh, dass ich das auch mal in Ihrem Forum klarstellen darf, wo solche Vorwürfe ja immer wieder auftauchen: Das gesamte Gelände bleibt doch nur bei einem geregelten Spielbetrieb auf dem Betzenberg attraktiv. Ich habe das auch schon in öffentlicher Sitzung im Stadtrat gesagt und stelle es gerne auch hier nochmal deutlich klar: Eine Insolvenz des FCK wäre für uns der Super-Gau. Das gilt es abzuwehren mit allen Mitteln, die nur möglich sind. Mal ganz abgesehen davon, dass mit dem FCK auch unsere städtische Stadiongesellschaft insolvent ginge uns die jährliche Zinslast für die Stadt aber weiter Bestand hätte, ohne dass irgendwelche Einnahmen zu erwarten wären: Wenn da oben nur noch eine Ruine steht, verlieren doch alle. Niemand, der einigermaßen bei Verstand ist, kann das wollen - oder mir vorwerfen, ich würde damit spekulieren, um gegebenenfalls das Feld für einen Bauunternehmer wie Flavio Becca zu bereiten.

Der Betze brennt: Jetzt, wo der Name mal genannt ist, gleich die Frage: Die FCK-Verantwortlichen sind zwar weiter in regelmäßigen Gesprächen mit Flavio Becca, sein tatsächlicher Einstieg als Investor ist aber immer noch nicht erfolgt. Wann hatten Sie als Vertreter der Stadt das letzte Mal Kontakt mit Becca?

Weichel: Im November 2019. In einem früheren Gespräch ging es ums Pfaff-Gelände, zuletzt um die städtebauliche Entwicklung um den Betzenberg herum. Seither herrscht Stille, was aber nicht mit einem Abbruch der Verhandlungen gleichzusetzen ist. Wie der Stand von Herrn Beccas Verhandlungen mit den Verantwortlichen des FCK aktuell ist, dazu kann ich nichts sagen. Ich denke, Herr Merk tut auch gut daran, im Moment nichts nach außen dringen zu lassen.

"Finanzielle Hilfen vom Land können wir keine mehr erwarten"

Der Betze brennt: Es wird von verschiedenen Seiten auch gefordert, das 2006 aus der Haftung entlassene Land Rheinland-Pfalz zurück in die Pflicht zu nehmen, welches den Ausbau zum WM-Stadion ja ebenfalls unbedingt wollte. Welche Hilfe ist da aus Ihrer Sicht zu erwarten?

Weichel: Das zu fordern, ist leicht. Ich war jedoch unlängst mit Verantwortlichen des FCK bei Innenminister Lewentz, die werden das sicher bestätigen: Finanzielle Hilfen vom Land können wir keine mehr erwarten. Das Land würde mit einer solchen Zuwendung die Büchse der Pandora öffnen, denn da würden sich etliche andere Vereine ungleich behandelt sehen.

Der Betze brennt: Aber es gibt ja nicht nur finanzielle Hilfen, die von Seiten des Landes kommen könnten. Die kommunale Aufsichtsbehörde, die ADD, könnte der Stadt beispielsweise mehr Gestaltungsspielraum gestatten, um dem FCK zu helfen.

Weichel: Ja, das wäre eine Möglichkeit, und die wurde in der jüngsten Vergangenheit ja auch genutzt. Die ADD hat uns gestattet, die 2,8 Millionen Euro für die aktuelle Pachtreduzierung aus dem Topf, der uns für freiwillige Leistungen zur Verfügung steht, herauszunehmen. Mit diesem Etat unterstützen wir beispielsweise das Pfalztheater, unsere öffentliche Bäder oder den Breitensport. Jetzt müssten diese 2,8 Millionen Euro wieder in diesen Topf hinein, und da könnte es zu Diskussionen kommen: Schließen wir eines unserer Bäder oder unterstützen wir den FCK? Ich denke, auch diese Streitgespräche will in Kaiserslautern niemand führen.

Der Betze brennt: Zuletzt präsentierten Sie dem Stadtrat das Projekt "KaiserKarree", das eine Vermietung der freien Flächen am und im Stadion vorsieht. Ließen sich so denn tatsächlich Einnahmen in einer Höhe erzielen, die die Stadionproblematik lösen?

Weichel: Komplett lösen sicher nicht, aber sie könnten einen guten Beitrag leisten. Ich verstehe auch nicht, warum dieses Konzept schon wieder problematisiert wird. Es ging uns lediglich darum, mal unabhängig von irgendwelchen Investoren eine eigene Idee zu entwickeln - so forderte es der Stadtrat und das wurde nun umgesetzt. Warum auch nicht? Der Logenturm im Stadion steht seit Jahren leer, ebenso ließen sich Bereiche in der Osttribüne nutzen, auch Teile der Südtribüne könnten unabhängig vom Besucherverkehr genutzt werden, das haben wir bereits geprüft. Warum die nicht für Büros und Gewerbe nutzen - oder vielleicht sogar Fans Gelegenheit geben, im Stadion ihres Herzensvereins zu leben? Ich bin sicher, für solche Angebote gibt es einen Markt.

"Ich bin schon seit vielen Jahren zahlendes FCK-Mitglied"

Der Betze brennt: Zum Abschluss noch ein paar Worte zu Ihnen persönlich: Es wird auch immer wieder mal gesagt, der FCK läge Ihnen persönlich nicht wirklich am Herzen. Im SWR-Fernsehen sprachen Sie selbst einmal von einer "Zweckehe" zwischen der Stadt und ihrem Verein, was auch nicht sonderlich gut angekommen ist...

Weichel: Auch das sei mal klargestellt: Ich bin schon seit vielen Jahren zahlendes FCK-Mitglied. Mit meiner Familie auch immer wieder mal bei einzelnen Spielen dabei, wenn es mein Terminkalender zulässt, so wie beispielsweise am letzten Montag gegen Sonnenhof Großaspach. Dabei tausche ich mich auch gerne mal mit Markus Merk, den ich schon lange persönlich kenne, außerhalb des Protokolls aus. Aber ich gebe zu: Ich bin kein absoluter Fußballkenner. Ich glaube aber, dass muss ich auch nicht sein, um mir der Bedeutung des FCK für meine Stadt bewusst zu sein und mich entsprechend für ihn einzusetzen.

Der Betze brennt: Was ist denn "Ihr" Sport?

Weichel: Ich bin Bogenschütze. Nicht mehr im Verein, aber zuhause auf meinem Grundstück. Bogen schießen ist eine tolle Konzentrationsübung, und ich kann dabei mal völlig abschalten.

Der Betze brennt: Dann wünschen wir Ihnen, dass Sie künftig immer die richtigen Ziele anvisieren, wenn es um den FCK geht. Und treffen. Vielen Dank für dieses Gespräch.

(Das Interview führten Thomas Hilmes und Eric Scherer)

Quelle: Der Betze brennt


Ergänzung, 02.02.2020:

Gipfeltreffen von Weichel, FCK und Investoren

Am heutigen Sonntag hat sich Oberbürgermeister Klaus Weichel mit der Vereinsführung des 1. FC Kaiserslautern und dessen regionalen Investoren getroffen. Ergebnisse der Gesprächsrunde wurden zunächst nicht mitgeteilt - aber spätestens morgen im Stadtrat soll es genauere Informationen geben.

Bei dem Treffen sollten unter anderem Lösungsmöglichkeiten diskutiert werden, wie Stadt und Verein sich in der Frage der Stadionpacht für kommende Saison einigen könnten (siehe Chronologie im DBB-Forum). Für die Stadt Kaiserslautern nahm Oberbürgermeister Klaus Weichel an der Gesprächsrunde teil. Der FCK wurde durch die Vereinsführung um den Beiratsvorsitzenden Markus Merk vertreten. Bei den sieben regionalen Investoren handelt es sich um die Unternehmer Annemarie Becker, Dieter Buchholz, Axel Kemmler, Giuseppe Nardi, Peter Theiss und Steffen Wick - die alle sechs schon FCK-Anteile in kleinerem Umfang besitzen - sowie Klaus Dienes.

SWR meldet: Vorerst kein Statement seitens der Gesprächsteilnehmer

Laut einer aktuellen Meldung des "SWR" haben sich die Beteiligten auf Anfrage nicht dazu geäußert, wie das heutige Gespräch ausgegangen ist. Weichel will morgen ab 16:00 Uhr im Stadtrat über das Treffen informieren. Im DBB-Interview am Samstag hatte der Oberbürgermeister gesagt: "Eine Insolvenz des FCK wäre für uns der Super-Gau. Das gilt es abzuwehren mit allen Mitteln, die nur möglich sind."

Quelle: Der Betze brennt / SWR


Ergänzung, 02.02.2020:

Stadion: Positive Signale von Weichel und Merk

Am Montag will Oberbürgermeister Klaus Weichel im Stadtrat die Ergebnisse des heutigen Gipfeltreffens verkünden. Die Entscheidung zur Stadionpacht des 1. FC Kaiserslautern wird voraussichtlich nochmals vertagt. Aber die Beteiligten vermitteln den Eindruck, kurz vor einer gemeinsamen Lösung des Problems zu stehen.

Die "Rheinpfalz" berichtet von einer neuen Faktenlage, die sich in den heutigen Gesprächen ergeben habe. Das Treffen von OB Weichel, den FCK-Vorsitzenden Markus Merk und Rainer Keßler sowie den regionalen FCK-Investoren im Rathaus dauerte anderthalb Stunden.

Weichel: "Neuer Sachverhalt" - Merk: "Positive Bewegung"

Es gebe einen "neuen interessanten Sachverhalt", wird Weichel in der "Rheinpfalz" zitiert. In einem konstruktiven Gespräch seien von den gut vorbereiteten FCK-Verantwortlichen neue Lösungsvorschläge auf den Tisch gebracht worden. Auch Merk sprach nach dem Treffen von "positiver Bewegung in verschiedenen Punkten". Alle Fakten und Details bedürften nun noch der Prüfung, deshalb wird die eigentlich für morgen vorgesehene Entscheidung zur Stadionpacht höchstwahrscheinlich nochmal verschoben - diese Option hatte Weichel schon am Samstag im DBB-Interview angedeutet.

Genauere Infos folgen am Montagnachmittag im Stadtrat

Aus Respekt vor dem Stadtrat, der die endgültige Entscheidung zur Stadionpacht treffen muss, sollen bis zur Sitzung am Montag um 16:00 Uhr keine weiteren Details nach außen getragen werden.

Quelle: Der Betze brennt / Rheinpfalz


Ergänzung, 03.02.2020:

Stadtrat: FCK bietet Pokal-Einnahmen statt Aktien

Die Entscheidung über die zukünftige Stadionpacht des 1. FC Kaiserslautern ist heute wie erwartet erneut verschoben worden und soll nun am 02. März 2020 fallen. Der Grund dafür ist ein neuer Vorschlag seitens der FCK-Verantwortlichen, der in der Zwischenzeit genauer geprüft und ausverhandelt werden soll.

Oberbürgermeister Klaus Weichel berichtete in der heutigen Sitzung des Stadtrats vom gestrigen Gipfeltreffen mit der Vereinsführung des FCK und dessen regionalen Investoren. In einem offenen und konstruktiven Gespräch habe die siebenköpfige Investorengruppe, so Weichel, keinerlei Einwände gegen die Übertragung von FCK-Aktien an die Stadiongesellschaft gehabt. Diese hatte der Oberbürgermeister zuvor als Kompensation für die Reduzierung der Stadionpacht gefordert und damit den Unmut der FCK-Verantwortlichen auf sich gezogen. Weichel sagte dazu im Stadtrat: "Die Probleme mit der Aktien-Lösung hat der FCK und nicht die Investoren."

Neuer Vorschlag des FCK: Höhere Beteiligung an DFB-Pokal-Einnahmen

Seitens der beiden FCK-Vorsitzenden Markus Merk und Rainer Keßler sei daraufhin am Sonntag folgender alternative Vorschlag unterbreitet worden: Die Stadiongesellschaft solle, anstatt Aktien zu erhalten, künftig höher als bisher an möglichen Einnahmen im DFB-Pokal beteiligt werden. Bisher seien bereits für die Teilnahme am Achtelfinale (100.000,- Euro für die Stadt), das Viertelfinale und Halbfinale (jeweils 250.000,- Euro) und das Finale (500.000,- Euro) gemäß §9 des Pacht- und Betreibervertrages hohe Prämienzahlungen des FCK an die Stadt vereinbart.

Merk und Keßler haben nun vorgeschlagen, der Stadiongesellschaft zusätzlich hierzu auch noch je 40 Prozent der Erlöse aus Teilnahme an der 2. Runde und des Achtelfinales anzubieten. In der aktuell laufenden Saison, wo der FCK morgen das Achtelfinale gegen Fortuna Düsseldorf bestreitet, würden sich diese Einnahmen auf geschätzt 410.000,- Euro belaufen. Bei einem früheren Aus in der 2. Runde hätte die Summe 140.000,- Euro betragen. Sollte diese neue Regelung zustande kommen, würde sie allerdings erst ab der kommenden Saison 2020/21 in Kraft treten. Der FCK-Beirat hat dem Kompromissvorschlag bereits zugestimmt.

Entscheidung vertagt auf die Stadtratssitzung am 02. März 2020

Aufgrund dieser neuen Faktenlage wurde die Entscheidung in der heutigen Stadtratssitzung vertagt. In den kommenden Wochen solle der Vorschlag des FCK juristisch überprüft und weitere Verhandlungen des Oberbürgermeisters mit dem Klub, der Aufsichtsbehörde ADD und dem Innenministerium Rheinland-Pfalz geführt werden. Auch die heute im Stadtrat als Zuschauer anwesenden FCK-Verantwortlichen haben laut Weichel der Vertagung zugestimmt. Sie haben die Reduzierung der Stadionpacht von regulär 3,2 Millionen Euro auf - wie zuletzt - marktkonforme 2,4 Millionen Euro in der 2. Bundesliga und 425.000 Euro in der 3. Liga beantragt. Wirtschaftsprüfer Jan-Christopher Kling bestätigte im Auftrag der Stadt und gemäß der ihm vorliegenden Zahlen des Vereins die Notwendigkeit einer Pachtreduzierung. Die Entscheidung über alle Einzelheiten soll nun auf der Stadtratssitzung am Montag, den 02. März 2020 fallen.

Quelle: Der Betze brennt


Ergänzung, 03.02.2020:

Der FCK informiert

Am heutigen Tag hat der Oberbürgermeister der Stadt Kaiserslautern den Mitgliedern des Stadtrates und der Öffentlichkeit gegenüber erklärt, dass die Gruppe der Personen, die an einer weiteren Investition in den FCK interessiert sind, keinerlei Einwände an der Übertragung von Aktien an die städtische Stadiongesellschaft hat. Dieser Darstellung wird mit aller Entschiedenheit von den Verantwortlichen des FCK hiermit widersprochen.

Am gestrigen Sonntag wurde in einem Gespräch auf der Basis eines Gutachtens einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft festgehalten, dass die Hingabe von Aktien für den FCK und in Konsequenz auch für die städtische Stadiongesellschaft nur mit Insolvenzrisiken umsetzbar ist. Die Inhalte und die Auswirkungen dieses Gutachtens hat der Oberbürgermeister in der heutigen Sitzung dem Stadtrat und der Öffentlichkeit vorenthalten. Aufgrund dieser Tatsache war es gestern bereits im Verlauf des Gesprächs Konsens, einen Alternativvorschlag zu erarbeiten.

In den schwersten Stunden des 1. FC Kaiserslautern erhöhte Oberbürgermeister Dr. Weichel am 8. Januar 2020 den Druck auf den FCK. Seitdem will er sich auf einen reduzierten Pachtzins von EUR 0,425 Mio. für die kommende Saison nur dann einlassen, wenn die Stadiongesellschaft im Gegenzug Anteile an der FCK GmbH & Co KG in Form von Aktien erhält. Für den FCK bedeutet dies, dass er für die Differenz zwischen reduziertem Pachtzins und dem ohnehin für einen Drittligaverein maßlos überzogenen Pachtzins von EUR 3.2 Mio., also für den Gegenwert von EUR 2.75 Mio. Aktien auf die Stadiongesellschaft übertragen müsste. Ein solches Vorgehen, in der Finanzwelt auch als "Debt-to-Equity-Swap" (Schulden gegen Eigenkapital) bezeichnet, ist jedoch für alle Beteiligten, auch für die Stadt in Person der Fritz-Walter-Stadion GmbH mit erheblichen Rechts-, Finanz- und Haftungsrisiken verbunden.
 
Bereits unmittelbar nach dem Mandat durch die Mitgliederversammlung am 1. Dezember 2019 haben die neuen Verantwortlichen des FCK den ersten Schritt getan, indem der Verein den separaten Antrag auf Deckelung der Instandhaltungskosten auf einen Betrag in Höhe von EUR 0,5 Mio. zurückgezogen hat. Der FCK hat in den vergangenen Jahren Millionenbeträge zur Instandhaltung der städtischen, also nicht vereinseigenen Immobilie Fritz-Walter-Stadion investiert. Aufgrund der Rücknahme dieses Antrags wurde den Verantwortlichen des FCK in einem persönlichen Gespräch mit Herrn Dr. Weichel am 19. Dezember 2019 zugesagt, den Antrag auf Fortschreibung der Pachtreduzierung ohne weitere Forderung von Seiten der Stadt zu unterstützen.

Noch vor zwei Jahren wurde im Nachtrag des Stadionpachtvertrages u.a. vereinbart, über die Kostendeckelung zu den Instandhaltungskosten vor der Saison 20/21 zu befinden. Darüber hinaus ist im Nachtrag festgehalten, dass die Parteien den ligaabhängigen Pachtzins (in der 3. Liga EUR 0,425 Mio.) als marktkonform betrachten.
 
In einem zweiten Schritt hat der 1. FC Kaiserslautern in dem gestrigen Gespräch eine erfolgsabhängige Beteiligung an den Erlösen aus dem DFB-Pokal ab der 2. Runde angeboten. Dieser Vorschlag wurde von allen Gesprächsteilnehmern wohlwollend beurteilt. Des Weiteren steht der FCK einem Vorschlag der Stadt zur Nutzung von Flächen im Fritz-Walter-Stadion, die nicht spielbetriebsrelevant sind, offen gegenüber.

Der Oberbürgermeister hat zugesichert, in einer weiteren Sitzung des Stadtrates in 14 Tagen mit einer neuen Beschlussvorlage das Thema Stadionpacht in einer Abstimmung zu finalisieren. In der heutigen Sitzung des Rates hat er nun als Termin den 2. März 2020 festgelegt. Er erschwert damit durch die fortbestehende Unsicherheit im Hinblick auf die Stadionpacht zielführende Verhandlungen des FCK mit potentiellen Investoren.

Quelle: Pressemeldung FCK


Ergänzung, 04.02.2020:

Weichel: "Mit Sachlichkeit zurück an den Tisch"

Oberbürgermeister Klaus Weichel informierte in der gestrigen Sitzung die Mitglieder des Stadtrates über die neue Faktenlage in Sachen FC Kaiserslautern, soweit es ihm in öffentlicher Sitzung möglich war. Er berichtete unter anderem über eine Gesprächsrunde mit regionalen Investoren und der FCK-Führung, die klären sollte, ob die jetzigen Investoren Vorbehalte oder Bedenken gegen eine Aktienübertragung vom Verein an die Stadiongesellschaft hätten. "Es ist alleine der FCK, der Probleme mit einer solchen Kompensationsmethode hat", erklärte das Stadtoberhaupt schließlich im Rat.

"Die vom FCK vorgebrachten Gründe, wieso eine solche Übertragung angeblich problematisch sei, habe ich zum Schutz des Vereins vor insolvenzrechtlichen Konsequenzen in öffentlicher Sitzung nicht erwähnt", so Weichel im Nachgang der Ratssitzung. Diese Problematik sei nach einem Hinweis der FCK-Führung auf ein Gutachten eines Wirtschaftsprüfers während des Gespräches deutlich geworden. "Dass mir das nun vorgehalten wird, ist für mich unverständlich. Hätte ich es getan, wäre mir sicher gerade dies zum Vorwurf gemacht worden." Das Gutachten liege der Verwaltung selbst nicht vor. Sollte der FCK an einer öffentlichen Diskussion darüber interessiert sein, müsse er es selbst veröffentlichen.

Auf Seiten der Investoren habe man Verständnis für das Ansinnen der Stadt über eine Aktienübertragung gezeigt. Auf das Engagement der Gruppe habe ein solcher Transfer keinerlei Einfluss. Man würde dem FCK, wenn er die gestellten Bedingungen erfülle, weiterhin helfen, hieß es bei dem Gespräch.

"Den Antrag auf Mietminderung unterstütze ich nach wie vor. Mein Wunsch nach Kompensation widerspricht dem nicht im Geringsten", versichert Weichel erneut. "Der Erarbeitung eines gemeinsamen Konsenses zur Rettung des FCK stehe ich ebenfalls weiterhin offen gegenüber, das hat bei mir höchste Priorität", erklärte der Rathauschef. Das konstruktive Gespräch am Sonntag habe bereits erkennen lassen, dass alle an einer vernünftigen Lösung arbeiten. "Leider ist die aktuelle Diskussion von unnötiger Schärfe geprägt, darum würde ich es begrüßen, von persönlichen Diffamierungen abzusehen", unterstrich Weichel und forderte gleichzeitig: "Lassen wir uns alle gemeinsam sachlich diskutieren und zurück an einen Tisch finden." Dass der FCK sich mit seinem Angebot einer erfolgsabhängigen Beteiligung aus den Erlösen des DFB-Pokal ab der 2. Runde auf die Stadt zubewegt habe, begrüßte der Oberbürgermeister sehr. Auch, dass der FCK einer erweiterten Nutzung noch ungenutzter Flächen im Fritz-Walter-Stadion offen gegenüber stehe, sei eine gute Verhandlungsgrundlage.

Am 2. März wird sich der Stadtrat erneut mit der Frage nach einer Fortschreibung des reduzierten Pachtvertrags des FC Kaiserslautern mit der Stadiongesellschaft und einer daraus resultierenden Kompensationsleistung durch die Stadt auseinandersetzen. Ein früherer Termin sei wegen der Winterferien ungünstig. "Zur Prüfung aller vorgebrachten Ideen und zum Abschluss aller Gespräche brauchen wir vor allem eines: Zeit", so Weichel. In den nächsten vier Wochen hätten nun alle Beteiligten die Möglichkeit, sich ausführlich zu beraten, um eine Entscheidung auf Basis einer fundierten Wissensgrundlage treffen zu können. Gespräche mit dem 1. FCK, der Aufsichtsbehörde ADD und dem Innenministerium stünden noch aus.

Quelle: Stadt KL


Ergänzung, 08.02.2020:

Sondersitzung zur Stadionpacht am 15. Februar

In die Verhandlungen um die Stadionpacht des 1. FC Kaiserslautern ist neue Bewegung gekommen, aber weiterhin noch keine Entscheidung gefallen. Anstatt am 02. März soll der Stadtrat nun am 15. Februar tagen.

Wie die "Rheinpfalz" berichtet, hat Oberbürgermeister Klaus Weichel bei der Fraktionsvorsitzendenrunde am Freitag seine Forderung abgeändert: Demnach soll für die Saison 2020/21 auf den Vorschlag des FCK eingegangen werden, eine geringere Stadionpacht mit möglichen Einnahmen aus dem DFB-Pokal zu kompensieren. Außerdem soll ein "Rettungssoli" von einem Euro pro Eintrittskarte erhoben werden und an die Stadt gehen - von diesem Teil des Vorschlags war bislang noch nichts bekannt. Für die nachfolgende Saison 2021/22 beharrt der Bürgermeister aber auf seiner Forderung, im Gegenzug zu einer Pachtreduzierung FCK-Aktien als Kompensation zu erhalten. Dieses Angebot von Weichel soll auch beim Land Rheinland-Pfalz - ohne dass die Stadt an anderen Stellen kürzen müsste - sowie bei der Mehrheit der Fraktionsvorsitzenden auf Akzeptanz gestoßen sein.

Seitens der FCK-Verantwortlichen, die ebenfalls an den Gesprächen am Donnerstag und am Freitag teilnahmen, sei eine Übertragung von Aktien an die Stadt aber weiterhin abgelehnt worden. Der Grund laut "Rheinpfalz": In diesem Fall müssten die Aktien zuvor bewertet werden, also der Vereinswert von einem neutralen Gutachter berechnet werden. Darin steckt für den FCK ein großes wirtschaftliches Risiko. Denn sollte bei dieser Bewertung ein deutlich niedrigerer Wert als die zuletzt im Gespräch stehenden 45 Millionen Euro rauskommen, könnte daraus eine Insolvenzgefahr entstehen. Dies hatte der FCK bereits in seiner Stellungnahme von vergangenem Montag angedeutet, in der es wörtlich hieß: "Am gestrigen Sonntag wurde in einem Gespräch auf der Basis eines Gutachtens einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft festgehalten, dass die Hingabe von Aktien für den FCK und in Konsequenz auch für die städtische Stadiongesellschaft nur mit Insolvenzrisiken umsetzbar ist."

Auf Bitten des FCK soll nun am kommenden Samstag, den 15. Februar um 11:00 Uhr eine weitere Sondersitzung des Stadtrats stattfinden. Ursprünglich war Montag, der 02. März für die nächste Sitzung zum Thema angedacht. Der Verein muss allerdings bis Anfang März die Lizenzunterlagen für die kommende Saison abgeben und möchte deshalb gerne früher Klarheit in Sachen Stadionpacht haben.

Quelle: Der Betze brennt / Rheinpfalz


Ergänzung, 10.02.2020:

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Merk und Voigt äußern sich zur Stadiondiskussion

Markus Merk und Soeren Oliver Voigt haben sich am Sonntagabend in "SWR Sport" zur Lage beim 1. FC Kaiserslautern geäußert. Dabei ging es natürlich vor allem um die finanziellen Fragen, aber auch die sportliche Situation war ein Thema.

"Natürlich haben wir uns nach der Winterpause eine größere Punkteausbeute gewünscht", sagte der Beiratsvorsitzende Merk im Gespräch mit SWR-Moderator Holger Wienpahl. "Aber wir sehen in der Mannschaft ein größeres Potential und darauf gilt es aufzubauen für unsere nahen Ziele, die höher aussehen: In den nächsten ein bis zwei Jahren wollen wir natürlich angreifen und sind nicht zufrieden, in der 3. Liga zu spielen."

Geschäftsführer Voigt pflichtete dem bei und verwies auf die entwicklungsfähige Mannschaft, die auch über diese Saison hinaus möglichst zusammengehalten werden soll: "Wenn wir alle Probleme so lösen können, wie wir das vorhaben, dann müssen wir keinen Leistungsträger aus finanziellen Gründen verkaufen." In diesem Zusammenhang zeigte sich Voigt auch verhalten optimistisch, was die Lizenz für die kommende Saison angeht. Auf wieviele Millionen sich der "Betrag X" beläuft, den der Verein hierfür noch benötigt, wollte der seit Dezember tätige Geschäftsführer allerdings zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht exakt verraten.

Neben diesen beiden Themen ging es in dem rund 25-minütigen Gespräch vor allem um die aktuell laufenden Debatten rund um die Stadionpacht und die Investoren. Wir haben die wichtigsten Aussagen sinngemäß zusammengefasst und unten das komplette SWR-Gespräch als Video angehängt.

Markus Merk und Soeren Oliver Voigt über...

… die abgelehnte Aktien-Forderung des Bürgermeisters: "Es gibt zwei Aspekte: Die regionalen Investoren haben ganz klar gesagt, dass wenn der FCK Aktien im Wert von 2,8 Millionen Euro an die Stadt geben sollte, dann wäre die Stadionpacht von 3,2 Millionen Euro in Stein gemeißelt - dadurch würde der Wert des Vereins geschmälert und das wäre nicht zu tolerieren. Der zweite Punkt ist, dass Wirtschaftsprüfer und Steuerberater diesen Prozess alle als sehr kompliziert und risikobehaftet bewertet haben, der dann ausgelöst würde. Wir haben diese beiden Punkte mehrfach abgewogen und es ist für uns völlig indiskutabel, da zustimmen zu können." (Soeren Oliver Voigt)

… das Entgegenkommen des FCK an die Stadt: "Vor zwei Jahren gab es bei der Neuregelung des Pachtvertrags den Paragraph 3, der hieß "Zukünftige Gespräche". Punkt 1 davon war eine neue Diskussion über den Pachtzins, diese führen wir gerade und haben - um der Stadt entgegenzukommen - zusätzliche Einnahmen aus dem DFB-Pokal angeboten. Punkt 2 war am 19. Dezember in Einvernehmen mit dem Oberbürgermeister der Rückzug unseres Antrags auf Beteiligung der Stadt an den Instandhaltungskosten des Stadions. Hier trägt der FCK jedes Jahr einen Millionenbetrag. Und Punkt 3 ist die Frage nach den Liegenschaften, wo wir bereit sind, die von uns ohnehin nicht genutzten Stadionflächen für die Stadt oder für interessierte Investoren freizugeben." (Markus Merk)

… einen möglichen Stadionrückkauf durch den FCK: "Die Diskussion um die Stadionpacht verhindert im Moment auch den Fortgang unserer Gespräche mit Investoren. Wir müssen jetzt akut diese Situation lösen, das ist die nahe Zukunft. Aber die Frage, wie das Stadion wieder dahin zurückkommen kann, wo es hingehört - nämlich in den Besitz des Vereins - lässt sich natürlich nicht von einer auf die andere Woche lösen. Das ist ein großes Ziel, das es gesamtgesellschaftlich zu lösen gibt und für das es verschiedene Investoren-Modelle gibt. Aber jetzt geht es zunächst mal um die Situation für die nächsten zwei Jahre." (Markus Merk)

… den Stand der Investoren-Gespräche: "Mit der regionalen Investorengruppe sind wir in einem tollen Einvernehmen. Das Lösen der Stadionfrage ist hier Zielpunkt Nummer Eins. Wenn wir das gelöst haben, sehen wir uns in einer sehr positiven Zukunft. Auch mit Flavio Becca sind wir im Gespräch, zuletzt im Januar. Alle Türen sind offen, wir verschließen keine Tür und uns wurde in den vergangenen Wochen auch noch keine Tür verschlossen." (Markus Merk)

… die allgemeine Bedeutung des FCK: "Für mich und für uns ist es unvorstellbar, dass der FCK einmal nicht mehr zu Kaiserslautern gehört. Der Klub ist ein Wirtschaftsfaktor, liefert im Primärimpuls zweistellige Millionenbeträge für die Stadt an Steuereinnahmen. Aber was für mich noch viel wichtiger ist, ist die soziale und die gesellschaftliche Verantwortung. Gestern gegen Münster hatten wir wieder 18.000 Zuschauer im Stadion - und für diese Menschen lohnt sich jeder Einsatz." (Markus Merk)

» Zum kompletten Video: Markus Merk und Soeren Oliver Voigt bei "SWR Sport"

Quelle: Der Betze brennt / SWR Sport


Ergänzung, 12.02.2020:

Stadionpacht: FCK erhöht sein Angebot nochmals

Der 1. FC Kaiserslautern seinen Antrag gegenüber der Stadiongesellschaft nochmals nachgebessert und möchte in der 3. Liga künftig 625.000 statt 425.000 Euro als Stadionpacht bezahlen. Das bestätigte der Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Keßler gegenüber der "Rheinpfalz". Am Samstag könnte die Entscheidung fallen.

Der Tageszeitung zufolge trafen sich am heutigen Mittwoch Beiratsvorsitzender Markus Merk und Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt vom FCK, Oberbürgermeister Klaus Weichel sowie die beiden Geschäftsführer der Stadiongesellschaft, Erwin Saile und Klaus Wenzel.

200.000 Euro zusätzlich zum bisherigen Angebot seitens des FCK

Bei diesem Treffen boten die FCK-Vertreter 200.000 Euro mehr Stadionmiete als bisher beantragt: Künftig würde der Verein dann in der 3. Liga 625.000 Euro bezahlen. Weiterhin angeboten werden außerdem 40 Prozent der möglichen Erlöse aus der zweiten und dritten Runde im DFB-Pokal sowie die bisher bereits bestehenden Bonuszahlungen (siehe ältere DBB-Meldung). Bereits jetzt erhält die Stadiongesellschaft außerdem 100.000 Euro zusätzlich, wenn der FCK einen Zuschauerschnitt von mehr als 19.000 erreicht. Darüber hinaus hatte der Klub einen Antrag auf Deckelung der Instandhaltungskosten bereits im Dezember freiwillig zurückgezogen.

Im Gegenzug hofft der FCK darauf, dass der Oberbürgermeister nun neben der Saison 2020/21 auch für die Saison 2021/22 von seiner Forderung nach FCK-Aktien abrückt. Für die Stadt geht es darum, wie sie die Differenz zu den 2,95 Millionen Euro ausgleichen kann, die sie jedes Jahr als Zinsen an die kreditgebende Hessische Landesbank bezahlen muss. Hierfür wiederum hatte zuletzt das Land Rheinland-Pfalz ein Entgegenkommen signalisiert - das Geld müsste demnach nicht von anderen freiwilligen Leistungen etwa für Schwimmbäder oder ähnliches abgezogen werden.

Fällt am Samstag in der Sondersitzung des Stadtrats die Entscheidung?

Der FCK-Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Keßler sagte gegenüber der "Rheinpfalz": "Wir hatten uns überlegt, wie wir noch der Stadt beziehungsweise der Stadiongesellschaft entgegenkommen können. Insofern haben wir dieses Angebot unterbreitet."

Am Freitagnachmittag soll es nun zu einer weiteren Fraktionsvorsitzendenrunde kommen, in der sich die Parteien des Stadtrats bereits vorab auf eine Zustimmung einigen könnten. Am Samstag, den 15. Februar ab 11:00 Uhr tagt der Stadtrat dann in einer weiteren Sondersitzung zum seit drei Monaten schwelenden Thema FCK-Stadionpacht (siehe Chronologie im DBB-Forum).

Der komplette Bericht unter dem Titel "FCK-Stadionmiete: Verein bessert Angebot an die Stadt nochmals nach" ist in der Online-Ausgabe der "Rheinpfalz" (kostenpflichtig oder mit Abonnenten-Login) verfügbar.

Quelle: Der Betze brennt / Rheinpfalz


Ergänzung, 13.02.2020:

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"Flagge zeigen": FCK-Fans am Samstag im Stadtrat

Am Samstag könnte die Entscheidung über die zukünftige Stadionpacht des 1. FC Kaiserslautern fallen. Vor der Sondersitzung des Stadtrats um 11:00 Uhr haben FCK-Fans zur friedlichen, aber deutlich sichtbaren Präsenz am und im Rathaus aufgerufen. Auch mehrere Vereinsfunktionäre haben ihre Teilnahme zugesagt.

Aufgerufen zu dem Treffen auf dem Rathausplatz hat FCK-Anhänger Frieder Mathis vom Fanclub "Wir sind Betze", dessen Beitrag auf Facebook sich mittlerweile viral verbreitet hat. Er schreibt: "Finden die Verantwortlichen der Stadt und vom FCK eine tragbare Lösung, die unseren FCK weiter leben lässt? Wer nicht zum Spiel nach Braunschweig fährt, kommt bitte um 10:30 Uhr auf den Rathausplatz in Kaiserslautern. Das ist vermutlich die wichtigste Entscheidung des Jahres und deshalb wollen wir für unseren FCK Flagge zeigen!"

Wagner, Scira und Frey gehen mit den Fans auf den Rathausplatz

Ihre Teilnahme zugesagt haben mittlerweile auch Martin Wagner, Mitglied im Aufsichtsrat und Beirat des FCK, sowie die Vereinsvorstände Gero Scira und Tobias Frey. Die verhandlungsführenden Beiratsmitglieder Markus Merk und Rainer Keßler werden ohnehin wie schon bei den vorangegangenen Sitzungen als Besucher erwartet. Martin Wagner schreibt dazu: "Liebe Freunde, ich stehe mit euch am Samstag vor dem Rathaus und warte dann auch auf die Entscheidung, die da kommt! Flagge zeigen heißt nicht, sich daneben zu benehmen oder zu beleidigen! Flagge zeigen heißt, Präsenz zeigen, sich der Sache zu stellen, das macht ihr ja auch und egal welche Entscheidung gefällt wird, sie anzunehmen und das Beste daraus zu machen! Wir repräsentieren da unseren Verein und das mit Stolz!!"

Öffentliche Sondersitzung des Stadtrats beginnt um 11:00 Uhr

Aktuell liegt das neue Angebot des FCK auf dem Tisch, in der 3. Liga eine Pacht von 625.000 Euro plus diverse Bonuszahlungen für das Fritz-Walter-Stadion zu zahlen. Die Verhandlungen zwischen Verein und Stadt, die jährlich 2,95 Millionen Euro Kreditzinsen begleichen muss, laufen seit November/Dezember (siehe ausführliche Chronologie im DBB-Forum). Die Sondersitzung des Stadtrats ab 11:00 Uhr ist öffentlich für jedermann zugänglich, die Anzahl der Zuschauerplätze allerdings begrenzt.

Quelle: Der Betze brennt


Ergänzung, 13.02.2020:

Weichel lässt Aktien-Forderung offenbar fallen

Das könnte der Durchbruch in Sachen Stadionpacht sein: Der gestern aktualisierte Antrag des 1. FC Kaiserslautern auf Pachtreduzierung wurde für den Stadtrat freigegeben und wird nach Informationen der "Rheinpfalz" vom Oberbürgermeister zur Abstimmung gestellt - dann ohne die umstrittene Forderung nach FCK-Aktien.

Der neue Antrag des FCK für die Stadtratssitzung am Samstag (15. Februar 2020, 11:00 Uhr) wurde heute im Ratsinformationssystem der Stadt Kaiserslautern veröffentlicht:

» Zum Download: Der neuformulierte Antrag des 1. FC Kaiserslautern

Im Wesentlichen enthält der neue FCK-Antrag folgende fünf Punkte, über die im Stadtrat - vorbehaltlich des Fraktionsvorsitzendentreffens am Freitag - dann die Abstimmung erfolgen würde:

1.) Die Stadionpacht wird für die Saisons 2020/21 und 2021/22 von regulär 3,2 Millionen Euro auf 2,4 Millionen Euro (in der 2. Bundesliga) bzw. 625.000 Euro (in der 3. Liga) abgesenkt. In der 3. Liga wären dies 200.000 Euro mehr als bisher.

2.) Bei Erfolgen im DFB-Pokal erhält die Stadiongesellschaft vom FCK je 40 Prozent der Erlöse aus der 2. und 3. Runde.

3.) Sollte der FCK in der 3. Liga einen Zuschauerschnitt von 21.000 übertreffen, erhielte die Stadiongesellschaft 100.000 Euro zusätzlich. Bisher lag diese Grenze bei 19.000 Zuschauern im Schnitt.

4.) Der FCK gibt Flächen im Stadion zur Nutzung für die Stadt frei, welche nicht für den regulären Spielbetrieb benötigt werden - zum Beispiel den Logenturm Ost.

5.) Die Stadt Kaiserslautern erhält Sponsoringleistungen im Wert von 100.000 Euro vom FCK, unter anderem Werbebanden und bis zu 100 Freikarten pro Spiel für soziale Einrichtungen.


Nicht in dem neuen Vorschlag enthalten sind eine Gegenleistung in Form von FCK-Aktien - welche die Vereinsverantwortlichen mit Blick auf drohende Insolvenzrisiken ablehnen - sowie der vor einigen Tagen kursierende Vorschlag von einem Zusatz-Euro auf jede Eintrittskarte.

FCK-Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt begründet den neuen Antrag sehr ausführlich (komplett nachzulesen unter dem oben verlinkten Download). Unter anderem argumentiert er, dass der Verein neben der Pacht auch für den Unterhalt aufkommt - dies seien vergangene Saison insgesamt 2,5 Millionen Euro an Stadionkosten für den FCK gewesen. Ganz grundsätzlich könne der FCK in der 3. Liga aus eigener Kraft nicht überleben, wie der vorauszusehende Verlust in Höhe von sieben Millionen Euro in dieser Saison beweist. Deshalb sei der Verein auch auf die Unterstützung von Investoren angewiesen.

Weiterhin heißt es wörtlich: "Die Kooperation wird zukünftig dokumentieren, dass der FCK sich seiner sozialen Verantwortung in der Stadt und der Region bewusst ist und diese auch lebt."

Laut einem aktuellen Bericht der "Rheinpfalz" will Oberbürgermeister Klaus Weichel den neuen FCK-Antrag dem Stadtrat am Samstag zur Abstimmung vorlegen. Sollte dies tatsächlich so geschehen, dann könnte dies den Durchbruch und die Entscheidung in der zuletzt hitzigen Debatte um die künftige Stadion bedeuten.

Quelle: Der Betze brennt / Rheinpfalz


Ergänzung, 15.02.2020:

Stadtrat genehmigt FCK-Antrag - unter Vorbehalt

Der Kaiserslauterer Stadtrat hat dem Antrag des 1. FC Kaiserslautern auf eine erneute Reduzierung der Pacht für das Fritz-Walter-Stadion zugestimmt - allerdings nur unter Vorbehalt. Jetzt muss erneut mit dem Land Rheinland-Pfalz verhandelt werden.

Die Stadträte spielten mit ihrer Zustimmung zu einem von der CDU-Fraktion eingebrachten Änderungsantrag, der den Antrag des Vereins ergänzt, den Ball damit zurück zu Oberbürgermeister Klaus Weichel (SPD), der in erneute Gespräche mit dem Land Rheinland-Pfalz, genauer dessen Aufsichts- und Dienstleistungsbehörde (ADD) in Trier treten soll.

Weichel möchte Verhandlungen kommende Woche aufnehmen

Der Oberbürgermeister möchte die Verhandlungen bereits in der kommenden Woche aufnehmen. Er machte aber klar, dass er dem unter Vorbehalt angenommenen Antrag in der Abstimmung selbst nicht zustimmen konnte. Denn "mit diesem Beschluss wird die Verantwortung für ein Gelingen nun auf meine Schultern gelegt“, so Weichel.

In den neuen Verhandlungen mit der ADD soll erreicht werden, dass die Aufsichtsbehörde der Stadt wie in den beiden Spielzeiten 2018/19 und 2019/20 erlaubt, die notwendigen Zuschüsse an die Stadiongesellschaft außerhalb des sogenannten Zuschussbedarfs für die freiwilligen Leistungen der Kommune zu leisten. Dieser Zuschussbedarf wurde von der ADD zuletzt gedeckelt, Zahlungen an die Stadiongesellschaft würden somit zu Lasten von Leistungen im Freizeit, Kultur oder Sportangebot der Stadt gehen.

Merk: "Unser größter Gegner ist die Zeit"

Der FCK-Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Keßler zeigte sich nach der Sitzung "zuversichtlich", dass die Zustimmung seitens der ADD erneut zu erreichen ist. Der Beiratsvorsitzende Markus Merk kritisierte gleichwohl die erneute Verzögerung. "Jetzt haben wir eine Zustimmung zu einem Antrag, aber noch keine Lösung. Unser größter Gegner ist die Zeit", sagte Merk.

Der Antrag des Vereins sieht für die Spielzeiten 2020/21 und 2021/22 eine jährliche Pacht von 625.000 Euro vor. Das sind 200.000 Euro mehr als 2018/19 und 2019/20. In dem am Mittwoch vom FCK noch einmal aktualisierten Papier sind zudem weitere Leistungen des Vereins an die Stadiongesellschaft etwa bei Erfolgen im DFB-Pokal oder bei Übertreffen eines Zuschauerschnitts von 21.000 Besuchern (bisher 19.000) vorgesehen. Im Fall des Aufstiegs in die 2. Liga steigt die Grundpacht von 625.000 Euro auf 2,4 Millionen Euro. Regulär würde die jährliche Stadionmiete 3,2 Millionen Euro betragen.

» Zum Download: Der Antrag des 1. FC Kaiserslautern

In der Sondersitzung des Stadtrats erhielt der FCK-Antrag 26 Ja-Stimmen, 2 Gegenstimmen und 17 Enthaltungen. Ein ebenfalls eingebrachter Änderungsantrag der SPD-Fraktion wurde mit 29:16 Stimmen dagegen abgelehnt. Dieser Vorschlag hätte eine nicht näher definierte Wertkompensation als Ausgleich für den Mietausfall nach zwei Jahren vorgesehen. FCK-Aufsichtsratschef Keßler wandte dazu ein, dass man durch eine Kompensation wieder auf die Ausgangspacht zurückfallen würde.

Wie bei der letzten Senkung der Stadionpacht vor rund zwei Jahren war im Vorfeld der Sitzung wochenlang diskutiert worden. Für viel Wirbel sorgte dieses Mal vor allem die vom Oberbürgermeister zwischenzeitlich ins Spiel gebrachte Gegenleistung in Form von FCK-Aktien. Die Reduzierung der jährlichen Stadionpacht ist eine der wichtigsten Hürden auf dem Weg zu einer Lizenz für die 3. Liga. Bis Anfang März muss der Verein die Lizenzierungsunterlagen beim Deutschen Fußball-Bund einreichen.

Quelle: Der Betze brennt


Ergänzung, 16.02.2020:

Fragen und Antworten zur Stadtrats-Entscheidung

Zustimmung ja, aber unter Vorbehalt: Welche Folgen hat der Beschluss des Stadtrats zur Stadionpacht für die Stadt und für den 1. FC Kaiserslautern?

“Die Uhr tickt, und zwar gegen das Wohl des FCK und das der Stadt”, sagte Markus Merk in einer ersten Reaktion auf die Entscheidung des Stadtrats in der Sondersitzung am Samstag. Was der FCK-Beiratsvorsitzende konkret damit meint und wieso die Entscheidung unter Vorbehalt für ein Zeitproblem sorgt, haben wir in mehreren Fragen und Antworten zu dem komplexen Thema zusammengefasst.

Was hat der Stadtrat genau beschlossen und was bedeutet das? Mit seinem Votum von 26 Ja-Stimmen, 2 Nein-Stimmen und 17 Enthaltungen hat der Kaiserslauterer Stadtrat dem überarbeiteten Antrag des 1. FC Kaiserslautern vom 13. Februar auf Fortschreibung des reduzierten Pachtvertrags für das Fritz-Walter-Stadion zugestimmt. Im Kern sieht der Antrag eine jährliche Miete von 625.000 Euro in der 3. Liga sowie 2,4 Millionen Euro in der 2. Bundesliga vor. Dazu kommen diverse weitere Leistungen unter anderem bei Erfolgen im DFB-Pokal oder bei Erreichen eines Zuschauerschnitts von mindestens 21.000 Besuchern.

» Zum Download: Der Antrag des 1. FC Kaiserslautern vom 13. Februar

Die Zustimmung des Stadtrats steht allerdings unter dem Vorbehalt, dass eine erneute Einigung mit der rheinland-pfälzischen Aufsichts- und Dienstleistungsbehörde (ADD) in Trier gelingt. Der Hintergrund ist, dass die ADD der hochverschuldeten Stadt Kaiserslautern strenge Vorgaben für den Haushalt macht. Um die Stadiongesellschaft für deren Mietausfälle erneut finanziell unterstützen zu können, dürfen diese Zahlungen nach dem Votum des Rates nicht zu Lasten des sogenannten freiwilligen Leistungsbereichs etwa im Kultur oder Freizeitbereich gehen. Mit anderen Worten: Eine Mietminderung für den FCK darf nach dem Willen des Stadtrats nicht durch die Schließung eines Schwimmbades oder einer Musikschule gegenfinanziert werden.

» Zum Download: Die Mitteilungsvorlage des OB mit Infos zur ADD

Was sind die nächsten Schritte nach der Stadtratsentscheidung? Oberbürgermeister Klaus Weichel (SPD) hat vom Stadtrat den Auftrag bekommen, wieder in Verhandlungen mit der Kommunalaufsicht ADD zu treten. Weichel kündigte an, die Gespräche in der kommenden Woche aufnehmen zu wollen, schränkte im SWR jedoch ein: “Es ist aber nicht so, dass man auf Zuruf einfach Termine bekommt.” Helfen könnte hier die rheinland-pfälzische Landespolitik, die gegenüber der ADD weisungsbefugt ist. Auch mit Innenminister Roger Lewentz fanden bereits mehrere Treffen von Stadt- und Vereinsvertretern statt.

Wie sind die Reaktion der FCK-Verantwortlichen auf den Entschluss? Die Klub-Verantwortlichen reagierten verhalten auf den Beschluss. Der Oberbürgermeister habe in der Vergangenheit schon bewiesen, dass er sich mit der ADD einigen könne, gab sich der Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Keßler einigermaßen zuversichtlich. Sein Kollege Markus Merk erklärte: “Wir haben zwar eine Entscheidung zu einem Antrag, aber keine Lösung.” Er hätte nicht gedacht, so lange von der Thematik Stadionmiete aufgehalten zu werden. “Wir sind nicht handlungsfähig, weil wir keine definitive Entscheidung haben”, so Merk.

» Zum Video: Markus Merk im SWR-Interview

Was sagen die Kommunalpolitiker? Oberbürgermeister Weichel kritisierte den von der CDU-Fraktion in die Sitzung eingebrachten Vorbehalts-Antrag, dem er selbst nicht zustimmte, als “bequem”. “Mit diesem Beschluss wird die Verantwortung für ein Gelingen auf meine Schultern gelegt”, sagte Weichel. Und: “Ich werde den Auftrag annehmen, aber die Erfolgsaussichten sind sehr gering.” Der CDU-Fraktionsvorsitzende und frühere FCK-Aufsichtsrat Michael Littig nannte den Antrag die einzige Option, gestand aber ein: “Unser Antrag ist auch keine Bank. Wenn die ADD rein grätscht, haben wir ein Problem.”

Warum drängt für den FCK die Zeit? Der Verein muss bis Anfang März beim Deutschen Fußball-Bund die Lizenz-Unterlagen für die 3. Liga einreichen. Die Frage nach der Höhe der Stadionpacht ist dabei eine entscheidende Größe. Sollte bis Anfang März noch keine Entscheidung gefallen sein, würde der FCK vom DFB entsprechende Auflagen und Bedingungen für die Lizenz erhalten, die bis Ende Mai erfüllt werden müssten. FCK-Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt kündigte am Rande des Auswärtsspiels in Braunschweig an, auf eine schnelle Entscheidung der ADD drängen zu wollen. Neben der Lizenzierung ist die Entscheidung auch für weitere Gespräche mit Investoren bedeutend. Diese eigentlich für nächste Woche geplanten Gespräche müssen nun wohl erneut vertagt werden.

Welche Folgen hätte es für Verein und Stadt, wenn die Einigung mit der ADD nicht gelingt? Bei Nicht-Zustimmung der ADD und ohne eine andere Entscheidung des Stadtrats hätte zunächst der ursprüngliche Mietvertrag mit einer jährlichen Pacht von 3,2 Millionen Euro Gültigkeit. “Was das bedeutet, kann sich jeder ausmalen”, sagte Markus Merk. Eine Insolvenz des Vereins und der Ausfall des einzigen Mieters für das Fritz-Walter-Stadion hätte aber auch für die Kommune unabsehbare Folgen.”Die Stadt steht hier wohl mit 100 Millionen im Feuer mit irrsinnigen Konsequenzen für alle Bereiche”, sagte CDU-Fraktionschef Littig während der Sitzung. Um es wieder mit einfachen Worten zum Ausdruck zu bringen: 625.000 Euro Mieteinnahmen sind nun mal besser als gar keine.

Hätte es Alternativen zu dem Beschluss gegeben? Aus Sicht des FCK wäre die einfachste Alternative die Zustimmung zu einem seiner Anträge (erster Antrag von November 2019) ohne Vorbehalt gewesen. Ein zu Beginn der Sondersitzung von der SPD-Fraktion eingebrachter Änderungsvorschlag sah derweil zum Ende der Saison 2021/22 eine nicht näher definierte Kompensation vor und hätte dem FCK laut Andreas Rahm (SPD) “erstmal Luft verschafft”. Wie Rainer Keßler ausführte, falle man durch jedwede Kompensation allerdings auf die Ausgangspacht von 3,2 Millionen Euro zurück. Ein Hauptargument, das auch gegen den zwischenzeitlich von Oberbürgermeister Weichel ins Spiel gebrachten Ausgleich in Form von FCK-Aktien angeführt wurde.

Hat der Beschluss unter Vorbehalt auch einen positiven Aspekt? Er könnte zumindest einen haben. Denn er lenkt das Augenmerk auf einen der nach Ansicht vieler Beobachter weiteren Hauptverantwortlichen für das Stadionproblem: das Land Rheinland-Pfalz, dessen Innnenminister Roger Lewentz (SPD) der oberste Dienstherr der ADD ist. Tobias Wiesemann von den Grünen brachte es auf den Punkt, indem er auf die Klage Weichels, die Verantwortung werde wieder auf seine Schultern geladen, entgegnete: “Nicht Sie werden in die Verantwortung genommen, sondern das Land. Und es darf sich bei diesem Problem niemand mehr wegducken.”

Quelle: Der Betze brennt


Ergänzung, 17.02.2020:

Bild

Kummt Senf druff
Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht?


In der Frage der Stadionpacht des 1. FC Kaiserslautern schieben sich alle Beteiligten munter den Schwarzen Peter hin und her. Dabei liegt eine pragmatische (Not-)Lösung offen auf dem Tisch. Ein Kommentar.

Seit mehreren Monaten wird jetzt schon verhandelt und diskutiert, wie hoch in den kommenden zwei Jahren die Pacht für das Fritz-Walter-Stadion sein soll (siehe Chronologie im DBB-Forum). Bei dieser Debatte geht es eigentlich gar nicht primär darum, wieviel der FCK bezahlen kann, was eine marktgerechte Pacht wäre oder warum des Oberbürgermeisters Idee mit den Aktien nicht zu Ende gedacht war. Nein. Die entscheidende Frage ist: Wer kommt für die 2,95 Millionen Euro Zinsen auf, welche die Stadiongesellschaft jedes Jahr an die kreditgebende Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) bezahlen muss? Dieses Jahr. Nächstes Jahr. Übernächstes Jahr. An diesen Zinsen orientiert sich die reguläre Stadionpacht (3,2 Millionen Euro; Anm. d. Red.), aufgrund dieser Zinsen wurde damals keine nach Ligazugehörigkeit gestaffelte Miete vereinbart.

Die Bank bekommt 2,95 Millionen Zinsen - egal von wem

Die knapp drei Millionen Euro Zinsen müssen von irgendjemandem bezahlt werden. Aber der FCK hat dieses Geld in der 3. Liga nicht. Die hochverschuldete Stadt ebenfalls nicht, weil ihr von der Aufsichtsbehörde ADD harte Fesseln für jeden auszugebenden Euro angelegt werden. Und auch die rheinland-pfälzische Landesregierung wird sich hüten, ihren Kritikern ein Jahr vor der Wahl eine solche Steilvorlage zu liefern.

Einem alleine die Schuld für die Vergangenheit oder die Verantwortung für die Zukunft zuzuschieben, ist aber sowieso unfair. Alle Beteiligten - Verein, Stadt und Land - haben Fehler gemacht, deshalb müssen sie die nun auch gemeinsam ausbaden. Wir FCK-Fans stehen natürlich alle auf der Seite des Vereins. Aber eine neutrale Umfrage unter den Bürgern der Stadt Kaiserslautern würde schon ein durchwachseneres Bild ergeben. Und diejenigen außerhalb von Kaiserslautern, die keine FCK-Fans sind, sollte man der Nerven halber besser gar nicht befragen.

ADD und Land: Gebt die Tilgungsrücklage frei!

Solange der FCK keinen sportlichen Erfolg hat, endet die Stadionfrage mit den 2,95 Millionen Euro Zinsen pro Jahr immer wieder in einem Teufelskreis. Dabei könnte die jetzige Zwickmühle eigentlich relativ einfach gelöst werden, wenn der politische Wille dazu gefunden wird: Denn trotz aller Finanzsorgen von Verein, Stadt und Land hat die Stadiongesellschaft noch rund 16 Millionen Euro auf dem Konto schlummern - die sogenannte "Tilgungsrücklage". Dieses Geld soll eigentlich im Jahr 2036 in die Abzahlung des Kredits bei der Helaba fließen. Eine Verwendung der Tilgungsrücklage für mögliche Pachtreduzierungen hatte die ADD der Stadt seit 2006 stets verweigert, zuletzt wurde dieses Verbot im Jahr 2018 nochmals bekräftigt.

Aber jetzt, zwei Jahre später, hat sich die Notsituation aller Beteiligten noch weiter verschärft. Die Bank fordert ihre Zinsen, der FCK kann sie in der 3. Liga nicht zahlen, aber Schwimmbäder schließen oder Steuern erhöhen will in der Stadt auch niemand. Und gleichzeitig zu dieser Zwickmühle hat die Stadiongesellschaft 16 Millionen Euro auf der hohen Kante, mit denen sie bis 2036 sowieso nichts anfangen kann. Deshalb muss ein Teil dieses Geldes jetzt zugunsten einer marktgerechten Stadionpacht freigegeben werden. Immerhin ist mit dem Team um Markus Merk die erste Vereinsführung seit über zehn Jahren am Werk, die eine langfristige Win-Win-Lösung, nämlich einen möglichen Stadionrückkauf durch den Verein - mithilfe von Investoren - in Angriff zu nehmen gedenkt. Aber für diese langfristige Lösung braucht es jetzt eben nochmal eine kurzfristige Hilfe. Der Griff in die Tilgungsrücklage wäre zwar keine schöne, aber eine pragmatische Lösung.

Geht der FCK pleite, wird es für den Steuerzahler richtig teuer

Auch das wäre freilich eine Wette auf die Zukunft, die nur mit zukünftigem sportlichen Erfolg des FCK tragfähig wird - aber es ist doch besser auf eine gute Zukunft zu wetten, als gar keine mehr zu haben. Denn wenn der FCK pleite gehen würde, dann müsste die Stadiongesellschaft sowieso an die Tilgungsrücklage gehen und wäre nach rund fünf Jahren ohne Mieteinnahmen ebenfalls insolvent. Der 65-Millionen-Stadionkredit und alle weiteren Kosten blieben dann komplett am Steuerzahler hängen.

Weisungsbefugt gegenüber der ADD, die die Tilgungsrücklage freigeben müsste, ist der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz. Der sitzt auch zusammen mit dem FCK-Aufsichtsratsvorsitzenden Rainer Keßler im Vorstand der Fritz-Walter-Stiftung. Lewentz muss jetzt handeln - oder er könnte selbst derjenige sein, der nach den großen Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag von Fritz Walter am 31. Oktober 2020 das Fritz-Walter-Stadion zuschließen muss.

Quelle: Der Betze brennt


Ergänzung, 17.02.2020:

Weichel und ADD reden noch in dieser Woche

Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, kurz ADD, will nach eigenen Angaben noch in dieser Woche mit dem Kaiserslauterer Oberbürgermeister Weichel (SPD) sprechen. Hintergrund ist die vom FCK beantragte Pachtreduzierung für das Fritz-Walter-Stadion.

Eine Sprecherin der ADD bestätigte auf SWR-Anfrage, dass es noch in dieser Woche entsprechende Gespräche mit dem Kaiserslauterer Oberbürgermeister Weichel geben wird. Wann genau, teilte die Behörde aber nicht mit - auch aus dem Rathaus in Kaiserslautern gab es keine Hinweise darauf, wann das für den FCK existenziell wichtige Gespräch stattfinden soll. (…)

Quelle und kompletter Text: SWR


Ergänzung, 19.02.2020:

ADD stimmt FCK-Pachtminderung bis Ende 2020 zu

Die Stadt Kaiserslautern darf dem 1. FCK die Stadionpacht verringern. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) hat dafür grünes Licht gegeben. Allerdings hat die Entscheidung einen Haken.

Die Pachtminderung, die für den FCK nach eigenen Angaben überlebenswichtig ist, gilt nur für das laufende Haushaltsjahr. Also bis Ende des Jahres und damit nur bis zur Winterpause der kommenden Saison. Auf dieses entscheidende Detail hat die Stadt Kaiserslautern hingewiesen. Zuerst hatte der SWR gemeldet, dass die Pachtminderung für die komplette kommende Saison gilt.

Wie die ADD mitteilt, erhebt die Behörde "in Anbetracht der zeitlichen Dimension und möglicher Konsequenzen für den 1. FCK und damit einer drohenden weiteren Verschlechterung der Haushaltslage der Stadt Kaiserslautern" keine Rechtsbedenken gegen eine weitere Mietminderung. Eine Entscheidung für das kommende Jahr kann die Behörde nach eigenen Angaben aber jetzt noch nicht treffen.

(...)

Quelle und kompletter Text: SWR


Ergänzung, 19.02.2020:

Stadionpacht: ADD gibt Tilgungsrücklage nicht frei

Stadionpacht: ADD genehmigt Sonderzuschussbudget nur für laufendes Haushaltsjahr - Neuer Ratsbeschluss notwendig - Weitere Sondersitzung am 02. März.

Bei seinem Gespräch mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) am Dienstagnachmittag in Trier konnte Oberbürgermeister Klaus Weichel ein erneutes Sonderzuschussbudget zur Kompensation des Mietausfalls für das Fritz-Walter-Stadion erwirken - jedoch nur für den Rest des Jahres 2020. Die Kapitalzuführungen der Stadt an die Stadiongesellschaft, in Summe 1.287.500 Euro für die zweite Hälfte des Jahres 2020, dürfen also im noch laufenden Haushaltsjahr außerhalb des freiwilligen Leistungsbereichs der Stadt abgeführt werden.

Doch ob ein solches Sonderzuschussbudget auch für die Jahre 2021 und 2022 genehmigt werden wird, hänge weiterhin vom Haushaltsverhalten der Stadt ab, heißt es von Seiten der Kommunalaufsicht. Dieses entziehe sich allerdings noch jeglicher Bewertung. Wie die ADD weiter ausführte, bleibe die allgemeine Zuschussobergrenze im freiwilligen Leistungsbereich - der berühmte "Deckel" - bestehen und müsse entsprechend der geltenden Verfügung eingehalten werden.

Der Stadtrat habe, so die ADD, die notwendige Gestaltungsfreiheit. Die Kommunalaufsicht gab dem Rathauschef jedoch gleich eine Empfehlung mit auf den Weg, wie man sich eine Konsolidierung vorstellt. "Leider haben sich meine Prophezeiungen hierzu bestätigt: Die ADD erwartet eine deutliche Erhöhung der Grundsteuer B", so Weichel im Anschluss zur heutigen Fraktionsvorsitzendenrunde, in der er die Ratsmitglieder auf den neuesten Stand brachte. "Wie wir in anderen Kommunen bereits gesehen haben, wird die Kommunalaufsicht auch bei Kaiserslautern keine Ausnahme machen und auf einen ausgeglichenen Haushalt pochen, egal, wie der zustande kommt. Die ADD hat deutlich gemacht, dass wir einen unausgeglichenen Haushalt gar nicht vorzulegen brauchen. Ich bin zu 100 Prozent sicher: Die Forderung nach einer Steuererhöhung seitens der ADD wird spätestens bei der Aufstellung des neuen Doppelhaushalts so oder so kommen."

Grundlage für die Verhandlungen mit der ADD war der Stadtratsbeschluss des vergangenen Samstags. Der Rat hatte einem Antrag des 1. FC Kaiserslautern auf Fortschreibung des reduzierten Pachtvertrags mit der Fritz-Walter-Stadiongesellschaft unter der Bedingung zugestimmt, dass die Kapitalzuführungen der Stadt für die Kompensation des Mietausfalls der Stadiongesellschaft in beiden Fußballsaisons, also bis 30. Juni 2022, außerhalb des freiwilligen Leistungsbereichs der Stadt laufen.

"Wir müssen daher nun schnellstmöglich einen neuen Stadtratsbeschluss herbeiführen, und zwar in einer weiteren Sondersitzung am 2. März", erklärte das Stadtoberhaupt. "Die Laufzeit des neuen Pachtvertrags geht deutlich über das Ende des aktuellen Haushaltsjahres hinaus. Wo wir weitere Kapitalzuführungen im neuen Haushaltsjahr, also ab 1. Januar 2021, verorten können, unterhalb oder außerhalb des Deckels der Freiwilligen Leistungen, hängt nun jedoch davon ab, ob wir einen ausgeglichenen Doppelhaushalt vorlegen können. Bei der Haushaltsaufstellung ist daher absolute Selbstdisziplin des Rats gefordert, bei einem Entscheid pro Pachtzinsreduzierung umso mehr!"

Ein vermeintlicher Rettungsanker in Sachen Pachtzinsreduzierung, der nach wie vor gerade in den sozialen Medien immer wieder genannt wird, scheidet in jedem Fall aus. Einen Rückgriff auf die Tilgungsrücklage der Stadiongesellschaft wird es nicht geben. Das hat die ADD im gestrigen Gespräch erneut untersagt.

Quelle: Stadt KL


Ergänzung, 21.02.2020:

Deshalb gibt die ADD die Tilgungsrücklage nicht frei

Es ist weiterhin unklar, aus welchen Geldern die reduzierte Stadionpacht des 1. FC Kaiserslautern gegenfinanziert werden soll. Die millionenschweren Rücklagen der Stadiongesellschaft dürfen laut ADD dafür nicht angetastet werden. Wir haben die Aufsichtsbehörde nach der Begründung gefragt.

Die Stadiongesellschaft hat Rücklagen in Höhe von rund 16 Millionen Euro, mit denen theoretisch der Mietausfall durch den FCK aufgefangen werden könnte. Der Klub kann bekanntlich in der 3. Liga keine überdimensionierte Pacht für das Fritz-Walter-Stadion bezahlen und hat eine - immer noch mehr als marktgerechte - Pachtsumme von 625.000 Euro plus Bonuszahlungen vorgeschlagen. Die Stadiongesellschaft benötigt aber 2,95 Millionen Euro, um die jährlichen Zinsen bei der kreditgebenden Bank bezahlen zu können. Warum also hierfür nicht die vorhandenen Reserven nutzen?

Der Stadionkredit: Gesamtsumme 65 Millionen Euro, 2,95 Millionen Euro Zinsen pro Jahr, keine jährliche Tilgung vorgesehen, endfällig im Jahr 2036

Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) hat diese Woche allerdings nochmals bekräftigt, dass die jetzige Notlage nicht mithilfe der Tilgungsrücklage gelöst werden darf. Auf Nachfrage von Der Betze brennt begründet das ADD-Pressesprecherin Eveline Dziendziol damit, dass dieses Geld ausschließlich für den im Jahr 2036 endfälligen Stadionkredit in Höhe von 65 Millionen Euro vorgesehen sei. Dieser Kredit wurde ursprünglich im Jahr 2003 aufgenommen und für ihn sind jährlich 2,95 Millionen Euro Zinsen fällig, eine Tilgung beispielsweise in Teilbeträgen ist bis 2036 nicht vorgesehen. Die Tilgungsrücklage soll laut ADD-Sprecherin Dziendziol dafür sorgen, dass die Schulden nicht komplett der zukünftigen Generation aufgehalst werden, und darüber bestehe auch Konsens: "Die Stadt und ihre Aufsichtsbehörde stimmen überein, dass daran nicht gerüttelt werden soll."

Somit muss der Stadtrat nun auf der nächsten Sitzung am 02. März eine andere Lösung finden, beispielsweise durch neue, zusätzliche Kredite oder durch Einsparungen an anderen Stellen. Eine Erhöhung der Grundsteuer B hat die ADD ohnehin schon mehrfach von der Stadt gefordert - völlig unabhängig von den finanziellen Problemen des FCK.

Das komplette Statement der ADD zur Tilgungsrücklage im Wortlaut:

"Die damals erteilte Bürgschaftsgenehmigung zu der von der Stadt Kaiserslautern für die von der Stadiongesellschaft Kaiserslautern endfällig aufgenommene Namensschuldverschreibung in Höhe von 65 Millionen Euro verlangt den Aufbau einer sukzessiven Tilgungsrücklage, damit bei Fälligkeit die Verbindlichkeit - bestenfalls vollständig - zurückgezahlt werden kann. Aus Gründen der intergenerativen Gerechtigkeit wurde dabei unter anderem ausdrücklich bestimmt, dass die zu diesem Zweck von der Stadiongesellschaft Kaiserslautern zu bildenden Rücklagen von dieser auch nur zur Tilgung der verbürgten Schuld verwendet werden dürfen - deshalb auch die Bezeichnung 'Tilgungsrücklage'. Die Stadt und ihre Aufsichtsbehörde stimmen überein, dass daran nicht gerüttelt werden soll, da ansonsten gegen die zu beachtende Generationengerechtigkeit der Haushaltswirtschaft in nicht vertretbarer Weise verstoßen würde."

Quelle: Der Betze brennt
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)



Beitragvon Seit1969 » 05.11.2019, 23:54


Vielleicht sollte der Stadtrat dem Ganzen ein Ende bereiten und dem Ansinnen einen Riegel vorschieben.
Ich bin immer mehr bereit meinen FCK in einer "geregelten Insolvenz" und einem Neustart zu akzepzieren.
Das Sterben auf Raten, das ständige Betteln bei der Stadt und den Steuerzahlern ist entwürdigend. Einem FCK, seiner Geschichte und großer Vergangenheit, Bedeutung und großen Spielern wird das nicht gerecht.
Ein kompletter Neuanfang mit Merk und seiner Mannschaft birgt Hoffnung.
Fly with the eagle or scratch with the chicken



Beitragvon -Hans- » 06.11.2019, 00:14


Die Stadt wird sich mit dem Antrag befassen müssen, weil es vermutlich keine seriösen Alternativen gibt. Eine Insolvenz ist kein Allheilmittel und schon gar keine Garantie für ein Happyend. Im Gegenteil. Das Risiko abgewickelt zu werden ist immens.
Gruß
Hans



Beitragvon rotweiss76 » 06.11.2019, 06:42


Hört doch bitte auf mit dem Thema Insolvenz.
Das schlimmste was passieren kann ist die Insolvenz.
Da wäre der FCK von der Bildfläche verschwunden... und aus die Maus....

Das Thema Stadion muss gelöst werden. Egal, ob 1., 2. oder 3. Liga.



Beitragvon Shiro » 06.11.2019, 06:44


Seit1969 hat geschrieben:Vielleicht sollte der Stadtrat dem Ganzen ein Ende bereiten und dem Ansinnen einen Riegel vorschieben.
Ich bin immer mehr bereit meinen FCK in einer "geregelten Insolvenz" und einem Neustart zu akzepzieren.
Das Sterben auf Raten, das ständige Betteln bei der Stadt und den Steuerzahlern ist entwürdigend. Einem FCK, seiner Geschichte und großer Vergangenheit, Bedeutung und großen Spielern wird das nicht gerecht.
Ein kompletter Neuanfang mit Merk und seiner Mannschaft birgt Hoffnung.


Nach einer Insolvenz gibt es "deinen" FCK nicht mehr, so einfach ist das.

Fussball ist heute vor allem eines: Kommerz. Je länger ein Verein weg vom "großen" Geld ist, desto weniger Chancen hat, auch nur in die Nähe der oberen Ligen zu kommen.

Es gibt einen Grund, warum quasi schon ein Spieler eines 2-Ligisten mehr "Marktwert" hat, als der gesamte FCK-Kader.
Wen tun wir fressen?! Die rot-weiß-roten Essen!
Wen tun wir lynchen?! Die FC-Bayern-München!
Wen machen wir zur Sau?! Den H-S-V!
Und dann und dann und dann - kommt Ajax Amsterdam!
Aaaa-jax ist zum putzen daaa, Aaa-jax ist zum putzen daaa - Aaajax ist zum putzen da - haut sie auf die Schnauze!



Beitragvon Betzegeist » 06.11.2019, 07:07


Die Stadt KL ist sicherlich die Letzte die etwas von einer Insolvenz des FCK hält.

Schau mer mal was nach dem 01.12. passiert.
Unwahr und falsch ist, dass man euch diese Intrigen und Klüngeleien durchgehen lässt.



Beitragvon WernerL » 06.11.2019, 07:19


rotweiss76 hat geschrieben:Hört doch bitte auf mit dem Thema Insolvenz.
Da wäre der FCK von der Bildfläche verschwunden... und aus die Maus....

Das Thema Stadion muss gelöst werden. Egal, ob 1., 2. oder 3. Liga.


Die JHV die jetzt ansteht wird wahrscheinlich die wichtigste in unserer Geschichte sein!

Hier muss es um Lösungen gehen und nicht um Nachkarten und Schuldzuweisungen.
Schuld tragen wir ALLE!
Hier müssen alle Alternativen und bestehende Möglichkeiten auf den Tisch und besprochen werden!

Vor allem bin ich gespannt ob ÜBERHAUPT noch etwas geht.

Ladet alle ein: Becca, Weichel, Merk, Kinscher.
Alle mit Lösungen und Vorschlägen müssen her!
„Tradition ist eine Laterne, der Dumme hält sich an ihr fest, dem Klugen leuchtet sie den Weg.“ [George Bernard Shaw]



Beitragvon wernerg1958 » 06.11.2019, 07:36


Nachdem ja abzusehen ist, daß es bald RL oder gar OL heist für den FCK, sollte weniger die Pacht für Liga 2 oder gar eins in dem Antrag stehen sondern wie oben schon angedeutet RL oder OL. Desweiteren bin ich der Meinung, da der Stadtrat nach der letzten Wahl neu besetzt wurde dass es hier keine Mietminderung für Liga 3 mehr gibt! Jetzt wird der Verkauf auf niedrigem Niveau angestrebt, genau nach Geschmack des Herrn Becca und seinen Investoren.



Beitragvon WernerL » 06.11.2019, 07:38


wernerg1958 hat geschrieben:Jetzt wird der Verkauf auf niedrigem Niveau angestrebt, genau nach Geschmack des Herrn Becca und seinen Investoren.


Bedi Insiolvenz zahlt der Steuerzahler den vollen Betrag um für den unfähigen FCK aufzukommen, das ist also besser?
„Tradition ist eine Laterne, der Dumme hält sich an ihr fest, dem Klugen leuchtet sie den Weg.“ [George Bernard Shaw]



Beitragvon wernerg1958 » 06.11.2019, 07:47


Wer sagt das, erstens zahlt der Steuerzahler jetzt schon jede Menge! Denn die Pacht von 425000€ deckt nichtmal den Zins und zweitens nenne mir doch mal Alternativen? Und bitte nicht Becca der Milliardär. Zweitens ist eine Insolvenz der SG und ein Verkauf z.B für 30 Mio für die Stadt billiger als alles was da wie lange noch an Miete reduziert werden soll! Der FCK kann sich das Stadion nicht mehr leisten schon lange nicht mehr. Weiter müßte der FCK die Liga halten danach sieht es definitiv nicht aus, es kommt genau so, wie es sich die oberen vorgestellt haben. Alles andere sind Träumereien, und unrealistische Wünsche



Beitragvon Oktober1973 » 06.11.2019, 08:16


Shiro hat geschrieben:
Seit1969 hat geschrieben:Vielleicht sollte der Stadtrat dem Ganzen ein Ende bereiten und dem Ansinnen einen Riegel vorschieben.
Ich bin immer mehr bereit meinen FCK in einer "geregelten Insolvenz" und einem Neustart zu akzepzieren.
Das Sterben auf Raten, das ständige Betteln bei der Stadt und den Steuerzahlern ist entwürdigend. Einem FCK, seiner Geschichte und großer Vergangenheit, Bedeutung und großen Spielern wird das nicht gerecht.
Ein kompletter Neuanfang mit Merk und seiner Mannschaft birgt Hoffnung.


Nach einer Insolvenz gibt es "deinen" FCK nicht mehr, so einfach ist das.

Fussball ist heute vor allem eines: Kommerz. Je länger ein Verein weg vom "großen" Geld ist, desto weniger Chancen hat, auch nur in die Nähe der oberen Ligen zu kommen.

Es gibt einen Grund, warum quasi schon ein Spieler eines 2-Ligisten mehr "Marktwert" hat, als der gesamte FCK-Kader.


Deswegen hatte ich mich auch gefragt, warum Oliver Bierhoff mit der Idee um die Ecke kam, die 3. Liga noch weiter aufzupumpen, wo jeder weiss dass diese finanziell kaum zu stemmen ist.
Aber scheinbar beherbergt der Fussballzirkus viele, die vielleicht in der freien Wirtschaft keinen Fuss auf den Boden bekämen.
Mir ist es mittlerweile schon egal, ob ein AR Mitglied im Verein ist oder nicht.
Wenn er Expertise mitbringt, kein Söldner ist und dem Club helfen kann - dann her damit.
Dieses Kettenkarusell Fussballsumpf, wo in gleichförmiger Regelmässigkeit auf- und abgesprungen wird, mit den ewig gleichen Namen, muss mal angehalten werden.



Beitragvon Mr.Blum » 06.11.2019, 08:27


Seit1969 hat geschrieben:Einem FCK, seiner Geschichte und großer Vergangenheit, Bedeutung und großen Spielern wird das nicht gerecht.


Dem Verein ist die Bodenhaftung der Basis verlorengegangen und ja, ggf. könnte eine Insolvenz das korrigieren. Der FCK ist heute was er ist - ein sportlicher Nobody mit netter Historie.



Beitragvon carpe-diabolos » 06.11.2019, 08:29


Es ist dringend geboten, dass der neue AR/BR und GF mit Stadt und Stadiongesellschaft, aber auch mit der SSK ein tragfähiges Konzept erarbeiten, das

1.die Pachtzahlungen an den sportlichen erfolge (Ligazugehörigkeit) knüpfen

2.langfristig das Stadion von der Stadiongesellschaft ins Eigentum des FCK zurücküberführen.

Alle bisherigen Vorstände haben die Problematik vor sich hergeschoben und auf ein Wunder gehofft. Dies wird aber nicht eintreten, ohne dass man den scheinbar gordischen Knoten löst.
Ich hoffe sehr, dass die neuen verantwortlichen Bank und Politik an einen Tisch bringen und eine seriöse Lösung erarbeiten. Dann gewinnt man auch die Öffentlichkeit, die von dieser Thematik genervt ist.
Qui diabolos odit, odit homines is
Wer die Roten Teufel hasst, hasst die Menschen
Quidquid agis, prudenter agas et respice finem
Was auch immer du tust, handele klug und bedenke das Ende



Beitragvon Seb » 06.11.2019, 08:29


Seit1969 hat geschrieben:Vielleicht sollte der Stadtrat dem Ganzen ein Ende bereiten und dem Ansinnen einen Riegel vorschieben.
Ich bin immer mehr bereit meinen FCK in einer "geregelten Insolvenz" und einem Neustart zu akzepzieren.
Das Sterben auf Raten, das ständige Betteln bei der Stadt und den Steuerzahlern ist entwürdigend. Einem FCK, seiner Geschichte und großer Vergangenheit, Bedeutung und großen Spielern wird das nicht gerecht.
Ein kompletter Neuanfang mit Merk und seiner Mannschaft birgt Hoffnung.


Auch nach einer Insolvenz können wir die volle Stadionmiete in Liga 3 nicht zahlen. Wie hier schon einige schreiben, wäre eine Insolvenz das Schlimmste, das uns passieren kann. Der einzige Weg aus der Misere ist sportlicher Erfolg und TV-Einnahmen in Liga 1 oder 2. Nach 3 Jahren Bundesliga hätten wir sicherlich einen riesen Schritt in Richtung Sanierung getan, aber das ist leider leichter gesagt als getan.



Beitragvon devil49 » 06.11.2019, 08:41


Irgendwo glaube ich einmal etwas von einem "Investor" gehört zu haben.

Man sollte diese Bettelei beim Steuerzahler endlich einstellen, zumal bei den Summen die für Fehl-Transfers und Gehälter für Leistungsverweigerungen gezahlt werden!



Beitragvon DerRealist » 06.11.2019, 08:50


Schwierige Situation.
Für die Mission "FCK sucht die nächste Lizenz" ist das ein Mehrfrontenkrieg.

Das wird ja für den Stadtrat gefühlt nur eine Entscheidung zwischen Pest und Cholera.
Daumen hoch für weitere Mietminderung, Einnahmen (vielleicht auch eingeplant) gehen flöten. Und man macht sich äußerst beliebt beim Steuerzahler.
Daumen nach unten bedeutet immense (neben der sowieso katastrophalen Situation) Mehrbelastung für den FCK und Risiko des Totalausfalls dieses Vereins. Aber dann ist vom FCK garnichts mehr zu holen. Nichtmal der mittlere 6-stellige Betrag. Und das FWS droht zur Ruine zu werden.

Kann mir nur vorstellen, dass ein äußerst gutes Konzept der FCK-Verantwortlichen (nach der Mitgliederversammlung dann die Neuen??) den Stadtrat nochmal dazu bewegen kann die verringerte Stadionpacht durchzuwinken. Von daher weiß ich nicht, ob das "von Saison zu Saison denken" so überzeugend wirken kann (da man mit Investorengeld anscheinend auch nicht so bahnbrechend aus dem Quark kommt), dass der Daumen nicht doch nach unten geht.



Beitragvon carpe-diabolos » 06.11.2019, 09:04


Zunächst einmal verfügt die Stadiongesellschaft über hinreichend liquide Mittel, um den Kreditvertrag noch Jahre bedienen zu können.

Mit der Stadt gilt es nicht nur die Pachtzahlungen langfristig zu regeln, sondern auch die

a)
am Ende der Laufzeit die Ablösung des Kredites durch den FCK abzüglich der dann in der Stadiongesellschaft
befindlichen Finazmittel zu vereinbaren

b)
die Stadiongesellschaft ins 4-Säulen-Modell zu integrieren. Hätte man ein Konstrukt gwählt, das den Anteilsscheininhabern eine ligaabhängige Bonuszahlung gesichert hätte, hätte man einerseits in Zeiten von Nullzinsen locker Eigenkapital generieren können, andererseits Planungssicherheit bzgl der Ausgaben gehabt, teure Kredite schrittweise ablösen können bzw. auf die Aufnahme teurer Kredite verzichten können.
Zeit ist Geld. Leider nimmt die vergeudete Zeit uns allmählich die Luft zum Atmen. Viele Möglichkeiten wurden verschenkt - ohne Not!

Ich hoffe im neuen AR/BR + GF auf entsprechende juristische und wirtschaftliche Kompetenz.

Wenn die Gesprächspartner - Politik + Banken kompetente und seriöse Ansprechpartner, die auf Augenhöhe (oder darüber hinaus) verhandeln können, kann esauch zu allseits akzablen Lösungen kommen.
Qui diabolos odit, odit homines is
Wer die Roten Teufel hasst, hasst die Menschen
Quidquid agis, prudenter agas et respice finem
Was auch immer du tust, handele klug und bedenke das Ende



Beitragvon wernerg1958 » 06.11.2019, 09:10


Wo bitte verfügt die Stadiongesellschaft über hinreichend liquide Mittel. Also da sehe ich weit und breit keine! Und bitte nenne nicht das angesparte Geld ca: 17 Mio die zur Tilgung dienen müßen, dies sind keine liquiden Mittel daraus Zinsen zu bezahlen! Die SG hat nix druff, weil der FCK auch nix druff hat und die Stadt muss die SG stützen sonst wäre sie schon Insolvenz.



Beitragvon Betze_FUX » 06.11.2019, 09:14


Es wäre so schön wenn unser FCK in wurde altern könnte....
Leider scheint uns diese Gnade nicht zu Teil zu werden...
denn Wahrheit ist am Schluß allemal Wahrheit.



Beitragvon Rheinteufel2222 » 06.11.2019, 09:15


Wie soll man da aus Sicht der Stadt entscheiden? Wahrscheinlich einfach so wie immer. Man holt vom Pächter FCK so viel wie halt geht, um den Verein noch so gerade am Leben zu erhalten, gibt sich zwangsläufig damit zufrieden und hofft mit wenig Zuversicht auf sportliche Besserung. Geht ja fast gar nicht anders.

Vielleicht wird die Pacht mal wieder etwas teuer, denn der FCK hatte ja Pokaleinnahmen, aber ansonsten bleibt wohl alles beim Alten.

Eine Insolvenz hätte für den FCK große Nachteile, aber durchaus auch ein paar Vorteile. Eine Katastrophe wäre sie vor allem für die Gläubiger, denen ihre Forderungen flöten gehen. Dazu gehört neben z.B. den Fan-Anlegern und Quattrex auch die Stadt. Die wird daher den Teufel tun und den FCK gezielt in die Insolvenz treiben, indem sie den Mietminderungsantrag ablehnt.Das wäre ein fettes Eigentor.
"Ein Verein gehört nicht einem Menschen - er gehört den Menschen und Mitgliedern, die sich mit ihm identifizieren."
Christian Streich



Beitragvon EchterLauterer » 06.11.2019, 09:17


WernerL hat geschrieben:
wernerg1958 hat geschrieben:Jetzt wird der Verkauf auf niedrigem Niveau angestrebt, genau nach Geschmack des Herrn Becca und seinen Investoren.


Bedi Insiolvenz zahlt der Steuerzahler den vollen Betrag um für den unfähigen FCK aufzukommen, das ist also besser?


Und wer zahlt derzeit?
Und wer zahlt nach Ende der Kreditlaufzeit?
Bei der merkwürdigen Konstruktion der Stadiongesellschaft, die einen Mieter hat, den man einerseits nicht rausbekommt (außer bei Insolvenz) und der andererseits keine kostendeckende Miete zahlt?

Derselbe Steuerzahler ...
Wäre der Mieter draußen, könnte man immerhin Stadion und Umland verkaufen und so die Kosten für den Steuerzahler möglicherweise deutlich geringer halten als mit einem Mieter in der 3.Liga.

(und ich bin mir sicher, daß genau diese Gedanken bei Stadt und dem einen oder anderen Immobilienentwickler -nd ich rede jetzt nicht von Becca!- derzeit nächtelang im Kopf rumgehen. Ganz laut aussprechen tut sie keiner, aber man will sicherlich auf den nicht unmöglichen Fall des Abstiegs und/oder der Insolvenz des FCK vorbereitet sein. Alles andere wäre ja als Verantwortlicher auch fahrlässig.)
Zuletzt geändert von EchterLauterer am 06.11.2019, 09:36, insgesamt 2-mal geändert.
Die einzige Gabe, die wahrhaft gerecht unter den Menschen aufgeteilt ist, ist der Verstand. Denn ein jeder glaubt, er habe genug davon. Pinkfarbener Text ist in jedem Falle Ironie, schwarzer Text aber vielleicht auch.
Die dritte Zeile dieser Signatur ist dem Forumssignaturwart gewidmet.



Beitragvon wernerg1958 » 06.11.2019, 09:20


Aha @echter lauterer, und wo bleib bei deinem Gedanken der FCK? :nachdenklich:



Beitragvon EchterLauterer » 06.11.2019, 09:33


wernerg1958 hat geschrieben:Aha @echter lauterer, und wo bleib bei deinem Gedanken der FCK? :nachdenklich:


... auf der Strecke, in der Tat. Das ist meine ehrliche Befürchtung. Früher war mal der FCK das große Geld der Stadt, heute ist das große Geld anderswo. Aber weiterhin regiert das Geld die Welt.

Und so besteht die Gefahr, daß der FCK aufgerieben wird zwischen Interessen anderer - und daß er selber kein Mitspieler in diesem Spiel mehr ist, hat er durch inkompetente Führungsarbeit (angefangen sagen wir mal bei Friedrich'scher Hybris, weiter mit Jäggi und so weiter und so fort ...) über viele Jahre hinweg leider (mit) zu verantworten.

Daß an der reinen Stadionmisere nicht nur der FCK schuld ist sondern auch politische Spielchen gespielt wurden ... OK, geschenkt. Und daß die Politik auch zeitweise an der inkompetenten Führungsarbeit massiv beteiligt war (Hat jemand das scheue Reh zwischenzeitlich gesehen? Oder wurde das auch auf die Lichtung gestellt?), auch geschenkt.

Ja, Du hasts erkannt: Ich sehe derzeit sehr schwarz.

(Ich frage mich zum Beispiel: Warum hatten wir für die laufende Saison Lizenzschwierigkeiten? Wir hatten doch für die vorhergehende Saison einen ausgewogenen und sicheren Finanzplan und hatten einen deutlich höheren Zuschauerschnitt als für diesen Plan laut damaligen Aussagen erforderlich war. Wir hätten also gar keine großen Probleme haben sollen, sollten wir doch am Ende der vorhergehenden Saion mehr Geld als geplant in der Kasse gehabt haben. Aber wer bin ich, daß ich mir so einfache Fragen stelle ...? )
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Beitragvon 1:0 » 06.11.2019, 09:48


Ich bin dagegen!
War ich schon die letzten paar Runden.
Die Stadt lässt sich ewig erpressen.

Dann soll man halt das Stadion wechseln (undenkbar) oder bei den Spielern einsparen (Folgen denkbar).

Ich finde, dass wenn es dem FCK je wieder besser gänge, man Millioneneinnahmen hätte - der letzte, der dann etwas davon zusätzlich bekäme, wäre die Stadt.



Beitragvon bladde3.0 » 06.11.2019, 10:01


wernerg1958 hat geschrieben:Wer sagt das, erstens zahlt der Steuerzahler jetzt schon jede Menge! Denn die Pacht von 425000€ deckt nichtmal den Zins und zweitens nenne mir doch mal Alternativen? Und bitte nicht Becca der Milliardär. Zweitens ist eine Insolvenz der SG und ein Verkauf z.B für 30 Mio für die Stadt billiger als alles was da wie lange noch an Miete reduziert werden soll! Der FCK kann sich das Stadion nicht mehr leisten schon lange nicht mehr. Weiter müßte der FCK die Liga halten danach sieht es definitiv nicht aus, es kommt genau so, wie es sich die oberen vorgestellt haben. Alles andere sind Träumereien, und unrealistische Wünsche


Definiere „definitiv“ sind wir Jena, oder was? Gibts nur schwarz und weiß?! Sind Jena, Chemnitz, Sonnenhof, Münster, 1860... so viel besser?




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