
Foto: Daniel Krämer
Spielbericht: 1. FC Magdeburg - 1. FC Kaiserslautern 1:0
Die FCK-Flamme brennt nur auf den Rängen
Betze auswärts! Was früher einmal Grund zur Freude war, endete auch heute wieder in Ernüchterung. Eine FCK-Torchance in 90 Minuten ist am Ende zu wenig, um aus Magdeburg etwas Zählbares entführen zu können.
- Fotogalerie | 7. Spieltag: 1. FC Magdeburg - 1. FC Kaiserslautern
Samstagabend, 18:00 Uhr, Live-Spiel in der ARD. 15.000 zugelassene Fans füllen das Heinz-Krügel-Stadion beim Duell des einstigen Europacup-Gewinners 1. FC Magdeburg mit dem vierfachen Deutschen Meister 1. FC Kaiserslautern. Mit Stehplätzen, Stadionbier, Fahnen und Stimmung. Fußballherz, was willst du mehr. Der Rahmen hätte also durchaus stimmig sein können. Die Magdeburger Fanszene rund um den berüchtigten und stimmgewaltigen Block U sorgte schon vor Anpfiff für phasenweise Gänsehaut und zeigte auch während des Spiels lautstark: Das ist auch in der Pandemie und mit nur halber Kapazität die beste Kurve, die die 3. Liga momentan zu bieten hat - wenn auch manchmal etwas zu sehr auf Show-Momente abzielend, wie schon beim Auftritt in Kaiserslautern im September 2019. Und auch rund 600 Schlachtenbummler aus der Pfalz hatten die über 500 Kilometer auf sich genommen und wollten alles dafür geben, die schwarze Auswärtsserie endlich zu brechen. Auch die FCK-Ultras waren zurück und trugen mit einer Pyroshow zu Spielbeginn ihren Teil zur lange nicht mehr gesehenen Atmosphäre bei. Die Magdeburger Fans quittierten die anschließende Rüge des Stadionsprechers mit einem gellenden Pfeifkonzert: In den Farben getrennt, in der Sache vereint. Aus Lautrer Sicht sollten zumindest die ersten Auswärtstore der Saison bejubelt werden, so war die Hoffnung, und vielleicht sogar der per Spruchband herbeigewünschte Sieg: "Keine Ausreden! Drei Punkte heute!”
Die negativen Erwartungen treffen ein, der FCK bleibt sich treu
Vor der Partie setzte fast niemand einen Pfifferling auf den FCK, schließlich ist der auswärts bislang ein braver Punktelieferant gewesen und der FCM als Tabellenzweiter so etwas wie die Mannschaft der Stunde. Marco Antwerpen wollte mit Neuzugang Max Hippe die Innenverteidigung neu besetzten, ihr mehr Stabilität verleihen. Doch kurz vor dem Anpfiff - quasi auf dem Gang in die Kabine - verletzte sich dieser am Fuß und konnte doch nicht spielen. Lautern at its best, könnte man meinen und wird sich so langsam auch Antwerpen selbst denken. Als dann der Anpfiff ertönte, dauerte es nur wenige Minuten, da hielt es den FCK-Trainer nicht mehr auf seinem Sitz. Er war von Beginn an unzufrieden mit dem Auftreten seiner Mannen. Die kamen überhaupt nicht in die Partie, wirkten ängstlich und Magdeburg lief sich warm, machte zunehmend Druck. Genau darauf hatte Antwerpen im Vorfeld auch hingewiesen. Die Bestrafung ließ nicht lange auf sich warten: Ausgerechnet Luca Schuler - früher selbst in der FCK-Jugend aktiv - wurde im Strafraum schön in Szene gesetzt. Er ließ Kevin Kraus alt aussehen, umdribbelte ihn wie eine Fahnenstange, verstolperte den Ball aber eigentlich schon. Quasi im Fallen zog er ab und hämmerte das Leder ins obere linke Eck - 1:0 für Magdeburg. Alles also wie immer, könnte man meinen.
Die Roten Teufel verschliefen die erste Halbzeit völlig, kamen nicht ein einziges Mal gefährlich in die Nähe des gegnerischen Tores. Im Gegenteil: Schuler hat gleich mehrfach die Chance, zu erhöhen, doch erst rettete die Latte (11.), dann scheiterte er freistehend nach einem langen Abschlag des Magdeburger Keepers (15.). Die FCK-Defensive? Ein Hühnerhaufen, aus dem Boris Tomiak noch am Positivsten hervorstach. In der 43. Minute hätte es dann eigentlich endgültig dicker kommen müssen, doch die Magdeburger spielten ihre Konter immer wieder recht schlampig aus. Die hatten jedoch auch Glück, ab der 30. Minute noch mit elf Mann auf dem Feld zu sein, denn Alexander Bittroff trat gegen René Klingenburg im Fallen übel nach - dafür haben Schiedsrichter auch schon Rot gezeigt. Dennoch: Diese erste Hälfte war einfach schlecht, oder um es anders auszudrücken: Es geschah leider das, was der pessimistische FCK-Fan vor der Partie erwarten musste und er in dieser Saison schon allzu oft auswärts präsentiert bekam.
Eine Torchance ist zu wenig - Aufwachen, es ist Derby-Zeit!
Die zweite Hälfte sollte etwas besser werden. Die Lautrer wurden im Magdeburger Hexenkessel dominanter, mutiger, nahmen endlich auch die Zweikämpfe an. Vor allem René Klingenburg tat der Robustheit im FCK-Spiel gut. Klare Chancen suchte man jedoch weiter vergeblich. Erst in der 88.(!) Minute hatte Mike Wunderlich die große Gelegenheit, nach einer schönen Flanke von Hendrick Zuck zum schmeichelhaften Ausgleich zu netzen, doch sein Schuss landete über dem Tor. Das ist dann unter dem Strich einfach zu wenig, wenn man beim Tabellenzweiten der 3. Liga bestehen will.
Die vierte Auswärtsniederlage in Folge ohne Tor tut weh, vor allem aber weil wieder einmal zu Beginn die Grundtugenden nicht gelebt worden sind. Als nächstes steht das Derby gegen den Waldhof an. Wenn sich die Antwerpen-Elf auch hier ihre "Verschnaufpausen" gönnt, dann könnte das Ganze in einem Desaster enden. Daher: Wacht auf! Tretet Euch in den Allerwertesten und zeigt endlich, dass ihr verstanden habt, was es heißt, für den FCK und in der 3. Liga zu spielen. Am Samstag zählt nämlich nur ein Sieg. Nichts anderes.
Quelle: Der Betze brennt / Autor Gerrit Schnabel
Vorherige Meldungen ab 19:56 Uhr:

Wieder kein FCK-Treffer: 0:1-Niederlage in Magdeburg
Der 1. FC Kaiserslautern verliert auch sein viertes Auswärtsspiel torlos und unterliegt auch dem 1. FC Magdeburg mit 0:1. Die Roten Teufel rutschen damit immer weiter in den Tabellenkeller.
Bereits in der siebten Minute musste der FCK einen Gegentreffer hinnehmen, Luca Schulers Schuss schlug im linken oberen Eck unhaltbar hinter Keeper Matheo Raab ein. Schuler hätte die Magdeburger Führung in den folgenden Minuten mehrfach erhöhen können, doch unter anderem die Latte war im Weg (11.). Im zweiten Durchgang war die Elf von Marco Antwerpen zunächst besser in der Partie, doch meistens war der letzte Pass zu ungenau oder Kontersituationen wurden zu schlampig zu Ende gespielt, sodass klare Torchancen Mangelware blieben. Die beste Gelegenheit vergab Mike Wunderlich, nach Flanke von Hendrick Zuck (86.). Und so blieb es trotz der Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte beim 0:1, der vierten Niederlage im vierten Auswärtsspiel der Saison.
Der FCK hat nach der neuerlichen Auswärtspleite weiter nur fünf Punkte auf dem Konto und verharrt auf Tabellenplatz 15, knapp vor der Abstiegszone. Am Samstag (14:00 Uhr) steigt im Fritz-Walter-Stadion das berüchtigte Südwest-Derby gegen Waldhof Mannheim.
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Quelle: Der Betze brennt
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Ergänzung, 22:42 Uhr:

Foto: Daniel Krämer
Klingenburg: "Auf so eine Scheiße habe ich keinen Bock"
Thomas Hengen, Marco Antwerpen, Mike Wunderlich, Jean Zimmer, nicht zuletzt auch die mitgereisten Fans - beim FCK sind nach dem 0:1 in Magdeburg einmal mehr alle durch die Bank bedient. Besonders eindringliche Worte findet René Klingenburg.
Wieder kein Tor, wieder keine Punkte. Die eklatante Auswärtsschwäche des 1. FC Kaiserslautern hält auch beim 1. FC Magdeburg an. Doch was mindestens genauso dramatisch ist: Die Roten Teufel finden zum wiederholten Male überhaupt nicht in die Partie, verschlafen den Beginn und liegen bereits nach sieben Minuten mit 0:1 zurück. Dafür findet Mittelfeldspieler René Klingenburg nach dem Schlusspfiff deutliche Worte. "Ich bin stocksauer. Du rennst wieder der Musik hinterher, das kann so nicht weitergehen. Jeder Spieler sollte mal in den Spiegel schauen und sich hinterfragen, was er hier heute wieder in der ersten Halbzeit gespielt hat. Der Trainer stellt uns jedes Mal hervorragend ein. Ich kann mir die erste Viertelstunde nicht erklären. Wir machen den Schritt zu wenig, den der Gegner geht und was sofort bestraft wird. Warum, weiß ich auch nicht, das müsste man die Spieler fragen. Es ist jetzt keine einfache Situation für die Mannschaft, aber da kommen wir raus." Auf die Frage, ob er glaube, dass vor dem nun anstehenden Derby gegen Waldhof Mannheim eine neue Trainerdiskussion entstehen könnte, macht der 27-Jährige klar, was er davon halten würde: "Wenn jetzt nochmal ein Trainerwechsel stattfindet, dann können wir alle nach Hause gehen. Da reichen ja die beiden Hände nicht mehr, um alle Trainer der letzten Jahre hier aufzuzählen. Fragt mal die Fans, die ziehen sich die immerselbe Scheiße seit vier Jahren rein. Ich bin erst ein paar Monate hier, fühle mich pudelwohl im Verein. Aber auf so eine Scheiße habe ich keinen Bock. Es kann jetzt nur eins geben: Derbysieg und Arsch lecken."
Klingenburg wird deutlich: "Wenn wir jetzt den Trainer wechseln, können wir alle nach Hause gehen"
Der angesprochene Trainer Marco Antwerpen wollte noch nicht in Richtung Derby blicken, sondern war immer noch sehr unzufrieden mit dem Spielbeginn seiner Mannschaft und dem frühen Gegentor durch Luca Schuler, der einen sehenswerten Schuss in den oberen linken Winkel hämmerte. "Wir haben im Vorfeld mehrfach darauf hingewiesen, dass wir in der Anfangsphase Präsenz zeigen müssen. Wir hatten große Defizite, überhaupt auf den Platz zu kommen. Zu allem Überfluss mussten wir unsere Innenverteidigung vor dem Spiel noch wechseln, weil sich Max Hippe am Fuß verletzt hat. Irgendwann haben wir uns dann mal etwas gefangen, aber auch nicht so, dass wir Zugriff auf das Spiel bekommen hätten. Du läufst dann dem Rückstand hinterher, hast aber nur die eine große Chance in der 88. Minute. Und so verlierst du hier am Ende verdient. Das muss jedem Spieler einfach bewusst sein. Wir sind extrem enttäuscht, vor allem über die Art und Weise wie wir die Anfangsphase bestritten haben. Es kann doch nicht sein, dass wir immer erst einen Warnschuss brauchen, bis wir aufwachen. Und das zum wiederholten Male auswärts. Dementsprechend sind wir sehr unzufrieden mit der heutigen Leistung", erklärte der 49-Jährige nach der Partie.
Antwerpens Vorgesetzter, Geschäftsführer Thomas Hengen, äußerte ebenfalls seine Enttäuschung und sein Unverständnis über den mutlosen Auftritt in der ersten Halbzeit. "Wir haben uns richtig den Schneid abkaufen lassen. Hier musst du ganz anders dagegen halten, dir die Bälle mutig erarbeiten und das Spiel des Gegners früh stören. All das haben wir nicht gemacht. Ich hatte das Gefühl, dass in der ersten Halbzeit zu viel Angst und Respekt von unserer Seite auf dem Platz war. Im zweiten Durchgang war es dann Männerfußball. Aber den musst du von Beginn an zeigen. Klar fehlt uns auch das Selbstvertrauen, aber das kannst du dir als Spieler selbst holen. Wer ängstlich spielt, der macht Fehler. Du musst jede Partie so angehen, dass jeder im Stadion das Gefühl hat, dass du das Spiel unbedingt gewinnen willst. Das war heute nicht der Fall." Hinterfragen müsse sich laut Hengen jetzt jeder Einzelne: "Wenn diese Dinge nicht umgesetzt werden, muss sich jeder an die Nase fassen. Es gilt jetzt, daran zu arbeiten, endlich mal eine konstant gute Leistung über 90 Minuten anzubieten. Sowohl zuhause als auch auswärts."
Zimmer: "Uns fehlt das Quäntchen Glück" - Wunderlich hofft auf den Befreiungsschlag im Derby
Nach Schlusspfiff ging es für die Mannschaft wieder einmal vor die Kurve - rund 600 FCK-Fans hatten die viele Stunden lange Reise nach Sachsen-Anhalt auf sich genommen. Zum wiederholten Mal musste sich auch FCK-Kapitän Jean Zimmer unschöne Fragen gefallen lassen. "Die Fans fahren durch die gesamte Republik. Natürlich ist da die Verärgerung nach so einer Niederlage groß. Die Gespräche am Zaun sind nicht die produktivsten, aber die müssen sein. Im Moment fehlt das Quäntchen Glück, dass ein Ball auch mal ins Tor fliegt. Gegen gute Mannschaften hast du eben auch nicht so viele Gelegenheiten, Mike Wunderlich hat kurz vor dem Ende so eine. Im Endeffekt werfe ich heute aber niemand etwas vor", will der 27-Jährige keine neue Charakter-Frage stellen.
Jener Mike Wunderlich hatte kurz vor dem Ende tatsächlich noch die große, aber eigentlich auch einzige FCK-Chance auf den Ausgleich. Entsprechend bedient war der 35-Jährige nach dem Schlusspfiff: "Nach vorne tun wir uns aktuell extrem schwer. Der frühe Gegentreffer wirft natürlich alles in unserem Spiel durcheinander. Wir hatten danach aber noch 85 Minuten Zeit. Mir fehlen etwas die Worte, dass wir immer mit leeren Händen dastehen und uns die selben Fragen stellen müssen. Wir müssen zusehen, dass wir im Derby jetzt alles reinfeuern und uns da den Befreiungsschlag erarbeiten."
» Zum Video: Pressekonferenz nach dem Auswärtsspiel beim 1. FC Magdeburg
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 05.09.2021:

Foto: Daniel Krämer
Keine Leistung, keine Tore: Die Noten aus Magdeburg
Vor allem die Offensive des 1. FC Kaiserslautern enttäuscht beim 0:1 gegen den 1. FC Magdeburg wieder einmal auf ganzer Linie. Ein Verteidiger liefert dagegen ab.
Nach einer Viertelstunde hätte es gut und gerne schon 0:3 stehen können, alleine Luca Schuler ließ die FCK-Defensive in dieser Zeit dreimal ganz alt aussehen und traf nach seinem Tor in der siebten Minute unter anderem die Latte. Dabei sah im Lautrer Defensivverbund Innenverteidiger Boris Tomiak noch am besten aus. Er sorgte für etwas Robustheit und Ballsicherheit, die seine Nebenleute vermissen ließen. Von den FCK-Fans auf Der Betze brennt erhält er dafür mit 2,9 die beste Bewertung des Tages. Dem schließen sich auch die Journalisten der "Rheinpfalz" an (2,5).
Raab, Tomiak und Klingenburg als Lichtblick - Die Offensive versagt komplett
Nur minimal schlechter werden Schlussmann Matheo Raab (DBB: 3,0 / Rheinpfalz: 2,5) und René Klingenburg (3,0/3,0) bewertet. Klingenburg zeigte im Mittelfeld die eigentlich selbstverständlichen Grundtugenden und fand nach Spielende auch die deutlichsten Worte für die Leistung der Roten Teufel. Vor allem die Offensive, die sich über 90 Minuten nur eine echte Torchance erarbeitete, enttäuschte erneut auf ganzer Linie. Daniel Hanslik, für Kenny Redondo in die Startelf gerückt, ging auf der linken Seite völlig unter und bekommt von den FCK-Fans mit 5,4 die schlechteste Note aller Akteure (Rheinpfalz: 5,0). Muhammed Kiprit schaffte bis zu seiner Auswechslung nicht einen einzigen Abschluss, was von Fans wie Journalisten mit einer glatten 5 versehen wird. Gleiches gilt für den eingewechselten Elias Huth, den die Journalisten der Tageszeitung jedoch etwas positiver bewerten (3,5).
» Zur kompletten Notenübersicht: 1. FC Magdeburg - 1. FC Kaiserslautern

Die DBB-Noten zum Auswärtsspiel in Magdeburg können noch bis heute, 19:45 Uhr abgegeben werden: Zur Notenabgabe FCM-FCK. Die Bewertungen des "Kicker" folgen am Montag.
Quelle: Der Betze brennt

