Kaiserlslautern ist Herbstmeister und hat bisher eine beeindruckende Bilanz. Nur eine Partie ging verloren. Das Prunkstück der Pfälzer war in der Vorrunde zweifelsohne die Defensive, die mit nur neun Gegentoren die stärkste der Liga ist. Zuletzt gewann das Team vier Mal in Folge zu null. Wie es nun weitergehen soll, erklärt Stefan Kuntz, der Vorstandsvorsitzende.
kicker: Der 1. FCK ist Herbstmeister. Herr Kuntz, sind Sie überrascht vom dominanten Auftreten?
Stefan Kuntz (47): In dieser Art und Weise war das nicht zu erwarten. Es ist beeindruckend, wie die Mannschaft die Hinrunde bisher abwickelt, wie der Trainer das Team von Spiel zu Spiel auf den Punkt motiviert, dorthin bringt.
kicker: Bei 39 Punkten nach 16 Spielen, kann es da noch ein anderes Ziel als den Aufstieg geben?
Kuntz: Unser Saisonziel ist superklar formuliert, beinhaltet alles: Nach dem 30. Spieltag wollen wir noch einen der ersten drei Plätze erreichen können.
kicker: Ist Vorsicht angesagt, weil zweimal eine gute Ausgangsposition noch verspielt wurde?
Kuntz: Das hat nichts mit Vorsicht, sondern einer realistischen Einschätzung zu tun.
kicker: Was zeichnet die Elf aus?
Kuntz: Unabhängig von der fußballerischen Qualität: Das Team ist sehr gut zusammengestellt. Marco Kurz findet absolut den Weg zur Mannschaft, in der Führung und vom Fachwissen her. Diese Glaubwürdigkeit führt bei den Spielern dazu, dass sie die Aufgaben konsequent umsetzen. Wichtig ist, dass Egoismen hinter dem Mannschaftsinteresse zurückstehen. So entsteht ein sehr gutes Gemeinschaftsgefühl.
kicker: Bei der Trainersuche verhandelten Sie, erfolglos, mit Franco Foda und Heiko Herrlich. Warum ist Marco Kurz der richtige Mann?
Kuntz: Es ging allein darum, welcher Trainer zum FCK passt. Da gab es nur drei, vier Kandidaten. Die Umstände führten dazu, dass wir uns für Marco entschieden haben.
kicker: Was spricht für ihn?
Kuntz: Marco hat kein Problem damit, einen Traditionsklub zu trainieren. Er hat sich in München in einer ganz schwierigen Drucksituation unwahrscheinlich loyal gezeigt, unter diesen Umständen sehr gute Leistungen erbracht. Er ist bereit mitzutragen, was wir wollen.
kicker: Der 1. FCK hat einige Stammkräfte, die nur Leihspieler sind. Bei Rodnei und Ilicevic gibt es ein Vorkaufsrecht. Werden Sie Sam und Mandjeck halten?
Kuntz: Wenn möglich, ja. Sam etwa ist ein dominanter Spieler geworden, der sich hier wohlfühlt. Wir haben Pierre de Wit geholt, um auch auf den negativen Fall vorbereitet zu sein.
kicker: Die Verträge von Jendrisek und Bugera enden. Bleiben beide?
Kuntz: Die Gespräche laufen. Wir wissen, was wir an den Spielern haben; umgekehrt auch. Tendenz ist, beide zu halten.
kicker: Der 1. FCK hat sich einen klaren Vorsprung erarbeitet. Worauf kommt es jetzt an?
Kuntz: Wir dürfen keinen Zentimeter nachlassen, müssen auf dem hohen Bereitschaftslevel weiterarbeiten.
kicker: Große Favoriten wie Nürnberg oder Mainz im Vorjahr fehlen. Wer sind die Hauptkonkurrenten?
Kuntz: St. Pauli, Bielefeld, auch ein Überraschungsteam wie Düsseldorf ist nicht zu unterschätzen. Am stärksten auch vom finanziellen und spielerischen Potenzial schätze ich Duisburg und Augsburg ein.
kicker: Bleibt der FCK auch im letzten Auswärtsspiel am Montag in Augsburg ungeschlagen?
Kuntz: Das ist eine von den nächsten Prüfungen. Ob wir jetzt abschalten, mit dem Erreichten zufrieden sind. Oder sagen, auch diese drei Punkte sind extrem wichtig. Um einen Konkurrenten auf Distanz zu halten. Noch wichtiger wird die Einstellung sein. Wie nimmt die Mannschaft nach all dem Lob zuletzt dieses letzte Spiel vor der Winterpause an?
Quelle: kicker.de