Neues vom Betzenberg

Weichel:

Weichel: "Mir geht es gar nicht um die FCK-Aktien"


Welche Entscheidung trifft der Kaiserslauterer Stadtrat am Montag? Der Antrag von Klaus Weichel, die Stadionpacht im Gegenzug für FCK-Aktien zu reduzieren, hat für viel Wirbel gesorgt - ein Gegenantrag liegt bislang aber auch noch nicht auf dem Tisch. Wir haben den Oberbürgermeister zum Stand der Dinge befragt.

"Mir geht es gar nicht explizit um die Aktien, mir geht es ganz grundsätzlich um einen Gegenwert", erklärt Oberbürgermeister Weichel im ausführlichen Interview mit Der Betze brennt. Wenn der Verein weniger Pacht bezahle, dann müsse dies für die städtische Stadiongesellschaft in irgendeiner Form kompensiert werden. Dagegen wehren sich die Verantwortlichen des 1. FC Kaiserslautern, die ihrerseits bereits gemachte Kompromisse hervorheben. Weichel stellt indes klar, dass sich die Stadt auch beim Erhalt von Aktien allenfalls als eine Art stiller Teilhaber sehen würde: "Wir wollen keinen Einfluss auf den Verein nehmen, auch keinen Sitz im Beirat. Und der Verein erhält von uns ein Vorkaufsrecht, so dass er die Anteile wieder zurückkaufen kann, sobald sich seine Kapitallage verbessert."

Am Sonntag: Spitzentreffen von FCK, Investoren und Politik

Um weitere Klarheit zu bekommen, trifft sich Weichel am Sonntag mit der siebenköpfigen regionalen Investorengruppe, die ihre Anteile am FCK von rund 700.000 auf mindestens drei bis vier Millionen Euro erhöhen möchte. Als Vereinsvertreter werden auch Markus Merk und Rainer Keßler an dieser Gesprächsrunde teilnehmen. Die Hoffnung ist, dass bei dem Treffen ein Konsens gefunden wird, über den dann am Montag gleich im Stadtrat abgestimmt werden kann. Denn auch Weichel ist sich bewusst, dass die Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat nicht für ihn sprechen: "Findet ein anderer Vorschlag eine Mehrheit, dann hat sich mein Antrag erledigt."

Weichel: Finanzielle Hilfe vom Land ist nicht zu erwarten

Sollte gar kein Antrag im Stadtrat eine Mehrheit finden, müsste der FCK noch die aus Bundesliga-Zeiten stammende volle Miete in Höhe von 3,2 Millionen Euro bezahlen. "Dass er das als Drittligist nicht leisten kann, sollte eigentlich jedem klar sein", verschließt auch Weichel die Augen nicht vor der Realität. In diesem Fall würde er noch im Februar eine weitere Stadtratssitzung einberufen, weil zwingend eine Antwort auf folgende Frage her muss: Woher kommt das benötigte Geld für die Stadion-Kredit-Zinsen (2,95 Millionen Euro pro Jahr; Anm. d. Red.), wenn die FCK-Pacht auf 425.000 Euro in der 3. Liga beziehungsweise 2,4 Millionen Euro in der 2. Bundesliga abgesenkt wird? Vom Land Rheinland-Pfalz sei jedenfalls keine finanzielle Hilfe zu erwarten, stellt der Oberbürgermeister ernüchtert fest, nachdem er diese Woche gemeinsam mit den FCK-Verantwortlichen bei Innenminister Roger Lewentz vorstellig wurde.

Das ausführliche Interview des Monats mit Klaus Weichel erscheint am Samstagvormittag auf Der Betze brennt. Wir haben den Oberbürgermeister neben seinem Aktien-Vorschlag zum Stand der Investorengespräche, einem möglichen Stadionrückkauf durch den Verein und seiner persönlichen Beziehung zum FCK befragt.

Oberbürgermeister Klaus Weichel; Foto: Stadt KL

Quelle: Der Betze brennt

Weitere Links zum Thema:

- Chronologie im DBB-Forum: FCK beantragt Mietminderung - Stadtrat berät im Februar

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