Zwei Kandidaten haben heute persönliche Erklärungen zu ihrer Kandidatur abgegeben, die kopiere ich einfach mal ohne weiteren Kommentar hier rein. Falls Ihr von anderen Kandidaten noch ähnliche Statements findet, können die natürlich ebenfalls hier gepostet werden - und ganz ausführlich werden ja dann möglichst alle Kandidaten (16 von 18 haben schon zugesagt) sowieso auch noch in unseren DBB-Interviews vorgestellt.
Außerdem gibt es schon die Kurzporträts mit jeweils vier Fragen & Antworten aus dem FCK-Mitgliedermagazin, diese sind für Vereinsmitglieder nach Login unter
http://www.fck-shop.de unter dem Menüpunkt "JHV 2017" abrufbar.
Johannes B. Remy (auf Transfermarkt.de) hat geschrieben:Liebe Freunde,
voraussichtlich in den nächsten Stunden gibt der FCK die endgültigen Kandidaten für die Aufsichtsratswahl bekannt. Da wir hier schon sehr lange miteinander schreiben, möchte ich nicht, dass Ihr von dritter Seite erfahrt, dass mein Name auf dieser Liste stehen wird. Ich habe lange mit dieser Entscheidung gerungen, mit aktuellen und ehemaligen Amtsträgern des FCK darüber gesprochen und habe mich schließlich entschlossen anzutreten. Allein die Kandidatur stellt dabei in meiner privaten Lebensplanung eine echte Herausforderung dar und ich freue mich, dass meine Familie mir Rückendeckung gewährt.
Ich will zudem nicht verschweigen, dass auch die ungeheure Verantwortung und die Gefahr, womöglich dem letzten AR des FCK vor der Insolvenz anzugehören, mich haben zögern lassen. Aber die Möglichkeit konkret etwas zu ändern und dem FCK wieder „in die Spur“ zu helfen, ist so groß wie nie zuvor. Und darin sehe ich eine echte Chance. Mit zunehmendem Wissen um die tatsächlichen Vorgänge ist mein Gestaltungswillen erheblich gewachsen.
Und ich hatte in den letzten Jahren mehr und mehr Möglichkeiten die Strukturen und Prozesse innerhalb des Vereins kennenzulernen. So habe ich Gespräche mit Vorstand und Aufsichtsrat geführt und mir Einblick in einige Abläufe innerhalb unseres FCK verschafft, unter anderem in die Arbeitsweise unseres NLZ. Ich habe Kontakt zum Ausgliederungsausschuss gehalten und auch mit „normalen“ Mitarbeitern des FCK das Gespräch gesucht.
Jedem von euch ist aufgefallen, dass die Außendarstellung schlecht ist. Aber es fehlt genauso im Bereich der Vermarktung und der Mitarbeiterführung. Außerdem fehlt es zunehmend an der Verankerung des Vereins in der Region. Ich werde zu den einzelnen Punkten je nach Notwendigkeit auch noch konkreter werden. Aber an dieser Stelle will ich mich eher zur Gesamtsituation äußern, da ich das später in dieser Ausführlichkeit wohl nicht mehr kann.
Damit wir uns nicht falsch verstehen, nicht alles ist schlecht was bislang gemacht wurde, gerade für die Arbeit von Michael Klatt bin ich sehr dankbar und trotzdem hat auch dieser Vorstand Fehler gemacht. So ist die aktuelle Lage auch nicht das Ergebnis einer einzigen Fehlentscheidung oder der Amtszeit einer einzelnen Person. Sie ist das logische Resultat der Arbeit der letzten achtzehn Jahre. Den Zeitpunkt zur Aufarbeitung der Vergangenheit haben wir jedoch verpasst. Das hätten wir letztes Jahr prima mit dem Untersuchungsausschuss erledigen können. Jetzt aber brauchen wir alles was wir haben für die Sicherung der Zukunft. Wir müssen kämpfen. Es brennt an allen Fronten.
Ihr wisst, dass ich sowohl die „strukturschwache Region“ nicht für ein unüberwindbares Hindernis halte und auch das Stadion eher als Chance, denn als „Klotz“ begreife. Vor allem aber habe ich die „überzogene Erwartungshaltung“ immer abgelehnt. Es mangelte nie an Ausreden oder dem Schwur auf die Tradition, der merkwürdigerweise immer dann besonders laut wird, wenn es sonst nichts mehr zu feiern gibt. Dabei aber haben wir etwas wesentliches vergessen. Es fehlt an Glaubwürdigkeit.
Das wichtigste Kapital des FCK sind aber immer noch wir selbst. Mitglieder und Fans des 1. FC Kaiserslautern. Wir sind es, die darüber entscheiden wie stark der FCK aufgestellt ist. Die Bereitschaft jedes Einzelnen dem FCK zu helfen, ihn notfalls zu tragen, ist immer noch riesig. Diese größte und letzte Ressource des Vereins kann aber nur genutzt werden, wenn man den Verein neu bei den Menschen verankert, verlorenes Terrain zurückgewinnt, den Menschen die Wahrheit sagt und sie an der Entwicklung teilhaben lässt. Der Verein ist da schon lange in der Bringschuld.
Ich trete dafür an, das zu ändern, werde auf gar keinen Fall weglaufen falls wir absteigen oder sogar den kompletten Neustart wagen müssen - und werde dem Verkauf des Vereins im Falle der Ausgliederung nur dann zustimmen, wenn ein überzeugendes Konzept vorliegt oder es gar keine andere Möglichkeit mehr gibt. Ich bin kein direkter Gegner der Ausgliederung. Aber ich bin auch nicht davon überzeugt, dass sie ohne den großen strategischen Partner, der bereit ist in den FCK soviel Geld zu investieren, dass einerseits die Stadionfrage und andrerseits die sportliche Herausforderung nachhaltig gelöst werden kann, ein Allheilmittel darstellt. Diesen „weißen Ritter“ hat es bislang nicht gegeben und ich sehe ihn bis jetzt auch nicht am Horizont.
Stattdessen würden wir gut daran tun, einen auch von außen klar erkennbaren Plan zu erarbeiten und ihn so zu kommunizieren, dass er für die gesamte FCK Familie nachvollziehbar wird. Das operative Geschäft ohne Sondereffekte muss in den positiven Bereich gedreht werden, dann müssen wir den Verein auch nicht am Tiefpunkt seiner Wertentwicklung veräußern. Das geht, wenn wieder ein paar mehr Leute ins Stadion kommen. Das werden die aber nur dann tun, wenn sie wieder an die gemeinsame Sache glauben.
In diesem Sinne Freunde, meine erste Erklärung zum Thema, ich trete an und bin für jede Unterstützung dankbar.
Gruß Berti
aka Johannes B. Remy oder FCK Mitglied 2151
Valentin Helou hat geschrieben:Koblenz, den 16.11.2017
Liebe Fans und Mitstreiter!
Ich werfe meinen Hut in den Ring oder besser mein Fancap ins Stadionrund und bewerbe mich um das Amt des Aufsichtsrats des 1. FC Kaiserlautern e. V. Seit Kindesbeinen an bin ich als gebürtiger Koblenzer Fan des 1. FC Kaiserslautern und habe trotz meiner zahlreichen beruflichen Stationen in Koblenz, New York und Berlin kaum ein Spiel verpasst. Früher traf man mich vor allem in Block 7 auf der Westtribüne, jetzt unterstütze ich unsere Mannschaft von Block 13.1 aus.
Und Unterstützung, das kann unser Verein und unsere Mannschaft jetzt ganz dringend gebrauchen.
Aus meiner Sicht liegt beim FCK derzeit einiges im Argen und ich möchte dabei mit anpacken, den Verein finanziell und sportlich wieder in die Spur zu steuern. Dazu gehört die enge Einbindung der Fanbasis, der ich als Aufsichtsrat eine aktive Rolle im Verein geben will, sowie der ehemaligen Profis, die unserem Verein Identifikation stiften können. Zudem sollte die sportliche Kompetenz im Vorstand gestärkt werden, worauf ich als Aufsichtsrat Einfluss nehmen werde. Dazu müssen wir ein sportliches Leitbild entwerfen, zu dem auch die Frage gehört, ob der Profi-Sport nicht aus dem klassischen, gemeinnützigen Verein herausgetrennt werden sollte, um für den gemeinnützigen sowie den sportlich-professionellen Teil unter voller Kontrolle der Vereinsgremien jeweils ideale Lösungen zu finden. Trotz der strukturellen Trennung soll das Gemeinschaftsgefühl gestärkt werden, denn unser gemeinsames Interesse kann nur ein erfolgreicher FCK sein.
Als große Belastung habe ich in der Vergangenheit unser Stadion und die damit verbundenen finanziellen Verpflichtungen empfunden. Daher begrüße ich ausdrücklich die Pläne, einen Investor mit an Bord zu holen, der in unseren Betze und in unsere Profis investiert, um den Verein so von den erdrückenden Kosten der Spielstätte zu befreien. Dazu müssen wir etwa Themen wie eine einnahmeabhängige Pacht angehen und über die Umstrukturierung der Grundstücke am Betze sprechen. Für denkbar halte ich auch, weitere gewerbliche Nutzungen wie Pop Up Stores oder Läden in das Stadion zu integrieren und es für weitere Veranstaltungen zu öffnen, wofür allerdings eine brandschutztechnische Lösung notwendig ist. Gerade in diesem Bereich möchte ich meine Immobilienkompetenz einbringen und so gemeinsam mit den beteiligten Akteuren an einer finanziellen Stabilisierung des Vereins mitwirken, die mit unserem Stadion beginnen muss.
Für all diesen Fragen hat der aktuelle Aufsichtsrat keine wichtigen Impulse geben können. Daher möchte ich mich jetzt für meinen Verein engagieren und dafür sorgen, dass auch meine Kinder ihren Verein von der Seitenlinie aus unterstützen können wie ich das mein Leben lang getan habe.
Ich bitte um Ihre Unterstützung und verspreche, mich im Aufsichtsrat ab der ersten Stunde für den Verein und seine Fans zu engagieren.
Mit sportlichen Grüßen
Valentin Helou