Rheinteufel2222 hat geschrieben:Auch die anderen genannten Alternativen sind in der Theorie möglich. Fraglich ist, wie realistisch diese sind.
Sorry, hier reagiere ich empfindlich - das ist ein altes @wai-Argument. Frei nach dem Motto "realistisch ist, was ich behaupte - der Rest ist Theorie".
Dass wir für Fortounis Geld bekommen ist beispielsweise angesichts der aktuellen Quellenlage nicht weniger wahrscheinlich als dass es Kohle für Simon gibt.
Vor allem finde ich das Praxis/Theorie-Argument immer etwas fadenscheinig, wenn dann fleißig Vermutungen extrapoliert werden.
Rheinteufel2222 hat geschrieben:Für Zoller gibt es immerhin ein konkretes Angebot und die Bereitwilligkeit, mit der Kuntz ihm die Freigabe erteilt hat, deutet zumindest schon sehr stark daraufhin, dass lukrative Angebote für andere Spieler nicht in Sicht sind.
Da ist, wie schon in Deinem vorigen Post, abermals eine Kausalkonstruktion drin, über die Vermutungen als Fakten verkauft werden. "Freigabe = keine anderen Optionen in Sicht". Wie kommst Du darauf? Das, was unsere Verantwortlichen zu entscheiden haben ist deutlich komplexer. Und auch hier nur mal theoretisch (vereinfacht, in der Praxis ist es ja nur komplexer): Die Entscheidung über die Freigabe hat doch mehr Faktoren als "wen schicke ich Weg, damit die DFL zufrieden ist":
- Zu welcher internen Einschätzung kommt man bezüglich des Entwicklungspotentials und der Verlässlichkeit, mit der der Spieler das aktuelle Niveau bringt?
- Wie verhält sich das Profil des Spielers zu der Idee von Fußball, die man auf dem Platz verfolgen will?
- Und ab welcher Summe schafft eine Ablöse mit Blick auf den Kader Gestaltungsoptionen, die den Verlust des Spielers mehr als nur wettmachen?
Rheinteufel2222 hat geschrieben:Bei einem gleichbleibenden Spieleretat würde sich der Verlust bis zum Jahresende weiter erhöhen.
Es sei denn, die Einahmen verbessern sich. Oder andere Ausgabeposten verringern sich (Stichwort Pachtvertrag; wenn der durchkommt, sparen wir bei der Stadionmiete fast eine Million).
Das was Du da als Gewissheit einkalkulierst ist zum jetzigen Zeitpunkt eben nicht mehr, als "gefühltes Wissen" das sich aus der allgemeinen Stimmungslage speist. Fakten hat hier bisher keiner zur Hand.
Das könnte man jetzt weiter so durchspielen.
Wie groß die Unsicherheiten in Sachen NLZ usw. sind weiß keiner von uns (pure Spekulation, aber ich darf ja auch mal mit Vermutungen um mich werfen: Vielleicht gibt's längst ein Rechtsgutachten, lange vor der Antwort der EU?).
Woher nimmst Du die Vermutung, dass die Zuschauerzahlen weiter runter gehen? Work's both ways...
Und zu Sportfive: Es hieß doch erst, Kuntz habe selbst Sponsorenverhandlungen geführt. Ich weiß schon welches Narrativ sich hier im Forum in der Hinsicht durchsetzen würde: Kuntz hat niemanden gefunden und musste dann halt bei Sportfive verlängern. Genau so gut könnte man doch vermuten, dass Kuntz schon gute Angebote hatte, Sportfive verlängern wollte, andere Vermarkter sich zu den guten Angeboten verhalten haben - und als Sportfive seine "Matching Bid"-Option gezogen hat im Vertrag eine Garantiesumme gelandet ist, die sogar
höher als die Latschenkiefer-Summe ist.
Versteh mich nicht falsch, ich gehe nicht davon aus, dass das so ist - ich setze aber auch nicht einfach das Gegenteil voraus. Im Moment werden hier viele pessimistische Einschätzungen als Gewissheiten, wahrscheinlichste Optionen usw. verkauft - und bei genauerem Hinschauen speisen sich diese Einschätzungen aus nichts anderem als der allgemeinen Depri-Stimmung.
Und um den Bogen zu Zoller zu kriegen:
Das Narrativ, der FCK sei hier der "Getriebene" und könnte gar nicht anders als zu verkaufen, ist nur ein Spiegel - und eine Bestätigung - der aktuellen Stimmungslage. Ich bin kein Hellseher. Aber als Noch-nicht-Deprimierter sehe ich im freien Spiel der Kräfte auch genügende Optionen, in denen der FCK aus einem Zoller-Verkauf als Gewinner hervorgeht.
Time will tell.
@Mac:
Danke, mir ging's ja in erster Linie genau darum: Egal ob man optimistisch oder pessimistisch draufguckt - es gibt
Alternativen.