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Stadionpacht: Keßler wirbt für gemeinsame Lösung

Stadionpacht: Keßler wirbt für gemeinsame Lösung


Im Layenberger Fantalk haben sich am Donnerstagabend der FCK-Aufsichtsrats­vorsitzende Rainer Keßler sowie CDU-Fraktionschef Michael Littig zur bevorstehenden Entscheidung über die Stadionpacht des 1. FC Kaiserslautern geäußert. Der Tenor lautete: "Nur zusammen kommen wir zu einer guten Lösung."

Am kommenden Montag tagt der Stadtrat Kaiserslautern erneut zu dem Thema. Rainer Keßler skizzierte nochmals, warum eine positive Entscheidung so wichtig für den Verein wäre: "Seit dem 01. Dezember wächst hier ein Pflänzchen, das merkt man - und dieses Pflänzchen darf man nicht zertreten. Die reguläre Stadionpacht in Höhe von 3,2 Millionen Euro ist nicht marktkonform in der 3. Liga - und das hat auch der Stadtrat vor zwei Jahren in der Präambel zu seiner damaligen Entscheidung eindeutig so festgestellt."

Die Forderung von Oberbürgermeister Klaus Weichel nach FCK-Aktien als Gegenleistung für eine Pachtreduzierung sei am 08. Januar "ohne vorherigen Dialog" öffentlich gemacht worden. Darüber zeigten sich die Klubverantwortlichen irritiert, so Keßler: "Dabei hatte sich der FCK ja schon bewegt, und zwar als Erster, als wir den zweiten Antrag (auf Deckelung der Unterhaltskosten, Anm. d. Red.) zurückgezogen haben. Das haben wir vor allem gemacht, um der Stadt entgegenzukommen, weil wir wussten, das wäre schwer zu kalkulieren."

Vor diesem Hintergrund führen die FCK-Verantwortlichen zurzeit viele Gespräche, unter anderem am Sonntag mit der siebenköpfigen regionalen Investorengruppe sowie Oberbürgermeister Weichel. Keßler hofft, schon bei diesem Treffen einen Konsens zu finden, der dann am Montag im Stadtrat mit einfließen könnte.

Keßler und Littig hoffen auf Konsens bis zur Sitzung am Montag

Dieser Hoffnung schloss sich auch Michael Littig an, der nicht mehr als Aufsichtsratsmitglied des FCK in die Diskussionen involviert ist, sondern als Mitglied des Stadtrats. Dies mache aber keinen gravierenden Unterschied, denn ohnehin sei allen Beteiligten klar: "Nur zusammen kommen wir zu einer guten Lösung." Es brauche aber für die Sitzung am Montag ein neues Signal, neue Verhandlungsergebnisse - sonst könne auch dann noch keine Entscheidung fallen, so Littigs Einschätzung.

Wenn man durch die Stadt laufe, höre man laut Littig auch keineswegs nur Pro-FCK-Forderungen, sondern viele Bürger seien auch der Meinung: "Der FCK hat schon viel gekriegt und muss jetzt auch mal was zurückgeben." Noch mehr als über das "ob" muss der Stadtrat aber über das "wie" entscheiden. Denn eine komplette Ablehnung der Pachtreduzierung kann sich die Stadt eigentlich gar nicht erlauben: Sollte der FCK infolgedessen pleite gehen, würde die Stadt nach Berechnungen von Littig auf einem Schuldenberg von 112 Millionen Euro sitzen bleiben. Den größten Teil davon bilden der auf dem Stadion liegende Kredit in Höhe von 65 Millionen Euro plus die bis 2036 fälligen Zinszahlungen in Höhe von jährlich 2,95 Millionen Euro.

Fan-Säule soll erst geöffnet werden, wenn Investoren eingestiegen sind

Neben der Diskussion um die Stadionpacht äußerte sich FCK-Aufsichtsrat Keßler auch zum schon lange geforderten Einstieg von Fans als Investoren: Die sogenannte "Fan-Säule" könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht geöffnet werden, so lange der FCK in Insolvenzgefahr schwebe. Erst wenn größere Investoren eingestiegen sind und die Kapitalgesellschaft abgesichert haben, könne und werde dieser Schritt erfolgen.

Zum Layenberger Fantalk war auch Oberbürgermeister Klaus Weichel eingeladen, der seine Teilnahme aber aufgrund einer Terminkollision - die Technische Universität feierte zeitgleich ihr 50-jähriges Bestehen - absagen musste. In der Talkrunde wurde stattdessen ein telefonischer Diskussionsbeitrag von Weichel eingespielt.

» Zum kompletten Video: Der Layenberger Fantalk vom 30. Januar 2020

Quelle: Der Betze brennt

Weitere Links zum Thema:

- Chronologie im DBB-Forum: FCK beantragt Mietminderung - Stadtrat berät im Februar

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