Fragen, Antworten und Anekdoten zur Geschichte des FCK.

Beitragvon Ingo » 27.11.2020, 08:18


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Anno 1997: FCK-Fans beim bislang letzten Derby im Ludwigspark; Foto: Imago Images

Vor dem Derby des 1. FC Kaiserslautern beim 1. FC Saarbrücken
Eine kleine Geschichte des Saar-Pfalz-Derbys

In den 1950er Jahren gehörten der 1. FC Kaiserslautern und der 1. FC Saarbrücken zu den Spitzenklubs in Fußball-Deutschland. Mehr als 20 Jahre nach dem letzten Pflichtspiel treffen sich die alten Rivalen an diesem Sonntag erstmals wieder zu einem der heißesten Derbys des Südwestens.

Will man der nun im dritten Jahr andauernden Drittklassigkeit des 1. FC Kaiserslautern irgendetwas Positives abgewinnen, so ist das zumindest für Fans mit einem Faible für Stadion-Atmosphäre und Fußball-Tradition die Wiederbelebung der klassischen Derbys im Südwesten. 

Keine Fans wegen Corona: Derby wird leider zum Geisterspiel

Mit der bloßen spielerischen Klasse der 22 Akteure auf dem Rasen ist es schließlich kaum zu erklären, dass an einem eiskalten Abend im Oktober 2018 fast 10.000 Zuschauer zum Verbandspokal-Achtelfinale des FCK beim FK Pirmasens pilgerten, ehe in der vergangenen Saison die beiden Duelle mit dem Erzrivalen Waldhof Mannheim zweimal für eine knisternde Derby-Atmosphäre mit insgesamt 60.000 Stadiongängern sorgten.

Ein emotionales Highlight im sonst oft tristen Drittliga-Alltag wäre auch die Neuauflage des Saar-Pfalz-Derbys zwischen dem FCK und Saarbrücken an diesem Sonntag geworden. Aufgrund der Corona-Pandemie muss das erste Pflichtspiel der beiden Kontrahenten seit 23 Jahren nun aber leider als Geisterspiel stattfinden. Keine Zuschauer und leere Ränge also statt dicht besetzter Tribünen, einem ausverkauften Haus und tausenden Auswärtsfans. So wie am 24. September 1997, als offiziell 33.000 Zuschauer zum DFB-Pokalspiel in den Saarbrücker Ludwigspark strömten und nach einem spektakulären Tor per Fallrückzieher von Olaf Marschall einen 4:0-Erfolg der Roten Teufel sahen. Als Bundesliga-Tabellenführer waren die Lautrer dem damaligen Regionalligisten FCS sportlich bereits weit enteilt. Dem Prickeln im Vorfeld des Derbys tat der Klassenunterschied aber keinen Abbruch, wie im nachfolgenden von "Australautern" archivierten Fernsehbericht zu erahnen ist:

» Zum Video: Betze-Legends 1997 I Saarbrücken vs. FCK 0:4

"Die größte Fußball-Sensation seit Jahren" und die "wilden Jahre des FCS"

Große Zuschauermagnete waren die Spiele zwischen Kaiserslautern und Saarbrücken mit schöner Regelmäßigkeit auch in den Jahrzehnten davor - sowohl bei den insgesamt zehn Vergleichen in der Bundesliga als auch bei den Duellen in der historischen Oberliga Südwest. Dort maß sich die stärkste Elf in der Vereinsgeschichte des FCS ab der Saison 1951/52 wieder regelmäßig mit der Walter-Mannschaft, die in der Vorsaison gerade den ersten deutschen Meistertitel für den FCK gewonnen hatte. Der amtierende Titelträger aus der Pfalz geriet dabei zunächst ins Hintertreffen und musste Saarbrücken 1952 die Südwestmeisterschaft überlassen. Der FC schaffte es in diesem Jahr bis ins Endspiel, wo er sich in Ludwigshafen knapp dem VfB Stuttgart geschlagen geben musste. Ein Jahr später und auf dem Weg zum zweiten nationalen Titel drehten Fritz Walter und Co. den Spieß aber wieder um und besiegten die Saarländer auf dem Betzenberg mit sage und schreibe 9:0, was in der regionalen Presse als "größte Fußball-Sensation seit Jahren" gefeiert wurde. Auch 1953 kam der Deutsche Fußballmeister wieder aus Kaiserslautern.

Für die "Molschder", wie der FCS aufgrund seiner Gründung im Saarbrücker Stadtteil Malstatt genannt wird, blieb der Südwest-Titel 1952 sowie die folgende deutsche Vizemeisterschaft vorerst der einzige Titel in der Nachkriegs-Dekade, die in der Klub-Historie auch als "die wilden Jahre" firmiert. Die "unglaubliche Nachkriegsgeschichte des 1. FC Saarbrücken" inspirierte 2008 auch das Magazin "11 Freunde" zu einem Artikel, der das Schicksal des Vereins als Spielball der Politik im französisch verwalteten Saarland nachzeichnet.

» Zum Video: Betze-Legends 1976/77 I Saarbrücken vs. FCK 2:2

Die "interessanteste Mannschaft Europas" gegen die übermächtige Walter-Elf

Die Franzosen untersagten dem FCS ab 1948 zunächst die Teilnahme am deutschen Ligabetrieb. Stattdessen spielte und dominierte die Mannschaft um Torjäger Herbert Binkert in der zweiten französischen Liga (außer Konkurrenz und als FC Sarrebruck), war als Vertreter des Saarlands später sogar im Europapokal am Ball und absolvierte darüber hinaus jede Menge internationale Freundschaftsspiele gegen namhafte Klubs. Der Höhepunkt dieser Begegnungen war ein 4:0-Erfolg bei Real Madrid im Jahr 1951. Fifa-Präsident Jules Rimet nannte die Saarbrücker die "interessanteste Fußballmannschaft Europas".

Bei aller Internationalität sehnten sich der Verein und auch die Zuschauer gleichwohl nach einem regelmäßigen Ligabetrieb mit anderen deutschen Mannschaften, wie der sich nur wenige Kilometer weiter östlich in Kaiserslautern formierenden Walter-Elf. Exemplarisch steht hier ein Freundschaftsspiel im Oktober 1949, als sich bei einem 5:3-Erfolg des FCK an einem Werktag 33.000 Fans im Saarbrücker Stadion Kieselhumes drängten. Der Pfälzer Rivale mit den Mannen um Fritz Walter war dann doch attraktiver, was schließlich auch die Franzosen einsahen und sich einer Rückkehr des 1. FC Saarbrücken in die Oberliga nicht mehr in den Weg stellten.

» Zum Video: Betze-Legends 1992/93 I FCK vs. Saarbrücken 1:1

Eine "Beerdigung 1. Klasse" und ein Torwart namens Haßdenteufel

1963, sechs Jahre nach der Eingliederung des Saarlands in die Bundesrepublik, gehörten der FCK wie auch der FCS zu den 16 Gründungsmitgliedern der Bundesliga und trafen sich im Oktober im Stadion Ludwigspark zum ersten von insgesamt zehn Derbys im Fußball-Oberhaus. "Es wird eben erst am Schluss abgerechnet", beschrieb der "Kicker" den damaligen Spielverlauf mit einer Halbzeitführung für die Gastgeber, aber einem 4:2-Endstand für die Lautrer: "In der Pause strahlende Gesichter im Lager des 1. FCS. Doch nach dem Schlusspfiff wehten jubelnd die roten Fahnen des 1. FCK." Für Saarbrücken war die erste Bundesliga-Saison fürs Erste auch die letzte. Daran konnte selbst ein Ersatztorwart mit dem wahnsinnigen Namen Dieter Haßdenteufel nichts ändern. 

Nach einem ersten Wiederaufstieg zur Saison 1976/77 schaffte der FCS 1985 ein weiteres und bis heute vorletztes Mal den Sprung in Liga eins. Wie im Gründungsjahr war auch hier nach einer Saison direkt wieder Schluss, wobei es der 1. FC Kaiserslautern war, der dem Rivalen mit einem 6:0-Auswärtssieg am letzten Spieltag eine "Beerdigung 1. Klasse" ("Kicker") bereitete. Für die Lautrer ist dieser Erfolg gemeinsam mit dem 7:1 beim MSV Duisburg 1994 der höchste Auswärtssieg in der Bundesliga. Auf saarländischer Seite erinnert man sich derweil besonders gerne an das letzte Heim-Derby in der Bundesliga, als Eric Wynalda die Gastgeber zu einem 2:0-Erfolg schoss.

» Zum Video: Betze-Legends 1992/93 I Saarbrücken vs. FCK 2:0

"FCS Schieberpack": Wie der DFB den Neuberger-Klub protegierte

Die grundsätzliche Rivalität zwischen Pfälzern und Saarländern muss man wohl nicht extra beschreiben, aber in Bezug auf den 1. FC Saarbrücken ist sie doch noch ein Zusatzkapitel wert: Wer als gegnerischer Fan glaubt, dass der FCK in Sachen Insolvenz ein anrüchiges Spiel getrieben hätte, der sollte sich mal die Historie des FCS anschauen. Gleich zweimal nämlich wurden die Saarbrücker, der Klub des späteren DFB-Präsidenten Hermann Neuberger, massiv gegenüber der sportlichen Konkurrenz bevorzugt:

1963 zum Start der Bundesliga stand der FCS in der Qualifikationstabelle der Oberliga Südwest nur auf dem fünften Tabellenplatz, durfte unter mysteriösen Umständen aber trotzdem neben dem FCK in die neugegründete Eliteklasse einziehen. In die Röhre schaute damals unter anderem der besser platzierte Saarland-Rivale Borussia Neunkirchen.

Und 1974 wiederholte sich das miese Spiel zugunsten des Neuberger-Klubs noch ein zweites Mal. Damals qualifizierte sich der Dorfklub SV Alsenborn vor den Toren von Kaiserslautern sportlich für die neugegründete 2. Bundesliga, bekam vom DFB aber nach mehreren Gerichtsprozessen die benötigte Lizenz nicht zugesprochen. Nutznießer auch jenes Mal: Der 1. FC Saarbrücken. Bis heute begleitet das damals aufgebaute Image den Saar-Klub, etwa wenn die gegnerischen Fans inbrünstig vom "FCS Schieberpack" singen.

Man mag sich einfach nicht: Die Rivalität lebt fort bis heute

Auch die Rivalität zwischen Kaiserslautern und Saarbrücken lebt mehr als 20 Jahre nach dem letzten Pflichtspiel fort, wobei es in der Sichtweise der Fanlager auf den Gegner eine interessante Fußnote gibt. Während die FCK-Anhänger die Saarbrücker in einer Reihe mit anderen Südwest-Klubs wie dem Karlsruher SC und Eintracht Frankfurt, aber hinter dem eigentlichen Erzrivalen Waldhof Mannheim einordnen, dominiert in der Sichtweise der Saarbrücker Fans auf die Rivalitäts-Skala klar der FCK, wie "Der Spiegel" in seinem Fan-Atlas von 2018 illustriert. Vereinfacht gesagt: Für FCS-Fans ist der 1. FC Kaiserslautern sowas wie Sauron, Voldemort und Darth Vader in einer Gestalt.

» Zum Fan-Atlas 2018: Rivalitäten und Freundschaften im deutschen Fußball

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Diese unterschiedliche Einordnung mag auch daran liegen, dass andere Saar-Klubs in der Wahrnehmung insbesondere der jüngeren Fan-Generation der Saarländer so gut wie keine keine Rolle mehr spielen. Sie lässt sich wohl auch mit der beschriebenen Dominanz der Walter-Mannschaft in den 1950ern erklären. Oder mit dem Umstand, dass die Saarbrücker jahrelang mit der zweiten Mannschaft der Lautrer als Gegner Vorlieb nehmen mussten. Der größte Grund für die Schieflage in der Rivalität ist aber wohl vor allem die Präsenz des FCK im Saarland, wo auch heute noch tausende Fans auf den Betzenberg pilgern anstatt den ungeliebten Klub aus ihrer Landeshauptstadt zu bejubeln.

So oder so: Man muss nicht lange suchen, um die Perspektive vor der anstehenden Derby-Neuauflage bestätigt zu bekommen. "Wir mögen die einfach nicht, das ist extremste Rivalität", wird etwa der Saarbrücker Stadionsprecher schon vor der Saison bei "hessenschau.de" zitiert. Im Lager der Lautrer steigt die Fieberkurve unterdessen nicht nur aufgrund der fehlenden Zuschauer nicht ganz auf das Level des Waldhof-Derbys. Zumindest das mit dem Mögen beruht allerdings auf Gegenseitigkeit. In diesem Sinne: "Wir sind die Fans, Fans, Fans vom FCK...!"

Quelle: Der Betze brennt / Autor: Ingo



Beitragvon Matthew » 27.11.2020, 09:11


Für mich als Saarländer und wohnhaft im tiefsten Feindesland ist das Spiel gegen die zahnlosen aus SB das eigentliche Derby diese Saison. Wenn ich hier so durch die Stadt laufe und mir die Aufkleber an den Laternen anschaue sind auch wir immernoch das Hassbild Nr. 1 für die.

Fürs Spiel wünsche ich mir ein total unverdientes 1:0 für uns durch einen unberechtigten Treffer in der 90+5 Minute. :lol:



Beitragvon Savage1 » 27.11.2020, 09:22


Gibts nen Link zu den "Schieberpack" vorwürfen??

Finde nicht wirklich was dazu warum die sich als 5ter für die damalig erste Bundesliga qualifizieren durften...

Als Saarländer bräuchte ich da für die nächsten Tage noch bisjen Konten den ich abliefern kann wenn mir hier im Umkreis jeder mit dem Insolvenz und bla bla Gespräch kommt-Danke :)

Aber lassen wir ihnen mal den Spiel des Jahres Spaß - ihr Hochmut wird sie hoffentlich fallen lassen...



Beitragvon Lautre1996 » 27.11.2020, 10:34


Die Anhänger dieses Clubs sind gegenüber den anderen Lokalrivalen tatsächlich etwas im Nachteil, da die üblichen Vorwürfe „Subventionen, Steuergeldverschwendung für das Stadion und Großmannssucht“ nicht wirklich verfangen, sondern mehr wie der Steineschmeißer im Glashaus anmuten.

Die warten allerdings schon wirklich lange auf dieses Spiel und wähnen sich im Jahr 2020 im siebten Himmel.
Rekordsaison im Pokal, der durch Corona geschenkte Aufstieg, der verdammt starke Saisonstart mit vielversprechender Mannschaft und Trainer, der Erzrivale aus der Pfalz wird zum Bittsteller im Insolvenzverfahren und steht dann auch noch elf Punkte hinter denen - und dann wird zu allem Überfluss auch noch das Stadion früher als geplant fertig.
Der einzige Wermutstropfen für die ist derzeit tatsächlich, dass sie am Sonntag nicht im Stadion sein können. Ansonsten haben die so dicke Eier, dass sie gar nicht laufen können.

Als in der Höhle des Löwen lebender FCKler muss ich ganz deutlich sagen, dass dieses Spiel nicht(!) das unwichtigere ist als das Waldhof-Derby. Im Gegenteil: Das hier ist das wichtigste Spiel der Saison! Und ich bin mir sicher, dass es den Saarländern unter unseren Fans auch so geht.
Ich habe die Schnauze gestrichen voll vom „Leuchtturm des Saarlandes“!
Wir fahren aus sportlicher Sicht sicherlich als Außenseiter dorthin. Aber Jungs: Ich erwarte, dass ihr euch auf dem Platz nicht den Schneid abkaufen lässt. Die werden das Spielfeld mit dem Messer zwischen den Zähnen betreten - haltet dagegen! Und wer weiß - vielleicht haben wir dann einfach einmal Glück in einem wichtigen Spiel...



Beitragvon Schlossberg » 27.11.2020, 11:13


1963, sechs Jahre nach der Eingliederung des Saarlands in die Bundesrepublik, gehörten der FCK wie auch der FCS zu den 16 Gründungsmitgliedern der Bundesliga

Das kam so, weil der FCK (in der Aufstellung Schnarr - Kiefaber - Kostrewa - Mangold - Schneider - Bauer - Neumann - Reitgaßl - Gawletta - Meier - Richter) am 28. von 30 Spieltagen das Derby in Saarbrücken mit 2:1 gewann und damit - und mit hohen Siegen in den letzten beiden Spielen - die Tabelle klar dominierte und die vorhergehenden teilweise schwächeren Spielzeiten vergessen machen konnte. In der Rückschau scheint mir das Spiel am 21.4.1963 das wichtigste, das je gegen den FCS ausgetragen wurde.

Ob die ganze Vorgeschichte den Buben, die am Sonntag wieder das Trikot unseres FCK tragen dürfen, irgendetwas bedeutet oder sie sogar motiviert? Sie kommen aus aller Herren (Bundes-)Länder und sie haben (vielleicht) ein Gefühl für den Ball, aber nicht für die Pfälzische Seele, woher soll es auch kommen. Jean Zimmer hätte ihnen vielleicht noch etwas erzählen können, aber wer von denen, die jetzt auf dem Berg etwas zu sagen haben, ist überhaupt in der Lage, den Spielern da etwas entsprechendes zu vermitteln?



Beitragvon BernddasBrot2 » 27.11.2020, 12:49


FCS....
blau / schwarze Sch....
vom Ludwigspark.
Wie wenig sich beim DFB geändert hat, sieht man ja gerade beim FCS.
Wäre der Onkel Neuberger, nicht die Hand Gottes gewesen, dann wären die schon früher in der Versenkung gelandet.
Was man auch nicht vergessen soll, die haben zwar keine Insolvenz hinter sich, aber deren Sponsor hat eine dunkle Vergangenheit.
Entweder durfte der einfahren oder stand kurz davor.
Wenn ich darüber nachdenke, dann bekommt ein scheues Reh ja einen ganz anderen Beigeschmack.
Ich hoffe und wünsche mir, für all die vielen treuen alten FCK Fans aus dem Saarland, dass sie am Montag nicht mit gesenktem Haupt zur Arbeit gehen müssen.
Viel mehr sollen sie ihnen frech in die hässliche FCS Fratze grinzen können.
Die Seele des Vereins ist verkauft.
Der FCK reiht sich ein in das Konzert der käuflichen Liebe.
Dazu kommt, daß seit Jahren, die meisten Spieler das Trikot des Vereins überhaupt nicht tragen dürften!



Beitragvon BTZNBRG » 27.11.2020, 13:00


Saarland gegen die Pfalz? Wohl eher nicht wenn man bedenkt dass große Teile des Saarlandes, insbesondere der Norden und Osten, traditionell eher zum FCK tendieren.



Beitragvon offhegoes » 27.11.2020, 15:18


Ich, als Lautringer und Pälzerbu, sage laut: Saarländer sind super!

Und das unabhängig davon, dass große Teile des Saarlands sowieso Betzerot sind. Die Saarländer gefallen mir einfach und wenn ich mit Saarländern zu tun habe, ist das meistens eine super Zeit. Gute Leut!

Was den FCS angeht: Who cares. Das war für mich schon immer ein "Kackverein, der irgendwo in der Versenkung rumeiert."

Und da wären wir beim Thema und hier bin ich wohl in der Minderheit: Mein Hassverein Nummer 1 waren und bleiben die Bayern. Und das waren auch ein paar hitzige Duelle in den 90s. Oldschool Bayernfans "hassen" den FCK auch. 100%. Aber wenn man ehrlich ist, sehen die meisten in uns jetzt eben auch den "in der Versenkung verschwundenen Kackverein..."



Beitragvon read-only » 27.11.2020, 20:20


BernddasBrot2 hat geschrieben:FCS....
Was man auch nicht vergessen soll, die haben zwar keine Insolvenz hinter sich...

waren die 1993 nicht auch insolvent?
...und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir: "lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen!"
Und ich lächelte und war froh - und es kam schlimmer.



Beitragvon Alltagsbegleiter » 28.11.2020, 11:07


Es gibt nur ein einziges Derby im Südwesten welches eine elektrisierende Wirkung erzielt. Die Vereine aus Saarbrücken, Karlsruhe, Mainz und Frankfurt sind in diesem Fall nicht gemeint. Wir alle wissen und kennen dieses Derby und es findet nicht am Sonntag statt ^^
Für die Saarbrücker Fans mag das wohl anders sein aber es gibt nur einen einzigen Hassgegner für uns Lautrer und das sage ich als in Mannheim geborener Lauternfan. :teufel2:



Beitragvon Thomas » 28.11.2020, 12:55


Savage1 hat geschrieben:Gibts nen Link zu den "Schieberpack" vorwürfen??

Finde nicht wirklich was dazu warum die sich als 5ter für die damalig erste Bundesliga qualifizieren durften...

Als Saarländer bräuchte ich da für die nächsten Tage noch bisjen Konten den ich abliefern kann wenn mir hier im Umkreis jeder mit dem Insolvenz und bla bla Gespräch kommt-Danke :)

@Savage1:
Zu den Zwielichtigkeiten rund um die Bundesliga-Qualifikation findest Du einiges in Fußballbüchern und auch via Google. Damals hatten sich 46 Vereine aus ganz Deutschland für die 16 Startplätze in der neugegründeten Bundesliga beworben und es wurden nicht nur sportliche Aspekte, sondern auch andere zugrunde gelegt, wobei sich ganz besonders im Fall Saarbrücken noch weitere eigenartige Entscheidungen ereigneten (u.a. Stichwort "Zwölfjahreswertung"). Am Ende hätte das sogar auch den sportlich deutlich besseren FCK die Bundesliga-Zulassung kosten können, wenn wir in der Oberliga-Saison 1962/63 nur Zweiter statt Erster geworden wären, denn der FCS wurde schon vorher vom DFB durchgewunken.

Hier zu der Geschichte von 1963 ein Internet-Artikel aus Osnabrück, der die Merkwürdigkeiten unter anderem um Saarbrücken sehr gut zusammenfasst:

Hasepost hat geschrieben:(...) Von den 16 zukünftigen Bundesligavereinen sollten jeweils fünf aus den Oberligen West und Süd, drei aus dem Norden, zwei aus dem Südwesten und einer aus Berlin kommen. Der DFB entwickelte einen abenteuerlichen Qualifikationsmodus auf der Grundlage der vergangenen zwölf Spielzeiten, die sogenannte Zwölfjahreswertung:
  • Jeder Verein, der zwischen 1951 und 1963 in einer der fünf Oberligen spielte, erhielt pro Saison drei Punkte. Der Erstplatzierte der Abschlusstabelle seiner Oberliga erhielt sechzehn Zähler zusätzlich, der Zweite bekam fünfzehn, der Dritte vierzehn und so weiter.
  • Die Punkte aus den Jahren 1956 bis 1959 wurden verdoppelt, jene von 1960 bis 1963 verdreifacht. Für die Platzierungen in den Endrunden um die Deutsche Meisterschaft gab es weitere Bonuspunkte.
  • Der Deutsche Meister und der Pokalsieger erhielten zwanzig Zähler extra, die Finalisten zehn. Für die Spielzeit 1962/63 wurden keine Zusatzpunkte verteilt.
Eine über jeden Zweifel erhabene Findungskommission …

… wurde eingesetzt, zu der der spätere DFB-Präsident Hermann Neuberger als Vorsitzender des Saarländischen Fußballverbandes und Unterstützer des 1. FC Saarbrücken gehörte. Ludwig Franz (1. FC Nürnberg), Franz Kremer (1. FC Köln), Willi Hubner (Essen) und Walter Baresel (Norddeutscher Fußballverband) komplettierten den Rat der fünf Weisen. Um diesen fünf Herren alle manipulativen Freiheiten zu erhalten, hielt der DFB die Kriterien zunächst unter Verschluss!

Ursprünglich hieß es, dass vor allen Dingen sportliche Gesichtspunkte für die Qualifikation maßgebend seien. Neuberger wies irgendwann darauf hin, dass der wirtschaftlichen Lage der Vereine eine erhebliche Bedeutung zukommt. Die Stadien sollten über mindestens 35.000 Plätze und eine Flutlichtanlage verfügen; Saarbrückens „Ludwigsparkstadion“ erfüllte diese beiden Kriterien zufälligerweise ganz genau.

Der DFB entschied sich zudem für ein „Derbyverbot“, erlaubte also pro Stadt nur einen Verein. Das führte zum Scheitern des FC Bayern, obwohl er in der Zwölfjahreswertung mit 288 Punkten weit vor dem TSV 1860 München mit 229 Punkten lag. Die Findungskommission begründete ihre Entscheidung mit der fehlenden sportlichen Vergangenheit des FC Bayern.

Der Faktor Tradition spielte allerdings nur eine Rolle, wenn es der Kommission in den Kram passte. Borussia Neunkirchen spielte von 1912 bis 1963 ununterbrochen erstklassig, musste aber hinter den 1. FC Saarbrücken zurücktreten. Noch heute ist man in Neunkirchen darüber empört, dass die Auswahlkriterien so zurechtgebogen wurden, dass Hermann Neuberger seinen 1. FC Saarbrücken in die Bundesliga hieven konnte und fragt sich, warum es die Zwölf- und nicht eine Zehn- oder Achtjahreswertung gab.

Die Erklärung ist einfach. Neubergers 1. FC Saarbrücken stand in der Saison 1951/52 (also genau zwölf Jahre vor Gründung der Bundesliga) letztmals in einem Endspiel um die Deutsche Meis­terschaft. Das verschaffte dem FCS jene zehn Bonuspunkte, mit denen er sich in der Wertungstabelle am FK Pirmasens und an Borussia Neunkirchen vorbeischob. Dass es für die Teilnahme an der Endrunde 1962/63 keine Bonuspunkte gab, war ein zusätzlicher Nachteil für Neunkirchen, denn die Schwarz-Weißen qualifizierten sich als Südwestzweiter zwar für die Endrunde, ohne dass dieses relevant wurde.

Mathematik à la Fußballmafia DFB

Am 11. Januar 1963 erhielten der HSV, Werder Bremen, der 1. FC Nürnberg, Eintracht Frankfurt, der 1. FC Köln, Borussia Dortmund, Schalke 04, Hertha BSC Berlin und der 1. FC Saarbrücken (!) vorab die Nachricht, dass sie dazugehören. Auch der FC St. Pauli war damit wegen des Derby-Verbots aus dem Rennen.

Merkwürdig daran war, dass sich alle Nominierungen aus der Zwölfjahreswertung ergaben – mit Ausnahme von Saarbrücken, das weit hinter dem 1. FC Kaiserslautern der Südwest-Wertung lag, wobei der FCK als zweiter Südwest-Verein die Qualifikation jedoch als Oberliga-Meister 1963 schaffte.

Am 6. Mai 1963 verkündete der DFB die restlichen Vereine der neuen Spielklasse, das waren neben Lautern der Karls­ruher SC, VfB Stuttgart, 1860 München, Preußen Müns­ter, Eintracht Braunschweig sowie der Meidericher SV.

(...)

Quelle und kompletter Text: Hasepost - Zeitung aus Osnabrück
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)




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