Überhaupt war dieses Spiel keines, das für die oft und gerne propagierte Überlegenheit des "Ballbesitz-Fußballs" spricht. Aus längeren Ballbesitz-Phasen entwickelte sich kaum etwas Torgefährliches. Allenfalls, nach Ballverlusten, eine Umschaltchance für den Gegner.
Eric, Du bringst diesen Punkt ja immer wieder - und besetzt ihn auch etwas negativ. Fakt ist, dass letztes Jahr von den ersten 5 Mannschaften in der Tabelle auch 4 dabei waren, die den meisten Ballbesitz hatten. Das kann man auch in den Jahren zuvor sehr schön belegen. Insofern spricht einiges dafür, dass man das in seiner Spielanlage nicht außen vor lassen sollte - zumal man Ballbesitz gegen tiefstehende Gegner „automatisch“ bekommt.
Generell zu dem Thema Statistiken: Es ist festzustellen, dass wir deutlich bessere Zweikampfwerte und Laufwerte haben, dafür aber eben auch deutlich schlechtere Passquoten und Ballbesitzwerte. Das sind am Ende zwei Seiten einer Medaille: Wenn ich öfter zum Mitspieler passe anstatt zum Gegner, muss ich den Ball auch seltener zurückerobern. Bayern München hat die beste Passquote und den höchsten Ballbesitz und ist LETZTER hinsichtlich gewonnener Zweikämpfe.
Ich habe schon das Gefühl, dass wir uns gegenüber dem Beginn der Saison deutlich verbessert haben - aber immer noch einen sehr hohen Aufwand betreiben müssen um Tore zu erzielen. Dem zollen wir in der Schlussphase häufig Tribut. Prinzipiell kann ich die Auswechslungen hin zu schnellen Konterspielern oder kurz vor Schluss zur Stabilisierung der Defensive schon nachvollziehen. Aber ich glaube einfach, dass dann irgendwann die Körner fehlen, um unser Spiel so weiter durchzuziehen wie am Anfang des Spiels. Sowohl gegen Nürnberg als auch gegen Düsseldorf hätte ein zweites Tor dem Gegner den Stecker gezogen. Aber da sind wir einfach noch nicht. Das muss der nächste Schritt sein.
das ist ein Thema, über das sich in der Tat nächtelang diskutieren lässt. Zunächst mal zitierst Du mich ja vollkommen richtig: Ich habe geschrieben, dass sich DIESES Spiel nicht als Beleg dafür heranziehen lässt, dass Ballbesitz-Fußball überlegener ist. Das schien mir vor allem vor dem Hintergrund wichtig, als dass sich hier ja nach Meinung vieler Fußballprofessoren der Ballbesitz-Aficionado Anfang und der Umschaltspiel-Adept Lieberknecht gegenüber standen. Wobei sich hier im Forum (nicht in diesem Thread) nach den ersten Spielen sogar einige zu Wort meldeten, denen zufolge Lieberknecht ja gar kein Offensivkonzept hat.
Tatsächlich war in diesem Spiel gar nicht zu erkennen, wer hier der Freund des gepflegten Fußballs und wer der "Druff unn ewerre"-Prolo sein soll. Das habe ich mit dem Vergleich der langen Ballbesitzphasen zum Ausdruck bringen wollen. Und das noch zur Ergänzung: Der FCK hatte sogar mehr Ballbesitz, je nach Datenanbieter zwischen 53 und 56 Prozent.
Zu der Aussage, dass die Mannschaften, die das Ballbesitzspiel betonen, mehrheitlich auch in der Tabelle oben stehen: Das ist sicher richtig und ja auch statistisch zu belegen. Aber: Stehen diese Mannschaften nicht vielleicht auch deswegen oben, weil sie ohnehin die besten Spieler ihrer Klasse unter Vertrag haben und Ballbesitzfußball daher nicht nur beherrschen, sondern auch spielen müssen, weil es das beste Mittel gegen spielerisch unterlegene Gegner ist? Du nennst mit den Bayern ja selbst das beste Beispiel.
Aber sind sie deswegen erfolgreich, weil sie Ballbesitzfußball spielen? Betrachten wir mal ein Beispiele aus der Zweiten Liga.
Tim Walter hat drei Jahre den teuersten Kader der Liga gecoacht. Der Kader dürfte daher auch individuell der am besten besetzte gewesen sein. Er hat Ballbesitzfußball gespielt. Er stand auch mit vorne in der Tabelle. Jahrelang. Nur: Aufgestiegen ist er nicht.
2024 sind Kiel und St. Pauli am HSV vorbei gezogen. Mit geringer budgetierten, auch individuell schwächer besetzten Kadern. Aber sie haben ohne Frage ebenfalls gut ansehnlichen, ballbesitzbetonten Fußball gespielt. Rapp ließ diesen auch in der Ersten Liga weiterspielen, bekam dafür oft anerkennend auf die Schuler geklopft, ist aber wieder abgestiegen. Blessin ist vom Stil seines Vorgängers Hürzeler abgewichen, hat St. Pauli eine stärkere Defensivstruktur verpasst. Und ist dringeblieben.
Titz hat in Magdeburg mit einem Budget gearbeitet, das nicht zuließ, Spieler zu verpflichten, die in ihrer Klasse zwingend spielerisch dominieren können. Aber auch er hat ansehnlichen Fußball spielen lassen. Das reichte nicht, um ganz nach oben zu kommen, war aber erfolgreicher als das, was Magdeburg ohne Titz spielt. Jetzt hat er in Hannover bessere Möglichkeiten. Schau mer mal, was er draus macht.
Schalke ist nach Jahren, in dem sie alles Mögliche versuchten, zurzeit mal wieder vorne dabei. Mit einem Trainer, der ähnlich wie Lieberknecht auf eher wenig Ballkontakte setzt, um vors Tor zu kommen.
Vielleicht können wir uns ja darauf einigen: Ballbesitz ist schön anzusehen und kann auch erfolgreich sein, wenn er von Leuten gespielt wird, die ihn beherrschen. Aber Mannschaften, die eine einfache Spielweise besser beherrschen, können sie schlagen. Und auch in der Tabelle vor ihnen stehen. Wenn sie gemeinsam mehr sein können als die Summe ihrer Einzelteile, denn dann müssen sie nicht die besten Einzelspieler ihrer Klasse stellen.
Zum Schluss noch was für den ganz besonderen Nerd. Es existiert eine Studie von Memmert und Raabe, die aufzeigen will, dass die Ballbesitzanteile erst bei einem Anteil von 70:30 oder höher mit den Endergebnis korrelieren. Will sagen: Weist eine Partie ein Ballbesitzverhältnis von 71:29 oder noch extremer aus, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Mannschaft mit dem höheren Ballbesitzanteil auch gewonnen hat. Bei allem, was dazwischen liegt, 61:39, 45:55 oder was auch immer, lässt sich ein solcher Zusammenhang nicht nachweisen. Nachzulesen in "Revolution im Profifußball", Springer-Verlag, 2017. Großkotziger Titel übrigens, denn diese Studien revolutionieren gar nichts.
Teuflische Grüße,
Eric aka Kohlmeyer
P.S.: Ich vermute mal, dass die Mannschaft gewinnt, die das, was sie spielen will, auch besser kann. Und manchmal vielleicht auch einfach nur Glück hat. Aber das ist nur eine Theorie.
Erstmal Danke für die ausführliche Replik, welche ich in nahezu allen Punkten teile. Denn zunächst bestätigst du ja, das Markus Anfang eben gar kein Ballbesitz Fetischist ist - etwas was ihm hier häufig fälschlicherweise unterstellt wurde. Darüber hinaus bringst Du das Beispiel HSV. Und ja: Polzin setzt etwas weniger auf Ballbesitz als Walter - aber sein direkter Vorgänger ist mit der radikalen Abkehr gnadenlos gescheitert. Denn unter dem Strich hat der HSV beim Aufstieg auch unter Polzin auf Platz 2 beim Thema Ballbesitz rangiert. Schlicht weil man es gar nicht umgehen kann, wenn man oben ist.
Und um diese Quintessenz geht es mir: wir haben viele Fans die Underdog Fußball lieben. Das gepflegte Konterspiel mit dem wir den Bayern jahrelang zuhause den Schneid abgekauft haben. Das finde ich auch geil. Aber wenn wir aufsteigen wollen - und das mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit - dann kommst du nicht drum herum dich mit dem Thema Ballbesitz auseinanderzusetzen. Alleine schon, weil du tiefstehende Underdogs bespielen musst. Ein Aufstieg mit 40% Ballbesitz und wildem Konterspiel ist die eierlegende Wollmilchsau. Egal ob TL oder MA du musst eine gesunde Balance finden. Und mit der Qualität der Mannschaft hast du völlig recht. Aber den Aufstieg als Ziel haben weder die Fans noch die Spieler oder der Trainer ausgerufen. Es waren die Investoren und unser Geschäftsführer. Entsprechend haben Sie für die Erwartungshaltung gesorgt.
Hallo, nochmal, Ken,
sorry, dass ich erst jetzt auf Deinen jüngsten Post antworte, aber ich bin vorher einfach nicht dazu gekommen.
Nichts von dem, was Du sagst, ist unwahr. Was mich aber generell stört: Es wird immer gerne so getan, als müsse sich eine Mannschaft grundsätzlich zwischen dem, was Du "gepflegtes Konterspiel" nennst, und "Ballbesitzfußball" entscheiden. Als wenn das zwei verschiedenen Religionen wären. Fakt ist aber, dass die guten Teams da längst fließend variieren.
Auch Lautern hatte in Düsseldorf lange Ballbesitzpassagen, darauf habe ich ja schon hingewiesen. Richtig ist sicherlich, dass Lieberknecht grundsätzlich mit eher wenigen Kontakten vor Tor kommen will. Einmal nach hohen Ballgewinnen, mit denen man übrigens auch tiefstehende Gegner packen kann.
Wir haben die Phasen des Angriffspressings seit Saisonbeginn auch intensiviert. Aber keine Mannschaft kann über die volle Spielzeit durchgehend Angriffspressing spielen. Also muss auch mal tiefer gestanden werden. Aber auch da will Lieberknecht schnell nach vorne. Und auch nach Abstößen, wenn wir zum Spielaufbau gegen einen Gegner gezwungen werden, der Zeit hatte, sich nach seinen Wünschen zu formieren, wird der Pass in die Tiefe im Vergleich zu Titz und Co.-Teams recht schnell gesucht. Aus den Halbräumen über die Flügel oder mit diagonalen Flankenwechseln.
Ja, diese Art von Fußball gilt nicht als "State of the Art". Aber ist "Ballbesitzfußball" tatsächlich zwingend erfolgreicher als dass der auf weniger Kontakte ausgerichtete?
Ich hab in meinen Aufsätzen ja auch schon immer mal auf diverse "State of the Art"-Prediger hingewiesen, über deren Visionen zwar mit viel Sympathie geschrieben wird, die aber streng genommen noch nie was gewonnen haben. Ich will sie jetzt nicht alle aufzählen, aber ich meine ich nicht nur Tim W.
Dazu mal ein Fakt, der für Leute, die sich damit intensiver befassen, banal ist, aber vielleicht macht's unseren sich gerne akademisch gebenden Fußballbeschreibern genau deswegen keinen Spaß mehr, drüber zu schreiben:
Die meisten Treffer werden nach wie vor in den ersten zehn Sekunden nach einem Ballgewinn erzielt. Plusminus zwei Sekunden.
Und so lange das so ist, kann Lieberknechts Art, Fußball zu denken, auch nicht aus der Mode kommen. Abgesehen passts besser zum "Betze", wenn schnell die Post abgeht.
In dem Zusammenhang find ich eine Studie interessant, von der ich unlängst gelesen habe – wo, kann ich auf die Schnelle gerade nicht raussuchen. Die will festgestellt haben, dass Ballbesitzphasen, die über mehr als 15 Stationen gespielt werden, nicht mehr dem Zwecke der Torerzielung dienen. Will sagen: Die ewiglich hin und her passenden Teams wollen sich den Gegner eigentlich gar nicht zurechtlegen, sondern ihn einfach nur nicht an den Ball kommen lassen. Idealerweise können sie sich selbst dabei sogar ein bisschen ausruhen.
Wieso ich das so interessant finde: Weil ich vor Jahren schon in dem Guardiola-Standardwerk "Mister Pep" gelesen habe, dass es des Meisters Idealvorstellung ist, sich einen Gegner mit 15 Pässen zurechtzulegen und abzuschließen. 15 Pässe und nicht mehr. Exakt dieselbe Zahl also. Die aber der Vision des Meisters entsprungen war und nicht durch Statistiken gedeckt war. Jetzt ist sie's mehr oder weniger. Selbst der Godfather of Ballbesitzfußball hat nie dafür plädiert, denselbigen bis in alle Ewigkeit auszudehnen.
15 Pässe allerdings wären, zugegeben, für Lieber-Knechte schon zu viel. Beim 2:0 in Fürth haben wir den Ball mal über sieben Stationen laufen lassen, wenn ich recht gezählt haben. Das war nach meinen Erkenntnissen bisher das Höchste der Gefühle.
Aber, by the way: Welche "Underdogs" in der Zweiten Liga kennst Du eigentlich noch, die mit der Masche operieren: Hinten kompakt stehen und vorne hilft der liebe Gott? Selbst Aufsteiger wie Münster, Ulm und Bielefeld haben zuletzt immer versucht mitzuspielen. Und rücken auch mal über längere Phasen hintenraus, so dass man gegen sie den tiefen Ballgewinn suchen kann.
Ein bisschen zu diesem Thema hat sich heute auch Torsten Lieberknecht im "ntv"-Interview vor dem FCK-Hertha-Spiel geäußert:
ntv hat geschrieben:(...) ntv: Mit Stefan Leitl kommt ein Trainer, der, wie Sie, nicht der größte Ballbesitzfan ist.
Lieberknecht: Das ist Quatsch.
ntv: Inwiefern?
Lieberknecht: Bei Darmstadt 98 sind wir mit Ballbesitzfußball aufgestiegen. Aber: Man muss ein Gefühl entwickeln. Was wollen deine Spieler? Es ist so: Wir wollen in Ballbesitz kommen. Dann gibt es die Fragen, wie wir das schaffen können und was wir aus diesen bei uns noch sehr kurzen Ballbesitzphasen machen können. Es geht um Konteraktionen, um Umschaltaktionen, die wir noch nicht in der Perfektion ausspielen, wie wir uns das vorstellen. Das ist ein Prozess, der sich gerade in unserer Idee entwickelt, wie wir Fußball spielen wollen.
ntv: Wo erkennen Sie Fortschritte?
Lieberknecht: Wir merken, dass wir nicht nur in offensive Abläufe kommen, die wir mit gelernten Mustern bespielen können. Wir kommen jetzt immer öfter in Situationen, in denen wir uns genau das fragen: Wo findet der Ballgewinn statt, was machen wir mit dem Ball - und wie kriegen wir den Ballbesitz beispielsweise in einer Konteraktion in etwas Zählbares umgesetzt. Wir sind die Mannschaft mit den meisten Balleroberungen der Liga. Das spricht schon dafür, dass wir uns einen sehr aggressiven Spielstil angeeignet haben. (...)
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)
Das tut weh. 0:1-Heimniederlage am Traditionstag. Gegen einen starken Kontrahenten allerdings, dem zudem die Gnade des ersten Tores zuteil geworden war. Und gegen den sich die Roten Teufel keinesfalls schlecht behaupteten. Aber halt nicht gut genug. weiterlesen ...
Der Name Kohlmeyer gehört für mich, wie für viele stille Leser und laute Fans des FCK, die die Frage nach Hristov noch beantworten können, einfach dazu.
Danke für diese Meinung und Analyse! Eine Wohltat.
Es tut immer wieder gut, die Analysen zu lesen. Sind sie doch frei von dem ganzen Sermon aus dem Spieltagsthread und so objektiv wie (als FCK-Fan...) möglich. Ich habe uns auch nicht so schlecht gesehen wie man meinen könnte, wenn man an anderer Stelle liest. Nicht wirklich gut, aber auch definitiv nicht schlecht. Auch würde ich in diesem Spiel nicht über die Rolle von Sahin diskutieren wollen, da ich auch ihn besser gesehen habe als vielfach diskutiert.
Cannstatt hat geschrieben: 09.11.2025, 21:23
Der Name Kohlmeyer gehört für mich, wie für viele stille Leser und laute Fans des FCK, die die Frage nach Hristov noch beantworten können, einfach dazu.
Danke für diese Meinung und Analyse! Eine Wohltat.
Irgendwie klingt das, als wärst Du einst Teil der legendären FCK-Forumsclique von Transfermarkt.de gewesen... Kann mich an diesen Nick aber nicht erinnern. Hast Du damals anders geheißen?
Skandinavier sind eisige Temperaturen ja gewohnt. Das hätte den Kielern bei ihrem Gastspiel uffem Betze zum Vorteil gereichen können, denn sie haben einige in ihren Reihen. Doch auch beim FCK brannte ein Nordlicht. Und was für eins. weiterlesen ...
Danke liebstes DBB Team für die gelungene Analyse.
Persönlich freue ich mich sehr darüber, dass ich mit meiner Einschätzung zu Sahin richtig lag. Meine Lobeshymne zu ihm gab’s bereits im Spieltagstread.
Zuletzt geändert von Phrasendrescher am 26.11.2025, 19:57, insgesamt 1-mal geändert.
Klasse Spiel gegen Kiel. Die 1. Halbzeit war wie im Rausch, da hat alles oder sagen wir mal fast alles gestimmt. Klasse Zweikämpfe und schnelles Umschaltspiel haben richtig Spaß gemacht. Dazu die Tore, eins schöner wie das andere.
Ein überragender Skyttä und ein schwacher Gyamfi, der immer für einen Bock gut ist, sich aber bis zu seiner Auswechslung gesteigert hat.
Das muss er dringend verbessern.
Die 2. Halbzeit war durch den frühen Platzverweis der Kieler geprägt. Ergebnismäßig wäre für uns mehr drin gewesen. Kiel war in der Offensive nicht mehr präsent und hat den Schwerpunkt aufs verteidigen gelegt.
Zahlreiche Großchancen von uns wurden sträflichst liegen gelassen. Die hätten bei den frostigen Temperaturen sicher die gute Stimmung auf den Rängen noch weiter angeheizt. Egal, das hat Spaß gemacht.
Jetzt gilt es bis zur Winterpause weiter kräftig Punkte zu sammeln, um oben dran zu bleiben.
Leider vom Spiel bis auf das Ergebnis nichts mitbekommen. Das Ergebnis war aber wichtig, nicht wegen der 3 Punkte sondern auch der 4 Tore. Jetzt hat man wieder den Fuß in der Tür. Und es beweist auch wenn die ersten 15 Spieler fit sind, sind wir gut aufgestellt und in der Lage oben dran zu bleiben und auf die Plätze zu kommen. Fehlt da dann, aus welchen Gründen auch immer ein oder 2 wird es schwierig, da der Rest das Niveau nicht halten kann. Gymafi hat wieder eine Elfer verursacht, der Junge ist nicht schlecht, aber gedanklich zeitweise zu langsam und da fehlen dann oft der entscheidende Schritt früher. Jetzt muss man nachlegen können sonst hilft es nicht soviel für ganz vorne rein. Die ELV sollte man doch mal Hintersicht lassen können.
Jep. Danke für die Analyse. Da wirkten so viele mit bei diese furiosen Spiel. Voran sahin, Skyttä und sirch neben Leon und Mika. Aber auch Prtajin, Marlon und kunze.
Später auch Dickson.
Die Störche waren geschockt ob unserer Tugenden.
Audere est facere, meinen die Spurs. Oder wie es Terence sagt, weiter geht der Lachs.
Selbst mit einer Braunschweiger Ikone auf der Trainerbank vermag der 1. FC Kaiserslautern nicht den Fluch zu besiegen, der in der Löwenstadt seit dem gemeinsamen Aufstieg auf ihm lastet. Wobei nicht nur die eigene Nicht-Leistung schockt, sondern auch die des VAR. weiterlesen ...
Sehr gute Analyse @Kohlmeyer.Wie immer sehr gut formuliert und auf den Punkt gebracht.
Noch ein Hinweis/ Anregung zu der VAR/Schiedsrichter Geschichte.
Du hast Recht Ein Verein alleine kann da wenig ausrichten Daher sollte das Thema bei der nächsten Liga- Tagung unbedingt auf die Tagesordnung gesetzt werden.Das zumindest könnten unsere Verantwortlichen ja veranlassen.
Mal wieder eine mehr als gelungene Analyse liebes DBB Team. Chapeu
Stimme euch voll und ganz zu, dass die Bereitschaft weite Wege zu gehen und die entsprechende Zweikampfhärte an den Tag zu legen komplett an uns vorbei ging. Dazu auch sehr langsam in der Antizipation, also dem Erahnen von gegnerischen Laufwegen und der Positionierung beim Versuch von Rebounds. Naja war eben nichts. Verstehe nur nicht wieso wir das in einem Spiel zeigen und in dem Anderen nicht. Was sind die Gründe dafür? Das gilt es zu erarbeiten.
Ist nämlich jetzt gefühlt das X-te mal die Saison. Nun gut mit dem Aufstieg haben wir mit unserer gelebten Inkonstanz sowieso nichts zu tun. Ist vllt auch besser so. Bin und war vor Saisonbeginn auch mit Platz 6-10 zufrieden. Und dabei bleibe ich auch.
Ein Spiel gg. den Tabellen-17-sten, in dem kein (!!) FCK-Spieler eine positive Zweikampfbilanz hat, in dem wir 5 km weniger laufen ist schlicht und einfach nicht dem FCK würdig.
VAR: Vorab ... ich bin klarer Befürworter des VAR, aus genau den Gründen, die wir gestern gesehen haben. Ich möchte faire Entscheidungen, auch die Schieri´s nicht ständig unnötig in die Kritik bringen ... und von daher ist es völlig unakzeptabel, wenn dann der VAR so eklatant versagt wie gestern. Der Vergleich zu Elfmeter/Karte gg. Gyamfi unterstreicht das nochmals.
Und ... wenn dann noch der gegnerische Trainer sagt, dass man heute mit dieser Moral auch zu Acht gegen Lautern gewonnen hätte, unterstreicht auch das nochmals wie massiv unwürdig dieser Auftritt im Trikot des FCK war !!
ww-devil hat geschrieben: 30.11.2025, 16:19
Ein Spiel gg. den Tabellen-17-sten, in dem kein (!!) FCK-Spieler eine positive Zweikampfbilanz hat, in dem wir 5 km weniger laufen ist schlicht und einfach nicht dem FCK würdig.
Lag nicht daran, dass wir so wenig gelaufen sind. Sondern daran, dass der BTV sich zerrissen hat. Passiert mal.
Der BTSV lag mit 122 km diesmal einfach weit über seinem Schnitt. War ein Spiel wie wir es unter Funkel gegen Kiel spielten. Die besten Kämpfer auf den Platz und gib ihm. Das wir jedesmal gegen die Baracklerfreunde untergehen regt mich auch auf. Aber vielleicht sollte man mal über einen Plan B nachdenken, wenn der Gegner an einem ST besser in "nackter Gewalt" ist.
"Für mich ist Schönheit, dem Gegner nicht zu geben was er will." José Mourinho
"Wir wollen keinen Schönheitspreis, sondern einfach nur punkten" Torsten Lieberknecht
Der 1. FC Kaiserslautern verabschiedet sich mit einer krachenden 1:6-Klatsche aus dem Pokal. In Berlin sprechen sie von der besten Leistung der Hertha seit Jahren. Der FCK darf mit Fug und Recht das andere Extrem für sich beanspruchen. weiterlesen ...
Wegen eines Muskelfaserrisses fällt Kim nicht nur anderthalb Monate aus, sondern wird auch noch in England behandelt? Da fällt mir wirklich nichts mehr ein… In der medizinischen Abteilung müsste dringend mal aufgeräumt werden. Und Kim wird wahrscheinlich zur nächsten Länderspielreise wieder fit sein. Bin ich sicher.
Ich teile die Analyse größtenteils.
Die im Bericht aufgeführte Formation verdeutlicht das Problem der ersten Halbzeit. Wir waren einer weniger. (Scherz am Rande)
Gegen Braunschweig vermochte man noch eine 0-Bock-Mentalität zu sehen, gestern gefiel mir die Einstellung schon eher. Dafür war dann die Aufstellung das wilde Element.
Wobei man Lieberknecht zu gute halten kann, dass die 3er Kette mit Kunze im Heimspiel gegen die Hertha die letzten 30min keinen Konter zugelassen hatte. Da gab auch Sahin den einzigen 6er. Ob es ohne den Schnitzer von Gyamfi funktioniert hätte bleibt leider ein Rätsel.
Lange Zeit zum Wunden lecken bleibt keine, am Samstag kann man sich schon den Frust schon von der Seele schießen.
Eigentlich schade dass man die redaktionellen Beiträge im Layout (zumindest mobil) nicht mehr zitieren kann.
Deshalb kurz so:
Danke erst einmal @Kohlmeyer für das gewissenhafte Aufarbeiten dieses Trauerspiels!
Kleiner Hinweis: Du schreibst 3-2-2-2, meinst aber natürlich (je nach Höhe der Schiene) 3-3-2-2 bzw. 3-1-4-2.
Ich beziehe mich mal auf letzteren Schlüssel, weil der wirklich jedem das Problem zeigt.
Sahin als alleinige 6 (!?!).
Natürlich waren da viele Individuelle Fehler gestern. Und vielleicht sogar ein paar massiv unnötige. Aber Fehler entstehen durch Druck, physisch wie psychisch. Plan A war nicht mutig — mit einem zentralen Mittelfeld aus drei schmächtigen Technikern wie Sahin, Skyttä und „Defensivmonster“ Ritter gegen ein 4-2-3-1 anzutreten ist der x-te brutale handwerkliche Fehler in den letzten Monaten. Natürlich kann man immer sagen „hätte ja auch gut gehen können“ — geht es nur regelmäßig gerade nicht.
Hat jemand Sahin bei seiner Auswechslung beobachtet? Glaube nicht dass der sich so über die vielen Fehler auf dem Platz geärgert hat.
Torsten Lieberknecht macht brutale Fehler, stellt sich regelmäßig hin und verteilt die Schuld auf andere (ja, dieses Mal „nimmt er (s)ich nicht aus“, nennt aber konkret dann doch wieder nur die vielen individuellen Fehler als Grund für die Niederlage).
Full disclosure:
Ich bin sehr, sehr sauer. Nicht weil ich keine desolate FCK-Vorstellung ertragen kann oder Lieberknecht nicht mag, sondern weil er a) teilweise fachlich unglaublich schlechte Entscheidungen trifft und dann b) mit seiner Verantwortungs-Allergie andere in den Regen stellt. Mein Gerechtigkeitssinn glüht mittlerweile. Es gibt Trainer die stellen sich nach so einer Nummer hin und sagen selbstbewusst und nüchtern „Die Umstellung schien vorher wie eine gute Idee, ist aber total nach hinten losgegangen.“ Manche vielleicht sogar „Die Umstellung hat nicht geklappt, wir haben Semih komplett auf die Lichtung gestellt.“ Nicht unserer.
Und das jetzt vollkommen ohne Emotion:
Das was da gerade passiert ist die Blaupause dafür wie man eine Mannschaft verliert. Ein 1:6 kommt nie von ungefähr. Deshalb hier, unter uns in der Mikro-Öffentlichkeit des Taktik/Analyse-Threads:
Wenn wir gegen Dresden nicht überzeugend gewinnen ist Lieberknecht Geschichte, jede Wette. Und wenn es wirklich so kommt hat er sich das redlich verdient.