Da scheinen Dir aber einige entfallen zu sein.Walterfritz hat geschrieben: 10.09.2025, 14:02 Denn seitdem Hengen da ist und wir diesen Datenzugang haben, kann ich mich an keinen wirklichen Fehleinkauf erinnern. Im Gegenteil: Wunderlich zu holen war die Kehrtwende nach oben (der Drittligaspieler, der mit seinen Pässen Jahr für Jahr die meisten Gegenspieler überspielt - da ist das Alter völlig egal), sich Boyd zu schnappen, Ache zu kaufen, Sirch zu entdecken, Yokota auszuleihen und jetzt Skyttä ausm Hut zu zaubern (der wird was!) - alles geniale Transfers. Vor allem wenn man bedenkt: Alles im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten. Und ohne Scheich.
Ausnahmsweise.Ageongki hat geschrieben: 10.09.2025, 15:54 Wollte erst mal auf Teil 2 warten bevor ich schreibe. Das ist für mich eines der wichtigsten Themen überhaupt. Ich bin auch der Meinung, dass der Aufstieg der SGE, sehr viel mit solchen Ansätzen zu tun hat, das dort aber eben nicht an die große Glocke gehängt wird.
Nein, der Gedanke das die Vereine bei 50, 100 Meter sind ist falsch. Genauso der Ansatz das jedes "System" für jeden Verein passt. Das ist einer der Fehler bei dem Versuch Moneyball im Fussball zu implementieren gewesen. (Meiner Meinung nach)SaarlandTeufel72 hat geschrieben: 10.09.2025, 17:18 Hm.
[...]
6. Bis diese Vereine entsprechendes Datenscouting implementiert haben, sind die erfolgreichen Systeme schon bei Hundert und stellen nun um.
7. Da Erfolge oft aus Unterscheidung entstehen und erfolgreiches System oft durch Innovation ( so gibt es auch der Artikel vor),
erleiden nacheifernde Systeme nichts anderes als Deprivation.
Wir sind längst im systemischen kulturkampf angekommen, wenn wir nacheifern oder glauben, wir könnten dadurch aufholen.
Niemand holt auf, wenn der Zug abgefahren ist und " materielles, kulturelles, und symbolisches Kapital sind eben andere Wege sucht.
Insoweit haben nacheifernde keine Chance mehr.
Die Chance besteht nur in eigener Identität, in eigenen, neuen Ideen und in " revolutionären" Gedanken.
Hier, in soweit das es schwer zu planen ist. M.e. aber weil es keine ausreichenden Daten gibt, denn wenn es die gäbe, wäre es vom Grundprinzip her, mit dem Moneyball Ansatz planbarer, da es auf den kurzfristigen Erfolg ausgelegt ist.Wir waren uns in der 3. Liga einig, das ein Aufstieg schwer zu planen ist.
Moneyball hatte Baseball als Thema.
Baseball ist Mathematik. Das fängt schon beim Feld an ^^. Baseball ist safe. Was Fußball nicht ist. Im Basball ist unter Umständen der batting average makulatur, dafür die .obp in der entscheidenden Situation ausschlagebend.Vereinfacht gesagt, kann es sinnvoller sein, einen meiner besten Schlagmänner auszutauschen, wenn ich eine Situation habe, in der ich jemanden auf Base brauche. Das lässt sich aber auf Fussball nicht (so einfach) 1:1 zu übertragen.Wer einmal Baseball selbst öfter live gesehen hat, kann eine Vorstellung davon erlagen, warum das aufgrund der Spielverläufe und Taktiken, gepaart mit speziellen Talenten geplant zum Erfolg führen kann.
Auch wenn ich die Betrachtungsweise verstehe, passt das nicht. Die 50m beim 100m Lauf holst Du nicht mehr auf, aber aktuell haben manche hier einen Vorteil, der aber relativ schnell wieder ausgeglichen werden kann.SaarlandTeufel72 hat geschrieben: 10.09.2025, 17:18 5. Diese Vereine sind etwa bei 50 Meter im Hundermeterlauf, während andere Vereine gerade mal am umziehen sind.
6. Bis diese Vereine entsprechendes Datenscouting implementiert haben, sind die erfolgreichen Systeme schon bei Hundert und stellen nun um.
Dem widerspreche ich tatsächlichOktober1973 hat geschrieben: 10.09.2025, 19:29 @emkathor: Prinzipiell bin ich bei Dir, was die Mathematik des Baseballs angeht.
Aber auch da gibt es Spieler, die aus individuellen Talenten heraus das Team weiterbringen können
ausschlaggebend.Beim Fussball ist tatsächlich nur das Zusammenwirken der Protagonisten [...]
Aber nur ein Aspekt - allerdings ein sehr wichtiger - neben den anderen.[...] die psychologische Fähigkeit des Trainers diese Zusammenstellung zu orchestrieren.
Jupp. Das darf man bei dem ganzen nicht vergessen. Daten sind nur ein Teil des ganzen.Ereborn hat geschrieben: 10.09.2025, 20:46 Weil diese immer nur in einem bestimmten Kontext entstanden sind, der aber durch andere Umstände völlig anders sein kann.
Aber ich denke, das sagt der Artikel auch aus - die Vereine waren nicht erfolgreich, NUR weil sie die Statistiken und Datenbanken verwendet haben. Aber sie haben sich dadurch einen kleinen, aber vielleicht entscheidenden Vorteil verschafft.
Statistiken werden immer wichtiger in der heutigen Zeit, vor allem im Bereich des Scoutings. Auch wenn das subjektive Beobachten eines Spielers durch erfahrene Scouts schon immer funktioniert hat und nach wie vor ein wichtiger Aspekt der Spielerakquise [...] ist, muss man heutzutage auf Analytics zurückgreifen. Schon deshalb, weil man es sich nicht erlauben kann, objektive Zahlen zu ignorieren.
Da widersprech ich, aber nur ein bißchen. Der Spielaufbau ist auch dort gegeben. Allerdings anders, aber dann doch wieder etwas vergleichbar. Entweder dein Gameplan sieht vor möglichst schnell immer wieder Läufer auf Base zu bringen oder kontinuierlich den Werfer unter "Druck zu setzen" und den Pitchcount in die Höhe zu treiben oder aber du setzt eben auf die schlechtere(n) Wechselperspektive des Gegners und siehst dein Ziel eher im späten Spiel.Hellboy hat geschrieben: 11.09.2025, 09:52 [...]und die dynamischen Phasen sind viel kürzer und bauen nicht aufeinander auf. Im Prinzip fällt ja das ganze Thema „Spielaufbau“ komplett weg, was beim Fußball aber zentral ist. [...]
Ja, aber tendenziell ist es ja gerade das, was gewollt ist. Das die individuelle Qualität nicht ausschlaggebend ist, ob das Konstrukt funktioniert, sondern in der Lage ist, je nach Situation, das Spiel zu entscheiden.Hellboy hat geschrieben: 11.09.2025, 09:52 Gerade der Vergleich mit Offense-Statistiken hinkt m.E., weil es in der Offense beim Baseball ja eigentlich gar kein wirkliches Zusammenspiel der Spieler gibt, sondern es eher um Einzelleistungen in bestimmten Situationen geht. Da liegt es sehr viel am Coaching, Spielkonstellationen herbeizuführen, in denen möglichst viele Spieler gleichzeitig an den Stellen auf dem Feld landen, wo ihre individuellen Stärken relevant werden. Batting-Order, spielbezogene Wechsel,
Ja, aber das lässt sich im Fußball mit der Spielvorbereitung vergleichen. Aus dem Grund werden die - bei Bayern, Nationalmannschaft, etc - immer einzelnen Videoauswertungen ihres kommenden Gegenspielers bekommen. Hinzu die statischen. Dort machst du das vor dem Spiel, während das meiste im BB, je nach Situation, auf dem Feld passiert.Hellboy hat geschrieben: 11.09.2025, 09:52 Die Komplexität des dynamischen Zusammenspiels im Fußball erreicht Baseball für mich am ehesten noch in Defense-Aktionen im Infield. Und auch da geht es erstmal „nur“ darum, zu antizipieren, welche Bases besetzt sind (das kann man i.d.R. sogar ganz in Ruhe machen) und wo der Ball am Ende runterkommt - und dann möglichst schnell und sauber den entsprechenden Spielzug abzurufen.
Das weiß ich nicht. Denke das wird mittlerweile auch statistisch erfasst, da kennen sich aber bestimmt andere aus und können dazu was sagen.Hellboy hat geschrieben: 11.09.2025, 09:52 Dass die Spieler gezwungen sind, auf unvorhergesehene Spielsituationen spontan zu reagieren. Da geht es dann um Antizipation und Handlungsschnelligkeit sowohl bei den Spielern, die in Ballnähe sind, als auch bei denen, die sich in Position bringen müssen, damit die eigene Mannschaft die Spielsituation wieder kontrollieren kann. Das sind aber Dinge, die man statistisch wahrscheinlich recht schwierig messen kann.
Im Endeffekt die Timeouts in anderen Sportarten. Das Verhalten hat aber im Fussball bei Auswechslungen schon abgefärbt. Tatsächlich wundert es mich, das dieses Verhalten nicht bei Verletzungen im größeren Kreis passiert.Hellboy hat geschrieben: 11.09.2025, 09:52 Im Baseball kommen solche Situationen im Profibereich vielleicht ein paar wenige Male pro Match vor, sind recht kurz und reihen sich nicht aneinander, so dass ja immer kurzfristig eine Neusortierung möglich ist, während der Ball aus dem Spiel ist.
Yes! Kroos als bestes Beispiel. Der musste sich und 'seine Spielweise anpassen und seine Defizite ausmerzen, funktionierte auch nur mit einem Spieler zusammen und dann auch nicht mit jedem.Hellboy hat geschrieben: 11.09.2025, 09:52 Der wichtigste Unterschied ist für mich aber, dass der Gegner dich beim Baseball halt nicht stören kann. So ist die statistische Qualität der Einzelspieler viel zuverlässiger abrufbar. Wenn ich im Fußball den statistischen Top-Mittelfeldmann habe, der Gegner das aber weiß und ihn mit zwei Defensivkanten in Manndeckung nimmt, kann da durchaus sehr gezielt Einfluss auf die Statistiken des Gegners genommen werden. Die Komponente fällt im Baseball ja völlig raus.
Weiß gar nicht ob die Reaktion auf den Gegner heutzutage wirklich noch so wichitg ist. Der Ansatz ist ja eher das eigene Spiel konsequent zu spielen und die individuellen Schwächen der Gegenspieler zu nutzen.Hellboy hat geschrieben: 11.09.2025, 09:52 Entscheidende Komponenten beim Fußball liegen daher für mich in den Bereichen Antizipation, Spielübersicht, Flexibilität, situative Entscheidungsfindung, Reaktion auf den Gegner. Und das sind halt Dinge, die man nur relativ schwer in Zahlen bringen kann.