
Vorbericht: 1. FC Magdeburg - 1. FC Kaiserslautern
Das Saisonziel vor Augen
Am Freitag sollen die 40 Punkte fallen. Beim 1. FC Magdeburg hat der 1. FC Kaiserslautern die Chance, den Klassenerhalt schon nach dem 23. Spieltag quasi fix zu machen. An der Elbe erwartet die Roten Teufel allerdings ein heißer Tanz.
In dieser Saison sorgte der FCK schon für zahlreiche Highlights. Spiele drehen, doch noch Siege in Überzahl, obwohl man wie in Bielefeld oder letzte Woche gegen Fürth Tore mit einem Mann mehr kassierte oder Erfolge gegen auf dem Papier personell deutlich besser besetzte Mannschaften. Das Hinspiel gegen den kommenden Gegner Magdeburg im Fritz-Walter-Stadion war aber das vielleicht größte Spektakel von allen. Nach dem frühen Führungstreffer der Betze-Buben drehten die Gäste die Partie noch vor der Pause auf 3:1, bevor die Schuster-Elf dann Mitte der zweiten Halbzeit mit 4:3 führte. Doch zehn Minuten vor dem Ende kam der FCM dann noch zum alles in allem leistungsgerechten Punktgewinn. Es war die bislang torreichste FCK-Partie dieser Spielzeit und der letzten Jahre. Nicht jeder hätte damals wohl gedacht, dass die Roten Teufel auch in der Folge nichts mit den unteren Plätzen zu tun haben werden und sich bereits im Rückspiel rein statistisch ein weiteres Jahr in der 2. Bundesliga sichern können. Anpfiff im Heinz-Krügel-Stadion ist um 18:30 Uhr.
Was muss man zum 23. Spieltag wissen? Hier kommen die wichtigsten Vorab-Informationen zur Partie in Magdeburg:
Der FCK: Ausgangslage und Personal
"Unser Ziel sind die 40 Punkte." Nahezu gebetsmühlenartig sagten Spieler und Verantwortliche des 1. FC Kaiserslautern diesen Satz seit Beginn der Vorbereitung im Juni 2022 immer wieder. Auch nach dem jüngsten 3:1-Heimsieg gegen Fürth ließen sich die Akteure nichts anderes entlocken, auch wenn schon wieder das ein oder andere Schmunzeln dabei war. Kevin Kraus' "Es fehlen jetzt nur noch zwei Punkte" war aber wohl durchaus ernst gemeint. Jedenfalls besteht am Freitag, den 3. März 2023 bereits die Chance, diese "magische" Marke endlich zu überspringen. Mit einem Auswärtssieg hätte der FCK 41 Zähler auf dem Konto und hätte mit dem Abstieg auch rechnerisch nichts mehr zu tun. Das Saisonziel wäre schon am 23. Spieltag erreicht und Thomas Hengen und Co. hätten knapp drei Monate vor dem Saisonende Planungssicherheit für die kommende Spielzeit.
Innenverteidiger Robin Bormuth und Linksaußen Kenny Redondo drohen wegen muskulärer Probleme auszufallen, beide konnten diese Woche noch nicht am Mannschaftstraining teilnehmen. Zudem hat Ersatz-Innenverteidiger Lars Bünning im Training einen Bänderriss erlitten und fällt wohl etwas länger aus. Erster Anwärter auf Redondos offensive Position in der Anfangself ist Philipp Hercher. In der Defensive duellieren sich Jean Zimmer und Erik Durm um den Platz hinten rechts. Ansonsten sind wohl keine Änderungen gegenüber der Sieger-Elf vom Fürth-Spiel zu erwarten.
Der Gegner: Ausgangslage und Personal
Die Rückrundenbilanz des 1. FC Magdeburg ist bislang ausgeglichen. Nach dem Jahreswechsel gelangen zwei Siege. Dem stehen ein Unentschieden und zwei Niederlagen gegenüber. Beeindruckend: Mehr als 10.000 Fans unterstützen am vergangenen Sonntag beim dann doch etwas überraschenden 2:1-Erfolg in Hannover ihr Team. Dadurch beträgt der Vorsprung auf Platz 16 derzeit vier Punkte. Vor allem im heimischen Stadion drückt in dieser Saison allerdings der Schuh: Nur acht Punkte konnte der FCM dort einfahren, in der Fremde sind es doppelt so viele. Der letzte Heimsieg gelang am 2. Oktober 2022 beim 1:0 gegen Regensburg. Das war auch das einzige Spiel in dieser Saison, in dem die Mannschaft von Christian Titz ohne Gegentor blieb. Mit 42 Gegentoren stellen die Magdeburger zudem weiter die schwächste Abwehr der Liga.
Beim Flutlichtspiel gegen Kaiserslautern hat der FCM weiterhin viele Langzeitverletzte zu beklagen, sodass sich die Mannschaft wieder fast von alleine aufstellen wird. Unter anderem fehlt der Pfälzer Luca Schuler, der vergangene Saison in Magdeburg den Siegtreffer gegen die Roten Teufel markierte.
Frühere Duelle
Gegen Magdeburg konnte der FCK nur eines der sieben Pflichtspiele gewinnen. Das Hinspiel der laufenden Saison endete wie bereits erwähnt nach spektakulären 90 Minuten 4:4. An die ebenfalls schon angesprochene letzte Begegnung in Magdeburg gibt es weniger gute Erinnerungen. Nach dem 0:1 am 04. September 2021 stand der FCK tief im Abstiegskampf der 3. Liga. Was dann folgte, weiß jeder noch, nämlich beinahe die Entlassung von Trainer Marco Antwerpen und dann das Zusammenraufen mit anschließendem Durchmarsch bis auf die Aufstiegsplätze. Kurios: Vier Mal teilten sich beide Klubs die Punkte, alle vier Spiele fanden auf dem Betze statt. Zwei Mal gewann Magdeburg jeweils mit 1:0.
Fan-Infos
Zum Flutlichtspiel hat der FCM bis Donnerstagmittag rund 23.000 Karten verkauft, somit dürfte am Freitagabend wohl mit um die 25.000 Zuschauern zu rechnen sein. Rund 2.000 Fans unterstützen den FCK im Gästebereich. Das Heinz-Krügel-Stadion öffnet um 16:30 Uhr. Es wird dazu geraten, auf dem Weg dorthin keine Lautrer Fankleidung zu tragen, weil es beim FCM neben vielen positiv verrückten Fans auch eine nennenswerte Anzahl negativ Verrückter gibt. Hier gilt deshalb ganz pragmatisch: besser Vorsicht als Nachsicht.
Wer noch ein Ticket sucht oder übrig hat, kann es über die DBB-Kartenbörse mit fairen Preisen von Fans für Fans versuchen. Alle weiteren Informationen zu Anreise und Fan-Utensilien findet Ihr auf der Homepage des FCK. Denkt wie bei Freitagsspielen üblich auch möglichst an eine frühzeitige Anreise aufgrund der zu erwartenden Staus auf den Autobahnen. Zugreisende sollten zudem beachten, dass in manchen Bundesländern am Freitag der öffentliche Nahverkehr bestreikt wird, was die individuelle Anreise zu den Fernbähnhöfen beeinflussen könnte.
O-Töne
FCK-Trainer Dirk Schuster: "Es ist nicht mehr weit bis zur Ziellinie. Wir fahren mit viel Selbstvertrauen, aber auch mit dem gehörigen Respekt nach Magdeburg. Ich freue mich auf eine geile Atmosphäre und Stimmung. Wir wissen, was uns für ein Hexenkessel erwartet."
FCM-Coach Christian Titz: "Wir haben seit Beginn der Rückrunde viele Dinge gut umgesetzt, auch zuhause. Wir wissen, dass mit Kaiserslautern eine körperlich sehr unangenehme Mannschaft kommt. Sie stehen kompakt in der Defensive und nutzen ihre Möglichkeiten vorne konsequent aus."
Daten und Fakten
Voraussichtliche Aufstellung:
1. FC Magdeburg: Reimann - Heber, Elfadli, Gnaka - Condé, Bockhorn, Kwarteng, Krempicki - El Hankouri, Brünker, Atik
Es fehlen: Bell Bell (Adduktorenprobleme), Bittroff (Wadenprobleme), Franzke, Kath, Schuler (alle Aufbautraining), Halbouni (Kreuzbandriss), Müller (Syndesmoseriss), Piccini (Zehenbruch), Stappmann (Blockade im Mittelfuß)
1. FC Kaiserslautern: Luthe - Zimmer (Durm), Kraus, Tomiak, Zuck - Rapp, Ritter - Hercher, Klement, Opoku - Boyd
Es fehlt: Bünning (Bänderiss), evtl. Bormuth, evtl. Redondo (beide muskuläre Probleme)
Quelle: Der Betze brennt / Autor: Florian Reis
Vorherige Meldungen ab 27.02.2023:

Freitag, 18:30 Uhr: Knackt der FCK die 40-Punkte-Marke?
Der 1. FC Kaiserslautern könnte mit einem Auswärtssieg beim 1. FC Magdeburg die Zielmarke von 40 Punkten überschreiten. Die Aufgabe wird allerdings kniffelig, denn es warten ein aufstrebendes Team und ein fanatisches Stadion.
Magdeburg und Kaiserslautern: Zwei große deutsche Traditionsvereine, die erst seit 2019 regelmäßig gegeneinander spielen, seither aber schon einige erinnerungswürdige Duelle hatten. In der Ottostadt gab es beispielsweise das erste (Geister-)Spiel nach der Corona-Pause, das der FCK dank eines Treffers des Ex-Magdeburgers André Hainault mit 1:0 für sich entschied. Ein Jahr später gewann der FCM dank Baris Atik mit 1:0 und sorgte dafür, dass Marco Antwerpen nachts auf dem Betze das Flutlicht anschmiss und zum Straftraining bat - im Rückblick der Wendepunkt zum bis heute anhaltenden Aufwärtstrend. Aber auch das Hinspiel in dieser Saison war spektakulär: 1:0 - 1:3 - 4:3 - 4:4, lautete der Tore-Verlauf inklusive Endstand, FCK-Verteidiger Boris Tomiak traf dabei in beide Tore. Insgesamt stehen in bisher sieben Partien vier Unentschieden, zwei Niederlagen und ein Sieg aus Sicht des FCK zu Buche.
Hercher vor der Rückkehr in die Startelf?
In der aktuellen Saison geht die Bilanz der beiden Drittliga-Aufsteiger auseinander: Während der FCK mit 38 Punkten und zuletzt dem 3:1-Erfolg gegen Fürth das Saisonziel "Klassenerhalt" schon fast erreicht hat, hängt der FCM mit 24 Zählern noch tief im Abstiegskampf. Aber Obacht: Nachdem es beim 1:1 gegen Karlsruhe noch Knatsch mit den eigenen Fans gegeben hatte, ziehen sie in Magdeburg jetzt wieder an einem Strang und konnten zwei der letzten drei Partien gewinnen. Jeweils auswärts gab es ein 3:2 in Kiel und am gestrigen Sonntag vor über 10.000 mitgereisten Anhängern ein 2:1 in Hannover.
Den FCM plagt allerdings eine relativ lange Verletztenliste, während der Team-Status beim FCK zwar nicht mehr komplett blank, aber immer noch überschaubar ist: Gegen Fürth musste Kenny Redondo, kurz nachdem er das 1:0 vorbereitet hatte, verletzt ausgewechselt werden. Es sah nicht sehr schlimm aus, aber eine genaue Diagnose steht noch aus. Redondo wurde auf der offensiven Außenbahn von Philipp Hercher ersetzt, der direkt das 2:1 erzielte und auch in Magdeburg wohl die erste Alternative für die Startelf sein dürfte. Außerdem musste sich schon vor dem Anpfiff Innenverteidiger Robin Bormuth (muskuläre Probleme) abmelden. Ob Redondo und Bormuth bis Freitag wieder fit sind, steht zum Beginn der Trainingswoche noch nicht fest.
Noch Karten für den Gästeblock erhältlich
Eine öffentliche Trainingseinheit ist diese Woche nicht angekündigt, aber es gibt noch Karten für den Gästeblock: Im FCK-Ticketshop sind noch Sitzplätze erhältlich, in der DBB-Kartenbörse auch noch vereinzelte Stehplätze. Die Roten Teufel können gegen elf Magdeburger mit 25.000 heißblütigen Fans im Rücken jede Unterstützung gebrauchen!
Quelle: Der Betze brennt
Weitere Links zum Thema:
- Übersicht: Kompletter Team-Status des 1. FC Kaiserslautern
Ergänzung, 28.02.2023:
Gegner-Check Magdeburg: Den Heimkomplex ausnutzen
1. FC Kaiserslautern gegen 1. FC Magdeburg - ein Aufsteiger-Duell? Ist als Etikett doch längst ausgelutscht. "Heimschwächstes Team der Liga trifft auf drittbeste Auswärtsmannschaft" - das bildet die Realität viel besser ab.
So lief's seit der Hinrunde: Das spektakuläre 4:4 im Fritz-Walter-Stadion sicherte Magdeburg erst den vierten Punkt nach bis dato sechs Spielrunden. Auch im weiteren Saisonverlauf kam der FCM nicht so recht aus dem Quark. Tabellen-17. nach der Hinrunde, schwächste Abwehr der Liga mit bereits 42 Gegentoren, zudem schwächstes Heimteam mit erst acht Punkten im eigenen Stadion. In der Fremde allerdings setzten die Magdeburger einige Highlights. Gewannen beispielsweise 3:2 beim Aufstiegs-Topfavoriten Hamburger SV, dem ehemaligen Klub des heutigen FCM-Trainers Christian Titz. Zuletzt mit einem 2:1 bei Hannover 96 erfolgreich, das den Neuling auf Platz 14 hievte und ihm vier Punkte Luft zum Relegationsrang 16 verschaffte. Wobei nicht viel gefehlt hätte und er hätte trotz Überzahl noch eine Führung verspielt. Das kennen wir doch von irgendwo her.
Das hat sich geändert: Am Ende der vergangenen Drittliga-Saison stieg der 1. FC Magdeburg mit 15 Punkten Vorsprung vor dem 1. FC Kaiserslautern auf. Nach 22 Runden dieser Zweitliga-Spielzeit steht der FCK nun 14 Zähler vor dem FCM. Wie sich das erklären lässt? Wer will, kann am großen Rad drehen und aufs Fußball- und Selbstverständnis der beiden Trainer abheben: Auf der einen Seite der vom "Total Voetbal" und seinem Epigonen Pep Guardiola inspirierte Christian Titz, der sein Anspruch an Ballbesitzspiel und hohes Anlaufen auch eine Liga höher nicht aufgeben will, obwohl ihm im Wettbewerbsvergleich nur ein niedrig budgetierter und entsprechend limitierter Kader zur Verfügung steht. Auf der anderen Seite der Pragmatiker Dirk Schuster, der das Spiel seine Jungs konsequent an den Möglichkeiten des eigenen Personals und denen des Gegners ausrichtet. Was mehr Erfolg verspricht? Einfach auf die Tabelle gucken. Man muss aber nicht die große Keule schwingen, um Magdeburgs Misere zu erklären. Der FCM wird seit Saisonstart permanent von Verletzungsausfällen und Formschwankungen geplagt, die sowohl die Leistungsträger des Vorjahrs als auch die Sommertransfers sowie die Nachverpflichtungen betreffen. Die ehemaligen FCK-Nachwuchsspieler Luca Schuler und Leon Bell Bell, feste Größen im Aufstiegsjahr, haben sich ebenso bis auf Weiteres in den Krankenstand verabschiedet wie der im September nachverpflichtete Cristiano Piccini. Mittelstürmer Kai Brünker tauchte zwischenzeitlich ebenso ab wie der eigentlich zuverlässige Achter und KapitänAmara Condé. Und das sind nur einige wenige Beispiele. Besonders turbulent gestalteten sich die Wechselspiele in der Defensive. Seit Mitte der Hinrunde setzt Titz öfter auf mal eine Dreierkette. Beim 2:1 in Hannover zuletzt bildeten diese die Sommertransfers Silas Gnaka, Daniel Elfadli und Wintereinkauf Daniel Heber.
Gewinner und Verlierer: In diesem ständigen Auf und Ab fiel eigentlich nur einer positiv auf: Moritz-Broni Kwarteng, der sich prächtig weiterentwickelt, seit ihn FCM-Sportchef Otmar Schork im Januar 2022 vereinslos vom Markt fischte. Mit sieben Treffern und drei Vorlagen ist der 24-Jährige bislang bester Scorer des Teams. Im Hinspiel erzielte er zwei Tore und bereitete ein weiteres vor. Baris Atik dagegen, mit sage und schreibe 19 Treffern und 22 Vorlagen überragender Akteur der Aufstiegssaison, versprüht nicht mehr ganz den Glanz dieser Tage. Er wird im nunmehrigen 3-4-3 vornehmlich nur noch als Flügelmann eingesetzt, nicht mehr als bisweilen buchstäblich "unfassbarer" Pendler zwischen Neuner- und Zehnerposition. Zuletzt in Hannover traf Atik allerdings und schraubte seine Konten auf fünf Einschläge und vier Vorlagen hoch - immerhin. Zweiter Torschütze in Niedersachsen war Luc Castaignos, den der FCM in der Winterpause holte - mit großen Hoffnungen, stand der Stürmer doch schon bei einigen internationalen Topklubs unter Vertrag, unter anderem Eintracht Frankfurt. Der Treffer ist jedoch bislang der einzige Arbeitsnachweis des Stürmers, der als Lichtblick gelten darf. Die Flügelflitzer Jason Ceka und Tatsuya Ito, die im Hinspiel der Lautrer Abwehrreihe höllisch zusetzten, verzeichnen bislang nur acht, beziehungsweise sechs Startelf-Einsätze. Zuletzt präsentierten sich beide jedoch in aufsteigender Form. Mit sechs Assists ist Ceka trotz vieler Kurzeinsätze bester Vorbereiter seines Teams, Moskito Ito überragte in Hannover als Einwechselspieler, bereitete beide Treffer vor. Was ihn zum heißen Startelf-Kandidaten für Freitag machen dürfte.
Zahlenspiele: Laut "Wyscout" haben sie im Schnitt 59,7 Prozent Ballbesitz pro Spiel. Damit befinden sich die Magdeburger in der Gesellschaft von Top-Teams wie Paderborn und Hamburg. Und sie erlauben dem Gegner im Mittel nur 8,35 Zuspiele, bis sie ihn attackieren, darin sind sie sogar Spitze vor Kiel, Hamburg und Darmstadt. Und wie nicht anders zu erwarten, liegen sie auch in den Pass-Rankings weit vorne. Dennoch sind sie nur Tabellen-14. und haben zuhause erst magere acht Punkte geholt ... Interessant auch: Laut "bundesliga.de" gewinnen die Magdeburger so wenige Kopfballduelle wie kein anderes Team. Ihre Gefährlichkeit bei Eckbällen liegt 69 Prozent unter dem Zweitliga-Durchschnitt, die Lautrer dagegen rangieren 35 Prozent über dem Mittelwert, nur Darmstadt ist da besser. Was uns wieder mal zu der Erkenntnis führt: In der Luft müsste für die Roten Teufel eigentlich was gehen, wie auch im DBB-Forum mit Blick auf die Körpergrößen beider Mannschaften bereits analysiert wurde. Ebenfalls bemerkenswert: Im Ranking "Freistoß-Gefahr" findet sich der FCM auf Platz eins, der FCK auf Platz zwei wieder.
Fazit: Damit wären wir bei der Frage, über die sich Fußball-Nerds so gerne die Köpfe heißreden, die verantwortliche Trainer meist aber nur nervt, wenn Journalisten sie stellen: Vierer- oder Dreierkette? Insgeheim werden sich das diesmal wohl beide Trainer fragen, denn beide sind in diesem Punkt flexibel. Und beide wissen, dass der Gegner starke Flügelspieler aufbieten kann. In Taktik-Büchern wird in der Regel davor gewarnt, Dreierketten gegen Sturmreihen mit starken Außen aufzubieten, denn die würden diese zu weit auseinander ziehen und Lücken entstehen lassen. In der Praxis ist allerdings festzustellen, dass Trainer, die auf eingespielte Teams mit Dreierkette vertrauen, dergleichen kaum kümmert. Wenn die Schienenspieler darin geübt sind, sich in die hintere Reihe einzufädeln, sobald es nötig wird, bleiben die Räume dicht. Und wir erinnern uns: Im Hinspiel stellte Schuster beim Pausenstand von 2:3 sogar bewusst auf Dreierkette um, obwohl Ito, Kwarteng und später Ceka an den Seiten jede Menge Wirbel machten. Allerdings tat er dies, damit sein eigenes Team aus einer 3-4-3-Formation heraus mehr Zug zu Gegners Tor entwickelte, die Abwehr wurde dadurch nicht unbedingt sattelfester. Ob er seine Startelf diesmal nun von Beginn im 3-4-3 anordnet? Wir wissen es nicht, können nur raten - und tippen mal: Er wird bei der Viererkette bleiben. Weil Aaron Opoku und Co. mit echten Außenverteidigern im Rücken noch stärker aufdrehen können - und dann steht Christian Titz vor der Frage, mit welcher Kette er ihnen begegnen will. Und auch wenn Jean Zimmer gegen Fürth zuletzt einen gebrauchten Tag erwischte: Wir würden den Capitano wieder aufbieten, weil er mit seiner Schnelligkeit und seinem niedrigen Schwerpunkt als Gegenspieler für Atik oder Ito besser geeignet ist als Mitbewerber Erik Durm. Vor allem dran denken: Wer auswärts bisweilen so brillant aufspielt, daheim aber nur so spärlich punktet wie der FCM, hat in erster Linie ein Kopfproblem. Das gilt es auszunutzen. Und, wie Dirk Schuster es in unserem DBB-Interview im Dezember ausdrückte: "Ab und an auch mal vor einem gewissen Ekelfaktor nicht zurückschrecken."
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 01.03.2023:
Redondo und Bormuth werden in Magdeburg wohl fehlen
Dirk Schuster kann erstmals seit mehreren Wochen nicht mehr ganz aus dem Vollen schöpfen. Im Auswärtsspiel des 1. FC Kaiserslautern beim 1. FC Magdeburg drohen mit Kenny Redondo und Robin Bormuth zwei Stammspieler auszufallen.
"Wir haben in den letzten zwei Spielen gute Leistungen gebracht und nach den beiden 0:1-Niederlagen in St. Pauli und Paderborn mit dem 3:1-Sieg gegen Fürth einen Turnaround hingekriegt", blickt FCK-Trainer Schuster mit sichtlich guter Laune auf den Stand seines Teams vor der Aufgabe beim mit 24 Zählern im Abstiegskampf befindlichen Mitaufsteiger aus Magdeburg (Freitag, 18:30 Uhr). "Jetzt stehen wir bei 38 Punkten und haben eine entsprechend breite Brust. Wir fahren mit sehr viel Selbstvertrauen, aber auch mit gehörigem Respekt nach Magdeburg. Denn wir wissen, was uns da für ein Hexenkessel erwartet. Ich persönlich freue mich auf eine richtig geile Atmosphäre, auf die Stimmung und die Lautstärke, die im Stadion herrschen wird - zu der natürlich auch unsere Fans wieder ihren Beitrag leisten werden. Es wird ein heißer Tanz werden und wir wollen unseren Teil zu einem guten, geilen Fußballspiel am Freitagabend beisteuern. Unser Ziel ist es, den 40 Punkten weiter näher zu kommen oder sie sogar schon zu überspringen, das heißt: Wir wollen einen Punkt oder auch drei Punkte mitnehmen."
Hercher erster Kandidat als Redondo-Ersatz - 2.000 FCK-Fans reisen mit
Sehr fraglich ist noch der Einsatz von Innenverteidiger Robin Bormuth und Linksaußen Kenny Redondo (beide muskuläre Probleme), die nach ihren vergangene Woche erlittenen Blessuren bisher noch nicht am Mannschaftstraining teilnehmen konnten. Sicher ausfallen wird zudem mit Lars Bünning (Bänderriss im Sprunggelenk) einer der ersten Ersatzspieler für die Innenverteidigung. Erster Anwärter für eine Änderung in der Startelf ist bei einem erwartbaren Ausfall Redondos wohl Fürth-Torschütze Philipp Hercher - jedoch verweist Trainer Schuster in diesem Zusammenhang auch auf die noch offene Frage nach dem System, sprich: Setzt er wie zuletzt gegen Fürth hinten auf eine Viererkette und damit verbunden auf mehr Spiel über die Flügel (dann mit Hercher) oder eher wie zuvor in Paderborn auf eine Dreier-/Fünferkette mit dann mehr Versuchen durch die Mitte?
Der Gästeblock wird aufgrund des Termins und der Entfernung wohl ausnahmsweise nicht komplett ausverkauft sein. Aber immerhin 2.000 Karten wurden für das Freitagsmatch im 535 Kilometer entfernten Magdeburg bisher schon an FCK-Anhänger verkauft.
» Zum Video: Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel beim 1. FC Magdeburg
Alle weiteren Informationen zum FCK-Spiel in Magdeburg folgen am morgigen Donnerstag im ausführlichen Vorbericht auf Der Betze brennt.
Quelle: Der Betze brennt

