Saisonrückblick 2018/19, Teil 1

Die Hinrunde: Famoser Auftakt, schneller Absturz

Die Hinrunde: Famoser Auftakt, schneller Absturz


Die nächste enttäuschende Saison liegt hinter dem 1. FC Kaiserslautern. Dabei begann die Spielzeit 2018/19 mit einer riesigen Euphorie, die aber schon in der Hinrunde kippte. Der bittere Höhepunkt: Mal wieder musste ein Trainerwechsel her.

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Der erstmalige Abstieg in die 3. Liga lag hinter dem FCK und seinen Fans - da begannen schon die Vorbereitungen für die neue Saison. Die Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung wurde vollzogen, in Windeseile parallel ein neuer Kader zusammengestellt. Kaum zu fassen: Zum Trainingsauftakt kamen 19 Spieler und 1.500 Fans. Plötzlich herrschte wieder Euphorie.

Und diese sorgten für gleich im ersten Heimspiel für ein großes Highlight. Vor über 40.000 Zuschauern stieg im Fritz-Walter-Stadion das bundesligawürdige Auftaktduell gegen 1860 München. Der FCK gewann die Partie mit 1:0 kurz vor dem Schlusspfiff durch einen Treffer von Janek Sternberg - ein rundum gelungener Saisonstart.

Nur eine Woche später holte der Drittliga-Alltag die Roten Teufel aber gleich das erste Mal ein. Zur Partie bei Sonnenhof Großaspach waren zwar weit über 6.000 Fans, die es mit dem FCK halten, mitgereist, doch bei Bullenhitze gab es für sie und ihre Mannschaft kein Happy End. Am Ende hieß es 1:1. Als am darauffolgenden Spieltag die Lautrer lange gegen Preußen Münster führten, in der Nachspielzeit aber durch zwei Standardsituationen das erste Mal als Verlierer vom Platz gingen, dachten sich viele: "Willkommen in Liga drei". Die anfängliche Euphorie hatte einen ziemlichen Dämpfer erhalten.

Pokal-Debakel, Cornflakes und späte Nackenschlägen

Drei Spiele, vier Punkte - es war kein guter Start für den FCK, schnell sollten also wieder drei Punkte her. Aber es kam noch schlimmer: Beim Halleschen FC waren die Roten Teufel auf ganzer Linie unterlegen und erstmals wurden Zweifel an Trainer Michael Frontzeck laut. Sein Team hatte sich plan- und ideenlos präsentiert und 0:2 verloren. Der Routinier an der Seitenlinie konnte die aufkeimende Kritik nicht ersticke. Besserung brachte nämlich auch nicht der Auftakt im DFB-Pokal, der sogleich das frühe Aus bedeutete. Denn gegen die TSG Hoffenheim (1:6) gab es ein Debakel mit Ansage, gefolgt von einer enttäuschenden Nullnummer im Derby gegen den Karlsruher SC.

Die Geduld der treuen Betze-Anhänger wurde weiter auf die Probe gestellt: Beim FSV Zwickau mussten die Roten Teufel zwei Schläge ins Gesicht hinnehmen: In der Nachspielzeit kassierten sie den Ausgleich durch einen unberechtigten Elfmeter. Der "Verursacher" Jan Löhmannsröben, der vor seinem Handspiel übel gefoult wurde, schimpfte später auf Schiedsrichter Markus Wollenweber und empfahl diesem, Cornflakes zählen zu gehen - was zu einer ganz besonderen, humorvollen Protestaktion der FCK-Fans und viele Cornflakes-Packungen in der DFB-Zentrale führte. Der FCK war trotz 3. Liga mal wieder bundesweit in den Schlagzeilen - allerdings nicht in sportlicher Hinsicht.

Denn was in dieser Phase beinahe unterging: Dem FCK schwammen die Felle davon, auch gegen Fortuna Köln (3:3) und bei Carl Zeiss Jena (3:3) gab es späte Gegentore und keinen Sieg. Nach sieben Spieltagen steckte der haushohe Aufstiegsfavorit FCK mitten im Abstiegskampf! Eine riesengroße Enttäuschung.

Von Braunschweig bis Aalen: Endlich Aufwind und Siege im Verbandspokal

Der Druck nahm immer weiter zu - dann endlich wurden Trainer, Spieler und Fans belohnt. Dem 4:1-Sieg bei Eintracht Braunschweig - bei dem der Stern von Christian Kühlwetter und Domninik Schad aufging - folgte ein zwar nicht hochklassiger, aber wichtiger 2:1-Erfolg gegen die Sportfreunde Lotte. Die Formkurve stieg leicht an. Beim überraschend souveränen Spitzenreiter VfL Osnabrück (0:2) ließ das Frontzeck-Team zwar in mehrfacher Hinsicht Chancen liegen, doch schon am darauffolgenden Spieltag wurde der Emporkömmling KFC Uerdingen mit 2:0 zur rechten Zeit in die Schranken verwiesen.

Die Zuversicht wuchs, schließlich waren die Roten Teufel auch im Montagsspiel beim VfR Aalen (2:1) mit Fritz-Walter-Wetter und dem Glück des Tüchtigen gesegnet. Und in dieser Phase glückte auch der Start im Verbandspokal: Der SC Idar-Oberstein wurde standesgemäß mit 7:0 besiegt, beim FK Pirmasens, dem ersten Pfalz-Derby seit 1963, gab es einen glanzlosen 3:1-Pflichtsieg.

Cottbus, Rostock, Wehen, Haching: Frontzeck ist am Ende

Hinter dem FCK lag ein goldener Oktober - und plötzlich war die Chance da, endlich in das Aufstiegsrennen einzugreifen. Die Erwartungen waren groß, als Energie Cottbus auf den Betzenberg kam. Aber gegen die Lausitzer liefen die Lautrer an die Wand und kassierten eine bittere 0:2-Niederlage. So hieß es weiter: Graues Mittelfeld statt Relegationsplatz! Einen Spieltag später ging der FCK bei Hansa Rostock erst in Führung, um dann mit 1:4 unter die Räder zu kommen. Selbst der 4:0-Viertelfinalsieg gegen den TSV Gau-Odernheim konnte nicht für Wiedergutmachung sorgen. Erstmals regte sich auch im Stadion deutlich sichtbarer Widerstand bei den Fans. Der Druck wuchs, schließlich begannen sich in der Tabelle so langsam die Vereins zu sortieren. Und der FCK? Der viermalige Meister dümpelte im Mittelfeld herum.

Nach der dann anstehenden Länderspielpause brachte das 0:0 gegen den SV Wehen Wiesbaden im Fritz-Walter-Stadion das Fass zum Überlaufen. Der blutleere Auftritt hatte vor allem eines zur Folge: Schluss mit lustig. Die Spieler wurden von den wütenden Fans vor der Westkurve zur Rede gestellt, der Trainer einmal mehr in Frage gestellt. Erstmals hallten unüberhörbare "Frontzeck raus"-Rufe durch das Stadion. Dieser bekam von seinem Team keine Rückendeckung - bei der SpVgg Unterhaching ließen sich die Roten Teufel mit 0:5 abschießen - das war's für Frontzeck.

Neuer Trainer: Hildmann startet mit vier Punkten aus zwei Spielen

Der Aufstieg in weiter Ferne, die Mannschaft weit hinter den Erwartungen und ein einmal mehr enttäuschtes Umfeld - die Situation war verfahren. Mit Sascha Hildmann präsentierten die Verantwortlichen einen Trainer, der in Kaiserslautern tief verwurzelt ist, aber in Großaspach erst eine Profistation hinter sich hatte. Konnte das gut gehen? Zum Auftakt gegen die Würzburger Kickers gab es ein 0:0 der besseren Sorte. Vieles, aber (noch) nicht alles schien gut zu werden. Und ja, beim SV Meppen fuhr der FCK zum Hinrunden-Abschluss einen 1:0-Sieg ein - trotz durchwachsener Leistung. Aber immerhin war da wieder ein Fünkchen Hoffnung, auch wenn die Roten Teufel die Hinrunde auf dem zehnten Platz beendet hatten. Die angepeilten Aufstiegsplätze waren zwölf Punkte entfernt.

Morgen im zweiten Teil des Saisonrückblicks auf Der Betze brennt: Eine Wintervorbereitung ohne Neuzugänge, emotionaler Jubel nach dem Derbysieg, die endgültige Gewissheit über den Nicht-Aufstieg und ein enttäuschender April.

Autor: paulgeht

Weitere Links zum Thema:

- Saisonrückblick 2018/19, Teil 2 | Die Rückrunde: Schwindende Hoffnung, wachsende Zweifel
- Saisonrückblick 2018/19, Teil 3 | Neben dem Platz: Riesiges Führungschaos beim FCK

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