TecklenburgerLand hat geschrieben: 23.12.2025, 15:56
Das ist natürlich falsch und unbelegt. Unsere Trainerwechsel haben uns zu einem etablierten Zweitligisten gemacht. Ob es mit einer anderen Strategie besser gelaufen wäre ist nicht belegt....
So falsch ist das nicht, es kommt eben darauf an, welche Zeiträume man betrachtet.
Wenn man sich die Forschung zu Trainerwechseln im Profifußball anschaut is das Bild eigentlich klar: Trainerkarussell ist keine verlässliche Strategie um einen Klub langfristig erfolgreich zu entwickeln und das wäre eigentlich meine Hoffnung. Viele Studien finden nach Wechseln einen kurzen „Bounce“ (die Mannschaft wirkt plötzlich frischer, holt ein paar Punkte) aber sobald das sauber mit Vergleichsteams und Statistikeffekten betrachtet wird, is der Effekt entweder klein, schnell wieder weg oder gar nicht kausal, bedeutet: Die Teams hätten sich nach nem Negativlauf häufig ohnehin wieder gefangen (nennt man auch Regression zur Mitte). Die Forschung stützt eher die Idee, dass ständiges Wechseln meistens Aktionismus ist. Kontinuität hat den Vorteil, dass man Spielidee, Abläufe, Rollen, Kaderplanung und Kultur überhaupt erst mal implementieren kann. Was allerdings ehrlicherweise schwierg ist, ist, dass lange Amtszeiten oft mit Erfolg zusammenhängen also sie nicht automatisch ein Beweis für „lang halten = Erfolg“ sind. Erfolgreiche Trainer werden eben auch schlicht länger behalten. Trotzdem finde ich es irrsinnig als Verein zu glauben, man könne jedes Jahr (oder sogar mitten in der Saison mehrfach) einfach neu würfeln und daraus entsteht dann irgendwann schon Erfolg, Stabilität und Entwicklung. Das wird weder von der Forschung gedeckt, noch von den Erfahrungen die ich mit dem FCK gesammelt habe und zwar unabhängig davon wo wir heute stehen. Ich bin mir sicher, mit einem klaren Konzept und Geduld vor bereits drei Jahren, in denen eine Idee mit einem halbwegs kompetenten Trainer mal professionell durchgezogen wird und man den Kader auch wirklich darauf ausrichtet, wären wir heute sogar weiter als jetzt. Wenn man einen Verein langfrisitg entwickeln will, sollte Kontinuität der Default sein und der Trainerwechsel die Ausnahme. Bei uns ist es aber seit ich denke kann eigentlich immer genau anders rum. Selbst wenn man die Forschung außen vor lässt, wäre es alleine schon aus reiner Logik heraus mal sinnvoll einen anderen Ansatz zu fahren anstatt immer dasselbe zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.