Aktuelles und Historisches zur Heimstätte der Roten Teufel.

Beitragvon SEAN » 29.03.2021, 16:56


ExilDeiwl hat geschrieben:Ich verstehe dieses Diskussion immer noch nicht. Es gibt einen gültigen Pachtvertrag und wenn der FCK die Pacht nicht zahlen kann oder will, braucht er das Entgegenkommen des Eigentümers, also das der Stadt KL. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Stadt KL sagt: okay, bevor wir noch weniger zahlt, spielt Ihr eben woanders und zahlt nix an uns. Wo läge denn da der Sinn? Die Stadt will so viel Pacht wie möglich bekommen - lieber weniger als nix.

So sehe ich das auch. Egal wo wir hingehen "würden", wir müßten überall was bezahlen. Also warum sollte die Stadt nicht wenigstens das nehmen, anstatt ein Stadion am Backen zu haben, das keinen Cent einbringt, nein, sogar Kosten verursacht? Wie ein Wohnhaus kannste auch so eine Bude nicht einfach ein Jahr oder zwei stehen lassen, und nicht wenigstens heizen. Und der Rasen muß auch weiter gepflegt werden. Die einzige Alternative, diese Maßnahmen nicht zu machen wäre, das Stadion platt zu machen. Aber ernsthaft, ist das eine Alternative? Wie will die Stadt dann aus den Betreiberschulden raus kommen? Zu dem Kredit kommen da schnell mal 10-15 Millionen für den Abriss und Entsorgung, da wärs für die Stadt ja schon billiger, die Bude zu verschenken.....
Scheint die Sonne so warm, trag ich Papier unterm Arm,
scheint die Sonne so heiß, setz ich mich hin und.........



Beitragvon Thomas » 06.05.2021, 20:54


Die "Rheinpfalz" berichtet über die neueste Entwicklung in Sachen Pacht bei Abstieg:

Bild

FCK reicht Antrag auf Pachtreduzierung bei Abstieg ein

Wenn der 1. FC Kaiserslautern doch noch in die Regionalliga absteigen sollte, dann kommt am 07. Juni das Thema Stadionpacht auf den Tisch. An diesem Tag würde der Stadtrat über einen Antrag auf Pachtreduzierung diskutieren, der jetzt eingereicht wurde.

Wie die "Rheinpfalz" berichtet, beantragt der FCK eine Reduzierung der Drittliga-Pacht von 625.000 auf im Abstiegsfall dann 400.000 Euro pro Saison. Zusätzliche 100.000 Euro sollen bei einem Zuschauerschnitt von mehr als 18.000 Zuschauern fließen. Dies habe die Stadt Kaiserslautern auf Anfrage der Zeitung bestätigt. Vor rund sechs Wochen hatte der SWR noch gemeldet, dass in der Regionalliga gar kein Geld mehr bezahlt werden solle, was vom FCK jedoch direkt dementiert wurde. Noch unklar ist, was der nun eingereichte Antrag bezüglich Wartungs- und Instandhaltungskosten beinhaltet, die ebenfalls mehrere hunderttausend Euro pro Jahr betragen. Laut "Rheinpfalz" bietet der FCK der Stadt für den Abstiegsfall weitere Räume im Stadion zur Vermarktung an und würde die Geschäftsstelle verkleinern. In diesem Zusammenhang könnten einzelne Büros auf den vereinseigenen Sportpark Rote Teufel (Fröhnerhof) umziehen.

Aktuell beträgt die Pacht 625.000 Euro plus Bonuszahlungen

Im Falle des Klassenerhalts würde die Pacht für das Fritz-Walter-Stadion gleich bleiben und der Stadtrat müsste sich im Juni nicht mit dem Thema befassen. Die aktuelle Vereinbarung gilt noch für das laufende Spieljahr 2020/21 und die kommende Saison 2021/22: In der 3. Liga sind demnach 625.000 Euro plus Bonuszahlungen - etwa bei einem Zuschauerschnitt von mehr als 21.000 und/oder bei Erfolgen im DFB-Pokal - fällig. In der 2. Bundesliga müsste der FCK 2,4 Millionen Euro bezahlen. Dies hatten Stadt und Verein zu Beginn des vergangenen Jahres nach langen Debatten ausgehandelt.

Quelle: Der Betze brennt / Rheinpfalz
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)



Beitragvon Rickstar » 06.05.2021, 21:23


400.000 Euro? Ich hätte 0 Euro beantragt, stadion steht doch eh leer, wenn wir nicht da spielen...



Beitragvon fck19 » 06.05.2021, 21:30


Wir dürfen nicht absteigen. Das darf einfach nicht passieren.
VON DER WIEGE BIS INS GRAB FÜR IMMER 1. FCK



Beitragvon EvilKnivel » 06.05.2021, 22:21


Naja ich hätte einen besseren Vorschlag. Statt einer fixen Pacht einfach eine kleine Miete (z.B: 50.000€) sowie 1€ pro Zuschauer pro Spieltag. So hätte die Stadt die Chance bei einem geplanten Schnitt von 18.000 Zuschauer weit mehr als die jetzt angebotenen 400.000 zu bekommen und wenn weiter keine Zuschauer zugelassen sind hilft es zumindest dem FCK.

Vorausgesetzt der FCK zahlt weiter die anfallenden Unterhaltskosten.



Beitragvon Elvandy » 06.05.2021, 23:11


EvilKnivel hat geschrieben:Naja ich hätte einen besseren Vorschlag. Statt einer fixen Pacht einfach eine kleine Miete (z.B: 50.000€) sowie 1€ pro Zuschauer pro Spieltag. So hätte die Stadt die Chance bei einem geplanten Schnitt von 18.000 Zuschauer weit mehr als die jetzt angebotenen 400.000 zu bekommen

19 Heimspiele, im Schnitt 18.000 Zuschauer.
Also 18.000 x 1€ = 18.000€ pro Heimspiel
19 x 18.000 = 342.000 €

342.000 + 50.000 = 392.000€

Ergo, weniger als 400.000€ und ich glaube um ehrlich zu sein nicht, dass der Schnitt bei 18.000 Zuschauern in der Regionalliga liegt. Uns Fans in allen Ehren, aber das sind mmn. deutlich zu viele.
12.000 ok. Aber mehr wird es im Schnitt mit sicherheit nicht. Wer will sich denn Bahlingen oder Kassel angucken...



Beitragvon EvilKnivel » 06.05.2021, 23:38


@Elvandy:
Äh huch irgendwo hatte ich wohl nen Rechenfehler :lol: Nehmen wir halt 1,10 pro Zuschauer. Dann ists es zwar nicht weit mehr... aber es wäre mehr ;)

Ich denke so ein Schnitt erreicht man nur falls man ein durchmarsch machen würde und in den letzten 2 Spielen entsprechend sehr viele zur Aufstiegsfeier kommen würden.... Aber wer weiss wieviel Zuschauer überhaupt zugelassen sein werden...



Beitragvon SEAN » 07.05.2021, 00:41


Elvandy hat geschrieben:
EvilKnivel hat geschrieben:Naja ich hätte einen besseren Vorschlag. Statt einer fixen Pacht einfach eine kleine Miete (z.B: 50.000€) sowie 1€ pro Zuschauer pro Spieltag. So hätte die Stadt die Chance bei einem geplanten Schnitt von 18.000 Zuschauer weit mehr als die jetzt angebotenen 400.000 zu bekommen

19 Heimspiele, im Schnitt 18.000 Zuschauer.
Also 18.000 x 1€ = 18.000€ pro Heimspiel
19 x 18.000 = 342.000 €

342.000 + 50.000 = 392.000€

Ergo, weniger als 400.000€ und ich glaube um ehrlich zu sein nicht, dass der Schnitt bei 18.000 Zuschauern in der Regionalliga liegt. Uns Fans in allen Ehren, aber das sind mmn. deutlich zu viele.
12.000 ok. Aber mehr wird es im Schnitt mit sicherheit nicht. Wer will sich denn Bahlingen oder Kassel angucken...

Ich halte 18000 nicht für unrealistisch. Das Problem ist erstmal Corona. Dürfen überhaupt Zuschauer dein? Wenn ja, kann dann die hoffentlich überstande covid Krise dann zu einem boom führen. Wir waren dann über 1,5 Jahre nicht mehr ohne Auflagen auf dem Berg, Leute die Fans Rennen den Vorverkaufsstellen die Türen ein!
Scheint die Sonne so warm, trag ich Papier unterm Arm,
scheint die Sonne so heiß, setz ich mich hin und.........



Beitragvon RedPumarius » 07.05.2021, 05:55


18000 in der Regionalliga?

Soll das ein Witz sein?
Eventuell 8000!



Beitragvon Ultradeiweil » 07.05.2021, 06:36


Naja es waren auch schon 40000 in der 3 Liga kenne da unseren Schnitt nicht aber der war glaube nicht so schlecht..

Es hängt halt auch viel von der Mannschaft ab spielen wir oben mit (selber gilt auch für Liga 3 ) und spielen das was wir Fans uns wünschen halte ich das nicht für sooo unrealistisch gerade weil nach corona (hoffentlich irgendwann) der Run auf alles los geht da die Menschen ausgehungert sind
Fankultur erhalten

Olé Rot Weiß so laaft die Geschicht



Beitragvon Markus67 » 07.05.2021, 07:03


@RedPumarius
Sehe ich ebenso, 18000 in der Regionalliga halte ich für unrealistisch. Selbst wenn wir in Liga 3 bleiben und nicht oben mitspielen, werden wir die zahl nicht mehr erreichen.

@SEAN
Ich glaube nicht, das es nach Corona einen Boom geben wird, es wird auch nicht mehr ganz ohne Auflagen bei Veranstaltungen gehen. (da müssten schon alle geimpft sein)

Ich denke eher, und das nicht nur bei uns, sondern generell, das die Zuschauerzahlen beim Fußball nie wieder die zahlen wie vor Corona erreichen.

Nach meiner Meinung wird keine Behörde mehr den Vereinen erlauben, z.B. Stehplätze ohne regeln wie Abstand und Datenerfassung freizugeben.

Persönlich rechne ich schon, mit einer generellen Datenerfassung bei Großveranstaltungen, die Kontrollmöglichkeit werden sich die Behörden nicht mehr nehmen lassen, und das werden nicht alle Fußballfans mitmachen.

Ich hoffe aber, das ich unrecht habe und wir uns alle in den Armen liegen, bei der nächsten Aufstiegsfeier. :schal:



Beitragvon 40westlich » 07.05.2021, 08:18


Eine Immobilie wie das FWS kostet auch dann Geld wenn es leer und ungenutzt dasteht. Dieser Fall; Ein WM-Stadion in dem ein dritt-, oder gar regionalliga Klub spielt, gibt es bestimmt nicht so oft... Die Saarbrigga zahlen angeblich 225 - 300.000 Miete für das neue Stadion dort. Die Barackler zahlen meines Wissens nur um die 50.000.
Elversberg find ich nix und der FCH zahlt meines Wissens gar nix. Auch nicht zu Bundesligazeiten. Wobei das jetzt Äpfel und Birnen sind.



Beitragvon reklov » 07.05.2021, 08:39


Ich sehe in einem großen Stadion (immer noch) mehr eine Chance, denn eine Bürde. Bei ansehlichem, attraktiven Fußball und einer Platzierung mit Aufstiegshoffnung füllt der FCK mit seinen immer noch vielen Fans in jeder Liga das Stadion. Im Gegensatz zur 1. Liga spielen in unterklassischen Ligen die Zuschauereinnahmen durchaus eine zentrale Rolle.

In der 3. Liga ist es bisher maximal dumm gelaufen. Das 1. Spiel gegen 1860 mit über 40.000 Zuschauern zeigte, was möglich gewesen wäre. Aber dann wurde ein Rumpelgebolze geboten, das die Zuschauer aus dem Stadion trieb und dann kam Corona.



Beitragvon Marki » 07.05.2021, 09:26


Ich bleibe dabei, dieser riesige Betonklotz trägt die Hauptschuld an unserem Untergang und ist in der Regionalliga erst recht nicht zu stemmen. Natürlich ist es absolut legitim, eine weitere Mietminderung zu fordern, aber auch das bringt uns nicht viel weiter, die sehr hohen Unterhaltungskosten bleiben ja, und ein paar tausend Zuschauer im 50000er WM-Stadion, nein danke. Aber leider ist das FWS wohl alternativlos, da es kein anderes geeignetes Stadion in und um KL gibt. Ins Saarland nach Homburg ins Exil zu gehen, das kommt huntertprozentig nicht in Frage, bleibt vielleicht noch Pirmasens. Schönes, kleines Regionalliga-geeignetes Stadion, aber realistisch? Aber wir gewinnen gegen Uerdingen und dann ist die ganze Diskussion eh obsolet.



Beitragvon beninho » 07.05.2021, 09:33


Thomas hat geschrieben: Noch unklar ist, was der nun eingereichte Antrag bezüglich Wartungs- und Instandhaltungskosten beinhaltet, die ebenfalls mehrere hunderttausend Euro pro Jahr betragen.


Ich hatte in Erinnerung, dass es sich beim Thema Instandhaltung sogar um einen jährlichen Betrag im siebenstelligen Bereich handelt (statt "nur" mehrere 100.000€). Lt. dem Bericht auf dbb vom 13.02.20:
"Unter anderem argumentiert er [SOV], dass der Verein neben der Pacht auch für den Unterhalt aufkommt - dies seien vergangene Saison insgesamt 2,5 Millionen Euro an Stadionkosten für den FCK gewesen."

2,5 Mio Stadionkosten minus Miete (zu dem Zeitpunkt noch bei 425k?) = "Unterhalt" ?

Das müsste dann für die Saison 18/19 gelten. Ob zu den "Unterhaltskosten" nur die Wartungs-/Instandshaltungskosten zählen oder auch die Spieltagskosten für Reinigung, Ordner etc. (und was SOV ggf noch alles eingerechnet hat) ist zwar daraus nicht abzuleiten, habe da aber wie gesagt einen siebenstelligen Betrag für Instandhaltung im Kopf - und damit deutlich mehr als die Miete selbst.

Zum Thema hier bei dbb (viewtopic.php?t=26152) ist nachzulesen, dass der FCK auch mal eine Deckelung der Instandhaltungskosten auf 500.000€ beantragt hat. In der Meldung zur letztendlichen Beschlussfassung ist von den Unterhalts-/Instandhaltungskosten aber keine Rede mehr. Oder habe ich etwas übersehen?



Beitragvon Markus67 » 07.05.2021, 09:42


40westlich hat geschrieben:Eine Immobilie wie das FWS kostet auch dann Geld wenn es leer und ungenutzt dasteht. Dieser Fall; Ein WM-Stadion in dem ein dritt-, oder gar regionalliga Klub spielt, gibt es bestimmt nicht so oft...


Naja
WM Stadion 2006 in der RB Arena spielte RB Leipzig 3 Jahre Regionalliga und 1 Jahr 3.Liga.

WM Stadion 74 Olympiastadion München spielt Türkgücü einige Spiele diese Saison.

WM Stadion 74 Parkstadion spielt Schalke II in der Regionalliga West.

Und das ist nur für die WM Stadien in Deutschland.

Ganz zu Schweigen von den WM Stadien 2014, wenn es dich interessiert,
schau mal nach, was aus den WM Stadien geworden ist:
Arena da Amazônia in Manaus
Arena Pantanal in Cuiabá
Arena Pernambuco in Recife
Arena Corinthians

Das beste Beispiel ist aber das Stadion Estádio Nacional de Brasília, das wird heute als Busparkplatz benutzt, weil die Stadt gar keine Profi-Mannschaft hat.

Der FCK hatte bisher bloß Glück, das die Stadt seit der Saison 12/13 Mietminderung ausgleicht, die eklatant unter einer Kostendeckung sind.



Beitragvon Marki » 07.05.2021, 09:44


@beninho

So hab ich es auch im Hinterkopf, der Unterhalt fürs FWS beträgt ca. 2 Millionen im Jahr, dazu kommt dann noch die Mietzahlung in Höhe von aktuell 625000 Euro im Jahr. Sorry, das ist ein riesiger Standortnachteil für uns, andere Vereine zahlen z.B. so gut wie keine Miete und überhaupt keinen Unterhalt.



Beitragvon Markus67 » 07.05.2021, 10:11


Marki hat geschrieben:@beninho

So hab ich es auch im Hinterkopf, der Unterhalt fürs FWS beträgt ca. 2 Millionen im Jahr, dazu kommt dann noch die Mietzahlung in Höhe von aktuell 625000 Euro im Jahr. Sorry, das ist ein riesiger Standortnachteil für uns, andere Vereine zahlen z.B. so gut wie keine Miete und überhaupt keinen Unterhalt.


Wenn ich mich richtig erinnere, hat SOV damals von 1,5 Milo. Unterhaltskosten gesprochen.

Und es mag ja sein, das andere Vereine so gut wie keine Miete und keine Unterhaltung zahlen.

Aber wenn ich mich richtig erinnere, braucht die Städtische Stadionbetreiber Gesellschaft 3,6 Milo. Miete nur um Kostendeckend zu sein.
Seit 3 Jahren zahlen wir z.B. nur 650000 Euro Miete, wer zahlt den die restlichen 2,95 Milo.?

Ich kann mir nicht vorstellen, das andere Verein so von ihrer Stadt Finanziell unterstützt werden, auch wenn sie so gut wie keine Miete zahlen müssen.



Beitragvon Miggeblädsch » 07.05.2021, 10:24


Das ist die logische Folge, wenn man auf dem Weg zu einer richtigen Sanierung unterwegs kalte Füße bekommt, zuviele Kompromisse eingeht und noch nicht einmal auf die Idee kommt, im Rahmen einer gemeinsamen Planinsolvenz des gesamten Vereins die Angemessenheit der Pachtverträge ins Visir zu nehmen.

Ziel einer Sanierung sollte eigentlich sein, dass das sanierte Unternehmen hinterher entschuldet ist und vor allem in der Lage, aus eigener Kraft wirtschaftlich zu überleben. Das ist bei uns nicht der Fall. Wenn nach der "Sanierung" der Verein (e.V.) hoch verschuldet zurück bleibt und das Hauptproblem, nämlich der Stadionpachtvertrag, noch nicht einmal ansatzweise berührt wurde, so darf man eigentlich das Wort "Sanierung" gar nicht in den Mund nehmen. Was hat das denn mit einer Sanierung zu tun, wenn der zahlungsunfähige e.V. wenige Wochen danach vor der Insolvenz steht, die nur mittels eines erpresserischen Darlehens gegen Vergabe eines Beiratssitzes verhindert werden kann, und man bereits kurz darauf wieder einmal einen Antrag auf Mietminderung stellen muss?

Der sogenannte Insolvenzberater und der Sachwalter hätten das eigentlich ebenso bewerten müssen, jedoch war es wohl angenehmer, den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen. Das bringt fette Kohle für wenig Arbeit und wenn der "sanierte" Saftladen ein Jahr später wieder zahlungsunfähig ist: Umso besser! Dann gibt es wieder einen neuen Auftrag.
Nach der Insolvenz ist vor der Insolvenz, ganz großes Kino. :jubel:

Und so ist das dann, wenn man das Damoklesschwert Pachtvertrag noch nicht einmal ansatzweise berührt, wenn sich die Chance dazu bietet. Dann muss man eben wieder beim Stadtrat und beim Steuerzahler betteln gehen...

... bevor jetzt jemand kommt und behauptet, dies sei doch alles nur wegen Corona und den fehlenden Zuschauern: Nein, ist es nicht! Die fehlenden Zuschauereinnahmen sind sicherlich ein Problem. Aber nicht das Hauptproblem. Das Hauptproblem, und das ist leider nachhaltig, ist die verkackte Chance auf eine richtige Sanierung!
Jetzt geht's los :teufel2:



Beitragvon Wolf869 » 07.05.2021, 10:53


Sorry für die Ausdrucksweise, so langsam geht mir das Stadion richtig auf den Sack.

Wie soll das weiter gehen, findet endlich ein Investor, tauft den Namen um (10 Jahre kann ich auch als FCK-ler damit Leben) und wenn es einfach Blend da med Arena oder was weiß ich heißt, dann gehört das Stadion wieder einem und es kann getrost danach Fritz Walter Stadion heißen.

Diese nervige Verhandlungen hören auf und wir hätten endlich mal wieder ein Fundament und Grundlage um was vernünftiges aufbauen zu können.
:teufel2: SIEG FÜR DEN KLASSENERHALT :daumen:
Lukas Podolski „Fußball ist einfach: Rein das Ding und ab nach Hause.“



Beitragvon Marki » 07.05.2021, 10:55


Miggeblädsch hat geschrieben:Nach der Insolvenz ist vor der Insolvenz, ganz großes Kino. :jubel:


Du meinst, es kommt wirklich so weit?



Beitragvon Ke07111978 » 07.05.2021, 11:45


Sehr guter Beitrag Miggeblädsch. Leider wurde eine sachliche Diskussion zu diesem Thema nie zugelassen. Sie jetzt weiterzuführen ist aber mühselig. Das Gefühl alles richtig gemacht zu haben und das mit Alternativlosigkeit zu begründen, ist leider sehr ausgeprägt. Zum Thema Pacht: Ich kann mir kaum vorstellen, dass wir eine Diskussion um die Pacht führen, wegen 225k - vor dem Hintergrund des Finanzierungsbedarf in der Regionalliga ist das eine Rundungsdifferenz. Also steht da im Kleingedruckten noch deutlich mehr. Aber auch in der 3. Liga ist der Mittelbedarf enorm.

Allerdings muss man auch sagen: Die Investoren kannten den Insolvenzplan. Sie wussten worauf sie sich einlassen - oder sie hätten es wissen können. Und damit musste ihnen bewusst sein, dass sie noch viel viel mehr investieren müssen, wenn sie eine Chance haben wollen, ihre Investition auch irgendwann mal wieder zurückzubekommen. Besonders wenn der Pachtvertrag weiterbesteht. Denn der mit Schulden überladene Mitgesellschafter namens e.V. hält die Lizenz - und ohne die, geht gar nichts.

Bzgl. des Stadions verweise ich mal auf den TSV 1860 München:
Kurz vor dem Saisonstart konnte eine Insolvenz der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA, nicht zuletzt aufgrund der Kündigung des Mietvertrages für die Allianz Arena und der damit verbundenen Rückkehr in das Städtische Stadion an der Grünwalder Straße, abgewendet werden. Mir ist klar, das wir kein Grünwalder haben - aber es zeigt das auch bei 1860, die Wurzel des Übels der Größenwahn rund um ein Stadion war.


In diesem Zusammenhang kann man auch deutlich sehen, dass sich sportlicher Erfolg bei 1860 eingestellt hat, als der Investor bzw. der Aufsichtsrat sich wieder auf seine Kernaufgaben konzertiert hat und die Geschäftsführung hat machen lassen. Mit sportlich kompetenten Leuten.

Die Anfangsverluste der Restrukturierung wurden dort im übrigen von der HMA getragen - über Mezzanine Kredite. 15,5 Mio. seit dem Abstieg 2016/2017. Insgesamt schuldet 1860 der HMA aktuell über EUR 32 Mio. Aber: der Verein hat in der Saison 2019/2020 ein ausgeglichenes Ergebnis in der 3. Liga erwirtschaftet. Davon sind wir Lichtjahre entfernt.

Deren Weg war lang, der war steinig, aber er wird dieses Jahr zum Aufstieg führen. Ich würde mich freuen, wenn unserer Verein mal dorthin schaut - wir müssen ja nicht alle Fehler machen, die 1860 gemacht hat, sondern könnten direkt mit dem anfangen, was sie richtig gemacht haben.



Beitragvon Lonly Devil » 07.05.2021, 13:49


Marki hat geschrieben:
Miggeblädsch hat geschrieben:Nach der Insolvenz ist vor der Insolvenz, ganz großes Kino. :jubel:


Du meinst, es kommt wirklich so weit?

Umschuldung beim e.V., via Darlehen der SPI (mit "kleiner" zus. Forderung), um die Kreditrate von Quattrex abzudecken.
Der Weg zur nächsten Verschuldung wurde somit betreten.

Aber das betrifft zum Glück ja nur den e.V. (Muttergessellschaft) und geht die GmbH (Tochtergesellschaft) nichts an. :nachdenklich:

Ke07111978 hat geschrieben:... ...
Allerdings muss man auch sagen: Die Investoren kannten den Insolvenzplan. Sie wussten worauf sie sich einlassen - oder sie hätten es wissen können. ... ...


Man könnte auch auf den Gedanken kommen, dass dies so gewollt war.
https://www.youtube.com/watch?v=48grx-7 ... H-y_g9MkxO
Zitat: "Willst Du Unkraut dauerhaft vermeiden, musst Du die Wurzel ausreißen."
Gott mag gewisse Machenschaften eventuell vergeben, ICH NICHT!



Beitragvon benoir » 07.05.2021, 14:50


Das Thema Stadion wäre selbst in der 1.Liga noch in der Diskussion. Und selbst in der 2.Liga wäre die Belastung durch das FWS zu hoch. Aber die Chance war da dieses Problem zu lösen. Man hat entschieden dies nicht zu tun. Leider hat einer der Investoren vor kurzem erst öffentlich gemacht, sich damit nicht zu beschäftigen und keine Lösung zu haben. Das finde ich sehr dilettantisch. Irgendwann reißt bei der Stadt und den Bürgern der Geduldsfaden. Immer nach dem Prinzip Hoffnung darauf vertrauen, die Stadt muss ja wieder zustimmen ist keine professionelle Lösung.

Der FCK hat sich für den Weg mit diesen Investoren entschieden. Das FWS gehört zum FCK. Also muss man das gemeinsam lösen.



Beitragvon SEAN » 07.05.2021, 18:36


Das Stadion ist an sich nicht das Problem. Das Problem ist diese unsägliche Finanzierung nach der Übernahme der Stadiongesellschaft.
Ich kann immer noch nicht fassen, das man eine Finanzierung ohne Tilgung gemacht hat, und dann auch noch ca. 20 Mios mehr aufnimmt, als man überhaupt brauchte. Alleine die Zinsen für das Bankguthaben in die Tilgung gesteckt, und wir würden heute über völlig andre Zahlen und eine völlig andere Situation diskutieren.
Scheint die Sonne so warm, trag ich Papier unterm Arm,
scheint die Sonne so heiß, setz ich mich hin und.........




Zurück zu Fritz-Walter-Stadion

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 5 Gäste