Ktown2Xberg hat geschrieben:
Na ja, man sollte aber auch die Genese des Themas nicht ganz ausblenden. Erst war's nicht so groß - mit dem Ergebnis, dass ein paar Tausend Pegida-Idioten und ihre Netz-Epigonen das Thema mehr oder weniger alleine dominiert haben. Das Ergebnis war ein öffentlicher Raum, in dem man sich an allen Ecken und Enden geekelt hat.
Die mittlerweile deutlich erhöhte öffentliche Präsenz dieses Themas ist ja (innenpolitisch) vor allem eine Reaktion auf diese braune Überpräsenz. Natürlich ist da mitunter Selbstdarstellung und Imagepflege dabei (die BILD? Was soll man da noch sagen...) - das ist mir aber allemal lieber, als dass den Hetzern das Feld überlassen wird.
Offen zur Schau gestellte Sympathie allein hilft zwar keinem einzigen Flüchtling (und ändert an den weltpolitischen Ursachen der aktuellen Krise noch weniger) - aber sie immunisiert immerhin gegen diesen unsäglichen, als Rechtsruck verkauften Pöbelsturm und die Gewalt in dessen Fahrwasser.
Das hat in den frühen 90igern schon einmal gut geklappt - und wenn es wieder klappt hätte ich nichts dagegen.
Natürlich darf man den rechten nicht das Feld überlassen. Ich habe auch geschrieben, dass man das Thema keinesfalls totschweigen sollte. Ich sehe das Problem auch nicht unbedingt nur bei den Medien, sondern bei solchen Leuten, die täglich 100 mal irgendwo einen Artikel dazu posten.
Bei solchen Themen gibt es von dem Großteil aller Menschen so viel Heuchelei, dass solche Themen schnell lästig werden, was eigentlich nicht sein darf, da sie doch sehr ernst sind. Ganz davon abgesehen, wie sich die Flüchtlinge fühlen, wenn sie ständig von irgendwelchen Leuten ins Rampenlicht gerückt werden, die sich auf ihre Kosten profilieren. So wie es nun mal die Bild meiner Meinung nach jetzt tut. Gegen alles und jeden hetzen und nun das. Das ist genau das, was ich mit diesem heuchlerischen meine.
Von den ganzen Personen, die pro Tag x-mal irgendeinen Artikel im Netz über Flüchtlinge auf Facebook teilen mit dem Kommentar "Kranke Welt", möchte ich eigentlich erst gar nicht anfangen. Wer von diesen Leuten hat schon mal etwas gespendet oder vielleicht wenigstens alte Kleidung in einem Heim in der Nähe vorbei gebracht?
Denn solche Leute spamen alles mit diesen Geschichten voll, obwohl sie sich außerhalb von Facebook mit diesen Dingen null auseinandersetzen. Die fressen sich Abends genau so den Pansen voll, während hunderte Flüchtlinge abends auf ein paar Quadratmetern in Zelten schlafen und hungern. Schlaflose Nächte haben die auch nicht wegen Flüchtlingen, höchstens weil sie Stress mit ihrer Alten oder sonstwelche First-World-Problems haben. Nur eben in den paar Sekunden, in denen sie ihre Posts für ein paar Facebook-Likes verfassen, gibt es Interesse ihrerseits.
Ja, wir leben wohl wirklich in einer "kranken Welt".
Ob diese ganzen Pro-Flüchtlinge Posts rechtsradikale Idioten dazu bringen, zur Vernunft zu kommen oder sich für ihren Hass gegen Flüchtlinge auch nur etwas zu schämen, glaube ich leider auch nicht. Diese Laptop-Gutmenschen wären besser damit beraten, wenn sie Flüchtlingen im echten Leben signalisieren würden, dass sie willkommen sind.
Gerade weil man überall mit diesem Thema konfrontiert wird, muss man das beim Fußball mMn nicht auch noch tun, vor allem nicht, wenn es von den Oberhetzern der Bild inszeniert wird. Kann man Sport nicht einfach Sport sein lassen? Oder wenigstens eine Aktion starten, die Flüchtlingen wirklich hilft?
@shaka v.d. heide
Den Bayern gefällt der Medienrummel aber. Hierbei geht es mir auch um die Flüchtlinge, die es leider schon schwer genug haben und dann noch ständig belagert werden, dass manche eine gute Story fürs Abendprogramm haben.
Und bei den Bayern kann man wenigstens die Glotze ausmachen und hat sie dann aus den Augen.
