Melde mich seit längerer Zeit hier wieder zu Wort.
Was in diesem Forum abgeht, ist leider auch "betze-like" im negativen Sinne: Manche "sofa-coaches" und selbst ernannte Fachleute mosern und schießen ständig gegen TL. Die Realität ist: Wir sind momentan Tabellensiebter mit 20 Punkten; einer der Aufstiegsfavoriten, H 96, rangiert mit 21 Punkten auf Platz 5, der KSC ist mit der gleichen Punktzahl 6. Fordert irgendjemand auf deren Foren den Rücktritt von Titz bzw. Eichner? Wir sind m.E. voll im Soll.
Was in unserem Spiel neben der Verbesserung der Passgenauigkeit optimiert werden kann, sind m.E. ein
schnelleres Spielen und Sich-Bewegen mit und ohne Ball, besseres Freilaufen und mehr überraschende vertikale Pässe in den freien Raum bzw. in die Schnittstellen, so wie einst von Ciriaco Sforza meisterhaft praktiziert. Sahin könnte in eine ähnliche Regisseurs-Rolle hineinwachsen, aber das geht nicht von heute auf morgen.
Krahl hat am vergangenen Samstag - wie in vielen Spielen zuvor auch - den schnellen, zielgenauen Abwurf wiederholt nicht fertig gebracht. Es wird viel zu viel hinten herum gespielt. Wir sind vom Gegner (noch) zu leicht ausrechenbar. Das leidige Thema "Einwürfe", klassische Standardsituationen vor allem in Strafraumnähe, ist uralt: Seit Drittliga-Zeiten schaffen wir es kaum, schnelle Einwürfe zum Mitspieler zu bringen und zu schnelleren Angriffen zu nutzen. Auch haben wir seit dem Weggang von Marcel Gaus keinen "Weitwerfer" in den Strafraum. Mika Haas könnte einer werden. All das lässt sich trainieren und verbessern.
TL ist eine ehrliche Trainerhaut, der zu uns passt, Spieler nicht nur wertschätzt, sondern auch motivieren und besser machen kann (Mika Haas und Leon Robinson). Wer spricht noch von Tymo Puchacz?
Wir brauchen keinen Rhetorikprofessor als Trainer, sondern einen bodenständigen Fußball-Lehrer (wie es Otto Rehagel oder Costa Runjaic waren), der geradlinig und kontinuierlich seine Philosophie verfolgt und hierbei auch offen für die eine oder andere Änderung ist.
Wer selbst gekickt hat, egal auf welchem Level, weiß, dass sich nichts auf die Schnelle erzwingen lässt. Fußball ist ein komplexes Mannschaftsspiel mit hunderten von Stellschrauben. Geduld in diesem schnellen Geschäft mit Riesensummen und einem fest etablierten Legionärstum ist eine Tugend, die leider immer mehr in den Hintergrund rückt. Volker Finke, Otto Rehagel, Christian Streich und Frank Schmid sind Beispiele dafür, dass sich Geduld, Vertrauen und Kontinuität als Grundkonzept lohnen und mittel- bis langfristig zum Erfolg führen.
Das Spiel gegen Hertha beweist wieder einmal, dass Glück einfach dazu gehört und oft nur Kleinigkeiten in einem Spiel entscheiden. Also weitermachen: Die Länderspielpause nutzen, gut trainieren und gegen Kiel wieder voll punkten!
Nur der FCK! Fan seit 1953. Never give up hope.
