0. Fairplay im Umgang mitoinander!
Mittlerweile wird es immer unübersichtlicher, wenn man an den 1.FC Kaiserslautern denkt. Da gibt es den eingetragenen Verein, die GmbH & Co. KGaA, den Beirat, den Aufsichtsrat, den Ehrenrat, Sponsoren, Vermarkter, Investoren und Fans. An wen wende ich mich, wenn ich ein Anliegen habe?
Wie hoch der Einfluss der Vertragsbeziehungen ist, zeigt sich bei der Machtdemonstration von Quattrex/Lagardère gegenüber den regionalen Investoren.
Generell befürworte ich es, dass man seine Schulden zurückzahlt. Eine geplante Insolvenz, wie sie von Ken phasenweise angedacht wurde, halte ich für weniger attraktiv. Zugleich setze ich auf eine Entschuldung des Vereins mit Konzepten, die zusätzliche Erträge generieren und den Verein ins Laufen bringen.
Der 1.FC Kaiserslautern auf der Suche nach einem Ankerinvestor.
Es gleicht wie im Tierreich, wenn Löwen auf Beutezug sind. Dann fühle ich mich versetzt in eine Gewerkschaftssitzung beim 1.FCK-Partner MAN AG, die den Löwen im Logo führen. Auf der Webseite heißt es: „Das Produktlogo von MAN Truck & Bus zeigt Stärke und hat eine lange Tradition. Ursprung und Veränderung des MAN-Löwen sind Teil der bewegten Unternehmensgeschichte von MAN.“
In der Sitzung fiel der Vergleich, dass man bei einer gemeinsamen Jagd auch gemeinsam die Beute teilt. Ausgesprochen von einem körperlich arbeitenden Mitarbeiter in Bezug auf die Beteiligung am Unternehmensgewinn.
Übertragen auf den 1.FC Kaiserslautern, so haben sich weder Herr Glatt als Geschäftsführer der GmbH & Co. KGaA, noch Herr Banf als damaliger Aufsichtsratsvorsitzender auf mein Schreiben gemeldet, welches die Gründung einer gemeinnützigen GmbH vorsah und nach wie vor vorsieht. Pures Desinteresse?
Auch Herr Gries hielt es nicht für nötig mein damaliges Anschreiben mit einem dargelegten sportlichen Sachverstand in Anspruch zu nehmen. Mag vielleicht jetzt überheblich klingen. Aber was folgte war der unnötige sportliche Abstieg aus der 2.Bundesliga. Mit nicht zu übersehenden taktischen Fehlern. Was folgte waren unnötige wirtschaftliche Schäden (Abschreibungen auf Spielerwerte, geringere Zuschauereinnahmen, geringere Marketingerlöse, …)!
Für Herrn Glatt, Herrn Bader und Herrn Banf geht es darum das 4-Säulen-Investorenmodell in die Praxis umzusetzen, so wie dies auf der AoMV beschlossen wurde. Bisher mit mäßigem Erfolg beschienen. Ich finde es sehr fahrlässig die Kompetenzen und Ideen der Mitglieder zu ignorieren, könnte dadurch auch die Verhandlungsmacht gegenüber einem größeren Investor in die waagerechte gerückt werden.
Heuer also die Nachricht, dass man den Vereinswert auf 45 Millionen € festlegt, kolportiert von der Bildzeitung.
I. (Unternehmens-, Vereins- bzw.) Markenbewertung
Generell gibt es zwei grundsätzliche Bewertungsoptionen für den Markenwert eines Unternehmens: Finanzwertorientierte Ansätze und Verhaltenswissenschaftlich orientierte Modelle. Dazu eine Kombination, welche als finanzwirtschaftlich-verhaltensorientierte Kombinationsmodelle bezeichnet werden. Kann man hier sehr gut nachlesen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Markenwert
In Abhängigkeit von der Zielsetzung Kauf/Verkauf geht es darum einen realistischen Kaufpreis zu ermitteln. Dies erfolgt in erster Linie über die finanzwertorientierten Verfahren. Um Implikationen für die strategische Markenführung zu erhalten, kann zudem die Analyse des Markenwertes auf Basis von verhaltenswissenschaftlichen Ansätzen hilfreich sein.
Einen Vereinswert im professionellem Fußball zu ermitteln, halte ich für Vereine jenseits der Championsleague für schwierig aufgrund der Möglichkeit eines Abstiegs. Dadurch ergibt sich eine hohe Schwankung bei Ertrags- und Kostenstruktur. Anders bei Vereinen wie Bayern München, die garantierte Summen aus der Championsleague jedes Jahr einspielen und je nach sportlicher Leistung dazu verdienen.
Auf der Ebene der finanzorientierten Ansätze kann je nach Wahl des Verfahrens und Intention des Investors ein unterschiedlicher Wert ermittelt werden. Für eine rein renditeorientierte Investorengruppe mag es um die diskontierten Zusatzgewinne auf den gegenwärtigen Zeitpunkt gehen, der den Wert bestimmt. Verhandelt man mit einem anderen Typ Investor wie vielleicht RB Leipzig, so rücken die gegenwartsbezogenen „Wiederbeschaffungskosten“ vielleicht in den Vordergrund, um z.B. vier Meisterschaften zu realisieren. Würde man also den sportlichen Erfolg stärker gewichten.
II. Koine Alternative zur Naming Right Alternative!
Ich habe mir jetzt die Satzung auf Griechisch, Spanisch und auf Holländisch durchgelesen und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass die Vermarktung des Stadionnamens nur in Form einer Naming Right Alternative erfolgen kann! Satzungsgetreu!
Zur Bedeutung des Naming Right´s
Wos sagen die Theoretiker?
https://nielsensports.com/de/namensrech ... tivierung/
https://nielsensports.com/de/namensrech ... risierung/
Wos ist gemoint mit der Naming Right Alternativen?
Chronologisch müsste man hier den Winter 2007 anführen als zunächst das Naming Right Substitut auf dbb geboren wurde. Später würde ich es final als Naming Right Alternative bezeichnen. Zum Konzept ganz kurz: Zwei Unternehmen kaufen die Namensrechte am Fritz-Walter-Stadion ohne sie auszuüben. Theoretisch ließen sich auch z.B. fünf Unternehmen finden.. Wobei man bei Zweien z.B. die beiden Werbebanden auf Höhe des Mittelkreises exklusiv bereitstellen könnte! Darüber hinaus gebe es wohl auch andere attraktive Konzeptionen.
Wos macht die Konkurrenz?
Eintracht Braunschweig:
Eintracht Stadion
Seit der Saison 2008/2009 generiert das Eintracht-Stadion zusätzliche Einnahmen von 250.000€/Jahr in der 3.Liga. Wie es sich in der 1.Liga verhielt, weiß ich nicht.
Zum Inhalt:
Nach Aufstellung des ersten Regelwerkes durch den Lehrer Konrad Koch im Jahr 1874, der Erfindung der ersten Trikotwerbung am Mann durch die Mast-Jägermeister AG genau 100 Jahre danach sowie der bundesligaweit ersten Etablierung eines Sponsoren-Pools (Eintracht 100 seit 1987) setzt die Stadt erneut Standards im Sportsponsoring.
Während andernorts namhafte Firmen die Arenen mit ihren Namen belegen (und sich nicht selten wundern, wenn sich Manni Breuckmann von der NDR 2 Bundesligashow dennoch aus dem Volksparkstadion meldet), ist man in Braunschweig einen anderen, eventuell zukunftsweisenden Weg gegangen um den Traditionsnamen des Stadions dauerhaft abzusichern. Fünf ortsansässige Traditionsunternehmen (BS|ENERGY, Braunschweigische Landessparkasse, Öffentliche Versicherung Braunschweig, Volksbank eG Braunschweig Wolfsburg und Volkswagen Financial Services AG) haben sich abseits allen branchenexklusiven Denkens zusammengefunden, um den Traditionsnamen des Stadions dauerhaft abzusichern.
Mit der Finanzierungszusage der Sponsoren über einen längeren Zeitraum erhalten Stadt und Verein Planungssicherheit.
https://www.blsk.de/wir-ueber-uns/spons ... details%2F
TSG 1899 Hoffenheim:
Rhein-Neckar-Arena
Zeitlich kurz nachgelagert zum Eintracht-Stadion basierte das Konzept ebenso auf fünf namhaften Unternehmen, die pro Saison in der Lage waren bis zu 2,5 Millionen € im Jahr in diesem dem Naming Right ähnlichen Bereich zu investieren.
Seit 2011/2012 ist die Arena in die Wirsol Rhein-Neckar-Arena umbenannt.
FC Energie Cottbus:
Stadion der Freundschaft
Verry verry Charming…
Der FC Energie Cottbus verkauft die Namensrechte an seinem Stadion der Freundschaft bis zum Ende der Saison 2019/2020 an die Sparkasse Spree-Neißle. Diese wiederrum verzichtet aber während dieser Zeit auf das Recht, Namensgeber des Stadions zu sein:
http://www.kicker.de/news/fussball/3lig ... kauft.html
Für immer
Fritz-Walter-Stadion!
Für das Fritz-Walter-Stadion würden sich hier seit der Saison 2008/2009 Einnahmen von 1 bis 2,5 Millionen € ergeben in Abhängigkeit der jeweiligen Liga. Unverdient wären diese Gelder nicht. Tendenziell eher verdient.
Mit dem Ansatz des Namensschützers (Fritz-Walter-Stadion) bzw. des lokal verankerten Naming Rights (Eintracht-Stadion bzw. Rhein Neckar Arena) besteht ein Interessenskonflikt mit dem Vermarkter Lagardère, die mehrere Naming Rights betreu(t)en. Unter anderem auch die Commerzbankarena! Unter anderem auch die AOL-Arena! Unter anderem auch…
Mit einer im Nachgang etwas entspannter - zeitlich verzögerter Finanzierung - wurden somit (etwas zuungunsten des 1.FC Kaiserslautern e.V.) weitere Stadionprojekte mittelfristig realisiert, die das Naming Right als Basis ihrer Finanzierung hatten.
Im nächsten Jahr jährt sich der 100. Geburtstag von Fritz-Walter, was nun der optimale Zeitpunkt wäre, um dieses Format zu realisieren!
Ich finde das FCK-Modell hat einen nostalgisch innovativen Charme in einer Zeit der fortgeschrittenen Kommerzialisierung. Für den FCK wäre es ein Substitut zum klassischen Naming Right. Für die Bundesligisten eine Alternative! Würde man die Zahlen hoch rechnen, hätte die Möglichkeit bestanden die Anleihe (6,5 Millionen €) zurückzuzahlen und den Verein zu entschulden (7,5 Millionen €). Trotz Liga 3!
Für diejenigen, die eine ausführlichere Darstellung des Konzepts wünschen, sei auf den folgenden Link verwiesen:
viewtopic.php?p=1134839#p1134839
III. Geschäftsmodell für eine gGmbH & Co. KG
Unabhängig von der Fritz-Walter-Stadion GmbH soll der Verein mit einer gemeinnützigen GmbH fit für die Zukunft gemacht werden. Und das ganze recht zügig. Sind Vereine wie Mainz 05 doch finanziell weit enteilt.
https://www.spiegel.de/sport/fussball/m ... 47122.html
Die Vermarktung eines Vereins in einer strukturschwachen Region ist nicht einfach. Eher herausfordernd. Umso wichtiger ist es, dass neue Ansätze entstehen, die das Stadion füllen helfen. Da wo der Verein bzw. die KGaA sich im Graubereich bewegen würden (Vertrag mit Lagardère bzgl. Namensrechte), besteht für die gGmbH bzw. den Verein die Möglichkeit innovative Konzepte zu entwickeln.