@derhonkel
Da werd ich als guter Franzose, meines Vater eines wegen, dir mal die DomTom's erklären...
Das waren bis 2003 die Trümmer des einstigen Kolonialreiches, die man sich als Territoire Outre Mers und Département Outre Mer zusammammengeklaubt hat. Dabei waren Réunion (Insel im Indischen Ozean), Martinique, Guadeloupe(Karibik) und Französisch Guyana Echte Départements mit Vertretern in der Nationalversammlung und dem Senat. Sie sind auch Teil der EU und Eurogebiet. 2011 kam Mayotte (Teil der Komoren) als Département dazu.Die TOM's sind Überseegebiete, die zwar zu Frankreich gehören, aber unterschiedliche n Status haben. Sie sind teilweise EU Gebiet, aber nicht Schengen Zone, haben teilweise den Euro oder sind mit dem CFP (franc des Colonies françaises du Pacifique) eigenständig.
Heute heißen diese Gebiete übrigens COM
Das sind
Saint Barthélemy (Karibik,€)
Saint-Martin (Karibik, €)
Saint-Pierre und Miquelon (Inseln vor Neufundland,€ aber nicht EU Gebiet, zollfrei)
Wallis et Futuna und Fr. Polynesien(POM) im Pazifik sind COM mit CFP-Franc
ja und da gibt es dann noch TAAF, das sind so ein paar Inseln rund um die Antarktis, die aber nicht ständig bewohnt sind.
Die Immigrantenproblematik kommt also nicht aus den DOM-TOM's, sondern aus den ehemals französischen Kolonialgebieten und Algerien, das bis in die 50er Jahre ja Teil Frankreichs war, so ähnlich wie Korsika.
Da bis in die 90er Jahre jemand, der in Frankreich geboren war, automatisch Franzose war, gibt es viele Nachkommen ehemaliger Immigranten aus Nord- oder Schwarzafrika, die "gute" Franzosen sind (z.B. Amri oder Yahia), deren Eltern haben aber aufgrund der Familienzusammenführung auch Bleiberecht, ebenso seine Kinder, die ebenfalls Franzosen sind und deren Ehepartner...
Dazu gibt es beispielsweise eine immer größere chinesische Gemeinde z.B. in Paris. Deren Mitglieder sterben nie, sagt man, da die Ausweise immer wieder an die nächsten Einwanderergeneration weitergegeben werden.
Es gibt pro Jahr in Frankreich 15.000 bis 30.000 (es kommt etwas auf die Definition an), die echte Immigranten in "ungeklärten" oder "irregulären" Verhältnissen, die meisten engl. sprachige Schwarzafrikaner oder Pakistani, die aber nach England wollen.
Die Problematik der Vorstädte (Banlieue), kommt aus der 2. oder 3. Generation, die meist franz. Staatsbürger sind.
(Sorry, aber du hattest danach gefragt)
Kurz nochmal zur FN...
Die rechten in Frankreich sind schon etwas anders strukturiert, als die Nazi's in Deutschland.
Es gibt und gab in Frankreich schon lange einen heftigen Antisemitismus, obwohl Juden schon früh emanzipiert wurden (Affäre Dreyfus). Dazu kommen heftige Klerikale (radikale Katholiken) und Monarchisten (aller Couleur wie Legitimisten(Bourbon Anjou), die Orléanisten (Bourbon-Orléans) und die Bonapartisten.
Dazu noch eine ganze Reihe von Konservativen, die den alten Kolonien nachtrauern und Ch. de Gaulle und damit die UMP als "gaullistische" Partei ablehnen. Das sind viele ehemalige Algerienfranzosen und ähnl., wie in Deutschland die Vertriebenen.
Dazu kommen noch viele, die z.B. den christlichen Gewerkschaften nahestehen und mit den Sozialisten nichts zu tun haben wollen...
Ja, und dann sind politische Parteien in Frankreich traditionell auch sehr personenorientiert und LePen zieht viele Bauern und Kleinbourgoise...