Sieben Tore vor toller Kulisse – Wolf: „Werbung für den Fußball“
Was für ein Derby! Sieben Tore, eine fantastische Kulisse von 40.028 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion, ideale Witterungsbedingungen und ein spannender Spielverlauf: Das Rheinland-Pfalz-Derby in der 2. Bundesliga zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und der TuS Koblenz ließ Fußball-Herzen höher schlagen. Nach dem 4:3 (0:2)-Erfolg brachte FCK-Trainer Wolfgang Wolf die 90 Minuten auf den Punkt: „Das war Werbung für den Fußball!“
Dabei hatte es zur Halbzeit überhaupt nicht so ausgesehen, als ob dem FCK-Coach nach dem Spiel noch zum Schwärmen zu Mute sein sollte. Zwar hatte Wolf in der Anfangsphase „die besten 35 Minuten“ seiner zu Saison-Beginn neu formierten Mannschaft gesehen, doch waren die Gäste aus Koblenz durch Treffer von Goran Sukalo (38.) und des ehemaligen Lauterers Rüdiger Ziehl (45.), jeweils nach Standard-Situationen, in Führung gegangen. „Du gehst nach der ersten Halbzeit mit 0:2 in die Pause und weißt nicht warum.“, fasste Wolf den auf den Kopf gestellten Spielverlauf zusammen.
Die Pausen-Ansprache sei nicht lange ausgefallen, berichtete der FCK-Trainer in der Pressekonferenz nach dem Spiel: „Ich habe der Mannschaft in der Halbzeit die Charakter-Frage gestellt. Ich denke das Team hat sie mit einer fantastischen Leistung in der zweiten Hälfte beantwortet.“
Mit dem nötigen Quäntchen Glück war der FCK zu Beginn der zweiten Spielhälfte durch ein Eigentor des Koblenzer Angreifers Kenan Sahin (48.) wieder zurück ins Spiel gekommen. Dann folgte der Auftritt von Steffen Bohl. Erst in der 52. Minute für den, mit einer Platzwunde über dem Auge ausgewechselten Aki Riihilahti ins Spiel gekommen, erzielte der 23-jährige Mittelfeldspieler erst den Ausgleich (52.), dann die Führung (61.) für die „Roten Teufel“. Bohl freute sich:„Es waren meine ersten Profi-Tore. So ein Spiel vergisst man nicht.“ Seit 2005 trägt er das FCK-Trikot, seit dieser Saison gehört er zum Lizenzspieler-Kader, nachdem er im vergeblichen Kampf um den Klassenerhalt in der vergangenen Rückrunde schon zu zwei Bundesliga-Einsätzen gekommen war.
Das Fußball-Abc hatte der gebürtige Bad Dürkheimer auf den Stationen TuS Wachenheim, VfL Neustadt und SV Weingarten gelernt. Für das Amateur-Team des FCK war er noch als Stürmer verpflichtet worden, doch seither ausschließlich in Mittelfeld-Rollen zum Zuge gekommen.
Wolf, der mit Bohls Einwechslung ein glückliches Händchen bewiesen hatte, weiß, dass er sich auf seine Nummer 22 verlassen kann: „Ich habe mich nicht gescheut, Steffen in einer ganz schwierigen Situation zu bringen. Es freut mich für ihn, da er sich die Tore durch starke Trainingsleistungen verdient hat.“
Noureddine Daham, dem nach einigen vergebenen Chancen das vorentscheidende 4:2 gelang, zeigte sich nach dem Spiel zufrieden über die eigene Leistungssteigerung: „In der ersten Halbzeit hat es bei mir nicht so gut geklappt. Dann lief es besser und ich habe noch ein Tor gemacht.“
Nach einem von Anel Dzaka verlängerten Freistoß durch Joshua Grenier (84.) musste der FCK noch einmal zittern. „Da habe ich nur darauf gewartet, dass wir noch ein abgefälschtes Tor kassieren.“, sagte Wolf, für den aber unter dem Strich ein „hochverdienter“ Heimsieg für den FCK stand. „Heute konnte man die Betzenberg-Luft wieder schnuppern. Nach so einem Spiel kommen die Zuschauer natürlich gerne wieder“, freute sich der FCK-Coach nach dem Spiel auf die kommenden Begegnungen im Fritz-Walter-Stadion.
Nach der makellosen Heimbilanz von drei Siegen in drei Spielen, möchte der FCK am kommenden Freitag, den 29. September (18.00 Uhr, live bei arena), im Spiel bei der SpVgg Unterhaching die ersten Auswärtspunkte einfahren. Wolfgang Wolf weiß, wie dies gelingen soll: „Wir müssen weiter so nach vorne spielen und die Nachlässigkeiten in der Defensive abstellen.“ Wolfs Koblenzer Kollege Milan Sasic gab sich jedenfalls überzeugt: „Wenn Kaiserslautern so weitermacht, dann wird die Mannschaft ihr Ziel Wiederaufstieg erreichen.“
Quelle:
fck.de