Hundsänger hat geschrieben:Irgendwie bin ich über mich selbst erschrocken. Ich war beim ersten Abstieg so traurig wie noch nie im Leben, war 2 Jahre später in Hamburg als wir die Schale holten, fuhr für den FCK tausende Kilometer durch die Republik. Beim zweiten Abstieg war ich zwar auch traurig, aber es war irgendwo abzusehen. Beim dritten Abstieg war ich einfach froh, dass es vorbei war. Der FCK schenkte mir mit die schönsten Momente meines Lebens, es war in den Neunzigern und Anfang der 2000er eine Wahnsinnszeit. Aber ich bin müde geworden. Der Verein heute ist nicht mehr der Verein, von dem ich vor 20 Jahren Fan geworden bin. Würde mich heute jemand fragen, warum ich Fan des FCK bin, würde ich sagen „weil’s halt von früher noch so ist“. Das Spiel gestern hab ich fast nur noch emotionslos hingenommen. Mir fehlt einfach der Glaube daran, dass sich die nächsten Jahre was ändert. Wer mit dem FCK 2 Meisterschaften miterlebt hat, für den ist es schwer, zu sehen wie der einstige Top-Verein vor 20.000 Zuschauern in Liga 2 einen Fussball spielt wo einem die Füße einschlafen. Ohne Aussicht auf Besserung. Ich habe mittlerweile Frau und Kind, sehe deshalb nicht mehr jedes Heimspiel. Wenn ich aber auf dem Betze bin, sehe ich es von mal zu mal mit weniger „Herzblut“. Ich bin einfach nur müde geworden. Es wird für den Verein sehr sehr schwer, das wieder zu ändern.
Alle die, die auf die Relegation und den Aufstieg hoffen, die frage ich: Wie stellt Ihr Euch das in der 1.BL vor. Was glaubt ihr denn, was die alle mit uns machen, wenn wir so dort auftreten?
Das mit dem möglichen Aufstieg sehe ich ähnlich, zumindest was die derzeitige Verfassung der Mannschaft, des Vereins und Umfeld angeht. Es ist durchaus ok, zu pfeifen, wenn ein Grottenkick abgeliefert wird, was bedenklich ist, ist die Aussage Sippels...
„In den ersten zehn Minuten war Bochum eindeutig besser, da fängt das Publikum an zu pfeifen, da verspringen die Bälle, da geht das Selbstvertrauen komplett verloren.“...
Etwas, was ich vorher nie in dieser Form beobachtet hatte, ist seit der letzten Saison eingetreten. Die Mannschaft hat Schiss zu Hause aufzutreten. Das ist genau umgekehrt wie es früher war. Früher hatten die Gegner Angst vor dem Betze Publikum, heute ist es die eigene Mannschaft.
FCK-Kapitän Bunjaku konnte „die Verunsicherung bei uns nicht wirklich erklären“. Trainer Franco Foda betonte: „Der Druck ist groß, das hat man in einigen Situationen gemerkt.“
Man muss verstehen und
respektieren, dass jeder der in der Öffentlichkeit steht einer besonders großen Belastung ausgesetzt ist. Einigen, die hier den Charakter des Teams heftig kritisieren - was ich im Ärger nach der Berlinpleite (Pussyfussball) auch getan habe - bitte ich sich vorzustellen einen Vortrag vor..hmmm... so 50 Leuten halten zu müssen. Ich wette jeder hätte mehr oder weniger Fracksaußen! Das Gleiche tritt in verstärkter Form ein, wenn man vor mehreren tausend Leuten spielt. Selbst Profis mit jahrelanger Erfahrung, können sich diesem Druck nicht entziehen (..siehe Robert Enke). Läufts gut, ist das Publikum begeistert, wird man von einer Euphoriewelle getragen. Läufts schlecht gehts in ner Abwärstspirale nach unten. Guter Artikel zu Depressionen im Sport übrigens in der heutihgen FAZ
Unterschätzt das Umfeld nicht oder die Stimmung die in den Foren erzeugt wird. Abgesehen von der Frage ob Foda noch der richtige Trainer, der der Mannschaft die offensichtliche Verunsicherung zu nehmen in der Lage ist, habe ich immer mehr den Eindruck, dass einigen hier mehr daran gelegen ist, den Bootskörper mit dem Hackebeil zu bearbeiten als mit zu helfen das Schiff am schwimmen zu halten.
Ich wüßte manchmal gerne, welches Vereinswappen in dem Zimmer hängt, wo so mancher Text kreiert wird? Einiges ist mit Frust zu erklären, die ein oder andere Dauerdestruktion aber nicht.