Hinrunden-Rückblick 2025/26
Die Hinrunde im Rückspiegel: Oft entschieden Kleinigkeiten - oder der VAR
1. Spieltag, Hannover-FCK (1:0): Eine unattraktive Partie mit kaum Torchancen - für beide Mannschaften. Auf der linken Abwehrseite wird Kenny Redondo von Mustapha Bundu schwindelig gespielt. Am Ende erzielt Noel Aseko Nkili nach einem Fehler des eingewechselten Afeez Aremu das Siegtor für 96. Für den FCK verpassen Luca Sirch mit einem Heber von der Mittellinie, Simon Asta mit einem Abschluss im Strafraum und Gegner-Torwart Nahuel Noll mit einem Beinahe-Eigentor den möglichen, aber nicht verdienten "Lucky Punch". Die späteren Top-Neuzugänge Naatan Skyttä und Paul Joly stehen zum Saisonbeginn noch nicht im FCK-Kader.
2. Spieltag, FCK-Schalke (1:0): Nach vorne geht wieder nicht viel, vom späteren Herbstmeister Schalke sogar gar nichts. Dieses Mal jedoch gelingt dem FCK der Lucky Punch: Daniel Hanslik holt clever einen Foulelfmeter gegen Ron Schallenberg heraus. Marlon Ritter verwandelt zum Tor des Tages und dem erfolgreichen Heimauftakt vor 49.327 Zuschauern. In den Minuten danach liegt sogar das 2:0 in der Luft, aber das 1:0 ist das passendere Ergebnis für eine chancenarme Partie.
DFB-Pokal, Stahnsdorf-FCK (0:7): "Seriös gespielt": Während andere Zweitligisten und Erstligisten zittern müssen oder sogar ausscheiden, meistert Lautern die Pflichtaufgabe gegen den Oberligisten in Potsdam souverän.
Holpriger Beginn
3. Spieltag, Elversberg-FCK (2:1): Wieder geht spielerisch nicht viel, und doch ist der FCK nah an seinem ersten Punktgewinn an der Kaiserlinde. Die zuvor fast schon abgeschriebenen Einwechselspieler Faride Alidou und Richmond Tachie (per Elfmeter) sorgen in der Schlussphase für den Ausgleich und beinahe sogar die Führung für Rot. In der Schlussphase gelingt jedoch der SVE der ... ja, der Lucky Punch. Bei einem Eckball pennt die Lautrer Abwehr, wie zuvor auch schon beim ersten Treffer des Gegners.
4. Spieltag, FCK-Darmstadt (3:1): Dass der FCK zum Saisonstart ausschließlich auf Top-Teams trifft, stellt sich erst später heraus, aber Darmstadt kommt als Tabellenzweiter auf den Betze. Die Lilien gehen nach 62 Minuten in Führung, doch Torsten Lieberknecht beweist gegen seinen Ex-Klub ein goldenes Händchen: Mit den Torschützen Naatan Skyttä, Faride Alidou und Tobias Raschl sowie den Vorbereitern Leon Robinson und Dickson Abiama wechselt der FCK-Trainer den emotional gefeierten Nachspielzeit-Sieg ein.
5. Spieltag, Fürth-FCK (0:3): Schon in der ersten Minute wird Fürths Noah König nach einer Notbremse gegen Faride Alidou vom Platz gestellt. In quasi 90-minütiger Überzahl ziehen die Roten Teufel dank Treffern von Naatan Skyttä und zwei Mal Ivan Prtajin ein 3:0. Zudem der zweite Zu-Null-Sieg der noch jungen Saison. Es ist am fünften Spieltag die erste Partie, die nicht auf des Messers Schneide steht.
6. Spieltag, FCK-Münster (4:1): Der erste richtige Glanzauftritt und der vierte Sieg am sechsten Spieltag. Die Roten Teufel überrennen die Gäste aus Westfalen in der ersten Halbzeit auf die Westkurve spielend und führen nach 24 Minuten schon mit 3:0. Am Ende erzielen Ivan Prtajin (3), bei dem der Knoten endgültig geplatzt scheint, und Naatan Skyttä die FCK-Treffer zum 4:1 und schicken die Fans am Freitagabend in ein fröhliches Wochenende.
7. Spieltag, Paderborn-FCK (2:0): Wer beim Sieg in Fürth den Platzverweis als ausschlaggebend anlegt, muss das Gleiche auch bei der Niederlage in Paderborn tun. 45 Minuten lang sehen die Zuschauer ein absolutes Null-zu-Null-Spiel, ehe der Videobeweis gegen Maxwell Gyamfi zuschlägt: Platzverweis statt Monstergrätsche. Den folgenden Elfmeter hält Julian Krahl noch. In Unterzahl und mit kurzzeitiger Umstellung auf Viererkette frisst das Lieberknecht-Team nach der Pause jedoch zwei schnelle Gegentore und muss sich geschlagen geben.
8. Spieltag, FCK-Bochum (3:2): Der nächste hochverdiente Heimsieg. Und das mit Bochum gegen einen Bundesliga-Absteiger, der nach Fehlstart erst nach dem Lautern-Spiel mit dem neuen Trainer Uwe Rösler in die Spur findet. Erneut zwei Mal Ivan Prtajin sowie der ebenfalls begeisternde Neuzugang Paul Joly erzielen die Treffer, das 2:3 in der Nachspielzeit durch ein Eigentor von Jan Elvedi sorgt nur für ein paar Sekunden Zittern.
Höhepunkt beim Derby
9. Spieltag, Karlsruhe-FCK (2:3): Der Höhepunkt der Hinrunde. Der FCK erwischt den KSC, der zuvor sämtliche Heimspiele gewonnen hatte, eiskalt und führt dank Ivan Prtajin und Naatan Skyttä mit 2:0. Nach dem Anschlusstreffer werden die Teufel jedoch nervös und fangen tatsächlich noch das 2:2. Karlsruhe drückt wie wild auf das Siegtor, dieses jedoch gelingt den cleverer agierenden Lautrern: In der Nachspielzeit schiebt der eingewechselte Marlon Ritter ein - wer sonst? Mit 18 Zählern aus neun Spielen liegt der FCK jetzt exakt im aufstiegsreifen Zwei-Punkte-Schnitt.
10. Spieltag, FCK-Nürnberg (1:1): Der FCK hat nach holprigem Start auch Kloses Nürnberger im Sack und führt durch den nach Verletzungspause genesenen Daniel Hanslik lange 1:0, verschwitzt jedoch, das 2:0 nachzulegen. Stattdessen schlägt in der Nachspielzeit der Videoschiri zu: Elfmeter für Nürnberg, nur Unentschieden statt des siebten Heimsieges in Folge.
DFB-Pokal, Fürth-FCK (0:1): Im Kalenderjahr 2025 holten die Roten Teufel sechs Auswärtssiege - drei davon gelangen in Fürth. In einem reinen Kampfspiel Ende Oktober steht am Ende der Einzug ins Pokal-Achtelfinale. Nicht mehr und nicht weniger.
11. Spieltag, Düsseldorf-FCK (1:1): Die Fortuna ist vor über 10.000 mitgereisten FCK-Fans nach den Treffern von Luca Sirch (traumhafter Freistoß!) und Leon Robinson mausetot, ehe wieder der VAR eingreift: Sage und schreibe sechs Minuten dauert es, bis Robinsons 2:0 wegen minimaler Abseitsstellung im Vorfeld aberkannt wird. Düsseldorf nutzt den Bruch im Spiel und kommt durch einen Sonntagsschuss von Sima Suso noch zum 1:1, dem ersten Punktgewinn unter dem neuen Coach Markus Anfang, der im Eifer des Gefechts seinem FCK-Nachfolger Torsten Lieberknecht den Handschlag verweigert.
12. Spieltag, FCK-Hertha (0:1): Videobeweis, die nächste, und Nuancen-Entscheidung, die x-te: Mit einer gigantischen Jubiläumschoreo bereiten die FCK-Fans die Bühne an diesem Samstagabend. Aber die nach Wackelstart in die Saison mittlerweile aufstrebende Hertha spielt den Partycrasher und gewinnt dank des Pfälzers Luca Schuler mit 1:0. Toni Leistner verhindert den Ausgleich von Mika Haas auf der Linie, der Nachschuss des bisher völlig glücklosen Mahir Emreli geht drüber, und beim hart umjubelten Ausgleichstreffer von Ivan Prtajin in der Schlussminute greift wieder der VAR ein - das Tor zählt wegen knappem Abseits nicht, die Gelbe Karte fürs Trikotausziehen bleibt trotzdem bestehen.
13. Spieltag, FCK-Kiel (4:1): Nach dreimal Videobeweis und verpassten Chancen endlich wieder ein souveräner Auftritt in der Liga. Im Winterfrost überrollt der FCK dank "Ice Cold" Naatan Skyttä (drei Treffer, außerdem erfolgreich: Eigengewächs Mika Haas) auch den zweiten Bundesliga-Absteiger. Alles wieder in Ordnung?
Ernüchternde Adventszeit
14. Spieltag, Braunschweig-FCK (2:0): Erneut ist es eine Nuance, die über Sieg und Niederlage entscheidet: Wenn, ja wenn ... die Notbremse von Robin Heußer gegen Naatan Skyttä mit Rot bestraft worden wäre - Herthas Toni Leistner wurde drei Wochen später für eine weniger klare Szene vom Platz gestellt -, dann wäre der in einer Niederlagenserie befindliche BTSV in Unterzahl wahrscheinlich auseinandergebrochen. Stattdessen liefert der FCK eine richtige Grottenleistung und betätigt sich beim 0:2 als Aufbaugegner für kriselnde Gastgeber.
DFB-Pokal, Hertha-FCK (6:1): Die heftigste Klatsche seit dem Zweitliga-Aufstieg 2022. Beim Ligakonkurrenten aus Berlin verpasst Ivan Prtajin den Führungstreffer, danach brechen mit Ausnahme von ein paar Minuten nach der Pause alle Dämme. Die FCK-Abwehr verteidigt auf Bezirksliga-Niveau und fängt nach teils unfassbaren Aussetzern sechs Dinger. Zu allem Überfluss muss Lauterns bester Torschütze Prtajin auch noch verletzt runter: Diagnose Muskelbündelriss, sechs bis acht Wochen Zwangspause.
15. Spieltag, FCK-Dresden (3:1): Nicht erst seit Dezember kann man von einem Heim- und einem Auswärtsgesicht des FCK sprechen. Am Nikolaustag sorgen Naatan Skyttä, Marlon Ritter und Mika Haas für den ungefährdeten Sieg und vorläufig Platz 1 in der Heimtabelle.
16. Spieltag, Bielefeld-FCK (0:0): Nach den Auswärtsklatschen in Braunschweig und Berlin setzt Torsten Lieberknecht in Bielefeld auf Catenaccio-Taktik. Tatsächlich gelingt es dem FCK so als erstem Team seit elf Monaten - inklusive einiger Erstligisten im Pokal -, auf der Alm ohne Gegentreffer zu bleiben. Nach vorne geht in Abwesenheit der verletzten Ivan Prtajin, Mahir Emreli und Kenny Redondo jedoch so gut wie gar nichts, was bei vielen Fans für Ernüchterung sorgt.
17. Spieltag, FCK-Magdeburg (2:3): Die große Enttäuschung zum Jahresabschluss. Der FCK verpasst bei mehreren guten Chancen die Führung, es folgen 30 ganz miese Minuten und ein 0:3-Rückstand. In der zweiten Halbzeit wird nochmal alles nach vorne geworfen (oder gebolzt) und durch Daniel Hanslik und Marlon Ritter gelingt das 2:3. Der Betze bebt und das Ballbesitz-Team Magdeburg - im Nachhinein zusammen mit Abstiegskonkurrent Braunschweig die formstärkste Mannschaft der Adventszeit - kommt kaum noch an den selbigen. Der FCK kommt trotz Ballbesitz jedoch auch nicht mehr zu großen Chancen.
Die Bilanz der Hinrunde: Statt der erhofften 30 Punkte geht der FCK nach der zweiten Heimpleite unter Torsten Lieberknecht mit 27 Zählern in die Winterpause der 2. Bundesliga. Hinzu kommt das Achtelfinale im DFB-Pokal.
FCK-Trainer Lieberknecht hat der Hinrunde die Schulnote 3 gegeben - soll heißen: Es war nicht schlecht, aber es geht noch mehr. Wie hast Du die oben genannten Spiele erlebt, welches ist Dir besonders im Gedächtnis geblieben und welche Note gibst Du der ersten Saisonhälfte? Diskutiere mit im DBB-Forum:
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