
Spielbericht: SV Meppen - 1. FC Kaiserslautern 0:1
"... nur weil wir dich lieben"
Der 1. FC Kaiserslautern hat nach 46 Tagen endlich wieder ein Drittliga-Spiel gewonnen. Glücklich, aber erfolgreich feierten 1.200 mitgereiste Fans das 1:0 beim SV Meppen.
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"Wir folgen dir, nur weil wir dich lieben", lautete der Choreo-Spruch vor dem Gästeblock, untermalt von rot-weißen Plastikschals und einem FCK-Logo in der Mitte. Treffender konnte man es nicht formulieren, denn es muss wahrlich Liebe sein, was sich die Fans der Roten Teufel da antun: Auch diesmal war die Anzahl der Mitfahrer wieder vierstellig, wie immer, egal ob bei 38 Grad in Großaspach oder bei null Grad eben in Meppen.
Und die Treuesten der Treuen wurden im Emsland belohnt: Dank eines Treffers von Hendrick Zuck (21.) siegte der FCK mit 1:0 und konnte den langsam bedrohlich werdenden Vorsprung auf die Abstiegsplätze vergrößern. Ausgerechnet Zuck - Neu-Trainer Sascha Hildmann hatte den Flügelspezialisten für den formschwachen Christoph Hemlein aufgestellt und damit ein goldenes Händchen bewiesen. Mit dem zweiten Ball, und auch das ist eine Besonderheit für den FCK in dieser Saison, staubte Zuck einen Abpraller von Florian Pick ab.
Endlich mal ein zweiter Ball: Pick haut drauf und Zuck staubt ab
Dass dieses Tor zum Sieg reichte, hatten die Roten Teufel auch dem Glück des Tüchtigen zu verdanken: Zehn zu null Eckbälle standen am Ende für den SV Meppen zu Buche und auch ein Chancenplus. Aber diesmal war es das Tor des FCK, das wie vernagelt war. Schon vergangene Woche hatte Trainer Hildmann in weiser Voraussicht prophezeit: "Vielleicht reicht uns nächstes Mal eine einzige Chance zum Erfolg." Seit dem Auswärtssieg in Aalen am 29. Oktober hatten die Lautrer zuvor auf den nächsten Liga-Dreier warten müssen.
Erfreulich war auch die allgemeine Atmosphäre im Emslandstadion, wo es entgegen der Befürchtungen vorab nicht zu Ganzkörperkontrollen gegen die Gästefans gekommen war. "Vereine, seht es endlich ein: Wenn wir wollen, kriegen wir alles rein", konterten die FCK-Fans per Spruchband die Sinnlosigkeit derartiger Repressionen. Vorher schunkelten einige von ihnen beim Meppener Vereinslied mit, in welchem es im norddeutschen Klaus-und-Klaus-Stil heißt: "SV Meppen macht Laune, SV Meppen macht Spaß." Das kann man zumindest für diesen Samstag auch aus der Sicht eines FCK-Fans voll unterschreiben!
Quelle: Der Betze brennt

Stimmen zum Spiel
Hildmann: "Die Jungs sollen das aufsaugen"
Mit einem 1:0 beim SV Meppen hat der 1. FC Kaiserslautern seine jüngste Sieglos-Serie endlich beendet. Trainer Sascha Hildmann hatte das Team offenbar gut auf die Bedingungen im Emsland eingestellt und lobte vor allem den Einsatz und die Leidenschaft.
"Wir wussten, was uns hier erwartet. Viel Kampf, viel Leidenschaft. Viele hohe Bälle. Zuschauer, die absolut mitgehen. Da musst du dagegen halten", sagte der FCK-Coach dem Schlusspfiff bei "Telekom Sport".
Hesl: "In alles reinschmeißen, was auf unser Tor kommt."
"Wir sind 1:0 in Führung gegangen und haben in der zweiten Hälfte leidenschaftlich verteidigt", so Hildmann weiter. "Wir sind glücklich, dass wir es geschafft haben. Die Jungs sollen das aufsaugen. Wir haben jetzt zweimal zu Null gespielt. Die Mannschaft hat sich belohnt heute." Torwart Wolfgang Hesl, der nach einigen Unsicherheiten zu Beginn am Ende mehrfach stark reagierte, erklärte: "Wir haben uns vorgenommen, dass wir uns in alles reinschmeißen, was da auf unser Tor kommt." Hesl weiter: "Der Sieg fühlt sich geil an. Das war ganz wichtig."
Bei allem Lob für die defensive Leidenschaft sah Trainer Hildmann im Spiel nach vorne noch einiges an Potential. "Wir haben versucht, einen Konter zu setzen." Zumindest eine Situation müsse man besser ausspielen, so der Coach. "Machen wir das 2:0, dann ist hier Ruhe." Im letzten Spiel des Jahres am kommenden Samstag bei 1860 München müsse man "am Ende noch einen besseren Pass spielen, damit es nicht ganz so spannend wird."
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 17.12.2018:

Hinrunde beendet: FCK liegt zwölf Punkte zurück
Mit dem Montagsspiel des SV Wehen Wiesbaden gegen den KFC Uerdingen (0:2) wurde die Hinrunde der 3. Liga abgeschlossen. Der 1. FC Kaiserslautern steht zur Saison-Halbzeit zwölf Punkte hinter den Aufstiegsplätzen.
Herbstmeister wurde ausgerechnet FCK-Rivale Karlsruher SC, dahinter folgt der VfL Osnabrück (beide 38 Punkte). Uerdingen, heute siegreich durch späte Tore von Maximilian Beister (75.) und Oguzhan Kefkir (90.+1), steht mit 37 Zählern auf Relegationsplatz 3. Die Roten Teufel haben die Hinrunde mit 25 Punkten auf Tabellenrang 10 abgeschlossen, das bedeutet fünf Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze.
Was geht in den verbleibenden 19 Saisonspielen noch für den FCK? Man kann zurzeit nur spekulieren, ob für einen der drei Aufstiegsplätze am Ende etwa 64 Punkte oder 70 oder 76 erforderlich sein werden. Nach 25 Punkten aus der ersten Saisonhälfte kann sich jeder selbst ausrechnen, wieviele Zähler das Team von Sascha Hildmann somit noch sammeln müsste - für den Aufstieg würde ein neues "Wunder vom Betzenberg" benötigt.
Die komplette Hinrunden-Tabelle der 3. Liga:

Quelle: Der Betze brennt
Weitere Links zum Thema:
- Auf einen Blick: Die komplette Tabelle der 3. Liga
