
Vorbericht: Schalke 04 - 1. FC Kaiserslautern
Alles auf Rot!
Auswärts-Highlight beim Top-Favoriten. Bereits am 2. Spieltag kommt es endlich mal wieder zu einem der Klassiker im deutschen Fußball. Der 1. FC Kaiserslautern gastiert bei Schalke 04.
Diese Paarung lässt Fußball-Traditionalisten mit der Zunge schnalzen. Schalke gegen Kaiserslautern. Am Samstagabend treffen beide Vereine nach mehr als elf Jahren mal wieder aufeinander. Und die Euphorie ist bereits im Vorfeld des Spiels bei beiden Fangruppen zu spüren. Beim Mitgliederverkauf der Knappen wurden sämtliche verfügbaren (Heim-)Tickets für die Hinrunde innerhalb von nur zwei Stunden abgeräumt, das Spiel gegen Lautern sogar noch deutlich schneller. Und beim FCK dauerte es nur 22 Minuten, bis alle knapp 6.000 Karten für den Gästeblock vergriffen waren. Folglich gingen viele Anhänger auf beiden Seiten leer aus. Das Spiel ist mit über 62.000 Zuschauern ausverkauft. Dass beide Mannschaften mit Niederlagen in die Saison gestartet sind, dürfte der Partie zusätzliche Würze verleihen. Anschnallen, festhalten und genießen. Es wird laut auf Schalke am Samstagabend, denn im Zweitliga-Topspiel stehen sich neben den beiden Mannschaften auch zwei der besten Fankurven des Landes gegenüber. Anpfiff ist um 20:30 Uhr.
Was muss man zum 2. Spieltag wissen? Hier sind die wichtigsten Vorab-Informationen zum ersten Auswärtsspiel 2023/2024:
Der FCK: Ausgangslage und Personal
Nur der 1. FC Kaiserslautern verlor saisonübergreifend die letzten vier Pflichtspiele in der 2. Bundesliga. Die Einstellung des Negativrekords, fünf Niederlagen in Folge aus der Saison 2015/16, soll auf Schalke unbedingt vermieden und die Lage wieder stabiler gestaltet werden. Dass das ein schwieriges Unterfangen wird, versteht sich bei einem Auswärtsspiel beim Rückrunden-Achten der ersten Bundesliga von selbst. Aber: Die Knappen dürften am Samstag risikofreudiger agieren als St. Pauli am 1. Spieltag im Fritz-Walter-Stadion. Das sollte wiederum Dirk Schusters Elf in die Karten spielen. Um offensive Nadelstiche zu setzen, müssen sich die Betze-Buben im Spiel nach vorne aber in nahezu allen Belangen verbessern. Da trifft es sich gut, dass Top-Torschütze Terrence Boyd seine Knieprobleme auskuriert hat und ebenso wie Ragnar Ache nach dem Treffer bei seinem FCK-Debüt auf jeden Fall im Kader stehen werden. Auf welche Systematik Schuster setzt, darüber lässt er noch alle im Unklaren. Sowohl ein 4-2-3-1 als auch das zuletzt praktizierte 3-4-3-System sind denkbare Möglichkeiten.
Der Coach kann bei seinen Überlegungen auf alle Spieler zurückgreifen. Neben Boyd ist auch Kapitän Jean Zimmer wieder eine Option für die Startelf, er hat seine Rot-Sperre aus der vergangenen Saison abgesessen. Ragnar Aches Blessur hat sich nur als leichte Bänderdehnung herausgestellt, zum Glück nicht schwerwiegend. Kevin Kraus hat ebenfalls eine Woche mehr Mannschaftstraining intus und könnte nach der Schonung zum Auftakt wieder den Abwehrchef geben. Und auch Mittelfeldspieler Julian Niehues, der am Dienstag das Training wegen muskulärer Probleme verpasst hatte und am Samstag Kraus vertreten hatte, wird die Reise in den Pott mit antreten und mindestens im Kader stehen.
Der Gegner: Ausgangslage und Personal
Bundesliga-Absteiger Schalke 04 startet mit dem klaren Ziel Wiederaufstieg in die Saison. Am vergangenen Freitag setzte es im Saisoneröffnungsspiel beim HSV aber den ersten Dämpfer. Beim 3:5 erwies sich vor allem die Defensive als noch nicht sattelfest, was insbesondere Keeper Marius Müller eine Menge Arbeit bescherte. Der ehemalige FCK-Torwart wird auch am Samstag den verletzten Ralf Fährmann im Schalker Gehäuse vertreten. Auf der anderen Seite des Spielfeldes sollte die Abwehr der Roten Teufel - zugegeben: ein wirklicher Geheimtipp ist das schon lange nicht mehr - einen Mann im Fokus haben: Den viermaligen Zweitliga-Torschützenkönig Simon Terodde.
Ibrahima Cissé handelte sich in Hamburg die Ampelkarte ein und ist gesperrt. Der bundesligaerfahrene Neuzugang Timo Baumgartl wird ihn in der Innenverteidigung vertreten. Leo Greiml fehlt wegen eines Kreuzbandrisses, der erst am Donnerstag von Bayern München II verpflichtete Offensivspieler Yusuf Kabadayi wird noch nicht im Kader stehen.
Frühere Duelle
Der letzte Auftritt der Roten Teufel in der Arena liegt schon fast zwölf Jahre zurück. Am 15. Oktober 2011 trafen Spieler namens Christian Tiffert und Dorge Kouemaha zum 2:1-Auswärtssieg für den FCK. Kaiserslautern stieg in dieser Saison ab, Schalke stand eine Spielzeit zuvor im Halbfinale der Champions League gegen Manchester United. Lang ist es also her. Insgesamt trafen beide Klubs 87 Mal aufeinander, die Bilanz spricht mit 33:30 Siegen knapp für den S04.
Fan-Infos
Um genau zu sein, werden 62.271 Zuschauern das Spiel in der restlos ausverkauften Schalker Arena verfolgen. Das Fanbündnis FCK ruft wie mittlerweile schon traditionell beim ersten Auswärtsspiel der Saison dazu auf, im roten Betze-Trikot anzureisen.
Schalke löst das Problem mit überfüllten Stehplatzbereichen übrigens wie folgt, anders als Kaiserslautern: Am Stadioneingang bekommt jeder Fan mit Stehplatzkarte ein Armband angelegt, mit dem er am Blockeingang Zutritt zur Nordkurve erhält (nähere Infos hier). Eine Sektorentrennung gibt es in der Arena nicht beziehungsweise nur zum Gästebereich.
Obwohl alle Tickets für den Heimbereich im Mitgliederverkauf des S04 abgesetzt wurden, konnten sich einige Lautrer auch um den Gästeblock herum eindecken oder wurden von befreundeten Schalkern mitversorgt, sodass wohl etwa 7.000 Mitreisende die Roten Teufel nach vorne peitschen werden. Das Stadion öffnet zwei Stunden vor Anpfiff um 18:30 Uhr. Wer kurzfristig noch ein Ticket sucht oder übrig hat, kann es über die DBB-Kartenbörse mit fairen Preisen von Fans für Fans versuchen. Die Chancen sind aber wie bei allen stark nachgefragten Spielen sehr gering.
Alle wichtigen Informationen zur Anreise, Parken, den zugelassenen Fan-Utensilien und zu vielem mehr findet Ihr auf der Homepage des FCK. Die Partie wird live im Free-TV bei "Sport1" übertragen.
O-Töne
FCK-Trainer Dirk Schuster: "Wir haben die Auftakt-Niederlage meines Erachtens ganz gut weggesteckt. Schalke ist ein Schwergewicht der Zweiten Liga. Wir müssen mehr Offensivaktionen starten als letzte Woche und die kleinen Fehler vermeiden. Es wird eine große Herausforderung, aber auch eine schöne Aufgabe."
Schalke-Trainer Thomas Reis: "Wer für Schalke 04 spielt, hat immer Druck. Aber es ist positiver Druck. Leider haben wir aus Hamburg nichts mitgenommen - trotz drei geschossener Tore. Jetzt ist das erste Heimspiel da. Lautern hat auch null Punkte. Wir wollen die ersten Punkte holen, um unser Ziel zu erreichen."
Daten und Fakten
Voraussichtliche Aufstellung:
Schalke 04: Müller - Brunner, Baumgartl, Kaminski, Ouwejan - Drexler, Schallenberg, Ouedraogo - Karaman, Terodde, Mohr
Es fehlen: Cissé (Gelb-Rot-Sperre), Fährmann (Aufbautraining nach Muskelfaserriss), Greiml (Kreuzbandriss)
1. FC Kaiserslautern: Luthe - Elvedi, Kraus, Tomiak - Zimmer, Raschl, Niehues (Ritter), Zuck - Opoku, Ache (Boyd), Redondo
Es fehlen: keiner
Quelle: Der Betze brennt / Autor: Florian Reis
Vorherige Meldungen ab 31.07.2023:

Samstag, 20:30 Uhr: Die Roten Teufel zurück auf Schalke
Der 1. FC Kaiserslautern darf sich im ersten Auswärtsspiel der neuen Saison gleich auf eine stimmungsvolle Kulisse freuen. Mit Schalke 04 geht es gegen den Top-Favoriten der Zweiten Liga, der ebenfalls mit einer Niederlage gestartet ist.
Am Betzenberg ist nach der Auftaktpleite gegen St. Pauli Wunden lecken angesagt. Die Stimmung war ein, zwei Tage gedrückt, aber der Blick geht langsam schon wieder nach vorne. Dies sollte auch gar nicht schwer fallen, schließlich steht am Samstagabend die erste Auswärtsfahrt nach Gelsenkirchen seit über elf Jahren an. In jener Saison 2011/12, in der dem FCK sonst nahezu nichts gelang, sorgten Christian Tiffert und Dorge Kouemaha mit einem 2:1-Sieg auf Schalke für eines der wenigen Highlights.
Damals wie heute ist die Paarung der beiden Traditionsvereine eine für echte Fußballromantiker. Ganze 87 Mal trafen S04 und FCK aufeinander, die Knappen (33 Siege) haben in der Statistik leicht die Nase vor den Roten Teufeln (30 Siege). Und auch wenn der Bundesliga-Absteiger der Aufstiegsfavorit schlechthin ist, starteten die Königsblauen wie die Lautrer mit einer Auftaktniederlage gegen Hamburg in die Saison. Während die Schuster-Elf gegen St. Pauli knapp 1:2 unterlag, musste sich das Team von Thomas Reis beim ebenfalls ambitionierten HSV sogar spektakulär mit 3:5 geschlagen geben - und es hätte sogar locker acht oder neun Gegentore hageln können. Es besteht also keinerlei Grund für die FCK-Karawane, mit mehr Angst als Respekt die Auswärtsfahrt in den Ruhrpott anzutreten.
Hoffnung bei Ache und Boyd, Zimmer nach Rot-Sperre zurück
Nach der Spielanalyse am Sonntag und einem trainingsfreien Montag startet der FCK am Dienstag die detaillierte Vorbereitung auf die Partie am Samstagabend. Leichte Entwarnung gibt es von der medizinischen Abteilung: Beim ersten Saison-Torschützen Ragnar Ache, der sich kurz vor dem Ende der Partie gegen Sankt Pauli nach einem 70-Meter-Abwehrsprint verletzt hatte, konnte zumindest eine schwerwiegende Verletzung bereits ausgeschlossen werden. Vermutlich hat er sich eine Innenbanddehnung oder Ähnliches zugezogen. Dirk Schuster hofft auf eine schnelle Rückkehr seines Stürmers ins Training. Gleiches gilt für Terrence Boyd, der nach seiner Knie-Überlastung zum Saisonauftakt noch geschont worden war, um keinen deutlich längeren Ausfall zu riskieren. Er trainiert schon seit mehreren Tagen wieder mit der Mannschaft. Zudem dürfte Jean Zimmer nach seiner abgelaufenen Rot-Sperre wieder den Startelf-Platz vom am 0:1-Gegentreffer von St. Pauli beteiligten Erik Durm übernehmen.
Der S04 muss derweil am Wochenende auf Ibrahima Cissé verzichten. Der Verteidiger hatte gegen den HSV die Gelb-Rote Karte gesehen und fehlt gesperrt. Für ihn könnte Neuzugang Timo Baumgartl zu seinem Schalke-Debüt kommen. Im Tor wird erneut der Ex-Lautrer Marius Müller stehen, der seit diesem Sommer bei den Knappen unter Vertrag steht und trotz der fünf Gegentore in Hamburg einer der besten Spieler war.
Öffentliches Training am Dienstag, über 60.000 Zuschauer am Samstag
Interessierte Kiebitze oder auch Familien, die die Sommerferien ausnutzen wollen, sind vom FCK am Dienstag zu einer öffentlichen Trainingseinheit eingeladen. Los geht es um 15:00 Uhr im Sportpark Rote Teufel (Mehlingen). Neben Eindrücken von der Mannschaft besteht danach üblicherweise auch die Gelegenheit für Autogramme und Selfies.
Und auch wenn beide Kontrahenten mit Niederlagen gestartet sind und dementsprechend unter Druck stehen, wird am Samstag die Kulisse erstklassig sein: Die Arena Auf Schalke ist mit rund 62.271 Zuschauern ausverkauft, darunter werden um die 7.000 Betze-Fans sein.
Abschließend noch ein Hinweis in eigener Sache, weil häufig die Nachfrage kommt: Wir veröffentlichen an dieser Stelle jede Woche - sofern verfügbar - den Termin des nächsten öffentlichen FCK-Trainings. Gerne weitersagen, die entsprechende Newsmeldung erscheint meistens montags auf DBB.
Quelle: Der Betze brennt
Weitere Links zum Thema:
- Übersicht: Kompletter Team-Status des 1. FC Kaiserslautern
Ergänzung, 02.08.2023:

Foto: Imago Images
Gegner-Check Schalke: Mit tiefen Pässen Wunder bewirken
Nach einer vergeigten Heimpremiere will der 1. FC Kaiserslautern ausgerechnet bei Schalke 04 in die Spur finden. Die Knappen sind mit einer 3:5-Niederlage spektakulärer, aber nicht unbedingt besser in die Saison gestartet.
Anspruch und Wirklichkeit: Auf Schalke haben sie Abstieg gelernt. Hoffen sie zumindest. Die aktuelle Rückkehr ins Unterhaus ist die fünfte ihrer Bundesliga-Geschichte, die letzte liegt gerade mal zwei Jahre zurück. Diesmal aber soll es keine Untergangsstimmung geben, kein Köpferollen, keinen Ausverkauf, keinen totalen Neuaufbau. Darum soll auch die kurzfristige Trennung vom Vorstandsvorsitzenden Bernd Schröder nicht so gedeutet werden, als sei man von dieser Einstellung schon wieder abgerückt. Der Aufsichtsrat sei lediglich mit Schröders Management in Sachen Sponsoring unzufrieden gewesen, heißt es, Sportvorstand Peter Knäbel habe weiter freie Hand. Auch an Trainer Thomas Reis hielt die Vereinsführung nach dem Abstieg fest. Warum auch nicht? In der Rückrundentabelle 2022/23 hatten die Königsblauen mit dem Coach, der seit Oktober 2022 im Amt ist, als Achter abgeschlossen, das Genick gebrochen hatte ihnen die schwache Hinserie. Und Reis gibt sich selbstbewusst: "Ich will direkt wieder aufsteigen. Da lehne ich mich weit aus dem Fenster", erklärt er im Sonderheft des "Kicker". Der Anhang nimmt die Zweite Liga ebenfalls mit voller Leidenschaft an: Für die acht Heimspiele der Hinrunde waren sämtliche Tickets bereits innerhalb von zwei Stunden ausverkauft. Der Saisonstart beim Hamburger SV mag nicht optimal gelaufen sein. Spektakulär war dieses 3:5 aber auf jeden Fall, und es wird die Schalker Zuversicht kaum erschüttern. Den Druck, zur Heimpremiere gegen den FCK zu siegen, erhöht die Niederlage natürlich nochmal zusätzlich, doch der war auch zuvor schon immens.
Die Neuen: Vor allem im zentralen Mittelfeld hat Schalke aufgerüstet. Mit Ron Schallenberg vom SC Paderborn holte Knäbel den vielleicht stärksten Sechser der vergangenen Zweitliga-Runde - einen von dem Schlag, wie ihn Lautern derzeit noch sucht. Mit Paul Seguin von Union Berlin und dem zuletzt an Nürnberg verliehenen Lino Tempelmann vom SC Freiburg kamen Erfahrung und Talent, die auch höheren Ansprüchen genügen. Mit Florian Flick, bisher an den 1. FC Nürnberg ausgeliehen, wurde ein Sechser zunächst zurückgeholt. Er fällt aber zurzeit wegen eines Mittelfußbruches aus und ist nun außerdem fest ins Frankenland gewechselt. Ihn hätte auch der FCK gerne verpflichtet. Mit Niklas Tauer haben die Knappen einen weiteren, noch entwicklungsfähigen Mittelfeldmann von Mainz 05 ausgeliehen. Und das, obwohl mit Dominick Drexler und Danny Latza auch noch erfahrene Veteranen für die zentralen Positionen zur Verfügung stehen. Doch was machte Reis zum Saisonauftakt? Er nominierte trotz dieses stattlichen Angebots den erst 17-jährigen Knappen Assan Quédraogo in die Startelf. Und der spielte stark auf und traf zum zwischenzeitlichen 1:1. Tempelmann und Seguin waren allerdings auch angeschlagen. Mit Bryan Lasme kam außerdem ein wuchtiger Stürmer von Zweitliga-Absteiger Bielefeld. Nach dem längerfristigen Ausfall des Stamm-Innenverteidigers Leo Greiml sicherte sich Schalke zuletzt noch die Dienste des ehemaligen Stuttgarters Timo Baumgartl, der vom PSV Eindhoven kam. Das größte Aha-Erlebnis aber dürfte den mitreisenden Lautern Fans aber der Blick aufs Schalker Tor bescheren: Dort steht derzeit Marius Müller, einst Flugschüler Gerry Ehrmanns. Knäbel hat ihn vom schweizerischen FC Luzern nach Deutschland zurückgeholt. Der nunmehr 30-Jährige hat sich in der Vorbereitung direkt als Nummer 1 etabliert, da die eigentliche Nummer 1, Ralf Fährmann mit einem Muskelfaserriss ausgefallen war. In Hamburg soll er trotz der fünf Gegentore zu den Besten gehört haben.
Die Formation: In Hamburg begann Reis mit einem klar strukturierten 4-3-3. Es spricht einiges dafür, diese Grundordnung beizubehalten. Angesichts des breiten Angebotes fürs Dreier-Mittelfeld, das dem Trainer zur Verfügung steht, und der Tatsache, dass mit Ibrahima Cissé gegen Kaiserslautern ein weiterer Innenverteidiger ausfällt - er sah an der Elbe Gelb-Rot. Zudem mag Kapitän und Mittelstürmer Simon Terodde Nebenleute auf den Flügeln, die ihn mit Flanken versorgen. Beim HSV durften Tobias Mohr und Kenan Karaman von Beginn ran, mit Lasme und dem talentierten Soichiro Kozuki hätte der Trainer aber starke Alternativen in der Hinterhand. Respekt geboten ist zudem vor der linken Klebe des Außenverteidigers Thomas Ouwejan, mit der dieser in Hamburg die zwischenzeitliche 2:1-Führung der Schalker besorgte.
Zahlenspiele: Fünf Gegentreffer zum Saisonauftakt, da dürfte klar sein, wo den Schalkern der Schuh drückt. Die Abwehr galt nach Greimls Ausfalls auch zuvor schon als Schwachstelle. Jetzt muss auch noch Cissé ersetzt werden. Für ihn könnte nun zwar Neuzugang Baumgartl in die Startelf rücken, doch der muss sich aber erst mal an seine neuen Nebenleute gewöhnen. Man wird’s bei den Königsblauen wohl kaum hören wollen, aber: In der Startphase einer Saison zu viele Wechsel im Defensiv-Verband vornehmen zu müssen, hat schon so manchen Topfavoriten gleich auf den ersten Metern ausgebremst. Und oft genug kam der dann auch im weiteren Verlauf der Runde nicht mehr richtig in Fahrt. Andererseits hat S04 auswärts bei einem anderen Topfavoriten der Liga drei Treffer erzielt, das will erst einmal geschafft sein. Und das mit insgesamt nur sechs Torschüssen und bei einem xGoals-Wert von 1,50. Da aber ließe sich drüber streiten, ob das Effizienz war oder einfach nur Glück im Abschluss. Der FCK-Elf wurde nach ihrem 1:2 gegen St. Pauli vorgehalten, dass sie 6,4 Kilometer weniger lief als der am Ende siegreiche Gegner: Insgesamt waren es nur 112,7 gegenüber 119,1 Kilometern. In dieser Beziehung waren die Schalker gegen den HSV nicht besser, wieselten sogar nur 109,2 Kilometer, während die Kontrahenten summa summarum 115,9 Kilometer zurücklegten (Quelle: bundesliga.de). Will sagen: Spektakulärer verloren zu haben, heißt nicht unbedingt, besser gespielt zu haben.
Fazit: HSV-Trainer Tim Walter wurde nach dem 5:3-Sieg dafür gefeiert, dass er endlich mal von seinem geliebten Kurzpassspiel abrückte und sein Team mit wiederholt tiefen Bällen im Rücken der Schalker Abwehrspieler operieren ließ. Wenn dies das Erfolgsrezept gegen die Königsblauen war, dürfen sich die Lautrer ja Hoffnung machen, denn: Nach Ballgewinn lang und weit in die Spitze spielen, das ist doch genau der Stil eines Dirk Schuster-Teams. Ganz so einfach aber wird’s wohl doch nicht werden. Wer sich die Hamburger Treffer nochmal in Ruhe ansieht, erkennt: Zwei Mal trafen sie nach schnellem Umschaltspiel, drei Tore, darunter auch der Elfmeter zum 2:2, wurden durch kluge Anspiele in den Strafraum eingeleitet. Was zeigt: Man muss diese sicher noch nicht sattelfeste Hintermannschaft stressen, im Angriffsdrittel mehr als ein, zwei Ballkontakte suchen. Vom FCK zu erwarten, dass er in der Arena AufSchalke sein Heil in der Offensive sucht, wäre allerdings arg realitätsfremd. Doch wie wäre es auch beim Stand von 0:0 mal wieder mit kurzen Phasen des Angriffspressings, so wie beispielsweise beim 2:0-Sieg gegen den HSV im April? Seither hat man derlei kaum noch von den Roten Teufeln gesehen. Falls der 1,91 Meter-Schlaks Quédraogo wieder im offensiven Mittelfeld der Schalker aufläuft, wär’s nicht angezeigt, wieder mit den wesentlich kleiner gewachsenen Marlon Ritter und Tobias Raschl vor der Dreierkette zu beginnen, zumal Ritter gegen St. Pauli nicht unbedingt Eigenwerbung für sich betrieb. Besser noch als Julian Niehues wäre Boris Tomiak als Gegenspieler für Quédraogo geeignet, auch, um die Zweikampfwerte im Mittelfeld zu erhöhen. Die könnten sich auf der rechten Abwehrseite ebenso verbessern, falls Jean Zimmer für Erik Durm in die Startelf zurückkehrt.
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 03.08.2023:

Foto: Daniel Krämer
Rote Teufel fahren mit Mut, Ache und Boyd nach Schalke
Der 1. FC Kaiserslautern blickt mit Vorfreude und Ehrgeiz seiner ersten Auswärtsaufgabe entgegen. Bei Schalke 04 stehen mit Terrence Boyd und Ragnar Ache zwei wichtige Offensiv-Alternativen wieder zur Verfügung.
"Wir haben uns gegen St. Pauli ein Stück weit selbst beschissen. Die Mannschaft hat die Niederlage aber ganz gut weggesteckt", erklärt Dirk Schuster die Auftaktpleite vom vergangenen Wochenende für abgehakt. Mit Blick auf das erste Auswärtsspiel der Saison bei Zweitliga-Favorit Schalke (Samstag, 20:30 Uhr) wollen sich die Roten Teufel keineswegs von vornherein verstecken. Der FCK-Trainer weiter: "Es kann ein geiles Spiel für uns geben. Ein ausverkauftes Haus zur Prime-Time, das wird eine große Herausforderung, aber auch eine schöne Aufgabe. Wir haben schon in der letzten Saison gezeigt, dass wir gegen namhafte Gegner, die wirtschaftlich mehr Spucke als wir haben, mithalten können. Ich weiß, dass wir Schalke vor vollem Haus einen heißen Tanz bieten werden. Wir haben großen Respekt, aber wir rechnen uns auch Chancen aus und sind uns der großartigen Unterstützung unserer Fans bewusst. Ich erwarte von meiner Mannschaft einen mutigen und beherzten Auftritt, mit Disziplin sauber zu verteidigen, mehr Offensivaktionen zu starten und Zielstrebigkeit in Richtung gegnerisches Tor."
Ache und Boyd im Kader, aber noch nicht bei 100 Prozent - Zimmer nach Rot-Sperre wieder in der Mannschaft
Gute Nachrichten gibt es von der medizinischen Abteilung. Sowohl Terrence Boyd (nach Knieproblemen) als auch Ragnar Ache (nach Bänderdehnung) sind wieder ins Training eingestiegen und werden laut Schuster definitiv im Kader stehen. Beide Torjäger stehen allerdings körperlich noch nicht bei 100 Prozent, so der FCK-Trainer. Vor der Rückkehr steht außerdem Kapitän Jean Zimmer, der seine Rot-Sperre aus der vergangenen Saison verbüßt hat. Weil auch der am Dienstag im Training wegen muskulärer Probleme geschonte Julian Niehues einsatzbereit ist, können die Roten Teufel personell aus dem Vollen schöpfen. Offen lässt Schuster noch die System-Frage. Ein 3-4-3 mit offensiver Dreierreihe ist ebenso eine denkbare Option wie ein 4-2-3-1.
Die Arena AufSchalke wird mit 62.271 Zuschauern bis auf den letzten Platz gefüllt sein, exakt 5.919 Karten wurden für den offiziellen Gästebereich verkauft.
» Zum Video: Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel bei Schalke 04
Alle weiteren Informationen zum FCK-Spiel auf Schalke folgen morgen im ausführlichen Vorbericht auf Der Betze brennt.
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 04.08.2023:
Boyd: "Was das Knie angeht: Vollgas. Es geht alles wieder"
Zum Zweitliga-Auftakt gegen den FC St. Pauli war Terrence Boyd zum Zuschauen verdammt. Jetzt will der FCK-Stürmer wieder angreifen. Und er ist heiß auf das Spiel beim FC Schalke 04.
"Seit Ende letzter Woche bin ich wieder im Mannschaftstraining", sagt Boyd. "Du bist einfach froh, wenn du weißt, dass du nicht eingeschränkt bist und keine Angst hast, irgendwelche Bewegungen zu machen. Also was das Knie angeht: Vollgas. Es geht alles wieder."
» Zum Video: Terrence Boyd vor dem Auswärtsspiel auf Schalke
"Natürlich habe ich Lust auf die Startelf. Aber das ist alles im Austausch mit dem Trainerteam und der medizinischen Abteilung", sagt Boyd. "Ich werde fürs Kicken bezahlt. Der Trainer wird dafür bezahlt, den Überblick zu behalten und Entscheidungen zu treffen." Bank, Startelf, einige Minuten - nach den vergangenen Wochen seien alle Entscheidungen vertretbar, meint Boyd. (…)
Quelle und kompletter Text: SWR

