Neuigkeiten und Pressemeldungen zum 1. FC Kaiserslautern.

Beitragvon Thomas » 26.11.2019, 14:00


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Foto: Imago Images

Interview mit Aufsichtsratskandidat Martin Weimer
"Der FCK ist eine der emotionalsten Fußballmarken"


Martin Weimer war neun Jahre lang Vorstandsmitglied des SC Freiburg. Rainer Keßler konnte den 59-jährigen Finanzexperten für sein Aufsichtsrats-Team gewinnen - im ausführlichen DBB-Interview stellt Weimer sich nun den FCK-Mitgliedern vor.

Steckbrief:

Name: Martin Weimer
Alter: 59
Wohnort: Frankfurt
Beruf: Banker
FCK-Mitglied seit: November 2019

Interview:

Der Betze brennt: Martin Weimer, ist der 1. FC Kaiserslautern überhaupt noch zu retten?

Martin Weimer (59): Eine schwere, aber eine sehr wichtige oder sogar die entscheidende Frage. Meine Antwort: Es gibt immer ein Morgen, auch für den FCK und vor allem für den FCK. Weil der Verein in Deutschland eine der emotionalsten Fußballmarken ist. Diese Marke wird getragen durch die Fans der Region rund um Kaiserslautern. Allein der Zuschauerschnitt, mit über 100 Prozent über dem Durchschnitt der 3. Liga, ist Beweis genug. Dies ist auch die Basis, warum ich Ihre Ausgangsfrage mit einem klaren "Ja" beantworte.

Von welcher Basis wir starten oder vielleicht durchstarten, kann ich Ihnen heute aber leider nicht belastbar und seriös beantworten. Hierzu ist es notwendig, den vollumfänglichen Einblick in die wirtschaftlichen Verhältnisse des Vereins und der KGaA zu haben. Dieser notwendige ungehinderte Einblick ist mir heute jedoch aus verständlichen Gründen noch nicht möglich.

Der Betze brennt: Stellen Sie sich den Vereinsmitgliedern doch bitte kurz vor: Was muss man beruflich und privat von Ihnen wissen? Und welchen Bezug haben Sie zum FCK?

Weimer: Das ist ganz einfach: Verheiratet, vier Kinder, im Juni 1960 geboren in Breisach am Kaiserstuhl, in Offenburg die Jugendzeit vollbracht und 1979 den Einstieg in das Berufsbild eines Bankers gewagt. Weitere berufliche Stationen waren, unterbrochen durch ein bankspezifisches und ein betriebswirtschaftliches Studium, in dieser Reihenfolge: Karlsruhe, Frankfurt, Freiburg, Luxemburg, Zürich, Luxemburg und wieder Frankfurt, wo ich seit 2016 mit meinem zweiten Wohnsitz ansässig bin. Ich bin also immer Banker aus Überzeugung gewesen.

Mein Einstieg in das Fußballgeschäft war eher dem Zufall als der Planung geschuldet, als ich Anfang/Mitte der 1990er Jahre den SC Freiburg als Banker operativ begleiten durfte. Dieser Kontakt hat sich inhaltlich immer mehr verfestigt mit dem Ergebnis, dass ich 2005 in den geschäftsführenden Vorstand, wie damals üblich in ehrenamtlicher Funktion, berufen wurde.

Auch meine Beziehung zum FCK hat Tradition, begründet mit meinen verschiedenen Funktionen beim SCF. Schon seit der Amtszeit von Hubert Keßler als Präsident (ab 1996; Anm. d. Red.) und später als Aufsichtsrat (ab 1998; Anm. d. Red.), besteht ein persönlicher Kontakt zum FCK. Damals waren wir in Freiburg die Underdogs und wurden vom FCK mit Respekt empfangen und mit gutem Rat unterstützt. Das damals Empfangene möchte ich heute, um meiner Erfahrung von über 20 Jahren Profifußball ergänzt, gerne zurückgeben. Dabei liegt meine Motivation darin, in einem heterogenen, mit den wesentlichen Kompetenzfeldern ausgestatteten Team, eine Stabilisierung des Vereins und seiner ausgegliederten Profiabteilung zu erreichen. Dies ist die Grundvoraussetzung zur Gestaltung einer optimistischen Zukunft, von der ich und unser gesamtes Team überzeugt sind.

"Den freien Fall aufhalten und den Verein ausbalancieren"

Der Betze brennt: Aktuell steckt der FCK in der wohl größten Krise seiner Vereinsgeschichte, aber es bieten sich - bedingt durch die vielen Rücktritte - auch große Chancen zur Neugestaltung. Welche Sofortmaßnahmen müssen aus Ihrer Sicht nach der Mitgliederversammlung am 01. Dezember ergriffen werden?

Weimer: Da haben wir als "Team Merk" eine gefestigte Meinung, die ich auf drei wesentliche Punkte konzentrieren möchte:

Erstens: Unverzügliche Definition des wirtschaftlichen Status

Zweitens: Installation einer starken Geschäftsführung

Drittens: Austausch mit den verschiedenen Interessensgruppen, also mit Organschaften, Körperschaften des öffentlichen Rechts, Investoren, Sponsoren, Fangruppen.

Der Betze brennt: Und was ist mittel- und langfristig zu tun, um den FCK wieder auf die Überholspur zu bringen?

Weimer: Auch hier haben wir uns als "Team Merk" schon klare Gedanken gemacht. Nur eines vorweg: Von "Überholspur" wollen wir heute nicht sprechen, denn wir wollen keine falschen Versprechen geben. Wir stehen zuallererst für "Stabilisierung", das zum Primärziel hat, den freien Fall aufzuhalten und den Verein auszubalancieren.

Konkret bedeutet dies die Strukturen des Vereins auf seine Tragfähigkeit im heute und jetzt zu überprüfen. Eine starke und handlungsfähige Geschäftsführung zu installieren und den Status Quo aller wirtschaftlichen Parameter neutral zu definieren. Von dieser Basis ausgehend, werden wir sehr gerne mit Nachdruck und Leidenschaft als "Team Merk" die Zukunft im Sinne des FCK und all seiner Interessensgruppen - seiner Stakeholder - neu ausrichten.

Der Betze brennt: Sie sind der Finanzexperte im sogenannten "Team Merk". Welche Möglichkeiten sehen Sie, um den FCK auch in der kommenden Saison - wie auch schon 2018 und 2019 - rein finanziell mit einem Lizenzspieleretat auf Aufsteiger-Niveau auszustatten? Und wie wichtig ist der potenzielle Ankerinvestor Flavio Becca in diesem Zusammenhang?

Weimer: In den Aufsichtsrat kann ich meine berufliche Expertise aus über 40 Jahren Bankerfahrung und über 20 Jahren Erfahrung im Profisport einbringen. Dabei sehe ich mich als Begleiter und Unterstützer einer starken Geschäftsführung, der sein Netzwerk in Sport und Wirtschaft national wie international gewinnbringend einbringt. Meine Aufgabe sehe ich darin, die Umsetzung getroffener Beschlüsse im Rahmen des wirtschaftlich und rechtlich Machbaren einzufordern und zu überwachen. Durch eine klare Trennung zwischen operativer Geschäftsführung und Aufsichtsrat, die die Satzung des FCK vorgibt, wird Transparenz geschaffen, die als Voraussetzung für ein nachhaltig positives Investitionsklima gilt.

Damit wären wir vor der zweiten bei Ihrer dritten Frage der Investoren: Jeder Investor ist wichtig. Allen voran der Investor, der ein klares Zeichen für ein nachhaltiges Investment gesetzt hat. Wie schon gesagt, der FCK ist weiterhin eine gern gesehene Marke im deutschen Sport. Und das werden und müssen wir nutzen. Nur eines ist für jeden Investor eine elementare Voraussetzung, um ein Investment einzugehen: Klare Strukturen, Kompetenz in der Geschäftsführung und den Organschaften, Rechtssicherheit, sowie Transparenz - und zwar in der Tiefe - bei den wirtschaftlichen Parametern.

Temporär betrachtet schießen beziehungsweise verhindern Etats auf Aufsteiger-Niveau nicht zwingend Tore, was die Vergangenheit ja ausreichend bewiesen hat. Langfristig betrachtet wird das aber doch so sein. Deshalb umso wichtiger über den Status Quo, den wir als Gruppe "Team Merk" im Falle einer Mandatserteilung neu definieren werden, eine kurz- und mittelfristige Liquiditätsrechnung von der Geschäftsführung erstellen zu lassen. Ziel dabei wird sein, einen konkurrenzfähigen Etat im Rahmen des wirtschaftlich vertretbaren zu formulieren, der der Spielklasse gerecht wird.

"In Freiburg war auch nicht immer alles Harmonie und Zweisamkeit"

Der Betze brennt: Sie haben es schon erwähnt: Von 2005 bis 2014 waren Sie Vorstandsmitglied beim heute voll in der Bundesliga etablierten SC Freiburg. Was ist beim SCF mit dem FCK vergleichbar, vielleicht auch im positiven Sinne übertragbar, und was nicht?

Weimer: Fußballvereine sind schwer vergleichbar, weil das jeweilige Umfeld, die Tradition oder die handelnden Menschen einen Verein prägen. Dies zu vergleichen ist schwer, aber man kann über die Schultern schauen und Dinge für sich adaptieren, die den Verein beziehungsweise die Organschaften weiterbringen. Und da sehe ich unter anderem auch meine Rolle und meinen Mehrwert für den FCK.

Beim SCF war auch nicht immer alles Harmonie und Zweisamkeit. Aber es gab, und das gilt auch heute, Disziplin, klare Regeln und Absprachen, wie mit schwierigen Situationen intern und vor allen Dingen extern umgegangen wird. Das ist primär das, wofür der Verein, neben der exzellenten Arbeit aller sportlich Verantwortlichen, von der Branche und den Medien wertgeschätzt wird. Davon kann man lernen - wohlwissend, dass dies bei all dem medialen Interesse das der FCK ausstrahlt, nicht immer einfach ist.

Der Betze brennt: Gibt es für Sie Tabus? Seien es bestimmte Investoren, die Finanzierung des NLZ inklusive U21-Mannschaft, der Stadionname, das Fritz-Walter-Stadion generell als Spielort, ...

Weimer: Wenn man eine solche herausfordernde Aufgabe annimmt ist man aus meiner Sicht falsch beraten, im Vorfeld "Tabus" zu definieren, ohne sich selbst ein Bild der Zahlen, Daten und Fakten gemacht zu haben. Vielleicht ist der Bruch mit einem Tabu ein richtiger Weg? Deshalb klar und deutlich: Jede Option, die für den FCK eine bessere Zukunft in Aussicht stellt, hat es verdient, geprüft zu werden. Auch wenn es schmerzhaft und unpopulär erscheint.

Selbstverständlich ist es dabei wichtig zu betonen, dass bei allen Entscheidungen Tradition und regionale Werte wichtige Parameter sind, die nicht unerheblich in die Entscheidungsfindung mit einfließen.

Hierbei ist mir noch wichtig zu betonen, dass Entscheidungsprozesse, vor allem wenn Sie die Öffentlichkeit, den Verein und damit die Fan-Basis betreffen, transparent und nachvollziehbar sein müssen. Mandatsträger werden berufen, dass sie Entscheidungen, wenn nötig auch unpopuläre, treffen. Nur sollte das Warum einem logischen, nachvollziehbaren Prozess zu entnehmen sein.

"20 Jahre Erfahrung aus verschiedenen Perspektiven"

Der Betze brennt: Zum Abschluss nochmal kurz und knapp zusammengefasst: Was müssen die FCK-Mitglieder zu Ihrer Kandidatur wissen und wieso sollten sie Ihnen am 01. Dezember ihre Stimme geben?

Weimer: Wie bereits vorhin kurz skizziert, bringe ich über 20 Jahre Erfahrung aus dem Profisport mit ein. Und das aus drei verschiedenen operativ begleiteten Perspektiven:
Erstens: Als Banker, der einen Profiklub bei der Liquiditätssteuerung und Vermögensdisposition begleitet.

Zweitens: Als Vertreter eines Hauptsponsors, der seine Interessen zur Markenbildung und Mehrwertgenerierung gegenüber dem Verein vertritt und sich mit den Vereinsgremien auseinandersetzt.

Drittens: Als geschäftsführender Vorstand eines Profifußballclubs, der sich den ständig wachsenden komplexeren Anforderungen des Marktes stellt und notwendige Anpassungen und Reformen zulässt und unterstützt.

Diesen unabhängigen Sachverstand möchte ich in den Aufsichtsrat und damit auch zur Unterstützung einer starken Geschäftsführung einbringen.

Der Betze brennt: Wir bedanken uns für das Gespräch und wünschen Ihnen viel Erfolg für die Wahl!

Quelle: Der Betze brennt

Weitere Links zum Thema:

- Komplette Interviewserie: Die Kandidaten zur Aufsichtsratswahl am 01. Dezember 2019
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)



Beitragvon Thomas » 26.11.2019, 14:07


Bevor die Forumsdiskussion startet, noch ein präventiver Hinweis des Moderatoren-Teams: Wir sind dankbar für jeden Kandidaten, der sich um das sicher nicht einfache Amt im FCK-Aufsichtsrat bewirbt, und auch für die Bereitschaft zum Interview hier auf DBB. Deshalb bitten wir noch mal ganz besonders um einen respektvollen Umgang miteinander und mit allen Kandidaten - kritische Nachfragen und Anmerkungen sind natürlich legitim, aber immer auch dran denken, wir sind alle zusammen FCK-Fans!
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)



Beitragvon Miggeblädsch » 26.11.2019, 14:17


Ausgewiesener Finanzfachmann und 9 Jahre Vorstandsmitglied bei Freiburg. Der weiß, was echte Ruhe und Kontinuität sind und vor Allem, wie sie entstehen.
Jetzt geht's los



Beitragvon MZ-Devil » 26.11.2019, 14:40


Der Mann macht mir echt Hoffnung- für mich „ die aussagekräftigste Vorstellung“ bisher. Hat alles Hand und Fuß. Irgendwie bekomme ich immer mehr das Gefühl, dass mit dem Team Merk, falls sie denn alle gewählt werden vielleicht endlich eine Trendwende eingeläutet werden könnte. Verdient hätten wir es nach dem ganzen Mist der letzten Jahre....
„ Das 7:4 gegen die Bayern war in einem anderen Leben...“
( M.Reif)👺



Beitragvon Chrisss » 26.11.2019, 14:57


Das hat mir sehr gut gefallen. :daumen:

Einfach mal eine ganz klare Struktur.



Beitragvon oleole » 26.11.2019, 15:08


Da Interview hat mich echt beeindruckt. Der Mann gehört in den Aufsichtsrat und wird bei mir mit offenen Armen in der FCK Familie aufgenommen.
Das sieht nach klaren Vorstellungen und einem Konzept aus und mir müssen alle die Kraft haben auch einmal unpopuläre Entscheidungen vom Team Merk zu akzeptieren und nicht wieder alles anzuzweifeln.
Die Herren haben mein Vertrauen.



Beitragvon SEAN » 26.11.2019, 15:12


Wie bereits vorhin kurz skizziert, bringe ich über 20 Jahre Erfahrung aus dem Profisport mit ein. Und das aus drei verschiedenen operativ begleiteten Perspektiven:

Erstens: Als Banker

Zweitens: Als Vertreter eines Hauptsponsors

[b]Drittens: Als geschäftsführender Vorstand eines Profifußballclubs


Das ist schon ziemlich fett, was er an Erfahrung einbringen kann. Wär er jetzt auch noch Politiker, wärs schon unheimlich. :wink:

Auf ihm beruhen für mich die größten Hoffnungen. Er war in der Zeit SC Freiburg Vorstand, wo sie die Weichen gestellt haben für das, wo sie heute stehen. Ich denke er wäre auch ein sehr guter Kandidat als Nachfolger von Klatt.
Was ich auch sehr gut finde ist, das generell von keinem der "Merk-Gruppe" Versprechungen gemacht werden. Analysieren und dann alles auf den Tisch, dann sehen wir weiter. Wenn es die Gruppe nicht schafft, den FCK zumindest zu stabilisieren und zu einem Verein im oberen Drittel der zweiten Liga zu machen, wird das wohl keiner schaffen.
Abseits der Werte des Vereins stellt sich jeder, der sich stattdessen aus reinem Selbstzweck einer Fankultur verpflichtet fühlt, in der einzelne Gruppierungen und Personen wichtiger sind als der gesamte Club, in der aus diesem Selbstverständnis heraus Straftaten begangen werden.



Beitragvon Red_Devil » 26.11.2019, 15:40


Wenn Markus Merk als Regional bekannter "Markenbotschafter" mit Leuten wie diesen auftritt, dann dürfte er bei zahlreichen Sponsoren, Investoren oder wie auch immer herzlich willkommen sein. Vielleicht fangen sie auch bei den Fans an und versuchen zahlreiche gg. Halle ins Stadion zu locken. Ich sehe Licht am Ende des Tunnels!



Beitragvon Lonly Devil » 26.11.2019, 15:43


Martin Weimer war neun Jahre lang Vorstandsmitglied des SC Freiburg.

Da sollte er genügend Einblick erhalten haben, was es braucht um einen Fußballklub (auch als AR-Mitglied) zu lenken.

(Achtung Kopie)
Auch hier gilt:
Aufsicht führen - hilfreiche Kompromisse schließen - nicht abspeißen lassen - notfalls handeln und durchgreifen.

Bitte nach der Wahl umsetzen. 8-)
Aufbruch in eine neue und hoffentlich bessere Zukunft.
Gott mag gewissen Individuen eventuell vergeben, ICH NICHT!
B.Schommers, willkommen im Abstiegskampf von Liga 3



Beitragvon Pinolino » 26.11.2019, 16:12


Ein starkes, ein überzeugendes Interview :daumen:

Klare Vorstellungen, klare Ansagen, kein drumherumreden.
Der Mann bringt massig Erfahrung mit und ist in unserer aktuellen Lage goldwert.
Dass er in schwierigem Gewässer das Ruder mit Sachverstand, Ruhe und klugen Entscheidungen rumreißen und das Schiff Richtung Erfolg lenken kann, hat er in Freiburg absolut bewiesen.
Wir können uns glücklich schätzen, dass sich ein solcher Fachmann beim FCK zu Verfügung stellt.

Wie bereits von einem Vorredner/Vorschreiber angemerkt, gibt es auch bei ihm, sowie beim gesamten "Team Merk" keine blinden Versprechungen.
Er weist sachlich darauf hin, was die ersten Schritte ab dem 02.12 sein werden, welchen Plan man hat und, wichtig(!), dass man alle mit ins Boot holt und offen kommuniziert.
Auch hier gilt wieder: wenn wir wollen, dass Team Merk ehrlich zu uns ist, müssen wir die Wahrheit aber auch wirklich ertragen können.

Hierbei ist mir noch wichtig zu betonen, dass Entscheidungsprozesse, vor allem wenn Sie die Öffentlichkeit, den Verein und damit die Fan-Basis betreffen, transparent und nachvollziehbar sein müssen. Mandatsträger werden berufen, dass sie Entscheidungen, wenn nötig auch unpopuläre, treffen. Nur sollte das Warum einem logischen, nachvollziehbaren Prozess zu entnehmen sein.

100% Zustimmung.
Das macht Mut und gibt Hoffnung! :daumen:



Beitragvon DirkDiggler6686 » 26.11.2019, 16:31


Hierbei ist mir noch wichtig zu betonen, dass Entscheidungsprozesse, vor allem wenn Sie die Öffentlichkeit, den Verein und damit die Fan-Basis betreffen, transparent und nachvollziehbar sein müssen. Mandatsträger werden berufen, dass sie Entscheidungen, wenn nötig auch unpopuläre, treffen. Nur sollte das Warum einem logischen, nachvollziehbaren Prozess zu entnehmen sein.


Genau diese Passage sticht heraus und trifft m.M.n. voll ins Schwarze. :daumen:
Wie oft wurden in letzter Zeit beim Betze unpopuläre Entscheidungen getroffen? Oft! Das Geschrei war immer riesig. Und warum?
Weil man nie die Gründe für diese unpopulären Entscheidungen nach außen hin ehrlich und plausibel erklärt hat.
So gibt man sich wilden Spekulationen hin und erreicht oft nur negatives, ja sogar schädliches.
Beispiele hierfür gibt es genügend. Und man sieht wohin diese uns gebracht haben.
Hätte die aktuelle Vereinsführung, wie damals propagiert, transparent gehandelt und ihre Mitglieder informiert, wäre so manches wohl nachvollziehbarer und nicht so negativ eingeschlagen.
Ehrlichkeit kann so einfach ein.
Lautern brauch einen Billy Beane aus Moneyball... :daumen:



Beitragvon Teufel51 » 26.11.2019, 16:44


Kurz und Knapp.
Endlich mal keine Versprechen bevor nicht alles Gesichtet ist.
Alle scheinen mir Wählbar zu sein.
Man kann nur hoffen das der KARREN nicht schon zu Tief im Dreck ist.
Auf einen guten NEUANFANG.



Beitragvon Jannemann » 26.11.2019, 16:53


Für mich einer der größten Hoffnungsträger nach diesem Interview. Aber ehrlich gesagt habe ich das von einem Herrn von Coca Cola auch gedacht :(



Beitragvon Red_Devil » 26.11.2019, 16:55


Ich habe ja selbst die Hoffnung, selbst wenn der Karren zu tief im Dreck steckt, dass man es direkt kommuniziert und sagt: "So Leute. Das ist Stand der Dinge. Das haben wir vor. Wer hilft uns!" Und dann sind mit Sicherheit einige Sponsoren (auch neue oder Vertriebene), Fans (die dann Mitglied werden, ins Stadion kommen etc.), Spieler oder gar andere Vereine (Freundschaftsspiel oder günstige Leihen) uvm. bereit, hier zu helfen. Es riecht ein wenig nach Aufbruchstimmung.



Beitragvon BetzePower67 » 26.11.2019, 17:55


Für mich eindeutig der AR-Kandidat mit der größten Erfahrung, was den Profifußball betrifft. Schon die Tatsache das Hr. Weimer bereit ist für einen AR-Posten beim FCK zu kandidieren macht Mut. Gut das man es geschafft hat ihn für eine Kandidatur zu gewinnen.
Es gibt Leute, die denken, Fußball sei eine Frage von Leben und Tod. Ich mag diese Einstellung nicht. Ich kann Ihnen versichern, dass es noch sehr viel ernster ist. (Bill Shankly, Manager)



Beitragvon Devil's Answer » 26.11.2019, 17:56


Dass bei den bisherigen "Charakter-Monstern" die Investoren eher schreiend davonlaufen ist nicht schwer nachzuvollziehen.

Herr Weimer (und nicht nur er) sind da ein ganz anderes Kaliber. Da kann ich mir gut vorstellen, dass die Investoren und Sponsoren wieder aus der Deckung kommen.

Ich hoffe, ich habe recht, denn ohne das nötige Kleingeld wird's wirklich sehr, sehr schwer.
Oooooh, Baby, Baby, it's a wild world



Beitragvon Michael aus Zypern » 26.11.2019, 18:17


Dieses Interview, die Aussagen, hatten wirklich einmal Tiefgang, der in den letzten Jahren fehlte. Es tat gut, wohl, das Interview zu lesen. Mit so einem Mann am Regiepult fühlt "mann" sich als Fan irgendwie "aufgehoben".



Beitragvon advocatus diaboli » 26.11.2019, 23:31


auf dieses Interview war ich mit am meisten gespannt und kann mich nur den Vorrednern anschließen. Geballte einschlägige Erfahrung. Eine "Wohltat", seine Ausführungen zu lesen.

Mitglied seit November 2019. Gut, dass die JHV/AOVM in den Dezember verlegt wurde, hätte ansonsten knapp werden können.... (ist nicht wirklich ernst gemeint ;-)



Beitragvon Betze8.1west » 27.11.2019, 01:22


Er bringt viel mit, hoffe auch ein bisschen Schwarzwälder Spirit aus Freiburg, den könnten wir gerade ganz gut gebrauchen.

Alle vom Team Merk sind kompetent und somit auch wählbar!
Wer am Ende über die zusätzlichen Plätze in den AR rückt spielt eigentlich keine Rolle, wichtig wäre nur, dass alle 5 letztendlich im AR wären.

Ich werde wohl eher Bettinger als Weimer meine Stimme geben da ich ihn gerne zusätzlich im AR sehen würde als kompetenten Mann auf einem Gebiet das für uns im Moment enorm wichtig ist: Im Investbereich!

Weimer wird eh nachgeholt sollte es nicht direkt reichen, bei Bettinger glaube ich das weniger.

Im übrigen, super Interview :daumen:
! Einmal FCK - immer FCK !



Beitragvon ExilDeiwl » 27.11.2019, 06:54


Ausgezeichnetes Interview! Für mich bisher mit das stärkste. Bei der Aufzählung seiner beruflichen Stationen hätte ich mir zwar mehr gewünscht zu erfahren, was er inhaltlich gemacht hat und nicht in welchem Ort, aber das schadet trotzdem nicht der Qualität seiner Antworten. Noch muss ich sagen, dass ich nicht weiß, wem aus dem Team Merk ich keine Stimme geben würde (nach Fuchs‘ Entscheidung, im AR zu bleiben, haben wir ja nur 4 Stimmen).

Dein Kalkül, @Betze8.1west finde ich zwar nachvollziehbar, aber ein Stück weit gefährlich, da es dazu führen könnte, dass ein Kandidat auf dem letzten von 7 Plätzen landen würde, wenn nur genügend Leute Deinem Kalkül folgen würden. Dann wäre die Diskussion wieder groß, weshalb der mit den wenigsten Stimmen in den erweiterten AR berufen wird und nicht der mit den zweit- oder drittwenigsten Stimmen. Aber ich kann Deine Überlegungen wie gesagt durchaus nachvollziehen.



Beitragvon GerryTarzan1979 » 27.11.2019, 08:35


Waren viele von dem Interview mit Senator Wilhelm begeistert, so muss ich sagen, dass mich dieses Interview mit Weimer bisher am meisten überzeugt hat!
Dieser Mann muss auf jeden Fall in den AR (jetzt mal subjektiv gesprochen). Erfahrung, Kompetenz etc. es hört (und fühlt) sich gut an. Bei Weimer habe ich irgendwie das Gefühl in guten Händen zu sein. Natürlich muss er auch diesen gewonnenen Eindruck bestätigen, dennoch wäre Weimer mit Merk und Wagner meine 3 Stimmen, die ich definitiv vergeben würde. (Würde, weil ich leider am Sonntag nicht dabei sein kann)
Deswegen hoffe ich auch, dass die Wahl so ausfällt, wie man im ersten Moment wählen würde. Ich halte auch nichts von Experimenten, dass man jemand anderen wählt, weil man denkt, dass der andere sowieso genug Stimmen bekommt. (Auch wenn der AR aufgestockt werden soll)
Am Ende haben wir so etwas hier wie den Brexit. Wollte auch niemand und man war sich zu sicher, dass es nicht so kommt...
Seh´ ich aus wie einer, der immer ´nen Plan hat?! Joker aus The Dark Knight
Es lebe K-Town!



Beitragvon Solingerteufel » 27.11.2019, 11:31


meine prognose: wir haben 7 kandidaten, der doktor stockt auf und nimmt ausgenommen sich selbst, noch 5 weitere mit ins boot. wird also bloss einer als nachrücker übrig bleiben.
getreu dem motto: gemeinsam zusammen
streite dich nie mit einem dummkopf, es könnte sein das die zuschauer den unterschied nicht bemerken (mark twain)



Beitragvon LDH » 27.11.2019, 12:26


Das beste Interview in meinen Augen. Ich hoffe wirklich, dass es das Team um Merk schafft den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Bisher hört sich das gut an.
„Das beginnt bei den Erwartungen des Umfelds, das den Klub immer noch im historischen Kontext von Fritz Walter, Otto Rehhagel und vier Meistertiteln sieht. Das setzt sich fort bei der Vereinnahmung des Vereins durch die Politik und bei den vielen Fraktionen, die um Einfluss rangeln.“ (SZ)



Beitragvon Jo1954 » 27.11.2019, 13:01


Wie es scheint, ein absolut kompetentes Team Merk! :daumen:

DIe folgenden beiden Sätze sollten wir allerdings sehr ernst nehmen!

Zitat Martin Weimer aus obigem Interview: "Von welcher Basis wir starten oder vielleicht durchstarten, kann ich Ihnen heute aber leider nicht belastbar und seriös beantworten"

und (wie schon von anderen Foristen geschrieben)

Markus Merk in SWR Sport (sinngemäß): Wer Transparenz will, muss auch die Wahrheit ertragen können! *
_____________________________

Und dann will uns Herr Banf vormachen, dass das Feld gut bestellt sei und die Neuen nur noch ernten müssen (um in der botanischen Welt von Herrn Klatt zu bleiben)

Zitat Banf aus der RP von heute: Der Aufsichtsrat sei weiter aktiv, versichert Banf: „Wir arbeiten noch täglich für den FCK. Ich stehe fast täglich in Kontakt mit Flavio Becca – es liegt ein unterschriftsreifer Vertrag vor, mit der Umwandlung von Darlehen in Eigenkapital. Es ist schade, dass wir das durch die ganzen Turbulenzen nicht finalisieren konnten. Aber unsere Nachfolger können das vollziehen – es ist alles vorbereitet.“


* Edit: Nach dem Interview von Markus Merk auf DBB: Zitat Wenn ich Ehrlichkeit erwarte, muss ich auch die Wahrheit respektieren. Und die kann unangenehm sein.




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