
Vorbericht: 1. FC Kaiserslautern - 1. FC Magdeburg
Big-Point-Chance im Aufsteigerduell
Bereits am 6. Spieltag hat der 1. FC Kaiserslautern im Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg die Chance, den Vorsprung auf die Abstiegsplätze auf vorerst zehn Punkte auszubauen.
Wenn man die Fieberkurven des FCK und des FCM in den letzten Jahren betrachtet, stellt man sehr viele Parallelen fest. 2019/20 spielten beide Klubs ebenso wie im Jahr danach gegen den Abstieg, verschlissen in dieser Zeit Trainer um Trainer, am Ende gab es aber doch ein Happy End. Im Mai dieses Jahres stand für beide Vereine der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Magdeburg wurde mit 14 Punkten Vorsprung souveräner Drittliga-Meister, der FCK schaffte die Rückkehr ins Unterhaus bekanntermaßen über die nervenaufreibenden Relegationsspiele gegen Dresden.
Das Ziel für beide in dieser Saison ist auch klar gesteckt. Sowohl in der Pfalz als auch in Sachsen-Anhalt will man den Klassenverbleib schaffen. Auf keinen Fall soll es sofort wieder zurück in Liga 3 gehen. Nach den ersten fünf Spieltagen sind die Roten Teufel zunächst auf dem besseren Weg dieses Ziel zu erreichen und auch die Euphorie bei den FCK-Fans ist weiter ungebrochen groß. Die Gästekarten für die Auswärtsspiele in Sandhausen und Heidenheim waren in dieser Woche binnen weniger Minuten ausverkauft, am Sonntag strömen erneut 35.000 oder mehr Zuschauer ins Fritz-Walter-Stadion. Anpfiff des ersten Zweitliga-Duells zwischen Lautern und Magdeburg ist um 13:30 Uhr.
Was muss man zum 6. Spieltag wissen? Hier kommen die wichtigsten Vorab-Informationen zum Heimspiel gegen Magdeburg:
Der FCK: Ausgangslage und Personal
Zehn Punkte aus fünf Spielen, Platz 4. Ganz klar: Der Saisonstart des 1. FC Kaiserslautern ist mehr als gelungen. Alles in Ordnung also? Nein, denn wer Dirk Schuster kennt, der weiß, dass er genug Verbesserungspotenzial sehen dürfte. Anschauungsmaterial gab es in der ersten Halbzeit in Fürth zur Genüge. Hätten die Franken ihre vielen Chancen nur annähernd verwertet, das Spiel wäre nach 45 Minuten entschieden gewesen. Positiv: In der zweiten Halbzeit zeigten die Lautrer dann ihre Tugenden, die sie bislang auszeichneten, und drehten das Spiel zu ihren Gunsten. Gegen Magdeburg sollte der FCK trotzdem besser von Beginn an in der Partie sein, zumal die Schuster-Elf erstmals in dieser Saison nicht als Außenseiter startet.
Hendrick Zuck ist am Sonntag nochmals rotgesperrt. Hikmet Ciftcis Mitwirken ist aufgrund eines in Fürth erlittenen Blutergusses im Fuß noch fraglich, aber möglich. Die Neuzugänge Robin Bormuth und Philipp Klement werden im Kader stehen und schielen zumindest mit einem Auge auf die Startelf. Allerdings hat Trainer Schuster schon angekündigt, der erfolgreich gestarteten Stammelf zunächst einen Bonus zu gewähren. Anas Bakhat, Angelos Stavridis und Ben Zolinski fehlen verletzt.
Der Gegner: Ausgangslage und Personal
Der 1. FC Magdeburg hat einen Fehlstart in die neue Saison hingelegt. Nur drei Punkte konnte die Mannschaft von Trainer Christian Titz aus den ersten fünf Begegnungen einspielen. Am vergangenen Freitag setzte es eine derbe 0:4-Heimniederlage gegen Hannover. Der FCM kassierte zudem bereits 13 Gegentore. Die derzeit zweitschlechteste Defensive der Liga reist nach den Ergebnissen der Freitagsspiele als Tabellen-17. nach Kaiserslautern. Mit allzu viel Selbstvertrauen dürften die Magdeburger am Sonntag also nicht antreten, ihre Chance gegen einen im Saisonverlauf möglichen direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt werden sie aber trotzdem wahrnehmen wollen.
Ein Grund für die bislang schlechte Punkteausbeute des Teams von Trainer Christian Titz ist neben dem Verlust von drei Leistungsträgern, die nach Paderborn wechselten, auch die mangelnde Fitness des letztjährigen Drittliga-Topscorers Baris Atik. Der gebürtige Frankenthaler versuchte in den ersten Saisonspielen seinem Team angeschlagen zu helfen, dann musste er doch verletzt passen. Auch am Sonntag ist Atik wegen einer Fußverletzung mit einhergehender Entzündung nicht im Kader des FCM. Luca Schuler (Erkältung) trainierte am Freitag nicht mit dem Team, Kai Brünker musste das Training nach einem Schlag abbrechen.
Frühere Duelle
Sechs Spiele stehen bisher in der Bilanz, alle in der 3. Liga. Dabei spricht die Statistik knapp für die Magdeburger, die zwei der sechs Partien gewannen, der FCK war ein Mal erfolgreich. Zuletzt lieferten sich beide Klubs am 12. Februar 2022 einen offenen Schlagabtausch, der mit 2:2 endete, Marlon Ritter verschoss einen Elfmeter.
Fan-Infos
Ins Fritz-Walter-Stadion werden wieder mehr als 35.000 Zuschauer pilgern. Etwas enttäuschend verläuft dabei der Vorverkauf an Magdeburger Fans, die eigentlich als fast ebenbürtiger Gegner erwartet werden. Bis Freitag waren erst 1.250 Karten für den Gästeblock verkauft. Zur Erinnerung: Im Februar echauffierten die FCM-Anhänger sich aufs Schärfste, dass ihnen im Zuge der ersten Corona-Lockerungen nur 250 Tickets in Kaiserslautern zugestanden wurden (bei 10.000 erlaubten Zuschauern insgesamt). Diese Beschwerde war noch nicht mal unberechtigt, das Gepöbel vor allem im Internet aber zu weit drüber. Und jetzt hat Magdeburg bezeichnenderweise nur ein Viertel der bereitgestellten Karten an den Mann und die Frau gebracht.
Eintrittskarten in fast allen Bereichen außer der Westkurve gibt es noch im Online-Ticketshop oder vor Anpfiff an den wenigen geöffneten Tageskassen an der Südtribüne. Wer noch ein Ticket sucht oder anzubieten hat, kann es zudem in der DBB-Kartenbörse mit fairen Preisen von Fans für Fans versuchen.
Am Sonntag sind die Bahnstrecken Pirmasens-Kaiserslautern und Neustadt/Weinstraße-Kaiserslautern wieder gesperrt. Da nicht ausreichend Buskapazitäten für einen Schienenersatzverkehr zur Verfügung gestellt werden können, ist eine Anreise mit der Deutschen Bahn aus diesen Richtungen nicht zu empfehlen. Für Fans, die mit dem Auto anreisen, fahren Shuttlebusse ab der Universität und der Ausfahrt Kaiserslautern-Ost (Parkplatz Schweinsdell) an der A6 auf den Betze. Das Fritz-Walter-Stadion ist ab 11:30 Uhr geöffnet.
Achtung: Im Stadion hat die Polizei für Sonntag ein (wenig Sinn ergebendes) Alkoholverbot verhängt. Unabhängig davon, aber dennoch passend dazu lädt das Fanbündnis FCK ab 9:00 Uhr entlang der Richard-Wagner-Straße zum gemeinsamen Frühschoppen ein. Damit sollen die von Corona geplagten Gastronomen in diesem Bereich der Innenstadt unterstützt werden, nachdem zuvor schon andere Ecken für ähnliche Treffpunkte genutzt wurden.
Das Pfalz Inferno verkauft zudem am "Fan-Treff zum 12. Mann" sowie am Infostand im Stadion rote Betze-Shirts für den guten Zweck.
O-Töne
FCK-Trainer Dirk Schuster: "Ich habe Magdeburg live gegen Fortuna Düsseldorf gesehen, ich war auch beim Spiel in Karlsruhe. Die Mannschaft hatte in allen Spielen über 60 Prozent Ballbesitz und spielt brutal offensiv nach vorne. Ich habe einen großen Respekt vor dem, was da in relativ kurzer Zeit entstanden ist."
FCM-Trainer Christian Titz: "Wir haben analysiert, was wir gut und schlecht gemacht haben und was zu den Gegentoren geführt hat. In dieser Woche ging es darum, die Dinge zu trainieren, die wir besser machen wollen. Kaiserslautern ist sehr physisch, zweikampfstark, zudem sind sie gefährlich bei Standards."
Daten und Fakten
Voraussichtliche Aufstellung:
1. FC Kaiserslautern: Luthe - Zimmer, Kraus, Tomiak, Durm - Ritter, Ciftci (Niehues) - Hercher, Wunderlich, Redondo - Boyd
Es fehlen: Bakhat (Muskelfaserriss), Stavridis (Knöchelbruch), Zolinski (Knieverletzung), Zuck (Rot-Sperre), evtl. Ciftci (Bluterguss im Fuß)
1. FC Magdeburg: Reimann - El Hankouri, Sechelmann, Bittroff, Bell Bell - Müller - Krempicki, Condé - Ceka, Schuler (Brünker), Ito
Es fehlen: Atik (Reha nach Fußverletzung), Franzke (Muskelsehneneinriss), Kath (Aufbautraining), Schmökel (Schambeinentzündung), Sliskovic (Prellung), evtl. Schuler (Erkältung), evtl. Brünker (Prellung)
Quelle: Der Betze brennt / Autor: Florian Reis
Vorherige Meldungen ab 23.08.2022:

Sonntag, 13:30 Uhr: Alte Bekannte mit neuen Vorzeichen
Die Duelle zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem 1. FC Magdeburg waren in den letzten zwei Jahren saisonprägend. Am Sonntag treffen die beiden Zweitliga-Aufsteiger wieder aufeinander - aber diesmal unter veränderten Vorzeichen.
In der Saison 2020/21 spielten die beiden Traditionsvereine Kaiserslautern und Magdeburg lange gegen den Abstieg in die Regionalliga, wobei vor allem das Rückspiel im Heinz-Krügel-Stadion aus FCK-Sicht denkwürdig bleibt. Nach der desaströsen 0:1-Niederlage am 20. März 2021 bat Marco Antwerpen seine Mannschaft zum mitternächtlichen Straftraining auf dem Betzenberg. Der Rest ist Geschichte: Trotz sieben Punkten Rückstand bei zehn verbleibenden Spielen schafften die Roten Teufel den Klassenerhalt und steuerten in der nachfolgenden Saison 2021/22 gemeinsam mit dem FCM auf die Überholspur. Aber auch das gelang nicht ohne Rückschläge: Nach dem abermaligen 0:1 am 4. September 2021 wackelte der Stuhl von Trainer Antwerpen erheblich, ehe das 2:2 im Fritz-Walter-Stadion am 12. Februar 2022 sich als würdiges Spitzenspiel zweier späterer Aufsteiger präsentierte.
Magdeburgs große Probleme ohne Atik - Torjäger Schuler wieder im Einsatz
Während Drittliga-Meister Magdeburg noch eine souveränere Aufstiegssaison spielte als der von zwei Schwächephasen geplagte FCK, haben sich die Vorzeichen nach dem Start in die 2. Bundesliga umgedreht. Der stolze FCM steht mit vier Niederlagen und nur einem Sieg (knappes 3:2 nach 3:0-Führung in Karlsruhe) auf Tabellenplatz 16. Der Abgang mehrerer Leistungsträger sowie die Verletzung von Topscorer Baris Atik (Außenbandblessur) haben dem Europapokal-Sieger von 1974 den Saisonstart gehörig verhagelt. Zuletzt wurde die Hoffnung auf eine sportliche Wende von Hannover 96 mit einem 0:4 im heimischen Hexenkessel geradezu terminiert. Ob Atik in seiner pfälzischen Heimat wieder zur Verfügung steht, ist noch fraglich. Dafür ist mit Luca Schuler ein anderer Pfälzer - letzte Saison der Siegtorschütze im Hinspiel - nach einem Syndesmosebandriss wieder spielbereit.
Lautern noch ein Spiel ohne Zuck - Neuzugänge als Option für die Startelf?
FCK-Trainer Dirk Schuster muss nach dem Traumstart mit zehn Punkten aus fünf Spielen noch ein Mal auf Linksverteidiger Hendrick Zuck (Rot-Sperre) verzichten. Ungeachtet dessen bleibt fraglich, ob die Außenbahnen mit Erik Durm und Kenny Redondo auf links sowie Jean Zimmer und Philipp Hercher auf rechts nach der schlimmen ersten Halbzeit bei der SpVgg Fürth noch einmal gleich aufgestellt werden. Wahrscheinlicher als ein Wechsel auf Außen ist aber wohl, dass Schuster im Zentrum umstellt und wie schon in der zweiten Halbzeit beim 3:1-Sieg in Franken mit Hikmet Ciftci anstelle von Julian Niehues beginnt. Doch auch mögliche in dieser Woche noch kommende Neuzugänge könnten natürlich direkt eine Option für die Startelf sein. Bereits verpflichtet wurde Verteidiger Robin Bormuth, dem allerdings die Spielpraxis fehlt. Außerdem kursieren die Namen Philipp Klement und Aaron Opoku, der jedoch erstmal gesperrt wäre, in der Gerüchteküche. Weitere Ausfälle neben Zuck und Ben Zolinski (Knieverletzung) sind derweil zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt. Am Mittwoch um 14:30 Uhr können interessierte Kiebitze sich beim öffentlichen Training am Fröhnerhof einen eigenen Eindruck über den Stand der Dinge verschaffen.
Quelle: Der Betze brennt
Weitere Links zum Thema:
- Übersicht: Kompletter Team-Status des 1. FC Kaiserslautern
Ergänzung, 24.08.2022:

Gegner-Check FCM: Favorit sein kann auch Fluch sein
Zuletzt setzte es eine 0:4-Heimklatsche, in der Tabelle steht nur Platz 16 zu Buche. Der 1. FC Magdeburg steckt tief im Schlamassel. Dennoch: Im Aufsteigerduell einen "Pflichtsieg" vom 1. FC Kaiserslautern einzufordern, wäre zu hoch gegriffen.
Kunst gegen Handwerk: Der 1. FC Magdeburg in der Saison 2021/22 - das was hohe Fußballkunst, die das Team so filigran umsetzte, wie es so in der 3. Liga wohl noch nie zu sehen war. Der 1. FC Kaiserslautern in der Saison 2021/22: Das war fußballerischer Pragmatismus, ausgerichtet an dem, was Trainer Marco Antwerpen im Rahmen der Fähigkeiten seiner Jungs als machbar erachtete. Aufgestiegen sind am Ende beide. Die Magdeburger Künstler souverän, die Pfälzer Handwerker über die Relegation. Im Großen und Ganzen sind beide auch in der 2. Bundesliga ihren Ansprüchen treu geblieben. Die Mannschaft von Christian Titz beansprucht nach wie vor im Schnitt rund 65 Prozent Ballbesitz für sich, der von Dirk Schuster genügen 44 Prozent - Hauptsache, hinten herrscht Ordnung. Die Realität nach fünf Spieltagen: Lautern zehn Punkte, Magdeburg drei Punkte.
Die defensive Katastrophe: 13 Gegentreffer hat das Titz-Team bereits kassiert, so viel wie kein anderes der Liga. Die Gründe liegen auf der Hand. Abwehrchef Tobias Müller wechselte im Sommer zum aktuellen Tabellenführer SC Paderborn, ebenso der starke Außenbahnspieler Raphael Obermair und Sturmpfeil Sirlord Conteh. Die Nachverpflichtungen haben noch nicht eingeschlagen, insbesondere das von den Bayern ausgeliehene Abwehrmonster Jamie Lawrence nicht. Bei der 0:4-Klatsche gegen Hannover 96 ragten seine 2,01 Meter Körpergröße nur von der Reservebank in die Höhe. Dazu verhindern permanent Verletzungssorgen das Einspielen einer stabilen Abwehrformation. Zuletzt kehrten die Stammkräfte Mohammed El Hankouri und Alexander Bittroff in die Viererkette zurück. An den vier Gegentreffern vermochten freilich auch sie nichts zu ändern.
Das Sorgenkind: Weshalb es vorne beim FCM zurzeit nicht besser läuft, lässt sich an einem Namen festmachen. Baris Atik, der überragende Spieler der 3. Liga in der vergangenen Spielzeit, kommt nicht in die Puschen. Er laboriert an einer Bänderverletzung, die ihm ausgerechnet Neuzugang Lawrence im Training verpasste. Bezeichnend, dass beim bislang einzigen Saisonsieg, einem 3:2 gegen den Karlsruher SC, Atik entscheidend beteiligt war. Die jüngsten beiden Spiele war dem 27-Jährigen eine Pause verordnet. Die Bilanz seines Teams: Null Punkte, null Tore, sieben Gegentreffer. Ob Atik am Sonntag wieder dabei sein kann, ist noch nicht geklärt. Immerhin: Gegen Hannover kehrte Luca Schuler in die Startelf zurück, der Zwölf-Tore-Stürmer der vergangenen Saison.
Fürchtet die Ghanaer: Nicht bei allen Magdeburgern läuft es zurzeit schlecht. Der bewegliche Offensiv-Allrounder Moritz-Broni Kwarteng weist im "Kicker" einen Noten-Durchschnitt von 2,83 auf - das ist stark für einen Spieler, in dessen Team sonst nicht viel geht. Gegen Hannover zuletzt kam der 24-Jährige allerdings nur von der Bank. Kwarteng ist Deutsch-Ghanaer, ebenso wie Kapitän Amara Condé. Der Mittelfeldspieler wurde vergangene Saison von den Trainern und Kapitänen der 3. Liga zum zweitbesten Spieler der Klasse gewählt - hinter Atik. Auch in dieser Spielzeit ist der 25-Jährige eine feste Größe im Titz-Team. Viele sehen in ihm sogar noch Potenzial "für mehr".
Das Mittelfeld-Trio steht weiter stabil: Und so viel der Trainer bislang auch durchwechseln musste - seine Zentrale steht noch. Neben Condé komplettieren nach wie vor Connor Krempicki und Andreas Müller sein Dreier-Mittelfeld. Auch die flinken Flügelspieler Tatsuya Ito und Jason Ceka sind dem Verein treu geblieben. Wer sich noch an das 2:2 zwischen FCK und FCM im Frühjahr auf dem Betze erinnert, wird bestätigen können: Dieses Quintett sollte man nicht ins Spiel kommen lassen.
Fazit: Es kann nicht der Anspruch eines solchen Beitrags sein, dem 1. FC Magdeburg nach fünf Spieltagen einfach nur "Fehler in allen Teilen" zu attestieren und einen "Pflichtsieg" vom FCK einzufordern. Diese so gern strapazierte Vokabel werden die Schuster-Jungen in den nächsten Tagen sicher öfter zu hören bekommen. Fakt ist: So, wie die Saison für beide bislang gelaufen ist, gehen die Roten Teufel als Favoriten in dieses Spiel, und das zum ersten Mal in dieser Spielzeit. Und das kann sich schnell eher als Fluch denn als Segen erweisen. Wichtig: Wer die Instabilität einer Abwehrreihe ausnutzen will, muss sie zum Fehler machen erst einmal zwingen. Klingt banal, aber gerade in Fürth hat die Mannschaft lange gebraucht, bis sie es verinnerlicht hatte. Diesmal darf sie sich dafür gerne weniger Zeit nehmen.
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 25.08.2022:

Verwirrung und Unmut über Alkoholverbot bei FCK-Spiel
Frühschoppen statt Stadionbier: Im Fritz-Walter-Stadion darf beim Heimspiel des 1. FC Kaiserslautern gegen den 1. FC Magdeburg kein Alkohol ausgeschenkt werden. Die Fans reagieren mit Unverständnis, aber auch kreativ auf dieses Verbot.
Dass seit der Aufhebung der Corona-Einschränkungen im März/April dieses Jahres bei gleich mehreren FCK-Heimspielen ein Alkoholverbot ausgesprochen wurde, schmeckt vielen Stadionbesuchern nicht. Das gesellige Bier oder die Schorle gehört für sie einfach zum perfekten Fußball-Nachmittag dazu - auch ohne sich dabei gleich die Kante zu geben, was bei den hohen Preisen im Stadion sowieso nur die wenigsten tun. Weil nun zum Heimspiel gegen Magdeburg erneut ein Alkoholverbot auf dem Betze ausgesprochen wurde, haben auch Der Betze brennt viele Nachfragen von verwunderten Fans erreicht. Nachfolgend haben wir die bisher vorliegenden Informationen und Begründungen zu der Entscheidung zusammengefasst.
Polizei macht die Stadt verantwortlich, muss sich dann aber korrigieren
Der FCK hatte auf seiner Internetseite am Mittwoch folgende Fan-Information veröffentlicht: "Aufgrund einer polizeilichen Verordnung gilt bei unserem Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg ausschließlich im Stadion ein Alkoholverbot." (Link)
Auf Nachfrage von Fans bezüglich der Gründe wies die Polizei Kaiserslautern jedoch am Donnerstagmorgen die Verantwortung zurück - vielmehr sei die Stadt der Urheber des Alkoholverbots. Die Polizei twitterte: "Es handelt sich dabei nicht um eine polizeiliche Anordnung, sondern um eine Auflage der Stadtverwaltung, bzw. eine Anordnung der Ordnungsbehörde der Stadt Kaiserslautern." (Link)
Später am Nachmittag ruderte die Polizei dann jedoch zurück und stellte richtig, dass doch nicht die Stadt das Alkoholverbot veranlasst habe. Auf diese Stellungnahme verweist auf DBB-Anfrage hin auch die Stadt Kaiserslautern. Die Polizei Kaiserslautern schreibt: "Richtigstellung der Polizei zur Anordnung eines Alkoholverbots im Fritz-Walter-Stadion anlässlich der Fußballbegegnung am Sonntag, 28. August 2022, in Kaiserslautern: Die Richtlinien des DFB zur Erhöhung der Sicherheit bei Bundesligaspielen regeln, dass bei sogenannten Risikospielen, wie das am Sonntag, die allgemeinen Sicherheitsmaßnahmen mit besonderer Sorgfalt durchzuführen sind. Hierbei ist insbesondere ein Verbot des Ausschanks alkoholischer Getränke zu erwägen. Auf Initiative der Polizei ist, in Absprache mit dem Verein, am Sonntag innerhalb des befriedeten Besitztums des Fritz-Walter-Stadions ein Ausschank von alkoholischen Getränken untersagt. Der übermäßige Genuss von Alkohol wirkt nachweislich enthemmend, aggressionsfördernd und ist häufig der auslösende Faktor für Gewalt. Für die Polizei steht die Sicherheit aller Stadionbesucher im Vordergrund, deshalb hat der Einsatzleiter der Polizei das Alkoholverbot im Fritz-Walter-Stadion angeordnet. Bei den vergangenen Heimspielen des 1. FC Kaiserslautern in dieser Saison handelte es sich nicht um solche mit erhöhtem Sicherheitsrisiko. Die Regelungen des DFB betreffen ausschließlich das befriedete Besitztum der Veranstaltungsstätte. Außerhalb ist die Stadtverwaltung Kaiserslautern originär für die Anordnung eines Alkoholverbots zuständig. Außerhalb des Stadions besteht am Sonntag nach den aktuellen Planungen kein Alkoholverbot." (Link)
Fanbündnis FCK ruft ab 9:00 Uhr zum Frühschoppen in der Innenstadt auf
Zusammengefasst lässt sich also festhalten, dass das Ausschankverbot im Fritz-Walter-Stadion, das von der Polizei veranlasst wurde, damit begründet wird, dass Alkohol "häufig der auslösende Faktor für Gewalt" sei. Außerhalb des Stadions und damit auch in der Innenstadt dürfen hingegen Bier, Schorle und Co. genossen werden. Für diesen Bereich wäre die Stadtverwaltung zuständig, die in der Vergangenheit auch schon häufiger Alkoholverbote verhängt hatte, gegen Magdeburg aber darauf verzichtet.
Passend dazu, aber dennoch unabhängig von der Polizei-Entscheidung, hat das Fanbündnis 1. FC Kaiserslautern zum Frühschoppen am Sonntag aufgerufen: Ab 9:00 Uhr können sich alle interessierten Anhänger entlang der Richard-Wagner-Straße (Benderhof, Zack Zack, Fan-Treff zum 12. Mann usw.) zur gemeinsamen Einstimmung treffen. Mit diesem Aufruf möchten die Fanclubs nach der schwierigen Corona-Zeit die Gastronomie in diesem Bereich der Innenstadt unterstützen, nachdem die vorherigen Fan-Treffen in einem anderen Bereich der Innenstadt stattgefunden hatten. Ein gemeinsamer Marsch den Betzenberg hinauf ist dieses Mal nicht geplant. Das Stadion öffnet um 11:30 Uhr, das Spiel wird um 13:30 Uhr angepfiffen.
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 26.08.2022:

FCK vor Magdeburg: "Wollen wieder ein Event gestalten"
Der 1. FC Kaiserslautern startet mit viel Selbstvertrauen und zwei Neuzugängen im Gepäck in das Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg. Mit Hikmet Ciftci droht jedoch ein weiterer Spieler auszufallen.
"Wir waren in Fürth in der ersten Halbzeit spielerisch zu fehlerhaft, das war wirklich kacke. Magdeburg ist eine Truppe, die uns da alles abverlangen wird, die sich in der bisherigen Saison unter Wert verkauft und in jeder Partie brutal offensiv agiert hat. Wir müssen mit breiter Brust und guter Körpersprache dagegenhalten, was wir auch können, wenn wir die erste Halbzeit gegen Fürth einmal ausklammern. Im zweiten Durchgang haben wir nämlich gezeigt, was möglich ist, wenn wir mit allen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, das eigene Tor verteidigen. Diese Leidenschaft und Bereitschaft, uns selber, aber auch dem Gegner weh zu tun, die brauchen wir auch am Sonntag wieder", erwartet Dirk Schuster diesmal von seiner Mannschaft eine konzentrierte Leistung von der ersten Minute an. Dabei setzt der Trainer auch wieder auf die herausragende Unterstützung am Betze: "Was unsere Fans in Fürth geleistet haben, das war nicht alltäglich und hat uns in der Halbzeitpause noch mal einen Schub gegeben. Auf diese lautstarke Unterstützung in unserem Kessel baue ich auch am Sonntag und hoffe, auch dieses Spiel wieder zu einem Event gestalten zu können."
Muskelfaserriss bei Bakhat, Ciftci angeschlagen - Klement und Bormuth neue Optionen
Neben Ben Zolinski, der noch individuelles Reha-Training absolviert, und Anas Bakhat, der sich einen Muskelfaserriss im Training zugezogen hat, muss Schuster gegen Magdeburg nochmals auf Linksverteidiger Hendrick Zuck verzichten, der noch eine Partie gesperrt aussetzen muss. Höchstwahrscheinlich wird ihn auf der linken Seite wieder Erik Durm vertreten. Hikmet Ciftci wäre eigentlich ein Kandidat für die Startelf, nachdem er in Fürth die zweiten 45 Minuten auf dem Platz stand. Allerdings bekam er im Frankenland einen Schlag ab und konnte diese Woche wegen eines schmerzhaften Blutergusses im Fuß noch nicht mit seinen Mannschaftskollegen trainieren. Ein Einsatz am Sonntag ist noch ungewiss. Dagegen sind die beiden jüngsten Neuzugänge, Innenverteidiger Robin Bormuth und Offensiv-Allrounder Philipp Klement laut Schuster Kader-, eventuell sogar Startelf-Alternativen.
Für die Heimpartie gegen den FCM hat der FCK bisher 33.000 Tickets verkauft, Lautern rechnet mit rund 35.000 Zuschauern. Karten sind noch im Online-Shoperhältlich, außerdem wird es auch wieder eine Tageskasse geben.
» Zum Video: Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg.</a>
Alle weiteren Informationen zum FCK-Spiel gegen Magdeburg folgen morgen im ausführlichen Vorbericht auf Der Betze brennt.
Quelle: Der Betze brennt
