
Vorbericht: 1. FC Kaiserslautern - Hansa Rostock
Der Kogge die Segel streichen
Abstiegskampf pur. Zum Glück nur für den Gegner. Mit Hansa Rostock empfängt der 1. FC Kaiserslautern eine Mannschaft, die wohl bis zum letzten Spieltag um den Klassenverbleib spielen wird. Im Stadion wartet eine Neuerung auf die Fans.
Es war in Fankreisen das Thema dieser Woche. Der FCK nimmt zum Heimspiel gegen Rostock eine Sektorentrennung im Fritz-Walter-Stadion vor, das heißt der Stadionumlauf von einer Tribüne zur anderen wird gesperrt. Manche loben das als zielführende Maßnahme, andere kritisieren es scharf. Die Pizza vor dem Spiel in der Nordtribüne, der Fanshop-Einkauf in der Südtribüne, der Besuch des FCK-Museums in der Osttribüne oder das Treffen an den Infoständen vor der Westkurve wird vorerst nicht mehr ohne Weiteres möglich sein. Der FCK-Fanbeirat und das Fanbündnis FCK haben ein kritisches Statement zu der vorher nicht miteinander besprochenen Maßnahme des Vereins veröffentlicht. Auch im DBB-Forum werden die neuen Einschränkungen rege diskutiert. Mit der Sektorentrennung will der Verein der Überfüllung im mittleren Bereich der Westkurve entgegenwirken. Vor allem beim Spiel gegen den HSV war es dem Vernehmen nach zu Situationen gekommen, die heikel waren. Auch Fans, die auf die Toilette mussten, kamen teilweise nicht mehr aus dem Block. Manche haben dann in die Westkurve uriniert. Geht´s noch?
Jedenfalls haben der Verband und die Behörden ihr Augenmerk auf die Situation in der Fankurve gelegt. Ob es am Samstag gelingt, die Massen zu entzerren, wird man sehen. Wie es nach dem, nennen wir das Ganze mal Feldversuch, weitergeht, ist noch offen. Wir appellieren an dieser Stelle nochmals an euch: Achtet drauf, dass es nicht zu eng wird - in der Westkurve ist genug Platz, wenn man ihn richtig ausnutzt. Im schlimmsten Fall werden durch eine massive Blocküberfüllung Menschenleben gefährdet. Ob eine ohne vorherigen Dialog mit den Fans angeordnete Sektorentrennung die beste Lösung für diese Problemstellung ist, ist allerdings fraglich. Anpfiff gegen Rostock ist am Samstag um 13:00 Uhr.
Was muss man zum 30. Spieltag wissen? Hier kommen die wichtigsten Vorab-Informationen zum drittletzten Heimspiel der Saison:
Der FCK: Ausgangslage und Personal
Zwei Mal in Folge ohne Gegentor. Das gab es in dieser Rückrunde noch nicht. Durch das Unentschieden in Regensburg und aufgrund der Ergebnisse der anderen Mannschaften sind nun sogar die Plätze 4 bis 6 wieder in Reichweite. Und das Restprogramm des 1. FC Kaiserslautern lässt durchaus Hoffnung zu. Mit Rostock, Nürnberg und Bielefeld stehen noch drei Abstiegskandidaten auf dem Spielplan. Nach dem Derby in Karlsruhe könnte es sogar am letzten Spieltag zu einem direkten Duell um den vierten Rang gegen Düsseldorf kommen.
Gegen Rostock fällt Nicolas de Préville mit einem Muskelfaserriss weiter aus. Der Offensiv-Hoffnungsträger aus Frankreich ist wohl erst Mitte Mai wieder eine Option. Auch Nachwuchstalent Aaron Basenach ist weiter mit Knieproblemen außer Gefecht. Flügelflitzer Kenny Redondo hat seinen Muskelfaserriss zwar auskuriert, konnte aber erst am Donnerstag erste Teilbereiche des Mannschaftstrainings absolvieren. Daher ist es sehr fraglich, ob er im Kader stehen wird. Dagegen sind Topscorer Terrence Boyd nach Gelbsperre und Aufbauspieler Nicolai Rapp nach seinem Muskelfaserriss wieder eine Option. Zumindest der zweifache Hinspiel-Torschütze Boyd wird von Beginn an spielen.
Der Gegner: Ausgangslage und Personal
Hansa Rostock ist ein gutes Beispiel dafür, warum das zweite Jahr in der Zweiten Liga oft das schwerere ist. Bereits mit dem dritten Trainer der Saison reist die Kogge auf den Betze. Alois Schwartz übernahm das Amt Mitte März von Patrick Glöckner. Bis November 2022 hatte Aufstiegstrainer Jens Härtel die Mannschaft betreut. Und wer drei Übungsleiter in einer Saison braucht, der steht in der Tabelle ziemlich sicher schlecht da. Hansa ist fünf Spieltage vor Saisonende mit 28 Punkten und nur 25 erzielten Toren Vorletzter. Ein Nervenspiel bis zum letzten Spieltag droht. Immerhin gab es in der vergangenen Woche einen Hoffnungsschimmer. Der 2:0-Erfolg gegen Fürth war der erste Sieg seit dem 10. Februar. Im Restprogramm stehen zudem noch direkte Duelle mit den Abstiegskampf-Konkurrenten Regensburg, Sandhausen, Nürnberg und Braunschweig.
Lukas Scherff fehlt wegen einer Bronchitis. Frederic Ananou (Muskelfaserriss), Maurice Litka (Reha nach Knorpelschaden) und Svante Ingelsson (Schambeinentzündung) fallen verletzungsbedingt aus.
Frühere Duelle
16 der bislang 35 Spiele gegen Rostock gewann der FCK. Zuletzt waren die Roten Teufel im Hinspiel siegreich, beim 2:0 traf Terrence Boyd doppelt. Das letzte Aufeinandertreffen in Kaiserslautern liegt knapp zweieinhalb Jahre zurück. Am 02. November 2020 trennten sich beide Klubs in einem Geisterspiel torlos.
Fan-Infos
Alle wichtigen Informationen zur Sektorentrennung hat der FCK auf seiner Homepage zusammengefasst. Wir bitten euch, diese vor eurer Abreise mit aller Aufmerksamkeit zu lesen. Die Maßnahme dürfte in jedem Fall zu langen Schlangen am Einlass führen, der FCK rät wie immer zu einer frühzeitigen Anreise.
Bis Donnerstag waren knapp 41.000 Tickets für das Spiel verkauft, sodass wohl mit rund 43.000 Zuschauern gerechnet werden kann. Aus Rostock werden etwa 2.500 Fans erwartet. Wer noch ein Ticket sucht oder anzubieten hat, kann die DBB-Kartenbörse mit fairen Preisen von Fans für Fans nutzen. Für die Partie sind noch Restkarten für Blöcke auf der Osttribüne erhältlich. Diese können im Online-Ticketshop oder vor Anpfiff an den Tageskassen der Südtribüne erworben werden.
In der Westkurve werden an einem extra Stand die letzten Restbestände der Mottoschals vom Traditionstag gegen den HSV geben. Das Fanbündnis FCK bittet darum, den Betrag von 15 Euro passend bereit zu halten. Außerdem wird es in limitierter Auflage Schlüsselanhänger, Aufkleber und Stoffbeutel mit dem Choreo-Motiv geben.
Bitte beachtet außerdem, dass der Messeplatz aufgrund der Aufbauarbeiten für die Lautrer Kerwe nur für Gästefans zur Verfügung steht. Das Fritz-Walter-Stadion öffnet zwei Stunden vor Anpfiff um 11:00 Uhr.
O-Töne
FCK-Trainer Dirk Schuster: "Der Tabellenstand von Rostock trügt etwas, wenn man ihren letzten Auftritt gegen Fürth gesehen hat. Da steht eine Mannschaft auf dem Platz, die den unbedingten Willen hat. Wir müssen von der ersten Sekunde an voll da sein. Im körperlichen und geistigen Bereich."
Hansa-Trainer Alois Schwartz: "Für Erfolg gibt es keinen Ersatz. Der Sieg hat der Mannschaft gut getan, es ist etwas Leichtigkeit zurück. Wir wissen, was uns auf dem Betze erwartet. Eine mental starke Mannschaft, die immer an sich glaubt und mit Boyd einen Unterschiedsspieler hat."
Daten und Fakten
Voraussichtliche Aufstellung:
1. FC Kaiserslautern: Luthe - Zimmer, Kraus, Tomiak, Zuck - Niehues, Ritter - Opoku, Hanslik (Klement), Zolinski - Boyd
Es fehlen: Basenach (Knieprobleme), de Préville (Muskelfaserriss), evtl. Redondo (muskuläre Probleme)
Hansa Rostock: Kolke - Neidhart, Malone, van Drongelen, Roßbach - Rhein, Dressel - Pröger, Fröling, Schumacher - Hinterseer
Es fehlen: Ananou (Muskelfaserriss), Ingelsson (Schambeinentzündung), Litka (Reha nach Knorpelschaden), Scherff (Bronchitis)
Quelle: Der Betze brennt / Autor: Florian Reis
Vorherige Meldungen ab 25.04.2023:

Foto: Daniel Krämer
Samstag, 13:00 Uhr: Kogge in Seenot reist auf den Betze
Mit Hansa Rostock kommt wieder ein Gegner auf den 1. FC Kaiserslautern zu, der knietief im Abstiegskampf steht. Für manchen Beteiligten ist es ein Wiedersehen mit der eigenen Vergangenheit.
35 Duelle, davon 20 in der Beletage des deutschen Fußballs. Die Historie zwischen dem FCK und dem FC Hansa mag nicht ganz so groß sein wie die gegen den HSV, dennoch treffen am Samstagmittag im Fritz-Walter-Stadion wieder zwei Vereine mit Geschichte aufeinander. Dabei spricht die historische Bilanz leicht für die Roten Teufel: 16 Siegen stehen sechs Remis und 13 Niederlagen gegenüber. Oft ging es torreich zu, wie etwa beim 6:0-Heimsieg im November 2008. Auch die Heim-Form der aktuellen Saison sollte den Männern in Rot Mut machen: Seit Oktober 2022 hatte die Schuster-Elf zuhause nicht mehr das Nachsehen und lieferte dabei begeisternde Erlebnisse wie etwa gegen Karlsruhe (2:0), Heidenheim (2:2) oder Hamburg (2:0). Das letzte Heimspiel gegen die Kogge in der 2. Bundesliga endete allerdings zunächst mit einer großen Enttäuschung: Vor ausverkauftem Haus wären die Roten Teufel im April 2010 mit einem Sieg über Hansa vorzeitig in die Bundesliga aufgestiegen. Doch die Elf von Marco Kurz verlor mit 0:1 und haderte - aber nur zwei Tage lang. Dann konnte nach einem 1:1 zwischen dem FC Augsburg und dem FSV Frankfurt die Party doch noch steigen. Damals wie heute war Rostock in tiefer Tabellen-Not. 2010 stieg man trotz des Dreiers am Betze sogar ab. Der FCK will dagegen mit einem neuerlichen Heimsieg seine gute Serie fortsetzen und beweisen, dass er auch gegen "Kellerkinder" erfolgreich sein kann. Besonders motiviert könnte dann Daniel Hanslik sein, der 2020 an die Ostsee ausgeliehen war und 17 Partien für die Kogge absolvierte.
Fragezeichen hinter Redondo und de Préville - Rapp vor Rückkehr - Rostock kommt mit Ex-Lautrer Schwartz
Ehe am heutigen Dienstag trainingsfrei war, schwitzen die Roten Teufel am Montag unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Dabei stiegen die Profis, die beim 0:0 in Regensburg länger zum Einsatz gekommen waren, aufs Fahrrad, die Ersatzspieler absolvierten eine leichte Einheit auf dem Platz. Mit dabei war auch Nicolai Rapp, der nach seinem Muskelfaserriss in Kürze wieder komplett einsteigen soll. Dagegen fehlten Kenny Redondo (muskuläre Probleme) und Nicolas de Préville (Muskelfaserriss), die gegen Regensburg beide kurzfristig passen mussten. Während bei Redondo nach DBB-Informationen Hoffnung besteht, dass er zeitnah ins Mannschaftstraining zurückkehrt und am Samstag einsatzbereit ist, dürfte bei de Préville die Zeit zu knapp werden. Der zweifache Hinspiel-Torschütze Terrence Boyd wird nach seiner Gelb-Sperre definitiv wieder zur Verfügung stehen und für mehr Power in der Offensive sorgen.
Bei Hansa setzt man mit Alois Schwartz seit März nach Jens Härtel und Patrick Glöckner schon auf den dritten Übungsleiter der laufenden Spielzeit. Schwartz, bis Februar selbst noch Trainer des abstiegsbedrohten SV Sandhausen, kennt den Betze bestens: Von 2007 bis 2012 coachte er die zweite Mannschaft, 2008 und 2009 sprang er zweimal als Interimstrainer der Profis ein. Nach zuletzt acht sieglosen Spielen in Folge gelang am Wochenende beim 2:0-Heimsieg über Fürth ein Befreiungsschlag, dennoch steht man nach wie vor auf einem direkten Abstiegsplatz. Bei seiner "Heimkehr" nach Kaiserslautern wird Schwartz wieder auf die Dienste von Linksfuß Lukas Scherff setzen können, der seine Rot-Sperre verbüßt hat.
Quelle: Der Betze brennt
Weitere Links zum Thema:
- Übersicht: Kompletter Team-Status des 1. FC Kaiserslautern
Ergänzung, 26.04.2023:

Foto: Daniel Krämer
Gegner-Check Rostock: Die Kogge will wieder auf Kurs
Mit Hansa Rostock trifft der 1. FC Kaiserslautern am Samstag erneut auf ein Kellerkind. Und das zuhause, wo die Roten Teufel zuletzt stets erfolgreich waren. Gegner wie diese liegen den Pfälzern allerdings weniger.
So lief's seit dem Hinspiel: Nach der 0:2-Heimniederlage gegen den FCK am 13. Spieltag ließen die Rostocker direkt mit einem 3:0-Auswärtssieg in Regensburg aufhorchen. Als sie danach aber das nächste Heimspiel gegen Sandhausen mit 0:1 vergeigten, war Schluss für Aufstiegstrainer Jens Härtel. Nachfolger Patrick Glöckner holte dann aus den verbleibenden zwei Spielen vor der Winterpause vier Punkte. Das versprach Besserung - zumal der neue Coach anschließend zwei Monate hatte, das Spiel seiner Mannschaft nach seinem Gusto auszurichten. Umso enttäuschender dann der Start ins neue Jahr: In den folgenden acht Partien holte der Ex-Waldhöfer Glöckner abermals nur vier Punkte und die allesamt auswärts. Nach einer deprimierenden 2:5 Heimniederlage gegen Düsseldorf musste auch er gehen. Die Kogge war nunmehr auf Rang 17 gesunken. Alois Schwartz übernahm, startete ebenfalls mit drei Niederlagen, feierte zuletzt aber gegen Fürth mit einem 2:0 den ersten Heimerfolg Rostocks seit dem 9. Spieltag. Nach der Partie auf dem Betzenberg starten Trainer und Team übrigens in regelrechte Abstiegs-Playoffs: Regensburg, Sandhausen, Nürnberg und Braunschweig heißen die verbleibenden Gegner.
Das hat sich geändert: Trainer Härtel hatte im Januar 2019 seine Arbeit an der Ostsee aufgenommen, gemeinsam mit Sportvorstand Martin Pieckenhagen. Mit den beiden legte der FC Hansa keinen Katapultstart hin, kam aber zügig immer besser auf Kurs. 2021 Aufstieg in die Zweite Liga, in der man das erste Jahr auf einem ordentlichen 13. Rang abschloss. Und dann entlässt Pieckenhagen seinen Weggefährten nach 15 Spieltagen, nach denen die Mannschaft auf einem noch keinesfalls alarmierenden 12. Platz steht - warum? Darüber rätseln die Hansa-Fans, von denen viele Härtel nach dem Glöckner-Aus gerne zurückgeholt hätten, noch heute. Von bereits länger andauernden "atmosphärischen Störungen" in dem bis dato erfolgreichen Duo ist die Rede, da soll sich einer einen Reim drauf machen. Glöckners Entlassung nach acht Punkten in nur zehn Spielen wirkt da schon nachvollziehbarer, das war wohl die berühmte Reißleine, die es vor dem Saisonfinale zu ziehen galt. Dass in der Winterpause versäumt wurde, personell nachzulegen, obwohl die Mittel dazu vorhanden gewesen sein sollen, wurde dann allerdings auch Pieckenhagen angelastet. Kurz nach Glöckner wurde er ebenfalls seines Amtes enthoben. Alois Schwartz versucht nun, die Kogge seiner Art gemäß mit ruhiger Hand wieder in stillere Gewässer zu steuern. Trotz dreier Niederlagen zum Einstand wechselte er seine Startelf stets auf maximal einer Position. Zum Spiel gegen Fürth nominierte Schwartz lediglich den Schweden Nils Fröling neu - weil Lukas Scherff rotgesperrt war. Und eben dieser Fröling brachte sein Team mit seinem Führungstreffer auf die Siegerstraße.
Gewinner und Verlierer: Stürmer Kai Pröger, in der Hinrunde mit sechs Treffern stärkste Offensivkraft der Rostocker, kam im neuen Jahr noch nicht in Tritt. Erst ein Treffer, zuletzt erzielte der 30-Jährige aber beide Torvorlagen beim 2:0 gegen das Kleeblatt - es scheint also wieder aufwärts zu gehen. Schwartz setzt auch wieder auf Lukas Hinterseer, den vergangenen Sommer aus Hannover geholten Sturmtank, der unter seinen Vorgängern enttäuschte. Bei dem von Hansa über weite Strecken gut geführten, aber doch 2:3 verlorenen Heimspiel gegen Kiel erzielte der 32-Jährige wieder mal ein Tor. Nur noch auf der Bank saß zuletzt der langjährige Stammstürmer John Verhoek, der für den Klub bereits 41 Buden gemacht hat - diese Saison aber erst eine einzige. Pascal Breier, ebenfalls lange Jahre Stammkraft an der Ostsee, fiel lange wegen Rückenproblemen aus, saß zuletzt aber wieder neben Verhoek auf der Bank. Der Schwede Svante Ingelsson allerdings, der schon sieben Mal als Vorlagengeber in Erscheinung trat, fällt seit vier Wochen wegen einer Schambeinentzündung. aus. Wirkliche Senkrechtstarter hat die Kogge in dieser Spielzeit nicht hervorgebracht, doch die erfahrenen Damian Roßbach, Lukas Fröde, Dennis Dressel sowie Keeper und Kapitän Markus Kolke sind zumindest einigermaßen konstante Größen in dieser schweren Zeit.
Zahlen, Daten, Fakten: Dass im vorangegangenen Absatz fast ausschließlich Offensivkräfte genannt werden, deutet bereits daraufhin hin: Die größten Probleme hat Hansa in der Offensive: Erst 25 Treffer, das ist der schlechteste Wert in Liga Zwei. Dass sie gemeinsam mit Sandhausen immer noch das schwächstes Heimteam der Klasse sind, spielt am Samstag keine Rolle. In der Auswärtstabelle ist Rostock Zwölfter, hat immerhin schon viermal in der Fremde gewonnen, also Obacht. Im Ranking der "gewonnenen Zweikämpfe" ankert die Kogge sogar auf Rang 7, und 67 kassierte Gelben Karten bedeuten Platz 5 im Liga-Vergleich (Quelle: bundesliga.de). Allein das sollte Dirk Schuster und seinen Jungs bewusst machen, was am Samstag geboten ist. Weniger gute Werte weisen die Rostocker in punkto Passquote, Ballbesitz oder progressiven Läufen auf, in diesen Disziplinen aber sind auch die Lautrer schwach. Per Kopf hat der Gast bereits sieben Buden kassiert, ein Mittelklassewert, den er mit dem FCK teilt. Dafür haben sie erst vier Treffer mit Kopfbällen erzielt, Lautern dagegen schon zwölf.
Fazit: Was kümmern uns die mauen Auswärtsauftritte, zuhause sind wir doch wieder eine Macht, wir haben den HSV gepackt, da wird's ja wohl auch für Hansa Rostock reichen ... So zu denken, wäre fatal. Heimgegner wie Kiel, Fürth, Heidenheim oder Hamburg stellten Mannschaften, die auch in der Fremde mutig nach vorne verteidigen und so dem FCK ermöglichten, ihnen im typischen Schuster-Stil zu begegnen und zu punkten. Die Atmosphäre im Fritz-Walter-Stadion tat da natürlich ein Übriges. Rostock dagegen wird so zurückhaltend auftreten, wie es zuvor schon Braunschweig, Sandhausen, Nürnberg oder Regensburg auf dem Betzenberg taten - und gegen all diese Teams hat Lautern zuhause nicht gewinnen können. Wieder mal also wäre angezeigt, selbst initiativ zu werden, aufzurücken, den Gast auf die Roten Teufelshörner zu nehmen. Vor diesem Hintergrund wird besonders interessant sein, wie Schuster weiter mit der Personalie Philipp Klement umgeht, der nun auch selbst eingeräumt hat, dass ihm der zuletzt bevorzugte Spielstil nicht entgegenkommt und bald eine Lösung gefunden werden sollte. Setzt der Trainer den im Spätsommer gerade wegen seiner spielerischen Qualitäten noch nachverpflichteten Zehner zum fünften Mal in Folge nur auf die Bank - in einer Partie, wo präzises Passspiel in engen Räumen besonders gefragt sein dürfte? Was keinesfalls heißen soll, dass gegen dieses Team nur die "feine Klinge" gefordert ist. Um sich gegen diesen kampfstarken Gegner nicht den Schneid abkaufen zu lassen, ist exakt die "Dreckspatzigkeit" gefragt, von der der Trainer ebenfalls gerne spricht.
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 27.04.2023:

Boyd zurück, Redondo fraglich, de Préville fällt aus
Der 1. FC Kaiserslautern will vor über 40.000 Zuschauern gegen Hansa Rostock seine gute Heimserie ausbauen. Während Terrence Boyd auf den Platz zurückkehrt, steht hinter Kenny Redondo noch ein "dickes, fettes" Fragezeichen.
"Mit Rostock treffen wir auf eine Mannschaft, die trotz des vorletzten Tabellenplatzes den unbedingten Willen hat, Spiele für sich zu entscheiden. Sie werden alles dransetzen, Punkte zu entführen. Wir müssen an die Bereitschaft herankommen, die wir gegen den HSV gezeigt haben - sowohl im körperlichen als auch im psychischen Bereich. Es wird an uns liegen, ob wir wieder den Mut finden, zielstrebig nach vorne zu spielen. Das war gegen Regensburg nicht der Fall, da wir offensiv viele Ausfälle zu beklagen hatten. Aber am Wochenende vor 40.000, was eine richtig geile Zahl ist, bin ich sicher, dass das wieder besser gelingen wird, um am Ende drei Punkte in Kaiserslautern zu behalten", beschreibt FCK-Trainer Dirk Schuster, was er sich von seinen zuhause in der Rückrunde noch ungeschlagenen Roten Teufeln gegen die Kogge erwartet.
Schon über 40.000 Karten verkauft, davon 2.200 an Gästefans
Vor allem in der Offensive stellen sich Schuster jedoch weiterhin einige Fragezeichen. Zwar kehrt Top-Scorer Terrence Boyd nach seiner Gelb-Sperre in die Startelf zurück. Dafür wird Nicolas de Préville gegen Rostock erneut fehlen. Der Stürmer hatte sich vor der Partie in Regensburg einen Muskelfaserriss zugezogen - "an einer ungewöhnlichen Stelle", wie Schuster ausführt. De Préville werde höchstwahrscheinlich zwei weitere Spieltage ausfallen. Ein "dickes, großes, fettes Fragezeichen" steht außerdem hinter dem Einsatz von Kenny Redondo (muskuläre Probleme), der wie de Préville in Regensburg kurzfristig ausgefallen war und erst am heutigen Donnerstag erste Teilbereiche des Mannschaftstrainings absolvieren soll. Vermutlich wieder im Kader stehen wird Nicolai Rapp, der sich bereits seit Mittwoch wieder im vollen Training befindet.
Für das Heimspiel am Samstag (Anstoß: 13:00 Uhr) wurden bisher 40.717 Karten verkauft, darunter 2.200 an die Gästefans von der Ostsee.
» Zum Video: Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Hansa Rostock
Alle weiteren Informationen zum FCK-Spiel gegen Rostock folgen morgen im ausführlichen Vorbericht auf Der Betze brennt.
Quelle: Der Betze brennt
