Rotstift hat geschrieben: 14.12.2025, 21:12
Hallo,
ich lese hier seit 2006 mit und habe mich nun entschlossen, mich aktiv einzubringen, weil ich einige Beiträge hier Woche für Woche äußerst bedenklich finde.
Ich bin FCK-Fan seit ich sechs Jahre alt bin, also seit 1996. Wenn man die Meisterschaft 98 ausblendet und kleinere Lichtblicke, ist meine FCK-Geschichte also in erster Linie eine Geschichte des Kampfes gegen den Niedergang.
Jeder hier weiß, wo wir schon standen.
Muss man deswegen jede Leistung auf dem Platz gutheißen? Nein.
Darf man deswegen TL nicht kritisieren? Nein.
Aber die Art und Weise, wie das geschieht, finde ich absolut daneben und völlig weltfremd. Ich habe endlich das Gefühl, dass wir einen Trainer haben, der alles für diesen Verein gibt, der weiß, wie dieser Verein tickt. Ich habe das Gefühl, dass wir eine Mannschaft haben, die zwar hin und wieder an ihre Grenzen gerät, aber die m.E. i.d.R. bereit ist, zu kämpfen. Eine Mannschaft, die nicht permanent auseinanderfällt, wie so manche Rumpeltruppe, die wir schon hatten.
Woche für Woche wird der Kopf des Trainers gefordert.
Dabei habe ich endlich den Eindruck, dass wir uns in Liga 2 etabliert haben, dass ich zumindest weiß, dass ich kein Saisonfinale erleben werde, bei dem ich zehn Jahe alter.
Der Verein ist in einigermaßen ruhigen Fahrwassern. Das ist in Anbetracht der Tatsache, dass es gar nicht so lange her ist, dass wir in wirklich existentiellen Nöten steckten, dermaßend beruhigend, dass ich mit Platz 6 leben kann. Ist das ambitionslos? Vielleicht. Ist das aber realistisch? Auf alle Fälle.
Genau diese Großmannsucht, zu denken, man sei doch wär, war es, die uns an den Abgrund gerbracht hat. Etwas Demut wäre ratsam.
Ich erinnere mich gerade an die Saison 2006/2007. 0:0 gegen neun Burghausener. Ich war dort. Das war eine Katastrophe. Danach feuern wir Wolfang Wolf (übrigens auch auf dem sechsten Rang und mit fünf Punkten Rückstand auf den dritten Platz, es war nur später in der Saison), steigen nicht auf, sondern steigen in der kommenden Saison fast ab.
Ich bin nach dem Spiel gegen die Arminia wirklich lange in mich gegangen, weil ich es natürlich auch unschön anzusehen fand. Und ich glaube, dass wir uns mittelfristig mit einer Sache abfinden müssen: Wir sind ein Oberes-Mittelfeld-Zweitliga-Club. Und als solch einer werden wir Spiele wie gegen Kiel erleben, aber auch solche wie gegen Bielefeld. Und als solch einer bekommst du eben auch einen entsprechenden Trainer. Ihr glaubt doch nicht, dass nach Lieberknecht plötzlich eine ganz große Nummer an Land gezogen wird.
Irgendwann schaffen wir den Sprung nach oben. Ganz sicher. Aber jetzt noch nicht. Und das hat nichts mit Torsten Lieberknecht zu tun.
Torsten ist ok. Der soll mal machen.