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10. Spieltag: FCK-FCN | 1:1 gegen Nürnberg: Hanslik-Tor reicht nur für einen Punkt

Alles rund um die Spiele des 1. FC Kaiserslautern.
HintenLinks
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Beitrag von HintenLinks »

Bei all der Aufregung über VAR, dem Trainer, wie wer wo für jemanden eingewechselt wird….

Wenn de Platz babbisch (weich und schmierig) ist zieht euch mal gescheite Schuhe an.
Es ist absolut lächerlich sich Fußballprofi zu nennen und bei einem Platz der noch der eigene ist so rum zu schlittern.

Gibt es eigentlich keine Schraubstollen mehr oder muss der Schuh einfach nur gut aussehen ?
Wir wollen die ersten 4 Rückrundenspiele gewinnen (Torsten Lieberknecht). Ist genauso Aussichtslos wie das die SPD die absolute Mehrheit erreicht.
ExilDeiwl
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Beitrag von ExilDeiwl »

Na laut RP hat der gute Miro ja am Sonntag höchstpersönlich die Schlappen seiner Spieler kontrolliert, weil er wusste, wie sich unser Rasen nach einer Woche mit regelmäßigen Regenschauern bespielen lässt. Tja, und trotzdem ist ein Strafstoßschütze weggerutscht und außer ihm noch der eine oder andere Spieler mehr…

@Hellboy: Ich hab‘s ja verstanden, dass Du sehr überspitzt geschrieben hast. Dennoch: ich bin erschrocken, als ich nach den ersten paar Absätzen noch einmal hoch gescrollt und Deinen Namen da gelesen habe. Wenn ich jetzt mal genauso weiter überspitze, dann rufst Du aus, dass wir uns gar nicht weiterentwickeln brauchen. :o Mer hänn jo schon immer so gschbield. Ich glaube mal, dass Du das genauso wenig meinst. Wie ich. :wink:

Ich bin in der Argumentation eher bei @Ktown2Xberg. Wenn ich gleich zwei offensive Kreativspieler rausnehme und nicht adäquat ersetze, gebe ich damit faktisch das Mittelfeld auf. Ritter ODER Sykyttä rausnehmen hätte ich verstanden. Beide zweitgleich runternehmen habe ich während des Spiels schon nicht verstanden und im Nachhinein ist es mir auch nicht klarer geworden. Aber TL hat da wohl was anderes gesehen als ich und er hat ja im Gegensatz zu mir auch die A-Lizenz. :wink:
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Hellboy
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Beitrag von Hellboy »

ExilDeiwl hat geschrieben: 28.10.2025, 07:06 @Hellboy: Ich hab‘s ja verstanden, dass Du sehr überspitzt geschrieben hast. Dennoch: ich bin erschrocken, als ich nach den ersten paar Absätzen noch einmal hoch gescrollt und Deinen Namen da gelesen habe. Wenn ich jetzt mal genauso weiter überspitze, dann rufst Du aus, dass wir uns gar nicht weiterentwickeln brauchen. :o Mer hänn jo schon immer so gschbield. Ich glaube mal, dass Du das genauso wenig meinst. Wie ich. :wink:
Naja, mein Statement ist, dass ich die Idee mit dem Gesamtkonzept für den Verein utopisch finde. Wie du da bei "bitte nicht weiterentwickeln" landest, ist mir nicht so ganz klar.

Ich wünsche mir ganz einfach Konstanz auf der Trainer-Position. Jeder Trainer hat doch eine eigene Idee, was er spielen lassen will und mit wem. Wenn man da mal jemanden über einen längeren Zeitraum machen lässt, wäre das ja quasi ein Mini-Konzept für die erste Mannschaft. Dann könnte ein Trainer das Stück für Stück weiterentwickeln und mit gezielten Verstärkungen ausbauen. Das wäre für mich der Weg.

Für mich kann das gerne Lieberknecht sein, das hätten aber auch gern schon Schuster oder Anfang sein dürfen. Ich bin gar nicht so ein riesiger Lieberknecht-Fan wie es hier gerade erscheinen mag, und ich sehe durchaus, dass im Moment sicher nicht alles Gold ist, was glänzt. Ich halte Lieberknecht aber zu Gute, dass er versucht, mit dem gesamten vorhandenen Kader etwas zu machen, auch die eigentlich aussortierten Spieler wieder versucht einzubinden, und auf den Nachwuchs setzt. Das ist doch viel sinnvoller, als wenn wir Tachie, Alidou und Co. jetzt auf der Tribüne sitzen hätten, um dann in der Winterpause mal wieder wild auf dem Transfermarkt um uns zu schlagen, um Spieler zu holen, denen dann in einem halben Jahr das selbe Schicksal blüht. Ich würde mir wünschen, wir kommen mal weg davon, dass mit jedem Trainerwechsel erstmal der halbe Kader zur Disposition steht und wir dann irgendwelche Wunschspieler für einen Trainer verpflichten, der bei der nächsten Schwächephase eh fliegt.

Zudem lässt Lieberknecht einen Fußball spielen, den der durchschnittliche Zweitligaspieler (und daraus besteht realistischer Weise ein Großteil unseres Kaders) auch umsetzen kann, und nicht ein überkomplexes Wunderwerk, für das man 20 Spieler braucht, die wir nicht haben, und die für uns in der Quantität auch gar nicht verpflichtbar sind oder haltbar wären. Man bringt halt eher einem Alidou bei, zu ackern und zu kämpfen, als einem Krahl, Fußball zu spielen (Nix gegen die beiden).

Wir haben den Realitäts-Check doch letzte Saison auf dem Präsentierteller gehabt. Zumindest interpretiere ich das so: Anfang wollte in Ruhe etwas aufbauen und entwickeln, aber als sich unerwartet die realistische Chance auf einen Aufstieg auftat, musste Hengen den möglichen Aufstieg präferieren. Darüber ist es für mich (wie gesagt: meine Interpretation!) auseinander gegangen.

Wir müssen m.E. der Realität ins Auge sehen: Selbst ein Aufstieg mit direktem Wiederabstieg bringt uns finanziell Lichtjahre weiter. Und da wir eigentlich - auch wenn die finanzielle Situation sich etwas entspannt hat - immer noch im Überlebensmodus sind, muss ein möglicher kurzfristiger Aufstieg m.E. immer priorisiert werden vor einem langfristigen Aufbau. Wir halten uns derzeit im großen Haifischbecken so eben über Wasser. Wir können es uns schlicht nicht leisten, jedes Rettungsboot an uns vorbei schwimmen zu lassen, weil wir uns lieber in Ruhe ne schicke Yacht bauen möchten.
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Schulbu_1900
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Beitrag von Schulbu_1900 »

Hellboy hat geschrieben: 28.10.2025, 09:45 Wir haben den Realitäts-Check doch letzte Saison auf dem Präsentierteller gehabt. Zumindest interpretiere ich das so: Anfang wollte in Ruhe etwas aufbauen und entwickeln, aber als sich unerwartet die realistische Chance auf einen Aufstieg auftat, musste Hengen den möglichen Aufstieg präferieren. Darüber ist es für mich (wie gesagt: meine Interpretation!) auseinander gegangen.

Wir müssen m.E. der Realität ins Auge sehen: Selbst ein Aufstieg mit direktem Wiederabstieg bringt uns finanziell Lichtjahre weiter. Und da wir eigentlich - auch wenn die finanzielle Situation sich etwas entspannt hat - immer noch im Überlebensmodus sind, muss ein möglicher kurzfristiger Aufstieg m.E. immer priorisiert werden vor einem langfristigen Aufbau. Wir halten uns derzeit im großen Haifischbecken so eben über Wasser. Wir können es uns schlicht nicht leisten, jedes Rettungsboot an uns vorbei schwimmen zu lassen, weil wir uns lieber in Ruhe ne schicke Yacht bauen möchten.
Natürlich musste Hengen den Aufstieg präferieren, alles andere wäre schlicht und einfach geschäftsschädigend gewesen. Das Verhalten Auswärts im Braunschweigspiel letzte Saison, war genau das.
Man muss sich einfach damit auseinandersetzen, es weht kein "EV" Wind mehr.
Ja, auch ein Jahr erste Liga bringt uns finanziell weiter. So sehr ich die zweite Liga mag und unseren Sponsoren dafür Danke.
Wobei es ja finanziell gut lief, die letzten beiden Jahre mit Pokalendspiel und im darauffolgenden Jahr mit Spielerverkäufen. Das hält uns sprichwörtlich am laufen.
Ich bin da aufgewachsen, da rutscht man automatisch rein, wenn man die Stimmung mitbekommt, weil es was großes ist, das ist Tradition.....jetzt bin ich irgendwo anders...
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Bbördes
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Beitrag von Bbördes »

emkathor hat geschrieben: 27.10.2025, 14:09
Wir haben 19 Punkte. Wir sind im Soll. Wir könnten aber genauso gut auf Platz 14 stehen, wenn wir die individuelle Qualität nicht im Kader hätten.
Wir stehen aber Top da und Ergebnisse sind nun mal ein sehr gutes Argument. Insofern, auch wenn ich mit dem was wir fabrizieren nicht viel anfangen kann, läuft es momentan super und das freut mich!
Sorry aber das ist doch ein Strohmann. Mit Sicherheit hat die aktuelle Platzierung etwas mit individueller Klasse zu tun, aber ohne das Kollektiv nutzen einem die besten Individualisten rein gar nichts. Dass Nürnberg, die Hertha, Bochum oder auch Düsseldorf individuell gut aufgestellt sind ist doch wohl jedem klar aber trotzdem scheint bei aller individueller Klasse in den Mannschaften nicht alles rund zu laufen. Ob das nun die Team-Chemie, Taktik oder sonst was ist kann ich nicht beurteilen, aber das in jeder der genannten Mannschaften Klasse steckt kann niemand bestreiten.

Unsere Platzierung rein auf individuelle Klasse zu stützen obwohl wir die Mannschaft mit den meisten Scorer durch Einwechselspieler sind spricht auch ganz klar gegen deine Behauptung. Man kann die Spieler auf der Bank für schlecht halten oder für nur Zweitliga Mittelmaß oder gar für nicht Zweitliga tauglich aber Fakt ist, dass wir diesen Herren viele Punkte zu verdanken haben.

Rein statistisch gesehen, spielt Schalke noch mehr Fehlpässe, hat noch weniger Ballkontakte, hat nur 6 Torschüsse mehr und dabei aber 5 Tore weniger geschossen und ist nach 10 Spielen auch nur etwas mehr als 1km mehr im Schnitt gelaufen als wir und trotzdem grüßen sie von ganz oben. Und auch hier ergänzt sich individuelle Klasse mit dem Kollektiv.

19 Punkte aus 10 spielen aber ohne unsere guten Spieler könnten wir auch unten drin stehen. Wieso um alles in der Welt muss man diese Stärken, die die Mannschaft hat auch noch negativ auslegen. Eine Art Selbstgeißelung sonst nichts. Scheinbar sind wir zu erfolgreich.

Die Art und Weise wie gespielt wird mag einem nicht gefallen. Aber TL jetzt auch noch den derzeitigen Erfolg aufgrund der individuellen Fähigkeiten negativ auszulegen ist ganz ehrlich ein neues Level.
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Beitrag von FCK-Augustin »

@Hellboy
Eigentlich möchte ich mich hier (ganz) zurückhalten, ganz so klappt das dann doch noch nicht. :wink:
Deshalb lese ich Deinen Beitrag zum „Gesamtkonzept“ für den Verein jetzt erst.
Einfach klasse, Deine „Vorschläge“ sind nicht zu toppen. :lol:
Sehr guter Beitrag. :daumen:

@ (Don‘t know)
Auf die Frage, was eigentlich Ache in Köln unter Kwasniok macht, kann ich nur sagen … im Training und wenn er denn kurz spielt … bereitet er sich auf die Insel und Premier League vor! Ob‘ klappt? Boyd wechselte ja seinerzeit ebenfalls erfolgreich den Verein. :wink:
Möglicherweise schafft es aber dafür Kwasniok nach erfolgreicher Zeit und weiteren Entwicklungsschritten irgendwann dorthin. Vom Typ her trau ich diesem Trainer das durchaus zu.
Alle anderen werden nur in Erinnerung bleiben.

Nur der FCK
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Beitrag von Otti Feldhagel »

Hellboy hat geschrieben: 28.10.2025, 09:45 Man bringt halt eher einem Alidou bei, zu ackern und zu kämpfen, als einem Krahl, Fußball zu spielen (Nix gegen die beiden).
Da hast Du einen.Punkt.
Genau das befürchte ich, nicht nur bei Alidou. Skyttä, Sahin, Joly, - 3 Riesentalente, deren Ambitionen sicherlich nicht sein dürften, in der wichtigsten Phase ihrer Entwicklung Spieltag für Spieltag ihre Gegenspieler über 90 min niedezuringen. Die wollen kicken, die wollen fußballerisch ihr nächstes Level erreichen. Denen musst Du als Verein mehr bieten als 90 min den Platz hoch und runter rennen zu müssen.

Stadion und Atmo sind für die heutigen Jungs bestenfalls noch ein nettes Gimmick.
Deren Kariereplan sieht was anderes vor.
Spielern wie Haas und Kunze dürfte unser Konzept da schon eher entgegenkommen.
Locken Trainer und Clubs, die für ein kreatives und aktiveres Spiel nach vorne stehen, sind die oben genannten weg. Yokota-Style
Da gehe ich jede Wette ein..
emkathor
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Beitrag von emkathor »

Bbördes hat geschrieben: 28.10.2025, 12:51 Die Art und Weise wie gespielt wird mag einem nicht gefallen. Aber TL jetzt auch noch den derzeitigen Erfolg aufgrund der individuellen Fähigkeiten negativ auszulegen ist ganz ehrlich ein neues Level.
Ich hab das mal nach ganz oben gezogen.
Du interpretierst da etwas in meine Aussage rein, was ich so nicht gesagt, gemeint habe. Da bin ich auch relativ weit von entfernt.
Bbördes hat geschrieben: 28.10.2025, 12:51 [...]
Unsere Platzierung rein auf individuelle Klasse zu stützen obwohl wir die Mannschaft mit den meisten Scorer durch Einwechselspieler sind spricht auch ganz klar gegen deine Behauptung. Man kann die Spieler auf der Bank für schlecht halten oder für nur Zweitliga Mittelmaß oder gar für nicht Zweitliga tauglich aber Fakt ist, dass wir diesen Herren viele Punkte zu verdanken haben.
[...]
Nein, weil die Statistik die Aussage, die ich getroffen habe nicht widerlegt. Weil sie es nicht kann. Das könnte sie nur wenn ich jetzt gesagt hätte nur durch die individuelle (zugekaufte) Quali haben wir Tore geschossen, das hab ich aber nicht.

Das Spiel in KA ist nach einer 2:0 Führung durch die individuelle Quali Ritters 3:2 gewonnen worden, Darmstadt weil die letzten 20 Min ohne Fesseln gespielt wurde. <-- Die Aussage löst für sich alleinstehend zu recht Schnappatmung aus, dem muss man aber vorausstellen was ich einen Absatz vornedran geschrieben hab:

" Wir spielen nicht das, was dieser Kader kann. Wir spielen das, was TL will und wofür er steht. Der jetzige Kader könnte mit Sicherheit auch ganz anderen Fussball spielen.
Provokant gesagt sind die Transfers von Skyttä, Kim und Sahin - für die Art Fussball den wir aktuell kicken - rausgeworfenes Geld. Dafür sind die technisch zu stark, was wir so gar nicht benötigen. Das hätte man auch wahrscheinlich günstiger haben können."

Ergo: Ich bin nicht der Meinung, dass der Kader im gesamten so schlecht ist, wie manche ihn gerade in Bezug auf Wekesser und Kleinhansl machen. Tachie und Abiama halte ich für zu schwach ja - aber nicht weil die nicht kicken können, sondern aufgrund deren Defizite. Das ein Kleinhansl in der IV oder Schiene und Wekesser auf der Schiene jetzt nicht die weltbeste Lösung ist, glaub da sind wir einer Meinung.
Das heißt aber nicht, das die kein 2tliga Niveau haben oder zu viele Defizite - wenn ich die positionsfremd einsetze. Da muss ich mich darüber nicht wundern.

Weil hier immer wieder vom einfachen Fussball gesprochen wird. Genau das Gegenteil passiert mit den zwei. Es sind Zweitligakicker, die keine 5 Systeme und Ausrichtungen können, werden aber in ein Sys gepresst (ähnlich Sahin) das sie, warum auch immer, nicht 1:1 ihrer normalen Pos. spielen können.


[...]
Schalke
[...]
Da kann ich nix zu sagen. Alles was ich von Schalke bisher gesehen habe, fand ich furchtbar und versteh es, abgesehen von der Statistik, nicht. Das einzige was mir aufgefallen ist, das die ruhig und nicht hektisch von hinten heraus spielen. Ansonsten muss ich mit dem gehen, was du und Phibee geschrieben hat:
phibee hat geschrieben: 26.10.2025, 23:39 Hi,
Schalke verteidigt bärenstark und lässt fast nichts zu hinten. Und wenn du fast immer hinten die 0 hältst, ist halt die Chance riesengroß, die Spiele zu gewinnen. Vor allem, wenn du solche Stürmer wie Karaman und Sylla hast.
Grüße

Zitate angepasst
EDIT 14.40
emkathor
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Beitrag von emkathor »

Otti Feldhagel hat geschrieben: 28.10.2025, 14:25 Genau das befürchte ich, nicht nur bei Alidou. Skyttä, Sahin, Joly, - 3 Riesentalente, deren Ambitionen sicherlich nicht sein dürften, in der wichtigsten Phase ihrer Entwicklung Spieltag für Spieltag ihre Gegenspieler über 90 min niedezuringen. Die wollen kicken, die wollen fußballerisch ihr nächstes Level erreichen. Denen musst Du als Verein mehr bieten als 90 min den Platz hoch und runter rennen zu müssen.
[...]
Yes. :daumen: und wir nutzen deren (+ Kim) Fähigkeiten einfach nicht....
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Beitrag von ExilDeiwl »

Hellboy hat geschrieben: 28.10.2025, 09:45Naja, mein Statement ist, dass ich die Idee mit dem Gesamtkonzept für den Verein utopisch finde. Wie du da bei "bitte nicht weiterentwickeln" landest, ist mir nicht so ganz klar.
Da komme ich hin, indem ich - wie schon geschrieben - genauso überspitze. Überspitzt hast Du ja formuliert, die ganze moderne Spielweise können wir doch sein lassen, hat sich in zwei, drei Jahren eh wieder damit erledigt. Und da sage ich: wenn Du so ran gehst, dann kannst Du gleich jegliche Weiterentwicklung abmoderieren. Ändert sich doch eh wieder. Eigentlich Deine (überspitzten) Worte. Ich denke mal, gerade nach Deiner Antwort auf meinen Beitrag, dass Du das im Grunde gar nicht so meinst. Ich geh da auch gleich noch näher drauf ein. Ich kann Dir nur sagen, dass in meiner beruflichen Branche die Weiterentwicklung rasant ist. Wenn Du Dich da der Weiterentwicklung verwehrst, bist Du schneller weg vom Fenster als Du das Wort „Betzefußball“ aussprechen kannst. :wink:
Hellboy hat geschrieben: 28.10.2025, 09:45 Ich wünsche mir ganz einfach Konstanz auf der Trainer-Position. Jeder Trainer hat doch eine eigene Idee, was er spielen lassen will und mit wem. Wenn man da mal jemanden über einen längeren Zeitraum machen lässt, wäre das ja quasi ein Mini-Konzept für die erste Mannschaft. Dann könnte ein Trainer das Stück für Stück weiterentwickeln und mit gezielten Verstärkungen ausbauen. Das wäre für mich der Weg.
Und da, insbesondere bei Deinem ersten Satz, bin ich komplett bei Dir. Natürlich musste Hengen versuchen, die Aufstiegschance zu ergreifen, wie @Schulbu_1900 richtig sagt (Grüße gehen an der Stelle übrigens raus! :daumen: ). Ich fand das aber bei Antwerpen/Schuster schon einen dreckigen Move (ich weiß, das Geschäft ist hart) und fand‘s bei Anfang/Lieberknecht nicht besser. Aber das will ich hier eigentlich gar nicht diskutieren. Selbst was Lieberknecht betrifft, sind wir vielleicht gar nicht so weit auseinander. Menschlich verehre ich diesen Kerl, voll der Menschenfänger! :love: Sportlich war ich bei seiner Verpflichtung sehr zurückhaltend. Der Erfolg gibt ihm gerade einigermaßen Recht. Aber ob es wirklich nötig war, zum Saisonende aus dem unter Anfang einstudierten offensiven Fußball in ein grausam anzusehendes hoch und weit Gebolze überzugehen, ich weiß ja nicht. Denn genau so kam es mir vor. Unser Problem war die Defensive, nicht die Offensive.

Und da bin ich bei @Ktown2Xberg: wir hätten auch jetzt die Spieler für ein kontrollierteres Offensivspiel und setzen sie so nicht ein. Jetzt mit Ritter und Skyttä sogar mit der Chance, von der Bank auf qualitativ ähnlichem Niveau nachlegen zu können. Lieberknecht hat eine andere Vorgehensweise und sie unterscheidet sich von Anfangs Spielstil in meinen Augen durchaus. Ich glaube, wir könnten sehr wohl mehr als nur den kämpferischen Fußball, so sehr ich harte Tacklings und überfallartige Konter auch liebe. :love: Sogar Union Berlin hatte damit in seinen ersten Jahren nach dem Aufstieg in die 1. BL Erfolg. Geht also.
Unsere defensiven Probleme der letzten Saison haben wir ordentlich beseitigen können. Da hat TL seinen Anteil dran, genauso aber auch ein Gyamfi, ein Kim und ein Kunze. Ohne Anfang nachweinen zu wollen: ich glaube nicht, dass er mit diesen Personalien so viel weniger Erfolg gehabt hätte.

Ich hoffe aber, dass TL mit seiner Fähigkeit, Menschen zu fangen, zu begeistern bei uns noch viel Erfolg haben wird. Aber es wird nicht gehen, ohne dass sich unser Fußball weiter entwickelt. Das traue ich Lieberknecht aber auch zu.

Schönen Nachmittag noch! :prost: :daumen:
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Beitrag von FCK-Augustin »

Bbördes hat geschrieben: 28.10.2025, 12:51

19 Punkte aus 10 spielen aber ohne unsere guten Spieler könnten wir auch unten drin stehen. Wieso um alles in der Welt muss man diese Stärken, die die Mannschaft hat auch noch negativ auslegen. Eine Art Selbstgeißelung sonst nichts. Scheinbar sind wir zu erfolgreich.

Die Art und Weise wie gespielt wird mag einem nicht gefallen. Aber TL jetzt auch noch den derzeitigen Erfolg aufgrund der individuellen Fähigkeiten negativ auszulegen ist ganz ehrlich ein neues Level.
Und noch ein klasse post, wie ich finde!
:daumen:
Warum sollte ich da selbst noch schreiben? :lol:

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Beitrag von Hellboy »

ExilDeiwl hat geschrieben: 28.10.2025, 15:37 Überspitzt hast Du ja formuliert, die ganze moderne Spielweise können wir doch sein lassen, hat sich in zwei, drei Jahren eh wieder damit erledigt. Und da sage ich: wenn Du so ran gehst, dann kannst Du gleich jegliche Weiterentwicklung abmoderieren.
Moment mal bitte, das ist mir jetzt ein wenig aus dem Kontext gerissen!

Zunächst mal: Zu der Kritik an TL und den Argumenten von KTown bin ich doch weitestgehend d'aacord - da habe ich auch gar nichts anderes geschrieben. Das ist vor allem auch gar nicht das Thema, zu dem ich mich hier eingeschaltet habe.

Ich habe ursprünglich auf einen Beitrag reagiert, der sehr vehement ein langfristiges Gesamtkonzept für den Verein fordert, und gleichzeitig Lieberknecht abspricht, dafür der Richtige zu sein. Ersteres ist hier ja immer mal wieder Thema, es war Zufall, dass ich mich jetzt ausgerechnet auf diesen Beitrag bezogen habe.

Meine Grundaussage dazu ist, dass ich die Idee für Utopie halte. Ein Argument dafür ist, dass sich der Fußball so schnell verändert, dass ein Konzept, das heute der heißeste Scheiß ist, in zwei, drei Jahren schon wieder out sein kann - und dann hätten wir die Diskussion über "antiquitierten Fußball" schon wieder. Das ist aber nur ein Randaspekt aus einem Nebensatz - mein Hauptargument ist ja, dass ich dieses "langfristige Aufbauen" für utopisch und überambitioniert halte.

Stattdessen würde ich das ganze kleiner ansetzen: Konstanz auf der Trainerposition, Besinnung auf Basics und "kaderbreitenkompatiblen" Fußball. Dafür halte ich persönlich Lieberknecht tatsächlich für den passenderen Trainer als Anfang, der für mich ein wenig der Beweis dafür war, dass wir mit der o.g. überambitionierten Idee eines langsamen, konzeptuellen Aufbaus an der blanken Realität der zweiten Liga scheitern. (Aber jetzt wiederhole ich mich.)

Wieso daraus jetzt entsteht, ich wolle keine Weiterentwicklung, verstehe ich überhaupt nicht. Das wäre ja auch völlig hanebüchen. Ist ja nicht so, dass wir fette Jahre hinter uns haben, und besser "not the running system touchen".

Vielleicht lohnt es sich, meinen ursprünglichen Post und den Beitrag auf den er sich bezog, nochmal neutral und ohne die "Brille" zu lesen, dass ich Weiterentwicklung kacke fände oder Lieberknechts taktische Kniffe gegen Nürnberg toll fand. Nichts davon habe ich nämlich irgendwo geschrieben.

Und ich verstehe ehrlich gesagt auch nicht die Impulse, meine Aussagen da partout in eine Ecke schieben zu wollen, die offensichtlich völlig bekloppt ist... Da fang ich ein bißchen an, mich zu ärgern.

Vielleicht ist aber zu dem Thema auch einfach gerade alles hinreichend gesagt...

—-

Edith fällt im Nachhinen auf, dass das viel angepisster klingt als ich bin. :prost:

Ich checke aber auch irgendwie einfach nicht, wie du das Ganze einordnest:


Lass uns doch nochmal kurz auf die letzte Saison zurückblicken:

Die Idee, in Ruhe ein nachhaltiges Konzept zu entwickeln, hat es da doch gegeben. Dazu haben wir mit Anfang vielleicht sogar den passenden Trainer verpflichtet. Zumindest war man sich dessen so sicher, dass man bereit war, die zu erwartende Spaltung der Fangemeinde aufgrund Anfangs Vorgeschichte stehenden Auges in Kauf zu nehmen. Stimmungsmäßig teuer erkauft, aber das wäre es im Sinne des großen Ganzen wahrscheinlich sogar wert gewesen. So weit, so gut.

Dann ergibt sich in der Rückrunde überraschend die Chance auf den Aufstieg, und die wirtschaftlichen Interessen schieben sich gezwungenermaßen in den Vordergrund. Darüber verbrennt man dann unschön ebendiesen teuer erkauften Trainer, nur um im Anschluss mit dem korrigierten Saisonziel „Aufstieg“ krachend zu scheitern.

Karre voll vor die Wand gesetzt, könnte man sagen.

Entwicklungstechnisch war die Saison damit eigentlich fürn Arsch. Was man bestenfalls aber noch daraus mitnehmen könnte, ist, dass die Idee eines langsamen Konzeptaufbaus in der herrschenden Zweitligarealität nicht umsetzbar ist.

Zeitsprung zu heute, ein Dreivierteljahr später: Hier wird gefordert, dass man es doch endlich mal mit einem nachhaltigen Konzeptaufbau versuchen müsse.

Um in obigem Bilde zu bleiben: Lass uns die Karre doch einfach nochmal vor dieselbe Mauer ballern, vor die wir sie Anfang des Jahres schonmal gesetzt haben!

Und jetzt meine Frage: Wer ist näher an einer Weiterentwicklung? Der, der den selben Fehler, den man gerade erst gemacht hat, sofort nochmal machen will - oder der, der darauf hinweist, dass das keine gute Idee wäre…?
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ExilDeiwl
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Beitrag von ExilDeiwl »

Edit: Nachdem ich meine Antwort gerade gesendet habe, habe ich gesehen, dass Du auch noch einmal Deinen Beitrag geändert hast. Lese ich mir noch einmal in Ruhe durch, tatsächlich wollte ich mich aber auch gerade wieder aus der Diskussion zurück ziehen. Vielleicht antworte ich nachher noch einmal…
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emkathor
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Beitrag von emkathor »

FCK-Augustin hat geschrieben: 28.10.2025, 18:10
Bbördes hat geschrieben: 28.10.2025, 12:51

19 Punkte aus 10 spielen aber ohne unsere guten Spieler könnten wir auch unten drin stehen. Wieso um alles in der Welt muss man diese Stärken, die die Mannschaft hat auch noch negativ auslegen. Eine Art Selbstgeißelung sonst nichts. Scheinbar sind wir zu erfolgreich.

Die Art und Weise wie gespielt wird mag einem nicht gefallen. Aber TL jetzt auch noch den derzeitigen Erfolg aufgrund der individuellen Fähigkeiten negativ auszulegen ist ganz ehrlich ein neues Level.
Und noch ein klasse post, wie ich finde!
:daumen:
Warum sollte ich da selbst noch schreiben? :lol:

Nur der FCK
Yes war mein Fehler! Bombencoach! Bombenteam! Bombentorwart!. Falsche Liga! Da jibbet gar nix zu krisieren oder zu mäkeln. :beer:
ExilDeiwl
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Beitrag von ExilDeiwl »

@Hellboy: Dein einleitender Satz zu Deinem Edit stimmt mich um, doch noch einmal zu antworten. :prost:

Ich glaube dennoch in Teilen anderer Meinung zu sein als Du. Wobei ich das Thema Konzept umsetzen etwas anders interpretiere als Du. Denn erstens ist es in meinen Augen nicht so, dass ein Konzept, eine Spielweise nach zwei, drei Jahren hopplahopp obsolet wird. Bleibt es ohne Veränderung? Keinesfalls. Und das deckt sich auch mit meiner beruflichen Erfahrung (die mit Fußball oder Sport allerdings auch mal gar nix zu tun hat): stetige Veränderung ist angesagt. Es glaubt doch keiner, dass man sich ein Konzept erarbeitet und dann für alle Zeiten fertig ist. Und natürlich wirkt sich das dann auch in der Nachwuchsausbildung aus. Bis wir da aber mal soweit sind, dauert’s beim FCK aber noch „ein Weilchen“.

Was die vergangene Saison betrifft: Die Weiterentwicklung wurde der kurzfristigen Option geopfert, evtl. aufsteigen zu können. Es war absolut richtig, aufsteigen zu wollen. Ich bezweifle halt nur, dass der Weg der Richtige war. Anfang zu rasieren, um dann einen Trainer zu verpflichten, der halt für einen ganz anderen Fußball steht. Ja, dann sogar Spieler für die neue Saison zu verpflichten, mit denen Du Anfangs Weg locker weiter bestreiten könntest. Ob das unter Anfang geklappt hätte, das steht im den Sternen. Ich hätte mich gefreut, wenn wir da mal damit begonnen hätten, die von Dir gewünschte Kontinuität auf der Trainerbank zu leben. Die wünsche ich mir nämlich ganz genauso. Da sind wir einer Meinung. Ich will Lieberknecht auch nicht einmal loswerden. Wie gesagt: ich mag den Typ und er kriegt offenbar irgendwie die Kurve. Auch da wissen wir aber noch nicht, ob es zu höheren Weihen reicht.

Aber den Weg von Anfang weiter zu gehen, das wäre für mich schon einmal nachhaltig gewesen. Und ums dann auf den Punkt zu bringen: genau an der Stelle unterscheiden sich aber unsere Sichtweisen: während Du mit diesem Trainerwechsel zu verbinden scheinst, dass der Weg von Anfang / des längerfristigen Konzepts offenbar nicht umsetzbar sei, sage ich: doch, den Weg hätte man weiter gehen können. Denn Entwicklung ist auch keine Sache von einer Saison. Man hat vielleicht mal nen Dämpfer, aber davon lasse ich mich doch nicht beirren, wenn ich vom Ziel und dem Weg dahin überzeugt bin. Ich bin es gewohnt, einen langen Atem zu haben. Ich glaube, ich könnte sonst echt kein FCK-Fan sein. :lol:

Ich glaube nicht, dass wir mit Anfang jetzt schlechter dastünden als mit Lieberknecht. Mit Kim, Gyamfi und Kunze hätte Anfang die Abwehr wohl auch stabilisieren können (und er hatte ja durchaus immer wieder durchblicken lassen, dass er mit seinem Personal eigentlich schon über‘m Limit ist). Allerdings beim Thema Laufbereitschaft sehe ich Lieberknecht deutlich stärker als Anfang - oder liegt auch das am veränderten Kader? Ich weiß es nicht.

Ich gehe auch den Weg mit Lieberknecht mit. Der ist ein Guter, der kann auch aufsteigen. Mich nervt eher diese scheinbare Konzeptlosigkeit. Die aber auf Ebene von Thomas Hengen (von Trainer zu Trainer ein gegenteiliger Spielstil), nicht bei Lieberknecht (geliefert wie bestellt).

So, genug für heute. Nur noch das nachgeschoben: ich will Dich in keine Ecke stellen. Ich schildere meine Sichtweise, wie Du die Deine. Ich glaube in manchen Dingen unterschiedliche Ansichten zu sehen - und sehe doch auch so manche Übereinstimmung. Ich mag mich eigentlich nur gesittet darüber austauschen und wenn jemand mit einem Stilmittel arbeitet (die Überspitzung), dann mach ich das halt vielleicht auch einmal. Da würde ich mir wünschen, dass Du das genauso zulässt, wie Du es Dir ja umgekehrt auch wünschst. Da stelle ich Dich in keine Ecke. Ja, Du kamst ziemlich angepisst rüber und das hat mir eigentlich die Lust genommen, die Diskussion fortzusetzen (mir machen die Diskussionen hier grundsätzlich nicht mehr so viel Spaß, weil eine gepflegte Diskussion nur noch schwer möglich sind - das mache ich aber explizit NICHT an Dir fest). Wie oben schon angedeutet, hat mich Dein Edit dazu bewogen, doch noch einmal in der Sache zu antworten und hoffe, dass ich dir meine Sichtweise nun etwas besser darlegen konnte. Ich schätze Deine Beiträge und kann dennoch damit leben, wenn wir nicht zwingend einer Meinung sind.

Ist nun doch noch ein Roman-Kapitel geworden… :oops: Schönen Feierabend!
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Hellboy
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Beitrag von Hellboy »

@ExilDeiwl: Alles gut - wie gesagt: Ich war gar nicht so angetickt wie mein Post klang. Ist doch schön, wenn man hier auch mal ein bißchen hitzig diskutieren kann. Danke für den spannenden Austausch!
:prost:
40
Firehead81

Beitrag von Firehead81 »

@Hellboy
Ich glaube, du verkennst ein paar Punkte. Mir geht’s gar nicht darum, das Rad neu zu erfinden oder die „eierlegende Wollmilchsau“ zu bauen. Mir geht’s darum, dass der FCK überhaupt mal eine sportliche Leitidee hat, die über mehrere Trainer hinaus Bestand hat.

Natürlich wird es immer Entwicklungen im Fußball geben, Systeme kommen und gehen, und man muss Anpassungen daran vornehmen, wie überall im Leben. Aber Prinzipien wie Ballkontrolle, Raumaufteilung, Pressingstrukturen und die Ausbildung einer klaren Spielphilosophie sind keine Modeerscheinung, sondern Grundlage für nachhaltigen Erfolg. Vereine wie Freiburg, Mainz beweisen das nicht, weil sie mehr Geld haben, sondern weil sie Konstanz im Denken und eine sportliche Linie haben, unabhängig davon, wer Trainer oder Sportdirektor ist.

Dass so ein Aufbau nicht von heute auf morgen geht, ist klar. Aber wenn man es gar nicht erst versucht, bleibt man ewig in diesem Kreislauf: Trainerwechsel, Systemwechsel, Kaderumbau, Neustart. Am Ende steht man wieder da, wo man vorher war. Genau das ist doch unser Problem seit Jahren.

Und ja, es braucht Geduld, vielleicht sogar Rückschläge. Aber die Alternative ist doch, weiter auf kurzfristigen Erfolg und Mentalität zu setzen, in der Hoffnung, dass es „irgendwann mal läuft“. Das ist kein Plan, das ist Glücksspiel.

Was du „utopisch“ nennst, ist für mich kein Luxusgedanke, sondern schlicht der Versuch, den Verein aus dem ewigen Kreislauf von Planlosigkeit, Trainerwechseln und instabiler Kaderpolitik zu befreien. Wenn ein Verein eine klare sportliche Linie hat, kann er gezielt Spieler entwickeln, scouten und verpflichten, die in dieses System passen, anstatt jedes Jahr bei null anzufangen. Nur so macht langfristige Planung Sinn. Und genau das ist es, was Freiburg, Mainz oder andere seit Jahren vormachen. Nicht weil sie plötzlich mehr Geld haben, sondern weil sie eine Linie, eine Identität und eine konsequente Ausbildungskette von der Jugend bis in die Profimannschaft durchziehen.

Und jetzt mal ehrlich: Ohne diese Linie würde man gar nicht über Jugendzentren, Talente, Vereinsinfrastruktur oder Nachwuchsförderung sprechen. Alles, was mit langfristigem Vereinsaufbau zu tun hat, fällt sofort weg, sobald man glaubt, kurzfristig alles über Mentalität, Glück oder spontane Trainerideen lösen zu können. Wer so argumentiert wie du, will genau das ignorieren. Dann wird jedes Jahr aufs Neue improvisiert, statt gezielt aufgebaut. Dann könnten sich die Vereine eigentlich auch die Kosten und Investitionen für die Jugendarbeit sparen, wenn man so denkt.

Noch einmal: Es geht nicht darum, dass jeder Spieler oder jedes Team perfekt in irgendein System passen muss. Es geht darum, dass ein Verein eine sportliche Identität hat, an der sich alles ausrichtet. Das ist der Unterschied zwischen planvollem Aufbau und purem Reagieren. Nur so entstehen nachhaltige Strukturen, nur so können Talente geformt und gehalten werden, nur so kann man einen Aufstieg und den Verbleib in höheren Ligen langfristig vorbereiten.

Kurz gesagt, ich erwarte nicht, dass der FCK morgen wie Manchester City spielt. Aber ich erwarte, dass er weiß, wofür er sportlich steht, und dass Entscheidungen auf allen Ebenen diesem roten Faden folgen. Das ist kein Luxusdenken, das ist überfällige Strukturarbeit. Genau deshalb habe ich in den letzten Wochen zuvor unsere sportliche Leitung, insbesondere T. Hengen, kritisiert. Meines Erachtens passt die Verpflichtung von T. Lieberknecht nicht zu der Linie, die T. Hengen in den letzten beiden Jahren vorgegeben hat.

Und am Ende: Wer keine klare Linie will, kann weiter auf Glück und Mentalität hoffen. Ich bleibe lieber beim Plan, bei der gezielten Weiterentwicklung, bei strukturierten Entscheidungen und beim Aufbau einer Identität, die Bestand hat, auch wenn es länger dauert und Geduld erfordert. Denn Stillstand mit ausgeprägtem Chaos war schon immer unser größtes Problem. Wer meint, man könne dauerhaft ohne Konzept bestehen, ignoriert einfach die Realität dieses modernen Fußballs.
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