
FCK rennt vergeblich an: 0:1-Niederlage gegen Rostock
Keine Punkte gegen die Kogge: Der 1. FC Kaiserslautern unterliegt Hansa Rostock trotz klarer Überlegenheit mit 0:1 (0:1) und geht erstmals seit Oktober 2022 in einem Heimspiel wieder als Verlierer vom Platz.
In Sachen Aufstellung vertraute Trainer Dirk Schuster gegen den FC Hansa weitgehend auf das gleiche Personal, das am vergangenen Sonntag einen Punkt in Regensburg geholt hatte. Wie erwartet verdrängte lediglich der nach seiner Gelbsperre wieder spielberechtigte Terrence Boyd in der Sturmspitze Tyger Lobinger zurück auf die Bank. Defensiv musste Kevin Kraus mit einer Blessur am Sprunggelenk passen und wurde von Robin Bormuth positionsgetreu ersetzt.
Die erste Aktion der Partie vor 42.795 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion gehörte nach wenigen Sekunden dem FCK. Nach einer feinen Kombination über rechts brachte Jean Zimmer den Ball flach nach innen. Ein nicht ganz sauberer erster Kontakt von Daniel Hanslik verhinderte aber, dass der Lautrer dort in eine vielversprechende Abschlussposition kam (1.). Halbwegs geprüft wurde Gäste-Schlussmann Markus Kolke in der 15. Minute nach einem Kopfball von Boyd. Wieder eine Viertelstunde später verzog Marlon Ritter einen Schuss von der Strafraumgrenze um einen guten Meter (31.). Der FCK hatte klare Feldvorteile, wirklich gefährlich waren die bisherigen Möglichkeiten aber allesamt nicht. Rostock meldete sich in der 36. Minute im Anschluss an eine Ecke erstmals vor dem Kasten der Lautrer an. Der Schuss von Nils Fröling landete am Außennetz. Auf der Gegenseite verbuchten die Roten Teufel unmittelbar danach ihre beste Chance des ersten Durchgangs. Nach einem schnell ausgeführten Einwurf und einer Hereingabe von Ritter verzog der heranstürmende Hendrick Zuck über das Tor (37.). Kurz vor der Halbzeitpause kamen auch die Gäste noch zu einer Möglichkeit. Einen weiteren Distanzschuss von Fröling musste Andreas Luthe nach vorne prallen lassen. Kai Pröger traf von der anderen Strafraumseite mit links stramm zum 0:1 ins lange Eck (42.).
Mit Beginn des zweiten Durchgangs wechselte Trainer Schuster doppelt und brachte Philipp Klement und Philipp Hercher für Daniel Hanslik und Ben Zolinski. Die Neuen sorgten auch direkt für Gefahr, als eine Kombination vor dem Hansa-Strafraum mit einem strammen Schuss von Klement endete, der Kolke zu seiner ersten echten Bewährungsprobe des Nachmittags zwang (53.). An den Spielanteilen änderte sich derweil nichts. Die Roten Teufel waren weiter klar feldüberlegen. Die Gäste standen mit der Führung im Rücken fast noch tiefer als in den ersten 45. Minuten. Trotzdem lief bereits die 71. Minute, als die Lautrer zu ihrem nächsten gefährlichen Abschluss kamen. Wieder war es Klement, der aus halblinker Position revchts am Kasten vorbei schoss. In der Schlussphase schnürten die Lautrer den Gegner regelrecht in dessen Hälfte ein und drängten auf den Ausgleich. Bei einem Kopfball von Boyd verhinderte aber zunächst Kolke per Glanzparade das überfällige 1:1 (80.). Ein Treffer von Nicolai Rapp zählte wegen einer Abseitsposition nicht (81.).
Trotz der Niederlage stehen die Roten Teufel in der Tabelle weiter auf dem 7. Platz. Am kommenden Wochenende ist die Mannschaft am Sonntag ab 13:30 Uhr beim 1. FC Nürnberg zu Gast.
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Quelle: Der Betze brennt
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- Statistik zum Spiel: 1. FC Kaiserslautern - Hansa Rostock 0:1
Ergänzung, 16:36 Uhr:
"Wie verhext": Lautern trauert verpassten Chancen nach
Der 1. FC Kaiserslautern hadert nach dem 0:1 gegen Hansa Rostock mit den zahlreich vergebenen Torchancen. Trotz der Niederlage nehmen Trainer und Spieler aber auch Positives aus der Partie.
"Für uns ist das heute brutal ärgerlich und bitter. Wir haben ein ordentliches Spiel gemacht, haben teilweise auch gut Fußball gespielt. Was sich aber ein bisschen wie ein roter Faden durch die Partie gezogen hat, war, dass wir vor der Kiste den Killerinstinkt haben vermissen lassen. Wir haben alles versucht, das Spiel noch umzubiegen, doch es sollte nicht sein. Das ist eben auch Zweite Liga. Da bist du heute besser im Ballbesitz, den herausgespielten Chancen und in der Pass-Statistik, aber du verlierst am Ende das Spiel. Das Haar in der Suppe war heute die Abschlussstärke. Wir haben trotzdem auch Fortschritte im Spielerischen gesehen und werden versuchen, das im nächsten Spiel in Nürnberg besser zu machen", fand FCK-Trainer Dirk Schuster nicht nur kritische Worte nach der knappen Niederlage, die die gute Heimserie vorerst beendet.
Luthe: "Unter dem Strich ist das sehr ärgerlich"
Wirklich viele Chancen hatte die Kogge am Betzenberg nicht. Dementsprechend ärgerlich war es natürlich speziell für Keeper Andreas Luthe, dass er eine der wenigen Chancen kurz vor der Halbzeit nicht vereiteln konnte. "Das Gegentor war ein richtiger scheiß Ball, da war ich froh, dass ich ihn irgendwie noch aus dem Sechzehner bekommen habe. Der zweite Schuss war dann auch noch abgefälscht. Das war auch fast alles, was Rostock an Chancen hatte", beschrieb der 35-Jährige die Situation. Zum Spiel selbst hatte Luthe auch positive Worte übrig: "Mit Ball war das heute eine unserer besten Leistungen in der Saison. Wir waren sehr ballsicher, haben wenig Fehler gemacht und haben Hansa eigentlich über 90 Minuten eingeschnürt. Normalerweise müssen wir mindestens ein Tor machen, um zumindest einen Punkt mitzunehmen, so ist es natürlich zu wenig und unterm Strich sehr ärgerlich. Wenn man aber etwas Positives aus dem Spiel mitnehmen möchte, dann, dass es spielerisch ein Schritt nach vorne war. Denn man muss zugeben, dass es nicht unsere Stärke ist, das Spiel zu machen. Das haben wir gut gemacht und können wir für die kommenden Spiele und auch vielleicht die neue Saison mitnehmen."
Niehues: "Hatten das Glück nicht auf unserer Seite"
Lobende Worte für das Lautrer Spiel fand auch Julian Niehues, der heute in einem 4-1-4-1-System als einziger echter Sechser auflief. Während er ausdrücklich die offensive Herangehensweise lobte, trauerte er den verlorenen Punkten nach: "Wir haben eigentlich ein gutes Spiel gemacht und den Gegner phasenweise richtig an die Wand gespielt. Von mir aus können wir gerne öfter so spielen. Aber das nützt uns alles nichts, wenn wir am Ende keine Punkte haben. Dann schlafen wir einmal hinten und es steht 0:1. Wir hatten einfach das Glück nicht auf unserer Seite."
Boyd: "Ich kann es nicht wahrhaben, dass wir verloren haben"
Sichtbar nach Worten rang nach der Partie Stürmer Terrence Boyd, der nach seiner Gelb-Sperre in die Mannschaft zurückgekehrt war. "Wir müssen uns den Vorwurf machen, kein Tor gemacht zu haben. Wenn man das ganze Spiel nimmt, waren wir die bessere Mannschaft. Wir haben kein schlechtes Spiel gemacht, haben aber das Ding nicht über die Linie gekriegt. Das war wie verhext. Im Fußball geht es darum, ein Tor mehr zu machen als die andere Mannschaft. Ich glaube, die hatten zwei Torschüsse. Positiv ist, dass wir uns viele Chancen erspielt haben. Man kann die Chancen vielleicht noch sauberer herausspielen, dass die Möglichkeiten hundertprozentiger werden. Ich nehme mich da selbst in die Pflicht mit meinen Jungs vorne, dass wir vorne halt die Kiste machen müssen. Ich bin gerade irgendwie am Lächeln, weil ich es nicht wahrhaben kann, dass wir hier verloren haben", erklärte der 32-Jährige nach Spielende.
Zimmer: "Wenn wir gewinnen, brauche ich keinen Ballbesitz"
Nach Lächeln war Kapitän Jean Zimmer nicht zu Mute. Und auch über das Lob, spielerisch dominanter agiert zu haben, konnte sich der 29-Jährige nicht freuen: "Wenn wir das Spiel gewinnen, brauche ich den Ball nicht. Ich wäre heute lieber Rostock mit wenig Ballbesitz, aber mit dem gewonnenen Spiel. Wenn man die Chancen sieht und die Situationen im gegnerischen Strafraum, war das gefühlt so viel wie in der kompletten Rückrunde zusammen. Das Quäntchen Glück hat gefehlt. Rostock hat alles reingeworfen, aber die hatten auch nur zwei Chancen im ganzen Spiel. Man hat gesehen, dass wir das Spiel unbedingt gewinnen wollten, aber das hat leider nicht geklappt. Wir waren oft im Strafraum gegen eine Mannschaft, die sehr tief stand. Das können wir mitnehmen. Rostock hat auch vor der Führung nicht viel fürs Spiel gemacht. Wir hatten genug Abschlüsse, um ein Tor zu schießen."
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Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 21:27 Uhr:

Blick in die Kurve
Fans kritisieren: "Die FCK-Familie zäunt man nicht ein"
Der 1. FC Kaiserslautern begrüßt gegen Hansa Rostock die viertgrößte Kulisse der Saison. Aus sportlichen Gründen wird das Spiel wohl kaum in Erinnerung bleiben - eher schon wegen des neuen Sicherheitskonzepts.
Es wird schon fast zur Gewohnheit, darf an dieser Stelle aber ein weiteres Mal betont werden. 42.795 Zuschauern sorgen im Heimspiel gegen Rostock für die viertgrößte Zuschauerzahl im Fritz-Walter-Stadion in dieser Saison. Auch nach den beiden Flutlicht-Spielen am Samstagabend gegen die Aufstiegsanwärter Heidenheim und HSV ist die Euphorie auf dem Betzenberg ungebrochen.


Bei aller Begeisterung gehen mit dem großen Zuschauerandrang aber auch einige Probleme im Form von teilweise heftig überfüllten Blöcken im unteren Bereich der Westkurve einher. Vor allem beim Hamburg-Spiel war es wohl zu einigen heiklen Situationen gekommen, so dass sich der FCK zu einer sehr kontrovers diskutierten Maßnahme entschließt und im Spiel gegen Rostock eine sogenannte Sektorentrennung einführt. Das heißt: Die vier Tribünen werden voneinander abgeriegelt, man kann nicht mehr von einem Bereich in den anderen wechseln.
Die vor der Partie bereits vom Fanbeirat und dem Fanbündnis 1. FC Kaiserslautern geäußerte Kritik greifen zu Beginn der zweiten Halbzeit auch die Ultragruppen in Form zahlreicher Spruchbänder auf. "FCK 2023: Lieber Trennzäune bauen als gemeinsame Lösungen erarbeiten" oder "Die FCK-Familie zäunt man nicht ein", ist darauf zu lesen. Zur Erinnerung: Bereits seit dem Heimspiel gegen Fürth sind aus den gleichen Gründen die 1er-Blöcke der Westkurve vom oberen Bereich der Tribüne ebenfalls mit einem Zaun abgetrennt.

FCK-Geschäftsführer Thomas Hengen berichtet in einer ersten Reaktion nach dem Spiel von einer positiven Rückmeldung vom Sicherheitsmanagement, kündigt aber auch einen Dialog mit den Fans an. Ein sicheres Stadionerlebnis steht natürlich über allem. Trotzdem bleibt zu hoffen, dass noch eine bessere Lösung gefunden werden kann. Ein nicht frei zugänglicher Stadionumlauf versperrt für viele Fans ja auch den Zugang zu den Infoständen hinter der Westkurve oder zum FCK-Museum an der Ecke Nord- und Osttribüne. Auch die Halle Nord ist rund 90 Minuten vor dem Spiel ungewohnt leer. Beim Blick auf die West scheinen die Fluchtwege zum Teil tatsächlich besser zugänglich zu sein, an anderen Stellen aber auch nicht. Auch sind die bekannten Lücken an den Seiten im oberen Bereich weiter zu erkennen.

Neben der Protestaktion gegen die Sektorentrennung sind in der Westkurve Spruchbänder gegen die Investorengruppe PMG ("Fuck PMG!") und gegen die sogenannten Chatkontrollen zu lesen ("Chatkontrolle stoppen!"). Vor dem Anpfiff wird um Becherpfenden für weitere Choreographien geworben ("Becher in die Tonne für eine bunte Westkurve"). Die Stimmung ist ordentlich, vor allem als die Mannschaft in der zweiten Hälfte immer stärker auf den Ausgleich drückt, den Ball zum hochverdienten 1:1 aber einfach nicht über die Linie bekommt.
Zumindest ein Punkt oder noch besser ein Sieg hätte auch den Ärger einiger FCK-Fans über die wie üblich schon im Vorfeld angekündigte Kreiselsperrung erträglicher gemacht. Berichten zufolge ist die Bahnunterführung in Richtung Löwenburg-Kreisel noch eine gute halbe Stunde vor dem Anpfiff dicht und entsprechend spät kommen viele Zuschauer auch erst oben auf dem Betzenberg an.
Im Gästebereich unterstützen rund 2.800 Hansa-Fans den abstiegsgefährdeten Gegner von der Ostsee und zeigen zum Spielbeginn neben dem bekannten Zaunfahnen-Meer ein Spruchband mit der Aufforderung "Kampfgeist statt Abstieg". Der Support der Hansa-Anhänger ist gewohnt lautstark und während die FCK-Fans in der Schlussphase versuchen, den Ausgleich herbeizuschreien, feiern die blau-weiß-roten Schlachtenbummler jede Abwehraktion und am Ende auch den Auswärtssieg frenetisch.

Zur kompletten Fotogalerie vom FCK-Heimspiel gegen Hansa Rostock:
- Fotogalerie | 30. Spieltag: 1. FC Kaiserslautern - Hansa Rostock
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 30.04.2023:
Trotz Dominanz nur Durchschnitt: Die Noten gegen Rostock
Der 1. FC Kaiserslautern ist gegen Hansa Rostock die deutlich bessere Mannschaft. Am Ende nützt das aber nichts, die 0:1-Niederlage beendet die zuletzt starke Heimserie. Die Spielernoten fallen entsprechend durchwachsen aus.
Am Ende war es ein Spiel auf ein Tor. Die Roten Teufel belagerten den Hansa-Strafraum fast wie im Handball, aber der Ball wollte einfach nicht ins Tor. Und so schneidet fast kein Lautrer im Gesamtnotenbild nach der ersten Heimniederlage seit über sechs Monaten gut ab. Lediglich der eingewechselte Philipp Klement erntet bei rund 1.800 Einzelbewertungen auf Der Betze brennt eine Zwei vor dem Komma (2,6). Das sehen auch die Journalisten der "Rheinpfalz" so (2,5). Der 30-jährige Kreativkopf hatte das Offensivspiel belebt und war nach seiner Einwechslung direkt in einige Abschlusssituationen gekommen.
Lob für Klement und Hercher, Tadel für Luthe, Zolinski & Co.
Obwohl die Defensive gegen die Kogge nicht viel zu tun bekam, muss sie teilweise schlechte Noten in Kauf nehmen. Der sonst meist stark bewertete Andreas Luthe erhält von den Fans nur eine Durchschnittsbewertung von 3,9, die Journalisten sehen ihn sogar noch schlechter (4,5). Dabei wird ihm wahrscheinlich die Entstehung des Gegentors angelastet, als er einen Flatterball von Nils Fröling nur nach vorne abwehren konnte. Jener Fröling hatte zuvor Innenverteidiger Boris Tomiak alt aussehen lassen und ihn einfach umkurvt. Von den Journalisten wird auch er mit einer 4,5 bestraft, die FCK-Fans sind noch etwas gnädiger (3,6). Dies gilt allerdings nicht für die restliche Offensive. Die weitgehend glücklos agierenden Daniel Hanslik (DBB: 4,3 / Rheinpfalz: 4,0) und Ben Zolinski (4,7 / 4,5) mussten zur Halbzeit in der Kabine bleiben und werden entsprechend schwach benotet.
» Zur kompletten Notenübersicht: 1. FC Kaiserslautern - Hansa Rostock

Die DBB-Noten zum Heimspiel gegen Rostock können noch bis heute, 14:45 Uhr abgegeben werden: Zur Notenabgabe FCK-FCH. Die Bewertungen des "Kicker" folgen am Dienstag.
Quelle: Der Betze brennt

