
Vorbericht: Eintracht Braunschweig - 1. FC Kaiserslautern
Bei der Eintracht für Zwietracht sorgen
Nach zwei Spielen gegen Aufstiegskandidaten greift der 1. FC Kaiserslautern in den kommenden Wochen in den Abstiegskampf ein. Erster Prüfstein aus dem Tabellenkeller ist Eintracht Braunschweig.
"Geil!", "Das gibt´s doch nicht!", "Wahnsinn!". Na, wie oft habt ihr euch in dieser Woche die Highlights vom Spiel gegen Heidenheim nochmal angeschaut? Ja, genau, bestimmt x-mal. Die Schuster-Elf lieferte unter Flutlicht ein typisches Betze-Spiel ab und schaffte es, mit viel Willen, Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten und dem Glück des Tüchtigen, durch zwei Tore in der Nachspielzeit die 40-Punkte-Marke zu knacken. Alle Beteiligten waren sich schnell einig, dass so etwas nur auf dem Betze möglich sei. An das Duell mit dem Tabellenzweiten von der Brenz dürfte man sich also auch noch in ein paar Jahren erinnern.
In den kommenden Partien kann der FCK nun befreit aufspielen, die Konkurrenten sollen noch ein bisschen geärgert werden. Dabei wird natürlich keine Begegnung abgeschenkt. Das gebietet alleine schon die sportliche Fairness und mit Dirk Schuster als Trainer ist so etwas sowieso nicht drin. Ein paar Siege soll es schon noch geben. Mit dem Auswärtsspiel beim noch akut abstiegsgefährdeten Mitaufsteiger Braunschweig wartet auf den FCK trotz allem eine unangenehme Aufgabe auf Augenhöhe. Viele lange Bälle und eine hohe Anzahl an Zweikämpfen in einem gerne als "eklig" bezeichneten Match dürften vorprogrammiert sein. Anpfiff im Eintracht-Stadion ist um 13:00 Uhr.
Was muss man zum 27. Spieltag wissen? Hier kommen die wichtigsten Vorab-Informationen zur Partie in Braunschweig:
Der FCK: Ausgangslage und Personal
Nach dem Glanzstück mit den schon neun Spieltage vor Schluss erreichten 40 Punkten gibt es beim 1. FC Kaiserslautern verschiedene kleinere neue Ziele, sowohl bezogen auf das gesamte Team als auch auf einzelne Spieler oder Mannschaftsteile. Was genau anvisiert wird, wollte Dirk Schuster nicht verraten und soll intern bleiben. Aber dann doch mal wieder ein Auswärtssieg oder auch 90 Minuten ohne Gegentor, das dürften sicher zwei der internen Vorgaben sein. Zuletzt gab es für die Roten Teufel bekanntlich vier Niederlagen in der Fremde, bei denen kein eigener Treffer gelang.
Personell gibt es noch zwei Fragezeichen im Kader. Kenny Redondo konnte nach seinem Muskelfaserriss noch nicht voll mittrainieren. Aaron Opoku verletzte sich in dieser Woche in einer Übungseinheit. Bei beiden wird von einem "Wettlauf gegen die Zeit" mit Blick auf Samstag gesprochen. Je nach Personal und Taktik könnten die gegen Heidenheim als Joker brillierenden Philipp Hercher und Nicolas de Préville neue Kandidaten für die Startelf sein.
Der Gegner: Ausgangslage und Personal
Acht Spieltage vor Ende der Saison steht Eintracht Braunschweig mitten im Abstiegskampf. Als 15. ist die Mannschaft von Coach Michael Schiele punktgleich mit Regensburg auf Platz 16 und liegt einen Zähler vor dem 17. aus Rostock - allesamt FCK-Gegner im Monat April. Zuletzt holten die Löwen aber vier Punkte aus zwei Partien. Dem naturgemäß viel umjubelten 1:0-Derbysieg gegen Hannover folgte am vergangenen Spieltag ein 1:1 in Karlsruhe.
Schiele muss am Samstag auf Kapitän und Lautern-Schreck Jasmin Fejzic verzichten. Der Keeper sah beim KSC die Gelb-Rote Karte, ihn ersetzt Ron-Thorben Hoffmann. Außenverteidiger Nathan de Medina erhielt im selben Spiel seine fünfte Gelbe Karte und ist ebenfalls gesperrt. Saulo Decarli fehlt wegen einer Muskelverletzung.
Frühere Duelle
Der BTSV und der FCK begegneten sich in den vergangenen Jahren sehr regelmäßig. Insgesamt stehen 63 Partien in der Historie, 31 davon in Niedersachsen. Sieben Mal konnten die Roten Teufel in Braunschweig als Sieger vom Platz gehen, zuletzt im September 2018 (4:1). Das Hinspiel auf dem Betze endete 1:1.
Fan-Infos
Die Gastgeber erwarten zum Spiel am Samstag rund 22.000 Zuschauer. Der Gästebereich ist mit 2.398 Fans ausverkauft. Deshalb öffnet am Spieltag auch keine Tageskasse am Gästeblock, in dem wie schon einige Male zuvor bei Spielen im Eintracht-Stadion nur alkoholfreie Getränke ausgeschenkt werden. Insgesamt ist mit 2.500 bis 3.000 mitreisenden FCK-Fans zu rechnen.
Wer kurzfristig noch ein Ticket sucht oder übrig hat, kann es über die DBB-Kartenbörse mit fairen Preisen von Fans für Fans versuchen.Weitere Informationen zum Auswärtsspiel findet Ihr auf der Homepage des FCK. Von einer Anreise über die Hamburger Straße und vom Parken von PKW in der Siedlung "Schwarzer Berg" gegenüber des Gastbereiches wird dringend abgeraten!
O-Töne
FCK-Trainer Dirk Schuster: "Wenn wir wieder alles abrufen, können wir auch in Braunschweig ein erfolgreiches Spiel absolvieren. Ich sehe dieser Partie insgesamt sehr optimistisch entgegen. Die Mannschaft möchte in den verbleibenden Spielen gierig und ehrgeizig bleiben. Und wir möchten punktemäßig noch so viel wie machbar obendrauf satteln."
BTSV-Trainer Michael Schiele: "Der FCK ist eine sehr unangenehme Mannschaft, das wissen wir auch noch aus der 3. Liga. Sie spielen kompakt und warten wie wir auf Ballverluste und Umschaltmomente. Ich denke, es wird ein ausgeglichenes Spiel. Wir wissen aber auch, dass es eklig werden wird."
Daten und Fakten
Voraussichtliche Aufstellung:
Eintracht Braunschweig: Hoffmann - Marx, Benkovic, Kurucay, Donkor - Krauße, Nikolaou - Kaufmann, Pherai, Lauberbach - Ujah
Es fehlen: Decarli (Muskelverletzung), Fejzic (Gelb-Rot-Sperre), de Medina (Gelb-Sperre), Ihorst (Aufbautraining nach Leisten-Operation), Wiebe (Aufbautraining nach Bruch des Schienbeinkopfes)
1. FC Kaiserslautern: Luthe - Zimmer, Bormuth, Kraus, Zuck - Tomiak, Rapp - Hercher, Ritter, Redondo (Klement) - Boyd
Es fehlen: evtl. Redondo (Muskelfaserriss), evtl. Opoku (muskuläre Probleme)
Quelle: Der Betze brennt / Autor: Florian Reis
Vorherige Meldungen ab 03.04.2023:

Samstag, 13:00 Uhr: Auf Punktejagd im Eintracht-Stadion
Die 40 Punkte sind erreicht, doch für den 1. FC Kaiserslautern ist die Reise noch nicht zu Ende. Bei Mitaufsteiger Eintracht Braunschweig gilt es, auch auswärts mal wieder ein Ausrufezeichen setzen.
Lautern gegen Braunschweig, das ist das Duell zweier Aufsteiger aus der 3. Liga, deren Wege sich in den letzten Jahren häufig gekreuzt haben. Hatte der BTSV vergangene Saison in einem Kopf-an-Kopf-Rennen noch knapp, aber entscheidend die Nase vorne und stieg direkt in die 2. Bundesliga auf, hat der FCK aktuell satte 14 Zähler mehr auf dem Konto als die Niedersachsen. Nach dem Last-Minute-Spektakel gegen Heidenheim (2:2) haben die Roten Teufel bereits acht Spieltage vor Schluss ihr offizielles Saisonziel erreicht. Am kommenden Osterwochenende geht es nun darum, nach vier Auswärtsspielen ohne Punkt und ohne Tor auch in der Fremde wieder etwas Zählbares mit auf die Heimreise zu nehmen.
Osterzeit ist Betze-Zeit: Die Feiertage als gutes Omen?
Die letzten drei Aufeinandertreffen zwischen dem FCK und Braunschweig endeten allesamt Remis (1:1, 1:1, 0:0). Die letzten Auswärtssiege im Eintracht-Stadion fuhren die Roten Teufel im Jahr 2018 ein: In der Zweitliga-Abstiegssaison bejubelte man einen überraschenden 2:1-Erfolg - damals das Debüt von Michael Frontzeck als Trainer-Nachfolger von Jeff Strasser. Rund sieben Monate später folgte gegen den ebenfalls abgestiegenen BTSV in der 3. Liga ein 4:1-Sieg, bei dem der Stern von U21-Stürmer Christian Kühlwetter aufging. Insgesamt ist die Bilanz aus Lautrer Sicht leicht positiv: 25 Siege, 18 Remis, 20 Niederlagen.
Hinzu kommt: An die letzten Osterfeste dürften die FCK-Fans zumindest aus sportlicher Sicht noch beste Erinnerungen haben. 2022 wurde Saarbrücken in einem höchst spektakulären Derby mit 3:1 vom Betze gefegt, der Aufstieg war zum Greifen nah. Und ein Jahr zuvor gelang - in einem Corona-bedingt menschenleeren Fritz-Walter-Stadion - ein eminent wichtiger 3:1-Erfolg gegen Halle. Das war damals der Beginn der großen Aufholjagd im Abstiegskampf. Das Osterfest als gutes Omen?
FCK-Schreck Fejzic fehlt gesperrt - Hoffnung auf Redondo-Rückkehr
Braunschweig steckt im Gegensatz zum FCK noch mittendrin im Abstiegskampf. Nur das bessere Torverhältnis bewahrt die Elf von Michael Schiele aktuell vor dem Relegationsplatz. Dabei sind Siege für den BTSV insgesamt ein rares Gut. Von den vergangenen sieben Partien konnte "nur" das Niedersachsen-Derby gegen Hannover gewonnen werden, wobei jenes 1:0 in der Nachspielzeit natürlich einen riesigen Schub für die Moral gegeben hat. Gegen Darmstadt, Kiel, Düsseldorf und Nürnberg setzte es dagegen Niederlagen. Am Wochenende wird nun auch noch ein Leistungsträger fehlen: Keeper Jasmin Fejzic, der schon zahlreiche FCK-Stürmer verzweifeln ließ, flog beim 1:1 in Karlsruhe mit Gelb-Rot vom Platz und muss zuschauen. Ihn wird Ron-Thorben Hoffmann ersetzen. Außerdem fällt Rechtsverteidiger Nathan de Medina aus, der zuletzt zum Stammpersonal gehörte und in Baden seine fünfte Gelbe Karte sah.
Beim FCK hat sich der Krankenstand der vergangenen Wochen weitgehend gelichtet. Die gegen Heidenheim noch verletzt fehlenden Lars Bünning (Bänderriss) und Kenny Redondo (Muskelfaserriss) wollen wieder ins Training einsteigen und könnten dementsprechend wieder eine Kader-Alternative für Dirk Schuster werden. Genaueres wird sich aber erst im Verlauf der Übungswoche ergeben. Am Dienstag ab 15:00 Uhr findet im Sportpark Rote Teufel (Mehlingen) eine öffentliche Trainingseinheit statt, bei der sich interessierte Kiebitze vor Ort ein Bild von der aktuellen Personallage machen können.
Update, 04.04.2023: Die öffentliche Trainingseinheit am Dienstagnachmittag wird nicht wie ursprünglich geplant im Sportpark Rote Teufel, sondern am Fritz-Walter-Stadion absolviert.
Quelle: Der Betze brennt
Weitere Links zum Thema:
- Übersicht: Kompletter Team-Status des 1. FC Kaiserslautern
Ergänzung, 04.04.2023:
Redondo zurück im Training - Opoku bricht Einheit ab
Der 1. FC Kaiserslautern kann sich zum Start der Trainingswoche über die Rückkehr von Kenny Redondo und Lars Bünning freuen. Sorgen bereitet dagegen Aaron Opoku, und auch Boris Tomiak muss kürzertreten.
Bei strahlendem Sonnenschein, aber kühlem Wind hatten etwa 200 Fans die gerade angefangenen Osterferien genutzt und schauten den Roten Teufeln beim rund 90-minütigen öffentlichen Training auf Platz 4 neben dem Fritz-Walter-Stadion über die Schulter. Dabei bekamen die Kiebitze auch die zuletzt verletzten Lars Bünning (Bänderriss) und Kenny Redondo (Muskelfaserriss) zu Gesicht. Während Innenverteidiger Bünning wieder voll mittrainierte, absolvierte Flügelstürmer Redondo größtenteils ein individuelles Programm am Rande des Platzes. Beide Spieler könnten somit am Samstag in Braunschweig wieder eine Kader-Option sein.
Für eine Schrecksekunde sorgte dagegen Flügelflitzer Aaron Opoku. Der 24-Jährige hatte nach knapp einer Stunde einen Pferdekuss auf den Oberschenkel bekommen, musste das Training vorzeitig beenden und verließ humpelnd und bandagiert den Platz. Nähere Angaben zur Blessur oder Diagnose von Opoku konnte der Verein am Dienstagabend auf DBB-Anfrage noch nicht machen.
Komplett fehlte heute außerdem Innenverteidiger Boris Tomiak. Wie der FCK mitteilt, steckt dahinter aber keine ernste Verletzung. Der 24-Jährige laboriert an einer leichten Sehnenreizung und setzte daher bei der heutigen Einheit sicherheitshalber aus. Er wird in Kürze zurück auf dem Platz erwartet.
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 05.04.2023:
Gegner-Check BTSV: Treffen der Ballbesitz-Verweigerer
Erwartet den 1. FC Kaiserslautern nach dem Spektakel gegen Heidenheim bei Eintracht Braunschweig nun ein eher ereignisloser Nachmittag? Könnte sein, sagen die Statistiken. Wir sagen: Niemals - wenn die Roten Teufel genug Betze-Spirit mitbringen.
So lief's seit dem Hinspiel: Die Braunschweiger rückten am 10. Spieltag als Tabellen-16. an, Lautern war 7. - und erstmals in der bislang so erfreulich verlaufenen Runde machte sich auf dem Betzenberg ein bisschen Enttäuschung breit, als gegen den Mitaufsteiger am Ende nur ein 1:1 heraussprang. Dabei hatten sich die Niedersachsen nach ihrem schwachen Saisonstart - in den ersten sechs Partien hatten sie nur einen Punkt geholt - gerade gefangen, von den drei Partien zuvor zwei gewonnen. Auch nach ihrem Gastspiel in der Pfalz punkteten sie ordentlich weiter, ehe sie im November ins nächste Wellental segelten. Zwischen dem 15. und dem 24. Spieltag hagelte es sieben Niederlagen, glückte nur ein Sieg - der aber immerhin gegen den 1. FC Heidenheim. Zuletzt aber berappelten sich die Löwen wieder. Ein 1:0-Sieg im Niedersachsen-Derby gegen Hannover 96, ein 1:1 beim Karlsruher SC. Somit ergibt sich nun eine ähnliche Ausgangslage wie vor dem Hinspiel: Die Betzebuben kommen als Tabellen-7., die Eintracht empfängt als 15., punktgleich mit dem 16., befindet sich aktuell aber im Aufwind.
Das hat sich geändert: Ursächlich für das Auf und Ab im Braunschweiger Saisonverlauf ist offenkundig ein außergewöhnliches Verletzungspech. Nahezu alle Leistungsträger verabschiedeten sich vorübergehend in den Krankenstand. Mal über längere, mal über kürzere Phasen. Entsprechend oft musste Trainer Michael Schiele seine Elf umkrempeln und mit den Grundformationen variieren. Hinten bevorzugte er meist die Dreierkette, zuletzt aber agierten die Blaugelben wieder mit vier Mann auf der Linie. Sturmtank Luc Ihorst wird diese Saison womöglich gar nicht mehr zurückkehren, Innenverteidiger Brian Behrendt gehört seit der Länderspielpause wieder zum Kader, saß beim 1:1 zuletzt in Karlsruhe jedoch nur auf der Bank. Dennoch näherte sich Schieles Startelf in den jüngsten Partien dem an, was sich, zumindest einigermaßen, als Bestbesetzung bezeichnen lässt. Aber: Stammkeeper Jasmin Fejzic kassierte in Baden Gelb-Rot, wird am Samstag fehlen. Der 1,98-Meter-Hüne hat Lautern schon oft zur Verzweiflung gebracht. Ersetzt werden dürfte er von Ron-Thorben Hoffmann, der in Lautern noch als Keeper des FC Bayern II aus Drittliga-Zeiten bekannt ist.
Gewinner und Verlierer: Sollte FCK-Geschäftsführer Thomas Hengen einen neuen Mann für die defensive linke Seite suchen, dann könnte er bei Braunschweigs Anton Donkor mal genauer hinschauen. Der 25-Jährige, vergangenen Sommer vom Waldhof gekommen, hat den Sprung von der Dritten in die Zweite Liga blendend gemeistert und soll zu Saisonende für eine überschaubare Ablöse zu haben sein. Allerdings baggern gerüchteweise auch Augsburg und Stuttgart schon an dem schnellen Deutsch-Ghanaer. Ebenso dürfte sich der Zehner Immanuel Pherai Richtung Bundesliga verabschieden, auch wenn sein Stern in dieser Runde nicht durchgehend leuchtete. Nach einer Verletzung zum Hinrundenfinale brauchte der 21-Jährige im neuen Jahr eine Weile, bis er wieder auf Touren kam. Seit fünf Spieltagen gehört er jedoch wieder zur Startelf. Mit sechs Treffern ist Pherai gemeinsam mit dem erfahrenen Mittelstürmer Anthony Ujah auch der treffsicherste Schütze der Eintracht. Stürmer Lion Lauberbach dagegen kommt in Liga Zwei nicht annähernd auf die Trefferquote, die er im Aufstiegsjahr schaffte. Allerdings netzte er zuletzt in Karlsruhe und auch beim Sieg in Heidenheim. In der Winterpause lieh der BTSV, um seiner Verletzungsmisere zu trotzen, Stürmer Manuel Wintzheimer vom 1. FC Nürnberg. Der begann stark, beim 2:0 gegen Heidenheim und beim 1:2 in Darmstadt traf er, in den jüngsten beiden Partien kam er aber nur noch von der Bank. Zu Viktoria Köln verabschiedet hat sich nach der Hinrunde der ehemalige Lautrer U23-Spieler Michael Schultz.
Zahlen, Daten, Fakten: Im Niedersachsen-Derby gegen Hannover gewannen die Braunschweiger 1:0, nach xGoals sogar 2,64 : 0,18. Und das mit nur 43 Prozent Ballbesitz. In Karlsruhe holten sie mit nur 31 Prozent Ballbesitz einen Punkt. Das sind Werte, die an den FCK erinnern. Und in der Tat: Im Ranking der durchschnittlichen Ballbesitz-Werte unterbietet die Eintracht mit 39,3 Prozent die 39,8 Prozent der Roten Teufel nur knapp (Quelle: Wyscout). Durchschnittlich schaffen sie 1,45 xGoals (FCK: 1,63). Sie vermögen aber auch gegen den Wert der erwarteten Treffer zu punkten. Gegen Heidenheim unterlagen sie nach xGoals 0,74 : 078, gewannen aber 2:0. Und die Art, wie sie in diesem Spiel zuschlugen, erinnert ebenfalls an Schuster-Style: Einmal erlief Wintzheimer einen langen Ball aus der Abwehr, einmal eroberten sie den Ball an der Mittellinie, schalteten direkt über drei Stationen um, Lauberbach vollstreckte. Allerdings setzen die Braunschweiger mehr auf Sprints, in diesem Ranking sind sie Fünftbester der Liga. Lautern dagegen ist da nur Vorletzter (Quelle: Bundesliga.de). Ihr Problem ist die oftmals umgekrempelte Defensive: 44 Gegentreffer fielen bislang, acht mehr als beim FCK, das ist der drittschwächste Wert der zweiten Klasse. Und noch eine kleine Kuriosität am Rande: Die Braunschweiger sind Liga-Spitze in Sachen Pfosten- oder Lattentreffer, trafen schon zwölf Mal Aluminium. Das darf man auch als Warnung interpretieren.
Fazit: Wenn zwei Mannschaften aufeinandertreffen, die sich nicht um Ballbesitz reißen, drohen lange Nachmittage - oder sagen wir lieber: Geduldsspiele. Beim 1:1 im Hinspiel wollten die Roten Teufel es soweit nicht kommen lassen, ergriffen die Initiative, versuchten es entgegen ihren sonstigen Gewohnheiten mit langen Passstafetten gegen den Abwehrblock ihrer Gäste, verzeichneten am Ende 54 Prozent Ballbesitz - und die sahen über weite Strecken gar nicht mal so schlecht aus. Das xGoals-Ergebnis von 1,90 : 0,71 belegt, dass ein Sieg drin gewesen wäre. Die Frage ist nun: Sind die Pfälzer bereit, auch in der Fremde gegen diesen Gegner den dominanten Part zu übernehmen? Dann wird Schuster wohl nicht noch einmal auf die starken Passspieler Philipp Klement und Hendrick Zuck verzichten. Oder aber will der Coach weiter den Spirit kultivieren, der nach der Ergebnisflaute zuletzt beim 2:2 gegen Heidenheim wieder ins Team zurückkehrte? Dann sind weder in der personellen Besetzung noch in der Grundordnung viele Änderungen zu erwarten: Also weiter mit dem offensiven Marlon Ritter, der gegen den Ball sogar in die Spitze zu Terrence Boyd aufrückt. Weiter mit dem robusten, aber auch spielstarken Sechser-Doppel Nicolai Rapp und Boris Tomiak und weiter mit dem auch in der Rückwärtsbewegung aufmerksamen Flügelpärchen. Und auch wenn tippen, was Schuster sich denken könnte, selten lohnt: Diese Variante halten wir für wahrscheinlicher. Abzuwarten bleibt, wer sich für die Flügel anbietet: Steckt hinter dem Pferdekuss, der Aaron Opoku am Dienstag das Training abbrechen ließ, nichts Ernsteres? Hat Kenny Redondo nun langsam wieder den Fitnesslevel für die Startelf? Darf Philipp Hercher nach seinem erneuten Joker-Treffer wieder mal von Beginn an ran? Und wann dürfen wir dem Feinmotoriker Nicolas de Préville mal länger zusehen als nur ein paar Minuten? Das sind Fragen, die sich zur Stunde noch nicht beantworten lassen.
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 06.03.2023:
FCK vor Braunschweig: Opoku und Redondo noch fraglich
Der 1. FC Kaiserslautern bangt vor dem Auswärtsspiel bei Eintracht Braunschweig um den Einsatz von Aaron Opoku und Kenny Redondo. Nach dem Erreichen der 40 Punkte haben sich die Roten Teufel intern neue Ziele gesetzt.
"Wir haben uns schon in der Länderspielpause mit der Mannschaft zusammengesetzt und über neue Ziele für den Rest der Saison gesprochen", berichtet Dirk Schuster von der Situation beim FCK, nachdem die 40-Punkte-Marke durchbrochen ist. Sowohl mannschaftlicher als auch personeller Art, also bezogen auf das gesamte Team wie auch auf einzelne Spieler, habe man sich konkrete Zielvorgaben gesetzt. "Aber haben sie bitte Verständnis dafür, dass ich diese Ziele nicht öffentlich nenne. Es ist eine interne Geschichte mit der Mannschaft, die auch in der Kabine bleiben soll. Ich kann ihnen aber sagen, dass diese Ziele ambitioniert sind. Die Mannschaft möchte in den verbleibenden Spielen gierig und ehrgeizig bleiben. Und wir möchten punktemäßig noch so viel wie machbar obendrauf satteln."
Schuster erwartet bissigen Gegner - Gästeblock komplett ausverkauft
Das erste von acht noch ausstehenden Saisonspielen führt den FCK am Samstag nach Braunschweig (Anstoß: 13:00 Uhr). Der letztjährige Mitaufsteiger steckt mitten im Abstiegskampf und wird von Schuster entsprechend bissig erwartet. Der Trainer wird sich vor allem über die Besetzung der offensiven Flügel noch Gedanken machen müssen: Kenny Redondo ist nach seinem Wiedereinstieg ins Training nach Muskelfaserriss noch nicht bei hundert Prozent. Das Gleiche gilt für Aaron Opoku, der am Dienstag die Übungseinheit abbrechen musste (siehe ältere DBB-Meldungen) und an einer Oberschenkelblessur laboriert. Bei beiden sei es bis zum Spieltermin am Samstag ein Wettlauf gegen die Zeit. Ansonsten sind Stand jetzt alle Spieler einsatzbereit.
Die Roten Teufel werden im Eintracht-Stadion von mindestens 2.398 mitreisenden Fans unterstützt - der Gästeblock ist komplett ausverkauft.
» Zum Video: Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel bei Eintracht Braunschweig
Alle weiteren Informationen zum FCK-Spiel in Braunschweig folgen am Freitag im ausführlichen Vorbericht auf Der Betze brennt.
Quelle: Der Betze brennt

