
Samstag, 13:00 Uhr: An Ostern wieder der lachende Dritte?
Der 1. FC Kaiserslautern hat einen Punkt Rückstand auf den Relegationsplatz und gastiert am Wochenende bei Eintracht Braunschweig. Gibt's dann den nächsten verrückten Spieltag in Liga Zwei?
Spürbar groß war der Frust bei vielen FCK-Fans am vergangenen Spieltag: Die drei vor den Roten Teufeln platzierten Teams hatten gepatzt, der ärgste Verfolger blieb ebenfalls ohne Punkte - aber weil auch die Anfangself gegen Nürnberg (1:2) leer ausging, wurde ein großer Schritt im Aufstiegskampf verpasst. Hamburg und Köln sind somit ganz oben weiterhin leicht enteilt, während sich dahinter das Rennen um Relegationsplatz 3 fast schon dramatisch zugespitzt hat. Da stellt sich die Frage: Wer wird an Ostern der "lachende Dritte" sein?
Auf den FCK wartet ein Gegner, der sich ebenfalls noch mit der Relegation beschäftigen muss, allerdings mit der für Platz 16. Diesen haben die Braunschweiger jüngst dank des sensationellen 4:2-Auswärtssieges bei Spitzenreiter HSV verlassen, stehen aber nur zwei Punkte vor Münster und damit immer noch tief im Abstiegskampf. Davor gab es einen 3:2-Erfolg gegen Paderborn Mit welchem Selbstvertrauen wird der BTSV nach zuletzt zwei Siegen gegen Spitzenteams auftreten? Und mit welchem der FCK, nachdem gegen Magdeburg (0:2) und eben Nürnberg zwei Big-Point-Chancen vergeben wurden?
Wie stellt Anfang auf? Verschiedene Änderungen sind denkbar
Braunschweig und Lautern können personell wohl beide mehr oder weniger aus dem Vollen schöpfen. Beim FCK wird spannend zu diskutieren sein, ob und welche Änderungen es in der Startelf gibt. Die vier Wechsel gegenüber dem Magdeburg-Spiel zündeten gegen Nürnberg erst in der zweiten Halbzeit, als Daisuke Yokota und mit Abstrichen Faride Alidou die Flügel neu belebten. Gibt es vielleicht auch in der Abwehr eine Änderung, etwa mit der Nominierung von Jannis Heuer? Die Aufstellungen von Jan Gyamerah und Kenny Redondo anstelle von Jean Zimmer und Florian Kleinhansl brachten auch nicht den gewünschten Ertrag. Es gibt also viele Möglichkeiten für Anfang und sein Team, über die in der laufenden Trainingswoche sicher ausgiebig nachgedacht wird.
Wer in den Osterferien mal beim Training zuschauen möchte, ob sich personell vielleicht schon etwas erkennen lässt: Am Dienstag um 15:00 Uhr (Platz 4 am Fritz-Walter-Stadion) gibt es eine öffentliche Einheit. An Karsamstag geht es dann im voraussichtlich ausverkauften Eintracht-Stadion um für beide Teams wichtige drei Punkte - die Roten Teufel werden von einem komplett gefüllten Gästeblock und somit rund 2.500 Fans unterstützt.
Quelle: Der Betze brennt
Weitere Links zum Thema:
- Übersicht: Kompletter Team-Status des 1. FC Kaiserslautern
Ergänzung, 16.04.2025:
Gegner-Check BTSV: Ohne Frust gegen breite Brust
Eintracht Braunschweig hat nach zwei Siegen in Folge Selbstbewusstsein getankt. Da muss der 1. FC Kaiserslautern nach zwei Pleiten hintereinander erstmal gegenhalten. Und vor allem im Zweikampf- und generell Abwehrverhalten zulegen.
So lief's seit dem Hinspiel: Mit ihrer 2:3-Niederlage im Fritz-Walter-Stadion am 13. Spieltag begaben sich die Löwen wieder auf Talfahrt. Zuvor hatten sie sich nach einem katastrophalen Saisonstart gerade berappelt, waren drei Partien ungeschlagen geblieben, hatten am vorangegangenen Spieltag den HSV 3:1 besiegt und sich auf Platz 15 hochgearbeitet. Nun aber ging's wieder bergab. Sieben Spiele ohne Sieg, vier Niederlagen, darunter eine besonders heftige 0:5-Klatsche in Düsseldorf, Sturz auf Rang 17. Erst im Februar fing sich das Team von Trainer Daniel Scherning wieder. Sportchef Benjamin Kessel hatte am Coach trotz wachsender Kritik im Umfeld festgehalten. Siege in Karlsruhe und gegen Darmstadt hoben den BTSV wieder über den Strich. Dann folgte abermals ein Ergebnisdelle mit drei Unentschieden und zwei Niederlagen, darunter ein 1:5 gegen Hertha BSC vor eigenem Publikum, das besonders weh tat. In den jüngsten beiden Partien aber ließen die Niedersachsen aufhorchen. Erst ein 3:2-Sieg gegen Paderborn, zuletzt ein 4:2 in Hamburg. Nun steht die Eintracht wieder auf Platz 15, zwei Punkte vor Münster. Und will da auch bleiben.
Das hat sich geändert: In der Winterpause waren die Braunschweiger auf dem Transfermarkt aktiv. Der langjährige Stammkeeper Ron-Robert Hoffmann (26) wurde auf Leihbasis aus Schalke zurückgeholt, der Ex-Lautrer Lennart Grill, der im Hinspiel den Kasten hütete, ist nach Fürth weitergezogen. Hoffmann ist seither, wen wundert's, gesetzt. Ebenfalls aus Schalke liehen sie den ligaerfahrenen Lino Tempelmann (26). Auch er schlug ein: Schon fünf Treffer und eine Vorlage, und das als eher defensiv orientierter Mittelfeldmann. Aus Lautern leasten sich die Löwen bekanntlich Richmond Tachie (25), der zunächst nur als Einwechselspieler zum Zug kam. In den jüngsten drei Partien allerdings stand der schnelle Stürmer stets von Beginn an auf dem Platz, beim 1:1 in Münster und beim 3:2 gegen Paderborn hat er sogar genetzt. Dass Scherning ihn am Samstag bringt, ist recht wahrscheinlich. Der aus den Niederlanden geholte Julian Baas (22) hingegen stagnierte zuletzt. Gegen Paderborn und in Hamburg zog Scherning zog ihm wieder den rustikaleren Robin Krauße (31) vor, der zwischenzeitlich zum Reservisten mutiert war - die Ergebnisse sprechen für sich. Wie konsequent Scherning in dieser Beziehung zu handeln versteht, belegt besonders eindrucksvoll das Beispiel von "Eisen-Ermin" Ermin Bicakcic (35). Der Kapitän saß seit dem 1:5 gegen Hertha nur noch auf der Bank. In Hamburg musste dort mit Fabio Kaufmann (32) noch ein weiterer Routinier Platz nehmen, der bislang als gesetzt galt. Stürmer-Kante Levente Szabó (25) fehlte zuletzt verletzt, soll in Kürze aber wieder zurückkehren.
Gewinner und Verlierer: Unterm Strich gilt immer noch Rayan Philippe (24) als Braunschweigs größter Gewinner dieser Saison. Elf Tore und sechs Vorlagen stehen bei ihm bereits auf dem Konto. Dass er im Falle eines Klassenverbleibs ablösepflichtig wäre, dürfte Interessenten aus der Bundesliga kaum abschrecken, Mainz gilt als heißer Kandidat. Aber: Zuletzt plagte den Franzosen ein Formtief. In Münster und gegen Paderborn saß er zunächst nur auf der Bank, erst in Hamburg durfte er wieder starten - und traf. Aktuell größter Gewinner ist der ehemalige Lautrer Nachwuchsmann Leon Bell Bell (28). Gegen Paderborn kam er von der Bank und erzielte den Siegtreffer, in Hamburg durfte er von Anfang ran - und traf erneut. Gemeinsam mit Philippe und dem zuverlässigen rechten Außenbahnspieler Marvin Rittmüller stand Bell Bell am Montag in der "Kicker"-Elf des Tages. Wir vermuten, er startet auch am Samstag. In den Vordergrund gespielt hat sich zuletzt der junge Max Marie (20), der aus der Zweiten Mannschaft St. Paulis zur Eintracht stieß. Dagegen kamen die ligaerfahrenen Sommer-Neuzugänge Sebastian Polter (35) oder Christian Conteh (25) noch nicht über Reservistenrollen hinaus.
Zahlenspiele: In der Rückrundentabelle belegt Braunschweig aktuell Platz 9. Die Eintracht hat bereits 17 Punkte geholt, nur drei weniger als der FCK. Das sind nach bislang zwölf Spieltagen vier mehr als in der gesamten Hinrunde. Dabei haben sie genauso viele Treffer erzielt (16), aber 16 weniger kassiert. Womit hinreichend belegt sein dürfte, wo der BTSV stärker geworden ist. Der durchschnittliche Ballbesitzanteil hat sich gegenüber der Hinrunde leicht gesteigert, liegt jetzt bei 46 Prozent im Mittel. Die Passpräzision zählt mit 79,7 Prozent weiterhin zu den schwächsten Liga, ist aber auch nichts Ungewöhnliches bei Teams, die nach Ballgewinn sofort den tiefen Ball spielen. Über die gesamte Saison betrachtet, hätten sie nach xGoals sechs Treffer mehr erzielen und vier weniger kassieren müssen. Diese Werte aber haben sich grade in den jüngsten beiden Spielen verschoben. Gegen Paderborn siegten die Braunschweiger 3:2 nach einem xGoals-Ergebnis von 0,97 : 3,41 (Quelle: "bundesliga.de"), in Hamburg 4:2 mit lediglich 1,33 xGoals (HSV: 1,07). Wenn dieser Trend sich am Samstag fortsetzt, sieht's mau aus für den FCK. Spieler mit einem überragenden Skill gibt's eigentlich nur einen: Philippe zählt zu den schnellsten Spielern der Liga. Ordentlich Tempo drauf haben allerdings auch Tachie und Bell Bell, da gegenzuhalten, wird für Lauterns Hintermannschaft prio haben. Winter-Neuzugang Tempelmann weist regelmäßig die stärksten Lauf- und Zweikampfwerte seines Teams auf.
Fazit: Erneut trifft der FCK auf eine Eintracht, die gerade mit einem Sieg über den HSV mächtig Selbstvertrauen getankt hat. Diesmal wirkt die Brust sogar noch breiter. Für den zurückgekehrten Robin Krauße hat sein Team in Hamburg sogar "das beste Spiel in der Fremde" gemacht, "seit ich hier bin". Krauße steht seit 2021 in Braunschweig unter Vertrag. Auch Trainer Scherning hat ein "Top-Spiel" seiner Elf und einen "völlig verdienten" Sieg gesehen: "Wir waren sehr, sehr strukturiert, sind nach Ballgewinnen sofort in die Tiefe gekommen, waren gut gegen und mutig mit dem Ball." Gegen so viel frisch getanktes Selbstbewusstsein müssen die Roten Teufel nach zwei Niederlagen in Folge erstmal ankommen. Dazu gilt es, die Frage zu klären, wo genau der Hebel anzusetzen ist. Die Chancenausbeute zuletzt bei der 1:2-Heimniederlage gegen Nürnberg mag erbärmlich gewesen sein, aber ist sie ein grundsätzliches Problem? Den Analysedaten zufolge eher nicht, da dürfte das FCN-Spiel tatsächlich nur ein Ausreißer gewesen sein. Typen wie Marlon Ritter und Ragnar Ache werden ihre Gelegenheiten auch wieder nutzen. Viel problematischer sind die vielen vermeidbaren Gegentreffer, die sich in den vergangenen Partien häuften. Gegen Nürnberg und Düsseldorf durfte der Gegner zwei Eckbälle in Tore ummünzen, in Magdeburg, aber auch schon in Paderborn fiel auf, dass sich vorm Lautrer Sechzehner immer wieder Anspielstationen finden, auf denen die Kontrahenten unbedrängt schalten und walten können. Markus Anfang hat das Problem erkannt, wie in der Pressekonferenz nach dem FCN-Spiel herauszuhören war. Bei der Frage, ob und wie er da personelle Konsequenzen ziehen wird, blieb er allerdings unkonkret, was so kurz nach dem Abpfiff auch kein Wunder ist. Mal sehen, was ihm unter der Woche so einfällt.
Quelle: Der Betze brennt / Autor: Eric Scherer
Ergänzung, 17.04.2025:
Anfang: "Wir haben jetzt schon eine gute Saison gespielt"
Der FCK kämpft weiter um den Aufstieg, musste zuletzt aber zwei herbe Stimmungsdämpfer hinnehmen. Vor der Partie in Braunschweig will sich Trainer Anfang die Saison dennoch nicht zerreden lassen und sendet einen Appell an das Lautrer Umfeld.
"Je länger die Saison läuft und je länger du in einem Tabellenbereich bist, wie wir aktuell sind, desto mehr kommt die Hoffnung im Umfeld auf. Das ist auch in Ordnung so. Aber man muss trotzdem realistisch sein und sagen: Wo kommen wir her? Was haben wir im letzten Jahr mitgemacht? Welche Entwicklung haben wir gemacht?", fragt FCK-Trainer Anfang rhetorisch vor dem Auswärtsspiel seines 1. FC Kaiserslautern bei Eintracht Braunschweig (Karsamstag, 13:00 Uhr). Der 50-Jährige sieht die aufkeimende Nervosität im Umfeld mit Fans, Funktionären, Medien und Investoren nach den jüngst verpassten Big-Point-Chancen gegen Magdeburg (0:2) und Nürnberg (1:2) nicht gerne - und möchte sie lieber in eine positive Denkrichtung umlenken: "Ich fand die Aussage von Markus Babbel (TV-Experte beim letzten Heimspiel; Anm. d. Red) eigentlich ganz gut: Egal wie die Saison ausgeht, man kann von einer richtig guten Saison sprechen. Das haben wir am Ende des Tages jetzt schon geschafft. Wir haben einfach ne gute Saison gespielt. Da kommen jetzt noch fünf Spiele dazu und die Jungs und wir im Trainerteam müssen alles dafür tun, die entsprechend zu Ende zu bringen. Die Träume und die Hoffnungen im Umfeld haben wir durch unsere Leistung und unsere Arbeit erzeugt. Die haben wir nicht geschenkt bekommen. Da dürfen die Leute gerne träumen, aber bitte auch ein Stück realistisch sein. Vor Saisonbeginn hätte jeder diese Situation fünf Spieltage vor Schluss unterschrieben und gesagt: Ja, machen wir. Lasst uns das genießen und lasst es uns nicht kaputtreden."
Schambeinprobleme: Daisuke Yokota fällt wahrscheinlich aus
Hinter dem Einsatz von Daisuke Yokota, der gegen Nürnberg die Partie als Einwechselspieler belebte, steht noch ein dickes Fragezeichen. Der Flügelstürmer kann wegen Schambeinproblemen nicht trainieren und Anfang bezeichnet Hoffnung für Samstag als "sehr gering". Ansonsten stehen mit Ausnahme der Langzeitverletzten Hendrick Zuck (Kreuzbandriss) und Afeez Aremu (erfolgreiche OP nach Kapselabriss in der Schulter) alle Profis zur Verfügung.
Der Gästeblock im Eintracht-Stadion ist restlos ausverkauft: 2.394 FCK-Fans werden ihre Mannschaft von dort nach vorne peitschen.
» Zum Video: Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel bei Eintracht Braunschweig
Alle weiteren Informationen zum FCK-Spiel in Braunschweig folgen am Freitag im ausführlichen Vorbericht auf Der Betze brennt.
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 18.04.2025:
Vorbericht: Eintracht Braunschweig - 1. FC Kaiserslautern
Keine Eier mehr ins Netz legen lassen
Die Osterreise führt den 1. FC Kaiserslautern in diesem Jahr zu Eintracht Braunschweig. Die Ergebnisse beider Teams waren zuletzt genau gegensätzlich.
In der absoluten Endphase einer Spielzeit werden im Sport immer wieder die Restprogramme bemüht. Ist das der einen Mannschaft leicht? Das der anderen etwas schwerer? Und wie viele Punkte sind denn da jetzt noch so drin? Die Rechnerei ist ja eh immer so eine Sache und an den letzten Spieltagen passieren regelmäßig die merkwürdigsten Dinge, was vieles hinfällig macht. Dass das Restprogramm in dieser Saison noch weniger Aussagekraft haben dürfte als eh schon, bewies der kommende FCK-Gegner an den vergangenen beiden Spieltagen. Anpfiff der Partie im Eintracht-Stadion ist am Samstag um 13:00 Uhr.
Was muss man zum 30. Spieltag wissen? Hier kommen die wichtigsten Vorab-Informationen:
Der FCK: Ausgangslage und Personal
Geht dem 1. FC Kaiserslautern zum Ende der Saison wirklich die Luft aus? Nach zuletzt zwei Niederlagen (0:2 in Magdeburg und 1:2 gegen Nürnberg) muss in Braunschweig der Turnaround gelingen und ein starker Schlussspurt gestartet werden, wenn die gute Tabellensituation ins Ziel gebracht werden soll. Noch ist alles möglich, der Relegationsplatz liegt mit einem Punkt Rückstand weiter in Reichweite. Aber um weiter oben mitzumischen, muss die Auswärtsschwäche der letzten Wochen in Niedersachsen endlich enden. Zuletzt gab es nämlich drei Niederlagen in Folge in fremden Stadien, und das mit zehn Gegentoren.
Personell sieht es weiter gut aus. Der gegen Nürnberg nach seiner Einwechslung stark aufspielende Daisuke Yokota droht zwar wegen Schambeinproblemen auszufallen. Anfang machte am Donnerstag wenig Hoffnung auf ein Mitwirken des Japaners, der in dieser Woche kaum trainieren konnte. Ansonsten kann der FCK-Coach aber mit Ausnahme der Langzeitverletzten Afeez Aremu und Hendrick Zuck mit jedem Spieler planen.
Der Gegner: Ausgangslage und Personal
Auch in der dritten Saison nach dem gemeinsam mit dem FCK erreichten Wiederaufstieg spielt Eintracht Braunschweig gegen den Abstieg. Dabei gelangen der Mannschaft von Daniel Scherning im April aber schon zwei Big Points gegen Top-Teams der Liga. Vor zwei Wochen wurde Paderborn mit 3:2 besiegt, eine noch größere Überraschung war der 4:2-Sieg in Hamburg am vergangenen Freitag. Dadurch beträgt der Vorsprung auf den 16. Platz derzeit zwei, auf den 17. vier Zähler. In den letzten fünf Saisonpartien geht es mit Ausnahme des Aufeinandertreffens mit Regensburg nur noch gegen Aufstiegsaspiranten. Aber wie eingangs beschrieben, hat das in der Crunch Time wohl wenig zu bedeuten.
Trainer Scherning kann gegen den FCK auf die Elf der letzten Wochen setzen, auch Joe Gomez steht nach einer Verletzungspause wieder zur Verfügung. Der aus Lautern ausgeliehene Richmond Tachie, der in den vergangenen drei Spielen zwei Tore und eine Vorlage beisteuerte, dürfte auch gegen seinen Stammverein in der Startelf stehen.
Frühere Duelle
Das "ewige Duell" der vergangenen Jahre geht in die nächste Runde. Zum insgesamt 68. Mal spielen der BTSV und der FCK am Karsamstag gegeneinander. Das Hinspiel gewannen die Roten Teufel nach Toren von Filip Kaloc, Ragnar Ache und Daniel Hanslik mit 3:2.
Fan-Infos
Bis Donnerstag waren rund 22.000 Karten verkauft, das Eintracht-Stadion wird also fast oder sogar komplett ausverkauft sein.. Das Gästekontingent ist wie üblich komplett vergriffen, etwa 2.500 FCK-Fans werden den FCK unterstützen. In der DBB-Kartenbörse werden vereinzelt noch übrige Tickets für den Gästeblock angeboten.
Informationen zu Anreise, Parkmöglichkeiten und Stadionumfeld findet ihr in den vom FCK veröffentlichten Fan-Infos. Auch die Eintracht informiert auf ihrer Website rund um die Partie. Der Gästeblock öffnet um 11:15 Uhr.
O-Töne
FCK-Trainer Markus Anfang: "Ich erwarte, dass Braunschweig mit breiter Brust auftritt und versucht, das umzusetzen, was ihnen in den letzten Partien gelungen ist – nämlich aggressiv zu spielen und auf Umschaltmomente zu setzen. Sie haben gezeigt, dass es schwer wird, gegen sie zu spielen. Aber für uns gilt es, so aufzutreten wie in der zweiten Halbzeit gegen Nürnberg."
Eintracht-Trainer Daniel Scherning: "Jeden Sieg, den man in der Endphase der Saison landet, ist ein extrem wichtiger Baustein. Wir haben 17 Punkte aus den zwölf Spielen in der Rückrunde geholt und sind seit dem Winter stabiler und deutlich besser als in der Hinserie."
Daten und Fakten
Voraussichtliche Aufstellung:
Eintracht Braunschweig: Hoffmann - Jaeckel, Köhler, Nikolaou - Rittmüller, Krauße, Bell Bell - Tempelmann, Marie - Philippe, Tachie
Es fehlen: Casali, Sané, Tauer (alle Aufbautraining)
1. FC Kaiserslautern: Krahl - Elvedi, Sirch, Bauer - Gyamerah, Breithaupt, Kaloc, Redondo - Hanslik, Ache, Ritter
Es fehlen: Aremu (Kapselabriss in der Schulter), Zuck (Kreuzbandriss), evtl. Yokota (Schambeinprobleme)
Quelle: Der Betze brennt / Autor: Florian Reis
Ergänzung, 19.04.2025:
0:2 in Braunschweig: FCK kassiert nächste Niederlage
Der 1. FC Kaiserslautern kann den Abwärtstrend nicht stoppen und gerät im Rennen um den dritten Platz immer mehr ins Hintertreffen. Bei Eintracht Braunschweig unterlagen die Lautrer 0:2 (0:0) und kassierten die dritte Pleite in Folge.
Trainer Markus Anfang baute die Startelf gegenüber der Partie gegen Nürnberg auf insgesamt drei Positionen um und sorgte damit schon vor dem Anpfiff für die ein oder andere Überraschung. Mit dem Ziel, die zuletzt anfällige Defensive zu stabilisieren, rückten Jannis Heuer, Erik Wekesser und Leon Robinson in die Anfangsformation. Im fast ausverkauften Eintracht-Stadion waren Höhepunkte zunächst Mangelware. In der 18. Minute traf Braunschweigs Rayan Philippe aus aussichtsreicher Position den Ball nicht richtig. Später verzog Robin Krauße im Anschluss an einen Freistoß (24.), dann blockte Maxi Bauer stark gegen FCK-Leihgabe Richmond Tachie (31.). Die Roten Teufel setzten ihrerseits auf Umschaltsituationen. Ein brauchbarer Abschluss sprang in den ersten 45 Minuten allerdings nicht heraus.
Mit Wiederbeginn setzten sich die Lautrer zunächst etwas in der gegnerischen Hälfte fest und forderten bei zwei Aktionen in der 48. und 49. Minute zweimal vergeblich einen Elfmeter. Ein Doppelschlag der Gastgeber brachte die Gäste dann ins Hintertreffen. Lino Tempelmann traf nach einem Fehlpass von Tim Breithaupt zur Führung für Braunschweig (51.). Wenige Sekunden später legte Philippe den zweiten Treffer nach (53.). Wieder nur drei Minuten darauf parierte Julian Krahl einen Kopfball von Tachie (56.). Markus Anfang reagierte mit einem dreifachen Wechsel und brachte mit Daniel Hanslik, Faride Alidou und Daisuke Yokota drei Offensivkräfte. Robinson hatte mit einem verzogenen Abschluss die zunächst beste Chance zum Anschluss (58.), dann war wieder der BTSV durch Tachie dran (59.). Ragnar Ache (64.) und Marlon Ritter (65.) kamen für den FCK zu zwei ordentlichen Chancen aus der Distanz. Torwart Ron-Thorben Hoffmann musste aber nicht eingreifen. Zum ersten und einzigen Mal wirklich gefragt war der Eintracht-Keeper in der 88. Minute gegen Ache.
Nach der dritten Niederlage in Folge, der vierten Auswärtspleite am Stück, liegen die Roten Teufel in der Tabelle vorerst auf dem siebten Platz. Am kommenden Sonntag geht es für den FCK mit dem nächsten Heimspiel weiter. Ab 13:30 Uhr ist dann der FC Schalke 04 zum Klassiker zu Gast im Fritz-Walter-Stadion.
Wie bewertest Du die heutige Leistung der Roten Teufel? Hier geht's zur Spielerbenotung zum Auswärtsspiel bei Eintracht Braunschweig.
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 19.04.2025:
Stimmen zum Spiel
Die Gründe für die Krise? Das sagen Klos und Anfang
Beim 1. FC Kaiserslautern steht die eigentlich bisher als gut bewertete Saison auf der Kippe. Nach dem 0:2 bei Eintracht Braunschweig analysierten Marcel Klos und Markus Anfang die Situation. Wackelt der Trainerstuhl?
Klos: "Es gibt keine Trainerdebatte beim FCK"
"Nein, es gibt keine Trainerdebatte beim FCK", stellte Sportdirektor Marcel Klos nach dem Spiel in der Runde der aus Kaiserslautern mitgereisten Journalisten klar. Es war die dritte Niederlage in Folge, nach der sein Team aber trotzdem nur zwei Punkte hinter dem Relegationsplatz liegt. Die anderen Mannschaften - besonders Elversberg und Düsseldorf (1:1) - hatten mal wieder gut für den FCK gespielt, der diese Vorlage aber zum wiederholten Male nicht ausnutzen konnte. "Ich finde, heute haben wir ein gutes Spiel gemacht, kriegen dann einen Doppelschlag, aber wir hätten auf jeden Fall etwas mitnehmen können. Klar sind es jetzt drei Niederlagen in Folge - das sieht erstmal nicht gut aus. Das hängt auch damit zusammen, dass das Momentum einfach nicht auf unserer Seite ist. Wichtig ist jetzt, dass wir vor dem Heimspiel gegen Schalke gut arbeiten, den Jungs wieder Mut zusprechen und versuchen, dann die drei Punkte einzufahren."
Markus Anfang hatte einiges probiert, zunächst mehrere Stammspieler rausgenommen, später zusätzliche Offensivkräfte eingewechselt. Doch der Ball wollte in der Schlussphase von Braunschweig wie schon in der Woche zuvor gegen Nürnberg (1:2) einfach nicht ins Tor. Durch einen Doppelschlag von Lino Tempelmann (51.) und Rayan Philippe (53.) stellten die im Abstiegskampf befindlichen Gastgeber ihren Heimsieg sicher. "Das ist halt momentan so ein bisschen das Manko, dass wir einfach zu viele individuelle Fehler haben und dadurch dann auch die Spiele verlieren", analysierte der FCK-Trainer. "Das tut weh, aber es ist halt ein Prozess, es ist eine Entwicklung, die wir machen müssen. Da müssen wir reifer werden. Und wir müssen doch jetzt nicht daran arbeiten, dass wir Tabellen lesen. Wir müssen daran arbeiten, dass wir weniger Fehler machen, dass wir unsere Chancen nutzen, dass wir Spiele gewinnen. Nur damit können wir am Ende auch den nächsten Schritt machen. Deswegen wäre es ganz gut, wenn alle einfach einen Schritt zurück gehen und sagen, wir sind in der Realität angekommen.”
Anfang: "Fehler abstellen statt Tabelle lesen"
Über seinen eigenen Posten wollte Anfang auch auf Nachfrage nicht sprechen, ebensowenig wie zuvor sein Vorgesetzter Klos: "Das beschäftigt mich nicht. Ich kann darauf nur die klassische Antwort geben, dass ihr da den Falschen fragt. Ich habe keinen Einfluss darauf. Was ich sagen kann, ist unsere Zielsetzung, die wir hatten: Eine ruhige Saison mit einem einstelligen Tabellenplatz. Darum kämpfen wir. Mich zerfrisst es, dass wir Spiele verlieren, die wir eigentlich für uns entscheiden können."
Die Spieler teilten natürlich den Frust ihrer Vorgesetzten sowie auch der rund 2.500 an Karsamstag mitgereisten Fans. "Der Doppelschlag war der Genickbruch für uns. Ich finde, wir sind nach der Pause ganz gut rausgekommen. Dann kassieren wir aber zwei Gegentore innerhalb von Minuten. Wir haben danach alles versucht, aber es hat einfach nicht gereicht", erklärte Maxi Bauer, und der anstelle von Filip Kaloc für die Startelf nominierte Leon Robinson ergänzte: "Wir sind enttäuscht und sauer auf uns selbst. Das erste Ziel war, hier zu Null zu spielen und das haben wir in der ersten Halbzeit im Defensivverbund auch ganz gut gemacht. Nach der Pause hatte ich das Gefühl, wir sind gut drin. Ich glaube, wenn wir diesen Doppelschlag nicht bekommen, dann geht das Spiel ganz anders aus. Ich hoffe, die Momente mit dem Quäntchen Glück kommen wieder."
Ritter: "Drei Niederlagen am Stück sind scheiße"
Ein wenig tiefer ging die Analyse von Mannschaftskapitän Marlon Ritter: "Die Mannschaft hatte den Willen, das Spiel zu drehen. Aber das ist uns wieder nicht gelungen. Wir brauchen die Saison nicht abzuschenken. Drei Niederlagen am Stück sind scheiße. Aber es sind jetzt noch zwölf Punkte zu vergeben und wir haben noch viermal die Chance, als Sieger vom Platz zu gehen. Wir sind alle in der Pflicht. Jeder muss versuchen, das Beste aus der Saison zu machen. Jeder will Spiele gewinnen. Deshalb glaube ich nicht, dass es meine Aufgabe als Kapitän ist, einzelne Spieler zu motivieren. Wer keine Lust hat, der ist im Fußball ohnehin falsch. Es geht weiter."
» Zum Video: Pressekonferenz nach dem Auswärtsspiel bei Eintracht Braunschweig
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 20.04.2025:

Blick in die Kurve
Trotz erneuter Pleite: Spieler und Fans halten zusammen
Regenwetter an Karsamstag und keine Punkte für den FCK: Für die rund 2.500 Betze-Anhänger, die ihr Osterwochenende mit der Auswärtsfahrt nach Braunschweig starteten, gab es nicht viel zu feiern. Das Band zwischen Fans und Spielern hält trotzdem.
Die dritte Niederlage in Folge hat den Aufstiegshoffnungen einen herben Dämpfer beschert. Und jede Niederlage frustriert. Im Großen und Ganzen betrachtet sind aber viele Lautrer, und vor allem die, die ins Stadion gehen, zufrieden mit der bisherigen Saison. Zu frisch ist noch die Erinnerung an das letzte Jahr, als man nach Pleiten wie dieser in Braunschweig mit größten Sorgen um den Klassenerhalt nachhause fahren musste.
So wurde das Team auch am Samstag im Eintracht-Stadion über fast die gesamten 90 Minuten nach vorne gepeitscht. Lediglich nach dem 0:2 aus Sicht des FCK wurde es mal kurz still, ehe es auch dann wieder weiterging. Nach dem Schlusspfiff kam die Mannschaft vor den Gästeblock und wurde weitgehend mit Aufmunterung und Anfeuerung nachhause verabschiedet.

Vor dem Spiel wurde im Gästeblock das "Palzlied" angestimmt und mit einer Fahnen- und Schalparade untermalt. Während der Partie wurde dann sowohl im Gästeblock auch in der Heimkurve ein Spruchband präsentiert, das an den Aktionsspieltag von vor einer Woche anknüpfte: "Verbandsstrafen abschaffen!" Ausgehend von einigen Fanszenen im Nordosten, aber mit immer mehr Unterstützung auch aus dem Rest Deutschlands soll hier die völlig maßlos gewordene Geldstrafen-Politik des DFB angeprangert werden, unter der bekanntlich auch der FCK immer wieder zu leiden hat. Nähere Infos und Argumente sind auf der Internetseite der Kampagne zu finden: www.verbandsstrafen-abschaffen.de


Während die FCK-Fans sportlichen Frust schieben mussten, durften die Braunschweiger unter den 22.651 Zuschauern jubeln. Auf fast ausverkauften Rängen erlebten sie den dritten Sieg in Serie ihrer Mannschaft und damit einen großen im Abstiegskampf. So nah liegen Leid und Freud im Fußball beisammen.

Zur kompletten Fotogalerie vom FCK-Auswärtsspiel in Braunschweig:
- Fotogalerie | 30. Spieltag: Eintracht Braunschweig - 1. FC Kaiserslautern
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 22.04.2025:
Wenige Lichtblicke: Die Betze-Noten aus Braunschweig
Kein Torschuss in der ersten Halbzeit, individuelle Fehler im zweiten Abschnitt: Beim 0:2 in Braunschweig weiß kein Roter Teufel zu überzeugen, allenfalls kleine Lichtblicke kann man mit der Lupe finden.

Klar, Tim Breithaupt wird für seine beiden Ballverluste vor den Treffern des BTSV besonders abgestraft: Durchschnittsnote 5,3 bei genau 2.500 abgegebenen Fan-Bewertungen auf Der Betze brennt, Note 5,5 vom "Kicker", eine glatte 5 bei der "Rheinpfalz". Der mit Abstand schlechteste Auftritt des bisher eigentlich sehr soliden Winter-Neuzugangs. Was man dazu aber auch sagen muss: Breithaupts Ballverluste waren beide in der Nähe der Mittellinie und nicht als letzter Mann, sie hätten also auch von seinen Mitspielern noch ausgebügelt werden können. Das gelang nicht. Ebenfalls schlecht schneidet Jan Gyamerah (DBB: 4,6 / Rheinpfalz: 4 / Kicker: 5) ab. Immerhin durchschnittlich kommen der erstmals wieder für die Startelf nominierte Jannis Heuer (3,6 / 3 / 4) und zumindest aus Sicht des "Kicker" Julian Krahl (4,2 / 3,5 / 2,5) weg.
Die Spielernoten werden präsentiert von Weinstraßen Energie, unserem Partner für nachhaltige und gleichzeitig preiswerte Energieversorgung.
» Zur kompletten Notenübersicht: Eintracht Braunschweig - 1. FC Kaiserslautern

Quelle: Der Betze brennt / Rheinpfalz / Kicker
