
Befreiungsschlag geglückt: FCK siegt 4:1 gegen Schalke
Endlich! Nach sieben Niederlagen in Folge gewinnt der 1. FC Kaiserslautern wieder in der Liga. Gegen Schalke 04 sorgten Ragnar Ache, Filip Stojilkovic und Aaron Opoku für das 4:1 (1:0) und den ersten Sieg seit Anfang Oktober.
Freitagabend im Fritz-Walter-Stadion, der 1. FC Kaiserslautern empfing den FC Schalke 04. Viel Tradition, aber wenig Punkte und Abstiegskampf. Nach sieben Ligapleiten in Folge sollte also ein Sieg her, für den Dimitrios Grammozis drei Wechsel vornahm. Neben Debütant Frank Ronstadt und Julian Niehues freuten sich die Fans vor allem über das Startelf-Comeback von Ragnar Ache, der erstmals seit Oktober (3:4 in Düsseldorf) beginnen durfte. Zudem tauschten Almamy Touré und Jan Elvedi ihre Positionen in der defensiven Dreierkette.
Die Roten Teufel kamen gut in die Partie und setzten die Gäste sofort mutig unter Druck. Erstmals wirklich gefährlich wurde es nach zehn Minuten: Schalkes Torhüter Ralf Fährmann konnte einen scharfen Freistoß von Marlon Ritter nur abklatschen und Ache stand da, wo ein Torjäger stehen muss: 1:0 für den FCK (10.). Postwendend sorgte Simon Terodde fast für den Ausgleich, anschließend ließen die Lautrer bis auf einen Abseitstreffer von Terodde nichts zu. Angetrieben vom offensiv auffälligen Tymo Puchacz setzten sie ab und zu Nadelstiche, überließen aber den Ball vorwiegend den Gästen. Doch erst in der Nachspielzeit musste Julian Krahl den ersten gefährlichen Abschluss auf sein Tor parieren, mit 1:0 ging es kurz darauf in die Kabine.
Die zweite Halbzeit begann mit einer kalten Dusche: Der gerade eingewechselte Darko Churlinov setzte sich im Laufduell gegen Touré durch und traf überlegt zum Ausgleich (51.). Doch Schalke konnte sich nur wenige Minuten über den Treffer freuen, denn Ache schnürte nach einer hervorragenden Flanke von Richmond Tachie per Kopfball den Doppelpack zum 2:1 (59.). Und die Lautrer setzten nach: Innerhalb von nur drei Minuten bauten die frisch eingewechselten Filip Stojilkovic und Aaron Opoku die Führung auf 4:1 aus (67. und 70.). Die Gäste hatten dem nichts mehr entgegenzusetzen und mussten am Ende froh sein, dass es beim 4:1 blieb. Durch den couragierten Auftritt und die drei Punkte überholt der FCK Schalke und springt auf Rang 14.
Nächsten Mittwoch tritt der FCK im Viertelfinale des DFB-Pokals bei Hertha BSC an. Anpfiff im Olympiastadion ist um 20:45 Uhr.
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Quelle: Der Betze brennt
Weitere Links zum Thema:
- Statistik zum Spiel: 1. FC Kaiserslautern - FC Schalke 04 4:1
Ergänzung, 22:30 Uhr:

Stimmen zum Spiel
"Wir haben den Sieg erzwungen": Rote Teufel atmen auf
Große Erleichterung beim 1. FC Kaiserslautern: Mit einem 4:1-Erfolg gegen Schalke 04 stoppen die Roten Teufel ihre Niederlagenserie. Als Schlüssel zum Sieg nennt Trainer Grammozis die typischen Betze-Tugenden.
"Das war ein verdienter Sieg. Wir sind gut reingekommen und waren oft im letzten Drittel des Gegners. Mit dem 1:0 haben wir Vertrauen bekommen, sind mit längerer Spielzeit in Hälfte eins aber zunehmend in Passivität verfallen. Ich muss der Mannschaft aber ein großes Kompliment machen, dass sie in allen Phasen drangeblieben ist. Die Wechsel haben uns viel Qualität gegeben. Ich freue mich für die Spieler nach den schweren Wochen. Gratulation aber auch an unsere Fans, die uns toll unterstützt haben und ein tolles Gefühl gezeigt haben für die Situation", sagte Trainer Dimitrios Grammozis nach der Partie.
Grammozis: "Einstellung und Wille waren ausschlaggebend"
"Die Mannschaft hatte eine sehr gute Körpersprache. Wir haben die Zweikämpfe gewonnen und so den Sieg auch erzwungen. Die Jungs haben einen großen Willen an den Tag gelegt, um jeden Zentimeter gefightet. Das war das Erfolgsrezpt. Wir wussten, wenn wir Schalke den Schneid abkaufen, werden wir Chancen bekommen. Das 2:1 hat Kräfte freigesetzt und der Doppelschlag hat den Deckel draufgesetzt. Die Einstellung und der Wille waren ausschlaggebend", so Grammozis weiter.
Ein Spieler, der trotz des starken Kollektivs einmal mehr herausstach, war Ragnar Ache. Erstmals seit dem Flaschenwurf von Düsseldorf im Oktober spielte der Torjäger wieder von Beginn an und sorgte mit zwei Treffern jeweils für die Führung zum 1:0 und 2:1. Vor allem sein Kopfballtreffer als Antwort auf den Schalker Ausgleich war unwiderstehlich. "Richie hat den Ball richtig gut reingebracht. Ich musste nur hochkommen und köpfen und das habe ich gemacht", sagte der Stürmer trotz seiner erneuten Topleistung bescheiden.
Ronstadt: "Wir waren überzeugt, dass wir das Spiel ziehen"
Neuzugang Filip Stojilkovic trug sich in seinem ersten Spiel für den FCK ebenfalls in die Torschützenliste ein und erhöhte als Joker auf 3:1. "Meine Antwort war gut. Aber ich bin noch glücklicher, dass wir die drei Punkte geholt haben. Der Rest ist zweitrangig. Aber ich bin natürlich sehr froh, dass ich das Tor gemacht habe", sagte der Stürmer. Startelf-Debütant Frank Ronstadt erklärte: "Trotz des Ausgleichs haben wir nicht nachgelassen, weiter Gas gegeben und an uns geglaubt. Der Sieg tut schon sehr gut. Wir waren überzeugt, dass wir das Spiel ziehen werden. Ich habe heute die Chance bekommen und versucht, mich voll reinhauen. Wir sind eine starke Mannschaft und das müssen wir auf den Platz bringen. Die Fans haben uns angetrieben und uns die zweite Luft gegeben."
Niehues: "Wir müssen das gute Gefühl mitnehmen"
"Die Erleichterung ist groß für heute und vielleicht auch noch für morgen. Aber wir können uns nicht darauf ausruhen. Mittwoch kommt das Pokalspiel und danach müssen wir die nächsten Punkte holen. Wir stehen immer noch unten drin. Wir haben drei ganz wichtige Punkte geholt. Aber das ist schnell wieder abgehakt. Wir müssen nur das gute Gefühl mitnehmen. Das Gefühl, dass wir wieder gewinnen können", erklärte Julian Niehues und blickte wie seine Teamkollegen auch schon auf das Viertelfinale im DFB-Pokal am Mittwoch in Berlin. "Das wird ein Pokalfight und da müssen wir genau dieselbe Leistung wieder bringen." Trainer Grammozis sieht seine Elf bei der Hertha "nicht chancenlos", am besten werden den Lautrer Fans aber die Worte von Goalgetter Ache gefallen: "Es ist immer schön, Tore zu schießen. Am Mittwoch geht es schon wieder weiter."
» Zum Video: Pressekonferenz nach dem Heimspiel gegen Schalke 04
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 27.01.2024:

Blick in die Kurve
"Gemeinsam unzerstörbar": Betze feiert Flutlicht-Fest
Traditionsduell unter Flutlicht und vor vollem Haus: Beim 4:1 des 1. FC Kaiserslautern gegen Schalke 04 haben auch die Fans endlich wieder Grund zum Jubeln.
Dass sich die Roten Teufel und die Schalker Knappen zwölf Jahre nach dem letzten Gastspiel der Königsblauen auf einem ausverkauften Betzenberg gegenüberstehen würden, war vor der Saison keine allzu gewagte Prognose. Überraschender war da schon die Entscheidung der Spieltagsplaner bei der DFL, die Begegnung der beiden Publikumsmagnete nicht zum Primetime-Termin am Samstagabend anzusetzen. Trotz der früheren Anstoßzeit am Freitag und dem bundesweiten Bahnstreik laufen die beiden Mannschaften pünktlich kurz vor 18:30 Uhr in ein mit 49.327 Zuschauern pickepackevolles Fritz-Walter-Stadion ein.
Gleichzeitig ist aber auch die für beide Klubs durchaus prekäre Tabellensituation offensichtlich, prangt vor der Westkurve doch ein riesiges Banner mit der Aufschrift: "Gemeinsam zum Klassenerhalt - Gemeinsam unzerstörbar." Dazu brennen beim Einlaufen der Mannschaften tausende Wunderkerzen. Ein verhältnismäßig einfaches und doch sehr stimmungsvolles Intro, das die Betze-Fans bei Abendspielen in der Vergangenheit schon öfter gezeigt haben.

Apropos Abendspiel: Wenn im Fritz-Walter-Stadion in dieser Saison das Flutlicht leuchtet, läuft es für die Roten Teufel ziemlich gut. In der Liga etwa gegen Nürnberg und Hannover oder abgesehen vom Ergebnis auch gegen den HSV. Zudem in den Pokalspielen gegen Köln und wieder gegen den "Club". Gegen Schalke dürfen die zuletzt so leidgeprüften Betze-Fans nun endlich mal wieder richtig feiern.
Wie an den vergangenen Spieltagen ist der Protest gegen die Investoren-Entscheidung der DFL auch gegen Schalke präsent - wenn auch in leicht abgewandelter Form. Die Ultras Gelsenkirchen gehören dem Bündnis "Fanszenen Deutschlands" nicht an und hatten schon vergangene Woche gegen Hamburg nicht mitgemacht. Und auch die Lautrer Anhänger schweigen diesmal nicht - wie noch jüngst in St. Pauli - in den ersten zwölf Minuten. Gezeigt wird aber ein Spruchband zum Thema ("Es bleibt dabei: Nein zu Investoren in der DFL"). Außerdem fliegen nach zwölf Minuten einige Flummis auf das Spielfeld, gefolgt von einem "Scheiß-DFL"-Wechselgesang der beiden Fankurven. Die Partie wird kurz unterbrochen, um den Strafraum wieder freizuräumen, dann geht es weiter.

Später im Spiel präsentieren die Lautrer Ultras zwei weitere Spruchbänder. Eines für den vor wenigen Tagen vom Profifußball zurückgetrenen Erik Durm ("Danke und Chapeau, Erik Durm") und eines für Hendrick Zuck, der sich unter der Woche schwer am Knie verletzte und monatelang ausfällt ("Gute Besserung, Zucki!"). Auch die Stimmung ist angesichts der Torfolge in Hälfte zwei natürlich ausgelassen und geht auch schon auf den Pokalkracher am kommenden Mittwoch in Berlin ein. Ein nächster großer Höhepunkt für alle Betze-Fans, auf den Vorsänger Justin die Mannschaft nach dem Schlusspfiff noch einmal eindrücklich einschwört.


Die Schalker Anhänger haben zu diesem Zeitpunkt ihre Zaunfahnen längst zusammengepackt und verlassen schwer gefrustet den Block. Stattliche 8.000 Fans sind in Kaiserslautern mit dabei und besetzen neben dem Gästeblock vor allem Teile der Ost- und Nordtribüne. Zum Einlaufen der Mannschaften zeigen die Gäste mit blauen und weißen Überziehern sowie der wohl größten jemals im Lautrer Gästeblock präsentierten Blockfahne in Form eines Wimpels eine sehenswerte Choreo. Nach den Toren zum 3:1 und 4:1 stellen die Schalker den Support dann allerdings komplett ein und schicken ihre Mannschaft nach einem kurzen Gang vor den Block mit einem gellenden Pfeifkonzert in die Kabine.

Zur kompletten Fotogalerie vom FCK-Heimspiel gegen Schalke:
- Fotogalerie | 19. Spieltag: 1. FC Kaiserslautern - FC Schalke 04
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 27.01.2024:

Die Eins für Ache: Die Noten zum Heimsieg gegen Schalke
So schnell kann's gehen: Letzte Woche noch die Deppen der Betze-Nation, heute die Helden vom Berg. Für das 4:1 gegen Schalke werden die FCK-Akteure mit super Noten belohnt, vier Spieler bekommen eine Eins vor dem Komma.
Besonders heraus sticht Ragnar Ache, der bei seinem ersten Startelf-Einsatz seit Oktober das 1:0 und das 2:1 erzielte und dafür von den FCK-Anhängern eine 1,2 bekommt - Aches Bestnote in der bisherigen Saison. Die Journalisten von der "Rheinpfalz" geben der Lautrer Lebensversicherung eine Zwei. Bei bislang rund 3.500 abgegebenen Einzelnoten auf Der Betze brennt kommen Vorbereiter Boris Tomiak sowie die eingewechselten Torschützen Filip Stojilkovic und Aaron Opoku auf je eine 1,9. Die Presse vergibt hier jeweils eine 2,5 und sieht stattdessen Filip Kaloc als zweitbesten FCK'ler neben Ache (Rheinpfalz: 2 / DBB: 2,1). Aber das sind nur Nuancen eines gelungenen Fußball-Abends, an dem die Roten Teufel nach zuvor sieben Niederlagen am Stück endlich mal wieder ausgelassen feiern dürfen. In einer geschlossenen Mannschaftsleistung landen alle eingesetzten Roten Teufel mehr oder weniger im Notenrahmen "gut".
» Zur kompletten Notenübersicht: 1. FC Kaiserslautern - Schalke 04

Die DBB-Noten zum Heimspiel gegen Schalke können noch bis heute, 20:15 Uhr abgegeben werden: Zur Notenabgabe FCK-S04. Die Bewertungen des "Kicker" folgen am Montag.
Quelle: Der Betze brennt / Rheinpfalz
