Der Nachwuchs rückt ja nicht nur verstärkt in den Fokus, sondern er macht auch große Fortschritte. Der Robinson dieser Saison hat ja körperlich wenig mit dem von letzter Saison zu tun - anscheinend hat das Trainerteam hier die richtigen Stellschrauben auch gefunden, wo Robinson zulegen muss um den Sprung in Liga 2 zu schaffen.Otti Feldhagel hat geschrieben: 29.12.2025, 11:02 Die Frage ist doch, welche positiven Aspekte man rückblickend auf unsere Hinrunde überhaupt aufführen könnte, um ausgewogener zu bilanzieren.
Unser Nachwuchs rückt unter Lieberknecht endlich verstärkt in den Fokus – der Punkt geht an unseren Trainer. Unsere Punkteausbeute ist oberflächlich betrachtet ok – unbestreitbar. Was bleibt sonst noch? So sehr ich mich bemühe, da sehe ich einfach wenig bis nichts.
Auch der Teamspirit wirkt intakt - im Gegensatz zu der Zeit unter Anfang oder auch unter Grammozis wirken nun auch die Ersatzspieler fast alle völlig integriert.
Wir spielen insgesamt deutlich laufintensiver und können dieses Tempo auch mitgehen. Noch letzte Saison unter Anfang waren wir bei den drei Laufwerten (Kilometer, Anzahl Sprints, Anzahl intensive Läufe) ziemlich am Tabellenende (17. /14. / 17.)
Neuverpflichtungen wie Prtajin oder Skyttä spielen eine tolle Saison und sie sind sicherlich auch für höherklassige Mannschaften nun (wieder) interessant. Ein System, das auf Prtajins Kopfstärke und Skyttäs Handlungsschnelligkeit bei Ballgewinnen setzt, kommt ihnen eben auch entgegen. NAtürlich kann man darüber spekulieren, ob sie in einem anderen System nun noch besser oder schlechter wären. Aber sie funktionieren halt erstmal in diesem System und deswegen werden sie sicherlich nicht gerade zuhause in tiefstem Kummer versinken.
Das alles findet gerade vor dem Hintergrund statt, dass wir in der Sommerpause einen sehr großen personellen Umbruch und in in der Hinrunde auch einiges an Verletzungspech hatten. Dabei gilt es auch zu berücksichtigen, dass unser Kader ein ziemliches ungleichgewicht hat und uns auf mehreren Position die nötige Kaderbreite fehlt um die Verletzungen aufzufangen.
Das alles heißt nicht, dass ich aktuell zufrieden wäre mit der Arbeit von Lieberknecht. Das fing schon letzte Saison an als ich nicht verstanden habe wie stark er das System von Anfang umgestellt hatte, statt darauf aufzubauen. Das Positionsspiel im Aufbau macht gerade wieder deutliche Rückschritte und bei Ballgewinnen weit in der eigenen Hälfte fehlt mir beim Umschaltspiel die Struktur um nach vorne zu kommen. Sowas wie gegen Bielefeld wo wir im 5-4-1 Beton anrühren und bei Umschaltsituationen überhaupt nicht in der Lage sind genug Spieler schnell genug in die offensiven Räume zu schicken, will ich auch nicht sehe. Zuletzt hatten wir auch nun einige Spiele wo der Matchplan von Lieberknecht recht deutlich schief ging und die Mannschaft völlig hilflos dann wirkte - das ist ein ziemliches Alarmsignal.
Man sollte aber halt die oben angeführten positiven Entwicklungen auch nicht als Selbstverständlichkeit betrachten. Wie wenig selbstverständlich das ist, haben wir alle in den schlimmsten Zeiten des FCK schließlich erlebt. Man sieht auch wo Lieberknecht eigentlich hinwill - und man merkt seinen Frust, dass das gerade nicht immer klappt. Es ist also ja auch nicht so als wäre eine allgemeine Zufriedenheit mit der IST-Situation da.
27 Punkte sind einfach erstmal eine gute Ausgangsbasis um abzuwarten wie sich die Mannschaft in der Rückrunde entwickeln wird. Und dass Lieberknecht grundsätzlich in der Lage ist eine Mannschaft länger als 10 Spieltage zu einem bestimmten Spielstiel zu entwickeln hat er nunmal schon bewiesen. In Darmstadt hatte er vor dem Aufstieg in allen 4 Halbrunden mehr Punkte als wir jetzt diese Hinrunde geholt haben. Das ist halt kein kurzfristiges Glück...
