
Heimkehr der Helden: Lautern feiert 98er Meister
Die Meistermannschaft des 1. FC Kaiserslautern aus der Saison 1997/98 hat am Samstag viele schöne Erinnerungen im Fritz-Walter-Stadion geweckt. 10.934 Zuschauer zelebrierten die "Heimkehr der Helden".
- Fotogalerie | Die Heimkehr der Helden von 1998
Beim Comeback von Meistertrainer Otto Rehhagel und Co. stand das Ergebnis (5:10) im Hintergrund. Stattdessen ging es mit viel Spaß auf und neben dem Rasen zur Sache. Die Erinnerungen an den sensationellen Meistertitel wachten beim Anblick von Ciriaco Sforza, Olaf Marschall, Pavel Kuka oder Harry Koch im roten Trikot sowie Rehhagel an der Seitenlinie wieder auf. Auch der eine oder andere Schlachtruf aus damaligen Saison wurde angestimmt: "Otto, wink emol" - "Buck, Buck, Buck" - "Olaf Marschall Fußballgott" - "Miiiro, Miiiro, Miiiro" - "Harryyyyyyyy" und noch einige mehr.
"Deutscher Meister ist nur der FCK!"
Schon vor dem Anpfiff war der Andrang im Stadionumlauf groß. Bei einer Autogrammstunde bildeten sich lange Warteschlangen, ehe die Meistermannschaft von 1998 mit viel Jubel und Anfeuerungsrufen auf dem Rasen begrüßt wurde.
Auf dem Feld ging es dann bei besten Bedingungen und strahlendem Sonnenschein munter zur Sache. Die vom ehemaligen Nationaltrainer Berti Vogts trainierten "Deutschen Fußball-Legenden" um Marko Rehmer, Jens Nowotny und David Odonkor lieferten sich eine unterhaltsame spaßige Partie, an deren Ende die Helden von damals mit Laola und viel Applaus verabschiedet wurden. Die Fans in der Westkurve waren sich einig: "Deutscher Meister ist nur der FCK!"
Statistik zum Spiel:
1. FC Kaiserslautern 1998: Andreas Reinke, Mirko Bitzer, Miroslav Kadlec, Harry Koch, Michael Schjönberg, Oliver Schäfer, Roger Lutz, Frank Greiner, Janos Hrutka, Ciriaco Sforza, Andreas Buck, Marian Hristov, Marco Reich, Thomas Riedl, Stefan Ertl, Olaf Marschall, Pavel Kuka, Jürgen Rische, Stefan Fleck (Spieler-Wildcard)
Trainerteam: Otto Rehhagel, Martin Wagner, Axel Roos, Gerry Ehrmann
Deutsche Fußball-Legenden: Timo Hildebrand, Perry Bräutigam, Guido Buchwald, Jens Nowotny, Marko Rehmer, Patrick Owomoyela, Ingo Hertzsch, Mario Basler, Maurizio Gaudino, Fabian Ernst, Torsten Frings, Dariusz Wosz, David Odonkor, Jörg Heinrich, Jörg Albertz, Fredi Bobic, Alexander Zickler
Trainer: Berti Vogts
Tore:0:1 Odonkor, 0:2 Bobic, 1:2 Kuka, 1:3 Bobic, 1:4 Zickler, 2:4 Marschall, 3:4 Reich, 3:5 Zickler, 3:6 Odonkor, 3:7 Odonkor, 3:8 Odonkor, 3:9 Rehmer, 4:9 Reich, 4:10 Odonkor, 5:10 Kuka
Schiedsrichter: Christian Dingert (Burglichtenberg)
Zuschauer: 10.934
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 18:08 Uhr:

Sforza: "Das blüht jetzt alles wieder auf"
Die Meistermannschaft des 1. FC Kaiserslautern von 1998 hat am Samstagnachmittag den 20. Jahrestag ihres Titelgewinns mit einem Jubiläumsspiel im Fritz-Walter-Stadion gefeiert. Nach dem Schlusspfiff sprachen die Protagonisten über das Wiedersehen - und auch über die gegenwärtige Lage des FCK.
Mit heruntergezogenen Stutzen, die Schuhe in der Hand und sichtlich gezeichnet von den 90 Minuten auf dem Betzenberg stand Olaf Marschall nach der "Heimkehr der Helden" an der Seitenlinie. "Es hat Spaß gemacht", sagte der ehemalige Torjäger. "Für die Zuschauer gab es ein paar Tore. Das ist besser, als wenn sich beide Teams abkämpfen und am Ende ein 0:0 steht." Thomas Riedl war es ähnlich ergangen. Mit Blick auf die stattliche Kulisse fügte er an: "10.000 Zuschauer sind nur wegen uns gekommen, das ist schon Wahnsinn."
"Mit den Jungs sprechen wir über alte Zeiten"
Das Wiedersehen mit den Helden von 1998 weckte jede Menge Erinnerungen an den sagenhaften Titelgewinn. "Es war schön, die ganze Mannschaft mal wieder zu sehen. Wir haben Fußballgeschichte geschrieben. Das wird nicht mehr wieder passieren. Mit den Jungs sprechen wir über alte Zeiten und witzeln manchmal ein bisschen rum", berichtete der gut aufgelegte Meistertrainer Otto Rehhagel.
Gekommen war auch der ehemalige Mittelfeldstratege Ciriaco Sforza. "Es ist 20 Jahre her, dass wir diese Geschichte auf die Beine gestellt haben. Das blüht dann jetzt wieder auf. Es ist Nostalgie pur. Du hast was geschafft, was bis heute keine Mannschaft mehr geschafft hat", sagte der mittlerweile in Zürich lebende Schweizer, der nach längerer Abstinzent "gerne mal wieder zurückgekommen ist".
"Wir verbringen noch einmal einen schönen Abend und feiern die Meisterschaft"
Dass der FCK inzwischen in der 3. Liga spielt, tut ihm weh. "Du machst dir schon Gedanken, was passiert ist. Du siehst eine tolle Infrastruktur, ein tolles Stadion, tolle Fans", so Sforza. "Da muss in der sportlichen Kompetenz etwas nicht gestimmt haben, wenn so ein Verein mit so einem Stadion in die 3. Liga geht." Innerhalb der Meistermannschaft von 1998 sei die gegenwärtige Lage der Roten Teufel natürlich auch ein Thema. "Das ist doch auch schön, weil du merkst, dass die Leute sich mit dem FCK beschäftigen."
Zeit zum Austausch haben Sforza und seine ehemaligen Mannschaftskollegen auch nach dem Spiel. "Wir verbringen noch einmal einen schönen Abend und feiern die Meisterschaft. Was anstrengender war, das Spiel oder die dritte Halbzeit, das wissen wir dann morgen", sagte Riedl mit einem Augenzwinkern.
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 10.09.2018:

Der aus Sterlingsilber gefertigte Siegelring; Foto: Screenshot SWR
Siegelring für die Meistermannschaft von 1998
Jeder Akteur der Meistermannschaft von 1998 hat am Samstag im Rahmen der "Heimkehr der Helden" einen extra gefertigten FCK-Siegelring erhalten. Die Spieler zeigten sich wie Otto Rehhagel gerührt.
Der Siegelring mit dem Wappen des 1. FC Kaiserslautern hat Tradition. Schon 1951 erhielt in die erste Meistermannschaft der Roten Teufel. Damals im Aufgebot stand Horst Eckel, der den Ring bis heute trägt und in Ehren hält. Eckel selbst kam am Samstag eine besondere Aufgabe zuteil: Der Weltmeister von 1954 übergab die Siegelringe an seine "Nachfolger", die Meistermannschaft von 1998, die sich zur "Heimkehr der Helden" am Samstag in Kaiserslautern zusammengefunden hatte und den 20. Jahrestag des Titelgewinns feierte.
Spieler bekamen den Ring 1998 versprochen
Wie der "SWR" berichtet, wurden die Ringe aus Sterlingsilber durch die Schmuck- und Juwelenmanufaktur Heinz Mayer in Idar-Oberstein gefertigt, die schon vor fast 70 Jahren die Meisterringer hergestellt hatte. In der Innenseite ist das Jahr des vierten FCK-Titels mit Laser aufwendig eingraviert worden. Wie die "Rheinpfalz" am Montag berichtete, ging die Initiative für die Fertigung der Ringe von Dagmar Eckel, der Tochter von Horst Eckel, aus.
» Zum Video: Die Helden von 1998 erhalten den Meisterring
Den FCK-Profis von 1998 war kurz nach dem Titelgewinn vor 20 Jahren der Ring versprochen worden. Auch die Meister von 1991 hatten den FCK-Siegelring erhalten. Nun wurde das Versprechen nach dem Benefizspiel bei der Spielerparty am Abend eingehalten. "Ich habe ein bisschen feuchte Augen gehabt. Das ist nicht gelogen: Als die vorhin gesagt haben, es gibt heute noch eine große Überraschung für die Mannschaft, da habe ich gesagt: 'Männer, heute kriegen wir unsere Ringe'", berichtete Oliver Schäfer beim "SWR". Michael Schjönberg zeigte sich ebenfalls gerührt: "Das ist eine Riesenüberraschung. Man kann das nicht mit Worten beschreiben, das ist etwas Einmaliges."
"Ich werde Beate sagen, dass ich jetzt auch mit dem FCK verheiratet bin"
Natürlich bekam auch Meistertrainer Otto Rehhagel einen Ring aus der Hand von Horst Eckel überreicht. Der 80-Jährige streifte sich den Ring in einem ruhigen Moment gleich über. Auf die Frage, wie er den neuen Schmuck seiner Frau erklären werde, sagte er mit einem Augenzwinkern: "Ich werde Beate sagen, dass ich jetzt auch mit dem FCK verheiratet bin."
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 03.11.2018:
Heimkehr der Helden bringt 30.000 Euro Reinerlös
Die "Heimkehr der Helden“ spielte 30.000 Euro in die Kassen. Der stattliche Reinerlös des Benefizspiels zwischen der Meistermannschaft des 1. FC Kaiserslautern von 1998 und der Elf deutscher Fußball-Legenden wurde am Freitagabend vor der FCK-Partie gegen Cottbus übergeben. Am 8. September sahen 10.934 Zuschauer im Fritz-Walter-Stadion das Benefizspiel, das die von Otto Rehhagel gecoachte Meisterelf mit 5:10 gegen die Legenden mit Trainer Berti Vogt verlor. Das Spendengeld wurde nun an drei karitative Institutionen übergeben. Jede erhielt 10.000 Euro. (…)
Quelle und kompletter Text: Rheinpfalz

