
Foto: 1. FC Kaiserslautern
Remis im Benefizspiel: 1:1-Unentschieden gegen Mainz
Der 1. FC Kaiserslautern und der FSV Mainz 05 haben das Benefizspiel zugunsten der Flutopfer mit einem 1:1-Unentschieden bestritten. Der Sport war jedoch heute zweitrangig: Stolze 150.000 Euro wurden bereits gespendet.
Rund 1.500 Zuschauer waren ins Stadion Oberwerth in Koblenz gekommen um die Partie zwischen dem Bundesligisten aus Mainz und dem FCK zu sehen. Die Partie war von beiden Vereinen organisiert worden, um Spenden für betroffene Sportvereine in Rheinland-Pfalz zu sammeln, die von der schlimmen Flut im Juli betroffen sind.
Marco Antwerpen gab dabei auch Spielern eine Chance, die zuletzt in der 3. Liga nicht zum Zuge gekommen waren. So hütete Avdo Spahic das Tor, Kapitän Jean Zimmer kehrte in die Startelf zurück, zudem durfte U19-Spieler Sean Blum von Beginn an in der Offensive ran. Auf der Bank nahmen mit Tristan Zobel, Maximilian Fesser und Moritz Theobald außerdem weitere Nachwuchskicker platz. Die Roten Teufel begannen engagiert und erspielten sich in der ersten Halbzeit durch Philipp Hercher, Muhammed Kiprit und Julian Niehues mehrere Gelegenheiten, die Führung erzielte jedoch Mainz durch Danny Schmidt (22.). Eine Schrecksekunde gab es nach einer halben Stunde, als Felix Götze nach einem Zusammenprall mit Stefan Bell verletzt ausgewechselt werden musste. Wie Geschäftsführer Thomas Hengen in der Halbzeit mitteilte, war dies jedoch lediglich eine Vorsichtsmaßnahme, der 23-Jährige, der erst im August mit einem Haarriss im Schädel ausgefallen war, hat sich nicht ernsthaft verletzt.
Huth per Hacke, Dahmen sieht Rot: 1:1 im Benefizspiel
Im zweiten Durchgang wechselten beide Trainer munter durch, so kamen beim FCK auch die Nachwuchsspieler Fesser, Theobald und Zobel zum Einsatz. In der 85. Minute traf Elias Huth technisch hochwertig mit der Hacke zum 1:1-Ausgleich. Kurz vor dem Schlusspfiff hätte um ein Haar Fesser noch für den Siegtreffer gesorgt, er wurde jedoch vom Mainzer Keeper Finn Dahmen mit einer Notbremse gestoppt, Dahmen sah folgerichtig die Rote Karte. So blieb es beim 1:1-Unentschieden.
Bereits 150.000 Euro gesammelt: Spenden-Hotline weiter geschaltet
Doch das rückte heute in den Hintergrund. Am Ende des Spiels konnten Spenden in Höhe von stolzen 150.000 Euro gesammelt werden. Noch bis 18:00 Uhr kann unter der Hotline 0180 22 8 22 gespendet werden, das Spendenkonto "Benefizspiel: Mainz 05 vs Kaiserslautern" der Aktion "Deutschland hilft" nimmt zudem jederzeit weiterhin Hilfe entgegen.
Quelle: Der Betze brennt
Weitere Links zum Thema:
- Statistik zum Spiel: FSV Mainz 05 - 1. FC Kaiserslautern 1:1
- Chronologie im DBB-Forum: Der FCK und seine Fans sammeln für Hochwasser-Opfer
Ergänzung, 17:51 Uhr:

Feierte im Benefizspiel sein Comeback und war von der Spendensumme begeistert: FCK-Kapitän Jean Zimmer.
Stimmen zum Spiel
Benefizspiel sorgt für "überragende Spendensumme"
Im Benefizspiel zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem FSV Mainz 05 konnten über 150.000 Euro eingesammelt werden. Das 1:1-Remis rückte dabei in den Hintergrund. Die Roten Teufel machten jedoch auch sportlich einen guten Eindruck.
"Gemeinsam für den Sport", das war das Motto des Benefizspieles zugunsten der Flutopfer im Stadion Oberwerth in Koblenz. Es sollten Spenden gesammelt werden für Vereine in den betroffenen Gebieten. Und das gelang fulminant. Nach Spielende konnte ein Scheck über 150.000 Euro übergeben werden, ebenso gingen zahlreiche Sachspenden ein. Dementsprechend zufrieden zeigten sich alle Beteiligten. "Es ist sensationell, was die Menschen trotz aller Rivalität beider Vereine hier auf die Beine gestellt haben. Das Resultat ist heute Nebensache", so FCK-Geschäftsführer Thomas Hengen. Der Beiratsvorsitzende des FCK, Markus Merk, der gemeinsam mit Mainz-Geschäftsführer Christian Heidel einer der Initiatoren der Partie war, ergänzte vor Anpfiff: "Als wir die Bilder gesehen haben, war uns klar, dass wir helfen müssen, und zwar am besten mit dem Verein zusammen, mit dem uns eine wunderbare Rivalität verbindet. Wir haben im Gremium zusammengesessen, morgens hat Christian Heidel angerufen und wir haben beide gemeinsam gesagt: 'Lass es uns machen!'Der Teamgedanke des Fußballs wird heute gelebt, das ist fantastisch."
Lautern und Mainz helfen Flutopfern: "Rivalen stehen für eine gute Sache zusammen"
Natürlich wurde heute auch Fußball gespielt. Bereits im ersten Durchgang hatte der FCK gegen den Bundesligisten aus Mainz einige Gelegenheiten, in Führung zu gehen. So vergab zweimal Philipp Hercher, Muhammed Kiprit scheiterte mit einem Kopfball am Mainzer Schlussmann Finn Dahmen. Und auch Julian Niehues, der in der 30. Minute für den angeschlagenen Felix Götze eingewechselt worden war, hatte mit einem kunstvollen Fernschuss eine gute Möglichkeit. "Es war ein rundum gelungener Tag. Wir haben ein ordentliches Spiel gezeigt, junge Spieler durften sich präsentieren, und am Ende ist es überragend, dass so eine Spendensumme zustande kommt. Es zeigt, dass auch Rivalen in schwierigen Zeiten für eine gute Sache zusammenstehen. Im Endeffekt zählt nur der Betrag, der am Ende zusammengekommen ist", äußerte sich FCK-Kapitän Jean Zimmer nach dem Abpfiff zufrieden. Der 27-Jährige war nach seinen Rückenproblemen der vergangenen Wochen heute wieder erstmals zum Einsatz gekommen.
Antwerpen zufrieden: "Ein ansehnliches Spiel und gerechtes Remis"
Auch Trainer Marco Antwerpen war mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden, die nach dem blamablen Verbandspokal-Aus gegen Oberligist Mechtersheim wieder ihr freundliches Gesicht zeigte. "Wir hatten schönes Wetter mit einem ansehnlichen Spiel und Torchancen auf beiden Seiten. Letztendlich haben wir ein gerechtes 1:1 gesehen. Wir standen gut in den Räumen, haben defensiv erneut kaum etwas zugelassen, was weiter unser Fokus bleibt. Mit dem Tor und dem Remis am Ende können wir zufrieden sein", so der 50-Jährige nach Abpfiff. Antwerpen schränkte aber ein, beim Gegentor zum 0:1, zu passiv gewesen zu sein.
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 10.10.2021:

Foto: Imago Images
Kummt Senf druff
Im Helfen vereint
150.000 Euro sind beim Benefizspiel zugunsten der Flutopfer zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und Mainz 05 zusammengekommen. Es zeigt sich einmal mehr: Fußball verbindet und überwindet im Zweifel auch die größten Rivalitäten. Das macht Hoffnung, meint DBB-Autor Gerrit.
Es waren Bilder, die man so schnell nicht vergisst. Szenen, wie man sie sonst nur aus Kriegsfilmen, allenfalls aus den Nachrichten kennt, wo sie jedoch meist weit entfernte Länder betreffen. Doch die Geschehnisse des Juli 2021 fanden plötzlich vor der eigenen Haustür statt. Menschen, die in ihren eigenen vier Wänden, im Auto oder auf der Flucht vor den Wassermassen ertranken. Über 100 Menschen verloren allein in Rheinland-Pfalz durch die Flut ihr Leben - noch viel mehr ihr Hab und Gut, ihr Zuhause. Im Angesicht dieses unbeschreiblichen Unglücks und der Existenznot so Vieler, kann es leicht passieren, dass andere Schicksale etwas in den Hintergrund rücken. Denn die Flut machte selbstredend auch nicht vor dem Amateursport in den betroffenen Gebieten halt. Ganze 95 Vereine hätten einen Schaden von rund 25 Millionen Euro erlitten - obendrauf käme noch ein hoher Millionenschaden an Sachgegenständen, wie etwa an Sportgeräten, Bällen und Ausrüstung, erzählte Susanne Weber vom Sportbund Pfalz am Samstag am Rande des Benefizspiels zwischen Mainz und dem FCK. Ja, an diesem Samstagnachmittag musste man mehr als einmal schwer schlucken. Etwa als ein kleiner Junge aus dem Ahrtal erzählt, dass Fußball für ihn alles im Leben bedeutet und er in herzergreifender Sachlichkeit erklärt, dass er wisse, dass es noch Jahre dauere, bis alles wieder so sein wird wie vor der Flut. Oder als man die Bilder sieht, wie die Fußballmannschaft des SV Beltheim gemeinsam mit vielen Helfern dem SC Bad Bodendorf hilft, den Schutt aus dem Vereinsheim und von dem gerade erst frisch fertiggestellten Kunstrasenplatz zu räumen. Oder als man die Menschen im kleinen Örtchen Schuld hört, das von der Flut besonders hart getroffen wurde. Ihr Fußballplatz wird nicht erneuert werden. Zu groß die Not in anderen Bereichen.
Fußball als Kitt in der Not: "You'll never walk alone!"
Umso wichtiger war das Zeichen, das die beiden rheinland-pfälzischen Vereine gestern auf allen Ebenen gesendet haben. Für 90 Minuten war die Rivalität zwischen Mainz und dem FCK vergessen, die sonst das Salz in der Suppe des Fußballs ist, wie etwa 2019, als der FCK den Bundesligisten im DFB-Pokal besiegte. An diesem Nachmittag spielt das keine Rolle. Der guten Sache willen. Fans sitzen nebeneinander, die einen mit FCK-Schals, die anderen im Mainz-Dress. Rund 1.500 sind ins Stadion Oberwerth nach Koblenz gekommen. Keine Pöbeleien, keine Schmähgesänge gegeneinander sind zu hören. Über 150.000 Euro spenden die Menschen vor und während der Live-Übertragung des Duells so für die Sportvereine in den betroffenen Flutgebieten. Es macht Mut. Mut, weil es zeigt, dass, wenn es darauf ankommt und die Not am größten ist, Feindseligkeiten und sportliche Rivalitäten keine Rolle spielen. Mut aber auch für die Menschen, die sich aufgrund der Fülle der anstehenden Herausforderungen in der Vergangenheit oft allein gelassen fühlten. Der Samstag hat gezeigt, dass sie das nicht sind. "Auch Rivalen stehen in schwierigen Zeiten für eine gute Sache zusammen", sagt FCK-Kapitän Jean Zimmer nach Abpfiff. Es wird noch viel Hilfe nötig sein, dass das Leben im Ahrtal und andernorts wieder in geregelten Bahnen läuft. Doch der Samstag hat gezeigt: Ihr seid nicht allein! Fußball verbindet. Gemeinsam für den Sport! You'll never walk alone!
Quelle: Der Betze brennt / Autor: Gerrit Schnabel

