
Samstag, 15:30 Uhr: Die nächste Pokal-Reise beginnt
Das Großereignis Pokalfinale ist beim 1. FC Kaiserslautern und seinen Fans noch sehr präsent. Am Wochenende beginnt nun die neue Saison im DFB-Pokal, die nächste Hoffnung auf Berlin. Erster Gegner: Der FC Ingolstadt aus der 3. Liga.
Gegen den 2004 per Fusion gegründeten FCI ist der FCK bislang 14 Mal angetreten, es stehen sechs Siege, fünf Unentschieden und drei Niederlagen zu Buche. Vor allem an ein Spiel erinnern sich dabei viele Anhänger: Im Mai 2018 verabschiedeten sich die Roten Teufel mit einem 3:1-Auswärtssieg für vier lange Jahre in die 3. Liga. "Solangs in Deutschland Fußball gibt, gibt es auch den FCK", prangte damals vor dem Gästeblock - jener Slogan aus dem Betze-Lied, der jetzt auch beim DFB-Pokal-Finale in Berlin wieder groß aufgegriffen wurde.
Nun also Pokal-Auftakt in Ingolstadt. Der FCI ist mit einem Dreier gegen Waldhof (2:1) und einer Pleite gegen Unterhaching (1:2) in die neue Drittliga-Saison gestartet, hat also ähnlich knappe Ergebnisse wie der FCK abgeliefert. In den Medien ist ein großes Thema, dass mit Sabrina Wittmann eine Frau als Trainerin bei den "Schanzern" arbeitet. Ihr Co-Trainer ist Ilia Gruev, der in gleicher Funktion unter Krassimir Balakov und Kosta Runjaic auch schon in Kaiserslautern aktiv war.
Ache wieder Joker, Mause beim Ex-Klub, Touré erstmals im Kader
Der heutige Betze-Coach Markus Anfang freut sich, mit Ragnar Ache wieder eine sehr schlagkräftige Alternative zumindest als Joker zur Verfügung zu haben. Für Jannik Mause kommt es zu einem interessanten Comeback an alter Wirkungsstätte - der Neuzugang wurde in Ingolstadt bekanntlich Torschützenkönig der 3. Liga. Und Almamy Touré ist in der Liga zwar noch eine weitere Partie gesperrt, im DFB-Pokal aber spielberechtigt. Anfang hat also für die Defensive wieder mehr personelle Möglichkeiten. Ob Kenny Redondo (Zehverletzung) und Frank Ronstadt (Knieprobleme) wieder zur Verfügung stehen, steht Stand heute noch nicht fest.
Der FCK wird auch im kleinen Ingolstädter Stadion von vielen Fans unterstützt, wir spekulieren mal ohne Gewähr mit rund 4.000 Mitreisenden. Die weiteren Termine dieser Woche: Öffentliche Trainingseinheiten gibt es am Dienstag um 15:00 Uhr (Sportpark Rote Teufel / Mehlingen) sowie am Mittwoch um 10:00 und 15:00 Uhr (jeweils am Fritz-Walter-Stadion). Die Pressekonferenz vor dem Spiel folgt am Donnerstag, wahrscheinlich um 14:00 Uhr.
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 14.08.2024:
Gegner-Check FCI: Lieber früh stören als verschanzen
Pokalduell zwischen Dritter und Zweiter Liga? Da geht's nicht um "Klassenunterschiede". Beim FC Ingolstadt läuft's vorne und hinten noch nicht rund - ebenso beim 1. FC Kaiserslautern. Am Samstag heißt's für beide: besser werden.
Anspruch und Wirklichkeit: 2022 haben sich die "Schanzer" aus der Zweiten Liga verabschiedet. In der Spielzeit darauf standen sie zum Jahreswechsel auf Rang 4, am Ende aber auf Platz 11. Vergangene Saison tasteten sie sich ebenfalls auf Rang 4 vor, endeten jedoch auf Platz 10. Entmutigt sind die Oberbayern nach diesen Erfahrungen nicht: "Wir wollen unter die ersten drei, das ist unser Ziel", erklärte Geschäftsführer Dietmar Beiersdorfer beim Fanfest zum Saisonauftakt, stellte aber gleich klar, dass nicht er es sei, der so hohe Ansprüche stellt: "Das kommt auch aus der Mannschaft". Das Selbstbewusstsein erstaunt insofern, als dass der Tabellen-10. der Vorsaison auf dem Transfermarkt keinen großen Sprünge machte, dafür aber Federn ließ: Drittliga-Torschützenkönig Jannik Mause spielt jetzt bekanntlich beim Pokalgegner des kommenden Samstags, beim FCK. Drum ist es auch wenig verwunderlich, dass außerhalb Ingolstadts kaum jemand den Audi-Klub als Aufstiegskandidaten sieht. In der alljährlichen Trainer-Umfrage von "Liga3-Online.de" zählt ihn nur Osnabrücks Uwe Koschinat zu den ersten Drei. Immerhin aber ging außer Mause kein Stammspieler, die Ingolstädter gehen also mit einem eingespielten Team ins Spieljahr. Und auch auf der Trainerbank gab es im Sommer keinen Wechsel: Sabrina Wittmann, die den Job bereits zum Saisonfinale 2023/24 interimsweise übernahm, ist nun dauerhaft installiert und damit der erste weibliche Chefcoach im bezahlten Profifußball - Marie-Louise Eta von Union Berlin war's nur zwischenzeitlich. Zum Saisonauftakt schlugen die Ingolstädter den Waldhof mit 2:1, in der Woche darauf unterlagen sie Unterhaching mit 1:2. Es war die erste Niederlage im siebten Pflichtspiel unter Wittmanns Regie.
Die Neuen: Mögliche Mause-Nachfolger sehen Wittmann und Beiersdorfer in Dennis Borkowski (22) und Tim Heike (24). Borkowski gehört eigentlich Rasenballsport Leipzig, war vor seinem Ingolstadt-Engagement aber bereits zwei Jahre an Markus Anfangs Ex-Klub Dynamo Dresden ausgeliehen und deutete dort mit 15 Treffern und neun Assists Offensivpotenzial an. Heike hat vergangene Saison in der Regionalliga Nordost Energie Cottbus mit 21 Treffern zum Aufstieg in die 3. Liga verholfen. Von Eintracht Frankfurt liehen die "Schanzer" den albanischen Keeper Simon Simoni (20). Aus der Zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart kam Außenverteidiger Mattis Hoppe (21), vom Reserveteam des FC St. Pauli der linke Außenbahnspieler Niclas Dühring (20).
Die Formation: Sabrina Wittmann setzt auf ein 4-4-2 als Grundordnung. Stammkeeper Marius Funk (28) ist in den ersten beiden Saisonspielen dem talentierten Simoni vorgezogen worden. Mal sehen, ob das auch im DFB-Pokal so bleibt, im Bayern-Pokal gegen den TSV Lohr (11:0) durfte Simoni ran. Ansonsten gibt's einige Wiedersehen mit Kickern, die FCK-Fans noch aus Drittliga-Zeiten kennen. Sechser Lukas Fröde (29) etwa, der schon in Würzburg, Duisburg, Karlsruhe und Rostock aktiv war und nun in Ingolstadt Kapitän ist. Der starke rechte Flügelspieler David Kopacz (25) - wer ihn noch von seinen Auftritten für Würzburg in Erinnerung hat, wird sich vielleicht wundern, dass er immer noch 3. Liga spielt. Innenverteidiger Simon Lorenz kickte einst in der Zweiten Liga mit Holstein Kiel gegen die Roten Teufel. Sturmveteran Pascal Testroet (33) lief schon mit Dresden, Aue und Sandhausen gegen Lautern auf. Den Platz an seiner Seite hat in den ersten beiden Liga-Spielen der spielstarke Borkowski eingenommen, der gemeinsam mit Linksverteidiger Dühring auch der einzige Neue in der Startelf war. Ausfallen wird am Samstag das vielversprechende Eigengewächs Felix Keidel (21), das sich zum Saisonauftakt gegen Mannheim am Oberschenkel verletzte. Seinen Platz an der Seite von Fröde nahm zuletzt mit Max Plath (19) ein weiteres Talent aus der eigenen Jugend ein. Zwei Ex-Lautrer sind ebenfalls in Ingolstadt gelandet: Linksfuß Max Dittgen kam in beiden Liga-Spielen von der Bank - gegen Mannheim bereitete er mit einer Freistoßflanke den 2:1-Siegtreffer vor. Leon Guwara hat es nach einer Muskelverletzung, die er auf der Zielgerade der letzten Saison erlitt, noch nicht wieder in den Spieltagskader geschafft.
Zahlenspiele: Nach "expected Goals", also qualitativ bewerteten Torchancen, siegte der FCI gegen Haching 1,16 : 1,12, verlor im richtigen Leben aber 1:2. Gegen Mannheim unterlagen er sage und schreibe 0,93 : 2,81 nach xG, gewann tatsächlich aber 2:1. Will sagen: Beide Spiele hätten auch andersrum ausgehen können. Ähnliches ließe sich auch über die beiden ersten Pflichtspiele des FCK, der die beiden Partien, aus denen er vier Punkte holte, auch beide hätte verlieren können. Im Haching-Spiel wurmte die Ingolstädter zudem eine Schiedsrichter-Entscheidung: dem 0:1 ging ein Freistoß voraus, der nie und nimmer hätte gepfiffen werden dürfen. Durch das xG-Ergebnis von Mannheim zählt der FC statistisch zu den Top 3 der Drittligisten, die die meisten Torchancen zulassen. Ob das aber nach zwei Spielen schon was aussagt? Auffallend ist die Aggressivität der Oberbayern: Im Schnitt ließen sie bislang nur 6,61 "Passes per defensive Action" (PPDA) zu, ehe sie attackierten. Das ist Stand jetzt Liga-Spitze. Lautern rangierte in diesem Ranking zu Schuster-Zeiten bekanntlich meist am Tabellenende. Unter Anfang belegt man in dieser Saison bislang einen Platz in der oberen Hälfte. Im Schnitt gestatteten die Roten Teufel dem Gegner 10,75 Pässe bis zum ersten Störversuch.
Fazit: Vor DFB-Pokal-Duellen zwischen Zweiter und Dritter Liga über "Klassenunterschiede" zu babbeln, wäre übertrieben, erst recht zu diesem Zeitpunkt. Beide Mannschaften haben nach den ersten beiden Pflichtspielen gezeigt, dass sie noch Luft nach oben haben, sowohl, was ihr Spiel nach vorne als auch nach hinten angeht. Die Spielanlage der "Schanzer" dagegen ist eingeschliffener, die Anfang-Anfänger dagegen mussten seit Saisonbeginn viel Neues lernen. Ob in den Startelf-Besetzungen zum Pokalspiel gegebenenfalls rotiert wird, wird wohl in beiden Lagern diskutiert - als zwingend notwendig erachten dürften es beide Trainer nicht, die Partie ist ja nicht in einer Englischen Woche angesetzt. Den Lautrer Anhang beschäftigen bestimmt Fragen der Offensivbesetzung: Wird Ragnar Ache erstmals wieder in der Startelf stehen? Antwort: Nein, denn der Stürmer sagt ja selbst, dass es erstmal nur für 20 Minuten reicht - was auch zu berücksichtigen wäre bei einer Einwechslung im Falle einer drohenden Verlängerung. Kehrt Kenny Redondo zurück? Steht noch nicht fest, aber der Flügelstürmer macht Fortschritte. Wichtiger wäre jedoch, erst einmal das Defensivverhalten des Teams weiter zu verbessern: Da böte sich der Einsatz von Jan Gyamerah auf der rechten Verteidigerseite an. Auch der in der Liga gesperrte Almamy Touré ist im Pokal spielberechtigt und somit ein Kandidat für die Abwehrreihe. Coach Anfang hat sich nach dem 2:2 gegen Fürth mal ein "zu null" gewünscht. Das sollte in Ingolstadt Priorität haben.
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 16.08.2024:
Rotation? Anfang deutet Startelf-Wechsel im Pokalspiel an
Der 1. FC Kaiserslautern wird den DFB-Pokal-Auftakt beim FC Ingolstadt wohl mit veränderter Aufstellung bestreiten. Trainer Anfang stellt zwei Abwehrspielern ihr Startelf-Debüt in Aussicht, während ein anderer Akteur seinen Stammplatz auch im Pokal sicher hat.
"Die Jungs wissen, was es bedeutet, sich im Pokal Runde für Runde durchzubeißen. Und sie haben schon den Ansporn, wieder eine gute Pokalsaison zu spielen. Wir sollten aber nicht zu sehr über das nachdenken, was war, sondern: Wir können das jetzt anstehende Spiel beeinflussen und wollen das dementsprechend gut gestalten", gibt Markus Anfang die Marschroute für den Pokalauftakt in Ingolstadt (Samstag, 15:30 Uhr) vor. Der Trainer war beim Endspiel in Berlin vor knapp drei Monaten noch nicht dabei, die meisten seiner Spieler aber schon. Das soll allerdings - abgesehen von der positiven Motivation auf eine Wiederholung - kein großes Thema mehr sein. Vielmehr sei gegen den zwar eine Klasse tiefer spielenden, aber keineswegs zu unterschätzenden FCI schon in der ersten Runde voller Einsatz gefordert, so Anfang: "Wir wissen, was auf uns zukommt. Ingolstadt verfügt über eine gute Qualität und spielt sehr aggressiven Fußball."
Touré und Gyamerah in der Startelf? - Krahl auch im Pokal die Nummer 1
In personeller Hinsicht fehlen weiterhin Kenny Redondo (Zehverletzung), Frank Ronstadt (Knieprobleme) und Hendrick Zuck (Aufbautraining nach Kreuzbandriss). Anfang deutet eine kleine oder mittlere Rotation beim Pokalauftakt an: "Wir haben einen breit und gleich aufgestellten Kader, in dem viele einen Anspruch auf die Startelf haben. Es ist durchaus vorstellbar, dass der eine oder andere Spieler seine Spielzeit bekommt, ja." Ein erster Kandidat dafür ist Almamy Touré, der in der 2. Bundesliga noch gesperrt, im DFB-Pokal jedoch spielberechtigt ist. Auch bei Jan Gyamerah sei man am "überlegen", gibt der Trainer einen Einblick in seine Planung. Keine Pokal-Rotation wird es derweil im Tor geben, wo Anfang wie auch in der Liga auf Julian Krahl setzt.
Das mehrfach erhöhte Gästekontingent von 3.420 Karten ist ausverkauft. Der FCK rechnet mit 5.500 mitreisenden Fans.
» Zum Video: Pressekonferenz vor dem Pokalspiel beim FC Ingolstadt
Alle weiteren Informationen zum FCK-Spiel in Ingolstadt folgen am Freitag im ausführlichen Vorbericht auf Der Betze brennt.
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 16.08.2024:
Vorbericht: FC Ingolstadt - 1. FC Kaiserslautern
Pokal-Auftakt mit besonderen Erinnerungen
David gegen Goliath. Das macht den DFB-Pokal aus. Doch in der Erstrundenpartie des 1. FC Kaiserslautern sind die Unterschiede nicht so groß. Mit dem FC Ingolstadt wartet ein selbsternannter Aufstiegsaspirant aus der 3. Liga.
Der Gedanke an den Pokal dürfte bei vielen FCK-Fans in diesen Tagen noch einmal Gänsehautgefühle hervorrufen. Schnell auf dem Handy den Bilderordner von Mai aufrufen oder bei YouTube rumstöbern. Viele werden das in diesen Tagen bestimmt mal gemacht haben. Was war das in der vergangenen Spielzeit für eine unglaubliche Reise bis ins Finale an diesem für alle Anhänger besonderen Tag in Berlin? Wer sieht sich diese Bilder nicht gerne nochmal an? Die Schönen von der beeindruckenden Choreografie in der Ostkurve des Olympiastadions, aber auch die Traurigen, als Friedhelm Funkel am Pokal vorbeilaufen muss und von den Fans Abschied nimmt. Ja, genau. Wir sagen es doch. Gänsehaut. Das Gute ist: Die Chance, das vielleicht zu wiederholen, gibt es ab Samstag. Dann startet für die Roten Teufel die Pokalsaison 2024/25. Der Auftaktgegner ist Drittligist Ingolstadt. Anpfiff ist um 15:30 Uhr.
Was muss man zur 1. Runde im DFB-Pokal wissen? Hier kommen die wichtigsten Vorab-Informationen:
Der FCK: Ausgangslage und Personal
Man muss den Saisonauftakt, wenn man das nach zwei Spielen überhaupt schon sagen kann, als gelungen bezeichnen - vor allem punktemäßig. Vier Zähler lassen den neuen Trainer Markus Anfang und sein Team in Ruhe weiterarbeiten. Doch genanntes Trainerteam weiß natürlich, dass es eine Menge Verbesserungspotenzial gibt. Daraus machte auch Anfang in den Tagen nach dem Fürth-Spiel auch keinen Hehl. Nun steht aber erstmal ein anderer Wettbewerb an, an den der 1. FC Kaiserslautern wie bereits erwähnt tolle Erinnerungen hat. Nach Ingolstadt reisen die Roten Teufel als Favorit, sollten vor dem ambitionierten Gegner aber gewarnt sein.
Personell muss Anfang weiter auf die verletzten Kenny Redondo und Frank Ronstadt verzichten, kann aber mit Almamy Touré planen. Der Abwehrspieler ist im nächsten Ligaspiel in Münster zwar noch gesperrt, im Pokal ist er aber spielberechtigt. Anfang wird ihm wohl Spielzeit geben und darüber hinaus auch noch auf anderen Positionen Veränderungen vornehmen. Wenn er nach seinem Trainingsrückstand mittlerweile fit genug ist, wird beispielsweise auch Jan Gyamerah in der Startelf erwartet. Im Tor ist die Sache schon klar: Der gegen Fürth überragend haltende Julian Krahl wird auch im Pokal im Gehäuse stehen. Der von Union Berlin umworbene Ragnar Ache ist derweil noch nicht fit für 90 (oder gar 120) Minuten, steht aber wie schon gegen Fürth für den Fall der Fälle als Joker bereit.
Der Gegner: Ausgangslage und Personal
Der FC Ingolstadt sorgte Anfang Mai für ein Novum im deutschen Profifußball. Die "Schanzer" installierten mit der 33-jährigen Sabrina Wittmann die erste Frau, die bei einem der 56 Profiklubs längerfristig an der Seitenlinie steht. Anfangs war dieses Projekt interimsmäßig ausgelegt, doch Ende Juni wurde Wittmann zur festen Cheftrainerin befördert. Auch weil sie Ende Mai mit dem FCI erstmals mit einem 2:1 gegen Regionalligist Würzburg den bayerischen Landespokal gewann. Schon vor dem Endspiel stand man als Teilnehmer am DFB-Pokal fest, weil die Würzburger als Meister der Regionalliga Bayern und somit beste bayerische Amateurmannschaft schon qualifiziert waren.
In die Drittliga-Saison starteten die Ingolstädter, die vor der Spielzeit den Aufstieg als Ziel ausgaben, punktemäßig ähnlich wie der FCK. Einem 2:1-Auftakterfolg gegen den Waldhof folgte am 2. Spieltag eine 1:2-Niederlage in Unterhaching. Aufgrund der schwachen Leistung im Bayern-Duell wird der FCI im Pokalspiel eine Trotzreaktion zeigen wollen.
Beim Saisonauftakt verletzte sich mit Felix Keidel ein Schlüsselspieler, der nun noch mehrere Wochen wegen einer Oberschenkelblessur ausfällt. Zudem können auch Moritz Seiffert und der ehemalige FCK-Akteur Max Dittgen nicht mitwirken, Mattis Hoppe hat noch Trainingsrückstand. Im Tor wird Wittmann dem 20 Jahre alten Simon Simoni eine Chance geben. Er ersetzt im Pokal Stammkeeper Marius Funk.
Frühere Duelle
Zum ersten Mal begegnen sich beide Klubs am Samstag im DFB-Pokal-Wettbewerb. Zuletzt trafen sie im Februar 2021 in der 3. Liga aufeinander. Die Partie gewann der FCI knapp mit 1:0. Und überhaupt: Nur eins der vergangenen acht Spiele konnte der FCK gewinnen. Es war die bedeutungslose letzte Begegnung der Horrorsaison 2017/18, in dem Phillipp Mwene (2) und Sebastian Andersson für einen 3:1-Auswärtssieg sorgten. Die Gesamtbilanz ist für den FCK aber positiv: Sechs der insgesamt bisher 14 gewann Kaiserslautern. Fünf Mal trennte man sich Remis, nur drei Mal gewann der FCI.
Fan-Infos
Im rund 15.000 Zuschauer fassenden Ingolstädter Stadion werden etwa 6.000 FCK-Fans ihr Team nach vorne peitschen. Der Gästebereich wurde für dieses Spiel erweitert, sodass die komplette Hintertortribüne in Lautrer Hand sein wird. Auch um diese Bereiche herum dürften sich einige Pfälzer Schlachtenbummler Tickets besorgt haben. Insgesamt erwarten die Gastgeber zu der Partie 11.000 Zuschauer.
In der DBB-Kartenbörse werden regelmäßig übrige Tickets angeboten. Bitte achtet hier auf die Forumsregeln, was den (Einkaufs-)Preis sowie auch die Kontaktaufnahme zum Anbieter angeht. Weitere Informationen rund um das Spiel findet ihr in den vom FCK veröffentlichten Fan-Infos. Auch die Gastgeber haben einen Überblick zusammegenstellt. Das Stadion öffnet um 14:00 Uhr.
O-Töne
FCK-Trainer Markus Anfang: "Wir werden viel auf uns schauen und versuchen, unseren Fußball durchzusetzen. Wir werden aggressiv arbeiten. Das wird ein hartes Stück Arbeit, aber wir werden alles dafür tun, das Spiel dort zu gewinnen und eine Runde weiterzukommen."
FCI-Trainerin Sabrina Wittmann: "Kaiserslautern wird viel Ballbesitz haben wollen und versuchen, in den Rücken des Gegners zu kommen. Sie sind bei beiden Ligaspielen nach einem Rückstand zurückgekommen. Wir können und werden uns aber mit unseren Mitteln dagegegenstemmen. Ich erwarte ein enges Duell."
Daten und Fakten
Voraussichtliche Aufstellung:
FC Ingolstadt: Simoni - Deichmann, Cvjetinovic, Lorenz, Dühring - Fröde, Plath - Kopacz, Kanuric - Testroet, Borkowski
Es fehlen: Dittgen (angeschlagen), Keidel (Oberschenkelverletzung), Seiffert (muskuläre Probleme), Hoppe (Trainingsrückstand nach Krankheit)
1. FC Kaiserslautern: Krahl - Gyamerah (Zimmer), Touré, Heuer (Elvedi), Wekesser - Kaloc, Tomiak, Ritter - Tachie, Hanslik, Opoku
Es fehlen: Redondo (Zehverletzung), Ronstadt (Knieprobleme), Zuck (Kreuzbandriss)
Quelle: Der Betze brennt / Autor: Florian Reis
Ergänzung, 17.08.2024:
Mause trifft, Gyamerah fliegt: FCK gewinnt 2:1 beim FCI
Zunächst sehr souverän den Klassenunterschied ausgespielt, dann in Unterzahl mit einem starken Julian Krahl als Rückhalt: Der 1. FC Kaiserslautern hat dank zwei Treffern von Jannik Mause den FC Ingolstadt besiegt und die zweite Runde im DFB-Pokal erreicht.
Markus Anfang setzte im Pokal wie vorher angekündigt auf eine Rotation und änderte seine Startelf auf gleich fünf Positionen. Mit Jan Gyamerah, Almany Touré, Philipp Klement, Tobias Raschl und dem Ex-Ingolstädter Jannik Mause stand jedoch zumindest auf dem Papier kaum weniger Potential auf dem Platz als in den Liga-Spielen zuvor. Die Roten Teufel formierten sich wie gewohnt in einem 4-3-3- beziehungsweise 4-1-2-3-System, allerdings diesmal mit Gyamerah auf der "Sechs", Tomiak in der Innenverteidigung und Touré als Rechtsverteidiger.
Die erste fast hundertprozentige Chance hatten die Gastgeber, als Pascal Testroet am Ende des allerersten Angriffs freistehend am Ball vorbeitrat (1.). In Führung ging dann wenige Augenblicke später aber der FCK: Aaron Opoku setzte sich auf dem linken Flügel durch und passte in die Mitte zu Mause - der letztjährige Drittliga-Torschützenkönig schob gegen seine ehemaligen Kollegen zum frühen 1:0 ein (3.). Von nun an hatten die Roten Teufel die Partie gut im Griff und kamen zu weiteren Chancen unter anderem durch Ritter, der alleine drei Mal knapp scheiterte (17., 18., 28.). Stattdessen war es erneut Mause, der nach einem abgeblockten Freistoß von Klement nachsetzte und das Leder zum 2:0 in die Maschen drückte (35.). Mit diesem Ergebnis und einem deutlich sichtbaren Klassenunterschied ging es in die Pause.
Im zweiten Abschnitt wurde es dann aber doch nochmal spannend: Weil Gyamerah für ein Foul im Mittelfeld die Gelb-Rote Karte kassierte, musste der FCK die restliche Spielzeit in Unterzahl absolvieren (49.). Auf der Gegenseite hätte auch der früh verwarnte Simon Lorenz gut und gerne Gelb-Rot sehen können, bei dessen Fußtritt gegen Jannis Heuer die zweite Karte sehr zum Leidwesen der Lautrer Bank und Fankurve jedoch ausblieb (55.). Trainer Anfang reagierte mit der Umstellung auf eine Dreier-/Fünferkette in der Abwehr. Ingolstadt drückte nun auf den Anschlusstreffer und kam durch David Kopacz (57., 59., 66.), Dennis Borkowski (60.) und Marcel Costly (69.) zu teils sehr guten Chancen, bei denen Julian Krahl mehrfach retten musste. Die einzige Entlastung für den FCK war ein übers Tor gesetzter Schuss des eingewechselten Florian Kleinhansl (85.). Aber es blieb beim Weiterkommen der Roten Teufel: Die Ingolstädter kamen zwar durch einen Kopfball von Ryan Malone, bei dem Krahl an der Flanke vorbei sprang, tatsächlich noch zum 1:2 (88.) Dabei blieb es jedoch trotz sieben Minuten Nachspielzeit - und der Vorjahresfinalist aus der Pfalz durfte sich über das Weiterkommen freuen.
Die zweite Runde im DFB-Pokal wird am übernächsten Sonntag, den 1. September 2024 ausgelost (ab 17:00 Uhr live im ZDF).
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 17.08.2024:
Stimmen zum Spiel
Mause: "Das hätte man sich nicht besser ausmalen können"
Jannik Mause bereitet "Kopfzerbrechen", Jan Gyamerah erlebt "gemischte Gefühle" und Julian Krahl hat seinen Mitspieler "angekackt": Beim 1. FC Kaiserslautern gibt's nach dem 2:1 (2:0) beim FC Ingolstadt mehr zu erzählen, als man noch zur Pause gedacht hätte.
"Der Pokal liegt mir anscheinend", sagte Jannik Mause mit einem breiten Strahlen - und nicht ganz ohne Hintergrund: Denn es war tatsächlich das allererste DFB-Pokal-Spiel in der Karriere des 26-Jährigen, der vor 15 Monaten noch in der Regionalliga West für Alemannia Aachen stürmte. Und Mause hatte mit zwei Treffern gegen seinen Ex-Verein Ingolstadt wohl den größten Anteil am Weiterkommen der Roten Teufel. "Das hätte man sich nicht besser ausmalen können. Dass ich in die Startelf komme, habe ich erst kurz vorher erfahren, aber eigentlich war es mir während der Trainingswoche schon klar. Und dann war die Vorfreude natürlich groß. Hansi und Ragy (Daniel Hanslik und Ragnar Ache; Anm. d. Red.) haben in der Liga getroffen, ich jetzt im Pokal. Ich denke da bereiten wir alle dem Trainer ein bisschen Kopfzerbrechen."
Anfang: "Wir hätten zur Pause schon 3:0 oder 4:0 führen können"
Tatsächlich hatte Markus Anfang im Pokal auf fünf Positionen rotiert und auch innerhalb seiner 4-3-3-Formation noch einige Umstellungen vorgenommen. Ein Qualitätsverlust war aber vor allem in der ersten Halbzeit nicht zu erkennen. "Ich finde wir haben in den ersten 45 Minuten richtig gut gespielt und hätten auch schon 3:0 oder 4:0 führen können. Wir haben einen guten Kader, und wir versuchen den Kader zu nutzen." Für seinen Torschützen Mause hatte der Trainer natürlich nichts als Lob übrig: "Der Junge hat gezeigt, dass er Tore schießen kann. Der Junge hat gezeigt, dass er spielen will. Gerade unser erstes Tor war überragend von hinten heraus gespielt mit einem super Schnittstellenball von Aaron [Opoku] und einem super Laufweg von Mause, der das dann wirklich souverän verwandelt. Beim zweiten Treffer hätte ich mir gewünscht, dass Marlon [Ritter] den direkt reinschießt. Aber wenn sie es so machen, soll es mir auch recht sein." Mause hatte nach einem abgeblockten Freistoß von Ritter nachgesetzt und auf 2:0 erhöht.
Dass es trotz der Halbzeitführung für den ganz klar überlegenen FCK nochmal eng wurde, lag vor allem an der Gelb-Roten Karte gegen Jan Gyamerah kurz nach der Pause. "Da habe ich 'Gyambo' einfach angekackt", zeigte sich Julian Krahl selbstkritisch. Der Torwart hatte den erstmals auf der "Sechs" eingesetzten Neuzugang mit einem vermeidbaren Abspiel in Bedrängnis gebracht. Auf den daraus resultierenden Zweikampf folgte der Platzverweis. Danach rettete Krahl bis kurz vor dem Schlusspfiff noch einige Male, teils in größter Not - und zeigte sich dennoch gewohnt bescheiden: "Es waren viele Bälle, wo ich sage: Die muss ich halten. Aber ich hatte eben heute auch zwei Situationen, wo ich schlecht aussehe. Das war bei der Roten Karte und später beim Gegentor. Aber wir haben eine Riesenmoral bewiesen. Jeder hat sich in der Unterzahl den Arsch aufgerissen, brutal dagegen gehalten, auch gegen diese ganzen Hinterfotzigkeiten, die auch mit drin waren. Von daher: Chapeau an die Jungs! Wir wollten es nicht so spannend machen. Aber am Ende ist es so gekommen, wie es gekommen ist."
Krahl: "Moral bewiesen, auch gegen die Hinterfotzigkeiten - Chapeau!"
Startelf-Debütant Jan Gyamerah bewertete die Szene, nach der das Spiel zu kippen drohte, wie folgt: "Das ging so schnell. Ich habe nicht wirklich mit dem Ball gerechnet. Vielleicht hätte ich wegbleiben sollen, aber ich versuche ranzukommen und den Ball zu spielen. Ich hatte dann gehofft, dass er keine zweite Gelbe gibt, weil er es in der ersten Halbzeit bei einer ähnlichen Situation der Ingolstädter auch nicht gemacht hat. Deshalb war ich etwas überrascht. Aber was soll ich machen. Wäre das Spiel nach 47 Minuten aus gewesen, wäre ich heute einer der glücklichsten Menschen - aber die Rote Karte macht das natürlich etwas kaputt. Bei mir sind es also gemischte Gefühle. Aber in der Kabine ist super Stimmung und wir sind froh, dass wir weitergekommen sind."
Schiedsrichter Dr. Robin Braun war dementsprechend auch ein Thema bei den Verantwortlichen, weil ihm das Spiel entglitten und dann trotz Klassenunterschied beinahe gekippt wäre. Schon in der ersten Minute hatte er eine Großchance von Ingolstadt durchlaufen lassen, die aus Sicht von Markus Anfang eigentlich hätte abgepfiffen werden müssen. Der FCK-Trainer bemängelte, dass in der ersten Pokalrunde nicht der aus der Liga gewohnte Videobeweis eingesetzt wird. Und er fand darin Zustimmung von Geschäftsführer Thomas Hengen, der seine Aufregung über den nicht gegebenen Platzverweis gegen die Ingolstädter mit einer Gelben Karte quittierte. "Es wird ja immer strenger, auch draußen auf der Bank. Wenn man gar nicht mehr reden darf und dann schon Gelb kriegt - naja. Aber wenn man das Gefühl hat, dass sämtliche Fifty-Fifty-Situationen gegen einen entschieden werden, dann muss man sich auch mal bemerkbar machen", kritisierte Hengen und antwortete auf die Frage nach seinem Wunsch für die zweite Pokalrunde: "Ein Heimspiel wäre immer toll."
» Zum Video: Pressekonferenz nach dem Auswärtsspiel beim FC Ingolstadt
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 17.08.2024:

Foto: Imago Images
Blick in die Kurve
Betze in Ingolstadt: "Unsere Liebe ist unkontrollierbar"
Ist ein "Heimspiel" im fremden Stadion immer noch etwas Besonderes für den 1. FC Kaiserslautern? Na klar! Zum Pokal-Auftakt beim FC Ingolstadt behalten die Betze-Fans einmal mehr klar die Oberhand.
Ungefähr 6.500 bis 7.000 FCK-Anhänger füllten den Ingolstädter Sportpark - wohlgemerkt bei nur 11.656 Zuschauern insgesamt. Der FCI hatte im Vorfeld mehrfach den Gästeblock vergrößert und zusätzliche Karten an Kaiserslautern gegeben. Aber selbst das reichte nicht aus. Auf der kompletten Hintertortribüne sowie auf großen Teilen der Gegengeraden und auf der spärlich besetzten Haupttribüne standen und saßen Lautrer, viele davon im roten Mottoshirt vom Pokalfinale vor drei Monaten. Und wie schon beim Saisonauftakt in Ulm mischten sich auch wieder ein paar ehemalige FCK-Profis unter die Fans - dieses Mal Alexander Winkler und Robin Bormuth.

Die Mottoshirts sind noch relativ neu, die Zaunfahne "Pokalsieger 1990 1996" vom "Pfalz Inferno" schon seit nunmehr sieben Jahren bei jedem DFB-Pokal-Auftritt mit dabei. Auch sonst war der Zaun sehr ordentlich beflaggt und die Kurve schon vor dem Anpfiff stimmgewaltig aufgelegt. "Trotz der Zweiten Liga, Deutscher Pokalsieger …" und andere Gassenhauer wurden mit großer Lautstärke und hoher Mitmachquote geschmettert. Die FCK-Fans hatten das Stadion eingenommen und gaben es bis zum Abpfiff und der folgenden Feier mit der Mannschaft nicht mehr her.
Zum Spielbeginn hatte die "Generation Luzifer" eine detailverliebte Blockfahne vorbereitet, die ein bekanntes Doppelhalter- und Aufkleber-Motiv zeigte. Der Auswärtsbus mit dem Nummernschild "KL-GL98" brettert querfeldein durch eine Absperrung, aufs Dach geschnallt unter anderem der DFB-Pokal und dazu der Spruch: "Unsere Liebe zu dir ist unkontrollierbar".

Deutlich weniger los war auf Seiten der Ingolstädter, die ihre Heimkurve mit zwei großen Blockfahnen auslegen mussten, um wenigstens ein halbwegs kompaktes Bild hinzubekommen. Gegen die Pfälzer Übermacht konnten sich die Oberbayern nicht durchsetzen, bekamen dafür aber langen und dankbaren Applaus aus der Gästekurve für ein Spruchband: "Ruhe in Frieden, Piet", in Gedenken an den verstorbenen FCK-Zeugwart Peter Miethe.

Zur kompletten Fotogalerie vom FCK-Auswärtsspiel in Ingolstadt:
- Fotogalerie | DFB-Pokal: FC Ingolstadt - 1. FC Kaiserslautern
Quelle: Der Betze brennt
