
Niederlage zum Abschluss: FCK unterliegt Düsseldorf 0:3
Der 1. FC Kaiserslautern verpasst im letzten Saisonspiel das erhoffte Erfolgserlebnis. Gegen Fortuna Düsseldorf spielen die Lautrer lange in Unterzahl und verlieren mit 0:3 (0:1). Die Saison beendet der FCK auf dem neunten Platz.
Zum Abschluss der Saison veränderte FCK-Trainer Dirk Schuster die Mannschaft auf zwei Positionen. Kenny Redondo und Aaron Opoku rückten in die Startelf. Tyger Lobinger musste zunächst auf die Bank, der nicht rechtzeitig fit gewordene Nicolai Rapp fehlte komplett im Kader. Angefeuert von der großen Mehrheit der Zuschauer im Fritz-Walter-Stadion erwischten die Lautrer den besseren Start und hatten unter anderem durch einen Distanzschuss von Redondo (8.) schon in der Anfangsphase einige vielversprechende Gelegenheiten. Der erste Treffer der Partie gelang ziemlich aus dem Nichts aber den Gästen. Dawid Kownacki wurde in der 17. Minute im FCK-Strafraum nicht entschlossen attackiert und überwand Andreas Luthe aus spitzem Winkel zum 0:1. Die nächste gute Chance der Roten Teufel ließ zwar nicht lange auf sich warten, allerdings entwickelte sich aus dieser Situation direkt der nächste Rückschlag. Zunächst blieb Terrence Boyd nach einem Kopfball von Julian Niehues und einer Klärungsaktion von Florian Kastenmeier verletzt liegen. Dann unterlief Jean Zimmer beim direkten Gegenangriff der Fortuna ein Stockfehler und ein anschließendes Foul gegen Felix Klaus. Schiedsrichter Martin Petersen bewertete die Situation zunächst mit Gelb, revidierte nach Ansicht der Videobilder aber die Entscheidung und zeigte dem FCK-Kapitän Rot wegen einer Notbremse. Ab der 25. Minute waren die Lautrer somit ein Mann weniger auf dem Platz.
Nach Wiederbeginn gab Boyd aus der Drehung den ersten Warnschuss auf den Kasten der Düsseldorfer ab (54.). Wenige Sekunden später scheiterte auch Erik Durm an Torwart Kastenmeier (55.). Trotz Unterzahl drängte der FCK nun auf den Ausgleich, wobei auf der anderen Seite auch die Gäste nun immer wieder zu Kontergelegenheiten kamen. Die Partie war in der Schlussphase bereits wieder etwas verflacht, als Klaus in der 76. Minute vor Luthe auftauchte. Der Düsseldorfer legte noch einmal quer auf Kownacki, der ohne Mühe zum 0:2 einschob. Die Gegenwehr der dezimierten Teufel war mit dem zweiten Gegentor weitestgehend gebrochen und so erhöhte Daniel Ginczek in der 89. Minute sogar noch auf 0:3. Die Roten Teufel verabschiedeten sich mit der dritten Niederlage in Serie in die Sommerpause, dank der ganz starken Vorrunde beendet die Mannschaft die Saison auf dem soliden neunten Tabellenplatz.
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Quelle: Der Betze brennt
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- Statistik zum Spiel: 1. FC Kaiserslautern - Fortuna Düsseldorf 0:3
Ergänzung, 19:40 Uhr

Stimmen zum Spiel
"Anderen Abschluss verdient": FCK hadert mit Saisonende
Der 1. FC Kaiserslautern kann seinen jüngsten Negativlauf auch beim Abschluss gegen Fortuna Düsseldorf nicht stoppen. Gleichwohl betonen Trainer und Spieler die erfolgreiche Saison und senden ein großes Dankeschön an die Fans.
"Wir haben uns vorgenommen, mit den Fans im Rücken noch einmal ein ordentliches Spiel zu machen und ein positives Ergebnis zu holen. Wir haben von der ersten Sekunde an gezeigt, dass wir mutig nach vorne spielen wollen und haben relativ dominant agiert. Mit dem ersten Schuss gegen uns sind wir dann in Rückstand geraten und kurz danach gab es die Rote Karte. Danach ging es zunächst darum, in Unterzahl keinen weiteren Schaden zu erleiden. In der Pause haben wir uns dann neu aufgestellt. Wir wollten ein bisschen ein wildes Spiel daraus machen und hatten auch zwei, drei gute Einschussmöglichkeiten. Keine Hundertprozentigen, aber die hätten auch einschlagen können. Mit dem 0:2 war allerdings die Messe gelesen", sagte Trainer Dirk Schuster nach dem Spiel.
"Wie die Mannschaft trotz des 0:3 gefeiert wurde, fand ich supertoll. Aber das hat sich wie ein roter Faden durch die gesamte Saison gezogen. Die Mannschaft konnte sich immer der Unterstützung sicher sein - zu Hause und auch auswärts. Ein großes Dankeschön dafür. In der Rückrunde haben wir definitiv zu wenig Punkte geholt. Trotzdem haben wir eine sehr ordentliche Saison gespielt. Einen einstelligen Tabellenplatz hätte vor der Saison jeder unterschrieben. Ich kann auf die Mannschaft sehr stolz sein. Jetzt gehen alle in den verdienten Urlaub, um dann in drei Wochen in die neue Saison zu starten", so der FCK-Coach weiter. Für den 19. Juni 2023 ist auf dem Betzenberg der Trainingsauftakt zur kommenden Zweitliga-Saison geplant, die wiederum am 28. Juli 2023 mit dem ersten Spieltag startet.
Luthe: "Die letzten Wochen fühlen sich scheiße an"
Torwart Andreas Luthe erklärte: "Wir gehen mit einem grundsätzlich positiven Gefühl in die Pause, aber die letzten fünf Wochen fühlen sich scheiße an. Wir als Mannschaft, die Fans, der Verein hätten einen anderen Abschluss verdient gehabt. Es ist wieder viel gegen uns gelaufen. Aber insgesamt haben wir den Klassenerhalt geschafft. Ich habe den Jungs vor dem Spiel gesagt, ich möchte jetzt nicht in der Bielefelder oder der Nürnberger Kabine sitzen. Ich bin stolz, dass wir es geschafft haben." Zum vermeintlich schweren zweiten Jahr nach einem Aufstieg sagte der Schlussmann: "Man muss vorsichtig sein, dass man sich so etwas nicht einredet und bewusst dagegen steuern."
Boyd: "Müssen als Mannschaft den nächsten Schritt gehen"
Torjäger Terrence Boyd sprach nach dem letzten Schlusspfiff von einer "sehr ereignisreichen und sehr positiven Saison, auf die wir sehr stolz sein können. Trotzdem hätten wir uns gerne positiver verabschiedet. Natürlich ist es schwer, wenn man so früh in Unterzahl gerät. Trotzdem hatte ich nach der Halbzeit das Gefühl, dass der nächste drin ist. Die nächste Saison wird natürlich nicht einfacher. Deshalb müssen wir den nächsten Schritt als Mannschaft gehen, effektiver werden. Wir haben jetzt drei Wochen Urlaub und dann geht das alles wieder von vorne los. Dann gucken wir, dass wir diese Euphorie wieder für uns nutzen. Anscheinend haben wir nach dem geschafften Klassenerhalt nicht mehr die 100 Prozent, sondern nur noch die 98 Prozent gebracht. Dann hat man auf einmal nicht mehr das Glück. Darum geht es - diesen ultimativen Hunger wieder zu haben."
Schad: "Unfassbares Erlebnis zum Schluss"
Für Dominik Schad war das Spiel derweil die letzte Partie im FCK-Dress, bei der er nach dem Platzverweis für Jean Zimmer auch schon Mitte der ersten Halbzeit eingewechselt wurde. "Das Ergebnis ist bescheiden. Wir haben es in Unterzahl trotzdem ganz gut gemacht. Mich ärgert, dass die Partie so hoch ausgegangen ist. Aber das kann man jetzt nicht mehr ändern. Wir haben trotzdem wieder unfassbaren Rückhalt gespürt. Wie wir von den Fans gefeiert wurden, das war ein unfassbares Erlebnis nochmal zum Schluss", sagte der nach dem Abpfiff von der Westkurve noch einmal gefeierte Rechtsverteidiger zum Abschied nach fünf Jahren als Roter Teufel.
» Zum Video: Pressekonferenz nach dem Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 29.05.2023

Blick in die Kurve
"Super FCK": Würdiger Saisonabschluss auf den Rängen
Top-Kulisse, Top-Choreographie, enttäuschendes Ergebnis: Die Fans des 1. FC Kaiserslautern sorgen gegen Fortuna Düsseldorf noch einmal für ein großes optisches Highlight. Aber es gibt auch Kritik.
Kaiserwetter auf dem Betzenberg: Zum letzten Spiel der Saison 2022/23 meint es der Wettergott endlich in diesem Jahr noch einmal richtig gut mit den Anhängern der Roten Teufel, die sich bei strahlendem Sonnenschein wieder zu Zehntausenden auf den Weg auf Deutschlands höchsten Fußballberg machen. Bekanntlich geht es gegen Düsseldorf vor allem um einen gelungenen Abschluss einer insgesamt erfolgreichen Saison, die in jedem Fall auf einem einstelligen Tabellenplatz in der 2. Bundesliga endet - die beste FCK-Platzierung seit acht Jahren. 47.956 Zuschauer bedeuten den zweitbesten Besuch in dieser Spielzeit, der den starken Zuschauerschnitt auf 40.490 Fans anhebt.
Im Stadion haben die Ultras der "Frenetic Youth" zum Saisonabschluss noch einmal eine große Choreographie vorbereitet, deren Ablauf Vorsänger Justin wie beim letzten Mal gegen den HSV wieder über das Mikro des Stadionsprechers vorstellt und in Richtung der mitgereisten Gästefans dabei auch gleich noch ein donnerndes "Hier regiert der FCK!" anstimmt. Wie geplant gehen auf Kommando in der Westkurve und auf der Südtribüne tausende Folientafeln nach oben, die auf rotem Hintergrund die Worte "Super FCK" bilden. Dazu läuft über Lautsprecher das gleichlautende und seit der Meistersaison 1998 bekannte Cover-Song. Überragend!


Finanziert werden diese riesigen Choreos unter anderem durch Spenden der Pfandbecher im Stadion. Und wer sich auf diese Art beim Heimspiel gegen Düsseldorf an den Kosten beteiligt, bekommt von den Ultras im Gegenzug auch noch ein kleines Präsent in Form einer exklusiven Collage mit mehreren Choreo-Motiven und dem Aufdruck "Für eine bunte Westkurve".
Das letzte Saisonspiel nutzen die Ultras aber auch noch einmal für Kritik und thematisieren nach der Sektorentrennung nun die unter der Woche bekannt gewordenen Preiserhöhungen bei Dauerkarten für die neue Spielzeit. Die Kosten für einen Platz in der Westkurve sind innerhalb von zwei Saisons von 165 Euro (damals noch für 19 Heimspiele in der 3. Liga) über 195 auf nun 220 Euro angehoben worden. Auf einem mehrteiligen Spruchband heißt es dazu: "Wir sind Fans, keine Kunden! FCK 2023: Gierflation statt Demut! Bei den Ticketpreisen heute schon 1. Bundesliga!"
Weitere Spruchbänder in der Westkurve schicken Grüße an die "Sektion Stadionverbot" und an die befreundeten Ultras der "Horda Frenetic". Deren FC Metz spielt in Frankreich um die Rückkehr in die Ligue 1. In der Westkurve sind zum Saisonabschluss auch befreundete Anhänger aus Metz anwesend, genauso wie solche vom VfB Stuttgart und vom Kilmarnock FC aus Schottland.

Schon beim Aufwärmen und nach dem Schlusspfiff bedanken sich die Anhänger mit einem weiteren großen Spruchband zudem für die erfolgreiche Saison bei der Mannschaft: "Betze-Tugenden gelebt - Saisonziel erreicht". Das Team gibt den Dank ebenfalls mit einem Spruchband zurück (“Ihr seid der Mythos Betzenberg - Danke!") und kommt anschließend auch noch zum Abklatschen mit den Fans in die Kurve.

Aus Düsseldorf sind rund 3.600 Anhänger mit nach Kaiserslautern gekommen, was für die Rheinländer den größten Auswärtssupport in dieser Saison bedeutet. Beim Einlaufen der Teams präsentieren die Gästefans mehrere große Doppelhalter mit dem Vereinswappen und dem Gründungsjahr der Fortuna 1895, dazu gibt es etwas Pyrotechnik. Später bedanken sie sich mit einer weiteren Aktion bei Torjäger Rouwen Hennings, der die Düsseldorfer nach dieser Saison verlässt.

Nach dem Spiel ist zwischen Stadion und Innenstadt noch lange Blaulicht zu sehen und zu hören. Laut Abschlussbericht der Polizei soll es an mehreren Orten zu Auseinandersetzungen mit Beteiligung von Lautrern, Düsseldorfern und Ordnungshütern gekommen sein.
Zur kompletten Fotogalerie vom FCK-Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf:
- Fotogalerie | 34. Spieltag: 1. FC Kaiserslautern - Fortuna Düsseldorf
Quelle: Der Betze brennt

