
Vorbericht: 1. FC Kaiserslautern - Borussia Mönchengladbach
Vor kleiner Kulisse groß auftrumpfen
Der 1. FC Kaiserslautern will im DFB-Pokal als Außenseiter einen großen Coup landen. Im Fritz-Walter-Stadion gastiert mit Borussia Mönchengladbach ein Europapokal-Aspirant.
Die Freude von FCK-Fans und -Verantwortlichen am Abend des 04. Juli 2021 war groß, als Thomas Broich als Gegner in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals Mönchengladbach aus dem Lostopf fischte. Als dann wenige Tage später auch noch bekannt wurde, dass die ARD das Flutlichtspiel im Free-TV übertragen würde, wurde das Prickeln nochmal größer. Endlich mal wieder eine große Bühne für die Roten Teufel. Und das vor stimmungsvoller Kulisse, wenn die Zuschauer in dieser Saison endlich wieder in die Stadien zurückkehren dürfen.
Doch der Tiefschlag folgte dann am Freitag dieser Woche: Weil die Inzidenzzahlen in der Stadt Kaiserslautern zur Wochenmitte wieder stiegen und konstant über 35 lagen, griff die gemäß der erteilten Ausnahmegenehmigung geltende Notbremse: Anstatt der eigentlich vorgesehenen 20.000 dürfen nur noch 5.000 Zuschauer die Partie im Stadion verfolgen. Und so ärgerlich und diskussionswürdig diese Entscheidung auch ist - es gilt, sie anzunehmen und das Beste draus zu machen. Wie die Vergangenheit bereits gezeigt hat, kann sich auch ein kleine Kulisse wie eine große anfühlen. Das muss auch das Ziel für die glücklichen Anhänger sein, die eine Karte für das Duell mit den Fohlen ergattern konnten: Wer dieses Privileg genießen darf, während anderen Mitfans die Karten storniert wurden, muss am Montag mit besonders geölter Stimme hochkommen und die Mannschaft bis zur letzten Sekunde unterstützen! Anpfiff im Fritz-Walter-Stadion ist um 20:45 Uhr.
Was muss man zum Spiel gegen Mönchengladbach wissen? Hier kommen die wichtigsten Vorab-Informationen zum Pokal-Highlight auf dem Betze:
Der FCK: Ausgangslage und Personal
Die Mannschaft von Marco Antwerpen geht natürlich als klarer Außenseiter in die Partie gegen den letztjährigen Champions-League-Achtelfinalisten. Nach nur einem Punkt aus den beiden ersten Spielen der 3. Liga ist der DFB-Pokal sicher eine willkommene Abwechslung, in der der 1. FC Kaiserslautern nur positiv überraschen kann. Für die Betze-Buben gilt es, aus einer kompakten Defensive zu agieren, aber auch immer mal wieder die Chance nach vorne zu suchen.
Allerdings gehen Antwerpen auf der rechten Abwehrseite allmählich die Alternativen aus. Nachdem bereits Philipp Hercher mit einem Muskelfaserriss pausieren muss, fällt gegen Gladbach auch noch Dominik Schad wegen Problemen am Sprunggelenk aus. So könnte der 19-Jährige Neal Gibs sein Startelf-Debüt feiern. Auch im Mittelfeld muss der Trainer eine Veränderung vornehmen, denn auch Marlon Ritter steht aufgrund einer Muskelquetschung im Oberschenkel nicht zur Verfügung. Es ist wahrscheinlich, dass der ballsichere Felix Götze ins Mittelfeld aufrückt und dafür der wieder fitte Marvin Senger oder Kevin Kraus in der Abwehrkette spielen, zumal der FCK gegen die robuste Gladbacher Offensive mit Körperlichkeit dagegenhalten muss. Das am Montag von Hannover 96 ausgeliehene Offensivtalent Simon Stehle wird im DFB-Pokal noch nicht zum Kader gehören, er steigt erst nach der Partie voll ins Mannschaftstraining ein.
Der Gegner: Ausgangslage und Personal
Hinter Borussia Mönchengladbach liegt eine Saison, die man getrost als verkorkst bezeichnen kann. Zwar konnte der VfL in der Champions League für Furore sorgen und erreichte in einer Gruppe mit Inter Mailand, Real Madrid und Schachtar Donezk das Achtelfinale. Platz 8 in der Bundesliga und damit das Verpassen des Europapokals war für die Ansprüche der Fohlenelf aber viel zu wenig. Vor allem das Trainer-Theater um den Abgang von Coach Marco Rose zu Ligakonkurrent Dortmund setzte der Mannschaft um Kapitän Lars Stindl entscheidend zu. Doch auch die Borussia stieg nach dem feststehenden Rose-Abgang ins Trainerwechsel-Karussell der Bundesliga ein und verpflichtete Adi Hütter aus Frankfurt als neuen Coach. Obwohl die Gladbacher in der Vorbereitung starke Personalprobleme hatten, gewannen sie drei der fünf Testspiele.
Ob Hütter dem FCK-Publikumsliebling Tobias Sippel die Chance auf einen Einsatz gibt oder doch der Schweizer EM-Teilnehmer Yann Sommer das Tor hütet, ist noch offen. Ansonsten ist Stürmer Alassane Plea wahrscheinlich wieder eine Alternative. Jonas Hofmann ist ebenfalls wieder im Mannschaftstraining, ob er aber schon wieder im Kader stehen wird, ist aber noch fraglich. Denis Zakaria (Reha nach Corona-Infektion), Manu Koné (Innenbandverletzung im Knie), Ramy Bensebaini (Muskelverletzung im Oberschenkel) und Mamadou Doucouré (Reha nach Achillessehnenriss) fallen wie der erkrankte Jordan Beyer aus.
Frühere Duelle
Im DFB-Pokal trafen die beiden Mannschaften sechsmal aufeinander, wovon zweimal die Roten Teufel und viermal die Fohlen siegten. 1995 gewann Gladbach im Halbfinale knapp mit 1:0 nach Verlängerung (Torschütze: Heiko Herrlich) und holte später den Pott. Im letzten Duell auf dem Betze siegte 1981 die Heimelf dank Benny Wendt (2) und Hannes Bongartz mit 3:1.
Auch die Gesamtbilanz im Fritz-Walter-Stadion spricht für den FCK, obwohl die Borussia lange Jahre ein Angstgegner war: Von 44 Partien konnte Kaiserslautern 26 gewinnen, siebenmal teilten sich beide Traditionsklubs die Punkte, 16-mal siegte Mönchengladbach.
Fan-Infos
Am Montag gelten für die 5.000 zugelassenen Zuschauer erneut die "3G-Regeln", also der Nachweis "getestet, geimpft oder genesen". Aus Mönchengladbach werden 500 Fans erwartet. Bitte denkt daran, Eure Betze-Card im Vorfeld des Spiels aufzuladen, wenn Ihr etwas essen und etwas trinken wollt. Park-and-Ride-Busse fahren aufgrund der verringerten Zuschauerkapazität nicht, aber gegen Gebühr kann am Stadion geparkt werden. Über mögliche zusätzliche Züge für die Nachhausefahrt wurde bislang noch nicht informiert.
Wer die Roten Teufel nicht direkt im Fritz-Walter-Stadion unterstützen kann oder darf, kann das Spiel ab 20:15 Uhr live in der ARD sehen.
O-Töne
FCK-Trainer Marco Antwerpen: "Es ist das Schöne, dass die Rollen klar verteilt sind. In der Liga sind wir meistens Favorit. Es ist auch mal schön, aus der Außenseiterposition zu agieren. Ich glaube, das tut uns ganz gut."
Borussia-Trainer Adi Hütter: "Wir müssen das Spiel von der ersten Sekunde so annehmen, dass wir zeigen, dass wir der Bundesligist sind. Wir sind Borussia Mönchengladbach, wollen eine Runde weiterkommen und dementsprechend wollen wir auch auftreten. Wenn wir den Fight annehmen, wird sich am Ende unsere Qualität durchsetzen."
Daten und Fakten
Voraussichtliche Aufstellung:
1. FC Kaiserslautern: Raab - Gibs, Tomiak, Senger, Zuck - Klingenburg, Götze - Zimmer, Wunderlich, Hanslik - Huth
Es fehlen: Bakhat (Knieverletzung), Hercher (Muskelfaserriss), Röser (Kreuzbandriss), Ritter (Muskelquetschung im Oberschenkel), Schad (Sprunggelenksprobleme), Stehle (Trainingsrückstand)
Borussia Mönchengladbach: Sippel (Sommer) - Lainer, Ginter, Elvedi, Scally - Herrmann, Kramer, Neuhaus, Wolf - Stindl, Thuram
Es fehlen: Bensebaini (Muskelverletzung im Oberschenkel), Beyer (krank), Doucouré (Reha nach Achillessehnenriss), Koné (Innenbandverletzung im Knie), Zakaria (Reha nach COVID19-Infektion), evtl. Hofmann (Trainingsrückstand)
Quelle: Der Betze brennt / Autor: Florian Reis
Vorherige Meldungen ab 04.08.2021:

Montag, 20:45 Uhr: Pokalkracher auf dem Betzenberg
Drittliga-Alltag aus, Flutlicht an: Der 1. FC Kaiserslautern empfängt Borussia Mönchengladbach zum Topspiel der ersten DFB-Pokal-Runde. Zum Einstieg blicken wir mit "Fussballdaten.de" auf die Statistiken zu diesem legendären Duell.
Lautern gegen Gladbach. Rote Teufel gegen Fohlenelf. Das klingt nach einer Zeit, in der die Fußballwelt noch in Ordnung war. Stolze 90-mal trafen beide Vereine in ihrer langen Historie schon aufeinander, ganze 80 Duelle fanden in Bundesliga statt. Neun Deutsche Meisterschaften und fünf DFB-Pokal-Siege haben beide Mannschaften insgesamt errungen. Dabei gab es insbesondere im Fritz-Walter-Stadion einige legendäre Duelle. Jedem FCK-Fan dürfte dabei sofort die Partie am 24. April 1998 in den Sinn kommen, bei der die Roten Teufel - beziehungsweise Olaf Marschall durch einen Dreierpack - aus einem 0:2 einen 3:2-Heimsieg machten, zum Leidwesen der vom ehemaligen FCK-Trainer Friedel Rausch trainierten Gladbacher. Der Rest ist einmalige Fußball-Geschichte. Acht Tage später wurde der FCK gegen Wolfsburg Deutscher Meister und auch die Borussia hielt noch überraschend die Klasse. In insgesamt 44 Heimspielen ging der FCK 21-mal als Sieger vom Platz, 16 Erfolge feierten die Fohlen, die ganz im Gegensatz zu den Bayern lange ein Angstgegner auf dem Betze waren. Die beiden bisherigen DFB-Pokal-Spiele in Kaiserslautern endeten jeweils 3:1 - 1973 triumphierte Gladbach, 1981 der FCK. Die letzten Pflichtspiele fanden vor rund zehn Jahren in der Bundesliga statt: Im Oktober 2010 gab es einen glorreichen 3:0-Heimsieg, im Februar 2012 eine knappe 1:2-Niederlage.
FCK hofft auf 20.000 Zuschauer - Spielt Sippel in seinem Wohnzimmer?
Unter normalen Umständen wäre dieser Pokalkracher natürlich dafür prädestiniert, in einem sehr gut gefüllten Fritz-Walter-Stadion mit 40.000 oder mehr Zuschauern sowie vielen tausend Gästefans ausgetragen zu werden. Die Pandemie macht das aber immer noch unmöglich. Doch immerhin: 20.000 Zuschauer wurden unter Hygiene-Auflagen genehmigt, der Vorverkauf läuft seit Dienstag. Zudem wird die ARD das Spiel in ihrem Hauptprogramm live übertragen.
Für die Gladbacher, die seit diesem Sommer von Ex-Frankfurt-Trainer Adi Hütter betreut werden, lief die Saisonvorbereitung durchwachsen. Neben einem 2:0-Erfolg gegen Bayern München gab es auch eine 1:3-Niederlage gegen Zweitligist SC Paderborn und ein 2:2-Remis gegen den Drittligisten Viktoria Köln. In Lautern wartet nun das allererste Pflichtspiel auf Coach Hütter. Eine Pokal-Überraschung sollte also trotz des Fehlstarts in der 3. Liga nicht völlig ausgeschlossen sein. Besonders emotional könnte die Partie für einen werden: Tobias Sippel, seit 2015 im Dienste der Gladbacher, trug zuvor 17 Jahre das Trikot des FCK und machte insgesamt 221 Profispiele für "seine" Roten Teufel. Unter Hütter-Vorgänger Marco Rose durfte er alle Pokalspiele absolvieren. Allerdings hat Hütter noch nicht entschieden, ob er diese Praxis fortsetzen wird.
Quelle: Der Betze brennt / Fussballdaten.de
Weitere Links zum Thema:
- Übersicht: Kompletter Team-Status des 1. FC Kaiserslautern
Ergänzung, 13:00 Uhr:

Gegner-Interview: Borussia Mönchengladbach / TORfabrik.de
"Borussia ist dieses Jahr eine echte Wundertüte"
Ein Spiel mit vielen Erinnerungen: Der 1. FC Kaiserslautern empfängt Borussia Mönchengladbach im DFB-Pokal. Wir sprachen mit Marc Basten, Fan und Bericht-erstatter von "TORfabrik.de", über den anstehenden Pokalfight aus Gladbacher Sicht.
Der Betze brennt: Marc, wie hat Borussia Mönchengladbach die Sommerpause überstanden? Womit müssen wir am kommenden Montag rechnen und womit - auch über dieses Spiel hinausgehend - rechnet Ihr in der neuen Saison selbst?
Gladbach-Fan Marc Basten von "TORfabrik.de": Ich kann mich an keine Sommerpause erinnern, in der eine Prognose so schwierig war, wie in diesem Jahr. Der Kader steht noch längst nicht und aufgrund der EM haben viele potentielle Stammspieler eine verkürzte Vorbereitung. Dazu kommt mit Adi Hütter ein neuer Trainer, der wochenlang mit einer besseren Jugendauswahl trainieren musste - und zu allem Überfluss gibt es auch noch mehrere Ausfälle durch Verletzungen. Mit Blick auf die Bundesliga ist Borussia eine echte Wundertüte. Das Pokalspiel muss man dagegen gesondert betrachten: Es wird eine schlagkräftige und fokussierte Mannschaft auflaufen.
"Die gelebte Kontinuität ist die Basis für den Erfolg von Gladbach"
Der Betze brennt: Wir möchten zunächst zehn Jahre zurückblicken: Im März 2011 spielten Gladbach und der FCK auf Augenhöhe gegeneinander, es ging um den Klassenerhalt in der Bundesliga. Logan Bailly faustete sich den Ball ins eigene Tor, im Borussia-Park herrschte Begräbnisstimmung, Euer Abstieg schien besiegelt zu sein. Am Ende blieben doch beide Teams erstklassig, ehe die Wege sich danach ziemlich krass trennten. Was hat Borussia in der Zwischenzeit richtig gemacht, dass Ihr heute so gut dasteht?
Marc / TORfabrik.de: Das waren wirklich dunkle Zeiten damals. Die Rettung in der Relegation darf man auch mit etwas Abstand noch als "Wunder" und den Mai 2011 als Schlüsselmonat für die weitere Entwicklung bezeichnen. Der Ligaverbleib wurde gesichert und gleichzeitig durch die Mitglieder eine Demission der Vereinsführung verhindert (damals wollte eine Gruppe um den Ex-Gladbacher Stefan Effenberg die Macht übernehmen, was von der Mitgliederversammlung jedoch abgelehnt wurde; Anm. d. Red.). Ab da traten alle geschlossen auf, Trainer Lucien Favre war ein absoluter Glücksgriff und die meisten Personalentscheidungen des jungen Sportdirektors Max Eberl erwiesen sich als passend. Auch wenn es in den Jahren hier und da kleinere sportliche Dellen gab, so ist die Entwicklung schon außergewöhnlich - zumal sie ohne externe Geldgeber aus dem Klub heraus gestemmt wurde. Unter der gleichen Führungsriege wie 2011. Diese gelebte Kontinuität ist die Basis für den Erfolg.
Der Betze brennt: Und wie beobachtet man als Außenstehender aus der Bundesliga die Entwicklung beim FCK in diesen zehn Jahren? Wir erwarten natürlich keine tiefgründige Analyse, aber es interessiert uns, wie unser Klub mit Abstand wahrgenommen wird.
Marc / TORfabrik.de: Klar habe ich den Absturz des FCK aus den Augenwinkeln verfolgt. Zunächst, da muss ich ehrlich sein, mit einer gewissen Schadenfreude. Dass Kaiserslautern da ein WM-Stadion quasi "geschenkt" wurde, der Pfälzer Politklüngel und diese extrem nervige Haltung, dass der FCK "so wichtig für die Region" sei - da erschien mir der Denkzettel in Form des Abstiegs ganz okay. Als Außenstehender hatte ich natürlich keine Vorstellung davon, wie "kaputt" der Klub und seine Strukturen wirklich waren. Ich hatte gedacht, dass man sich angesichts der Wucht, die der FCK eigentlich haben muss, schnell wieder in der Bundesliga einfinden würde. Aber so kann man sich irren.
"Ich habe den Betzenberg gehasst und gleichzeitig bewundert"
Der Betze brennt: Nun treffen unsere Vereine also im DFB-Pokal aufeinander. Welche Erinnerungen hast Du an frühere Duelle, an den FCK, den Betzenberg, das Fritz-Walter-Stadion?
Marc / TORfabrik.de: An den Betzenberg denke ich immer mit einer gehörigen Portion Respekt zurück. Nicht nur wegen der legendären Nachspielzeiten und dem Alptraum Olaf Marschall. Ich habe in all den Jahren kaum ein Stadion erlebt, das so einen direkten Einfluss auf ein Spiel nehmen konnte. Einerseits habe ich die FCK-Fans gehasst, weil sie so wenig objektiv waren und bei jedem kleinen Zweikampf so ausgerastet sind, als wäre ihrem Spieler gerade das Schienbein gebrochen worden. Andererseits habe ich die Fans genau deswegen bewundert: Sie haben ihrer Mannschaft wirklich einen Heimvorteil verschafft - die Gegner, aber auch die Schiedsrichter, hatten oft die Hosen voll. Und ich auf der Tribüne auch. Meine liebste Erinnerung an ein Duell mit Kaiserslautern ist das Pokalspiel im November 2000. Damals war Gladbach Zweitligist und der FCK eine Spitzenmannschaft. Auf dem Bökelberg nahm Borussia den Favoriten mit 5:1 auseinander. Ein gewisser Max Eberl machte das Spiel seines Lebens, in dem er 70 Minuten lang Weltstar Youri Djorkaeff als Sonderbewacher eliminierte.
Der Betze brennt: Euer Ersatztorwart Tobias Sippel, der letzte Saison auch im DFB-Pokal spielen durfte, ist am Betze immer noch ein Publikumsliebling. Wie sieht man ihn in Gladbach und wird er am Montag wieder im Tor stehen?
Marc / TORfabrik.de: Tobi ist ein richtig guter Torwart und ich würde es ihm gönnen, wenn er auf dem Betzenberg spielen dürfte. Doch noch hat sich der Trainer nicht festgelegt. Ab und an ist Sippel ein wenig "verrückt", weil er gerne das Risiko sucht. Aber er hat super Reflexe, ist mutig bei hohen Bällen und hat vor allem einen sensationellen Abschlag. Borussia hat mit ihm sicherlich einen der besten, wenn nicht sogar den besten Ersatzkeeper der Liga. Seine Entscheidung, in Gladbach die loyale Nummer 2 zu sein, anstatt bei einem kleineren Erstligisten oder in der zweiten Liga Stammkeeper, nötigt mir Respekt ab. Auch wenn ich es nicht ganz nachvollziehen kann.
Der Betze brennt: Die obligatorische Abschlussfrage: Wie lautet Dein Tipp fürs Spiel?
Marc / TORfabrik.de: Die Konstellation birgt gewiss eine Stolpergefahr für Borussia. Man selbst ist in der Findungsphase und es gibt eine Menge Unklarheiten. Für den FCK ist das Spiel ein richtiges Highlight inklusive Free-TV-Übertragung zur besten Sendezeit. Dennoch erwarte ich, dass Gladbach der Favoritenrolle gerecht wird und sich in der regulären Spielzeit durchsetzt.
Der Betze brennt: Teuflischen Dank für das Gespräch und auf ein gutes Spiel am Montag.
Quelle: Der Betze brennt / Autor: Thomas Hilmes
Über den Gegner:

Marc Basten ist Gründer und Herausgeber des Internet-Magazins "TORfabrik.de", das seit dem Jahr 2000 mit einer eigenen und unabhängigen Redaktion nach dem Motto "sachlich, fachlich, fair" über Borussia Mönchengladbach berichtet.
» TORfabrik.de
Ergänzung, 04.08.2021:

Senger und Gözütok fit, Schad und Ritter angeschlagen
Beim 1. FC Kaiserslautern haben Marvin Senger und Anil Gözütok ihre Verletzungen auskuriert. Zwei weitere Akteure drohen indes im DFB-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach auszufallen.
Zuerst die guten Neuigkeiten: Wie bereits berichtet, dürfen ab sofort wieder Kiebitze den Roten Teufeln beim Schwitzen auf dem Trainingsplatz zuschauen. Dabei konnten die am Mittwoch anwesenden FCK-Fans erfreut feststellen, dass Marvin Senger seine Risswunde am Fuß auskuriert hat und ebenso wie Anil Gözütok wieder mit der Mannschaft trainieren konnte. Einem Einsatz am Montag im DFB-Pokal gegen Gladbach (20:45 Uhr, live im Fritz-Walter-Stadion und der ARD) dürfte also nichts mehr im Weg stehen. Auch Hikmet Ciftci stand bei der Nachmittagseinheit auf Platz 4 neben dem Fritz-Walter-Stadion wieder auf dem Rasen. Bereits letzte Woche war Marius Kleinsorge nach viereinhalb Monaten ins Mannschaftstraining zurückgekehrt.
Fragezeichen hinter Schad und Ritter - Auch Stehle noch angeschlagen
Dagegen suchte man heute Dominik Schad und Marlon Ritter vergeblich. Während Schads Sprunggelenksprobleme beim Spiel in Meppen (0:1) wieder schlimmer geworden sind, hat sich Ritter eine Muskelquetschung im Oberschenkel zugezogen, so FCK-Pressesprecher Stefan Roßkopf auf DBB-Nachfrage. Beide mussten bei der heutigen Trainingseinheit passen, ein Einsatz am Montag ist fraglich. Offensiv-Neuzugang Simon Stehle soll einem Bericht der "Rheinpfalz" zufolge nach einer leichten Bänderblessur erst in der kommenden Woche voll ins Mannschaftstraining einsteigen.
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 06.08.2021:

Rote Teufel freuen sich auf Pokal-Fight gegen Gladbach
Der graue Drittliga-Alltag hat Pause und ein kleines Highlight steht bevor: Der 1. FC Kaiserslautern tritt im DFB-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach als Außenseiter an - eine Rolle, die Marco Antwerpen gefällt.
"Ich glaube, wir haben aus der Niederlage in Meppen die richtigen Schlüsse gezogen. Wichtig ist, jetzt eine Reaktion zu zeigen. Wir gehen davon aus, dass wir dauerhaft ein anderes Gesicht zeigen. Das ist ganz wichtig, dass wir das nicht nur kurzfristig tun. Es ist das Schöne, dass die Rollen klar verteilt sind. In der Liga sind wir meistens Favorit. Es ist auch mal schön, aus der Außenseiterposition zu agieren. Ich glaube, das tut uns ganz gut", so der Trainer vor dem Duell mit dem Bundesligisten am kommenden Montag (20:45 Uhr, Fritz-Walter-Stadion, live auch in der ARD).
Senger vor Comeback - Schad, Ritter und Stehle müssen passen
Dabei kann der Trainer wieder auf die Dienste von Innenverteidiger Marvin Senger zählen. Der 21-Jährige hat seine Fußverletzung auskuriert und stieg unter der Woche wieder ins Mannschaftstraining ein. Gleiches gilt für Anil Gözütok und Hikmet Ciftci. Dagegen werden neben den Langzeitverletzten auch Dominik Schad (Sprunggelenksprobleme) und Marlon Ritter (Muskelquetschung im Oberschenkel) am Montagabend definitiv fehlen. Offensiv-Neuzugang Simon Stehle ist erst gestern in Kaiserslautern angekommen und wird in der kommenden Woche zu seinen neuen Mannschaftskameraden stoßen.
Wohl doch nur 5.000 Zuschauer unter Flutlicht am Betze dabei
Eigentlich hatte man sich in Kaiserslautern auf ein Flutlichtspiel vor bis zu 20.000 Fans im Fritz-Walter-Stadion gefreut. Da die Sieben-Tages-Inzidenz der Stadt heute aber wohl den dritten Tage in Folge über 35 liegen wird, darf der FCK voraussichtlich doch nur 5.000 Zuschauer begrüßen - weit mehr Karten wurden bereits verkauft. Im Laufe des Tages wird der Verein über die endgültige Entscheidung und über das weitere Vorgehen bei der Ticket-Vergabe informieren.
Alle weiteren Informationen rund um das Pokalspiel gegen Gladbach folgen am Sonntag im ausführlichen Vorbericht auf Der Betze brennt.
» Zum Video: Pressekonferenz vor dem Pokalspiel gegen Borussia Mönchengladbach
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 08.08.2021:

Sippel sitzt bei seiner Betze-Heimkehr auf der Bank
Nach über sechs Jahren kehrt Tobias Sippel am Montag im DFB-Pokal mit Borussia Mönchengladbach zu "seinem" 1. FC Kaiserslautern zurück. Das Tor wird dann jedoch ein anderer hüten.
Insgesamt 17 Jahre lang trug er das Trikot der Roten Teufel, machte 221 Profispiele für den FCK. Am Montag kehrt Sippel nun erstmals seit seinem unfreiwilligen Abschied 2015 als Spieler ins Fritz-Walter-Stadion zurück. Daher wurde im Vorfeld viel spekuliert: Darf er gegen seinen Herzensverein das Gladbacher Tor hüten? Gegenüber der "Bild" verriet Sippel jetzt die Antwort: Nein. "Wegen der Dreifachbelastung stand ich vergangene Saison bei den Pokalspielen im Tor. Jetzt ist es eine andere Situation. Die EM-Heimkehrer sind gerade wieder da. Und vier Tage später haben wir das erste Bundesligaspiel. Trainer Adi Hütter hat mit uns Torhütern gesprochen. Yann wird spielen. Egal wie, ich freue mich, nach Hause zu kommen!" In der vergangenen Saison spielte Gladbach auch noch in der Champions-League, Sippel durfte daher in allen Partien des DFB-Pokals das Tor hüten. Seit diesem Sommer trainiert der ehemalige Frankfurt-Trainer Adi Hütter die Fohlenelf, nun wurden die Karten neu gemischt.
"Ich freue mich, nach Hause zu kommen" - Sippel schließt FCK-Rückkehr nicht aus
Emotional dürfte die Heimkehr an den Betze für den heute 33-Jährigen trotzdem werden. In die Heimat bestehen für den gebürtigen Bad Dürkheimer noch jede Menge Kontakte, auch einen Zweitwohnsitz hat die mittlerweile vierköpfige Familie Sippel in der Pfalz. Und auch eine Rückkehr zu seinem Herzensklub hält er nach wie vor für möglich. "Man kann nie etwas ausschließen. Vorstellen kann ich mir alles. Das muss aber auch die Familie mitentscheiden", so Sippel gegenüber dem Boulevardblatt.
Quelle: Der Betze brennt / Bild

