
Dritte Niederlage in Folge: FCK unterliegt Kiel mit 0:3
Der 1. FC Kaiserslautern kassiert mit 0:3 (0:2) gegen Holstein Kiel die nächste Niederlage und muss sich in der Tabelle weiter nach unten orientieren. Bei allen Gegentoren sehen die Lautrer nicht gut aus.
FCK-Trainer Dirk Schuster reagierte auf die zuletzt durchwachsenen Ergebnisse mit nur einem Punkt aus den vergangenen vier Ligaspielen mit einer Änderung der Grundformation. Dabei spielte der neu in die Startelf gerückte Hendrick Zuck neben den Innenverteidigern Jan Elvedi und Kevin Kraus sowie Jean Zimmer in einer Viererkette. Tymo Puchacz übernahm die offensive Position auf der linken Seite. Nikola Soldo saß ebenso wie Neuzugang Almamy Touré zunächst auf der Bank.
Was auch immer sich Schuster von den Änderungen versprochen hat, es ging zunächst überhaupt nicht auf. Selbst torgefährlich wurden die Roten Teufel in der Anfangsphase nicht, hinten brachten sie sich wiederholt mit unsauberem Passspiel selbst in Bedrängnis. Einen ersten ungenauen Rückpass von Kevin Kraus konnte Julian Krahl mit Mühe noch entschärfen (7.). Den nächsten viel zu kurzen Ball nach hinten von Philipp Klement nahm dann der Kieler Benedikt Pichler dankend auf und versenkte das Leder zum frühen 0:1 (16.) im Netz. Drei Minuten später hätten die Gäste fast nachgelegt, aber Krahl konnte die Situation gegen Pichler entschärfen (19.).
In der 31. Minute kamen die Lautrer durch Terrence Boyd ziemlich aus dem Nichts zur Ausgleichschance, doch der Stürmer konnte Torwart Timon Weiner nach Vorlage von Klement nicht überwinden. Es blieb die beste Aktion der Roten Teufel im ersten Durchgang. Hinten ließen sie zudem in der 44. Minute eine Ecke der Störche durch den Strafrauum sausen. Am langen Pfosten lauerte Fiete Arp und drückte den Ball zum 0:2 ins Netz (44.). Ein starker Reflex von Krahl verhinderte dann ein Eigentor von Zuck und damit fast schon die Vorentscheidung zur Pause.
Für die zweiten 45 Minuten wechselte Trainer Schuster vor 38.367 Zuschauern dreifach aus und brachte unter anderem Touré, der nun mit Kraus und Elvedi wieder eine defensive Dreierkette bildete. Ein Versuch aus der Distanz von Marlon Ritter in der 48. Minute machte auch etwas Hoffnung auf eine womöglich erfolgreiche Aufholjagd, dann nahmen allerdings schnell die Störche wieder das Heft in die Hand. Nach einem Einwurf in der Lautrer Hälfte ließ Pichler seinen Gegenspieler Kraus einfach stehen und vollendete aus kurzer Distanz zum 0:3 (58.).
Durch die Niederlage hat der FCK nun vier der letzten fünf Liga-Spiele verloren und dabei nur einen Punkt geholt. Am kommenden Samstag gibt es die nächste Chance, um den Negativlauf zu stoppen. Dann ist die Mannschaft im Abendspiel um 20:30 Uhr zu Gast beim 1. FC Magdeburg.
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Quelle: Der Betze brennt
Weitere Links zum Thema:
- Statistik zum Spiel: 1. FC Kaiserslautern - Holstein Kiel 0:3
Ergänzung, 17:44 Uhr:

Stimmen zum Spiel
"In die Scheiße geritten": FCK hadert mit eigenen Fehlern
Vorne harmlos, hinten fehlerhaft: Der 1. FC Kaiserslautern kassiert gegen Holstein Kiel viel zu fahrlässig drei Gegentore. Bis zur Winterpause will man sich jetzt auf die Basics besinnen und so den Turnaround schaffen.
Trainer Dirk Schuster kritisiert vor allem die erste Hälfte. In der besten Phase habe dann das 0:3 seiner Elf den Stecker gezogen: "Wir haben in der ersten Halbzeit nicht das wahre Gesicht des FCK gezeigt und uns sehr schwer getan, bei eigenem Ballbesitz die Lösungen zu finden. Das 0:1 bereiten wir quasi selbst vor. Die erste Halbzeit war alles andere als das, was wir uns vorgestellt haben. Wir wollten durch die System-Umstellung auf Viererkette eine gewisse defensive Stabilität bekommen, die wir auch hatten bis zum Rückstand. Danach ist es von unserer Seite unruhig und nervös geworden. Mit dem Dreifachwechsel sind wir besser aus der Pause gekommen, aber dann kriegen wir zu einem richtigen Scheißmoment das dritte Gegentor. Das war ganz schlecht verteidigt. Das Tor hat uns den Stecker gezogen. Wir müssen anerkennen, dass Kiel eine reife Leistung geboten hat und im Stile einer Spitzenmannschaft die drei Punkte verdient hat. Bei uns ist nach vorne vieles Stückwerk geblieben und wir haben uns ein Stück weit selbst in die Scheiße geritten. Die Verunsicherung und Nervosität nach dem Rückstand ist eine ganz normale Reaktion. Wir müssen aus dieser Situation die richtigen Lehren ziehen. Wir haben zum wiederholten Male den Gegner zum Toreschießen eingeladen. Das müssen wir dringend abstellen. Wir brauchen den Turnaround."
Klement: "Mein Fehler hat die Unsicherheit reingebracht"
Philipp Klement nimmt das 0:1 auf seine Kappe und sieht aktuell Defizite im Spiel mit und gegen den Ball: "Mein Fehler hat eine gewisse Unsicherheit in die Mannschaft reingebracht. Ich sollte im Ballbesitz eigentlich Sicherheit ausstrahlen. Mit der Aktion habe ich genau das Gegenteil bewirkt und das hat sich durch das Spiel dann durchgezogen. Wenn man sich die drei Tore anschaut, dann lege ich das erste Tor auf. Das dritte Tor entsteht aus einem Einwurf, da kommt dann keiner mehr an den Ball, das ist dann in der Summe schon zu einfach. Wir sind bei den guten Spielen und bei den Spielen, die wir gewonnen haben, in Führung gegangen und haben das Momentum auf unsere Seite gezogen. Das ist in den letzten Spielen jetzt andersrum gewesen. Das hat sich jetzt die letzten drei Spiele durchgezogen und man muss schon sagen, dass wir die letzten drei Spiele verdient verloren haben. Wir machen es derzeit mit dem Ball nicht so gut und auch nicht gegen den Ball. Wir kriegen zu einfach Gegentore. Selbst haben wir derzeit Probleme, uns Chancen herauszuspielen. Wir müssen in beide Richtungen sauberer arbeiten. Mit Sicherheit haben wir uns heute unter Wert verkauft, dieses Aufbäumen hat gefehlt, aber das mit einer Typen-Frage zu beantworten, halte ich für falsch. Das klingt immer nach Aktionismus. Vor sechs Wochen hat keiner davon gesprochen, dass die Typen fehlen, da waren wir alle Super-Typen, alle haben gekämpft bis zum Umfallen und jetzt sechs Wochen später sollen die Typen fehlen. Mit der Diskussion kann ich ehrlich gesagt nicht viel anfangen."
Ritter: "Solche Geschenke nimmt man als Gast gerne an"
Marlon Ritter hat Verständnis für den Unmut der Fans und beschwört den Zusammenhalt: "In der ersten Halbzeit haben wir nichts von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Wir haben uns vorgenommen, eklig zu sein, zu zeigen, dass wir ein Heimspiel haben, wenig zuzulassen. Stattdessen haben wir Kiel dazu eingeladen, drei Tore zu schießen und solche Geschenke nimmt man als Gast natürlich gerne an. In der zweiten Halbzeit bis zum dritten Gegentor haben wir gezeigt, dass wir es auch anders können. Da hat jeder an sich geglaubt, die Fans, die in der Halbzeit ihren Unmut geäußert haben, waren auf einmal auch wieder da. Wenn du dir dann aber ein drittes fängst, was auch wieder zu einfach war, dann ist es gegen jede Mannschaft schwer, noch einen Punkt zu holen. Ich kann den Unmut der Fans schon nachvollziehen. Hier kommen fast 40.000 bei ekligstem Wetter. Die kommen nicht, um zu sehen, wie wir nicht wirklich dagegenhalten. Aber wir müssen jetzt alle zusammenhalten. Wir hatten zu Anfang der Saison eine gute Serie mit sieben Spielen ohne Niederlage, jetzt ist es andersrum, jetzt ist es nicht mehr schön und wir müssen aufpassen, dass wir nicht unten reinrutschen und das geht nur zusammen. Seit dem Spiel in Düsseldorf fehlt uns etwas die Selbstverständlichkeit, die wir in den Spielen davor hatten und auch im Pokal, als es nach der 3:0-Führung eng wurde. So ist das manchmal, es gibt nicht immer nur schöne Phasen. Jetzt müssen wir schauen, dass wir so schnell wie möglich wieder da rauskommen."
Auch Kevin Kraus kennt schlechte Phasen wie die aktuelle. Über die Basics müsse man sich da nun rausarbeiten: "Wir waren sehr unruhig mit dem Ball. Das hat sich durch das ganze Spiel gezogen. Wir haben es nicht hinbekommen, den Fehler vor dem 0:1 als Mannschaft aufzufangen. Wir haben gar nicht ins Spiel gefunden. Nicht mit und nicht gegen den Ball. Wir hatten kein gutes Passspiel. Von hinten bis vorne. Uns fehlt im Moment vielleicht ein bisschen das Selbstvertrauen. Da müssen wir schauen, dass wir uns das über die Basics wieder erarbeiten. Es gibt so Phasen im Fußball, in denen es einfach nicht läuft. Da müssen wir jetzt dagegen arbeiten. Man bekommt in der Liga keine Punkte geschenkt. Wir müssen zurück zu den grundlegenden Tugenden, dann kommt auch das Fußballerische wieder."
» Zum Video: Pressekonferenz nach dem Heimspiel gegen Holstein Kiel
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 19:56 Uhr:

Blick in die Kurve
25 Jahre Generation Luzifer: Jubiläums-Choreo am Betze
So emotionslos wie gegen Holstein Kiel ging schon lange kein Heimspiel des 1. FC Kaiserslautern mehr zu Ende. Dabei hatte der Nachmittag noch sehr stimmungsvoll begonnen.
1998 ist ein besonderes Jahr Jahr in der Historie der Roten Teufel vom Betzenberg. Vor allem natürlich, weil der Klub in diesem Jahr seine vierte Deutsche Meisterschaft holte. Vor 25 Jahren wurde in Kaiserslautern aber auch die bis heute größe FCK-Ultra-Gruppierung gegründet, die seither die Stimmung und Atmosphäre sowohl auf dem Betze als auch auswärts maßgeblich mitgestaltet. Ihr großes Jubiläum feiert die "Generation Luzifer" im Heimspiel gegen Kiel standesgemäß mit einer weiteren Choreographie, die thematisch an die Choreos aus dem Januar in Hannover und aus dem Juli gegen St. Pauli anknüpft.
Eingerahmt von roten und weißen Folienschals sowie den Jahreszahlen 1998 und 2023 kommt zum Einlaufen der Mannschaften ein riesiger Kopf eines Teufels in der Westkurve zum Vorschein, der zudem einen gigantischen Schal mit der Aufschrift "Generation Luzifer" in der Krallen hält.


Stimmungstechnisch versuchen die Ultras die Mannschaft in der zweiten Halbzeit phasenweise noch einmal nach vorne zu treiben. Wirklich überspringen kann der Funken von den Rängen auf den Rasen allerdings nie. Eine erhoffte Aufholjagd will an diesem Sonntag nicht mehr gelingen. Stattdessen sind es die Pfiffe und nicht überhörbare Unmutsbekundungen zur Pause, nach Schlusspfiff, aber auch während der 90 Minuten, die man so deutlich im Fritz-Walter-Stadion schon lange nicht mehr vernommen hat.
Gegen den Tabellendritten aus Kiel sind offiziell 38.367 Zuschauer auf dem Betzenberg dabei, wobei die tatsächlich anwesende Zahl auch aufgrund des ungemütlichen Novemberwetters und des nicht ganz so zugkräftigen Gegners noch ein gutes Stück darunter liegen dürfte. Angesichts des ernüchternden Spielverlauf verlassen hunderte Fans zudem auch schon vor dem Schlusspfiff das Stadion.


Die Serie von zuletzt 13 Partien auf dem Betze mit mehr als 40.000 Zuschauern ist damit nicht ganz überraschend gerissen. Der saisonübergreifend aus den Spielzeiten 2010/11 und 2011/12 stammende Allzeit-Rekord von 15 so gut besuchten Begegnungen kann nicht mehr erreicht werden. Trotzdem liegt der Zuschauerschnitt in der laufenden Saison weiterhin bei starken 42.730 Fans.
Ein Spruchband der Lautrer Ultras richtet sich an die befreundeten Fans des VfB Stuttgart in der Cannstatter Kurve und spielt an auf die Auseinandersetzungen von Polizeieinheiten mit Fußballfans, zu denen es in den vergangenen Wochen gehäuft und unter anderem auch in Stuttgart gekommen ist. Ein zweites richtet sich direkt an die Adresse des früheren FCK-Profis Markus Karl, der einst die Nähe zu Fanszene und Ultras sehr gesucht hat und inzwischen eine Ausbildung bei der Polizei absolviert.


Aus dem hohen Norden haben knapp 500 Anhänger der Kieler Störche die weite Reise nach Kaiserslautern mitgemacht und sind in einem ordentlich beflaggten Stehplatzblock passend zum Spielverlauf natürlich bester Stimmung. Schließlich steht der KSV Holstein nach einem deutlichen Auswärtssieg auf dem Betzenberg auch nach dem 14. Spieltag auf dem 3. Tabellenplatz, was mit der Mannschaft noch sehr ausgelassen am Gästeblock gefeiert wird.

Zur kompletten Fotogalerie vom FCK-Heimspiel gegen Kiel:
- Fotogalerie | 14. Spieltag: 1. FC Kaiserslautern - Holstein Kiel
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 27.11.2023::

"Mangelhaft": Die Spielernoten zur Pleite gegen Kiel
Kollektivversagen, könnte man das wohl nennen. Beim 0:3 gegen Holstein Kiel erreicht kein Spieler des 1. FC Kaiserslautern seine normale Form. Und einige Fehlerteufel stechen sogar negativ heraus.
Wie nach jedem Spieltag blicken wir an dieser Stelle auf die Noten, die von Fans und Journalisten für die Leistung der Roten Teufel vergeben wurden. Und da hagelt es gegen Holstein zahlreiche Bewertungen im Fünfer-Bereich oder nur knapp darüber. So wird beispielsweise Philipp Klement für seine haarsträubende Vorlage zur Kieler Führung abgestraft: Note 5 bei "Rheinpfalz" und "Kicker", Durchschnittsnote 5,4 bei bislang 3.270 abgegebenen Einzelbewertungen der FCK-Fans auf Der Betze brennt. Im ähnlichen Bereich werden Hendrick Zuck (Rheinpfalz: 5 / Kicker: 5 / DBB: 4,4), Jean Zimmer (4,5 / 4,5 / 5,0) und Kevin Kraus (5 / 5 / 5,2) gesehen. Die meisten anderen Spieler kommen mit Noten zwischen 4 und 4,5 weg. Nur Julian Krahl (3,5 / 3,5 / 3,6) und Tobias Raschl (3,5 / 3,5 / 3,9) bekommen von allen Notengebern eine Drei vor dem Komma.
Beste Tagesnote für Neuzugang Touré - Hoffen auf Ache, Tomiak und Co.
Ob es irgendwelche Lichtblicke gab? Kaum, aber noch erwähnenswert sind die ersten 45 Minuten von Neuzugang Almamy Touré: Die Fans sehen den zur zweiten Halbzeit eingewechselten Innenverteidiger mit einer Durchschnittsnote von 3,3 als "besten" FCK-Spieler auf dem Platz (Rheinpfalz: 4 / Kicker: 3,5). Vielleicht lässt sich daran eine Hoffnung knüpfen für die kommende Englische Woche mit den Aufgaben gegen Magdeburg, Nürnberg (DFB-Pokal) und Hertha. Zumal bald nach und nach auch Leistungsträger wie Ragnar Ache, Boris Tomiak und vielleicht auch Afeez Aremu zurück erwartet werden.
» Zur kompletten Notenübersicht: 1. FC Kaiserslautern - Holstein Kiel

Die DBB-Noten zum Heimspiel gegen Kiel können noch bis heute, 15:15 Uhr abgegeben werden: Zur Notenabgabe FCK-KSV.
Quelle: Der Betze brennt / Rheinpfalz / Kicker
