Die Bild-Zeitung plant am Wochenende in Zusammenarbeit mit den 36 Profi-Vereinen der beiden Bundesligen eine freiwillige Aktion für Flüchtlinge. Unter dem Motto „Wir helfen“ sollen die Spieler mit einem Badge auf dem Ärmel ein Zeichen für Flüchtlinge setzen. Dass allerdings ausgerechnet die Bild-Zeitung als Initiator auftritt und sich eine freundliche Willkommenskultur auf die Fahnen schreibt, stößt auf Kritik. Die vier Zweitligaklubs St. Pauli, Union Berlin, VfL Bochum und der SC Freiburg kündigten an, sich an der Aktion nicht beteiligen zu wollen. Zahlreiche Anhänger und Fanclubs anderer Vereine, sowie Fan-Verbände forderten weitere Verein zum Boykott auf.
Harsche Kritik und großes mediales Interesse erfuhr die Aktion vor allem, weil Bild-Chefredakteur Kai Diekmann öffentlich auf Twitter dem FC St. Pauli eine ablehnende Haltung in der Flüchtlingsfrage als Reaktion auf deren Teilnahmeverzicht unterstellte.

Der 1. FC Kaiserslautern gab heute bekannt, sich an der Aktion zu beteiligen und mit dem Badge am Ärmel spielen zu wollen. „Der Vertragspartner der DFL ist Hermes. Und von diesem Vertrag profitieren alle Vereine der ersten und zweiten Liga. Wenn unser Partner Hermes seine Präsenz auf dem Trikotärmel nun dafür nutzen möchte, auf ein aktuelles und wichtiges Thema aufmerksam zu machen, dann stellen wir uns dem nicht in den Weg“, erklärte FCK-Pressesprecher Stefan Roßkopf auf Anfrage von Der Betze brennt. Außerdem werde das kommende Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg am Dienstag „ganz im Zeichen einer gelebten Willkommenskultur für Flüchtlinge“ stehen.
Auch Cheftrainer Kosta Runjaic hatte bereits am Mittag auf der obligatorischen Pressekonferenz vor der Samstagspartie gegen die Löwen die Aktion als ein „Gutes Zeichen“ bezeichnet, mit der der Verein seiner sozialen Verantwortung gerecht werde.
Quelle: Der Betze brennt
Weitere Links zum Thema:
- Weitere Fußballvereine sagen Nein zur "Bild"-Aktion (Spiegel Online)
- Powered by Promotion (11 Freunde)
- [url=hhttp://www.unsere-kurve.de/cms/pages/posts/unsere-kurve-fordert-bild-verzicht-aller-bundesliga-vereine149.php]Unsere Kurve fordert BILD-Verzicht aller Bundesliga-Vereine[/url]
- Fans fordern Boykott von Bild-Aktion (fanzeit.de)
Update, 18.09.2015:
Enttäuschung über FCK-Teilnahme an Bild-Aktion
Am 16. September 2015 forderte die Interessengemeinschaft „Unsere Kurve“ alle Bundesliga Vereine auf, an der Aktion „Wir helfen“ nicht teilzunehmen, da hierdurch von der BILD-Zeitung die Flüchtlingshilfe instrumentalisiert wird und sich die Redaktion der Zeitung hinter dem Deckmantel der Flüchtlingshilfe versteckt obwohl sie in den Wochen und Monaten zuvor heftig an der Schraube zur Eskalation gegen die Flüchtlinge gedreht hat.
Aktuell haben sechs Vereine angekündigt, das bisherige Badge des Premium-Partners Hermes nicht gegen das „Wir helfen“ Badge mit dem Logo der Bild-Zeitung auszutauschen. Die Zweitligavereine
- FC St. Pauli
- Union Berlin
- 1. FC Nürnberg
- SC Freiburg
- VfL Bochum
- MSV Duisburg
Auf eine schriftliche Anfrage des Online-Fanzines „Der Betze brennt“ wie denn der 1. FC Kaiserslautern zu dem aktuell heiß diskutierten Thema steht antwortete der Pressesprecherer mit:
„Der Vertragspartner der DFL ist Hermes. Und von diesem Vertrag profitieren alle Vereine der ersten und zweiten Liga. Wenn unser Partner Hermes seine Präsenz auf dem Trikotärmel nun dafür nutzen möchte, auf ein aktuelles und wichtiges Thema aufmerksam zu machen, dann stellen wir uns dem nicht in den Weg.“
Diese Entscheidung der Vereinsführung des 1. FC Kaiserslautern finden wir falsch und bedauerlich. Zeigt sie doch, dass das Management des Vereins nicht in der Lage ist zu differenzieren. Es geht hier nicht darum, sich gegen die Aktion „Refugees welcome“ zu stellen oder gar in irgendeiner Weise gegen die Flüchtlingsströme Kritik zu äussern, wie es von Kai Diekmann in seinem unglaublich dummen Tweet gegenüber dem FC St. Pauli zum Ausdruck kam. Nein, es geht bei der Weigerung das Badge des Premium Partners der DFL „Hermes“ gegen ein Badge mit dem Logo der BILD-Zeitung auszutauschen darum, sich nicht zum Trittbretthalter der populistischen Meinungsmache dieses Blattes zu machen und mit dem Logo auch noch dafür zu werben. Da diese Maßnahme von der DFL auf freiwilliger Basis beruht ist die Unterstützung seitens der Führung des 1. FC Kaiserlautern noch weniger zu verstehen. Wenn es eines Badges auf dem Ärmel eines Trikots bedarf, auf die Probleme der Flüchtlingsströme aufmerksam zu machen, wie Stefan Roßkopf im Namen des 1. FC Kaiserslautern meint, dann hat in den vergangenen drei Monaten aber jeder, der diese Problematik nicht gesehen hat in einer Höhle gelebt.
Wir, die Perspektive FCK, sind enttäuscht von der Vereinsführung, dass sie sich vor den Karren der BILD-Zeitung spannen lässt und den geistigen Brandstifter der Gegner der Flüchtlinge somit auch noch eine Werbeplattform bietet.
Quelle: Perspektive FCK

